„Ich wäre so viel besser für sie als ihr jetziger Freund“

Aufgabenstellung:

  1. Besprechen Sie den nachfolgenden Song unter den Gesichtspunkten „Attraktivität von „Arschlöchern“ und der Nice Guy Problematik“
  2. Erörtern Sie die Effektivität der Vorgehensweise ihr darzulegen, dass sie es bei einem selbst besser hätte und grenzen Sie dies zu anderen Vorgehensweisen wie etwa dem „Boyfriend Destroyer“ aus dem Pickupbereich ab

I won’t lie to you
I know he’s just not right for you
And you can tell me if I’m off
But I see it on your face
When you say that he’s the one that you want
And you’re spending all your time
In this wrong situation
And anytime you want it to stop

I know I can treat you better
Than he can
And any girl like you deserves a gentleman
Tell me why are we wasting time
On all on your wasted crime
When you should be with me instead
I know I can treat you better
Better than he can

I’ll stop time for you
The second you say you’d like me too
I just wanna give you the loving that you’re missing
Baby, just to wake up with you
Would be everything I need and this could be so different
Tell me what you want to doCause I know I can treat you better
Than he can
And any girl like you deserves a gentleman
Tell me why are we wasting time
On all on your wasted crime
When you should be with me instead
I know I can treat you better

Better than he can
Better than he can

Give me a sign
Take my hand, we’ll be fine
Promise I won’t let you down
Just know that you don’t
Have to do this alone
Promise I’ll never let you down

Cause I know I can treat you better
Than he can
And any girl like you deserves a gentleman
Tell me why are we wasting time
And all on your wasted crime
When you should be with me instead
I know I can treat you better…

Better than he can(oh)
Better than he can
Better than he can

Was „nette Jungs“ (Nice Guys) unattraktiv macht

Ich höre gerade noch einmal in ein paar Pickup-Sachen rein und in einem Abschnitt ging es um die Frage, was einen „netten Mann“, einen „Nice Guy“ unattraktiv macht und inwiefern man aus dessen Fehlern lernen kann und nett, aber dabei eben nicht unattraktiv sein kann.

Nach den dortigen Sprechen ist das Problem, dass der „Nette“ zu sehr darauf bedacht ist, ihr alles Recht zu machen, ohne dabei die Verantwortung zu übernehmen. Er richtet sich damit allein nach ihr aus, und das häufig auf eine Weise, die deutlich macht, dass er einer negative Bewertung durch sie vorbeugen will.

Er hat also mal etwas deutlicher keine Eier und will Verantwortung an sie abgeben. Deswegen soll sie entscheiden, wohin man essen geht, deswegen richtet er sich ganz nach ihrem Willen, deswegen stimmt er ihr zu, wo er kann und versucht ihre Gunst etwa durch Geschenke zu erkaufen.

Sein Mantra ist dann: „ich habe doch alles genau gemacht, wie du es wolltest und war immer nur nett, warum liebst du mich nicht?“, sprich auch hier muss sie eigentlich wieder die Verantwortung übernehmen, er richtet sich regelrecht passiv nach ihr.

Das „attraktive Arschloch“ hingegen hat vielmehr auch seine eigenen Interesse im Auge und richtet sich weniger nach ihr. Das spricht nicht nur für ein höheres Selbstbewußtsein, es macht die Interaktion auch wesentlich ungewisser und gefühlsbetonter, sprich es kann eher Drame und Spannung erzeugen, etwas, aus dem Frauen wesentlich eher eine Attraktivität aufbauen können als bei einem beständigen „Auf das Podest stellen“.

Aus dem würde folgen, dass man durchaus nett und attraktiv sein kann, nur muss man sie dann eben nicht aufs Podest stellen und alle Verantwortung auf sie verlagern.

Vergleiche auch:

 

 

(P.S.: 3000 Artikel! Yeah)

Nochmal zum „Nice Guy“

In dem Artikel „Radicalizing the Romanceless„, aus dem ich auch schon einmal etwas zitiert hatte, geht es eigentlich um den Nice Guy und warum aus der Behandlung dieses im Feminismus eher Sympathie für die „Manosphere“ entsteht.

´Zur Nice Guy -Problematik:

Ein interessanter Abschnitt in dem Artikel  ist dieser:

– I had a patient, let’s call him ‘Henry’ for reasons that are to become clear, who came to hospital after being picked up for police for beating up his fifth wife.

So I asked the obvious question: “What happened to your first four wives?”

“Oh,” said the patient, “Domestic violence issues. Two of them left me. One of them I got put in jail, and she’d moved on once I got out. One I just grew tired of.”

“You’ve beaten up all five of your wives?” I asked in disbelief.

“Yeah,” he said, without sounding very apologetic.

“And why, exactly, were you beating your wife this time?” I asked.

“She was yelling at me, because I was cheating on her with one of my exes.”

“With your ex-wife? One of the ones you beat up?”

“Yeah.”

“So you beat up your wife, she left you, you married someone else, and then she came back and had an affair on the side with you?” I asked him.

“Yeah,” said Henry.

I wish, I wish I wish, that Henry was an isolated case. But he’s interesting more for his anomalously high number of victims than for the particular pattern.

