Bin ich ein Maskulist?

Die von dem BMFSJ in Auftrag gegebene Studie hat auch Kriterien genannt, mit denen bestimmt worden ist, ob jemand Maskulist ist.
Die Stelle aus der Studie lautete:

Methodisch wurden in dieser Untersuchung 16 Einstellungsitems verwendet, um die verschiedenen Dimensionen des Maskulismus zu erfassen. Grundlagen waren zunächst qualitative Interviews; das Spektrum maskulistischer Merkmale wurde in ein Set von Indikatoren übersetzt und schließlich für die standardisierte Repräsentativbefragung operationalisiert in Form von Items. Zu diesen auf einer vierstufigen Skala verwendeten Items gehören Statements wie:

  • Gleichstellungspolitik ist nur ein anderer Name für Frauenförderung.
  • Wenn Frauen weniger verdienen als Männer, dann haben sie eben den falschen Beruf gewählt.
  • Frauen sind jetzt genug gefördert worden, jetzt sind die Männer dran.
  • Männer und Frauen haben die gleichen Rechte, aber unterschiedliche Pflichten.
  • Durch die gesetzliche Regelung für mehr Frauen in Führungspositionen werden Männer benachteiligt.
  • Die Rolle der Frau in der Gesellschaft besteht darin, eine gute Hausfrau und Mutter zu sein.
  • Im Bemühen um Gleichstellung von Mann und Frau schießt man über das Ziel hinaus.
  • Bei Trennungen sollten Väter die gleichen Chancen wie Mütter haben, das Sorgerecht zu bekommen.
  • Gleichstellung von Frauen und Männern bedeutet mehr Gerechtigkeit (Ablehnung).
  • Gleichstellungspolitik befasst sich noch nicht ausreichend mit den Bedürfnissen und Anliegen von Müttern (Ablehnung).
  • Durch den Feminismus werden in unserer Gesellschaft die Männer systematisch benachteiligt und Frauen bevorzugt u. a.

Zur Berechnung wurden zwei unabhängige Verfahren eingesetzt:
(1) Über die Items wurde via Clusteranalyse die Gesamtheit der Männer in Bezug auf ihre maskulistischen Einstellungen segmentiert.
(2) Mit den Items wurde additiv ein Summenscore gebildet (Likert-Skalierung), diese ordinale Skala kategorisiert und mit den Ergebnissen der Clusteranalyse abgestimmt.

Zum engeren Kreis und harten Kern der Maskulisten gehört die Gruppe jener, die auf allen Items den höchsten Wert angegeben haben.

Zum weiteren Kreis überzeugter Maskulisten gehören jene, die 90 % des maximalen Summenscores erreichen (aber nicht 100 %). Als Empfängliche für maskulistische Einstellungen gelten jene, die auf dem Summenscore 50 bis 90 % des Summenscores erreichen. Distanzierte gegenüber maskulistischen Einstellungen sind jene mit einem Summenscore von 10 bis 50 %. Gegnerschaft gegenüber maskulistischen Einstellungen markiert ein Summenscore von unter 10 %.

Wenn ich das richtig verstehe, dann gab es also wahrscheinlich noch weitere Statements, da müsste man noch nach der vollen Liste fragen.

Und wenn ich es weiter richtig verstehe, dann sollte man die Aussagen auf einer Skala von 1 (Ablehnung) bis 4 (volle Zustimmung?) bewerten?

Ich gehe sie einfach mal schnell durch

  • Gleichstellungspolitik ist nur ein anderer Name für Frauenförderung.

Gleichstellung ist insbesondere ein Konzept, welches schnell zu Ungerechtigkeiten führt. Gleichheit im Sinne des Art 3 GG heißt eben nach dem Bundesverfassungsgericht, dass Gleiches nicht ohne sachlichen Grund ungleich behandelt werden darf. Es bedeutet auch, dass auch für die Gleichbehandlung von Ungleichen ein sachlicher Grund vorliegen muss. Männer und Frauen verhalten sich nicht gleich. Männer wählen beispielsweise andere Berufe, machen mehr Überstunden, setzen weniger aus, finden Geld und Status wichtiger und erstrebenswerter und sich dafür auch eher bereit weniger Zeit mit der Familie zu haben als Frauen. Insofern ist eine Gleichstellung häufig eine Diskriminierung des Mannes und insoweit Frauenförderung. Zudem verfolgt die Politik auch selten Gleichstellung zugunsten des Mannes. So hat der uneheliche Mann kein Sorgerecht ab Geburt des Kindes und das Residenzmodell reduziert ihn oft auf Umgang und Unterhalt.

Natürlich kann es auch sinnvolle Gleichstellungen geben. Insofern hätte man hier eher konkrete Gleichstellungen nehmen sollen. Ich gebe dem mal eine 3/4

  • Wenn Frauen weniger verdienen als Männer, dann haben sie eben den falschen Beruf gewählt.

Das ist eine Aussage, die so viel zu viel offen lässt und damit schlecht gestellt ist. Natürlich trägt auch die Berufswahl von Frauen zu dem im Schnitt über alle Frauen gerechneten geringeren Verdienst bei. Das wird insoweit in einer Vielzahl von Studien bestätigt. Einen größeren Teil machen die Unterbrechungen, die geringeren Fortbildungen, das weniger an Überstunden etc aus. Insofern würde ich hier 2/4 geben.

  • Frauen sind jetzt genug gefördert worden, jetzt sind die Männer dran.

Ein Umschwenken auf eine Förderung von Männern insbesondere im Familienrecht würde ich interessant finden. Hier ist in jedem Fall noch einiges zu machen. Eine Gleichstellungspolitik für Männer muss es aber auch nicht sein, aus den oben genannten Gründen, die gegen Gleichstellunspolitik sprechen. Auch hier fehlt es an Konkretheit. Die Frage kann so alles oder nichts heißen. 3/4

  • Männer und Frauen haben die gleichen Rechte, aber unterschiedliche Pflichten.

