Warum finden Männer überhaupt bestimmte Frauen hässlich?

Ein Einwand gegen die evolutionären Theorien, dass Männer aufgrund der hohen Kosten des Sex ein ungezwungeneres  Verhältnis zu Sex haben ist, dass sie dann ja eigentlich keine Frau hässlich finden sollten.

Denn die Kosten des Sex sind ja für den Mann bezogen auf den reinen Sex immer sehr gering, er sollte also mit allem Sex haben wollen, was bei drei nicht auf den Bäumen ist, wenn diese Theorie nach diesem Gegenargument stimmt.

Auf Sex mit bestimmten Frauen zu verzichten, weil man sie hässlich findet, wäre dann sinnlos. Insofern wäre Hässlichkeit  bei Frauen etwas, was nach den evolutionstheoritischen Bewertungen gar nicht bestehen könnte, demnach müsse Hässlichkeit ein soziales Konstrukt sein.

1. Folge der Schönheitshierarchie

Es ist allerdings nicht einfach Anzeichen für hohe Fruchtbarkeit höher zu bewerten und dabei ohne die Kategorien gut und schlecht auszukommen. Wenn wir etwas für ganz besonders gut halten, dann erscheint eben etwas anderes, was diesen Kriterien nicht entspricht, als schlecht im Vergleich.

2. Kosten aus der sozialen Ausrichtung

Das berücksichtigt aber nicht, dass wir soziale Wesen sind und unser Verhalten Rückschluss auf unseren Partnerschaftswert zulässt und dadurch indirekte Kosten entstehen.

Was signalisiert Sex mit einer unattraktiven Frau (also einer Frau mit geringer Fruchtbarkeit/geringen Partnerwert)?:

  •  er ist nicht interessant für bessere Frauen, sonst würde er Sex mit denen haben
  • er hat entweder kein Interesse an ihr und will nur Sex, dann spricht das gegen seine Bindungsfähigkeit
  • er hat Interesse an ihr über den Sex hinaus, dann spricht das dafür, dass er sich aus bestimmten Gründen einen niedrigen Wert zuweist.
  • er hat möglicherweise schlecht entwickelte Attraktivivätsmerkmale, die seine Kinder erben könnten
  • er könnte Kinder haben, zu denen er eine Bindung aufweist und es könnten Ressourcen dahin abgehen
  • er könnte Kinder haben, zu denen er keine Bindung aufweist, was gegen seine Versorgereigenschaften spricht

Was dann auch erklären würde, warum viele Männer durchaus betrunken oder wenn niemand dabei ist mit hässlichen Frauen abstürzen, ihnen das dann aber peinlich ist und sie nicht wollen, dass man es mitbekommt.

Catherine Hakim: Honey Money: Das erotische Kapital

Catherine Hakim hat ein Buch über das erotische Kapital geschrieben: Honey Money. Das Buch habe ich noch nicht gelesen, aber eine Besprechung klingt interessant:

we can reveal the central premise of Catherine Hakim’s book, which is that not only do looks matter, but that they should matter a great deal more. Furthermore, the people who tell young people – and in particular young women – that their beauty and sex appeal are of little importance are themselves ugly, if not physically then at least morally. For, as Hakim sees it, it is an „unholy alliance“ of wannabe patriarchs, religious fundamentalists and radical feminists who have – in Anglo-Saxon countries especially – acted to devalue what she terms „erotic capital“. In Hakim’s estimation, for all young women, and in particular those who are without other benefits – financial, intellectual, situational – an entirely legitimate form of self-advancement should consist in their getting the best out of – if you’ll forgive the pun – their assets.

Hakim scheint also für eine Anerkennung des erotischen Kapitals zu plädieren. In der Tat ist es erstaunlich, dass sexuelle Macht in Form des erotischen Kapitals so häufig geleugnet wird. Es ist erstaunlich, was einige Leute – und meist sind es Männer – alles tun, um an Sex/Liebe/Nutzung des erotischen Kapitals zu kommen und was sich mit dem geschickten Einsatz dieses erreichen läßt.

Ihr Ansatz wird dabei wie folgt dargestellt:

Taking as her starting point Pierre Bourdieu’s well-established analysis of forms of individual capital – monetary capital itself, human capital (intelligence potentiated by education) and social capital (patronage, nepotism and other network benefits) – Hakim proposes another form: „erotic capital“. She acknowledges that this term has been used by sociologists in the US to refer to physical appearance and sex appeal, but claims that her definition – widened to encompass other skills such as charm, sociability and actual sexual expertise – is both original and powerfully explicatory.

Gutes Ausehen, Sexappeal, Charme, Geselligkeit und sexuelle Fähigkeiten können einem in der Tat einiges an Macht verleihen. Ob man das nun in andere Theorien wie etwa die von Bourdieu eingliedern kann, dass können andere auf diesem Blog sicherlich eher sagen als ich.

Und zu dessen Nutzung:

Hakim endorses Schopenhauer’s characterisation of the „striking effect“ of young women’s beauty and sex appeal, and gives us cross-cultural statistics to prove that not only is their „erotic capital“ consistently greater than that of young men, but that it is also always undervalued: it is attractive young men who get the better jobs and secure the higher wages, attractive young men who end up being US president – regardless of their skin colour. This might seem counter-intuitive in a world seemingly plastered with images of this „striking effect“, displayed in every possible state of dress and undress, but the strength of Hakim’s analysis lies in the very crudeness of its metric. According to her, while young women may possess considerable charms, men’s desire for them always vastly outstrips supply. The reverse is simply not the case: men are both less attractive to women, and markedly less desired by them, especially as those women grow older. What Hakim terms „the male sex-deficit“ underlies both the ubiquity of female sexual imagery – as pornography, as marketing adjunct – and the persistent unwillingness of society at large to „valorise“ women’s good looks. It is, quite simply, not in the interests of all those priapic patriarchs to allow women to actualise their erotic capital, for to do so would seismically alter the balance of power between the sexes.