(…)

When I was younger – and I mean from teeanger hood all the way until about three years ago – I was a nice guy. In fact, I’m still a nice guy at heart, I just happen to mysteriously have picked up girlfriends. And I said the same thing as every other nice guy, which is “I am a nice guy, how come girls don’t like me?”

There seems to be some confusion about this, so let me explain what it means, to everyone, for all time.

It does not mean “I am nice in some important cosmic sense, therefore I am entitled to sex with whomever I want.”

It means: “I am a nicer guy than Henry.”

Or to spell it out very carefully, Henry clearly has no trouble with women. He has been married five times and had multiple extra-marital affairs and pre-marital partners, many of whom were well aware of his past domestic violence convictions and knew exactly what they were getting into. Meanwhile, here I was, twenty-five years old, never been on a date in my life, every time I ask someone out I get laughed at, I’m constantly teased and mocked for being a virgin and a nerd whom no one could ever love, starting to develop a serious neurosis about it.

And here I was, tried my best never to be mean to anyone, gave to charity, pursuing a productive career, worked hard to help all of my friends. I didn’t think I deserved to have the prettiest girl in school prostrate herself at my feet. But I did think I deserved to not be doing worse than Henry.

No, I didn’t know Henry at the time. But everyone knows a Henry. Most people know several. Even three years ago, I knew there were Henry-like people – your abusers, your rapists, your bullies – and it wasn’t hard to notice that none of them seemed to be having the crushing loneliness problem I was suffering from.

And, like my patient Dan, I just wanted to know – how is this fair?

Da spricht er denke ich einen interessanten Punkt an: In der Tat kennen wir alle eine – wenn auch vielleicht abgeschwächte – Form eines Henry. Einen Typ, der Frauen eigentlich schlecht behandelt, und das auch durchaus recht offensichtlich, und der dennoch nie einen Mangel an Frauen zu haben scheint.

Ein Henry kommt natürlich nicht bei allen Frauen gut an. Im Gegenteil: Die allermeisten Frauen werden einen Bogen um ihn machen. Aber genug Frauen stehen auf den etwas brutaleren, männlichen Typen und ein Henry ist insbesondere auch wesentlich direkter, macht sich meist nicht so viele Gedanken, sondern handelt einfach. Es ist im eher egal, ob er aneckt, es ist ihm egal, ob er Erfolg hat (dann eben bei einer anderen), er erfordert weitaus eher eine Entscheidung und lässt auch viele Frauen schlicht nicht so lange überlegen. Er ist ein Arschloch – aber ein Arschloch mit Selbstbewußtsein, outcome indifference, dem Gefühl, dass er weiter zieht, wenn man Nein sagt, der zu dem steht, was er ist, dem alles egal ist. Und das kann eine wenn auch reichlich asoziale Form des Alphamans sein, der damit auch eine gewisse Anziehung hat – die sexy son Hypothese lässt grüßen.

Er hat Erfolg bei Frauen, wenn vielleicht auch nicht lange, aber einige kommen sogar zu ihm zurück, obwohl er ein Arschloch ist.

Und in der Tat ist es keine Form des Entitlements wenn man der Meinung ist, dass Frauen jemanden, der lieb und nett ist, eigentlich vorziehen müssten.

Natürlich ist die Betrachtung nicht ganz richtig: Sehr viel mehr Frauen würden einen Henry ablehnen, während der nette, liebe und insbesondere schüchterne Junge ihnen vielleicht gar nicht auffällt oder er schlicht das Interesse, wenn es vorhanden ist, nicht nutzt und es so verstreicht. Er flirtet zu langsam, traut sich zu wenig, plant, seinen Schwarm irgendwann mal anzusprechen oder mehr mit ihr zu machen als zu reden und landet vor lauter Planen und Herauszögern in der Friendzone oder sie wird schon von einem etwas forscheren Jungen angemacht und ergreift die Gelegenheit. Der „Nice Guy“ polarisiert weniger, traut sich zu wenig, bedient Attraktion nicht genug.

Das kann frustrieren und sich dann in eine ungesunde Erwartungshaltung oder ein sehr negatives Frauenbild umwandeln. Man muss aber kein Henry werden und sollte das auch nicht. Es genügt, die dortigen positiven Elemente zu übernehmen, wenn man weiß, welche es sind.

In dem Artikel werden einige weitere interessante Zahlen genannt:

In high school each extra IQ point above average increases chances of male virginity by about 3%. 35% of MIT grad students have never had sex, compared to only 13% of the average high school population. Compared with virgins, men with more sexual experience are likely to drink more alcohol, attend church less, and have a criminal history. A Dr. Beaver (nominative determinism again!) was able to predict number of sexual partners pretty well using a scale with such delightful items as “have you been in a gang”, “have you used a weapon in a fight”, et cetera. An analysis of the psychometric Big Five consistently find that high levels of disagreeableness predict high sexual success in both men and women.

If you’re smart, don’t drink much, stay out of fights, display a friendly personality, and have no criminal history – then you are the population most at risk of being miserable and alone. “At risk” doesn’t mean “for sure”, any more than every single smoker gets lung cancer and every single nonsmoker lives to a ripe old age – but your odds get worse. In other words, everything that “nice guys” complain of is pretty darned accurate. But that shouldn’t be too hard to guess…

Zu intelligente Menschen sind eben auch häufig zu kompliziert: Sie durchdenken gerade wenn sie unsicher sind, zu viele Möglichkeiten, zu viele Reaktionen, zu sehr die Position des anderen, wo andere einfach handeln.

