Änderungen im Strafgesetzbuch bezüglich Sexualstraftaten 2016

Der Bundestag hat eine Änderung im StGB bezüglich Sexualstraftaten beschlossen, das Gesetz ist aber noch nicht in Kraft, es muss noch durch den Bundesrat, was wohl noch etwas dauern wird.

Was geändert wurde sieht man hier:

 

§ 177 Sexueller Übergriff; sexuelle Nötigung; Vergewaltigung

(1) Wer gegen den erkennbaren Willen einer anderen Person sexuelle Handlungen an dieser Person vornimmt oder von ihr vornehmen lässt oder diese Person zur Vornahme oder Duldung sexueller Handlungen an oder von einem Dritten bestimmt, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

(2) Ebenso wird bestraft, wer sexuelle Handlungen an einer anderen Person vornimmt oder von ihr vornehmen lässt oder diese Person zur Vornahme oder Duldung sexueller Handlungen an oder von einem Dritten bestimmt, wenn

1. der Täter ausnutzt, dass die Person nicht in der Lage ist, einen entgegenstehenden Willen zu bilden oder zu äußern,

2. der Täter ausnutzt, dass die Person aufgrund ihres körperlichen oder psychischen Zustands in der Bildung oder Äußerung des Willens erheblich eingeschränkt ist, es sei denn, er hat sich der Zustimmung dieser Person versichert,

3. der Täter ein Überraschungsmoment ausnutzt,

4. der Täter eine Lage ausnutzt, in der dem Opfer bei Widerstand ein empfindliches Übel droht, oder

5. der Täter die Person zur Vornahme oder Duldung der sexuellen Handlung durch Drohung mit einem empfindlichen Übel genötigt hat.

(3) Der Versuch ist strafbar.

(4) Auf Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr ist zu erkennen, wenn die Unfähigkeit, einen Willen zu bilden oder zu äußern, auf einer Krankheit oder Behinderung des Opfers beruht.

(5) Auf Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr ist zu erkennen, wenn der Täter 1. gegenüber dem Opfer Gewalt anwendet, 2. dem Opfer mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben droht oder 3. eine Lage ausnutzt, in der das Opfer der Einwirkung des Täters schutzlos ausgeliefert ist.

(6) In besonders schweren Fällen ist auf Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren zu erkennen. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn

1. der Täter mit dem Opfer den Beischlaf vollzieht oder vollziehen lässt oder ähnliche sexuelle Handlungen an dem Opfer vornimmt oder von ihm vornehmen lässt, die dieses besonders erniedrigen, insbesondere, wenn sie mit einem Eindringen in den Körper verbunden sind (Vergewaltigung), oder

2. die Tat von mehreren gemeinschaftlich begangen wird.

(7) Auf Freiheitsstrafe nicht unter drei Jahren ist zu erkennen, wenn der Täter

1. eine Waffe oder ein anderes gefährliches Werkzeug bei sich führt,

2. sonst ein Werkzeug oder Mittel bei sich führt, um den Widerstand einer anderen Person durch Gewalt oder Drohung mit Gewalt zu verhindern oder zu überwinden, oder

3. das Opfer in die Gefahr einer schweren Gesundheitsschädigung bringt.

(8) Auf Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren ist zu erkennen, wenn der Täter

1. bei der Tat eine Waffe oder ein anderes gefährliches Werkzeug verwendet oder

2. das Opfer

a) bei der Tat körperlich schwer misshandelt oder

b) durch die Tat in die Gefahr des Todes bringt.

(9) In minder schweren Fällen der Absätze 1 und 2 ist auf Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu drei Jahren, in minder schweren Fällen der Absätze 4 und 5 ist auf Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren, in minder schweren Fällen der Absätze 7 und 8 ist auf Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren zu erkennen.“

 

§ 178 Sexueller Übergriff; sexuelle Nötigung und Vergewaltigung mit Todesfolge

Verursacht der Täter durch den sexuellen Übergriff, die sexuelle Nötigung oder Vergewaltigung (§ 177) wenigstens leichtfertig den Tod des Opfers, so ist die Strafe lebenslange Freiheitsstrafe oder Freiheitsstrafe nicht unter zehn Jahren“.

 

„§ 184i Sexuelle Belästigung

(1) Wer eine andere Person in sexuell bestimmter Weise körperlich berührt und dadurch belästigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wenn nicht die Tat in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist.

(2) In besonders schweren Fällen ist die Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn die Tat von mehreren gemeinschaftlich begangen wird.

(3) Die Tat wird nur auf Antrag verfolgt, es sei denn, dass die Strafverfolgungsbehörde wegen des besonderen öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung ein Einschreiten von Amts wegen für geboten hält.

§ 184j Straftaten aus Gruppen

Wer eine Straftat dadurch fördert, dass er sich an einer Personengruppe beteiligt, die eine andere Person zur Begehung einer Straftat an ihr bedrängt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wenn von einem Beteiligten der Gruppe eine Straftat nach den §§ 177 oder 184i begangen wird und die Tat nicht in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist.“

Aus der Begründung:

IV. Zur Begründung der Beschlussempfehlung

Im Folgenden werden lediglich die vom Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz empfohlenen Änderungen gegenüber der ursprünglichen Fassung des Gesetzentwurfs erläutert. Soweit der Ausschuss die unveränderte Annahme des Gesetzentwurf empfiehlt, wird auf die Begründung in Drucksache 18/8210 verwiesen.

A. Allgemeiner Teil

Der Wille des Opfers soll in das Zentrum der Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung gestellt werden. Wird dieser Schutz konsequent ausgestaltet, kann es nicht erforderlich sein, dass der Täter einen entgegenstehenden Willen des Opfers überwinden muss, vielmehr reicht es aus, dass der Wille des Opfers erkennbar ist und der Täter sich darüber hinwegsetzt. Der strafrechtliche Schutz des Rechtsguts der sexuellen Selbstbestimmung darf mit anderen Worten nicht davon abhängen, ob das Opfer es selbst, gegebenenfalls unter hohen Risiken und ohne konkrete Erfolgsaussichten, gegen den Täter verteidigt oder dies zumindest versucht. Setzt sich der Täter über den erkennbaren entgegenstehenden Willen des Opfers hinweg, verletzt er bereits hierdurch und unabhängig von der Motivlage oder etwaigen Verteidigungshandlungen des Opfers dessen Recht auf sexuelle Selbstbestimmung. Im Grundsatz muss ein „Nein“ des Opfers ausreichen und akzeptiert werden. Damit wird die sogenannte Nichteinverständnislösung („Nein-heißt-Nein“-Lösung) implementiert. Gleichzeitig wird so dem Anliegen des Artikel 36 des Übereinkommens des Europarates zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt (ETS 210 – Istanbul-Konvention) besser Rechnung getragen. Darüber hinaus wird der Koalitionsvertrag insoweit umgesetzt, als dass im Sexualstrafrecht inakzeptable Schutzlücken geschlossen und Wertungswidersprü- che beseitigt werden. Zur Umsetzung dieses Zieles wird § 179 StGB (Sexueller Missbrauch widerstandsunfähiger Personen) zukünftig ganz aufgehoben und alle Tathandlungen des sexuellen Übergriffs werden in einer Vorschrift, namentlich in § 177 StGB-E, erfasst, die sowohl für Menschen mit Behinderung als auch für Menschen ohne Behinderung gleichermaßen zur Anwendung kommt. Der Begriff der Vergewaltigung soll deutlich ausgeweitet werden, indem auch Tathandlungen erfasst werden, die nicht mit einer Nötigung des Opfers einhergehen. Hierdurch wird anerkannt, dass sexuelle Übergriffe sich für das Opfer unabhängig von einer Nötigung als eine Form sexueller Gewalt darstellen, auch wenn sich dies aus rein dogmatischer, strafrechtlicher Sicht anders darstellt. Ferner enthält § 184i StGB-E einen neuen Straftatbestand der sexuellen Belästigung. Mit dieser Vorschrift sollen Fälle erfasst werden, die gegenwärtig nicht oder allenfalls im Einzelfall als Beleidigung nach § 185 StGB erfasst werden können, weil sie nicht die von § 184h Nummer 1 StGB vorausgesetzte Erheblichkeitsgrenze erreichen, die für das Vorliegen einer sexuellen Handlung erforderlich wäre. Schließlich wird ein neuer Straftatbestand des § 184j StGB-E empfohlen, mit dem Personen bestraft werden, die in einer Gruppe zusammen eine andere Person bedrängen, um gegen sie die Begehung einer Straftat zu ermöglichen, wenn es zu einer Straftat nach den §§ 177 oder 184i StGB-E kommt. Hierdurch soll dem besonderen Gefahrenpotenzial von Gruppendelikten begegnet werden.

B. Besonderer Teil

Zu Artikel 1 (Änderung des Strafgesetzbuches – StGB)

Zu Nummer 1 (Inhaltsübersicht)

Es handelt sich um redaktionelle Folgeänderungen zur Einfügung von § 184i und § 184j StGB-E sowie zu den Änderungen der §§ 177, 178 und 179 StGB. Die Änderung des Inhaltsverzeichnisses ist wegen der neuen Überschrift des § 177 StGB-E in der Entwurfsfassung (StGB-E – Sexueller Übergriff; sexuelle Nötigung, Vergewaltigung) erforderlich. Die Änderung der Überschrift des § 178 StGB-E stellt sich als redaktionelle Folgeänderung dar. Die Überschrift zu § 179 StGB wird gestrichen.

Zu Nummer 2 (§ 5 Nummer 8 StGB-E)

Es handelt sich um eine Folgeänderung zu der unter Nummer 8 vorgesehenen Streichung von § 179 StGB, der in § 177 StGB-E aufgeht (siehe nachfolgend zu Nummer 6, insbesondere zu § 177 Absatz 2 Nummer 1 StGB-E, und zu Nummer 8).