Es ist schwer Rechte zu finden, die Männer haben, aber Frauen nicht. Hingegen haben Männer eben beispielsweise so etwas wichtiges wie das automatische Sorgerecht nicht. An Pflichten wäre die Wehrpflicht, auch wenn sie gegenwärtig ausgesetzt ist. Auch über Unterhaltspflichten könnte man sich streiten, wobei die Gesetze da neutral formuliert sind. Auch hier finde ich eine Zuordnung schwierig. 2/4

  • Durch die gesetzliche Regelung für mehr Frauen in Führungspositionen werden Männer benachteiligt.

Klar werden da teilweise Männer benachteiligt. Insbesondere wenn man Regelungen aufstellt, bei denen Frauen auch bei schlechterer Qualifikation bevorzugt befördert werden sollen. Gravierender ist wohl, dass allgemein der Frauenanteil erhöht werden soll, auch wenn das teilweise noch Selbstverpflichtungen zur Abwehr der Zwangsquote sind, und dadurch Männer übergangen werden. 3/4

  • Die Rolle der Frau in der Gesellschaft besteht darin, eine gute Hausfrau und Mutter zu sein.

Ich möchte keine Hausfrau und Mutter als Partnerin und gehe davon aus, dass Frauen ebenso arbeiten gehen sollten wie Männer. Also die niedrigste Note 1/4

  • Im Bemühen um Gleichstellung von Mann und Frau schießt man über das Ziel hinaus.

Definitiv. Gerade weil man dabei radikale Extremisten ans Steuer lässt 4/4

  • Bei Trennungen sollten Väter die gleichen Chancen wie Mütter haben, das Sorgerecht zu bekommen.

Das ist auch eine sehr merkwürdig gestellte Frage. Die meisten Männer haben bei Trennung das Sorgerecht und es bleibt beim gemeinsamen Sorgerecht. Kann es sein, dass der „Itemsersteller“ da die rechtliche Lage nicht hatte? Aber wenn sie es nicht haben, dann sollen sie natürlich die gleichen Chancen haben, gegen ein gemeinsames Sorgerecht kann man schwer etwas anführen 4/4

  • Gleichstellung von Frauen und Männern bedeutet mehr Gerechtigkeit (Ablehnung).

Auch hier ist die Frage, wie man das konkret versteht. Natürlich ist die gesellschaftliche Gleichstellung („Frauen und Männer sind gleich viel wert“) und die rechtliche Gleichstellung („Frauen und Männer müssen die gleiche Rechte haben“) durchaus gerecht. „Gleichstellung“ in der Hinsicht, dass in allen wichtigen Positionen zumindest 50% Frauen sein müssen (oder mehr) ist hingegen ungerecht. In letztern Fall würde ich eine 1/4 geben, wenn das Ablehnung ist, bei der allgemeinen Betrachtung aller Punkte zusammen würde ich die ersten für absolut essentiell halten, die letzte aber für komplett falsch. Was gibt man dann?

  • Gleichstellungspolitik befasst sich noch nicht ausreichend mit den Bedürfnissen und Anliegen von Müttern (Ablehnung).

Auch das aus meiner Sicht eine schlecht formulierte Position. Sicherlich haben viele Mütter noch ein Bedürfnis auf zB einen besseren Zugang zu Kindergärten oder längere Nachmittagsbetreuung in der Schule. Das haben Väter aber auch. Anliegen und Bedürfnisse, die nur Mütter haben, und um die sich noch gekümmert werden sollte, fallen mir keine ein. Insofern 1/4

  • Durch den Feminismus werden in unserer Gesellschaft die Männer systematisch benachteiligt und Frauen bevorzugt u. a.

DER Feminismus. Das wäre ja schon der erste Fehler. Wenn er den Feminismus aus den Gender Studies meint, dann werden dort Männer abgewertet und Frauen zu ihrem Nachteil zu Opfern gemacht. Der moderne Feminismus ist für niemanden gut, weil er im wesentlichen virtue Signalling für den Ausübenden erlaubt und ansonsten Gruppenhass predigt. Allerdings hat mit der Twitteraccount des BMFSJ schon mitgeteilt, dass Männer per se nicht diskriminiert werden können und das BMFSJ beschäftigt auch radikale Feministinnen und setzt sich überwiegend für Frauen ein. Keine Ahnung, was man da an Punkten gibt.

 

Wie seht ihr die Punkte?

„Der harte Kern des Maskulismus besteht aus 400.000 Männern und 40.000 Frauen“

Wie Genderama berichtet gibt es anscheinend eine neue Studie zu Männern, in der es auch um Maskulismus geht. Diese ist zwar noch nicht veröffentlicht, aber liegt einer Zeitung bereits vor:

Berlin. Eine neue Studie des Bundesfamilienministeriums zeigt: Mehr Männer als vor zehn Jahren finden, dass es einer Partnerschaft guttut, wenn auch die Frau berufstätig ist. Gleichwohl gibt es eine klar anti-feministische Strömung. Von Birgit Marschall und Eva Quadbeck

Als 2007 das Elterngeld mit Vätermonaten startete, wurde es noch als „Wickelvolontariat“ verspottet. Mittlerweile pausiert gut jeder dritte Vater beruflich für sein Baby. Arbeitgeber müssen nunmehr nicht nur damit rechnen, dass junge Mitarbeiterinnen schwanger werden können. Sie müssen sich auch darauf einstellen, dass Väter Elternzeit einreichen.

Interessanter wäre, unter welchen Umständen Männer diese Elternzeit nehmen können und im welchem Umfang. Ich vermute es sind eher Behörden und große Firmen, bei Jobs ohne zuviel Führungsverantwortung und dann auch eher die 2 Monate.