Hier kann ich ihr nicht so recht folgen, vielleicht wird es klarer, wenn man das Buch gelesen hat. Das Man Sexappeal nicht so gut in Jobs umsetzen kann liegt wohl weniger daran, dass Männer dies nicht zulassen, sondern vielleicht auch eher daran, dass man es eher in Männer umsetzen kann, die dann die Jobs machen. Recht hat sie, wenn sie ein „Male sex deficit“ beschreibt: Da Männer den stärkeren und weniger an Beziehungen geknüpften Sexualtrieb haben, ist Sex insoweit einfacher für Frauen zu haben, die ihn in dieser Form größtenteils aber einfach nicht wollen. Die Vorstellung, dass Frauen entfesselt Sex wie Männer hätten, wenn sie nicht Patriarchen verhindern würden, dass sie ihr diesbezügliches Kapital nutzen, finde ich etwas merkwürdig.

According to Hakim, Christian monogamy is, quite simply, a „political strategy“ devised by the patriarchy in order to ensure that even the least attractive/wealthy/powerful men gain at least one sexual partner.

Die Monogamie ist für beide Geschlechter so gesehen ein Kompromiss. Sie verhindert eine zu starke intrasexuelle Konkurrenz unter Männern, die auch zu Lasten der Frauen gehen würde. Sie gibt Frauen gleichzeitig einen festen Partner, was die meisten denke ich durchaus wollen. Monogamie ist nicht nur eine Männerstrategie. Wäre sie es, dann würden wir heute wesentlich mehr Ausbrüche von Frauen aus ihr sehen. Damit meine ich nicht die Ehe auf Lebenszeit, sondern eine Monogamie solange es eben passt, was evtl auch eine serielle Monogamie sein kann. Daneben gibt es heute natürlich auch viel Sex einfach so, aber im Schnitt denke ich schon, dass Männer weniger Probleme mit Sex einfach so haben als Frauen.

Das Männer mehr Sex wollen als Frauen scheint aber auch Hakim so zu sehen:

In a typically razor-sharp exchange of dialogue which establishes – yet again – that The Simpsons provides the most coruscating illumination of contemporary mores, Lisa says to her grade school teacher that „Good looks don’t really matter“, to which Ms Hoover replies: „Nonsense, that’s just something ugly people tell their children.“ Stripping away the layers of irony from this statement we can reveal the central premise of Catherine Hakim’s book, which is that not only do looks matter, but that they should matter a great deal more. Furthermore, the people who tell young people – and in particular young women – that their beauty and sex appeal are of little importance are themselves ugly, if not physically then at least morally. For, as Hakim sees it, it is an „unholy alliance“ of wannabe patriarchs, religious fundamentalists and radical feminists who have – in Anglo-Saxon countries especially – acted to devalue what she terms „erotic capital“. In Hakim’s estimation, for all young women, and in particular those who are without other benefits – financial, intellectual, situational – an entirely legitimate form of self-advancement should consist in their getting the best out of – if you’ll forgive the pun – their assets.

Honey Money: The Power of Erotic Capital

by Catherine Hakim

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Hakim, a senior lecturer at the London School of Economics, is no tub-thumping provocateur, but a well-established sociologist with a string of publications to her name. And Honey Money, despite its somewhat racy title – which comes, apparently, from an expression employed by Jakarta prostitutes: „No money, no honey“ – is configured as a serious academic exercise, complete with rather leaden prose, extensive annotation, reams of statistical evidence, appendices and tedious repetitions. Nevertheless, I envisage a blizzard of opprobrium enveloping Hakim, for she has set out here a thesis seemingly purpose-built to inflame the passions of a wide swathe of the opinionated. Taking as her starting point Pierre Bourdieu’s well-established analysis of forms of individual capital – monetary capital itself, human capital (intelligence potentiated by education) and social capital (patronage, nepotism and other network benefits) – Hakim proposes another form: „erotic capital“. She acknowledges that this term has been used by sociologists in the US to refer to physical appearance and sex appeal, but claims that her definition – widened to encompass other skills such as charm, sociability and actual sexual expertise – is both original and powerfully explicatory.

In some ways I think she’s right. There’s something altogether refreshing about Hakim’s spade-calling, which recalls to mind Schopenhauer’s infamous remarks in his essay „On Women“: „With girls, Nature has had in view what is called in a dramatic sense a ’striking effect‘, for she endows them for a few years with a richness of beauty and a fullness of charm at the expense of the rest of their lives; so that they may during these years ensnare the fantasy of a man to such a degree as to make him rush into taking the honourable care of them, in some kind of form, for a lifetime – a step which would not seem sufficiently justified if he only considered the matter.“ Certainly the pessimistic philosopher’s own dealings with women conformed to this view: a lifelong bachelor, he was not so much an enthusiastic as a dutiful customer of prostitutes – attending the brothel as regularly as other haute-bourgeois men visit their club.

Hakim endorses Schopenhauer’s characterisation of the „striking effect“ of young women’s beauty and sex appeal, and gives us cross-cultural statistics to prove that not only is their „erotic capital“ consistently greater than that of young men, but that it is also always undervalued: it is attractive young men who get the better jobs and secure the higher wages, attractive young men who end up being US president – regardless of their skin colour. This might seem counter-intuitive in a world seemingly plastered with images of this „striking effect“, displayed in every possible state of dress and undress, but the strength of Hakim’s analysis lies in the very crudeness of its metric. According to her, while young women may possess considerable charms, men’s desire for them always vastly outstrips supply. The reverse is simply not the case: men are both less attractive to women, and markedly less desired by them, especially as those women grow older. What Hakim terms „the male sex-deficit“ underlies both the ubiquity of female sexual imagery – as pornography, as marketing adjunct – and the persistent unwillingness of society at large to „valorise“ women’s good looks. It is, quite simply, not in the interests of all those priapic patriarchs to allow women to actualise their erotic capital, for to do so would seismically alter the balance of power between the sexes.

That the religiously dogmatic and the merely male chauvinist should have both demonised – and, paradoxically, diminished – the impact of female sexuality from time out of mind, is, following Hakim, only to be expected. In Anglo Saxon societies, such as our own, the net result is, she avers, that we have less sex overall than they do in steamier, less puritanical climes, while our sexual relations are mediated by a tiresome push-me, pull-you interaction: men wanting sex, women refusing it. According to Hakim, Christian monogamy is, quite simply, a „political strategy“ devised by the patriarchy in order to ensure that even the least attractive/wealthy/powerful men gain at least one sexual partner.

