Leidensdruck von Männern in Hinblick auf Benachteiligungen

Anlässlich der Forderung nach plakativen Forderungen für Extrempositionen tauchte in den Kommentaren auch die Frage des „Leidensdruckes“ auf.

Peter Müller schrieb dazu:

Mir scheint es, der Autor möchte gerne das Etikett „Jungen- und Männerrechte“ nutzen um seine politische Agenda durchzusetzen.

Im übrigen krankt die „Jungen- und Männerrechtsbewegung“ eher daran, dass es keinen realen Leidensdruck bei der Zielgruppe gibt und deswegen kein Interesse etwas fundamental oder gar radikal zu ändern.

Die Ausnahme ist hier die Väterrechtsbewegung, aber selbst die bekommen ja höchstens bundesweit eine Handvoll Demonstranten zusammen wenn es um die Artikulation ihrer Anliegen geht.

Jungs, organisiert mal einen Sternmarsch in Berlin mit >10 000 Teilnehmern, dann werdet ihr auch wahrgenommen

 

Klaus T führte an:

 

Das Argument mit dem Leidensdruck stimmt. Neben der Väterechtsbewegung (deswegen auch mein Vorschlag Wechselmodell) gibt es derzeit auch Bereiche im öffentlichen Dienst, wo Betroffene hautnah, nämlich beim Verdienst, die Auswirkungen des Feminismus‘ spüren. Hier könnte sich auch ein Ansatzpunkt bieten. In NRW gibt es einen „Aufstand“ betroffener Polizeibeamter, die trotz besserer Leistung nicht befördert werden, weil laut Gesetz Frauen zu bevorzugen sind. Ich höre auch aus anderen Bereichen (Bundesländern), dass es dort mit Bevorzugung von Frauen bei Beförderungen ähnlich läuft, allerdings im Verborgenen.

Und auch der Kommentar von Alex ging in diese Richtung:

„Männerrechte“ interessieren eigentlich „niemanden“ speziell. Der Feminismus ist ein abseitiges Problem von ein paar radikalen Spinnern, die zum guten Teil beim „Spiegel“, „Zeit“ und sonstigen Bastionen des abseitigen Irrealismus tätig zu sein scheinen.

Was soll bei der ganzen Sache eigentlich politisch rauskommen?!

Die politische Linke könnte sich für das Thema letztlich interessieren, geht es um weitere Identitätspolitik für die man jetzt auch, zuletzt, Männer mobilisieren kann. Raus kommen werden zahlreiche „Förderungsprogramme“, die weniger als nichts bewirken und nur von den „plakativen Forderungen“ der progressiven Linken geschluckt werden dürften.

Auf der politischen Rechten hingegen wird es in Richtung eines gynozentrischen Konservativismus gehen, der den „moderaten“, d.h. leisen, unideologischen Feminismus mit der notorischen heroischen Opferrolle verknüpft.

Na, viel Spass dabei. Jeder wähle das „kleinere Übel“….. 😦

Es ist eine interessante Frage, warum es schwer ist Leute für Männerrechte zu begeistern. Ein Aspekt ist sicherlich, dass viele Männer bestimmte Probleme als etwas ansehen, was sie nicht betrifft und aus dem sie sich raushalten können. Gerade weil Klagen über Benachteiligungen bei Männern dann, wenn man selbst nichts dagegen machen kann, eher als schwach wahrgenommen wird, besteht da vielleicht eine größere Hürde. Zudem gibt es eben kein „Historisches Narrativ“, auf dem heraus man seine Ansicht vortragen kann.

Hingegen gibt es dies bei Frauen und Punkte wie „21% weniger Gehalt“ betreffen eben erst einmal subjektiv viele Frauen, wohingegen Ungerechtigkeiten beim Unterhalt und beim Sorgerecht oder beim Umgang nur einen kleinen Teil der Männer in dem Moment betreffen.

Deswegen scheint mir „Problembewußtsein schaffen“ auch ein wichtiges Anliegen im Maskulismus.

Was meint ihr, woran es liegt?

Maskulinismus und Maskulismus

Arne zitiert einen Beitrag der WDR Nachrichten:

Die virtuelle Welt muss dieselben Spielregeln und Gesetze haben wie die reale Welt“, forderte die Chefredakteurin des vor 40 Jahren erstmals veröffentlichten Frauenmagazins. Im Internet organisierten sich sogenannte Männerrechtler, Maskulinisten, die Feministinnen für Hexen und Nazis hielten, sagte Schwarzer.

Dazu merkt er an:

(Ich weiß nicht, warum es so schwierig ist, wenigstens die korrekte Bezeichnung der Gruppe zu lernen, über die frau herzieht; gemeint sind natürlich Maskulisten.)

Meine Vermutung ist ja eher, dass mit der Verwendung des Begriffs Maskulinisten eher eine Abwertung verbunden sein soll, der Begriff also ganz bewußt gewählt wird. Ich hatte mal eine Unterscheidung wie folgt gehört:

  • Maskulinisten; Menschen, die Männerherrschaft wollen
  • Maskulisten: Menschen, die sich für Männerrechte einsetzen

Das Feministen dann eher die Bezeichnung Maskulinisten verwenden, weil alles außer radikalen Feminismus eh ein Einsetzen für die aus ihrer Sicht bereits bestehende Männerherrschaft  ist, erscheint mir dann naheliegend.