Zu Nummer 3 (§ 66 Absatz 3 Satz 1 StGB-E)

Es handelt sich um eine Folgeänderung zu der unter Nummer 8 vorgesehenen Streichung von § 179 StGB und des Aufgehens des bislang in § 66 Absatz 3 Satz 1 StGB genannten § 179 Absatz 1 bis 4 StGB in § 177 Absatz 2 Nummer 1 StGB-E, auch in Verbindung mit Absatz 3 (Versuch) und Absatz 6 (besonders schwere Fälle, vgl. bislang auch § 179 Absatz 5 StGB) des § 177 StGB-E (siehe nachfolgend zu Nummer 6, insbesondere zu § 177 Absatz 2 Nummer 1 StGB-E, und zu Nummer 8). Diese Vergehen werden nun anstelle des bisherigen Verweises in den Katalog des § 66 Absatz 3 Satz 1 StGB-E aufgenommen. Nach bisherigem Recht begangene Taten nach § 179 Absatz 1 bis 4 StGB werden von der Übergangsregelung nach Artikel 316g EGStGB-E erfasst (siehe hierzu Artikel 2 Absatz 7, dort auch zu den Vorschriften, die auf den Katalog des § 66 Absatz 3 Satz 1 StGB verweisen und für die die jeweiligen Änderungen ebenfalls gelten).

Zu Nummer 4 (§ 78b Absatz 1 Nummer 1 StGB-E)

Es handelt sich um eine Folgeänderung zu der unter Nummer 8 vorgesehenen Streichung von § 179 StGB, der in § 177 StGB-E aufgeht (siehe nachfolgend zu Nummer 6, insbesondere zu § 177 Absatz 2 Nummer 1 StGB-E, und zu Nummer 8).

Zu Nummer 5 (§ 140 StGB-E)

Es handelt sich um eine Folgeänderung zur Ersetzung von §§ 177, 179 StGB durch den neugefassten § 177 StGB-E. Strafbar ist bisher insoweit die Belohnung und Billigung von Straftaten nach §§ 177 und 178 StGB sowie der Verbrechenstatbestände des § 179 StGB. Folglich sind nunmehr die Verbrechenstatbestände bzw. der besonders schwere Fall des neu gefassten § 177 StGB-E in § 140 StGB aufzuführen, nämlich § 177 Absatz 4 bis 8 StGB-E. Zu Nummer 6 (§ 177 StGB-E)

Zu § 177 Absatz 1 StGB-E

Gemäß § 177 Absatz 1 StGB-E wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren bestraft, wer gegen den erkennbaren Willen einer anderen Person sexuelle Handlungen an dieser Person vornimmt oder von ihr vornehmen lässt oder diese Person zur Vornahme oder Duldung sexueller Handlungen an oder von einem Dritten bestimmt. Absatz 1 erfasst sexuelle Handlungen, mit denen sich der Täter über den entgegenstehenden Willen des Opfers hinwegsetzt und damit das Rechtsgut der sexuellen Selbstbestimmung verletzt. Anknüpfungspunkt für die Strafbarkeit ist damit der erkennbare Wille des Opfers, so dass Artikel 36 der Istanbul-Konvention Rechnung getragen wird. Der Gesetzentwurf greift damit den Gedanken der sogenannten „Nein-heißt-Nein“-Lösung auf. Maßgeblich ist der erkennbare entgegenstehende Wille des Opfers. Ob der entgegenstehende Wille erkennbar ist, ist aus der Sicht eines objektiven Dritten zu beurteilen. Für diesen ist der entgegenstehende Wille erkennbar, wenn das Opfer ihn zum Tatzeitpunkt entweder ausdrücklich (verbal) erklärt oder konkludent (zum Beispiel durch Weinen oder Abwehren der sexuellen Handlung) zum Ausdruck bringt. Unerheblich ist, aus welchen Gründen das Opfer die sexuelle Handlung ablehnt. Der bloße innere Vorbehalt des Opfers ist jedoch nicht maßgeblich. Auch werden Fälle, bei denen die Motivlage des Opfers ambivalent ist, nicht von der Vorschrift erfasst. Denn es ist dem Opfer zuzumuten, dem entgegenstehenden Willen zum Tatzeitpunkt eindeutig Ausdruck zu verleihen (vgl. hierzu auch Hörnle, Menschenrechtliche Verpflichtungen aus der Istanbul-Konvention. Ein Gutachten zur Reform des § 177 StGB, hrsg. vom Deutschen Institut für Menschenrechte, Berlin Januar 2015, Seite 13 ff.). Soweit bestimmte Umstände vorliegen, in denen dies dem Opfer nicht zuzumuten oder faktisch nicht möglich ist, ist Absatz 2 einschlägig. Der Täter erfüllt den Tatbestand, wenn er trotz des objektiv erkennbaren entgegenstehenden Willens die sexuelle Handlung an dem Opfer vornimmt bzw. vornehmen lässt und sich damit über die zum Ausdruck gebrachte sexuelle Selbstbestimmung des Opfers hinwegsetzt. Erfasst werden sexuelle Handlungen, die der Täter an dem Opfer vornimmt oder die der Täter von dem Opfer vornehmen lässt. Darunter fallen auch solche sexuelle Handlungen, die das Opfer an sich selbst vornehmen muss. Darüber hinaus werden sexuelle Handlungen erfasst, die das Opfer an einem Dritten vornehmen muss bzw. von einem Dritten an sich erdulden muss. Geschützt ist die Freiheit des Opfers, jederzeit seinen Willen zu ändern, unabhängig von einer zuvor erteilten Zustimmung, von der Beziehung der Beteiligten oder etwaigen Abreden oder Gegenleistungen. Der subjektive Tatbestand ist erfüllt, wenn es der Täter zumindest billigend in Kauf nimmt, dass die sexuelle Handlung gegen den objektiv erkennbaren entgegenstehenden Willen des Opfers geschieht. Der Strafrahmen reicht von sechs Monaten bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe. Der Umstand, dass sich der Täter über den entgegenstehenden Willen des Opfers hinwegsetzt, spiegelt den Unwert der Missbrauchshandlung angemessen wider. In minder schweren Fällen beträgt die Strafe gemäß § 177 Absatz 9 StGB-E Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu drei Jahren. Damit sollen auch Fallkonstellationen, bei denen das Unrecht der Tat gering ist, einer schuldangemessenen Bestrafung zugeführt werden können. Dies ist insbesondere denkbar, wenn die für das Vorliegen einer sexuellen Handlung erforderliche Erheblichkeitsgrenze aus § 184h Nummer 1 StGB nur geringfügig überschritten wird (Beispiel: Flüchtiges Streicheln des Intimbereiches).

Zu § 177 Absatz 2 StGB-E

Absatz 2 benennt Umstände, unter denen der Täter sich auch dann strafbar machen kann, wenn ein der sexuellen Handlung entgegenstehender Wille des Opfers nicht erkennbar ist. Es handelt sich dabei um Konstellationen, in denen dem Opfer das Erklären eines entgegenstehenden Willens entweder nicht zumutbar ist, so dass selbst eine geäußerte Zustimmung nicht tragfähig wäre, oder ihm das Erklären eines entgegenstehenden Willens objektiv nicht möglich ist. Hinsichtlich der Vornahme bzw. Duldung der sexuellen Handlung wird auf die Ausführungen zu Absatz 1 StGB-E verwiesen. Zu § 177 Absatz 2 Nummer 1 StGB-E Gemäß § 177 Absatz 2 Nummer 1 StGB-E macht sich strafbar, wer ausnutzt, dass das Opfer nicht in der Lage ist, einen entgegenstehenden Willen zu bilden oder zu äußern. Der Täter nutzt eine solche Lage aus, wenn er sie erkennt und sich für die sexuelle Handlung zunutze macht (vgl. Sch/Sch/Eisele, StGB, 29. Auflage, § 177 Rn. 10; SK-Wolters, StGB, 135. Lfg., § 179 Rn. 3). Das Opfer muss zur Bildung oder Äußerung eines Willens absolut unfähig sein. § 177 Absatz 2 Nummer 1 StGB-E greift damit die Fallkonstellationen des § 179 Absatz 1 und 2 StGB (Sexueller Missbrauch widerstandsunfähiger Personen) auf, so dass die Vorschrift im Gegenzug gestrichen werden kann. Auf diese Weise werden sowohl Menschen mit Behinderung als auch Menschen ohne Behinderung zukünftig gleichermaßen von § 177 StGB-E erfasst, ohne dass auf die Begrifflichkeiten der „geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung“ zurückgegriffen werden muss. Die Unfähigkeit des Opfers, einen entgegenstehenden Willen zu bilden oder zu äußern, ist aus objektiver Ex-antePerspektive zu beurteilen. Dies erfasst auch die Fälle, in denen dem Opfer sogenannte K.O.-Tropfen beigebracht worden sind, unabhängig davon, ob dies der Täter selbst getan hat, oder ob es das Opfer in einer solchen Situation vorfindet und dies ausnutzt. Die bloße Hilfsbedürftigkeit oder die bloße Einschränkung der Fähigkeit zur Willensbildung oder -äußerung ist nicht ausreichend (vgl. Fischer, StGB, 63. Auflage, § 179 Rn. 8b; Sch/Sch/Eisele, a. a. O., § 179 Rn. 3; Laubenthal, Handbuch Sexualstraftaten 2012, Rn. 306; MüKo-Renzikowski, StGB, 2. Auflage, § 179 Rn. 18; SK-Wolters, a. a. O., § 179 Rn. 3). Das Strafmaß des Grundtatbestandes reicht von sechs Monaten bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe. Tatmodifikationen, die das Unrecht der Tat vertiefen, finden etwa in § 177 Absatz 4 StGB-E gesonderte Berücksichtigung. In minder schweren Fällen beträgt die Freiheitsstrafe drei Monate bis zu drei Jahren. Mit dem minder schweren Fall soll – anders als bislang – dem Umstand Rechnung getragen werden, dass auch Tathandlungen mit geringerem Unrechtsgehalt einer schuldangemessenen Bestrafung zugeführt werden können.