But while this part of Honey Money may be relatively non-contentious for feminists, Hakim does not spare them her condemnation. The sexual revolution of the 1960s – effective contraception, the loosening of monogamous ties, the devaluation of female virginity – far from enabling women to empower themselves, actually exposed them to still more male exploitation. The post-60s male assumption became that women not only wanted sex as much as them – but that they were obliged to provide it, and for free. Free from the obligation to support children, free from the requirement to pay in any other way.

Hakim’s view is that the myth of „equality of desire“ is endorsed by feminists, and that this leads to what she terms the „medicalisation of low desire“, whereby therapists and counsellors try to convince women that their lack of sex-drive is a function of psychopathology rather than hormones. She anticipates being criticised by feminists as an „essentialist“, who defines men and women by biological characteristic, but rejoins – I think fairly – that the feminist position is equally so.

Zum Sextrieb und den Unterschieden hatte ich hier schon eine Metastudie zitiert, die zeigt, dass Männer in allen Beziehungsphasen und Situationen im Schnitt mehr Sexualpartner und sexuelle Kontakte haben wollen als Frauen und die Unterschiede hier recht groß sind. Das kann im Einzelfall anders sein, trifft aber auf den Schnitt zu.

Der Gedanke, dass dies alles nur sozial bedingt ist und Männer und Frauen einen gleich starken Sexualtrieb haben ist angesichts der klaren Forschung zum Zusammenhang des Sexualtriebs mit Testosteron und auch bei einer evolutionären Betrachtung der Kosten des Sexs wenig überzeugend. Dass dieses Märchen in feministischen Kreisen immer noch so oft zitiert wird ist erstaunlich.

Ihr Ansinnen, dass man das erotische Kapital ausnutzen sollte, halte ich jedoch durchaus bei falscher Anwendung für gefährlich. Hugo Schwyzer sagt zu diesen Kapitel ihres Buches das Folgende:

Hakim’s thesis is as insulting to men as it is to women. What she’s hawking, with her crude call for women to exploit the “male sex deficit” to their advantage, is the hoary old myth of male weakness. That myth suggests that men have such a strong sex drive that they can be easily manipulated by women. The myth of male weakness is why we often cast more blame on the woman who sleeps with the married man than on the dude himself; the myth of male weakness is why we blame scantily-dressed women for “distracting” innocent men on the street and in the workplace. Women, as Hakim insists, aren’t that interested in sex to begin with – so they don’t have the same vulnerability to lust.

But men’s frailty is women’s opportunity, she reminds us. And it’s an opportunity women shouldn’t be ashamed to seize. Because men are so weak, good looks and flirtatiousness – the basic currency of erotic capital – don’t just supplement a woman’s intellect. Rather, they can serve to cover up deficiencies in ability or experience. The power of erotic capital lies in men’s willingness to choose sex over anything else. Play your cards right, Hakim seems to be saying, and a male boss will promote you to a position for which you are unqualified based on his attraction to you. Exploit the male sex deficit, she suggests, and your sex-starved professor may just give you a grade you haven’t earned.

Sex einzusetzen, um voranzukommen ist ein Spiel, bei dem man sich schnell selbst ins Abseits stellt. Es ist nichts für Anfängerinnen, die dabei leicht über den Tisch gezogen werden. Ein wenig flirten ist die eine Sache, es ist aber immer ein Spiel mit dem Feuer, wenn man nicht halten kann, was man verspricht und der andere sich hintergangen fühlt.

Das Flirts an der richtigen Stelle etwas bringen ist denke ich klar – viel zu viele Männer springen nur zu schnell darauf an, es kann einem als Mann fast etwas peinlich sein, wenn man so mitbekommt, was Männer für vage Aussichten alles machen und wie sie sich hinhalten lassen oder wie sie in Vorleistung gehen.  Das mag bei einem Professor, bei dem man dieses Semester einen Kurs hat noch ganz gut klappen, weil es kurzfristige Erfolge sind. Wer mit seinem Chef aber langfristig zusammenarbeiten will, der kann meist nicht nur mit ihm spielen.

Zudem ist zu bedenken, dass auch Männer das Spiel spielen können und es dann umdrehen können, einem das Ziel vor die Nase halten können um den Sex zu bekommen.

Schwyzer schreibt:

It’s not a hostility to sex that makes me angry at Hakim’s notion that women should use their erotic capital to exploit men. Rather, what’s so infuriating about her thesis is her ugly insistence that men are never really as interested in a woman’s intellectual gifts as in her cleavage. While there’s nothing wrong with encouraging young people to be gregarious, polite, and well-dressed (match that belt to those shoes, kids!), there is something immensely destructive about suggesting that women’s professional success hinges on their ability to manipulate men sexually. For young women, the celebration of “erotic capital” is a disheartening reminder that their hopes of being taken seriously for their intellectual gifts are almost certain to be dashed. Hakim’s message about men is worse: no matter how professional we may appear, in the end she thinks we’re fragile, conceited, sex-starved and easily bought with a flash of cleavage and a little flattery.

Wenn die Darstellung von Hakim so richtig ist, dann irren meiner Meinung nach beide:

Frauen können Sex oder zumindest sexuelle Spannung und Flirten zu ihren Gunsten einsetzen, es ist etwas, was immer und immer wieder passiert, von der harmlosen Variante der nett lächelnden Frau, die mit großen Augen um einen Gefallen bittet über das tiefer ausgeschnittene Top, dass sie anzieht, wenn sie ihren Wünschen etwas mehr Nachdruck verleihen will bis zu der karrierefördernden Affaire oder gar Ehe wird das erotische Kapital schon eifrig eingesetzt. Ein extremes Beispiel einer Gefangenen, die den Gefängnisdirektor hörig macht hatte ich hier mal zitiert. Entgegen Schwyzers Meinung können viele Männer mit etwas Zeigen von Ausschnitt und etwas Einschmeichelei rumbekommen werden.