Alte Rollenmuster lösen sich auf
Auch die Vorstellung, wie die Rollen zwischen Männern und Frauen aufgeteilt sein sollten, hat sich in den vergangenen Jahren noch einmal deutlich verändert. Der Anteil der Männer wächst, die sich Erwerbs- und Erziehungsarbeit mit ihrer Partnerin teilen wollen. Immer mehr Männer treten von sich aus offensiv für Gleichberechtigung ein.

Insbesondere wollen eben viele, dass die Frau sich am Erwerbsleben beteiligt. Die Hausfrauenehe wollen heute wohl die wenigsten zumindest der jungen Männer,

Das sind die zentralen Ergebnisse einer 150 Seiten starken, noch unveröffentlichten Studie des Bundesfamilienministeriums, die unserer Redaktion exklusiv vorliegt. Schon für eine Studie im Jahr 2007 hatte das Familienministerium Männer und Frauen repräsentativ befragt. Die Studie wurde nun mit den gleichen Methoden wiederholt.

Mehr Zustimmung zu Partnerschaft auf Augenhöhe
Bei 3000 Männern und Frauen spürten der Münchner Soziologe Carsten Wippermann und seine Mitarbeiter nach, wie weit verbreitet der Typus des „neuen Mannes“ heute ist und was ihn eigentlich ausmacht. Zwar befürwortet demnach auch heute nur gut jeder dritte Mann eine aktive, offensive Gleichstellungspolitik. Doch die Einstellungen für eine Partnerschaft auf Augenhöhe sind heute deutlicher als vor zehn Jahren in die Breite der Gesellschaft eingedrungen.

Weil „Gleichstellungspolitik“ und „Partnerschaft auf Augenhöhe“ auch schlicht nichts, aber auch gar nichts miteinander zu tun haben.

Ein paar zentrale Ergebnisse: 82 Prozent der Männer finden, dass es einer Partnerschaft gut tut, wenn beide berufstätig sind. Zehn Jahre zuvor waren nur 71 Prozent dieser Ansicht. Mit 49 Prozent meint inzwischen weniger als die Hälfte der Männer, dass Frauen nicht erwerbstätig zu sein brauchen, wenn ihre Männer gut verdienen.

Da würde mich mal die Meinung der Frauen interessieren.

Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) verweist darauf, dass die Einstellung zum Rollenbild auch eine Generationenfrage sei: „Immer mehr Männer sind sogar der Überzeugung, dass der Vater seine Berufstätigkeit reduzieren sollte, solange die Kinder noch klein sind. Von den heute 70-Jährigen sind 20 Prozent dieser Meinung, von den unter 30-jährigen Männern aber 59 Prozent.“ Es habe ein gesellschaftlicher Wandel stattgefunden – das bestätigten auch die Zahlen der Studie. Immer weniger Frauen und Männer denken, dass die alte Rollenverteilung – der Mann ist der Ernährer und die Frau kümmert sich alleine um Kinder und Haushalt – für sie das richtige Lebensmodell ist.

Allerdings ist es immer noch über das Residenzmodell etwas, was der Staat nach der Trennung in gewisser Weise erzwingen kann.

Beruf und Familie sind schwieriger Spagat für Männer

Selbst bei der ungeliebten Arbeit im Haushalt gibt es Bewegung. Während vor zehn Jahren Putzen, Waschen oder Spülmaschine ausräumen vollständig oder überwiegend von Frauen erledigt wurden und der Herr im Haus nur Reparaturen und Autopflege übernahm, engagieren sich Männer zunehmend im Haushalt. Dieser Aufbruch finde aber nicht flächendeckend statt, vielmehr bewegen sich der Studie zufolge auch hier eher jüngere Männer – insbesondere die mit gut ausgebildeten, erwerbstätigen Partnerinnen.

Nun ist Gleichstellung von Männern und Frauen nicht nur eine Frage des Willens, sondern auch der Rahmenbedingungen. Für Männer erweist sich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf oft als noch schwieriger als für Frauen. Zwei Drittel der Väter mit Kindern unter zwei Jahren klagen über hohe Hürden. So fordern 94 Prozent der Väter, dass die Kita-Öffnungszeiten sich nicht am Modell der nur teilzeiterwerbstätigen Mutter orientieren dürften.

Eine berechtigte Forderung. Sowohl an sich als auch für eine Situation nach der Trennung.

Es gibt auch „Maskulisten“
Ungeachtet der zunehmenden Akzeptanz der Gleichstellungspolitik in der Breite der Bevölkerung gebe es aber auch eine radikal anti-feministische, betont „maskulistische“ Strömung, schreibt Studienautor Wippermann. Der „engere Kern des Maskulismus“ mache aber nur etwa ein Prozent der männlichen Bevölkerung aus.

Das wären, wenn man von 40 Millionen Männern ausgeht, immerhin 400.000 Männer im engeren Kern. Ich bin zuversichtlich, dass der „äußere Kern“ wenn es nur darum geht, dass man den modernen Feminismus und GleichSTELLUNG ablehnt deutlich größer ist.

Wenn man sieht, dass sich in Großbritanien nur 7% als Feministen sehen (wobei das nicht der „harte Kern“ sein müsste) und auch in Amerika viele des Feminismus ablehnen und immerhin 70% der Frauen und 77% der Männer die feministische Glaubensdoktrin, dass Frauen für gleiche Arbeit weniger verdienen nicht glauben dann wäre 1% „harter Kern“ gar nicht mal so verkehrt (ich vermute mal die Zuweisung zum „harten Kern“ ist aber Schrott

Diese Männer sähen in der Gleichstellungspolitik nur ein Synonym für die unnötige Frauenförderung. Frauen seien bereits genug gefördert worden, jetzt seien endlich mal die Männer dran, lautet eine der Auffassungen dieser Gruppe. Genderstudien – also Studien, die sich mit gesellschaftlichen Rollenbildern von Frauen und Männern auseinandersetzen – würden von dieser Gruppe kategorisch als „pseudowissenschaftlich“ und „ideologisch“ eingestuft.Etwa fünf Prozent aller Männer würden zwar nicht alle, aber immerhin manche der anti-feministischen Positionen teilen. Und etwa ein Drittel aller Männer sei für einzelne Einstellungen dieser Art empfänglich, meint Wippermann.

