Lesbische Frauen am Gesicht erkennen

Während es in dieser Studie noch darum ging, inwieweit das Verhalten Rückschlüsse auf die sexuellen Neigungen zuläßt, geht es in der folgenden Studie darum, ob Personen diese Neigungen auch am Gesicht erkennen können.

Whereas previous work has shown that male sexual orientation can be accurately and rapidly perceived from the human face and its individual features, no study has examined the judgment of female sexual orientation. To fill this gap, the current work examined the accuracy, speed, and automaticity of judgments of female sexual orientation from the face and from facial features. Study 1 showed that female sexual orientation could be accurately judged from the face and from just eyes without brows and limited to the outer canthi. Study 2 then examined the speed and efficiency of these judgments, showing that judgments of the faces following very brief, near subliminal (40 ms) exposures were significantly better than chance guessing. Finally, Study 3 tested the automaticity of judgments of female sexual orientation by examining the effects of deliberation on accuracy. Participants who made snap judgments of female sexual orientation were significantly more accurate than participants who made thoughtful and deliberated judgments. These data therefore evidence a robust, reliable, and automatic capacity for extracting information about female sexual orientation from nonverbal cues in the face.

Quelle: Female sexual orientation is perceived accurately, rapidly, and automatically from the face and its features

Da lebsische Neigungen entstehen, wenn der weibliche Fötus mehr pränatales Testosteron abbekommt als weibliche Föten üblicherweise kann es für solche Unterschiede zwei wesentliche Ansatzpunkte geben:

  • pränatales Testosteron verändert das Gesicht
  • postnatales Testosteron verändert das Gesicht, und der Grund für den höheren postnatalen Testosteronspiegel war bereits im Mutterleib vorhanden, so dass nur eine indirekte Verbindung besteht.

Zur Gesichtsveränderung durch Testosteron habe ich die folgende Studie gefunden:

Sex steroids are supposed to moderate the differences between male and female facial characteristics. Studies on women’s preferences for male faces reported increased preferences for facial architecture developed under the influence of testosterone as this may indicate masculinity, dominance and social status. Recent research demonstrates that facial sexual dimorphism does not only develop at puberty but may be organized much earlier in ontogeny. However, the actual cause and timing of variation in facial shape due to sex-steroids remains speculative. This study uses data from Neave and colleagues who measured digit ratio (2D:4D) as a proxy to prenatal testosterone and also salivary testosterone samples in order to study differential effects of androgens on perceived male facial shape. Male facial shape was regressed upon 2D:4D ratio and circulating levels of testosterone by means of geometric morphometric methods. We found some evidence for opposite effects of early androgen action (via 2D:4D ratio) on the upper and the lower face respectively (i.e. low 2D:4D ratio results in a relatively robust and prominent lower face), whereas circulating testosterone seems to cause a rather uniform elongation of the face. Local deformations primarily show pronounced and medially tailed eyebrows for the shapes associated with increasing salivary testosterone. These preliminary results suggest that prenatal and pubertal testosterone have differential effects on male facial shape that should be considered in future studies on women’s preferences towards male facial appearance.

Quelle: Visualizing facial shape regression upon 2nd to 4th digit ratio and testosterone.

Weitere Tests könnten sich also darauf konzentrieren, welche Partien genau durch Testosteron zu welchem Zeitpunkt beeinflusst werden.

Dass der Mensch bereits relativ geringe Anzeichen für geschlechtliche Unterschiede bewerten kann erstaunt mich hingegen nicht. Einen guten Partner zu finden und Personen in sexueller Hinsicht einschätzen zu können unterliegt einer starken Selektion. Wer sich auf Partner konzentriert, die möglichst fruchtbar sind und auch sonst an ihre Aufgaben gut angepasst sind (in steinzeitlicher Hinsicht) der wird mehr Nachkommen gehabt haben und dessen Gene setzen sich dann im Genpool durch (Disclaimer: damit ist keine Abwertung homosexueller Beziehung gemeint, da „sich im Genpool durchsetzen“ keine moralische Wertung ist, sondern einfach nur ein Fakt).

„Gesichtserkennung“ und sonstige Erkennungen für Fruchtbarkeit und Übereinstimmungen mit typischen Geschlechtscharakteristika wird daher evolutionär sehr stark begünstigt, was im Wege der sexuellen Selektion dann wieder zur Betonung solcher Merkmale bei dem „geprüften Geschlecht“ führen kann, was wieder feinere Erkennungsmöglichkeiten begünstigt etc.

Schönheit und Östrogen

Menschliche Schönheit ist größtenteils eine biologische Frage. Sie dient dazu eine unterbewusste Entscheidung für einen guten Partner im Sinne der Weitergabe der Gene zu ermöglichen, die durch bewusste Vorgänge weniger effektiv gesteuert werden könnte.

Das zeigt sich auch daran, dass Frauen mit einem hohen Östrogenspiegel, hier insbesondere Östradiol, der für eine hohe Fruchtbarkeit spricht, als schön empfunden werden, wie eine Studie zeigt:

Die Wissenschaftler sortierten die Frauen nach ihrem Östradiolspiegel, der im Speichel vor und nach dem Eisprung gemessen wurde. Wie die Forscher in der Fachzeitschrift „Proceedings of The Royal Society: Biology Letters“ berichten, wurden die Frauen mit mehr Östradiol von anderen eher als attraktiv bewertet – und auch sie selbst sahen sich so. Diese Frauen hatten in ihrem Leben öfters lange Beziehungen und neigten eher dazu, mit einem anderen Mann zu flirten, ihn zu küssen oder eine ernsthafte Affäre mit ihm zu haben. Die Bereitschaft zum One-Night-Stand und die Zufriedenheit in Beziehungen hingen jedoch nicht mit den Östradiolwerten zusammen. Östradiol ist eines der wichtigsten weiblichen Östrogene und beeinflusst die Ausbildung der primären und sekundären Geschlechtsorgane und die Fruchtbarkeit. Es erreicht Spitzenwerte um den Eisprung herum und in der Mitte der zweiten Zyklushälfte. Bekannt war bereits, dass hohe Östradiolwerte mit hoher Fruchtbarkeit einer Frau einhergehen. Mit ihrer Studie haben die Forscher nun auch einen Zusammenhang zur Attraktivität hergestellt.

Das es keinen Zusammenhang mit One-Night-Stands gibt erstaunt nicht. Da wären eher die Testosteronwerte interessant.