Es kann jedoch bei Männern, die damit umgehen können auch schnell umschlagen in etwas, bei dem sich die Frau benutzt fühlt. Wenn eine Frau meint, dass sie Sex als schlichtes Machtmittel einsetzen kann, dann kann es ihr auch schnell passieren, dass sie sich benutzt fühlt. Einen Mann zu Sex zu bewegen bedeutet nicht unbedingt, dass er einem hörig ist oder danach etwas für einen tut. Es kann auch einfach nur bedeuten, dass man Sex mit ihm hatte und man ihm relativ egal ist. Es ist nicht unbedingt ein Zeichen von Macht oder Befreiung vom Patriarchat, einfach so Männer für Sex zu benutzen. Ich hatte dazu schon einmal was anlässlich der „Duke Fuck list“ geschrieben.

Im Ganzen ist ein zu starker Einsatz von erotischen Kapital daher meiner Meinung nach nicht unbedingt etwas für die meisten Frauen. Insofern sehe ich Hakims Buch – wenn denn die zitierten Passagen ein zutreffendes Bild des Buches geben – eher kritisch.

Zustimmen würde ich ihr aber, dass es an der Zeit ist erotisches Kapital auf der Guthabenseite gerade bei vielen Frauen – aber auch bei Männern mit Game oder guten Aussehen – zu verbuchen.

Sex, Fantasien und reagierendes und spontanes Begehren

Ein interessanter Artikel zum Sexleben der Geschlechter:

Die 5 häufigsten Sexfantasien (nach A Billion Wicked Thougts):

the top five female fantasies involve

  • having sex with a stranger,
  • being worshipped in bed,
  • being ravaged in bed,
  • being watched by others and
  • enjoying a threesome.

In other words, women tend to fantasize about being the object of desire.

Das ist schon einmal ein interessanter Einstieg. Frauen wollen vielleicht gern das Opfer der Begierde sein.

Eine weitere dort zitierte Studie untersucht, was Frauen anmacht:

For their study, published in the Journal of Sexual Medicine, Katherine Goldey and Sari van Anders randomly assigned 128 women and 98 men to one of four groups, or „arousal conditions.“

One group completed an imagined social situation exercise in which they imagined a positive sexual encounter and then answered open-ended questions about it. The others engaged in typical unstructured fantasy (imagining sexual situations but not writing about them), while others read an erotic story of the researchers‘ choice or took part in a neutral exercise (writing about the room they were in).

Then they rated their perceived genital arousal (how they felt physically), as well as their „state“ desire (whether they wanted to have sex).

The results: The first three groups all reported experiencing increased genital and psychological arousal, as well as higher „state“ desire, compared with the neutral group. The group who engaged in unstructured fantasy had the greatest arousal.

Das zeigt meiner meiner Meinung nach, dass Lust und zuviel Logik sich nicht unbedingt vertragen. Wer zuviel zu den Details befragt wird, der kommt aus der Stimmung, kann sich weniger der Fantasie hingeben, verliert sich weniger in ihr. Vielleicht auch ein Grund, warum das sehr logisch abstrakte Konsensmodell von nur sehr wenigen Leuten praktiziert wird.

Und zu der Frage, ob Lust bereits vorhanden ist oder durch sexuelle Tätigkeit entsteht:

That’s great news for all of us, but particularly for women, who often tend to experience sexual desire in response to the sex they’re already having. In other words, you may not feel quite so „into“ sex in the beginning, but your desire and arousal grow as the interlude progresses.

Indeed, female sexual response is typically characterized by „responsive desire,“ while male sexual response is more likely characterized by „spontaneous desire,“ says sex educator Emily Nagoski, author of the „Good in Bed Guide to Female Orgasms.“

„‚Responsive desire‘ is when motivation to have sex begins after sexual behavior has started: You’re doing something else when your partner comes over and starts kissing you, and you think, ‚Oh yeah! That’s a good idea,'“ she explains.

„‚Spontaneous“ desire, more typical of male sexuality, works more like this: You’re walking down the street and for no immediately obvious reason you think, „Hm. I’d like to have sex!“

Das würde zumindest erklären, warum Männer Sex eher initiieren müssen und es seltener zu Sex kommt, wenn sie einfach nur auf die Lut der Frau warten (natürlich wie immer nur im Schnitt, es kann bei einzelnen Männer oder Frauen auch anders sein). Vielleicht auch der Grund, warum viele Männer gute Erfahrungen damit gemacht haben „es einfach mal zu versuchen“,  was dann allerdings von den Frauen, bei denen es nicht klappt zurecht als Belästigung wahrgenommen werden kann.

Wenn es denn richtig ist, dass die Geschlechter sich in dieser Hinsicht unterscheiden, dann könnte dies darauf zurückzuführen sein, dass Testosteron den Sexualtrieb erhöht und davon die meisten Männer eben mehr im „Grundumsatz“ haben als die Frauen. Sexuelle Anregungen hingegen bewirken dann wieder eine Aktivierung des Sexualtriebs bei diesen, so dass dann entsprechend auf anregende Signale positiv reagiert wird.

Sexuelle Bedürfnisse in eine Beziehung bei Unlust eines Partners

Maren hat einen Beitrag zum Konsens beim Sex in dem die folgende Passage vorkommt:

Aber grundsätzlich sollte ein Nein reichen, damit es akzeptiert wird. So und nun aufpassen: Das heißt keine Überredungen, kein Schmollen, keine emotionaler Druck whatsoever (und denkt nicht mal daran den Begriff “schmerzende Eier” zu verwenden liebe Männer). Wenn ihr der Meinung seid euren Druck abbauen zu müssen stehen euch eine ganze Welt der Internetpornografie sowie in der Regel 2 gesunde Hände zur Verfügung. Sex hat man aber mit jemanden, der es auch möchte. Immer. Keine Diskussion. Nicht mit jemanden, die es “bestimmt irgendwie möchte, wenn ich sie erst in Stímmung bringe” oder die halbärschig mitmacht, um des lieben Friedens willen. DAS ist nämlich unsexy.

Also eigentlich der klassische feministische Ansatz:  Beim Sex müssen beide am besten enthusiastisch dabei sein, wenn einer (und wie man auch bei Maren sieht geht man eher davon aus, dass es die Frau ist) keine Lust hat, dann soll man nichts weiter machen, sondern einfach warten bis der andere Lust hat und ansonsten eben selbst Abhilfe schaffen.

