Intrasexuelle Konkurrenz unter Frauen, Mate Guarding und wie würdet ihr entscheiden?

Gerade etwas Drama im entfernteren Freundeskreis

Er hat einen Laden, den er im wesentlichen alleine führt, erst kürzlich konnte er eine Aushilfe anstellen, die ihn etwas unterstützt. Seine Frau hat einen Job als Kassiererin in einem Supermarkt, sie haben einen Sohn, ein weiteres Kind ist unterwegs.

Vor etwa drei Monaten fing er an extrem eifersüchtig zu werden und sah überall Affairen ihrerseits. Frau versichert, dass da nichts ist. Und da wir, beziehungsweise eher Südländerin, mehr mit ihr zu tun hat, stimmt das wahrscheinlich nach allem, was man so hört. Wegen der Vorwürfe und der Eifersucht kommt es immer wieder zum Streit, man trennt sich fast. Schließlich versöhnt man sich wieder und er fährt etwas runter.

Die Ehefrau hat nunmehr die Angestellte von ihm in Verdacht. Denn seit die da ist tauchte auch plötzlich seine Eifersucht auf. Sie vermutet erst, dass die beiden etwas hatten, aber er beteuert, dass da nichts ist. Dann vermutet sie, dass sie ihr den Mann wegschnappen will und besteht darauf, dass er sie entlässt. Er sagt, dass sie ja nichts getan habe, deswegen könne er sie auch nicht entlassen. Die Frau setzt ein Ultimatum. Wenn die Angestellte nicht geht, dann geht sie.

Südländerin zeigt mir ein Foto des „Miststücks“. Nicht hässlich, etwas zu stark geschminkt. Südländerin findet sie ganz solidarisch hässlich und billig aussehend. Sie fragt, was ich meine.

Ich tendiere dazu, dass er ihr kündigen muss. Ehefrau geht vor und auch wenn es nur der zeitliche Zusammenhang ist hat er ja immerhin angefangen mit der ganzen Sache. Es wäre für mich, nachdem man sich ohne konkreten Verdachtsmoment so aufgeregt hat, die Ehekrise nicht wert. Eine andere Aushilfe findet man ja.

Was sagt ihr?

Erhöht der Geruch von Frauen an ihren fruchtbaren Tagen die intrasexuelle Konkurrenz unter Frauen?

Eine interessante Studie beschäftigt sich mit der Frage, ob Frauen fruchtbare Tage riechen können und was dies bewirkt:

Evolutionary theories of mating suggest that changes in fertility across the menstrual cycle play an important role in sexual selection. In line with this framework, the current research examined whether olfactory cues to the fertility of a same-sex rival would prompt hormonal signs of intrasexual competition in women. Women exposed to the scent of another woman close to ovulation subsequently displayed higher levels of testosterone than women exposed to the scent of a woman far from ovulation. Whereas women exposed to the scent of a woman in the mid-luteal phase displayed sizable decreases in testosterone over time, no such decline was observed among women exposed to the scent of a woman near ovulation. Thus, olfactory cues signaling a rival’s heightened level of fertility were associated with endocrinological responses in women that could be linked to intrasexual competition.

Quelle: Attunement to the fertility status of same-sex rivals: women’s testosterone responses to olfactory ovulation cues

Ich habe leider nur den Abstract gefunden, aber wenn ich es richtig verstanden habe, dann reagieren Frauen auf den Geruch einer fruchtbaren Frau mit einer Erhöhung des Testosteronspiegels.

Das wäre aus vielen Gründen interessant:

  • Es würde erst einmal bedeuten, dass es olfaktorische Möglichkeiten gibt, an denen man erkennen kann, dass eine Frau fruchtbar ist, was gut zu den Ergebnissen von Miller passt, dass Stripperinnen an ihren fruchtbaren Tagen mehr Trinkgeld bekommen.
  • Auch bei Männern steigt der Testosteronspiegel, wenn sie den gleichen Geruch wahrnehmen

Aus einem Artikel dazu:

Women exposed to the scent of high fertility females displayed greater levels of testosterone. The smell of a low fertility woman actually caused testosterone levels in the sniffers to significantly drop.

We are not consciously noting the smells of other people all day long, unless a particularly good or bad smell hits us, but odors are working on us, even when we don’t realize it.

„Humans are influenced much more strongly by ovulatory cues than we tend to think,“ Maner explained. „For the most part, people aren’t likely to be consciously aware of the effects ovulatory cues have over them. There is solid evidence that people find the scent of ovulation to be pleasant and attractive (relative to the scent of a woman who is far from ovulation), but beyond that, most of the behavioral and hormonal effects are likely to occur below the conscious radar.“

Die Forscher vermuten, dass damit eine Vorbereitung auf intrasexuelle Konkurrenz erfolgt, da Testosteron eben das Revierverhalten und die Wettbewerbsbereitschaft steigert. Insofern könnte hier eine gewisse Mate-Guarding-Routine ablaufen, indem eben Frauen aufpassen, dass die andere Frau nicht auf der Suche nach „Guten Genen“ ihren Partner klaut.

Gleichzeitig könnte Testosteron auch den Sextrieb erhöhen, so dass sie eher selbst mit ihrem Freund schläft, was auch ein effektives Mate-Guarding sein kann

Ein interessantes Schlußwort in dem oben verlinkten Artikel:

In all cases, it appears that today’s human social interactions can be driven by how we’ve evolved as primates.

„Some people might like to believe that people aren’t animals, or at least that our behavior isn’t beholden to the same biological processes as other species,“ Maner said.

„But humans,“ he added, „are very similar to other species in many ways, and those similarities are no more apparent than when it comes to sexuality.“

In der Tat.