Dennoch ist es interessant, die Begriffe mal etwas näher zu betrachten:

In der Wikipedia findet sich das Folgende:

Maskulinismus

Maskulinismus ist eine Ideologie naturbedingter männlicher Überlegenheit oder des Androzentrismus, welche sich in Männerbünden und antifeministischen Bewegungen artikuliert. Eine Kernthese des Maskulinismus lautet, dass Männer von Müttern und Frauen unterdrückt werden und sich auf ihre Männlichkeit zurückbesinnen sollten. Eine alternative Bedeutung von Maskulinismus ist das Eintreten für die Rechte und Bedürfnisse von Männern.

Gelegentlich wird der Begriff Maskulismus als Synonym für Maskulinismus verwendet; jedoch unterscheiden andere Autoren strikt zwischen den beiden Begriffen.

Die Darstellung mit den unterdrückten Männern und der Zurückbesinnung auf die Männlichkeit trifft eher einen älteren Stand, etwa nach dem Gelben Forum und Sons of Perseus. Vielleicht auch zumindest was die Rückbesinnung auf das männliche angeht Seiten wie etwa Rooshs Return of men.

Nun ist mir klar, dass die Wikipedia in dem Bereich sehr ideologisch ist und es wahrscheinlich schwierig wäre, den Artikel zu ändern ohne in einen Editorenkrieg zu geraten. Der Eintrag, der eher zu Maskulismus wie wir ihn hier verstehen wäre wohl – worauf auch eine Weiterleitung zum Begriff Maskulismus verweist – der Artikel zur Männerrechtsbewegung

In dem Wikipediaartikel zum Maskulinismus heißt es weiter

In den Vereinigten Staaten entstanden im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert maskulinistische Männer- und Väterrechtsgruppen als Reaktion auf den Feminismus. Antifeministische Gruppierungen seit den 1970er Jahren, die Rechte und Bedürfnisse proklamieren, die sie als männertypisch betrachten, verwenden für ihre Bewegung den abgewandelten Begriff Maskulismus oder Männerrechtsbewegung.

Das wäre immerhin schon etwas klarer in dem Artikel.

Zur Geschichte des Begriffs heißt es dort weiter:

Laut dem Oxford English Dictionary wurde der Begriff masculinism (dt.: Maskulinismus) zum ersten Mal im Jahr 1911 in einem Aufsatz in der Zeitschrift The Freewoman verwendet.[13] Im Merriam Webster wurde das englische Wort masculinist (dt.: Maskulinist, maskulinistisch) erstmals 1918 aufgezeichnet.[14] Den englischen Ausdruck masculist (dt.: Maskulist) prägte und popularisierte Charlotte Perkins Gilman schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Als maskulistisch charakterisierte sie misogyne Männer, wie den Autor Otto Weininger, das androzentrische politische und kulturelle Handeln von Männern und deren Widerstand gegen das Frauenwahlrecht als Maskulismus. 1914 betitelte sie eine Vortragsreihe Studies in Masculism, in der sie den Ersten Weltkrieg als „masculism at its worst“ verdammte.

Als Maskulinismus beschreibt Michael Kimmel eine der „antifeministischen Antworten“ amerikanischer Männer auf die erstarkende Frauenbewegung und die Erosion der traditionellen Geschlechterrollen gegen Ende des 19. und zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Maskulinisten dieser Strömung des Antifeminismus opponierten gegen eine angenommene Verweiblichung der amerikanischen Kultur und wollten reine Männer-Bereiche und -Institutionen („purified pockets of virility“) schaffen, in denen Jungen zu der Manneskraft und Härte erzogen werden sollten, die ihrem Geschlecht gemäß seien.

Das wäre dann eine Auffassung, die heute in der Männerrechtsbewegung keine große Rolle mehr spielt (Roosh und Co sehen sich deswegen ja auch nichts als Teil der Männerbewegung sondern bevorzugen die Bezeichnung „Neomasculinity“

Die weitere Geschichte wird dann wie folgt dargestellt:

Begrifflichkeiten seit den 1970er Jahren

Der amerikanische Soziologe Arthur Brittan definiert Maskulinismus als die „Ideologie des Patriarchates“, die männliche Dominanz naturalisiere und legitimiere.[17][18] Diese Überzeugung wird von einem Teil der Vertreter der Männerrechtsbewegung („men’s rights movement“) vertreten;einige Männerrechtler bezeichnen sich selbst als Maskulinisten[21] oder werden so betitelt.[19] Michael Meuser untersuchte Maskulinismus als dezidiert antifeministischen Diskurs in der deutschsprachigen Männerliteratur seit Ende der 1980er Jahre, in der „in einer Umdeutung feministischer Thesen Männer als das unterdrückte Geschlecht bezeichnet werden, in dem Bestreben die Fraglosigkeit dominanter Muster von Männlichkeit wiederherzustellen“.[22]

Eine Untersuchung des Wortes „Maskulinismus“ im englisch- und französischsprachigen Raum hat ergeben, dass der Begriff auf Englisch (masculinism) sich üblicherweise auf eine patriarchale Ideologie oder eine androzentrische Sichtweise bezieht. Auf Französisch (masculinisme) wird das Wort seit den 1990er Jahren vornehmlich für antifeministische Trends verwendet. Antifeministen sind sich selbst nicht einig, wie sie sich bezeichnen sollen, und schwanken zwischen den Wörtern „Maskulinist“ (masculinist), „Maskulist“ (masculist), „Hominist“ und „Aktivist für die Rechte von Männern“ oder „von Vätern“.[8]

Aus Sicht einer radikalen Feministin wäre wohl fast jede Bewegung, die Männer nicht als Unterdrücker, sondern sogar als Leute, die benachteiligt sein können, einstuft androzentrisch, weil ja auf Männer ausgerichtet.