Sie lassen sich vielleicht auch eher hinhalten und sind weniger Risikofreudig als Leute, die sich eine Gang anschließen und Waffen benutzen. Sie gehen eher Konflikten aus dem Weg und das bedeutet auch, dass sie Ablehnung von Frauen eher aus dem Weg gehen.

 

Männer mögen nette Frauen, Frauen finden nette Männer eher so naja

Eine interessante Studie behandelt noch einmal die Frage, wie „Nettigkeit“ und Attraktivität zusammenspielen:

Responsiveness may signal to a potential partner that one is concerned with her or his  welfare, and may therefore increase sexual interest in this person. Research shows, however, that this proposition holds true for men, but not for women. In three studies, one observational and two experimental, we explored a potential mechanism that explains why men and women diverge in their sexual reactions to a responsive opposite-sex stranger. Studies 1 and 2 showed that men, but not women, perceived a responsive stranger as more gender typical (masculine/feminine) and, in turn, as more attractive. Study 3 revealed that responsiveness increased men’s perception of partner’s femininity. This, in turn, was associated with higher sexual arousal, which was, in turn, linked to greater partner attractiveness and greater desire for a long-term relationship. These findings suggest that whether responsiveness affects perceptions of partner attractiveness varies in individuals, depending on the contextually based meaning of responsiveness.

Quelle: Why Do Men Prefer Nice Women? Gender Typicality Mediates the Effect of Responsiveness on Perceived Attractiveness in Initial Acquaintanceships

Aus der Pressemitteilung dazu:

Femininity and Attractiveness

Researchers from the Interdisciplinary Center (IDC) Herzliya, the University of Rochester, and the University of Illinois at Urbana-Champaign, collaborated on three studies to observe people’s perceptions of responsiveness. People often say that they seek a partner that is „responsive to their needs,“ and that such a partner would arouse their sexual interest. A responsive person is one that is supportive of another’s needs and goals. „Sexual desire thrives on rising intimacy and being responsive is one of the best ways to instill this elusive sensation over time,“ lead researcher Gurit Birnbaum explains. „Our findings show that this does not necessarily hold true in an initial encounter, because a responsive potential partner may convey opposite meanings to different people.“

In the first study, the researchers examined whether responsiveness is perceived as feminine or masculine, and whether men or women perceived a responsive person of the opposite sex as sexually desirable. Men who perceived female partners as more responsive also perceived them as more feminine, and more attractive. However, the association between responsiveness and male partner’s masculinity was not significant for women. Women’s perceptions of partner responsiveness were marginally and negatively associated with perceptions of partner attractiveness.

Männer finden also Frauen, die auf sie reagieren, sexuell interessanter als solche, die das nicht machen. Bei Frauen war dies nicht der Fall, es ging sogar leicht ins negative

 

Sparking Sexual Desire

Participants in the second study were asked to interact with a responsive or non-responsive individual of the opposite sex, and view that individual’s photo (the same photo was given to each participant). They were then asked to interact online with this individual, and discuss details on a current problem in their life. The responsiveness of the virtual individual was manipulated, for example, „You must have gone through a very difficult time“ as a responsive reply, versus „Doesn’t sound so bad to me“ as a non-responsive reply.

Men who interacted with a responsive female individual perceived her as more feminine and as more sexually attractive than did men in the unresponsive condition. Women are more cautious than men when interpreting a stranger’s expressions of responsiveness, and their perceptions of the stranger, which were seemingly unaffected by perceived responsiveness, may reflect conflicting trends among different women. „Some women, for example, may interpret responsiveness negatively and feel uncomfortable about a new acquaintance who seems to want to be close. Such feelings may impair sexual attraction to this responsive stranger. Other women may perceive a responsive stranger as warm and caring and therefore as a desirable long-term partner,“ Dr. Birnbaum elaborates.

Also auch hier: Männer mögen Frauen, die reagieren, Frauen nicht unbedingt

The third and final study tested the possibility that responsiveness may activate motivational mechanisms for men that fuel pursuit of either short-term or long-term sexual relationship opportunities. A female partner’s actual responsiveness led men to perceive her as more feminine, and consequently to feel more sexually aroused. Heightened sexual arousal, in turn, was linked to both increased perception of partner attractiveness and greater desire for a long-term relationship with that partner.

Women’s Perceptions of Responsiveness

The findings of the study imply that whether a responsive partner will be seen as sexually desirable or not depends on the context and meaning assign to responsiveness. In early dating, the meaning of responsiveness is likely shaped by gender-specific expectations. Women did not perceive a responsive man as less masculine, but even so, women did not find a responsive man as more attractive. The study helps to explain why men find responsive women sexually attractive, but does not reveal the mechanism that underlies women’s desire for new acquaintanceships.