Zu § 177 Absatz 2 Nummer 2 StGB-E

Gemäß § 177 Absatz 2 Nummer 2 StGB-E wird der Täter bestraft, wenn er ausnutzt, dass die Person aufgrund ihres körperlichen oder psychischen Zustands in der Bildung oder Äußerung des Willens erheblich eingeschränkt ist, es sei denn, er hat sich der Zustimmung der Person zu der sexuellen Handlung versichert. Mit der Nummer 2 wird im Grundsatz das sexuelle Selbstbestimmungsrecht von Personen geschützt, die zwar einen natürlichen Willen bilden oder äußern können, die aber in dieser Fähigkeit erheblich eingeschränkt sind. Das unterscheidet diese Personen von dem Opfer der in der Nummer 1 erfassten Tathandlung; dort muss das Opfer absolut unfähig sein, einen entgegenstehenden Willen zu bilden oder zu äußern. Allerdings muss auch die Einschränkung nach Nummer 2 eine gewisse Erheblichkeit aufweisen, also ins Gewicht fallen. Diese Erheblichkeit liegt vor, wenn die Einschränkung aus objektiver Sicht offensichtlich auf der Hand liegt und sich dem unbefangenen Beobachter ohne Weiteres aufdrängt. Erfasst werden etwa Menschen mit solchen Behinderungen, die mit einer erheblichen Intelligenzminderung einhergehen, aber auch stark betrunkene Menschen, deren Trunkenheitsgrad die Fähigkeit zur Willensbildung oder -äußerung nicht absolut ausschließt. Die erhebliche Einschränkung muss auf den körperlichen oder psychischen Zustand des Opfers zurückgehen. Ein entsprechender körperlicher Zustand liegt vor, wenn ein Gebrechen oder anderes Hemmnis vorliegt, das nicht auf eine psychische Störung zurückzuführen ist. Dass kann etwa eine partielle Lähmung sein. Der Begriff „psychisch“ findet sich bereits in § 171 StGB (Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht) und in § 218c StGB (ärztliche Pflichtverletzung bei einem Schwangerschaftsabbruch). Psychisch bedeutet dasselbe wie das Merkmal „seelisch“ in § 20 StGB. Mit dem 4. StrRG hatte der Gesetzgeber in Bezug auf die damalige Fassung des § 171 StGB (§ 170d StGB a. F.) dem Begriff „psychisch“ den Vorrang vor „seelisch“ eingeräumt, weil man den inhaltlich deckungsgleichen Begriff „seelisch“ als „mit emotionalen und ideologischen Beziehungen behaftet“ betrachtete (vgl. Bundestagsdrucksache VI/3521, Seite 16). Das Wort „psychisch“ stellt klar, dass die Vorschrift nur Zustände meint, die mit medizinisch-psychologischen Kriterien zu fassen sind (vgl. Bundestagsdrucksache VI/3521, a. a. O.; LK-Hörnle, StGB, 12. Auflage, § 171 Rn. 16). Der Begriff erfasst auch sogenannte Geisteskrankheiten, also etwa die angeborene Intelligenzminderung. Der Täter muss den Umstand ausnutzen, dass das Opfer aufgrund seines körperlichen oder psychischen Zustands in der Bildung oder Äußerung des Willens erheblich eingeschränkt ist. Zum Begriff des Ausnutzens wird auf die Ausführungen zu Nummer 1 verwiesen. Nummer 2 schützt zwar einerseits die sexuelle Selbstbestimmung von Menschen, deren Fähigkeit zur Äußerung oder Bildung eines entgegenstehenden Willens erheblich eingeschränkt ist. Andererseits respektiert Nummer 2, dass auch Personen mit der benannten Einschränkung Sexualität leben sollen, wenn dies ihrem natürlichen Willen entspricht. Die Ausübung ihres Sexuallebens ist ebenfalls Ausdruck des Allgemeinen Persönlichkeitsrechts, welches durch Artikel 2 Absatz 1 des Grundgesetzes (GG) in Verbindung mit Artikel 1 Absatz 1 GG geschützt wird. Der Bedeutung des Persönlichkeitsrechts trägt die Vorschrift Rechnung durch die Einschränkung „es sei denn …“. Danach macht sich nicht strafbar, wer sich der Zustimmung der Person zur sexuellen Handlung versichert hat. Die Zustimmung muss Ausdruck eines natürlichen Willens der geschützten Person sein. Der natürliche Wille kann verbal oder konkludent (zum Beispiel durch sexualisierte Berührungen die die geschützte Person freiwillig an der handelnden Person vornimmt) erklärt werden. Er muss aus objektiver Sicht eindeutig sein. Ambivalente Erklärungen der geschützten Person sind nicht ausreichend. Dies ergibt sich bereits daraus, dass sich der Handelnde der Zustimmung versichern muss, dass also kein vernünftiger Zweifel an der Zustimmung bestehen darf. Die erforderliche Zustimmung fehlt auch dann, wenn sie zunächst erteilt wird, dann aber während der sexuellen Handlung von der geschützten Person ausdrücklich oder konkludent zurückgenommen wird. In diesem Fall macht sich strafbar, wer die Rücknahme der Zustimmung ignoriert. Auf die Willensbekundung einer anderen Person (zum Beispiel Betreuer, Angehörige) kommt es nicht an. Die handelnde Person muss sich der Zustimmung der geschützten Person versichern. Das bedeutet, dass die Zustimmung vor der jeweiligen sexuellen Handlung ausdrücklich oder konkludent eingeholt werden muss. Anders als in Absatz 1 wird insoweit die sogenannte „Nur-Ja-heißt-Ja“-Lösung umgesetzt, bei der jede einzelne sexuelle Handlung – auch innerhalb ein und desselben Geschlechtsaktes (zum Beispiel: Streicheln der Brust, dann Streicheln des Intimbereiches etc.) – vorab zwischen den beteiligten Sexualpartnern konsentiert sein muss. Dies ist aufgrund der erhöhten Schutzbedürftigkeit der Personengruppe anders als bei Personen, die zur freien Willensbildung und -äußerung in der Lage sind, erforderlich. Aus diesem Gedanken heraus macht sich der Handelnde grundsätzlich auch dann strafbar, wenn die geschützte Person zwar im Nachhinein auf der Grundlage eines natürlichen Willens kundtut, dass sie die sexuelle Handlung freiwillig vorgenommen habe, der Beschuldigte sich hierüber aber nicht vorab versichert hat. Denn der Verzicht auf die vorherige Konsentierung birgt die abstrakte Gefahr, dass die geschützte Person in ihrer sexuellen Selbstbestimmung verletzt wird. Der Umstand, dass im Nachhinein die Freiwilligkeit vom Opfer bekundet wird, kann aber in der Strafzumessung Berücksichtigung finden. In der Regel werden diese Fälle allerdings keine Bedeutung erlangen, weil bei diesen Fällen zum einen eine eindeutige konkludente Zustimmung des Opfers naheliegt und der Handelnde die Lage des Opfers in der Regel nicht ausnutzen wird. Im Hinblick auf das Strafmaß wird auf die Ausführungen zur Nummer 1 verwiesen.

Zu § 177 Absatz 2 Nummer 3 StGB-E

Gemäß § 177 Absatz 2 Nummer 3 StGB-E macht sich der Täter strafbar, wenn er für die Tatbegehung ein Überraschungsmoment ausnutzt. Die sexuelle Handlung des Täters muss das Opfer unvorbereitet treffen, d. h. das Opfer erwartet in der konkreten Situation keinen sexuellen Angriff, und der Täter nutzt diesen Umstand aus (zum Tatbestandsmerkmal des Ausnutzens siehe oben Nummer 1). Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn fremde Täter in der Öffentlichkeit plötzlich an das Geschlechtsteil des Opfers fassen, soweit hierin eine sexuelle Handlung nach § 184h Nummer 1 StGB zu sehen ist. Die überraschende sexuelle Handlung kann aber auch im nicht-öffentlichen Raum und zwischen Personen, die sich kennen, erfolgen. Das Überraschungsmoment wird von dem Täter auch ausgenutzt, wenn das Opfer im letzten Moment zwar noch des sexuellen Übergriffs gewahr wird und noch einen entgegenstehenden Willen bilden, diesen aber nicht mehr dergestalt äußern kann, dass Absatz 1 einschlägig wäre bzw. den kurzfristig gebildeten entgegenstehenden Willen in der Überrumpelungssituation nicht mehr durchsetzen kann. Insbesondere hierdurch unterscheidet sich die Nummer 3 von den Voraussetzungen der Nummer 1, bei der dem Opfer die Willensbildung oder -äußerung unmöglich sein muss. Das Strafmaß reicht von sechs Monaten bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe. Zusätzlich ist für minder schwere Fälle in § 177 Absatz 9 StGB-E ein Strafrahmen von drei Monaten bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe vorgesehen. Die Strafrahmen für das Grunddelikt und den minder schweren Fall berücksichtigen, dass der Tatbestand weit gefasst ist und dadurch auch Taten mit geringerem Unwert strafbegründend sein können. Aufgrund der Regelung für minder schwere Fälle ist die Verhängung einer schuldangemessenen Strafe auch dann möglich, wenn zum Beispiel die sexuelle Handlung nur geringfügig über der Erheblichkeitsgrenze des § 184h Nummer 1 StGB-E liegt.

Zu § 177 Absatz 2 Nummer 4 StGB-E

Gemäß § 177 Absatz 2 Nummer 4 StGB-E macht sich strafbar, wer eine Lage ausnutzt, in der dem Opfer bei Widerstand ein empfindliches Übel droht. Die Vorschrift greift den Begriff des „empfindlichen Übels“ aus § 240 StGB auf. Unter Übel ist jede – über bloße Unannehmlichkeiten hinausgehende – Einbuße an Werten oder Zu-fügung von Nachteilen zu verstehen, was dann als empfindlich zu betrachten ist, wenn der drohende Verlust oder der zu befürchtende Nachteil geeignet ist, einen besonnenen Menschen zu dem mit der Drohung erstrebten Verhalten zu bestimmen (Sch/Sch/Eisele, a. a. O., § 240 Rn. 9). Dieses empfindliche Übel muss dem Opfer objektiv drohen, wobei der Täter damit aber nicht ausdrücklich drohen muss. Damit werden insbesondere die „Klima-der-Gewalt“-Fälle erfasst. Zum Begriff des Ausnutzens wird auf Nummer 1 verwiesen. Der Strafrahmen reicht von sechs Monaten bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe. In einem minder schweren Fall reicht der Strafrahmen von drei Monaten bis zu drei Jahren, um auch geringfügigeres Unrecht schuldangemessen bestrafen zu können.