Analog zum Begriff Feminismus bezeichnen Männerrechtler wie Ferrell Christensen eine politische Anschauung, die davon ausgeht, dass (auch) Männer diskriminiert würden und diese Diskriminierung beseitigt werden müsse, als Maskulismus.[9] Daniel Boyarin argumentiert dagegen, dass der Ausdruck Maskulismus aufgrund seiner terminologischen Ähnlichkeit zu Feminismus problematisch sei, da Maskulismus historisch ein Projekt männlicher Dominanz über Frauen sei, wohingegen Feminismus nicht das Ziel einer weiblichen Dominanz über Männer verfolge.[23] Daniel Boyarin verwendet also „Maskulismus“, im Zusammenhang mit der traditionellen Lesart der Bibel, als Begriff für traditionelle Männlichkeitsideologie, und nicht als Begriff für die spezielle (jüngere) politische Strömung der Männerrechtsbewegung.

Das Maskulismus nicht Maskulismus heißen darf, weil das ja die Bösen sind, während die Feministen die guten sind und das nicht anders sein darf, ist ja wirklich eine nette Begründung.

Wie seht ihr den Unterschied zwischen „Maskulismus“ und „Maskulinismus“?

Meint ihr, das es sinnvoll wäre, den Artikel zum Maskulinismus zu überarbeiten und den Unterschied deutlich zu machen?

Wie könnte man das machen?

 

Heute: „Red Pill“-Premiere für Deutschland in Berlin, 20:00 Uhr

Heute ist die Deutschlandpremiere in Berlin. Wer noch nichts vorhat und in der Nähe ist, der kann wohl auch noch Karten bekommen:

Am 14. November 2016 um 20 Uhr läuft der Dokumentarfilm „The Red Pill“ im CineMotion Berlin-Hohenschönhausen erstmals mit deutschen Untertiteln in einem deutschen Kino. Möglich wurde das durch eine Crowdfunding-Kampagne bei Kickstarter.

Wer was dazu zu berichten hat kann es gerne in den Kommentaren machen.

Strategien zur besseren Wahrnehmung von Problemen von Jungen und Männern (Gastartikel)

Dies ist ein Gastartikel von Mark Smith

Strategien, damit Problemlagen und Benachteiligungen von Jungen und Männern vermehrt in Politik und Medien wahrgenommen werden und somit gesellschaftliche Akzeptanz finden!

Es herrscht offenbar vielfach eine Kluft zwischen öffentlicher und veröffentlichter Meinung, wenn es um die Problemlagen und Benachteiligungen von Jungen und Männern geht. Dieser Artikel geht der Frage nach, mit welchen Strategien diese Kluft ein Stück weit geschlossen werden könnte.

Kluft zwischen öffentlicher und veröffentlichter Meinung

Vor zwei, drei Wochen gab es auch in der Schweiz einen sogenannten Schweizer-Aufschrei, der also Sexismus und sexuelle Belästigung etc. von Männern gegenüber Frauen thematisierte. Dabei ist mir aufgefallen, dass die Schweizer Medien zahlreich über diesen Hashtag – meist wohlwollend und positiv –  informierten bzw. das Anliegen diskutierten. Das heisst, wenn Frauen in den Social Media einen „Aufschrei“ über Sexismus lancieren, wird dieser von den etablierten Mainstream-Medien quasi kritiklos und wohlwollend rezipiert. Anders sah die Sache bei den Online-Medien und ihren Kommentarspalten aus: Bei etlichen Online-Medien wurde der Aufschrei – von zahlreichen Männern, aber auch Frauen –  aus unterschiedlichsten Gründen kritisiert (vielfach, weil Frauen nur als Opfer und Männer nur als Täter dargestellt wurden). Das heisst: zwischen den Medien und ihren Rezipienten gab es eine grosse Kluft (Hiatus). Das heisst zusätzlich: Die etablierten Medien sind vermutlich nicht repräsentativ für die öffentliche Meinung, sondern höchstens für die veröffentlichte Meinung. Das heisst ebenfalls: Es ist anzunehmen, dass viele Männer, aber teilweise auch Frauen, für Benachteiligungen von Männern ein offenes Ohr haben.

Mit welchen Strategien kann diese Kluft geschlossen werden?