Dem zugrunde liegt häufig ein Verständnis von Sex, dass es nur in gemeinsamer Ausübung und bei beiderseitiger Lust erstrebenswert macht und jede Überredung oder jede Aktivität, die nicht auf beiderseitiger Lust beruht erst einmal äußerst skeptisch sieht und sie eben in die nähe von unkonsensualen Sex rückt.

Ich würde das nicht so sehen. Ein wesentlicher Bestandteil der meisten Beziehung ist Sex und eine der üblichen Verabredungen innerhalb dieser ist, dass man ihn nur mit dem jeweiligen anderen Partner haben darf. Aus dieser gegenseitigen Lage folgt, dass man auch eine gewisse Verantwortung für die Erfüllung der gegenseitigen Triebe hat, die sexuell bestehen.

Ich halte es bei Partnerinnen so, dass ich, wenn sie Lust hat und ich (ausnahmsweise) nicht, mich wenn es geht darum kümmern würde, sei es mit Sex oder eben zumindest mit einer einseitigen Befriedigung ihrerseits. Natürlich hat man als Mann den Vorteil, dass dieser Fall etwas seltener Eintritt und man meist leicht zu Sex zu motivieren ist. Ich finde es allerdings auch nicht schlimm, wenn meine Partnerin versucht mich zu Sex zu überreden. Mich darüber aufzuregen würde mir aus meiner Position eher merkwürdig vorkommen. Wen soll sie denn sonst fragen? Ich vermute sie würde es genau so merkwürdig finden, neben mir zu masturbieren oder deswegen im Bad zu verschwinden wie ich es auch merkwürdig finden würde, wenn ich das machen würde, jedenfalls, wenn man gerade zusammen ist. Ich vermute die meisten Frauen würden die Mitteilung, dass ich jetzt zu Internetpornographie greife, weil sie ja eben keinen Bock hat, eher als merkwürdig ansehen als das Ansinnen, dass sie selbst Abhilfe schaffen.

Tatsächlich ist es aus meiner Sicht ein gutes Zeichen einer Beziehung, wenn es einer Freundin bei einem temporären Ungleichgewicht der sexuellen Lust Spass macht, den anderen zu befriedigen. Es ist eher ein schlechtes Zeichen, wenn sie das (ein vernünftiges Maß in der Anforderung vorausgesetzt) als Belästigung ansieht.

Natürlich: Das kann nicht zu einer Erwartungshaltung führen, nach der sie beständig die Befriedigung übernehmen muss, wenn gerade eine leichte Lust aufkommt. Und wenn sie nicht will, dann will sie nicht und das ist natürlich zu akzeptieren.

Sehr gut verstehen kann ich auch, dass Maren jammern und betteln – in Bestätigung von Pickupgrundsätzen – als unsexy ansieht. Es drückt eben „Neediness“ aus, betteln verleiht einem niedrigeren Status und es wirkt wenig abgeklärt. Es wäre merkwürdig, wenn Frauen es sexy finden würden, wenn man bettelt.

Das Ansinnen, die Freundin in Stimmung bringen zu wollen, finde ich auch nicht so schlimm wie Maren. Oft genug klappt das ja auch durchaus. In einem gewissen Rahmen ist das von beiden Seiten vollkommen okay und kein unter Druck setzten. Ein Blowjob zwischendurch ist ja nun wahrhaftig auch kein Weltuntergang, und auch keine Arbeit, die den Partner über Maßen anstrengt. Zumal eben Befriedigung durch einen Partner etwas anderes ist als Selbstbefriedigung

Haselnuss stellt bei Maren interessante Fragen, die ich hier einmal wiedergebe:

Da stellt sich mir doch die eine oder andere Anschlussfrage:

– Kann ich einen Blowjob oder ähnliche Kompensation erwarten?

– Gibt es schlechte Gründe, dem Mann Sex zu verweigen? (beispielsweise, um ihn zu konditionieren)

– Wie lange darf (in Ermangelung eines besseren Wortes) die Frau keine Lust haben? Tage, Wochen oder Monate?

– Ab welchem Zeitintervall darf ich mir den Sex woanders suchen?

Zu dem Blowjob als Sexersatz habe ich ja bereits etwas geschrieben. Ich würde auch sagen, dass – gerade bei dem üblichen Gefälle in der gewünschten sexuellen Frequenz von Frau zu Mann – durchaus drin ist.

Und es dürfte ein durchaus häufiges Gefühl von Männern sein, dass dieses Gefälle in der sexuellen Lust von Frauen als Waffe genutzt wird, um eine gewisse Konditionierung zu bewirken. Es ist ja auch ein uraltes Druckmittel in diese Richtung. Natürlich: Ist eine Beziehung erst einmal so weit, dass dies ein verstärkt eingesetztes Machtmittel ist, dann ist es eh nicht gut um sie bestellt. Frauen sollten vielleicht aber berücksichtigen, dass ihre Anfälligkeit, genau dies dennoch zu tun, mit der Anwendung des Grundsatzes „nur wenn ich wirklich, wirklich Lust habe“ deutlich steigt. Was dann den Sex entgegen der von Maren dargestellten Grundsätze nicht unbedingt besser machen kann, weil er auf Sex wartet und sie ihn gewährt.

Ich hatte dazu schon einmal in dem Artikel „Sex als Machtinstrument“ das Folgende zitiert:

Wenn Paare in langjährigen Beziehungen nur noch wenig Sex haben und dieser Zustand über Monate hinweg anhält, sollte man die körperliche Nähe als Machtinstrument hinterfragen. „Das ist den meisten so gar nicht bewusst. Sie sagen dann ‘Ich habe keine Lust, weil er oder sie mich geärgert hat’“, erklärt Heyne. Dahinter stecke aber oft der Gedanke: „Wenn du nicht machst, was ich will, gebe ich dir nicht das, was du willst.“ Dadurch entstehe ein Teufelskreis: Einer fühle sich als Opfer, der andere fühle sich ständig bestraft.