Und auch hier wieder das gleiche Bild. Die Forscher dazu:

„We still do not know why women are less sexually attracted to responsive strangers; it may not necessarily have to do with ‚being nice.‘ Women may perceive a responsive stranger as less desirable for different reasons,“ Prof. Birnbaum cautions. „Women may perceive this person as inappropriately nice and manipulative (i.e., trying to obtain sexual favors) or eager to please, perhaps even as desperate, and therefore less sexually appealing. Alternatively, women may perceive a responsive man as vulnerable and less dominant. Regardless of the reasons, perhaps men should slow down if their goal is to instill sexual desire.“

Meine Wertung ist etwas anders:

Dass Männer Frauen, die positiv auf sie reagireren sexy finden, ergibt sich bereits daraus, dass mit einer positiven Reaktion schlicht die Wahrscheinlichkeit steigt, dass sie einen gut findet. Da Eier teuer, Sperma aber billig ist, finden Männer sexuelle Gelegenheiten anziehend. Eine positive Rückmeldung durch Interaktion statt schweigen deutet eine solche an.

Dass Frauen da eine ambivalentere Reaktion haben. liegt sicherlich auch daran, dass ein positives Feedback bei ihnen weniger eindeutig ist, weil aufgrund des gleichen Mechanismus eben die Reaktion des Mannes der Frau weit weniger bringt. Sie kann darauf hindeuten, dass der Mann nur Sex will oder eben „Needy“ ist oder auch einfach, dass er sie tatsächlich gut findet.

Frauen aufs Podest stellen und nette Männer

Südländerin wird von einem ehemaligen Freund, mit dem sie gegen Ende der Schulzeit zusammen war, über Facebook angeschrieben.

Er versichert ihr, dass sie die Nachricht auch einfach löschen könne, aber es müsse einfach aus ihm raus:

Sie sei die Liebe seines Lebens, das sei ihm jetzt bewußt geworden, alle anderen Frauen seien nichts gegen sie . Dass es damals nicht mit ihnen geklappt habe sei eine Tragödie, er stelle sich heute noch vor, wie es wäre, er mit ihr zusammen wäre, er würde davon träumen, dass sie zurück nach Südland zieht, er wolle sie versorgen, sie könnten eine Familie sein und Kinder bekommen und er würde sie verehren bis an sein Lebensende.

Ich bin etwas überrascht, ich habe ihn sogar einmal bei einem Besuch in Südland kurz gesehen, er sieht aus wie ein klassischer Südlandmacho. Mit diesem Südländer-Drei-Tages-Bart, sportlich, stilvoll gekleidet. Ich ziehe Südländerin etwas auf, dass er doch eine gute Partie wäre. _Verehren_ bis an sein Lebensende. Vollversorgung. Das ist doch mal ein Angebot.

Sie lacht. Schreibt ihm eine Mail, dass es nichts wird. Selbst wenn sie nicht vergeben wäre. Aber sie wünscht ihm alles Gute und eine Frau, die ihn glücklich macht.

Ich frage sie, wie es kommt, dass er gerade ihr so nachtrauert. Er würde doch bestimmt bei Frauen ganz gut ankommen, so wie ich ihn in Erinnerung habe. ich verstehe schon, dass man gerade Freundinnen, die einen verlassen haben und gerade auch die ersten Freundinnen gerne idealisiert, weil es noch die am leichtesten zu verklärenden Beziehungen sind, in ihrer Unschuld und Unerfahrenheit. Aber das sind ja immerhin starke Worte aus dem Nichts und nach langer Zeit.

„Er hat Pech mit Frauen, seine Beziehungen halten alle nicht, nach einem halben Jahr sind die Frauen weg“. „Hast du ihn für andere Frauen verdorben?“

„Nein,  es liegt an ihm, deswegen habe ich auch irgendwann Schluss gemacht. Er war einfach zu nett. Er macht immer alles, was man ihm sagt. Es ist zu langweilig mit ihm“

Was Frauen bei Männern hassen

Auf Heartiste wird ein kurzer Rat bezüglich der Vorlieben von Frauen gegeben:

You need to know two things about female psychology before you know anything else. Women HATE HATE HATE boring men. And women REALLY HATE HATE HATE supplicating yes-men.

Women are attracted — yes, primally, sexually attracted — to interesting men, and to challenging men.

Don’t be boring. Don’t be a suck-up. If you accomplish those two miracles and wonders, you are halfway to sleeping with the kinds of women you’ve always dreamed of defiling.

Kein schlechter Rat finde ich.

Krauser zu Kritik an Pickup und frustrierten „Nice Guys“

Krauser hat in Erwiderung zu einem Kommentar zu seiner Seite etwas zu der nach seiner Meinung bestehenden Geisteshaltung des „frustrierten Nice Guys“ gesagt:

The fact I bang hot girls and you don’t burns you up inside because it shakes your whole reality. Let me tell you why. You think you’re special and nicer than every other guy and you double-down on identifying with the feminine to try to get laid. Yet it doesn’t work. So you fall back onto the pretty lie that success in dating is just luck, outside your control. That allows you to avoid taking responsibility for your failures, and you are a failure. Then people like me come along who not only bang girls that you think I shouldn’t be able to, but I even lay out a clear path for how you too can achieve the same success….. if only you put in the same hard work I did. But you’re not willing to do that because you’d prefer to be a loser with pretty lies than go through this tough transition period. Hence you have cognitive dissonance. Rather than resolve it with a winner’s attitude of “lets learn from this” you resolve it with a losers attitude of “lets try to deny and belittle the achievement”. Pure sour grapes. I have no respect for losers like you at all.