5% wären immerhin 2 Millionen und ein Drittel 12 Millionen. Es wird interessant, wie das die Studie abgefragt hat. Ich vermute mal, dass man recht absolute Forderungen abgefragt hat und den Feminismus weniger extrem dargestellt hat, als es der moderne Feminismus eigentlich ist.

Maskulisten seien am häufigsten in der Altersgruppe 40 bis 60 Jahre zu finden und überdies in allen Schichten. Aber bei einem erheblichen Teil der unter 30-jährigen Männer verfingen einzelne Einstellungen und Argumente dieser Strömung. Bei Frauen ist der Anteil des Anti-Feministinnen kleiner: Nur 0,1 Prozent gehören zum harten Kern, aber immerhin 15,2 Prozent aller Frauen seien empfänglich für diese Ansichten.

Das finde ich gar nicht mal eine so niedrige Quote. Jetzt muss man das nur noch aktivieren.

Gleichstellung wird unterschiedlich verstanden
Trotz dieser kleinen, aber hartnäckigen Gegenbewegung zeigt die Studie, dass sich die partnerschaftliche Aufteilung zwischen Männern und Frauen von Erwerbsarbeit sowie Kindererziehung und Haushalt als gesellschaftliches Leitmodell durchsetzt – weil Männer und Frauen es so wollen.

Als ob man dagegen sein müsste, wenn man gegen Gleichstellungspolitik ist. Hier werden Gegensätze genannt, die keine sind.

Allerdings gießt Studienautor Wippermann in seinem Fazit noch etwas Wasser in den Wein. Aus seiner Sicht ist die Definition von „Gleichstellung“ in der Gesellschaft nicht einheitlich. Gleichstellung sähen die eher traditionell eingestellten Männer auch bereits dann erreicht, wenn es in der Partnerschaft keine Konflikte über die Rollenverteilung gebe, unabhängig davon, wie Arbeit und Zugriff auf Finanzen verteilt sind.

Ich bin gespannt auf die Studie. Wenn einer an sie rankommt, dann bitte mitteilen.

Ich bin auch gespannt, ob und wie dieses mal die hier bestehende Szene aus verschiedenen Blogs etc dargestellt wird.

Leidensdruck von Männern in Hinblick auf Benachteiligungen

Anlässlich der Forderung nach plakativen Forderungen für Extrempositionen tauchte in den Kommentaren auch die Frage des „Leidensdruckes“ auf.

Peter Müller schrieb dazu:

Mir scheint es, der Autor möchte gerne das Etikett „Jungen- und Männerrechte“ nutzen um seine politische Agenda durchzusetzen.

Im übrigen krankt die „Jungen- und Männerrechtsbewegung“ eher daran, dass es keinen realen Leidensdruck bei der Zielgruppe gibt und deswegen kein Interesse etwas fundamental oder gar radikal zu ändern.

Die Ausnahme ist hier die Väterrechtsbewegung, aber selbst die bekommen ja höchstens bundesweit eine Handvoll Demonstranten zusammen wenn es um die Artikulation ihrer Anliegen geht.

Jungs, organisiert mal einen Sternmarsch in Berlin mit >10 000 Teilnehmern, dann werdet ihr auch wahrgenommen

 

Klaus T führte an:

 

Das Argument mit dem Leidensdruck stimmt. Neben der Väterechtsbewegung (deswegen auch mein Vorschlag Wechselmodell) gibt es derzeit auch Bereiche im öffentlichen Dienst, wo Betroffene hautnah, nämlich beim Verdienst, die Auswirkungen des Feminismus‘ spüren. Hier könnte sich auch ein Ansatzpunkt bieten. In NRW gibt es einen „Aufstand“ betroffener Polizeibeamter, die trotz besserer Leistung nicht befördert werden, weil laut Gesetz Frauen zu bevorzugen sind. Ich höre auch aus anderen Bereichen (Bundesländern), dass es dort mit Bevorzugung von Frauen bei Beförderungen ähnlich läuft, allerdings im Verborgenen.

Und auch der Kommentar von Alex ging in diese Richtung:

„Männerrechte“ interessieren eigentlich „niemanden“ speziell. Der Feminismus ist ein abseitiges Problem von ein paar radikalen Spinnern, die zum guten Teil beim „Spiegel“, „Zeit“ und sonstigen Bastionen des abseitigen Irrealismus tätig zu sein scheinen.

Was soll bei der ganzen Sache eigentlich politisch rauskommen?!

Die politische Linke könnte sich für das Thema letztlich interessieren, geht es um weitere Identitätspolitik für die man jetzt auch, zuletzt, Männer mobilisieren kann. Raus kommen werden zahlreiche „Förderungsprogramme“, die weniger als nichts bewirken und nur von den „plakativen Forderungen“ der progressiven Linken geschluckt werden dürften.

Auf der politischen Rechten hingegen wird es in Richtung eines gynozentrischen Konservativismus gehen, der den „moderaten“, d.h. leisen, unideologischen Feminismus mit der notorischen heroischen Opferrolle verknüpft.