Die dritte Frage ist aus meiner Sicht auch interessant für das Verständnis der von Maren geforderten Rücksichtnahme. Klar, wenn man am Abend gerade Sex hatte, dann muss sie am Morgen nicht unbedingt Lust haben. Wenn er sich nach 3 Wochen beschwert, dass sie keine Lust hat, dann wäre ein Verweis auf die Grundsätze, dass man nie, nie, nie nachfragen darf und nie überreden darf geradezu absurd.

Bei der vierten Frage stellt Haselnuss in einem späteren Kommentar klar, dass das Verhalten, dass man sich dann dementsprechend trennt, wenn sie nicht will, eben auch als Druck gewertet werden kann. Da hat er vollkommen recht. Natürlich kann man sich immer trennen. Die Trennung ist allerdings naturgemäß eine der stärksten Waffen innerhalb der Beziehung, da sie eben deren Ende bedeutet. Sein Wünsche nicht zu kommunizieren und dann schlicht die Konsequenzen zu ziehen würde bei den meisten Frauen wohl als merkwürdigeres Verhalten empfunden werden als der Hinweis, dass man sexuell befriedigt werden möchte.

Natürlich: Wer – vielleicht aufgrund belastender Vorfälle in seiner Vergangenheit – jedes Anfordern von Sex oder jedes, auch leichtes Beharren auf Sex als gravierende Belastung ansieht, der soll diese Regeln in seiner Beziehung leben.

Für die meisten ist der Umgang mit Sex als Trieb denke ich nicht so bedrohlich und damit das Bedürfnis für so weitgehende Einschränkungen nicht vorhanden.

Prostituierte und Freier

John Millward hat auf seinem Blog zwei interessante Artikel zur Prostitution

In dem einen geht es um die Ansichten der Prostituierten:

Hier beispielsweise über die Freier:

The women described the average client’s attitude towards sex as primarily being respectful, nervous and eager. I got the impression from the way the escorts spoke about their clients that they do respect the men who pay them for sex, but it’s mostly a professional type of respect, much like the kind any seller would have for a buyer. This sentiment shone through in the women’s answers to two questions in particular: would you consider being friends with a client? Most would, but only select clients. And would you ever consider dating a client? 77% said no, they wouldn’t. Only 4 of the 30 had dated a punter. Whether this is because escorts tend to see their clients as being undesirable in some way is anyone’s guess. It could just be that, like in the rest of life, you don’t mix business with pleasure. Clients are clients.

When I asked why they think the men choose to pay to have sex with them, their responses were mixed but did contain one theme in particular: the men don’t get the sex and intimacy they desire elsewhere, or simply prefer it without the other ‘baggage’ of a relationship.

Also die meisten scheinen respektvoll und nervös zu sein.

Und eine interessante Analyse der Motive der Freier:

Because they require an uncomplicated emotionally detached sexual service as opposed to an affair. This allows them to cognitively justify the act of adultery and therefore alleviates feelings of guilt and betrayal.”

Also der Gedanke, dass es weniger ein Fremdgehen ist, weil man ja keine Gefühlsbindung aufbaut, sondern einfach nur einen Service nutzt.

Und zu ihrer Meinung über den Job´:

When I asked the 30 escorts what the benefits of the job are, the main one (27 mentions) was money, followed by being their own boss (22) and the working hours (20). The sex ranked dead last with only 8 women including it as a positive. Of course, there’s no reason that should come as a shock to anyone. How many people, after all, could say that they do their job first and foremost because of what it is and not what it pays? A minority, I think. 4 out of the 30 women said that their dream job—the profession they’d most like to work in if they could do it with no chance of failure—was that of an escort. The others listed jobs that anyone, of either gender and any background, might choose: writer, teacher, DJ, chef, vet, midwife, wife a billionaire

Auch da scheint der Job eine gewisse Normalität aufzuweisen.

 In dem anderen Artikel  geht es um die Anzeigen der Prostituierten und die Bewertungen der Freier:

It’s impossible to miss the recurring themes of the field reports on PunterNet. The reviewers always make reference to the same things. They care about the way the girl looks, how she’s dressed, her sexual technique and how into the sex she appears to be. If an escort falls down in any of these areas, perhaps by looking different to the photos on her site or by rushing the punter out of the door, you can be sure he’ll mention it in his review of her.

Es soll eben die Illusion von echten Sex sein. Um so mehr es sich entsprechend anfühlt um so besser für den Kunden.

Und die abschließende Wertung:

Who the sucker is in the punter/escort relationship is hard to tell. Maybe both, maybe neither. The women are well paid and seem happy with their choice of job and the men enjoy their punts and tend to repeat them again and again. Those are the positives. The negatives might be that the men are indulging a basic craving that would be satisfied in a healthier, more productive way by more traditional sexual relationships, and the women are undermining the dignity of their sexual selves by opening the door to any man who has enough cash. Escorts and punters would presumably agree with the former summary, whereas the general public, who stand at a distance from the business, would be more likely to go with the latter. Prostitution is as good or bad as the results it produces; sometimes there will be smiles all round, other times it’s bound to be a bleaker situation.

Wollen Männer nur das Eine?

Die Tussis on Tour fragen im Rahmen einer Blogparade, ob Männer nur das Eine wollen, also Sex.

Evolutionär wollen Männer und Frauen beide nur Sex bzw. etwas genauer formuliert ihre Gene in möglichgst guter Kombination und mit möglichst wenig Aufwand in die nächste Generation bringen, was (wenn man moderne Medizin weglässt) nur über Sex möglich ist. Wenn man aus evolutionärer Sicht überhaupt einen Sinn des Lebens benennen kann, dann eben den Gene weiterzugeben als ultimate Cause und als proximate cause daraus folgend dann eben Sex. Das gilt für Männer und Frauen, beide müssen sich allerdings verschiedener Umsetzungsstrategien bedienen.

Weil Frauen ihre Gene nur weitergeben können, wenn sie die Kosten einer Schwangerschaft zahlen und das eine „Mindest-Prdouktionszeit pro Einheit“ von zumindest 9 Monaten erfordert, Männer hingegen ihre Gene ohne eigene Schwangerschaft weitergeben können und eine „Mindest-Prdouktionszeit pro Einheit“ von theoretisch 30 Sekunden eigene Arbeit haben können, sie also einen Großteil der Produktionsarbeit outsourcen können, haben sie in diesem Grundszenario erst einmal allen Grund jede Gelegenheit für Sex zu nutzen.