Ich halte diese Selbstrationalisierung auch durchaus für einen häufigen Fall. Ich kenne auch einige Männer, die erkennbar zu nett und zu bemüht sind und die gerade deswegen häufig keinen Erfolg bei Frauen haben. Sie sehen nicht gut genug aus für diese Art von Game und landen entweder in der Friendzone oder werden als creepy wahrgenommen. Die Rationalisierung, dass es eigentlich nur Glück ist oder das Ausnutzen von Frauen, die unsicher sind, liegt da nahe. Natürlich ist in diesen Debatten dann auch immer eine gewisse Portion Neid enthalten. Denn erfolgreich bei dem anderen Geschlecht zu sein ist für wohl die meisten Menschen ein wichtiger Punkt in ihrem Leben.

Meiner Meinung nach muss man allerdings nicht sein Leben komplett umkrempeln und werden wie Krauser, um seinen Erfolg bei Frauen zu erhöhen. Bereits mit ein paar Grundlagen und dem Willen, dass für sich richtige ausprobieren kann man schnell auf ein besseres Niveau kommen und zumindest die gängigen Fallen vermeiden. Pickup vermittelt einem dabei aus meiner Sicht die notwendigen Einsichten und Perspektivenwechsel, die diesen Umbruch leichter machen. Sport und eine Ernährungsumstellung können auch erstaunliches erreichen.

Wer einfach nur jammert, dass die anderen Glück haben und die Welt/die Frauen ungerecht sind, wird seine Position aber sicherlich nicht verbessern.

Wie vermeidet man die Friendzone?

Ein Problem vieler Männer (und sicherlich auch von Frauen) ist die Friendzone. Dabei geht es darum, dass man eine Frau kennenlernt, viel mit ihr unternimmt, sich stundenlang unterhält, alle ihre Sorgen und Nöte teilt, der erste der da ist, wenn sie etwas braucht, man also aus dieser Sicht alles tut, damit sie einen mag, und sie einem dann mitteilt, dass man wie ein Bruder für sie ist und sie nie gedacht hätte, dass man was von ihr will.

Die Wikipedia definiert sie noch wie folgt:

Die Friend-Zone (englisch „Friend zone“ = Freundeszone) oder auch Friendship-Zone bezeichnet die soziale Einordnung eines Menschen – meist eines Mannes – als guten Freund. Die so eingeordnete Person hat nicht die Möglichkeit, eine Liebesbeziehung zu beginnen, da der Partner ihn lediglich als Freund und nicht als potenziellen Liebhaber sieht. Die Beziehung wird auf der Freundschaftsebene weitergeführt, während der Partner sich für Liebesbeziehungen unter Umständen anderen Menschen zuzuwendet

Der Fehler, den derjenige hier gemacht hat ist klassisch und folgt meiner Meinung nach aus dem verschiedenen Aufbau von sexueller Lust bei Männern und Frauen.

Während Männer üblicherweise bei einer Frau, die ihren optischen Ansprüchen genügt, bereits Sex haben wollen und insofern noch das Kennenlernen hinzukommen muss für eine Beziehung, bauen Frauen sexuelle Lust zwar auch über den Körper, aber eher über das Verhalten des Mannes auf. Wer also nicht extrem gut aussieht, der muss entsprechendes Verhalten bringen, damit eine Lust auf Sex entsteht. Er muss also sozialen Status demonstrieren, vielleicht etwas positive Dominanz, oder um es in der Pickupsprache zu sagen

Er muss Attraction aufbauen, also Attractionswitches  bedienen.

Ein Mann, der nur auf einer gefühlsmäßigen Ebene eine Verbindung schafft, bedient hingegen den Komfortbereich, der zu Vertrauen und Freundschaft führt.

Um so mehr Vertrauen und reine Freundschaft sie aufgebaut hat, um so weniger sieht sie ihn allerdings als jemanden, mit dem sie schlafen will, weil er eben in der Kategorie: Harmloser Freund steckt. Aus dieser heraus werden seine Signale interpretiert, was eine Neuinterpretation als mit hohem sozialen Status versehen, dominant etc schwierig macht.

Eine Änderung wird nämlich als Änderung des Verhaltens registriert und sich gefragt, warum derjenige sich nunmehr so verstellt. Ein neues Verhalten wirkt damit oft nicht authentisch.

Zudem erscheint die aufgebaute Freundschaft als Hürde – die Frau stellt sich die Frage, ob sie sich sicher genug ist um zu riskieren, dass sie mit einem Scheitern der Affaire/Beziehung/des Sex auch die Freundschaft mit all ihren Vorzügen verliert. Denn aus der Sicht einer Frau kann sie jederzeit mit einem Typen schlafen. Aber Freundschaften sind schwieriger zu errichten.

Der beste Weg aus der Friendzone heraus ist damit, gar nicht erst in sie hineinzukommen und nicht zu versuchen Sex/eine Affaire/eine Beziehung nur über eine Freundschaft/Komfort zu starten. Wer sich bei einer Frau etwas vorbehalten möchte, weil er meint, dass sie vielleicht interessant sein könnte, der sollte daher immer darauf achten, auch die Attraction Switches zu bedienen bzw. immer etwas mit ihr zu flirten, was meiner Erfahrung nach, wenn man es mit der passenden Leichtigkeit tut, der Freundschaft eher hilft. Man sollte dann nicht der emotionale Tampon der Frau sein, sondern sich seine Eigenständigkeit bewahren, ruhig mal etwas ablehnen, ihr nicht nur den Bauch pinseln, sondern lieber auch mal etwas frech sein. Cocky Comedy schafft es beispielsweise gut, beides zu verbinden.