Zu § 177 Absatz 2 Nummer 5 StGB-E

Gemäß § 177 Absatz 2 Nummer 5 StGB-E macht sich strafbar, wer die Person zur Vornahme oder Duldung der sexuellen Handlung durch Drohung mit einem empfindlichen Übel genötigt hat. Die Vorschrift orientiert sich an § 240 Absatz 1 und Absatz 4 Satz 2 Nummer 1 StGB. Im Gegenzug soll § 240 Absatz 4 Satz 2 Nummer 1 StGB gestrichen werden. Im Unterschied zu den übrigen Nummern des § 177 Absatz 2 StGB-E muss der Täter das Opfer nötigen, also einen entgegenstehenden Willen des Opfers durch Zwang brechen, indem er dem Opfer ein empfindliches Übel in Aussicht stellt. Die Voraussetzungen zu den Tatbestandsmerkmalen des Nötigens mit einem empfindlichen Übel entsprechen den diesbezüglich aus § 240 StGB bekannten Tatbestandsvoraussetzungen. Der Strafrahmen reicht von sechs Monaten bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe und nimmt damit den Strafrahmen des § 240 Absatz 1 und 4 Satz 2 Nummer 1 StGB auf. In einem minder schweren Fall reicht der Strafrahmen von drei Monaten bis zu drei Jahren, um auch geringfügigeres Unrecht schuldangemessen bestrafen zu können. Zu § 177 Absatz 3 StGB-E Gemäß § 177 Absatz 3 StGB-E ist der Versuch der Begehung der Grundtatbestände des § 177 Absatz 1 oder 2 StGB-E strafbar. Zu § 177 Absatz 4 StGB-E Gemäß § 177 Absatz 4 StGB-E ist auf Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr zu erkennen, wenn die Unfähigkeit, einen Willen zu bilden oder zu äußern, auf einer Krankheit oder Behinderung des Opfers beruht. Es handelt sich um eine Qualifikation, die sich ausschließlich auf das Grunddelikt aus § 177 Absatz 2 Nummer 1 StGB-E bezieht. Der Zustand muss auf einer vorübergehenden oder dauerhaften körperlichen oder psychischen Krankheit oder Behinderung basieren. Menschen sind gemäß § 2 SGB IX behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweicht und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist. Die Sozialgerichte definieren Krankheit als einen regelwidrigen Körper- oder Geisteszustand, der Behandlungsbedürftigkeit und/oder Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat. Der Täter verwirklicht besonderes Unrecht, wenn er die sexuelle Selbstbestimmung dieser Personengruppe verletzt, weil Krankheit oder Behinderung eine besondere Schutzbedürftigkeit begründen. Nicht von der Qualifikation erfasst sind Personen, die sich zum Beispiel durch Rauschmittel oder Alkohol in einen Zustand der absoluten Unfähigkeit zur Willensbildung oder -äußerung bringen. Der Strafrahmen reicht von einem Jahr bis zu fünfzehn Jahren Freiheitsstrafe. In minder schweren Fällen reicht der Strafrahmen gemäß § 177 Absatz 9 StGB-E von sechs Monaten bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe.

Zu § 177 Absatz 5 StGB-E

§ 177 Absatz 5 StGB-E stellt eine Qualifikation zu den Grundtatbeständen aus § 177 Absatz 1 oder 2 StGB-E dar. Inhaltlich orientiert sich die Qualifikation an der gegenwärtigen Ausgestaltung des § 177 Absatz 1 StGB, wobei allerdings nicht erforderlich ist, dass der Täter das Opfer nötigt. Der Strafrahmen reicht von einem Jahr bis zu fünfzehn Jahren Freiheitsstrafe. In minder schweren Fällen reicht der Strafrahmen gemäß § 177 Absatz 9 StGB-E von sechs Monaten bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe. Zu § 177 Absatz 5 Nummer 1 StGB-E Nach Nummer 1 verwirklicht der Täter die Qualifikation, wenn er gegenüber dem Opfer Gewalt anwendet. Die Voraussetzung ist zum Beispiel erfüllt, wenn der Täter den entgegenstehenden Willen mit Gewalt bricht. Die Gewalt muss vom Täter aber nicht eingesetzt werden, um die sexuelle Handlung zu erzwingen. Es genügt, wenn er sie zum Tatzeitpunkt zu anderen Zwecken einsetzt (Beispiel: Das Opfer lehnt die sexuelle Handlung verbal ab. Der Täter streichelt das Opfer gleichwohl im Intimbereich und schlägt dabei zur Luststeigerung auf das Opfer ein. Der Täter verwirklicht § 177 Absatz 1 und Absatz 5 Nummer 1 StGB-E). Gewalt in diesem Sinne wendet auch derjenige an, der einem anderen heimlich oder gegen seinen Willen ein Rausch-, Betäubungs-, oder Schlafmittel  verabreicht (MüKo-Renzikowski, a. a. O., § 177 Rn. 26). Die Gewalt kann auch bereits Teil der sexuellen Handlung sein und muss dieser nicht vorausgehen, um sie erst zu ermöglichen. Der Täter muss die Gewalt gegen das Opfer richten. Nicht ausreichend ist es, wenn der Täter einen Dritten mit Gewalt überzieht und die sexuelle Handlung an dem Opfer vornimmt.

Zu § 177 Absatz 5 Nummer 2 StGB-E

Gemäß der Nummer 2 verwirklicht der Täter die Qualifikation, wenn er dem Opfer mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben droht. Diese Voraussetzung ist zum Beispiel erfüllt, wenn der Täter den entgegenstehenden Willen des Opfers durch Drohung mit Gewalt bricht. Zwischen der Drohung und der sexuellen Handlung muss aber kein finaler Zusammenhang bestehen. Eine zeitlich vor der sexuellen Handlung ausgesprochene Drohung kann daher zum Tatzeitpunkt fortwirken (Beispiel: Der Täter droht dem in seiner Intelligenz erheblich geminderten Opfer damit, es grün und blau zu schlagen, wenn es nicht mache, was er sage. Nach einiger Zeit nimmt der Täter an dem Opfer sexuelle Handlungen vor, ohne seine Drohung zu erneuern. Er nimmt dabei billigend in Kauf, dass das Opfer noch unter dem Eindruck der vorangegangenen Drohungen steht und sich deshalb fügt. Der Täter verwirklicht § 177 Absatz 2 Nummer 2 und Absatz 5 Nummer 2 StGB-E). Dasselbe gilt, wenn der Täter die Drohung zunächst zu anderen Zwecken einsetzt und sich die dadurch geschaffene Furchtsituation zu Nutze macht (Beispiel: Der Täter droht dem Opfer Schläge an, wenn es nicht mit ihm reden will. Das Opfer redet daraufhin mit dem Täter, lehnt aber die Vornahme sexueller Handlungen ausdrücklich ab. Der Täter nimmt diese gleichwohl an dem Opfer vor und nimmt dabei billigend in Kauf, dass das Opfer noch unter dem Eindruck der vorangegangenen Drohung steht und davon ausgeht, dass es geschlagen werde, wenn es sich wehrt. Der Täter verwirklicht § 177 Absatz 1 und Absatz 5 Nummer 2 StGB-E). Die Qualifikation erlangt insbesondere Bedeutung für den Grundtatbestand aus § 177 Absatz 2 Nummer 5 StGB-E, bei dem der Täter lediglich mit einem empfindlichen Übel drohen muss. Im Gegensatz dazu erfordert die Qualifikation ein Drohen mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben. Die Drohung muss sich stets gegen das Opfer richten. Nicht ausreichend ist es, wenn der Täter einer dritten Person droht.

Zu § 177 Absatz 5 Nummer 3 StGB-E

Nach der Nummer 3 verwirklicht der Täter die Qualifikation, wenn er eine Lage ausnutzt, in der das Opfer der Einwirkung des Täters schutzlos ausgeliefert ist. Die Qualifikation entspricht inhaltlich dem Ausnutzen der schutzlosen Lage im bisher geltenden § 177 Absatz 1 Nummer 3 StGB. Es muss sich daher um eine objektiv schutzlose Lage handeln, die dazu führt, dass die Schutzund Verteidigungsmöglichkeiten des Opfers in einem solchen Maß vermindert sind, dass es dem ungehemmten Einfluss des Täters preisgegeben ist (vgl. LK-Hörnle, a. a. O., § 177 Rn. 98; Sch/Sch/Eisele, a. a. O., § 177 Rn. 9; SK-Wolters, a. a. O., § 177 Rn. 13b; Laubenthal, a. a. O., Rn. 208; MüKo-Renzikowski, a. a. O., § 177 Rn. 43). Das Opfer muss davon ausgehen, dass es mit Körperverletzungs- oder Tötungsdelikten zu rechnen hat, wenn es sich gegen die sexuelle Handlung wendet. Die Qualifikation ist zum Beispiel erfüllt, wenn der Täter nachts in einem einsamen Park sexuelle Handlungen an dem Opfer vornimmt, obwohl diese vom Opfer ausdrücklich verbal zurückgewiesen wurden (§ 177 Absatz 1 in Verbindung mit Absatz 5 Nummer 3 StGB-E). Ferner ist die Qualifikation einschlägig, wenn das Opfer in der geschilderten Situation derart starr vor Schreck ist, dass ihm die Äußerung eines entgegenstehenden Willens nicht möglich ist (§ 177 Absatz 2 Nummer 1 in Verbindung mit Absatz 5 Nummer 3 StGB-E). Hierbei sind an die Opfer keine unrealistischen Anforderungen zu stellen. Es muss insbesondere nicht weitere Risiken eingehen oder sich gegenüber Dritten in seiner vulnerablen Situation offenbaren.

Zu § 177 Absatz 6 StGB-E

§ 177 Absatz 6 StGB-E beinhaltet den Straferschwerungsgrund des besonders schweren Falles. Er enthält zwei benannte besonders schwere Fälle und sieht bezogen auf die Grundtatbestände des § 177 Absatz 1 oder 2 StGB-E jeweils einen Strafrahmen nicht unter zwei Jahren vor.

Zu § 177 Absatz 6 Satz 2 Nummer 1 StGB-E

Nach dieser Vorschrift liegt ein besonders schwerer Fall in der Regel vor, wenn der Täter mit dem Opfer den Beischlaf vollzieht oder vollziehen lässt oder ähnliche sexuelle Handlungen an dem Opfer vornimmt oder von ihm vornehmen lässt, die dieses besonders erniedrigen, insbesondere, wenn sie mit einem Eindringen in den Körper verbunden sind (Vergewaltigung). Der besonders schwere Fall orientiert sich an der gegenwärtigen Regelung des § 177 Absatz 2 Nummer 1 StGB, wobei zusätzlich der Beischlaf oder ähnliche sexuelle Handlungen erfasst werden, die das Opfer an einem Dritten oder an sich selbst vornimmt. Der besonders schwere Fall begründet für die Grundtatbestände der Absätze 1 oder 2 jeweils die Tathandlung der Vergewaltigung. Anders als bislang ist die Vergewaltigung nicht mehr davon abhängig, dass der Täter das Opfer durch Gewalt, durch Drohung mit Gewalt oder durch das Ausnutzen einer schutzlosen Lage nötigt. Eine Vergewaltigung liegt vielmehr auch dann vor, wenn der Täter ohne eine Nötigung die Voraussetzungen der Absätze 1 oder 2 erfüllt (Beispiel: Das Opfer lehnt die sexuelle Handlung ausdrücklich ab. Der Täter übt gleichwohl den Beischlaf an dem Opfer aus). Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass ein sexueller Übergriff, der mit einem Beischlaf oder einer ähnlichen sexuellen Handlung verbunden ist, vom Opfer als eine Form sexualisierter Gewalt empfunden wird und zwar unabhängig davon, ob „Gewalt“ im strafrechtlichen Sinne ausgeübt wurde.