Es wird natürlich etwas komplizierter, wenn man die jeweiligen Gegenreaktionen mit einbezieht.

Dann können Frauen entweder die Kosten allein schultern und dafür zumindest die besten Gene nutzen (bei Schimpansen und Gorillas erfolgt die Auswahl durch intrasexuelle Konkurrenz, bei Bonobos durch eine Spermienkonkurrenz) oder sie können sich mit Männchen paaren, die eine Beteiligung an den Kosten anbieten. Wenn letzterer Weg gewählt wird, dann wird es kompliziert, denn plötzlich kann Sex auch für Männer teuer werden, wenn er eben in Betreuungsleistungen mündet. Was wieder auf seine Wahl der Frauen zurückfällt, denn jetzt wird es auch für ihn interessant, wieviel Sex sie mit anderen Männern hat, weil sich seine Investitution nur mit hoher Vaterschaftssicherheit lohnt. Um so höher der Preis um so attraktiver werden zudem paradoxerweise Männer, die den Preis nicht zahlen müssen und nur wegen ihrer guten Gene für Frauen interessant wären. Denn wenn Frauen für diese eher bereit sind den Preis alleine zu zahlen, dann kann ein Sohn, der dessen Gene erbt, auf Kosten anderer Frauen die Gene auch seiner Mutter weitergeben (Sexy Son Theorie). Ein Zeichen sowohl für gute Gene als auch gute Versorgereigenschaften ist eine hohe Position in der Gruppe, die gegen die intrasexuelle Konkurrenz erkämpft wurde. Demnach müßten Männer mit hohen Positionen ebenfalls begehrt sein, was zur Folge hat, dass Männer an solche Positionen gelangen wollen.

Demnach könnte man sagen, dass Männer das eine eher als Frauen um seiner selbst willen wollen.

Allerdings wollen sie nicht nur das eine. Sie wollen eine Frau, die ihnen treu ist und eine Bindung hat, sie wollen eine hohe Position und Anerkennung in der Gemeinschaft, sie wollen gut aussehen und sie wollen ihre übrigen Grundbedürfnisse befriedigt haben.

All dies dient letztendlich nur „dem Einen“, aber das ändert nichts daran, dass diese Bedürfnisse hoch stehen und einige Männer sich lieber in einen intrasexuellen Wettkampf um ihre Karriere stürzen als mit ihrer Frau zu schlafen, gerade wenn die Beziehung schon eine Weile besteht.

Aber die Frage ist letztendlich nicht essentialistisch zu beantworten. Den Mann gibt es genauso wenig wie die Frau.

Da der Regelungsmechanismus der Natur über Testosteron (und vermutlich auch eine etwas andere Anlage der Amygdala) erfolgt wäre zudem davon auszugehen, dass Männer mit einem eher niedrigen Testosteronspiegel eher Beziehungsmenschen sind und Männer mit einem höheren Testosteronspiegel eher hinter Sex hinterher sind.

Was ein Mann von einer Frau möchte wird letztendlich auch davon abhängen, wie ihr „Partnerwert“ relativ zu dem eigenen ist. Um so eher sie aus seiner Sicht ein gutes Fang wäre um so eher wird er auch an einer Bindung interessiert sein. Generell wollen Männer mit sehr wenig Optionen wahrscheinlich eher eine Frau, die sich fest an sie bindet und Männer mit sehr vielen Optionen eher keine feste Bindung oder eine Bindung mit einer sehr hochwertigen Frau.

Viele Frauen unterschätzen denke ich diese Gleichung und ihre eigene Bindungskraft. Eine Freundin einer Freundin beispielsweise ist schlank, aber man sieht, dass sie keinen Sport macht. Sie hat ein mittelhübsches Gesicht. Und sie ist Single und unglücklich. Weil sie sich beständig die coolen, sehr sportlichen, großen Männer aussucht und mit ihnen flirtet und dabei auch Erfolge: Sie flirten zurück. Und sie wundert sich dann, dass diese nicht sonderlich interessiert an einer Beziehung sind. Sie wollen mit ihr schlafen, aber sie wollen sich eben nicht festlegen oder andere Optionen ausschließen. Für einige Frauen scheint es schwer verständlich zu sein, dass beides für viele Männer separate Bewertungen sind und das die Fähigkeit, einen Mann dazu zu bringen einen anzuflirten und mit einem zu schlafen, wenig darüber aussagt, ob man ihn zu einer Beziehung bewegen kann.

Auch das gegenteilige Modell gibt es: Frauen, die viele (platonische) Freunde unterhalb ihres Marktwertes haben, mit denen sie sich super gut verstehen, werden immer wieder Männer in die Friendzone stecken müssen, die alle an einer Beziehung mit ihnen interessiert sind (was allerdings ebenfalls Sex enthält, aber in diesen Bereichen steht dann häufig auch aus Sicht die Beziehung im Vordergrund)

In einem anderen Artikel hatte ich schon einmal dazu das Folgende zitiert:

„See, what you gals don’t get is that you can’t play the game like a man, unless you like losing. A woman proud of getting laid is like an alcoholic proud of getting drunk. Where you win is in securing the commitment of a man“

Wenn sich also eine Frau darüber aufregt, dass Männer nur Sex wollen, dann sollte sie überlegen, welche Männer das genau sind und warum dies gerade in Bezug auf sie der Fall ist.

„Nackte Frauen sind kein Sexismus. Heterosexualität ist kein Sexismus. Merkt Euch das“

Leser Adrian regt sich auf:

Das macht mich wütend. Warum lassen sich Männer so was gefallen? Warum stehen sie nicht zu ihrer Vorlieben, zu ihrer Sexualität? Warum bekunden sie nicht: “Ja wir stehen auf sexy Frauen. Was dagegen, Bitch?”

Peinlich so was. Besonders wenn ich es mit der männlichen Homo-Szene vergleiche. Da wird vieles mit nacktem Fleisch angeboten und garniert. Und keiner würde auf die Idee kommen, so etwas sexistisch zu finden.

Und:

Nackte Frauen sind kein Sexismus. Heterosexualität ist kein Sexismus.