Vor diesem Hintergrund habe ich mich gefragt, was man machen könnte, damit die Problemlagen und Benachteiligungen von Jungen und Männern in Politik und Medien vermehrt wahrgenommen werden und schlussendlich breite(re) Akzeptanz finden und schlussendlich auch Massnahmen dagegen ergriffen werden. Wie ich auf Genderama erst kürzlich gelesen habe, gab es offenbar bereits eine Diskussion darüber, wie man die Leute zu mehr als „nur“ zum Bloggen und Kommentieren motivieren könnte – Arne Hoffmann schreibt diesbezüglich auf Genderama:

„Versuche, die Leute zu mehr als zum Bloggen und Kommentieren zu motivieren, wurden als Angriff auf Blogger missverstanden und führte zu regelrechten Wutanfällen. Andererseits entstehen durch den Männerkongress und die Interessensgemeinschaft Jungen, Männer und Väter derzeit genau solche Bewegungen, die über das Internet hinausgehen und den direkten Kontakt mit der Politik suchen – wenn auch deren Hauptlast wieder von einigen wenigen Einzelnen getragen wird und anders als etwa in Großbritannien hierzulande keine wirklich öffentlichkeitswirksamen Aktionen stattfinden. Es ist so, wie es ist, und mehr kann man derzeit meiner Einschätzung nach nicht erreichen. Gleichberechtigung für Männer zu erreichen ist offenbar ein sehr zäher Prozess.“

Diese Diskussion, wie kann man die Leute vermehrt zu weiteren Aktivitäten motivieren als „nur“ zum Bloggen und Kommentieren, wurde somit bereits geführt, und es macht insofern keinen Sinn, diese Diskussion zu wiederholen. Meine Intention war von Anfang an auch nicht auf diesen Aspekt (wie motiviere ich die Leute) gerichtet, sondern, welche Strategien könnten erfolgreich sein, damit eben Problemlagen und Benachteiligungen von Jungen und Männern vermehrt in der Gesellschaft wahrgenommen werden, damit gesellschaftlich bzw. gesellschaftspolitisch mit entsprechenden Massnahmen darauf reagiert wird.

In diesem ersten Teil (ev. gibt es auch noch einen zweiten Teil) werde ich nachfolgend ein paar Strategien vorstellen, die m.E. notwendig und zwingend sind, es fehlen jedoch auch noch Strategien, wie man z.B. mit staatlichen Institutionen/Organisationen oder zivilgesellschaftlichen Institutionen/Organisationen etc. umgeht (Parteien, Gewerkschaften, Verbände, Vereine, NGO etc.).

Interessant für eine Diskussion wäre für mich demzufolge: welche Strategien findet ihr sinnvoll, welche überhaupt nicht, was für Strategien fallen Euch sonst noch ein?

(1) Mitwirkung in Organisationen bzw. Institutionen, die sich für Problemlagen und Benachteiligungen von Jungen und Männern einsetzen:

  • Eintritt in Organisationen bzw. Institutionen, die sich für Problemlagen und Benachteiligungen von Jungen und Männern engagieren;
  • aktiv mitarbeiten in Organisationen bzw. Institutionen, die sich für Jungen und Männern engagieren;
  • finanzielle Unterstützung (Spenden) für Organisationen bzw. Institutionen, die sich für Problemlagen und Benachteiligungen von Jungen und Männern einsetzen;
  • Öffentlichkeitsarbeit (Werbung) machen für solche Organisationen bzw. Institutionen bei Verwandten, Bekannten, Freunden, Kollegen, Parteien, NGO’s, staatlichen Institutionen, auf Social Media Kanälen (Facebook, Twitter, Blogs, Verlinkungen etc.).

(2) Medien:

Ausgangslage:

  • Der feministische Diskurs ist sogenannt hegemonial in den (Leit-)Medien (Radio, TV. Print, Online).
  • Es herrscht somit vielfach ein verzerrtes Bild in den Medien über Benachteiligungen und Problemlagen von Jungen und Männern.
  • Wer sich für Problemlagen und Benachteiligungen von Jungen und Männern einsetzt, wird vielfach diskreditiert, diffamiert, als Feind (Erzeugung von Feindbilder) betrachtet, ausgegrenzt, marginalisiert, stigmatisiert etc.
  • Es gibt nur sehr wenige Journalisten, die es wagen, sich für Benachteiligungen und Problemlagen von Männern einzusetzen.

Mir selbst kommen im deutschen Raum so spontan nur gerade folgende Personen in den Sinn, die es regelmässig auch in die Leitmedien schaffen:

  • Thomas Fischer
  • Birgit Kelle
  • Harald Martenstein
  • Don Alfonso

 Strategien:

  • Hier könnte es sinnvoll sein, dass man diese Personen, die es schaffen, regelmässig in den Leitmedien zu publizieren, immer wieder mal ermuntert, Ihnen Mut zuspricht, sie bestätigt, dass sie auch mitbekommen, dass man ihre Medienarbeit für wichtig und wertvoll findet.
  • Es ist m.E. wichtig, dass man die Medien, die vielfach ein verzerrtes Bild zeichnen, immer wieder darauf aufmerksam macht und kritisiert. Das heisst, dass man einzelne Artikel oder eine Serie von Artikeln, Sendungen, Beiträge etc. immer wieder mal analysiert und auf Lücken, Fehlstellen, Widersprüche, Fehler, tendenziöse Berichterstattung, Unausgewogenheit, Moralisierung, Emotionalisierung, Skandalisierung, Einseitigkeiten, fehlende Ausgewogenheit, Empörungsbewirtschaftung, Bauchstalinismus, Feindbilder, Stereotypien, Diffamierungen, Diskreditierungen, Stigmatisierungen etc. abklopft und diese darlegt und online publiziert.
  • Dies kann auf Blogs geschehen, dies kann auf Kommentarspalten geschehen, man könnte jedoch auch direkt die Journalisten direkt und persönlich per E-Mail kontaktieren und sie auf die entsprechenden Stellungnahmen hinweisen oder direkt in der E-Mail gerade darauf hinweisen, was man gut findet und was nicht.
  • Eine zusätzliche Möglichkeit wäre, dass man nicht nur den betreffenden Journalisten kontaktiert, sondern ev. auch die gesamte Redaktion oder die Chefredaktoren, sodass es in der Hierarchie auch ein bisschen aufwärts geht.
  • Möglichkeit wäre natürlich auch, wenn man eine Programmbeschwerde (Aufsichtsbeschwerde) einreicht, wenn gewisse Sendungen beim Hörfunk oder TV vollständig jenseits von Gut und Böse sind.
  • Sinnvoll könnte auch sein, dass man bei den etablierten Medien anfragt, ob man ev. mal einen Gastbeitrag einbringen oder sogar regelmässig einen Gastbeitrag publizieren dürfte.
  • Das Gleiche gilt für weniger etablierte Medien wie z.B. Telepolis, Novo Argumente, Cicero etc.