Immer daran denken: Es ist nicht die Frau schuld, wenn sie einen in die Friendzone steckt. Sondern man selbst hat nicht die passende sexuelle Anziehung geschaffen.

Was man natürlich auch bedenken sollte: Mitunter heißt „Wir sind viel zu gute Freunde“ auch einfach nur, dass man nicht ihr Typ ist/ihr zu hässlich ist/sie einen für eine Beziehung nicht für den richtigen hält.

Das dürfte gerade bei Frauen, die dies von Männern hören, sehr häufig der Fall sein.

Meiner Meinung nach ist der beste Weg aus der Friendzone herauszukommen:

  • einen nachvollziehbaren Grund finden, warum man sein Verhalten allgemein ändert, der nichts mit ihr zu tun hat zB als Schlußfolgerung aus einem Ereignis „Ich habe neulich einen coolen Kerl gesehen und beschlossen: Genau wie er gehe ich das Leben an.“
  • Komfortverhalten aufgrund dieses Beschlusses und nicht wegen ihr umstellen, selbstbewußter wirken, weniger geben und mehr verlangen, egoistischer sein, nach wie vor ein guter Freund, aber einer, der seine eigenen Pläne hat und seine eigenen Ziele. Ihr weniger Recht geben, ihr mehr widersprechen, schlicht (wie immer im Pickup): klassisches Alphamannverhalten
  • Attractionswitches gegenüber anderen Frauen bedienen und ihr zeigen, dass man von anderen Frauen gewollt wird.
  • Negs und False Disqualifier in ihre Richtung verteilen. Ihr mitteilen, dass sie nicht der Typ Frau ist, den er mag. Sie in die Friendzone stecken. „Charakterlich bist du echt okay. Schade, dass du nicht blond bist/ich dich zu gut kenne/du zu viel über mich weisst“. Sie muss nunmehr befürchten in der Friendzone zu sein und überlegen, warum man sie dort lassen will.
  • Sie tatsächlich kurzzeitig in die Friendzone stecken und überlegen, ob es nicht nur eine Oneitis ist. Das absichern, indem man mit anderen Frauen flirtet. Wenn man merkt, dass man sie nach wie vor will: weitermachen bis man Zeichen von ihr bekommt, dass sie etwas will. Dann einen Vorwand schaffen unter dem sie leichter von Freund zu Liebhaber wechseln kann ohne Verantwortung zu übernehmen: Alkohol ist der Klassiker, aber ein DVD-Abend kann es ebenso sein.
Andere Vorschläge finden sich überall im Netz, zB

Es ist einer dieser Fälle, über die sich Leute stundenlang den Kopf zerbrechen und verbittert werden, aber mit ein wenig Systematik und der Unterscheidung von Attraction und Komfort ist es einem sofort offensichtlich, was hier meist das Problem ist. Weswegen Pickup meiner Meinung nach nicht nur dem „ich will jede Nacht eine andere aufreißen“-Gamer nützlich ist, sondern auch den Schüchternen oder denjenigen die ihre Beziehung verbessern wollen. Aber das nur am Rand.

Eine andere Meinung zur Friendzone in Form von anscheinend blanken Hass kommt aus Teilen des Feminismus.

Beispielsweise hat sich Paula sehr über den Begriff und das Konzept aufgeregt:  In ihrem Artikel „Nein heißt NEIN! – oder: »Friend-Zone« my Ass!“ führt sie an, dass sie nach dem sie den Begriff gegoogelt hatte gar nicht so viel essen konnte, wie sie sich erbrechen wollte. Warum: Sie findet sie einen Verstoß gegen „Nein heißt nein“ und eine Frechheit der anderen Person, meist des Mannes:

Die »soziale Einordnung«, die »die Möglichkeit verwehrt, eine Liebesbeziehung zu beginnen« klingt, als würde hier einem Mann – denn es geht in den Memes zu >90% um Männer – der Besitz(!) einer Frau verweigert werden, obwohl er doch bereits seinen Anspruch(!!) angemeldet hatte. Irgendwie hält die Frau ihn aber an einer ominösen Leine bei sich in der Nähe und quält(!!!) ihn pausenlos damit, dass sie sich gleichzeitig mit anderen Männern vergnügt. Meist ist besagter Mann ein sogenannter (selbsternannter?) NiceGuy™, also ein »zu netter« Mann, der sich nicht als Macho gebärdet, die Frau aber (deshalb) an einen solchen verliert

Damit hat sie das Konzept bereits vollkommen falsch verstanden, aber das macht ja auch nichts, wenn man mal ordentlich ranten kann. Niemand spricht von Besitz. Es geht vielmehr um allgemeine Enttäuschung und das Gefühl, dass man „enttäuschte Liebe“ nennt. Pfuii Männer, wie kann man nur enttäuscht sein, dass die Frau, die man liebt, nicht liebt, und noch nicht einmal zu bemerken scheint, dass sie einen liebt? Ich bin auch entsetzt.