Zu § 177 Absatz 6 Satz 2 Nummer 2 StGB-E

Nach dieser Vorschrift liegt ein besonders schwerer Fall vor, wenn die Tat von mehreren gemeinschaftlich begangen wird. Das Regelbeispiel bildet das Regelbeispiel des § 177 Absatz 2 Nummer 2 StGB inhaltlich identisch ab. Erforderlich ist das aktive Zusammenwirken von mindestens zwei Personen als Täter einer Tat (Fischer, a. a. O., § 177 Rn. 73).

Zu § 177 Absatz 7 StGB-E

Gemäß § 177 Absatz 7 StGB-E erfüllt der Täter eine Qualifikation, wenn er eine Waffe oder ein anderes gefährliches Werkzeug bei sich führt (Nummer 1), sonst ein Werkzeug oder Mittel bei sich führt, um den Widerstand einer anderen Person durch Gewalt oder Drohung mit Gewalt zu verhindern oder zu überwinden (Nummer 2), oder das Opfer in die Gefahr einer schweren Gesundheitsschädigung bringt (Nummer 3). Die Voraussetzungen entsprechen den Tatbestandsmerkmalen des § 177 Absatz 3 StGB inhaltlich vollständig. Im Unterschied zur gegenwärtigen Gesetzesfassung bezieht sich die Qualifikation nicht nur auf den Nötigungstatbestand (vergleichbar: § 177 Absatz 2 Nummer 5 StGB-E) und auf Fälle, in denen das Opfer absolut widerstandsunfähig ist (vergleichbar: § 177 Absatz 2 Nummer 1 StGB-E), sondern auch auf die Missbrauchstatbestände (§ 177 Absatz 1 und Absatz 2 Nummer 2, 3 und 4 StGB-E). Denn auch wenn der Täter gegen den erkennbaren Willen des Opfers handelt (§ 177 Absatz 1 StGB-E) oder wenn er den Umstand ausnutzt, dass das Opfer aufgrund seines körperlichen oder psychischen Zustands in der Bildung oder Äußerung des Willens erheblich eingeschränkt ist (§ 177 Absatz 2 Nummer 2 StGB-E), oder wenn der Täter ein Überraschungsmoment ausnutzt (§ 177 Absatz 2 Nummer 3 StGB-E), oder wenn er eine Lage ausnutzt, in der dem Opfer bei Widerstand ein empfindliches Übel droht (§ 177 Absatz 2 Nummer 4 StGB-E), geht von dem bewaffneten bzw. mit Werkzeugen oder Mitteln ausgestatteten Täter ein erhöhtes Gefahrenpotenzial aus. Die Annahme einer Qualifikation ist dar- über hinaus erst recht gerechtfertigt, wenn der Täter das Opfer durch die Tat in die Gefahr einer schweren Gesundheitsschädigung bringt (Beispiel: Der an Tuberkulose erkrankte Täter nimmt sexuelle Handlungen an dem Opfer vor, welches sich zuvor ausdrücklich gegen die sexuelle Handlung ausgesprochen hatte, § 177 Absatz 1 und 7 Nummer 3 StGB-E). Vor dem aufgezeigten Hintergrund ist die Verhängung einer Freiheitsstrafe von nicht unter drei Jahren tat- und schuldangemessen. In minder schweren Fällen beträgt die Freiheitsstrafe ein Jahr bis zehn Jahre. Auf diese Weise können auch solche Handlungen einer schuldangemessenen Bestrafung zugeführt werden, bei denen das Unrecht der Tat nicht so schwerwiegend ist (Beispiel: Der Täter streichelt das Opfer gegen seinen erkennbaren Willen im Intimbereich, einen Schraubendreher, den er wegen seiner beruflichen Arbeit in seiner Jackentasche bei sich trägt, will er aber nicht als gefährliches Werkzeug einsetzen).

Zu § 177 Absatz 8 StGB-E

Gemäß § 177 Absatz 8 StGB-E erfüllt der Täter eine Qualifikation, wenn er bei der Tat eine Waffe oder ein anderes gefährliches Werkzeug verwendet (Nummer 1) oder wenn er das Opfer bei der Tat körperlich schwer misshandelt (Nummer 2 Buchstabe a) bzw. durch die Tat in die Gefahr des Todes bringt (Nummer 2 Buchstabe b). Die Voraussetzungen entsprechen den Tatbestandsmerkmalen des § 177 Absatz 4 StGB. Ebenso wie bei § 177 Absatz 7 StGB-E bezieht sich die Qualifikation zusätzlich zur gegenwärtigen Rechtslage auch auf die Missbrauchstatbestände des § 177 Absatz 1 StGB-E sowie auf § 177 Absatz 2 Nummer 2, 3 und 4 StGB-E. Auch insoweit geht von dem Täter, der bei der Tat eine Waffe etc. verwendet, ein erhöhtes Gefahrenpotenzial aus, so dass der Strafrahmen von fünf bis fünfzehn Jahren Freiheitsstrafe gerechtfertigt ist. Dies gilt dar- über hinaus auch, wenn der Täter das Opfer bei der Tat körperlich schwer misshandelt oder durch die Tat in die Gefahr des Todes bringt. Für minder schwere Fälle sieht § 177 Absatz 9 StGB-E einen Strafrahmen von einem Jahr bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe vor.

Zu § 177 Absatz 9 StGB-E

§ 177 Absatz 9 StGB-E enthält minder schwere Fälle für die Grunddelikte aus § 177 Absatz 1 und 2 StGB-E und für die Qualifikationen der § 177 Absatz 4 und 5 StGB-E sowie § 177 Absatz 7 und 8 StGB-E. Zu Nummer 7 (§ 178 StGB-E) Die Überschrift sowie der Normtext werden um den Begriff des sexuellen Übergriffs ergänzt. Es handelt sich dabei um redaktionelle Folgeänderungen.

Zu Nummer 8 (§ 179 StGB-E)

Die Vorschrift wird gestrichen, da ihr Regelungsgehalt von § 177 Absatz 2 Nummer 1 StGB-E in Verbindung mit den entsprechenden Straferschwerungsgründen erfasst wird. Zu Nummer 9 (§ 184i und § 184j StGB-E) Die folgenden neuen Straftatbestände sollen zur Verbesserung des Schutzes der sexuellen Selbstbestimmung Eingang in das Strafgesetzbuch erhalten.

Zu § 184i StGB-E

Mit dem Tatbestand der sexuellen Belästigung werden Handlungen erfasst, die zwar keine sexuellen Handlungen im Sinne des § 184h Nummer 1 StGB darstellen, weil sie die Erheblichkeitsgrenze nicht erreichen, die aber gleichwohl das Opfer sexuell belästigen. Gemäß § 184h Nummer 1 StGB sind sexuelle Handlungen nur solche, die im Hinblick auf das jeweils geschützte Rechtsgut von einiger Erheblichkeit sind. Die Frage der Erheblichkeit bemisst sich danach, ob das Rechtsgut im Hinblick auf Art, Intensität, Dauer und die sonstigen konkreten Umstände, wie der Handlungsrahmen und die Beziehungen zwischen den Beteiligten, hinreichend beeinträchtigt ist (vgl. Sch/Sch/Eisele, StGB, 29. Auflage, § 184g Rn. 15a; LK-Laufhütte / Roggenbuck, StGB, 12. Auflage, § 184g Rn. 12; MüKo-Hörnle, StGB, 2. Auflage, § 184g Rn. 18; Fischer, StGB, 63. Auflage, § 184h Rn. 5; BGH NStZ 92, 432; 12, 270; NStZ-RR 07, 13). Es besteht damit in der Praxis ein erheblicher Beurteilungsspielraum, wobei sich die Wertung an sozialethischen Maßstäben orientiert (vgl. Fischer, a. a. O.; Sch/Sch/Eisele, a. a. O., Rn. 15). Auf dieser Grundlage hat die Rechtsprechung entschieden, dass zum Beispiel der flüchtige Griff an die Genitalien einer bekleideten Person (BGH, Urteil vom 13. Juli 1951 – 2 StR 275/51, in: BGH St 1, 293, 298) sowie das Berühren im Vaginalbereich über der Kleidung (BGH, Beschluss vom 21. September 2005 – 2 StR 311/5, Rn. 8, zitiert nach Juris) im Hinblick auf ihre Erheblichkeit nicht zwingend sexuelle Handlungen im Sinne des § 184h Nummer 1 StGB darstellen. Dasselbe gilt für das Küssen des Nackens, der Haare und des Kopfes der von hinten umfassten Geschädigten sowie das feste Drücken der behandschuhten Hand der Geschädigten auf das Geschlechtsteil des Beschuldigten (vgl. BGH, Beschluss vom 12. August 1992 – 3 StR 318/92, Rn. 3, zitiert nach Juris). Mit § 184i StGB-E wird sichergestellt, dass derartige Handlungen, die die Schwelle der sexuellen Erheblichkeit nicht erreichen, zukünftig strafrechtlich zweifelsfrei erfasst werden. Denn die Handlungen sind geeignet, das Rechtsgut der sexuellen Selbstbestimmung in einem Ausmaß zu tangieren, dass sie als strafwürdig anzusehen sind.