Merkt Euch das

Es fällt mir auch immer wieder auf, dass viele Männer sich für ihre Sexualität schämen und viele Frauen männliche Sexualität als etwas perverses ansehen.

Ich persönlich habe es mir abgewöhnt, mich für mein Verhältnis zu Sex zu entschuldigen und finde das sehr angenehm. Den meisten Frauen ist der Unterschied ja auch bewusst und sie akzeptieren, dass Männer ein anderes Verhältnis zu Sex haben als Frauen, auch wenn sie es nicht unbedingt verstehen. Es bedeutet nicht, dass man unhöflich sein muss oder sich alles herausnimmt. Aber sich in diesem Bereich zu verstellen bringt einem auch nichts und führt auch dazu, dass man sich schlecht fühlt.

Wenn eine Frau das männliche Verhalten zu Sex als merkwürdig darstellt, ist es auch meist erstaunlich einfach das umzudrehen. Wenn sie so etwas sagt wie „du willst ja auch nur Sex“ hat man meist schon mit einem „Was heißt nur? Sex ist ja auch etwas sehr schönes“ den Wind aus den Segeln genommen.

Adrian hat recht: Wir Männer haben zugelassen, dass vieles, was gerade Männern an Sex gefällt, viel zu stark abgewertet wird und typisch weiblichere Ansichten hier die Norm bilden. Es ist an der Zeit, einfach dazu zu stehen, dass einem bestimmte Sachen gefallen und es als etwas positives darzustellen.

Den Vergleich mit dem Sexualleben der Homosexuellen finde ich da ebenfalls sehr passend. Ich kann mir vorstellen, dass es da in dieser Hinsicht wesentlich ungezwungener ist. Das wird man nicht übertragen können, weil Männer und Frauen nun einmal verschieden in diesem Bereich ist. Aber das ist eben kein Grund für eine Abwertung der männlichen oder weiblichen Sexualität.

Männliche Sexualität, nackte Haut und Feminismus

Lucien Maverick bringt in dem Blogbeitrag „Modern Feminism is a Joke! (Part IV)“ ein paar interessante Punkte zu männlicher Sexualität und Feminismus:

She also have videos showing how clothing ads are a way for men to have their sexist desires be shown on television. I have a question for you, FF, does the fact that men are attracted to women just bug you? For real, she has a problem with any outfit or anything that shows that men are attracted to women. Anything even slightly sexual is something that we have to fight against. (…) I would have a modicum of respect for FF if it weren’t for the fact that her and all those like her seem to feel the need to make personal discomfort into some massive conspiracy against women. Not to mention, biology, bitch! Yes, we have ads that display women being sexual. Yes, there is porn. Yes, we have clothing in the world that shows women’s features. I hate to break it to you, but men have been into women for a long time. Men like boobs. Sorry, but no amount of old-Irish Catholic clothing is going to stop men from liking boobs. Your refusal to understand this is interesting. So is Rebecca Watson’s, so is Eve Bit First’s. All of these women seem to not understand that the liking of boobies is perfectly natural. (…) Question – how should men act around women who they are sexually interested in? Do men just NEVER bring it up? Do we just pretend that things that naturally evolved to evoke a sexual response don’t exist? The fact that women have breasts all the time, not just when they are nursing young evolved directly for the purpose of engaging the sexual desires of men.

Ich sehe auch wenig Sinn darin, meine Sexualität in diesem  Punkt zu leugnen oder zu verbergen und mir scheint ebenfalls die in vielen Teilen des  Feminismus dazu herrschende Meinung relativ männerfeindlich. Zu den sexnegativen Elementen in großen Teilen des Feminismus hatte ich ja hier auch schon das ein oder andere geschrieben:

Der Feminismus sollte sich ein entspannteres Verhältnis dazu zulegen, dass heterosexuelle Männer sich gern Frauen anschauen. Die Überfrachtung durch „Frauen werden zu Objekten reduziert“ (vgl auch hier) und „Mit solchen Darstellungen soll das Patriarchat gefestigt und Frauen unterdrückt werden“ ist meiner Meinung nach nicht haltbar.

Sex als Machtinstrument

Was mich immer wieder erstaunt ist, dass Sex als Machtmittel so selten in feministischen Debatten vorkommt. Es ist aus meiner Sicht eine recht offensichtlicher Punkt, über den gerade von vielen Frauen eine gewisse Macht in Beziehungen ausgeübt wird.

Ich hatte dazu auch schon mal was in dem Artikel „Weibliche Macht durch Sex“ geschrieben. Jetzt gab es gerade einen interessanten Artikel dazu:

Wenn Paare in langjährigen Beziehungen nur noch wenig Sex haben und dieser Zustand über Monate hinweg anhält, sollte man die körperliche Nähe als Machtinstrument hinterfragen. „Das ist den meisten so gar nicht bewusst. Sie sagen dann ‚Ich habe keine Lust, weil er oder sie mich geärgert hat’“, erklärt Heyne. Dahinter stecke aber oft der Gedanke: „Wenn du nicht machst, was ich will, gebe ich dir nicht das, was du willst.“ Dadurch entstehe ein Teufelskreis: Einer fühle sich als Opfer, der andere fühle sich ständig bestraft.

In der Regel seien es häufiger Frauen, die den Sex rationierten. „Dem liegen Vorstellungen zugrunde, die Mädchen von ihren Müttern vermittelt bekommen haben, wie ‚Sex ist etwas, woran Männer mehr Spaß haben als Frauen’“, sagt Heyne. So werde bei ihnen das Bild erzeugt, dass Sex eine Möglichkeit sei, Einfluss auf den Partner zu nehmen.

Ich finde es einen nicht zu unterschätzenden Faktor, wenn man Macht in Beziehungen bewertet- Dabei würde ich gar nicht sagen, dass Frauen Sex nur als Machtmittel einsetzen oder ähnliche Vorhaltungen, wie sie in solchem Kontext gerne geäußert wird. Die meisten Frauen wollen denke ich gerne eine normale Beziehung haben, in der sie Sex nicht als Druckmittel einsetzen können, aber es ist eben ein zu einfaches Machtmittel in vielen Beziehungen als das es nicht automatisch genutzt wird.