Das Meme das angesprochen wird ist uA „Friendzone-Fiona:

Fiona-Memes sind klassisch aufgebaut: In der ersten Zeile ein Text, der einen Beziehungs- oder Sexbezug haben könnte. In der zweiten Zeile dann die Klarstellung, dass alles nur rein Freundschaftlich gemeint war. Es bleibt bei diesem Meme immer im unklaren, ob sie selbst nur etwas naiv ist oder ob sie etwas Push-Pull betreibt, ihn sich also wegen seiner Nützlichkeit warmhält. Daher auch der Bezug zur Leine, den Paula ausgemacht hat. Friendzone Fiona ist (in einigen der Memes) eine Frau, die sich Orbiter hält und diese ausnutzt.

Die Vorwürfe weiter:

Klar gibt es unglückliches Verliebtsein, dem will ich ganz sicher nicht widersprechen. Ich weiß auch, wie Scheiße es ist, unerwidert verliebt zu sein und den_die Angebetene_n immer wieder sehen zu müssen. ABER DAFÜR GEBE ICH DOCH NICHT MEINEM GEGENÜBER DIE SCHULD!!!

Genau das ist aber das Problem, das ich mit diesen Memes habe und das mir zunehmende Magenschmerzen: es ist immer der_die Angebetete Schuld, nicht der_die Verliebte.

Dem ist in der Tat zu widersprechen. Natürlich ist derjenige Schuld, der sich in eine Friendzone stecken läßt. Aber solche Enttäuschung will sich trotzdem Luft machen und auch das ist ein gerechtfertigtes Anliegen. Und natürlich kann man jemanden, der einen guten Freund hat und eigentlich merken müßte, dass dieser was von einem will, vorwerfen, dass er das hätte merken müssen und es dann mal klärt. Und selbst wenn man das kritisiert: Dann macht das den Begriff der Friendzone nicht schlecht.

Die Kritik geht weiter:

ENTSCHULDIGUNG?! Wieso bleiben die oh-so-lieben Männer stattdessen nicht einfach fern von der oh-so-bösen Frau, anstatt weiterhin 24/7 für sie da zu sein und zu hoffen? Sie hat doch in Bezug auf eine potentielle Liebesbeziehung ganz eindeutig NEIN gesagt! – Aber darin liegt das Problem, nicht wahr? Dieses eindeutige Nein (in lang: »Ich mag dich, aber nur als Freund.« oder »Ich empfinde leider nicht so wie du.«) wird ignoriert, nicht für voll genommen, als »vielleicht irgendwann mal« interpretiert. Und bis zu diesem ominösen Irgendwann-mal wird dem Mann halt »die Möglichkeit verwehrt, eine Liebesbeziehung zu beginnen«! Obwohl die Frau diese bereits ausgeschlossen hat, liegt die Schuldzuweisung 100% bei ihr!

Ich stimme mit Paula überein, dass der Mann die Lösung finden muss und nicht erwarten darf, dass sie ihn liebt. Aber das unfaire an der Betrachtung ist, das nicht berücksichtigt wird, dass es ein reales Problem ist, das dadurch verursacht wird, dass den meisten Jungs niemand verrät, wie man eigentlich flirtet. Sie hören dann so etwas wie „erst eine Freundschaft aufbauen“ oder „es kommt nur auf den Charakter an, sie muss dich mögen“ und versuchen – auch aus dem oben angesprochenen Mißverständnis heraus – auf dieser Weise bei der Frau zu landen. Sie verstehen dann nicht, warum es schief geht und kommen zu dem Schluss, dass Frauen eigentlich doch nur Arschlöcher wollen, was nur teilweise richtig ist, sie wollen Männer, die Attraction und Komfort bedienen können, und Arschlöcher können meist Attraction recht gut bedienen. Ich verweise bezüglich dieses Fehlschlusses auf die bisherigen Artikel zu dem Thema in diesem Blog

