Großzügigkeit in Anwesenheit des anderen Geschlechts

Eine Studie zu den Veränderungen in der Großzügigkeit von (heterosexuellen) Männern und Frauen in Anwesenheit des anderen Geschlechts.

We examined people’s charity contributions while in the presence of an observer of the same sex, opposite sex, or no observer. Inspired by costly signaling theory, we hypothesized that men would be more generous in the presence of a potential mate. Men and women played a number of experimental games in which they could earn money. On completion of these games participants were asked what percentage of their earned money they would be willing to donate to charity. Our results show that men contribute more to charity when observed by a member of the opposite sex than by a member of the same sex or no observer. Conversely, female charity donations did not significantly vary across the three observer conditions. Findings support the notion that men’s generosity might have evolved as a mating signal.

Quelle: Showing Off in Humans: Male Generosity as a Mating Signal

Die Signaling Theorie erklärt dieses Verhalten sehr gut. Weil Großzügigkeit etwas ist, was man sich leisten können muss, zumindest in Hinblick auf die Fähigkeit unter steinzeitlichen Bedingungen auch am nächsten Tag wieder genug Lebensmittel zu erlangen um sie heute weggeben zu können, kann man mittels dieser seine Stärke bzw. seine genetischen Qualitäten zeigen. Dass dies dann bei Männern, die gerade die Versorgereigenschaft demonstrieren mussten (vgl die Sexual Strategies Theory), dazu führt, dass diese gerade bei Frauen diese Eigenschaften demonstrieren wollen, erscheint mir logisch. Darauf werden ebenso die kulturellen Ausformungen wie die Einladung zum Essen durch den Mann, das Trinkgeldgeben etc aufbauen.

Damit hätte sich die Großzügigkeit im Wege der sexuellen Selektion entwickelt. Es passt insoweit auch gut zu den Theorien von Geoffrey Miller in „The Mating Mind“.

Sexuelle Selektion und Feminismus

„Darwin hatte bei der sexuellen Selektion zwei entscheidende Prozesse vor Augen: die Konkurrenz der Männchen um den „Besitz“ der weiblichen Sexualpartner und die Selektion unter den männlichen Bewerbern durch wählerische Weibchen. Männliche Waffen und Kampflust entwickelten sich für die Auseinandersetzung mit anderen Männchen, männlicher Schmuck und Werbungsverhalten zum Anlocken der Weibchen. […] Die Theorie der sexuellen Selektion schlug ein wie eine Bombe, und sexuelle Selektion durch weibliche Auswahl war ein besonderer Skandal. […] Männliche Wissenschaftler gingen fest davon aus, dass junge unverheiratete Damen schillernde Kleider und Schmuckstücke zu tragen hatten, um die Aufmerksamkeit der begehrten Junggesellen auf sich zu ziehen. […] Ihnen gefiel einfach die Tatsache nicht, dass Männchen Sexualobjekte sein sollten, die durch weibliche Auswahl akzeptiert oder abgelehnt wurden (Dieser Punkt wurde übrigens oft von Darwins feministischen Kritikerinnen oft übersehen, die ihm zu Unrecht unterstellten, er verkörpere die gesellschaftliche Haltung seiner Zeit).“

(Aus: Geoffery F. Miller, Die sexuelle Evolution, Partnerwahl und die Entstehung des Geistes)