Zu § 184i Absatz 1 StGB-E

Gemäß § 184i Absatz 1 StGB-E macht sich strafbar, wer eine andere Person in sexuell bestimmter Weise körperlich berührt und dadurch belästigt. Der Täter muss auf das Opfer unmittelbar körperlich einwirken. Hierfür ist der Kontakt des Täters mit seinem eigenen Körper am Körper des Opfers erforderlich. Verbale Einwirkungen auf das Opfer werden nicht erfasst. Die körperliche Berührung erfolgt in sexuell bestimmter Weise, wenn sie sexuell motiviert ist. Das ist naheliegend, wenn der Täter das Opfer an den Geschlechtsorganen berührt oder Handlungen vornimmt, die typischerweise eine sexuelle Intimität zwischen den Beteiligten voraussetzen (zum Beispiel Küssen des Mundes oder des Halses, „Begrapschen“ des Gesäßes). Die Berührung muss zu einer sexuellen Belästigung des Opfers führen. Die Belästigung setzt voraus, dass die Handlung das Opfer in seinem Empfinden nicht unerheblich beeinträchtigt. Im Falle der Begehungsvarianten des § 177 StGB-E (Handlung gegen den erkennbaren Willen des Opfers oder unter Ausnutzung bestimmter Situationen) ist in der Regel von einer solchen Belästigung auszugehen. An einer Belästigung fehlt es, wenn die betroffene Person einwilligt oder der Vorgang bei ihr nur Interesse, Verwunderung oder Vergnügen auslöst (vgl. Fischer, a. a. O., § 183 Rn. 6; Sch/Sch/Eisele, a. a. O., § 183 Rn. 4; MüKo-Hörnle, a. a. O., § 183 Rn. 10). „Sexuell“ ist die Belästigung, wenn sie die sexuelle Selbstbestimmung des Opfers tangiert. Es ist Ausdruck der sexuellen Selbstbestimmung, derartige Handlungen zuzulassen oder abzulehnen. Nimmt der Täter solche Handlungen vor, ohne dass das Opfer eine diesbezügliche Entscheidung treffen kann, bzw. setzt er sich über eine ablehnende Entscheidung des Opfers hinweg, verletzt er die sexuelle Selbstbestimmung des Opfers. Bloße Ärgernisse, Ungehörigkeiten oder Distanzlosigkeiten wie zum Beispiel das einfache In-den-Arm-Nehmen oder der schlichte Kuss auf die Wange sind demgegenüber nicht ohne Weiteres dazu geeignet, die sexuelle Selbstbestimmung zu beeinträchtigen. Insoweit sind andere Bereiche des Allgemeinen Persönlichkeitsrechts aus Artikel 2 Absatz 1 GG in Verbindung mit Artikel 1 Absatz 1 GG betroffen, die nicht zum engeren Kern der sexuellen Selbstbestimmung gehören. Der Strafrahmen reicht von Geldstrafe bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe und orientiert sich an dem Strafrahmen des Tatbestandes der Beleidigung gemäß § 185 StGB. § 184i StGB-E greift nur subsidiär ein, wenn die Tat nicht in anderen Vorschriften, die eine vergleichbare Schutzrichtung aufweisen, mit schwerer Strafe bedroht ist. Das ist insbesondere denkbar, wenn der sexuellen Belästigung eine sexuelle Handlung im Sinne des § 184h Nummer 1 StGB zugrunde liegt.

Zu § 184i Absatz 2 StGB-E

Gemäß § 184i Absatz 2 StGB-E reicht die Freiheitsstrafe in besonders schweren Fällen von drei Monaten bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn die Tat von mehreren gemeinschaftlich begangen wird, da hierdurch das Unrecht der Tat erhöht wird. Zu § 184i Absatz 3 StGB-E Die Vorschrift ist als Antragsdelikt ausgestaltet, da sie sich grundsätzlich dadurch auszeichnet, dass sie in erster Linie die Intimsphäre und damit einen ausgesprochenen Privatbereich des Opfers tangiert. Die Frage der Verfolgung der Straftat soll daher vorrangig von der Entscheidung des Opfers abhängen. Eine Ausnahme besteht dann, wenn die Strafverfolgungsbehörde wegen des besonderen Interesses an der Strafverfolgung ein Einschreiten von Amts wegen für geboten hält.

Zu § 184j StGB-E

Gemäß § 184j StGB-E macht sich strafbar, wer eine Straftat dadurch fördert, dass er sich an einer Personengruppe beteiligt, die eine andere Person zur Begehung einer Straftat bedrängt, wenn von einem Beteiligten der Gruppe eine Straftat nach den §§ 177 oder 184i StGB-E begangen wird und die Tat nicht in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist.

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„Ich würde nie mit einem Mann bei einem ersten Date schlafen, aber ich will, dass er es versucht“

Ich habe mal wieder in die alte „Interview mit Dating Gurus“-Reihe von David DeAngelo reingehört, in der er verschiedene Leute, die mit dem Bereich Pickup oder Flirten oder entsprechenden Grundlagen in Verbindung stehen, interviewt.

Da stellte einer der Interviewten dar, dass Frauen im Flirtbereich häufig geradezu eisern passiv sind und häufig sich bestimmte Zeitrahmen oder ähnliches für Sex gesetzt hätten, die aber nicht gleichbedeutend damit sind, dass in dieser Zeit nichts sexuelles stattfinden soll.

Zum ersten Punkt meinte er, dass eine Frau auf einem Date die ganze Zeit denken kann, dass der Mann doch nun langsam mal etwas machen sollte und letztendlich der Mann an Attraktivität verliert, wenn sie merken, dass er nichts macht. Er ist dann im Prinzip ein Feigling oder hat keine Ahnung von Frauen. Man darf getrost bei Freundinnen über ihn lästern, obwohl die Frau selbst eben so passiv geblieben ist, wie er selbst.

Grund für diese Passivität sei häufig, dass die Frau eben davon ausgeht, dass es Aufgabe des Mannes ist, die Eskalation zu betreiben und das Ganze auch unter dem Punkt, dass man auch damit einen Schlampenruf vermeidet, behandelt wird. Nur wenn der Mann aktiv ist, kann man eben in der Rolle der Abwehrenden, aber auch etwas zulassenden bleiben. Man kann also wesentlich besser das Tempo der Interaktion steuern, in dem man an den passenden Stellen bremst als wenn man selbst diejenige ist, die aktiv ist. Es spielt insofern in die klassische Rolle hinein, dass sie diejenige ist, die erobert wird.

In der feministischen Theorie wird hingegen gern mit starren Regeln gearbeitet:

  • Bei No means No muss der Mann ein Nein als Botschaft sehen, dass sie die Interaktion insgesamt nicht möchte oder jedenfalls vor einem Fortsetzen genau mit ihr dessen Umfang abklären
  • Bei Yes means Yes muss er sie explizit fragen, ob sie dieses oder jenes möchte
  • und bei „enthusiastic consent“, also enthusiatischer Zustimmung, muss sie nicht nur zustimmen, sondern man muss auch feststellen, dass sie die jeweilige wirklich will und dies mit erkennbarer Freude.

In all diesen Modellen ist kein Platz für das Konzept „ich will, dass er mich zu erobern versucht, dass eine gewisse sexuelle Spannung vorliegt, dass sexuelle Energie im Raum ist, bei der ich etwas zulasse, aber nur so lange und so weit, wie ich es will, aber ohne es auszusprechen, sondern einfach als Prozess“

Der Interviewte teilte dann noch mit, wie eine Freundin es ihm gegenüber mal formuliert hatte:

Ich würde nie mit einem Mann bei einem ersten Date schlafen, aber ich will, dass er es versucht

Ich glaube, dass da ziemlich viele Frauen zustimmen würden. Wenn sie von einem ersten Date hören, dass wie folgt geschildert wird:

Er war voller Begierde und wollte mich. Erst legte er seinen Arm um mich, dann küsste er mich, seine Hand war erst an meiner Seite und wanderte dann langsam hoch, aber es war das erste Date und so einfach wollte ich es ihm nicht machen, ich habe seine Hand wieder etwas weggeschoben, aber ich habe gemerkt, wie sehr er mich wollte und seine Küsse und Berührungen haben mich auch immer heißer gemacht, bis seine Hände schließlich wieder auf meinen Brüsten lagen und er sie leicht knete, während er mich küsste. Ich konnte schon fast nicht mehr, weil es sich so gut anfühlte, aber beim ersten Date schlafe ich nicht mit einem Mann und ich habe dann seine Hände wieder runtergeschoben, damit es nicht zu heiß wird. Irgendwann hatte ich nur noch meine Unterwäsche an, es ist irgendwie passiert und er wollte mir auch den BH ausziehen, aber es war ja das erste Date, ich habe ihn nur die Körbchen etwas runterschieben lassen und es war unglaublich, wie er leicht an meinen Nippeln saugte und seine Hand gleichzeitig meine Seite entlang strich. Irgendwann musste ich den BH wieder hochziehen und seine Hand wegschieben, er hat gemerkt, dass ich super erregt war und ich habe auch gespürt, wie erregt er war, es war aber genug für den ersten Abend.

dann würden die meisten Frauen es wohl durchaus als gelungenes erstes Date ansehen, bei dem eine Menge sexueller Spannung in der Luft lag, man etwas rumgemacht hat und sie gleichzeitig auch gemerkt hat, dass er ihre Grenzen akzeptiert, auch wenn er immer wieder trotz ihrer gegenteiligen Aktionen gewisse Grenzen auf die richtige Weise überschritten hat. Man kann dagegen andere Szenarien setzen, bei denen sie merkt, dass er bei solchen Unterbrechungen sauer wird oder es nicht akzeptiert, dass sie bestimmte Sachen nicht möchte oder es keine sexuelle Spannung innerhalb ihrer Grenzen, sondern tatsächliche Abwehr ihrerseits von Sachen, die ihr unangenehm sind, und bei denen er es nicht lässt, obwohl sie das deutlich macht.