Wichtig scheint mir dabei, dass man quasi immer auf zwei Ebenen operiert:

  • Auf der thematischen Sachebene (z.B. Gender-Pay-Gap) sowie
  • auf einer Metaebene, die quasi an die Medienqualität des Mediums oder des Journalisten appelliert (fehlende Kontextualisierung, fehlende Ausgewogenheit, fehlende Relevanz, fehlende Neutralität, fehlende Objektivität, fehlende Fakten, ungenügende Recherche, Kampagnenjournalismus, Emotionalisierung, Empörungsbewirtschaftung, Bauchstalinismus, Moralisierung, Diskreditierung, Stigmatisierung, Feindbilder etc.).
  • Die Thematisierung der Metaebene, also der Medienqualität, ist m.E. sehr wichtig: Die Medien bzw. Journalisten mögen es in der Regel nicht, wenn man ihnen Mängel hinsichtlich der Medienqualität vorwirft, weil hier kratzt man unter anderem auch an ihrem Berufsethos.

Die Artikel könnten m.E. wie folgt aufgebaut sein:

  • Leicht lesbar und verstehbar (gute Verständlichkeit, mit Bilder, Graphiken, Infokasten, Titel, Untertitel, Vorspann, Zwischentitel, Gliederung, Abschnitte): Verständlichkeit und Schwierigkeit auf das Zielpublikum zugeschnitten, aber eher weniger Fremdwörter oder Fachjargon, eher kleine Häppchen und nicht ellenlange Texte, und der Text sollte einen Küchenzuruf haben: also eine klare Botschaft (und nicht zwei), die mit höchstens zwei Sätzen auf den Punkt gebracht werden kann.
  • Verweise auf Kontext- und Hintergrundwissen: Also auf weiterführende Literatur (wissenschaftliche Studien, Bücher, Artikel, Sendungen, Institutionen, Personen, Blogs, Infoseiten etc.)
  • Wenn möglich keine Polemik, keine direkten Angriffe bzw. Wertungen auf die Person, eher Fragen stellen, sachlich argumentieren, wenn Moralisierung und Emotionalisierung, dann eher in fragender Form, also kein Kampagenjournalismus, sondern Argumentation und Fakten: eine klare Meinung kann selbstverständlich auch vertreten werden. Keine Feindbilder aufbauen: hier die Guten und dort die bösen Feministinnen, sondern sagen, dass man die Interesse aller vertritt, nicht nur die der Frauen oder Männer oder Kinder: also Menschenrechte und Benachteiligungen aller Menschen ist das eigentlich Ziel. Jedoch darauf hinweisen, dass es eine verzerrte Debatte gibt: Probleme und Benachteiligungen von Jungen und Männern würden nicht angemessen in Medien und Politik bearbeitet und wahrgenommen, weil vielfach „nur“ die Problemlagen und Benachteiligungen von Frauen und Mädchen thematisiert würden. Ziel wäre also, ein realitätsgerechtes Bild zu zeichnen.
  • Selbstverständlich kann man sich fragen, ob es nicht besser wäre, wenn man quasi mit Emotionalisierung, Skandalisierung und Moralisierung arbeiten würde, also quasi Empörungs- oder Kampagnenjournalismus betreiben sollte, wie es eben z.B. die Aufschrei-Kampagne machte. Ich bin der Auffassung, dass dies die falsche Strategie ist, weil solche Menschen, die sich quasi mittels Emotionalisierung, Moralisierung und Skandalisierung einfangen lassen, lassen sich am nächsten Tag ev. auch wieder für etwas anderes einfangen, was dem widerspricht, was noch am Vortag für sinnvoll gehalten wurde. Aber eine Möglichkeit wäre, wenn man darauf aufmerksam macht, dass man sich eben abgrenzt von solchen Kampagnen wie der Aufschrei etc. und dies auch erklärt: wieso, weshalb warum.

 

Red Pill (Dokumentation) (auch: Erinnerung an Berliner Aufführung)

 

Alles zur Erst-Aufführung in Deutschland und wie man noch Karten bekommt, gibt es auf diesem Blog

Auch gerne in den Kommentaren: Fahrgemeinschaften nach Berlin absprechen oder anderweitig austauschen.

Ich bin nach wie vor auch an Besprechungen des Films, gerne auch mehrere von verschiedenen Personen, interessiert.