Na, viel Spass dabei. Jeder wähle das „kleinere Übel“….. 😦

Es ist eine interessante Frage, warum es schwer ist Leute für Männerrechte zu begeistern. Ein Aspekt ist sicherlich, dass viele Männer bestimmte Probleme als etwas ansehen, was sie nicht betrifft und aus dem sie sich raushalten können. Gerade weil Klagen über Benachteiligungen bei Männern dann, wenn man selbst nichts dagegen machen kann, eher als schwach wahrgenommen wird, besteht da vielleicht eine größere Hürde. Zudem gibt es eben kein „Historisches Narrativ“, auf dem heraus man seine Ansicht vortragen kann.

Hingegen gibt es dies bei Frauen und Punkte wie „21% weniger Gehalt“ betreffen eben erst einmal subjektiv viele Frauen, wohingegen Ungerechtigkeiten beim Unterhalt und beim Sorgerecht oder beim Umgang nur einen kleinen Teil der Männer in dem Moment betreffen.

Deswegen scheint mir „Problembewußtsein schaffen“ auch ein wichtiges Anliegen im Maskulismus.

Was meint ihr, woran es liegt?

Maskulinismus und Maskulismus

Arne zitiert einen Beitrag der WDR Nachrichten:

Die virtuelle Welt muss dieselben Spielregeln und Gesetze haben wie die reale Welt“, forderte die Chefredakteurin des vor 40 Jahren erstmals veröffentlichten Frauenmagazins. Im Internet organisierten sich sogenannte Männerrechtler, Maskulinisten, die Feministinnen für Hexen und Nazis hielten, sagte Schwarzer.

Dazu merkt er an:

(Ich weiß nicht, warum es so schwierig ist, wenigstens die korrekte Bezeichnung der Gruppe zu lernen, über die frau herzieht; gemeint sind natürlich Maskulisten.)

Meine Vermutung ist ja eher, dass mit der Verwendung des Begriffs Maskulinisten eher eine Abwertung verbunden sein soll, der Begriff also ganz bewußt gewählt wird. Ich hatte mal eine Unterscheidung wie folgt gehört:

  • Maskulinisten; Menschen, die Männerherrschaft wollen
  • Maskulisten: Menschen, die sich für Männerrechte einsetzen

Das Feministen dann eher die Bezeichnung Maskulinisten verwenden, weil alles außer radikalen Feminismus eh ein Einsetzen für die aus ihrer Sicht bereits bestehende Männerherrschaft  ist, erscheint mir dann naheliegend.

Dennoch ist es interessant, die Begriffe mal etwas näher zu betrachten:

In der Wikipedia findet sich das Folgende:

Maskulinismus

Maskulinismus ist eine Ideologie naturbedingter männlicher Überlegenheit oder des Androzentrismus, welche sich in Männerbünden und antifeministischen Bewegungen artikuliert. Eine Kernthese des Maskulinismus lautet, dass Männer von Müttern und Frauen unterdrückt werden und sich auf ihre Männlichkeit zurückbesinnen sollten. Eine alternative Bedeutung von Maskulinismus ist das Eintreten für die Rechte und Bedürfnisse von Männern.

Gelegentlich wird der Begriff Maskulismus als Synonym für Maskulinismus verwendet; jedoch unterscheiden andere Autoren strikt zwischen den beiden Begriffen.

Die Darstellung mit den unterdrückten Männern und der Zurückbesinnung auf die Männlichkeit trifft eher einen älteren Stand, etwa nach dem Gelben Forum und Sons of Perseus. Vielleicht auch zumindest was die Rückbesinnung auf das männliche angeht Seiten wie etwa Rooshs Return of men.

Nun ist mir klar, dass die Wikipedia in dem Bereich sehr ideologisch ist und es wahrscheinlich schwierig wäre, den Artikel zu ändern ohne in einen Editorenkrieg zu geraten. Der Eintrag, der eher zu Maskulismus wie wir ihn hier verstehen wäre wohl – worauf auch eine Weiterleitung zum Begriff Maskulismus verweist – der Artikel zur Männerrechtsbewegung

In dem Wikipediaartikel zum Maskulinismus heißt es weiter

In den Vereinigten Staaten entstanden im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert maskulinistische Männer- und Väterrechtsgruppen als Reaktion auf den Feminismus. Antifeministische Gruppierungen seit den 1970er Jahren, die Rechte und Bedürfnisse proklamieren, die sie als männertypisch betrachten, verwenden für ihre Bewegung den abgewandelten Begriff Maskulismus oder Männerrechtsbewegung.

Das wäre immerhin schon etwas klarer in dem Artikel.

Zur Geschichte des Begriffs heißt es dort weiter:

Laut dem Oxford English Dictionary wurde der Begriff masculinism (dt.: Maskulinismus) zum ersten Mal im Jahr 1911 in einem Aufsatz in der Zeitschrift The Freewoman verwendet.[13] Im Merriam Webster wurde das englische Wort masculinist (dt.: Maskulinist, maskulinistisch) erstmals 1918 aufgezeichnet.[14] Den englischen Ausdruck masculist (dt.: Maskulist) prägte und popularisierte Charlotte Perkins Gilman schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Als maskulistisch charakterisierte sie misogyne Männer, wie den Autor Otto Weininger, das androzentrische politische und kulturelle Handeln von Männern und deren Widerstand gegen das Frauenwahlrecht als Maskulismus. 1914 betitelte sie eine Vortragsreihe Studies in Masculism, in der sie den Ersten Weltkrieg als „masculism at its worst“ verdammte.

Als Maskulinismus beschreibt Michael Kimmel eine der „antifeministischen Antworten“ amerikanischer Männer auf die erstarkende Frauenbewegung und die Erosion der traditionellen Geschlechterrollen gegen Ende des 19. und zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Maskulinisten dieser Strömung des Antifeminismus opponierten gegen eine angenommene Verweiblichung der amerikanischen Kultur und wollten reine Männer-Bereiche und -Institutionen („purified pockets of virility“) schaffen, in denen Jungen zu der Manneskraft und Härte erzogen werden sollten, die ihrem Geschlecht gemäß seien.