Ein solches „Vorspiel“, bei dem sie gerade nicht klar stellt, was ihre Grenzen sind und er entsprechend empathisch innerhalb des Zugestandenen, aber auch des nicht Zugestandenen, aber durchaus Erwünschten bewegt, kann damit gerade das notwendige Vertrauen bieten, nach dem es dann tatsächlich zum Sex kommen kann. Es wäre also in gewisser Weise „Informationsgewinnung“

Es kann auch den inneren Vorhalt beruhigen, dass sie „zu leicht zu haben“ ist, also ihren eigenen „Bin ich wenn ich mich so verhalte eine Schlampe?“-Alarm, der gerade davon lebt, dass er etwas macht, was außerhalb des offiziell zugestandenen, aber noch in dem, was sie will, liegt. Ihre „Gegenwehr“, der Umstand, dass sie ihm etwas verboten hat (und sich damit auch), kann auf diesem Konto verbucht werden und damit späteren Sex okay sein lassen. In der gleichen Weise sind wohl

Auch diese Funktion fällt innerhalb der feministischen Theorie weg, dort soll ja gerade direkt im Vorfeld die Zustimmung erklärt werden. Das erfolgt auf einer nüchternen Ebene, bei der die Frau jeweils entscheiden muss, was sie macht und das mitteilen muss, raubt also auch den Einwand „wir haben etwas rumgemacht, aber nur, weil es so schön mit ihm war und ich so geil wurde, ich habe ihn (und mich) dann gebremst, weil ich ja ein anständiges Mädchen bin und nicht am ersten Date mit ihm schlafe.“

Die klassische Vorgehensweise bietet damit gerade weil sie sich eher in einer Grauzone bewegt, einige Vorteile für die Frau. Sie erlaubt es, einen spannenden, sexuellen Abend zu haben, seinen Ruf zu wahren und das Gefühl zu genießen, Herr der Lage zu sein und begehrt und umworben zu werden. Natürlich ist es im Gegenzug auch anfällig für gewisse Überschreitungen. Ich vermute, dass die meisten Frauen da aber durchaus der Meinung sind, dass sie deutlich machen können, was sie wollen und zudem die Erfahrung gemacht haben, dass das akzeptiert wird. Gleichzeitig bieten andere Regeln auch keinen Schutz, wenn jemand eine klar verkündete Abweisung nicht akzeptiert.

Das Nein direkt vor dem Sex – Last minute Resistance

Last Minute Resistance oder „Widerstand auf die letzte Sekunde“ ist ein Begriff aus dem Pickupbereich, der beschreibt, dass eine Frau, die eigentlich alle Anzeichen gegeben hat, dass sie zu Sex bereit ist, kurz bevor es ernst wird kalte Füße bekommt und es doch lieber sein läßt.

Evolutionär lässt sich dies gut einordnen, denn da die Frau die Kosten des Sex trägt ist eine letzte Überlegung oder ein Unsicherheitsgefühl, das sie ihre Entscheidung noch einmal überprüfen lässt etwas, auf das schnell selektiert werden kann. Tatsächlich sind die heutigen Folgen dank moderner Verhütung ja zumindest was die Kosten des Sex angeht leicht abzufangen, aber unser evolutionäres Erbe vergeht eben nicht so schnell und manifestiert sich auch heute noch in den möglichen sozialen Folgen für eine Frau bei zu freigiebigen Sex, also etwa ein Slutshaming durch Männer und Frauen. Das es insoweit häufig eine irrationale Angst ist macht es aber nicht weniger relevant und gerade im Pickup ist es insofern interessant, wie man damit umgeht, damit es doch noch zum Sex kommt.

Dies wiederum rückt es aus Sicht vieler Frauen gefährlich in die Richtung einer Vergewaltigung, bei radikalen Feministinnen ist es schon an sich eine Vergewaltigung, denn ein einmal geäußertes Nein ist dort immer zu ignorieren akzeptieren und jede Umstimmung ihrerseits damit ein Verstoß.

Gerade gibt es ein Beispiel, bei dem ein Pickup-Buch, dass sich insbesondere mit der Last Minute Resistance beschäftigt, nach feministischen Aufschrei von Amazon aus dem Programm genommen worden ist.

Der Klappentext des Buches enthielt das Folgende:

Are you sick of getting a hot girl back to your place, excited at the prospect of fucking her, only to come up against last minute resistance when you go to make your moves…?

Maybe you go to kiss her but she pulls away. Maybe you reach to undo her bra, but she pushes your hand away…

Maybe you’re already naked and all she has on are some thin lace panties soaked with her pussy juices. And yet for some reason, when you go to take off this paper-thin barrier between her wet pussy and your eager dick, she STILL stops you! Over and over again…

You get frustrated and think „what the fuck is this girl’s problem!?“ And no matter what you do or how you try, you just can’t overcome her resistance. So quite naturally, you get annoyed and give up. Maybe you even go to sleep with this hottie laying right next to you.

It’s almost like the universe is mocking you by making you lay right next to the girl you want to fuck so badly but can’t. One sleepless night later, you haven’t made love and you’re left feeling drained, defeated and — let’s be real — like a bit of a loser…

She walks out the door and you’ll never see her again. What a waste. After all, you did ALL that work to get a girl alone in the first place and then you couldn’t seal the deal. It stings the ego and it’s torture for your sore dick and aching balls.

But believe it or not, this situation happens to countless guys just like you all the time. Guys who are actually pretty good with women but still haven’t mastered the art of „closing“…

Believe me, I know all too well how irritating and embarrassing this is. This frustrating scenario used to plague me, too. And it has cost me sex more times than I care to admit.

But these days I rarely run into this dreaded Last Minute Resistance, or „LMR“ for short. And in the rare cases that I do encounter it, I cut through it like a hot knife cuts through creamy, yellow butter.

And I’m about to show you how you can do it too…

In this detailed eBook and collection of real life case studies that are years in the making, I share the little-known mindsets and techniques that I and other extreme players have found to be consistently effective at breaking through a girl’s last minute resistance to sex AND preventing it!

Die feministische Wertung bei Jezebel ist klar:

Obviously, there is no such thing as non-coercively „turning ’no‘ into ‚yes.'“ „Talking someone into having sex with you“ using mind tricks or intimidation isn’t surmounting the final obstacle on the path to seduction. . Coercing someone into having sex when she does not want to isn’t a „technique,“ it’s date rape

Aus meiner Sicht ist es ein himmelweiter Unterschied ein Nein in ein Ja zu verwandeln oder jemanden zu zwingen, mit einem Sex zu haben. Für ein Nein kann es verschiedene Gründe geben, einer davon ist, das sie tatsächlich nicht will und nichts ihre Meinung ändern kann, ein anderer aber, dass sie will, dass man um sie kämpft, dass sie sich begehrenswert fühlen möchte, dass sie ihren guten Ruf wahren möchte oder das sie sich tatsächlich Unsicher ist, ob sie will oder nicht und den Entscheidungsprozess noch nicht abgeschlossen hat.

Insoweit ist natürlich interessant, was die Techniken sind, die ein Nein in ein ja verwandeln sollen. Ich hatte hierzu schon einmal in einem Kommentar etwas dazu geschrieben:

Last minute resistance ist nicht der Gedanke, das es keinen legitimen Grund für Widerstand gibt.

Der Gedanke ist eher, dass viele Frauen zunächst alle Schritte mitmachen, also man schon rumgeknutscht hat, körperlicher geworden ist und sie dann, wenn es ernst wird, noch mal kalte Füsse bekommt.

Eine mögliche evolutionäre Theorie wäre dazu, dass es für Frauen sehr sinnvoll ist, vor dem Sex noch einmal zu prüfen, ob es eine gute Idee ist und im Zweifelsfall eher keinen Sex zu haben, wegen den bekannten Folgekosten.

Es ist vergleichbar mit jemanden, der auf das 5 Meter Brett im Schwimmbad hochsteigt und springen will und dann beim runtergucken überlegt, ob er nicht doch wieder runterklettern soll. Natürlich kann derjenige wieder runtersteigen, aber mitunter kann es auch gut sein, wenn man ihm weiter zuredet und er es sich dann doch traut. Man muss auch in einem solchen Fall nicht einfach sagen “Gut steig wieder runter, es ist deine Entscheidung”, sondern man kann ihm gut zureden, ihm sagen, dass man ja mit ihm springt oder ihm sagen, dass der Sprung unproblematisch sein wird.

Last minute Resistance bedeutet zunächst, dass man nicht genug Vertrauen bei ihr aufgebaut hat, dass es eine gute Sache wird. Es mag sexuelle Anziehung vorhanden sein, aber nicht genug Komfort. Wenn man häufig Last minute Resistance auftrifft, dann muss man seine Komfortphase ausbauen und verbessern, also sein Verhalten verbessern weit vor jeder Last Minute Resistance. Wir werden uns einig sein, dass eine solche Maßnahme vollkommen unproblematisch ist und nicht menschenverachtend.

Play Solid Game in the First Place

Her emotional circuitry is designed to select for a high-value man whom she trusts and is pair-bonded to her. If your game is tight, LMR will be greatly reduced as an issue. So examine your basic game:

1. Are you a healthy, ambitious, socially comfortable person?

2. Do you convey a lack of neediness at all times?

3. Have you otherwise demonstrated value, via pre-selection, leader-of-men switch (social intelligence and social proof), emotional stimulation, frame control, etc?

4. Has she chased, and otherwise invested in the interaction?

5. Have you been compliance testing? Do you have kino escalation and compliance?

6. Does she feel that she has earned your interest? (Have you demonstrated your “growing pairbond” for her, using qualifiers and other IOIs?)

7. Have you built comfort and trust, and a sense of connection, over seven hours and several venue changes? Do you have jealousy?

Nearly always, if one is self-critical, it’s possible to trace back to one of these points and determine what is causing the LMR.

Man soll sich also zunächst selbst hinterfragen.

Natürlich kann eine Frau trotzdem kalte Füße bekommen. Dann kann es sinnvoll sein, dass man in der konkreten Situation mehr vertrauen schafft, also noch mal deutlich macht, dass man sie nicht verurteilt, weil sie einfach so Sex hat oder das man deutlich macht, dass man – auch wenn man keine Beziehung will – ja in Verbindung bleiben kann.

Man kann auch bis zu einem gewissen Grad einfach weitermachen, wenn sie es zulässt. Wenn sie zB sagt: Ich mach sowas normalerweise gar nicht, ich sollte das nicht machen” und man sagt “stimmt, es ist so falsch, aber es fühlt sich so gut an” und sie weiter küsst, dann finde ich das okay. Hier würde man wohl sagen, dass man es genau Kalibrieren muss und sehr darauf achten muss, wie es sich äußert.

Hier einige Vorschläge zum Umgang damit:

Persistence

If you reach her LMR threshold, do a slight tactical retreat and then continue. For example, stop trying to remove her shirt; just make-out with her for a bit longer, then try the shirt again. Often the issue is just that she needs more arousal- Practice becoming attuned to a woman’s feedback during foreplay.