Eine „Historische Erzählung“ als Unterschied zwischen Männerbewegung und Feminismus

Djadmoros sieht in einem Kommentar bei Lucas Schoppe einen wesentlich Unterschied zwischen Feminismus und der Männerbewegung:

Ich denke, dass der Feminismus über etwas verfügt, was die Männerbewegung nicht hat und sich schwertut, zu finden: eine »historische Erzählung«. Ihrem Selbstverständnis nach ist die Frauenbewegung immer noch eine fortschrittliche Emanzipationsbewegung, die gegen reaktionäre Verhältnisse kämpft – sie sieht sich in einem lineraren Fortschritt der Zivilisationsgeschichte immer noch an vorderster Front. Die Männnerbewegung bricht zwar den einen oder anderen Stein aus der Mauer dieses Selbstverständnisses, ist sich (meinem Eindruck nach) aber unschlüssig, wie das eigene historische Selbstverständnis aussehen könnte.

Ich sehe in der Männnerbewegung ansatzweise zwei Strömungen:

  • erstens eine eher »kulturkonservative«, die sich gegen »kulturzerstörerische« Tendenzen jenes historischen Erbes der »68er«-Kulturrevolution wendet, das ganz wesentlich vom Feminismus angetreten wurde – hier stellt die Bewahrung der (bürgerlichen) Familie einen zentralen Wert dar.
  • Zweitens eine eher »emanzipatorische«, die den Gedanken aufnimmt, dass die Bürger- und Menschenrechte solange unvollständig verwirklicht sind, wie sie nicht auch für Männer gelten.

Beide Strömungen werden mit einem Vorwurf der »Rückwärtsgewandtheit« traktiert:

  • erstere, weil es in der traditionellen Kultur angeblich nichts Bewahrenswertes gibt,
  • letztere, weil unterstellt wird, dass Männer ihren Anteil an den Menschen- und Bürgerrechten bereits erobert hätten, weshalb sie angeblich nur »Privilegien« verteidigen. Welche »Story« können wir dagegen setzen – idealerweise eine, die für beide Strömungen plausibel ist?

Einerseits bringt »xyz« in seinem obigen Post die lebenspraktische Seite gut auf den Punkt: widersprüchliche Erwartungen sollte man Frauen konsequent zurückspiegeln und sie zum »hopp oder topp« auffordern. Hier müssen sich Männer tatsächlich oft erst von der Angst emanzipieren, dadurch weiblicher Gunsterweise verlustig zu gehen – der Weg zum emanzipierten Mann könnte insofern über den MgtoW führen. Aber eignet sich das auch zum Anknüpfungspunkt für eine »Story«? Vielleicht dann, wenn man den »Kampf mit offenem Visier« im Sinne einer »männlichen Tugend« zum Ausgangspunkt nimmt und eine Analogie zum berühmten »Wir haben abgetrieben«-Titelbild von 1971 anstrebt: ein »massenhaftes« Bekenntnis zu einem bis dato stigmatisierten Standpunkt, in der Art von »Ich bin Männerrechtler«, bei dem klar wird, dass es sozusagen aus der »Mitte der Gesellschaft« kommt.

Das Abstreifen einer Stigmatisierung ist ein höchst symbolischer Akt, der allerdings von einem rationalen Manifest begleitet werden müsste, sozusagen als Gebrauchsanweisung. Es wäre ein »Coming out« wie bei den Schwulen: wir sind viele, wir gehören zur Mitte der Gesellschaft, und wir sind unter euch! Damit würden wir das Vertreten männerrechtlicher Positionen als Selbstverständlichkeit beanspruchen, und die sonstige Heterogenität unserer Standpunkte wäre eher eine Stärke als eine Schwäche: Männerrechtler kann man überall in der Gesellschaft und im politischen Spektrum sein, auch wenn wir unser Engagement an verschiedenen Schwerpunkten ausüben.

Dadurch werden die üblichen Ausgrenzungsversuche unterlaufen: wenn Dein Nachbar oder Arbeitskollege Männerrechtler sein kann, dann kann man sie nicht mehr ohne weiteres in ein Jenseits des politisch Akzeptablen verbannen – der nächste Widerspruch könnte gleich um die nächste Ecke warten.

Und idealerweise hätte man einen Verbündeten in den Mainstreammedien, vielleicht den »Cicero« oder die FAZ. Also höher angesiedelt als eine »Why I need feminism«-Kampagne bei Fcbook. Die »Story« wäre dann: Männlichkeit bedeutet, sich dem Kreischen der Furien im offenen Kampf zu stellen. Und bei den nicht ideologisch durchgeknallten Frauen würden wir im Ansehen bloß steigen.

Mehr »Gesicht zu zeigen« ist m. E. die Quintessenz aus Schoppes Blogpost und den bisherigen Kommentaren. Bloß wenn – dann vielleicht besser richtig und ohne »Gang, Veitli, gang, gang du voran«. »Levée en masse«!:-)

Ich denke da stößt er etwas passendes an: Es gibt eine „Befreiungsgeschichte der Frau“ aber keine des Mannes. Es fehlt an der Wahrnehmung der der Beeinträchtigung oder der Verbindung damit, dass man dagegen zu Recht demonstrieren kann. Dabei gibt es wahrscheinlich in den meisten Bekanntenkreisen jemanden, der bei einer Scheidung bluten musste und der seine Kinder nicht sehen kann. Das betrifft aber eben nicht alle Männer, noch nicht einmal alle Männer, die sich trennen, denn es gibt ja auch genug Trennungen, nach denen der Umgang durchaus klappt. Insofern fällt es wahrscheinlich leichter hier von einem Einzelschicksal auszugehen. Das gilt auch für andere Bereiche: Wie radikal der Feminismus ist und welchen Einfluss er teilweise für bestimmte Bereiche hat, muss man eben nicht wahrnehmen, solange man mit diesem Bereich nicht in Berührung kommt. Auch dann nimmt man die Hintergründe vielleicht weniger wahr.