Das wäre dann eine Auffassung, die heute in der Männerrechtsbewegung keine große Rolle mehr spielt (Roosh und Co sehen sich deswegen ja auch nichts als Teil der Männerbewegung sondern bevorzugen die Bezeichnung „Neomasculinity“

Die weitere Geschichte wird dann wie folgt dargestellt:

Begrifflichkeiten seit den 1970er Jahren

Der amerikanische Soziologe Arthur Brittan definiert Maskulinismus als die „Ideologie des Patriarchates“, die männliche Dominanz naturalisiere und legitimiere.[17][18] Diese Überzeugung wird von einem Teil der Vertreter der Männerrechtsbewegung („men’s rights movement“) vertreten;einige Männerrechtler bezeichnen sich selbst als Maskulinisten[21] oder werden so betitelt.[19] Michael Meuser untersuchte Maskulinismus als dezidiert antifeministischen Diskurs in der deutschsprachigen Männerliteratur seit Ende der 1980er Jahre, in der „in einer Umdeutung feministischer Thesen Männer als das unterdrückte Geschlecht bezeichnet werden, in dem Bestreben die Fraglosigkeit dominanter Muster von Männlichkeit wiederherzustellen“.[22]

Eine Untersuchung des Wortes „Maskulinismus“ im englisch- und französischsprachigen Raum hat ergeben, dass der Begriff auf Englisch (masculinism) sich üblicherweise auf eine patriarchale Ideologie oder eine androzentrische Sichtweise bezieht. Auf Französisch (masculinisme) wird das Wort seit den 1990er Jahren vornehmlich für antifeministische Trends verwendet. Antifeministen sind sich selbst nicht einig, wie sie sich bezeichnen sollen, und schwanken zwischen den Wörtern „Maskulinist“ (masculinist), „Maskulist“ (masculist), „Hominist“ und „Aktivist für die Rechte von Männern“ oder „von Vätern“.[8]

Aus Sicht einer radikalen Feministin wäre wohl fast jede Bewegung, die Männer nicht als Unterdrücker, sondern sogar als Leute, die benachteiligt sein können, einstuft androzentrisch, weil ja auf Männer ausgerichtet.

Analog zum Begriff Feminismus bezeichnen Männerrechtler wie Ferrell Christensen eine politische Anschauung, die davon ausgeht, dass (auch) Männer diskriminiert würden und diese Diskriminierung beseitigt werden müsse, als Maskulismus.[9] Daniel Boyarin argumentiert dagegen, dass der Ausdruck Maskulismus aufgrund seiner terminologischen Ähnlichkeit zu Feminismus problematisch sei, da Maskulismus historisch ein Projekt männlicher Dominanz über Frauen sei, wohingegen Feminismus nicht das Ziel einer weiblichen Dominanz über Männer verfolge.[23] Daniel Boyarin verwendet also „Maskulismus“, im Zusammenhang mit der traditionellen Lesart der Bibel, als Begriff für traditionelle Männlichkeitsideologie, und nicht als Begriff für die spezielle (jüngere) politische Strömung der Männerrechtsbewegung.

Das Maskulismus nicht Maskulismus heißen darf, weil das ja die Bösen sind, während die Feministen die guten sind und das nicht anders sein darf, ist ja wirklich eine nette Begründung.

Wie seht ihr den Unterschied zwischen „Maskulismus“ und „Maskulinismus“?

Meint ihr, das es sinnvoll wäre, den Artikel zum Maskulinismus zu überarbeiten und den Unterschied deutlich zu machen?

Wie könnte man das machen?

 

Heute: „Red Pill“-Premiere für Deutschland in Berlin, 20:00 Uhr

Heute ist die Deutschlandpremiere in Berlin. Wer noch nichts vorhat und in der Nähe ist, der kann wohl auch noch Karten bekommen:

Am 14. November 2016 um 20 Uhr läuft der Dokumentarfilm „The Red Pill“ im CineMotion Berlin-Hohenschönhausen erstmals mit deutschen Untertiteln in einem deutschen Kino. Möglich wurde das durch eine Crowdfunding-Kampagne bei Kickstarter.

Wer was dazu zu berichten hat kann es gerne in den Kommentaren machen.

Strategien zur besseren Wahrnehmung von Problemen von Jungen und Männern (Gastartikel)

Dies ist ein Gastartikel von Mark Smith

Strategien, damit Problemlagen und Benachteiligungen von Jungen und Männern vermehrt in Politik und Medien wahrgenommen werden und somit gesellschaftliche Akzeptanz finden!

Es herrscht offenbar vielfach eine Kluft zwischen öffentlicher und veröffentlichter Meinung, wenn es um die Problemlagen und Benachteiligungen von Jungen und Männern geht. Dieser Artikel geht der Frage nach, mit welchen Strategien diese Kluft ein Stück weit geschlossen werden könnte.

Kluft zwischen öffentlicher und veröffentlichter Meinung

Vor zwei, drei Wochen gab es auch in der Schweiz einen sogenannten Schweizer-Aufschrei, der also Sexismus und sexuelle Belästigung etc. von Männern gegenüber Frauen thematisierte. Dabei ist mir aufgefallen, dass die Schweizer Medien zahlreich über diesen Hashtag – meist wohlwollend und positiv –  informierten bzw. das Anliegen diskutierten. Das heisst, wenn Frauen in den Social Media einen „Aufschrei“ über Sexismus lancieren, wird dieser von den etablierten Mainstream-Medien quasi kritiklos und wohlwollend rezipiert. Anders sah die Sache bei den Online-Medien und ihren Kommentarspalten aus: Bei etlichen Online-Medien wurde der Aufschrei – von zahlreichen Männern, aber auch Frauen –  aus unterschiedlichsten Gründen kritisiert (vielfach, weil Frauen nur als Opfer und Männer nur als Täter dargestellt wurden). Das heisst: zwischen den Medien und ihren Rezipienten gab es eine grosse Kluft (Hiatus). Das heisst zusätzlich: Die etablierten Medien sind vermutlich nicht repräsentativ für die öffentliche Meinung, sondern höchstens für die veröffentlichte Meinung. Das heisst ebenfalls: Es ist anzunehmen, dass viele Männer, aber teilweise auch Frauen, für Benachteiligungen von Männern ein offenes Ohr haben.