Die Frustation entsteht hier daraus, dass die Männer gerade nicht wissen was sie falsch machen. Das kann man ihnen natürlich vorwerfen, aber meist wissen es ja auch die Frauen nicht. Sie wissen nur, dass sie in ihm nur einen Freund sehen. Sie verkennt auch, dass Friendzone nicht zwangsläufig ein Vorwurf an die Frau ist. Sondern einfach ein Ärgern darüber das es passiert, dass man es nicht anders hinbekommt. Es ist das verzweifelte arbeiten daran, dass sie einen anders sieht, dass einen nur immer tiefer ins Verderben führt.
Lantzschi greift das Thema zusammen mit dem „Nice Guy“ auf und sieht gleich noch mehr Probleme. Ihr Artikel lautet: „Nice Guy. Oder wie das Patriarchat unsere Beziehungs- und Begehrensformen einschränkt“ (Mädchenmannschaft / Medienelite).
Das ist natürlich erst einmal ein Hammer. Das Patriarchat, das ihre Beziehungs- und Begehrensformen einschränkt. Mal sehen, wie es das macht.
Was mich an Nice Guy, Friendzone und Pick-Up extrem nervt (neben der patriarchalen Anspruchshaltung, eine Frau* habe irgendwie die Bedürfnisse eines Typen zu befriedigen – wie auch immer sich diese Bedürfnisse artikulieren), ist der heterosexistische und androzentrische Gehalt an der Sache.Offenbar kommt es vielen Typen nicht in den Sinn, dass es Menschen gibt, die einfach wenig mit Typen anfangen können, sie nicht begehren, sexuell attraktiv finden oder sonst wie mit ihnen sozial interagieren wollen (…) Stattdessen liegt der Fokus auf dem armen Mann, der keine Frau abbekommt.
Richtig. Alles im Leben muss unbedingt so gestaltet sein, dass es alle möglichen Konstellationen abdeckt und unabhängig ist von der sexuellen Ausrichtung und dem Geschlecht bzw. Gender. Denn wir sind ja eh nur alle konstruiert.
Was aber, wenn dies Konzepte einer Subgruppe sind, in der diese sich Gedanken für ihre Probleme machen? Warum dürfen sich heterosexuelle Männer als Gruppe nicht eigene Memes schaffen, in denen es um für sie relevanten Probleme besprechen und sich über diese austauschen? Lesben und Schwule finden eine andere Situation vor als heterosexuelle Männer und genauso wenig wie diese ihre Probleme so besprechen müssen, dass sie auch auf Heterosexuelle passen müssen dies Heterosexuelle umgekehrt. Und natürlich sind diese dann androzentrisch. Weil es um Probleme heterosexueller Männer geht. Sie müssen androzentrisch sein.
Lantzschi weiter:
Es ist traurig, dass sowas überhaupt nicht zur Debatte steht, wenn Typen ihre Anspruchshaltung so völlig ungeniert formulieren wie beim Nice-Guy-Phänomen. Als ob eine Freundschaft zu einer Frau irgendetwas minderwertiges darstellt als Liebe oder Beziehung oder Sex. Als ob Freundschaft nicht auch Zärtlichkeiten beinhalten könnte, nicht auch eine Form der Liebe oder der Beziehung ist.
Mir wäre es auch lieber, wenn sie das Problem praktischer lösen würden, nämlich über Pickup. Aber dagegen ist Lantzschi ja auch. Ich sehe auch den Gegensatz nicht, den sie aufbaut. Jemand will mehr als Freundschaft, nämlich Freundschaft und Liebe, Beziehung bzw. Sex. Er bekommt nur die Freundschaft. Natürlich kann er dann enttäuscht sein. Das wertet Freundschaft nicht ab und wird ihm in anderen Konstellationen ganz recht sein, aber es ist eben nicht das was er wollte.
Ihr Fazit:
Erst langsam lerne ich, dass eine romantische (Zweier-)Beziehung nicht an Sex geknüpft sein muss, dass Freund_innenschaften mehr sein können als nur “sich zu mögen” oder “gut zu verstehen” und dass Zuneigung in erster Linie eine Form von Wertschätzung der Person ist und nicht ihres Aussehens/ihrer Ausstrahlung. Die Grenzen sind fließend und jeder Mensch bestimmt sie anders. Natürlich ist das komplizierter als das sexistische wie funktionalistische Pick-Up. Natürlich ist das komplizierter als “Friendzoning”. Natürlich gibt es in dem Sinne keine “Nice Guy vs. Arschloch”-Bipolarität. Deal with it!

 Eine romatische Zweierbeziehung mag für homosexuelle Frauen, bei denen es den Begriff des Lesbian Bed Death gibt („A lack of sexual desire and activity in women is reflected in the phrase “lesbian bed death,” (e.g., Iasenza, 2000) which has been coined to describe the low levels of sexual activity among lesbians in long-term relationships“) zutreffen und mit dem geringeren Testosteronspiegel zusammenhängen. Aber Männer und Frauen sind verschieden. Gerade für die meisten jüngeren Männer ist eine Beziehung ohne Sex nicht vorstellbar. Es ist ein wesentlich wichtigerer Bestandteil für Männer, ebenso wie das Aussehen und die Ausstrahlung des Partners. Lantzschi schafft es hier nicht aus ihrer Egozentriertheit  (Homozentrierung? Lesbizentrierung?) auszubrechen und überträgt Konzepte auf Männer, die zum allergrößten Teil nichts für diese sind.

Die meisten Männer werden ihren Vorschlag, doch einfach eine Freundschaft zu akzeptieren, wenn man eine Beziehung und Sex wollte, denke ich eher als funktional und sexistisch ansehen als echte Vorschläge aus der Friendzone herauszukommen.

Etwas mehr Verständnis zeigt meiner Meinung nach Julia Schramm in ihrem Beitrag „Freunde und Gefälligkeit“. Sie führt an, dass die Männer den Arsch hoch bekommen und sich nicht ausnutzen lassen sollten, dass es aber auch Frauen gibt, die ausnutzen. Sie kritisiert Männer, die nur nett sind, solange sie noch keinen Sex hatten. Sie führt einen Teil der Probleme auch darauf zurück, dass Frauen es aufgrund ihrer Erziehung eher vermeiden, Konflikte auszutragen. Interessantes dabei. Wenn auch mit der falschen Schlußfolgerung, dass durch intrasexuelle Konkurrenz unter Frauen deutlich wird, dass Frauen in der Gesellschaft nur ein Produkt des Mannes sind. Denn Männer kämpfen ebenso intrasexuell um Frauen und wären dann in der Gesellschaft auch nur ein Produkt der Frau. Was ja auch auf einer Ebene der sexuellen Selektion richtig ist, aber eben nicht zu einem Vorwurf an nur ein Geschlecht taugt