Hier wäre wohl „Bewußtseinsbildung“ ein wichtiger Faktor und sicherlich wäre dieser erleichtert, wenn man Leute in Talkshows etc hätte, die dort etwas dazu sagen. Das scheitert aber teilweise sicherlich an der Bereitschaft der Presse passende Personen einzuladen. Es scheitert aber auch sicherlich daran, dass kaum jemand bereit steht, den man großartig kennen würde. Arne ist innerhalb der Szene sicherlich bekannt, aber eben nicht außerhalb. Die Vereinsvorsitzenden diverser Vereine sind dann schon wieder teilweise zu speziell vermute ich, aber vielleicht auch zu sehr Privatperson.

Auch dazu kommt sicherlich, dass es in dem Bereich nach wie vor viele Starkselbstbetroffene, verbitterte oder an Verschwörungstheorien glaubende gibt. Das erscheint zu radikal, wenn man nicht eine gute „Historische Erzählung“ dagegen halten kann, die das rechtfertigt und bei der man klar gegen veraltete Normen kämpft. Mit „Das Jugendamt muss weg“ wird man in der generellen Form eben nicht weit kommen, weil ein Hass gegen eine solche Organisation an sich irrational erscheint. Eben so wenig mit „Feminismus kann nicht gut sein“, denn damit richtet man sich genau gegen die historische Erzählung, dass Frauen unterdrückt waren und sich befreien müssen und ist leicht als Unterdrücker darstellbar.

Es wäre schön, wenn man medienaffine Vertreter hätte, die vernünftige Sachen sagen und eingeladen werden. Allein: Träumen bringt uns nicht weiter. Ich wüßte gegenwärtig auch nicht wie man wem aufbauen könnte. Mir scheint insofern „Öffentlichkeitsarbeit“ über das Internet als Basis gar nicht mal so verkehrt, so erreicht man Leute und verändert vielleicht das Bewußtsein etwas.

#article7

Heute soll auf Twitter und gerne auch anders wo eine weitere Hashtag-Aktion auf bestimmte Benachteiligungen von Männern aufmerksam machen:

Das Hashtag befasst sich mit rechtlichen, strukturellen und sozialen Benachteiligungen von Jungen, Männern und, als Untergruppe davon, Vätern. nimmt Bezug auf Artikel 7 der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte:

Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich und haben ohne Unterschied Anspruch auf gleichen Schutz durch das Gesetz. Alle haben Anspruch auf gleichen Schutz gegen jede Diskriminierung, die gegen diese Erklärung verstößt, und gegen jede Aufhetzung zu einer derartigen Diskriminierung. (vgl auch)

Denn wenn wir eine Gleichberechtigung der Geschlechter wollen, wenn wir Diskriminierung auf Grund des Geschlechtes abschaffen wollen, dann reicht es nicht, sich nur eine Seite dieser Waage anzusehen. Es bedarf eines Blickes auf jedes Geschlecht um die tatsächliche Gleichberechtigung zu erreichen. In der Vergangenheit drängte sich immer mehr der Eindruck auf, dass dies nicht geschieht. Wir möchten darauf aufmerksam machen, dass es trotz aller Bemühungen noch immer Gesetze und Strukturen in vielen westlichen Ländern gibt, die Männer und Jungen benachteiligen. Dieses Hashtag ist nicht nur auf Twitter begrenzt, sondern wird auch in anderen sozialen Medien und auf Blogs verwendet, da vielfach die Möglichkeiten auf Twitter nicht ausreichen, ein Problem adäquat zu beschreiben. Es wurden diverse Beiträge im Vorfeld angefertigt um eine sachliche Debatte über die Benachteiligungen von Angehörigen des männlichen Geschlechtes anzustoßen.

Rege Beteiligung ist gerne gesehen.

Maskulismus, Männerrechte und Familienrecht

1. Maskulismus

2. Maskulismus und Feminismus

3. Arten von Maskulismus

4. Theorien im Maskulismus

5. Kritik am Maskulismus

6. Wie geht es weiter

7. Verhältnis zum Antifeminismus

8. Vermischtes

9. radikaler Maskulismus

10. Antifeminismus

11. Die Bloggenden und die Arbeitenden

12. Maskulistische Theoriewoche

13. Konservative Geschlechterrollen

14. Bücher

15. Vereine und Blogs

16. Väter

17. Familienrecht

a) Ehe an sich

b) Unterhalt

c) Sorgerecht und Umgang

d) Falschbeschuldigung /Sexualstrafrecht

e) Gewalt in der Beziehung

f) Homosexualität

g) Versorgungsausgleich

18. Internationales

19. Jungen und Schule

Warum Twitter sich für Aktivismus anbietet

Ich möchte, nachdem ich neulich hier angeführt hatte, dass soziale Medien wichtig sind, etwas Werbung für die Beachtung von Twitter für maskulistische Arbeit machen und mal ein paar Vorteile hervorheben:

  • Es ist sehr einfach Blogs oder andere Medien mit Twitter zu verbinden und dort die anderweitig produzierten Inhalte zu verbinden
  • Bei Twitter findet die Kommunikation quasi in einem großen gemeinsamen Raum statt, in dem leicht eine Verbindung erfolgen kann, wohingegen Blogs erfordern, dass man sie aktiv besucht. Das liegt daran, dass Twitter darauf ausgelegt ist, dass man eine Vielzahl fremder Inhalte, die dafür sehr kurz sind, präsentiert bekommt, die sogenannte Timeline, in der man (zumindest gegenwärtig noch) alle Nachrichten („Tweets“) der Leute, die man abonniert hat (denen man folgt) angezeigt bekommt, aber auch Nachrichten anderer, die diese „retweeten“. Durch die kürze des Mediums ist ein Retweet anders als ein Reblog keine große Sache, sondern man überfliegt ihn eben nur, kann ihn aber auch seinerseits kommentieren, für gut befinden („liken“) oder eben ebenfalls retweeten. Das bedeutet aber gleichzeitig, dass sich eine Nachricht dort sehr schnell verbreiten kann und damit auch eine gewisse Viralität erhalten kann
  • Twitter ist im Gegensatz zu zB Facebook voll durchsuchbar, Profile und Tweets sind üblicherweise für jeden zu sehen, auch wenn dieser einem nicht folgt. Das macht eine Kommunikation über Twitter gleichzeitig privat und öffentlich. Jeder Tweet, in dem der eigene Benutzername aufgeführt wird, wird in einer speziellen Übersicht angezeigt, so dass ähnlich wie bei einer Email davon ausgegangen werden kann, dass der andere ihn auch wahrnimmt. Das wiederum kann einen gewissen Druck bewirken, der sich durchaus für eine gewisse Öffentlichkeitsarbeit anbieten kann. Jemanden auf Twitter anzuschreiben, etwa einen Journalisten bezüglich eines Fehlers in einem Artikel, macht dessen Antwort aber auch dessen Schweigen auf einen Hinweis anders als zB bei einer Email öffentlich.
  • Auf Twitter ist anders als bei Blogs schnell zu sehen, ob jemand eine gewisse Bedeutung hat oder wie sein Tweet aufgenommen wird, in dem man zum einen schaut, wie viele Follower derjenige hat und zum anderen dadurch, dass Tweets retweetet und geliked werden können. Wenn man also bestimmte Fragen stellt, diese dann retweetet und geliked werden, dann ist dem angesprochenen bewußt, dass eine gewisse Zahl von Personen hinter dem Fragenden steht und seine Antwort ebenfalls lesen wird.
  • Es ist sehr einfach über Twitter neue Personen auf ein Thema und sich selbst aufmerksam zu machen und mit Leuten ins Gespräch zu kommen. Das liegt zum einen daran, dass anders als Facebook keine persönliche Beziehung für ein Folgen vorausgesetzt wird und auch keine Bestätigung einer Freundschaft erfolgen muss. Man folgt eben nur, ohne das dafür eine Grundlage bestehen muss. Viele Personen, denen man folgt, folgen aber seinerseits, so dass man bereits über Folgen selbst Follower gewinnen oder zumindest Personen auf sich aufmerksam machen kann. Gerade wenn man den Followern thematisch  nahestehender Twitterer folgt, kann man schnell eine gewisse F0llowerschaft aufbauen.
  • Nahezu jeder Journalist, Politiker und jede größere Sendung hat einen Twitteraccount, so dass man sehr direkt Leute ansprechen und damit auch auf eigene Beiträge aufmerksam machen kann oder eine Diskussion anfangen kann. Diese Kommentare gehen dabei direkter an die, die man eigentlich ansprechen will, sie erscheinen nicht auf irgendwelchen Portalen, sie erscheinen direkt in den „Mentions“ des jeweiligen Twitteraccounts.
  • Twitter ist der Traum eines jeden Journalisten für kurze, knappe Aussagen, wenn er eine Meinungsübersicht zusammenstellen möchte, gerade wenn sie eine Mischung aus nachdenklich und lustig sein sollen oder wenn man „die Stimme des Volkes“ darstellen möchte. Denn über Hashtags und die allgemeine Wortsuche lassen sich schnell Tweets ausfindig machen und dann auch leicht einbinden und zitieren. Sie sind bereits passend kurz und man kann die besten raussuchen.
  • Blogs sind, wie oben bereits gesagt, ein ganz anderes Medium: Sie bieten sich an um längere Gedanken auszubreiten und sind auch wesentlich besser zum diskutieren. Auf Twitter kann man vieles nur anreißen, aber gleichzeitig kann man es sehr schnell verbreiten, kann Personen auf seinen Blog aufmerksam machen, kann Leuten, die von sich aus niemals nach einem entsprechenden Blog suchen würden, in die Timeline gespült werden. Es ist kein Medium für ausführliche und gutrecherchierte Darlegungen, es ist ein Medium, dass auf schnelle Verbreitung und Teaser ausgelegt ist. Zusammen mit einem Blog ist es damit ein sehr gutes Marketinginstrument.
  • Auf Twitter eine gewisse Präsenz und damit auch eine gewisse Schlagkraft zu erhalten hat damit aus meiner Sicht einiges an Vorteilen. Wenn man es schafft, dort ein „Bündnis“ zu haben von Personen, die sich bemühen andere Leute für das Thema zu interessieren und entsprechende Nachrichten zu verbreiten, dann kann man aus meiner Sicht eine gewisse mediale Präsenz erhalten und sichtbarer werden.