Mit welchen Strategien kann diese Kluft geschlossen werden?

Vor diesem Hintergrund habe ich mich gefragt, was man machen könnte, damit die Problemlagen und Benachteiligungen von Jungen und Männern in Politik und Medien vermehrt wahrgenommen werden und schlussendlich breite(re) Akzeptanz finden und schlussendlich auch Massnahmen dagegen ergriffen werden. Wie ich auf Genderama erst kürzlich gelesen habe, gab es offenbar bereits eine Diskussion darüber, wie man die Leute zu mehr als „nur“ zum Bloggen und Kommentieren motivieren könnte – Arne Hoffmann schreibt diesbezüglich auf Genderama:

„Versuche, die Leute zu mehr als zum Bloggen und Kommentieren zu motivieren, wurden als Angriff auf Blogger missverstanden und führte zu regelrechten Wutanfällen. Andererseits entstehen durch den Männerkongress und die Interessensgemeinschaft Jungen, Männer und Väter derzeit genau solche Bewegungen, die über das Internet hinausgehen und den direkten Kontakt mit der Politik suchen – wenn auch deren Hauptlast wieder von einigen wenigen Einzelnen getragen wird und anders als etwa in Großbritannien hierzulande keine wirklich öffentlichkeitswirksamen Aktionen stattfinden. Es ist so, wie es ist, und mehr kann man derzeit meiner Einschätzung nach nicht erreichen. Gleichberechtigung für Männer zu erreichen ist offenbar ein sehr zäher Prozess.“

Diese Diskussion, wie kann man die Leute vermehrt zu weiteren Aktivitäten motivieren als „nur“ zum Bloggen und Kommentieren, wurde somit bereits geführt, und es macht insofern keinen Sinn, diese Diskussion zu wiederholen. Meine Intention war von Anfang an auch nicht auf diesen Aspekt (wie motiviere ich die Leute) gerichtet, sondern, welche Strategien könnten erfolgreich sein, damit eben Problemlagen und Benachteiligungen von Jungen und Männern vermehrt in der Gesellschaft wahrgenommen werden, damit gesellschaftlich bzw. gesellschaftspolitisch mit entsprechenden Massnahmen darauf reagiert wird.

In diesem ersten Teil (ev. gibt es auch noch einen zweiten Teil) werde ich nachfolgend ein paar Strategien vorstellen, die m.E. notwendig und zwingend sind, es fehlen jedoch auch noch Strategien, wie man z.B. mit staatlichen Institutionen/Organisationen oder zivilgesellschaftlichen Institutionen/Organisationen etc. umgeht (Parteien, Gewerkschaften, Verbände, Vereine, NGO etc.).

Interessant für eine Diskussion wäre für mich demzufolge: welche Strategien findet ihr sinnvoll, welche überhaupt nicht, was für Strategien fallen Euch sonst noch ein?

(1) Mitwirkung in Organisationen bzw. Institutionen, die sich für Problemlagen und Benachteiligungen von Jungen und Männern einsetzen:

  • Eintritt in Organisationen bzw. Institutionen, die sich für Problemlagen und Benachteiligungen von Jungen und Männern engagieren;
  • aktiv mitarbeiten in Organisationen bzw. Institutionen, die sich für Jungen und Männern engagieren;
  • finanzielle Unterstützung (Spenden) für Organisationen bzw. Institutionen, die sich für Problemlagen und Benachteiligungen von Jungen und Männern einsetzen;
  • Öffentlichkeitsarbeit (Werbung) machen für solche Organisationen bzw. Institutionen bei Verwandten, Bekannten, Freunden, Kollegen, Parteien, NGO’s, staatlichen Institutionen, auf Social Media Kanälen (Facebook, Twitter, Blogs, Verlinkungen etc.).

(2) Medien:

Ausgangslage:

  • Der feministische Diskurs ist sogenannt hegemonial in den (Leit-)Medien (Radio, TV. Print, Online).
  • Es herrscht somit vielfach ein verzerrtes Bild in den Medien über Benachteiligungen und Problemlagen von Jungen und Männern.
  • Wer sich für Problemlagen und Benachteiligungen von Jungen und Männern einsetzt, wird vielfach diskreditiert, diffamiert, als Feind (Erzeugung von Feindbilder) betrachtet, ausgegrenzt, marginalisiert, stigmatisiert etc.
  • Es gibt nur sehr wenige Journalisten, die es wagen, sich für Benachteiligungen und Problemlagen von Männern einzusetzen.