Freeze-Outs

If the LMR seems insurmountable, just do a freeze-out: turn on the light, snuff out the candle, check your email, go to the kitchen to make a sandwich, or pull out a checkers board and challenge her to a game. The power of this is in its sincere delivery. If you were sulking, that would show that you were affected. But you’re unaffected. Just switch off the arousal circuitry like it’s no big deal and freeze her out sexually, then try again in ten minutes. Freeze-outs are deadly.

Just go to Sleep

If all else fails, just go to sleep with her. A few hours later, the two of you will awaken and have sex.#

Klingt für mich jetzt nicht so menschenverachtend

Es sind also aus meiner Sicht keine unlauteren Mittel, vieles stellt sogar darauf ab, dass man sich weit vorher anders verhält, damit sie sich wohl fühlt und gerne Sex mit einem hat. Aus meiner Sicht nichts, was per se zu beanstanden ist (natürlich kann man das auch benutzen um ihr ein „Mehr“ vorzutäuschen, damit sie Sex mit einem hat, aber das ist erst einmal eine nicht zwingende Sache, es kann eben auch einfach dazu führen, dass sie sich wohl fühlt

Ich denke für viele Männer ist Last Minute Resistance recht schwer zu verstehen: Wenn man eh schon dabei ist, warum dann aufhören? Wir haben eben in den meisten Fällen nicht diese Ängste vor dem Sex (vielleicht, wenn man Fremdgeht, aber das ist eine andere Sache). Ich denke, dass eine Aufklärung darüber, wie es dazu kommt und was man dagegen insbesondere im Vorfeld machen kann, insoweit weit eher verhindert, dass ein Mann sich einfach über den Willen hinwegsetzt. Es erlaubt ein „Stimmt, ich habe nicht genug Komfort aufgebaut, vielleicht kann ich das nachholen“ oder eine der anderen Varianten, die oben beschrieben sind. Thesen dazu, wie man mit diesem Problem (und für jemanden, der Sex haben will, ist es aus dieser Sicht eben ein Problem auf dem Weg dahin) abzulehnen und per se in die Richtung einer Vergewaltigung zur rücken, werden der vielfältigen Dynamik von Mann und Frau nicht gerecht.

Klar, wer Sex als reine Logik sieht und nicht als Gefühl, bei dem man etwas ändern kann, der mag jegliche Beeinflussung in dieser Hinsicht für unethisch halten. Aber dann ist nahezu alles im Flirten unethisch, weil es eben letztendlich darauf abzielt den anderen positiv für einen zu beeinflussen.

Verstehen, was sie meint

Südländerin meint, ich habe etwas falsch gemacht. Zuwenig Aufmerksamkeit gegeben (der Blog kostet eben zu viel Zeit). Sie schmollt etwas, dreht sich auf dem Bett weg.

„Komm her“, sage ich, und lade sie zum Kuscheln ein.

„Nein“ Klingt es trotzig herüber.

Ich ziehe sie zu mir rüber, sie grummelt noch kurz etwas, dann kuschelt sie sich an mich.

„Ich hatte aber Nein gesagt“ schmollt sie dennoch noch etwas.

„So seid ihr Frauen, sagt Nein und meint Ja“ ziehe ich sie etwas auf.

Sie erwidert: „Das ist doch gar nicht kompliziert. Wir wollen einen Freund der versteht, was wir meinen, auch wenn wir es nicht sagen“

„Ich hab ja einen Freund“

Sie sitzt in ihrer WG, ich bin gerade dazugekommen – damals, in den Single-Ich-lerne-Game Tagen. Sie schenkt mir etwas Wein ein, dann setzen sie das durch meine Ankunft unterbrochene Gespräch fort:

Der geht mir so auf die Nerven, sagt sie, ich war drei Monate mit dem zusammen, das ist ja nicht lange gewesen. Und jetzt tut der so als wäre ich immer noch hinter dem her. Dabei haben wir beide neue Beziehungen, ich habe meinen Freund in X und er diese Neue. Aber irgendwer erzählt wohl rum, dass ich während die beiden zusammen waren noch mal mit ihm geschlafen habe. Und dann hat mich seine neue Freundin darauf angesprochen, was da nun zwischen uns gewesen wäre und ich habe ihr gesgat, dass ich schon in den drei Monaten, in denen wir zusammen waren, nur zweimal mit ihm geschlafen habe. Warum sollte ich das dann jetzt machen? Ich meine, er hat eine neue Freundin und ich habe einen neuen Freund, da bin ich ja auch jedes zweite Wochenende, wie es eben in einer Fernbeziehung so ist, warum sollte ich da noch mal mit ihm schlafen, wo er so ein Arsch war? Er hat schließlich Schluss gemacht. Und das wollte ich seiner Freundin alles in Ruhe bei einem Treffen erklären, aber dann taucht gar nicht sie da auf, sondern er und meint, dass er mich fertig machen würde, wenn ich noch einmal mit seiner Freundin reden würde. So ein Arsch, ich wollte der das doch nur erklären, die kann doch reden mit wem sie will und ich auch! Ich lass mir da doch nichts verbieten! Das reget mich echt auf, der soll mich einfach nur in Ruhe lassen! Ich meine, ich habe einen neuen Freund, was soll ich da von ihm wollen? Was bildet der sich eigentlich ein? Ich meine, ich würde ja nicht jedesmal die ganze Strecke zu meinem Freund fahren, wenn ich da nicht glücklich wäre und warum sollte ich dann mit dem schlafen?

Sie steigert sich da noch etwas rein,findet es ungerecht ihr so etwas vorzuhalten. Er habe eh schon einige Freunde mitgenommen, zu denen sie jetzt den Kontakt nicht mehr halten könne deswegen, das sei alles schon schlim, genug. Irgendwann brechen ihre WG-Genossen auf, sie sind noch anderweitig verabredet.

Dann schlafen wir miteinander, wie bei den letzten drei Treffen auch schon.

„Wir schlafen heute nicht miteinander“

„Wir schlafen heute nicht miteinander“ sagt sie bereits beim Kochen. „Wäre ja auch schade um das gute Essen“, sage ich.

Wir knutschen rum, die Hände wandern etwas, es war meine Junggesellenzeit und die muss man ja – gerade wenn man Pickup relativ neu entdeckt hat – auch etwas ausleben. Dann verlegen wir das ganze ins Schlafzimmer.

„Wir schlafen heute aber nicht miteinander, nicht am ersten Abend, so eine bin ich nicht“ sagt sie und sinkt mit mir zusammen aufs Bett. „Hätte ich auch nie vermutet“ sage ich.  Die Bluse ist noch kein Problem, beim BH stoße ich auf ersten Widerstand.

„Wir schlafen heute nicht miteinander“ sagt sie. „Okay“ sage ich und mache weiter, vergrabe meinen Kopf zwischen ihren Brüsten, küsse sie, sie atmet schwerer. Ich ziehe ihren BH etwas runter, widme mich ihren Nippeln, sie ist sichtbar erregt und geht mir an die Hose. Da ihr Brüste nun eh schon halb offen liegen, versuche ich mich erneut an ihrem BH-Verschluss.

„Hey, ich hatte gesagt, dass wir nicht miteinander schlafen“sagt sie. Ich grinse und sage „Was hat dein BH damit zu tun?“ Erstaunlicherweise überzeugt sie diese Logik. Wir machen weiter rum, sind schließlich beide nackt.

„Wir schlafen heute nicht miteinander!“ Sagt sie erneut. Ich nicke und widme mich ihrer Seite, die ganz besonders empfindlich bei ihr ist, eine erogene Zone bei vielen Frauen. Sie genießt erneut und ich arbeite mich in ihren Schritt herab.

„Wir schlafen heute nicht miteinander“ keucht es oben.  „Natürlich nicht“ antworte ich etwas gedämpft. Ich bringe sie kurz bis vor dem Orgasmus, lasse dann nach. Sie beschwert sich etwas, ich komme aber trotzdem nach oben, bis ich quasi schon in der richtigen Stellung liege. Küsse sie etwas, deute an, dass ich jetzt auch eindringen könnte.

„Nein, wir schlafen heute nicht miteinander“.  grinst sie frech „du bekommst mich nicht so einfach. Sie rutscht etwas nach oben. Also drehe ich mich mit ihr rum, so dass sie oben liegt. Sie schaut mich etwas erstaunt an. „Dann bist du jetzt dran“ sage ich grinsendund drücke ihr spielerisch-machohaft etwas auf den Kopf, als sie zögert.

„Wir schlafen aber heute nicht miteinander“ schickt sie mir noch im hinuntergehen nach oben. Dann macht sie vieles richtig, ich würde es ihr gar nicht so übel nehmen, wenn wir nicht miteinander schlafen. Aber sie hat sich gemerkt, dass ich sie vorhin nicht kommen ließ und bricht ebenfalls ab. „Das hast du jetzt davon“ grinst sie. Wir machen weiter rum und ich höre ihren Satz noch ein paar Mal. Sie mag, wenn man immer wieder etwas neues versucht, findet es schön, wenn der Mann um sie kämpft. Es herauszuzögern macht ihr Spaß. Nach ihr kann es wohl noch eine Weile so weitergehen. Schließlich kommt es wieder.

„Hey, wir schlafen heute nicht miteinander, so einfach bekommst du mich nicht“ Sie dreht sich etwas weg, grinst mich über ihre Schulter herausfordernd an. Da die bisherige Taktik nicht funktionierte, wechsele ich. „Gut“ sage ich und drehe mich von der Seite auf den Rücken. Sie ist erstaunt. Sie rückt etwas näher heran, drückt ihre Kehrseite gegen meine Seite, küsst mich über ihre Schulter hinweg. Ich lege meine Hand auf ihre Seite, streichele etwas dort entlang

„Wenn du mich da berührst, dann vergesse ich mich, haucht sie“ Ich streichele noch mal ihre Seite hoch. „Oh“ stöhnt sie, „ja, wenn du da weiter machst, dann kann ich nicht mehr an mich halten“ Ich küsse mich ihre Seite runter.  Sie wirft sich fast auf mich.

Wir schlafen miteinander.

Ein paar Wochen später treffe ich mich mit ihr, sie lästert etwas über eine Bekannte, die einen neuen Freund hat „… und sie hat gleich mit ihm geschlafen. Also ich würde ja nicht in der ersten Nacht mit ihm schlafen“. „Ja, sage ich, ich erinnere mich“ und grinse sie frech an.  Sie schlägt mich spielerisch-empört auf den Arm. „Das war ja auch etwas ganz anderes“