Mir selbst kommen im deutschen Raum so spontan nur gerade folgende Personen in den Sinn, die es regelmässig auch in die Leitmedien schaffen:

  • Thomas Fischer
  • Birgit Kelle
  • Harald Martenstein
  • Don Alfonso

 Strategien:

  • Hier könnte es sinnvoll sein, dass man diese Personen, die es schaffen, regelmässig in den Leitmedien zu publizieren, immer wieder mal ermuntert, Ihnen Mut zuspricht, sie bestätigt, dass sie auch mitbekommen, dass man ihre Medienarbeit für wichtig und wertvoll findet.
  • Es ist m.E. wichtig, dass man die Medien, die vielfach ein verzerrtes Bild zeichnen, immer wieder darauf aufmerksam macht und kritisiert. Das heisst, dass man einzelne Artikel oder eine Serie von Artikeln, Sendungen, Beiträge etc. immer wieder mal analysiert und auf Lücken, Fehlstellen, Widersprüche, Fehler, tendenziöse Berichterstattung, Unausgewogenheit, Moralisierung, Emotionalisierung, Skandalisierung, Einseitigkeiten, fehlende Ausgewogenheit, Empörungsbewirtschaftung, Bauchstalinismus, Feindbilder, Stereotypien, Diffamierungen, Diskreditierungen, Stigmatisierungen etc. abklopft und diese darlegt und online publiziert.
  • Dies kann auf Blogs geschehen, dies kann auf Kommentarspalten geschehen, man könnte jedoch auch direkt die Journalisten direkt und persönlich per E-Mail kontaktieren und sie auf die entsprechenden Stellungnahmen hinweisen oder direkt in der E-Mail gerade darauf hinweisen, was man gut findet und was nicht.
  • Eine zusätzliche Möglichkeit wäre, dass man nicht nur den betreffenden Journalisten kontaktiert, sondern ev. auch die gesamte Redaktion oder die Chefredaktoren, sodass es in der Hierarchie auch ein bisschen aufwärts geht.
  • Möglichkeit wäre natürlich auch, wenn man eine Programmbeschwerde (Aufsichtsbeschwerde) einreicht, wenn gewisse Sendungen beim Hörfunk oder TV vollständig jenseits von Gut und Böse sind.
  • Sinnvoll könnte auch sein, dass man bei den etablierten Medien anfragt, ob man ev. mal einen Gastbeitrag einbringen oder sogar regelmässig einen Gastbeitrag publizieren dürfte.
  • Das Gleiche gilt für weniger etablierte Medien wie z.B. Telepolis, Novo Argumente, Cicero etc.

Wichtig scheint mir dabei, dass man quasi immer auf zwei Ebenen operiert:

  • Auf der thematischen Sachebene (z.B. Gender-Pay-Gap) sowie
  • auf einer Metaebene, die quasi an die Medienqualität des Mediums oder des Journalisten appelliert (fehlende Kontextualisierung, fehlende Ausgewogenheit, fehlende Relevanz, fehlende Neutralität, fehlende Objektivität, fehlende Fakten, ungenügende Recherche, Kampagnenjournalismus, Emotionalisierung, Empörungsbewirtschaftung, Bauchstalinismus, Moralisierung, Diskreditierung, Stigmatisierung, Feindbilder etc.).
  • Die Thematisierung der Metaebene, also der Medienqualität, ist m.E. sehr wichtig: Die Medien bzw. Journalisten mögen es in der Regel nicht, wenn man ihnen Mängel hinsichtlich der Medienqualität vorwirft, weil hier kratzt man unter anderem auch an ihrem Berufsethos.

Die Artikel könnten m.E. wie folgt aufgebaut sein:

  • Leicht lesbar und verstehbar (gute Verständlichkeit, mit Bilder, Graphiken, Infokasten, Titel, Untertitel, Vorspann, Zwischentitel, Gliederung, Abschnitte): Verständlichkeit und Schwierigkeit auf das Zielpublikum zugeschnitten, aber eher weniger Fremdwörter oder Fachjargon, eher kleine Häppchen und nicht ellenlange Texte, und der Text sollte einen Küchenzuruf haben: also eine klare Botschaft (und nicht zwei), die mit höchstens zwei Sätzen auf den Punkt gebracht werden kann.
  • Verweise auf Kontext- und Hintergrundwissen: Also auf weiterführende Literatur (wissenschaftliche Studien, Bücher, Artikel, Sendungen, Institutionen, Personen, Blogs, Infoseiten etc.)
  • Wenn möglich keine Polemik, keine direkten Angriffe bzw. Wertungen auf die Person, eher Fragen stellen, sachlich argumentieren, wenn Moralisierung und Emotionalisierung, dann eher in fragender Form, also kein Kampagenjournalismus, sondern Argumentation und Fakten: eine klare Meinung kann selbstverständlich auch vertreten werden. Keine Feindbilder aufbauen: hier die Guten und dort die bösen Feministinnen, sondern sagen, dass man die Interesse aller vertritt, nicht nur die der Frauen oder Männer oder Kinder: also Menschenrechte und Benachteiligungen aller Menschen ist das eigentlich Ziel. Jedoch darauf hinweisen, dass es eine verzerrte Debatte gibt: Probleme und Benachteiligungen von Jungen und Männern würden nicht angemessen in Medien und Politik bearbeitet und wahrgenommen, weil vielfach „nur“ die Problemlagen und Benachteiligungen von Frauen und Mädchen thematisiert würden. Ziel wäre also, ein realitätsgerechtes Bild zu zeichnen.
  • Selbstverständlich kann man sich fragen, ob es nicht besser wäre, wenn man quasi mit Emotionalisierung, Skandalisierung und Moralisierung arbeiten würde, also quasi Empörungs- oder Kampagnenjournalismus betreiben sollte, wie es eben z.B. die Aufschrei-Kampagne machte. Ich bin der Auffassung, dass dies die falsche Strategie ist, weil solche Menschen, die sich quasi mittels Emotionalisierung, Moralisierung und Skandalisierung einfangen lassen, lassen sich am nächsten Tag ev. auch wieder für etwas anderes einfangen, was dem widerspricht, was noch am Vortag für sinnvoll gehalten wurde. Aber eine Möglichkeit wäre, wenn man darauf aufmerksam macht, dass man sich eben abgrenzt von solchen Kampagnen wie der Aufschrei etc. und dies auch erklärt: wieso, weshalb warum.