Spargel

Margarete Stokowski regt sich über Junggesellenabschiede und den Gedanken, dass Frauen in Beziehungen Macht haben könnten auf

Eine Feministin kann es natürlich nicht ertragen, wenn eine Frau irgendwo Macht haben soll und Männer nicht. Denn das passt nicht in ihr Weltbild, selbst mit einer Kanzlerin seit etlichen Jahren, denn Macht dürfen immer nur Männer haben. Sonst ist die Opferrolle dahin.

Dementsprechend stößt es Stokowski über auf, dass Männer auf Junggesellenabschieden so tun als würde da ein Mann in der Ehe nicht mehr der Unterdrücker sein:

Die klassische Form des Junggesellenabschieds besteht allerdings immer noch aus einer kleinen Gruppe Männer, die sich schlecht gekleidet schlecht benimmt

Wer nicht Teil dieses kleinen, für die Länge einer Nacht bestehenden Stammes ist, wendet sich meist instinktiv und zu Recht von dem Elend ab, aber man verpasst dann auch die Gelegenheit, alle Mythen zum Thema Ehe einmal vollständig durchperformt zu sehen: eine Veranstaltung, bei der so getan wird, als gehe für den Mann nun das wilde und schöne Leben zu Ende, bevor er sich – warum eigentlich? – in den Herrschaftsbereich einer Frau begibt, die ihn von nun an aus romantischen Gründen knechten wird.

Oder wie Jens Friebe in seinem Buch „52 Wochenenden“ mal schrieb: „Junggesellenabschied! Dieses grandiose Fest! Diese Zäsur im Leben eines Mannes, welche rituell die pagane Periode sorgloser Ausschweifung, die es nicht gegeben hat, von der Phase ernst und treu bewahrten Eheglücks trennt, die es nicht geben wird.“

Ich fand die Junggesellenabschiede auf denen ich bisher war eigentlich immer recht lustig. Man kommt ja häufig noch einmal mit alten Freunden und Bekannten zusammen, trinkt etwas, zieht durch eine Stadt, endet in einem Stripclub etc. Klar macht man ein paar Witze, dass jetzt die freie Zeit vorbei ist, „ein Ring sie zu knechten“ etc das gehört natürlich dazu, aber üblicherweise freut man sich ja für den meist schon lange vergebenen, gerade wenn er eine nette Freundin/bald Frau hat, wenn er in diese neue Phase kommt und es ist ein normales Aufziehen. Es passt natürlich aber auch zur evolutionären Theorie, wenn man die Rolle spielt, dass man ein ganz toller Hecht ist, der eigentlich jede Frau haben könnte und er nun „eingefangen“ wird und sich auf eine Bindung einlässt.

Nun ist es natürlich so, dass Frauen diesen Brauch auch betreiben und dabei nicht unbedingt sympathischer auftreten als Männer, was ihr gutes Recht ist. Meinen privaten Studien zufolge ist dabei der abergläubische Anteil zentraler als bei Männern. Es gibt zum Beispiel – als Alternative oder Zusatz zum Brautstraußwerfen – den Brauch, dass alle unverheirateten Frauen, die am Junggesellinnenabschied teilnehmen, im Hochzeitsschuh der Braut unterschreiben, und diejenige, deren Name nach der durchgetanzten Hochzeit noch am lesbarsten ist, wird die nächste sein, die heiratet.

ich kenne den Brauch nur beim Hochzeitsschuh und dort auch so, dass alle, die weggerubbelt sind, demnächst heiraten, aber Hochzeitsbräuche sind ja etwas sehr lokales.

So sagen die Weisen und die Beautyblogs. Ich kenne kein vergleichbares Ritual für Männer, was aber auch logisch ist, denn wenn man Hochzeit so versteht wie in dunklen Zeiten erdacht wurde, ist die Frau diejenige, die erstens ihrem Schicksal ergeben warten muss, bis irgendein Dödel sie fragt, und zweitens diejenige, die vom Heiraten als Frau so komplett erfüllt wird, dass ihr ganzes vorheriges Leben nur als vorfreudige Erwartungsphase dieser schönen Zeit gilt, die dann auf sie wartet.

Es sind ja in der Tat meist die Frauen die Warten, dass der Mann sie irgendwann fragt. Das ist ja keine Sache aus alter Zeit, dass ist schlicht die Realität in den meisten Beziehungen. Und es dürften auch weit eher Frauen sein, die bei einer Hochzeit ihre größte Fantasie erfüllen. Wer eine Hochzeit plant, der wird mehrfach hören, dass das wichtigste auf dem Fest die Braut ist, der Bräutigam ist weit weniger entscheidend. Es ist ein Tag, an dem sie in einem wunderschönen Kleid absolut im Mittelpunkt steht. Viele Männer könnten sich denke ich weit eher als die meisten Frauen damit anfreunden, dass man das alles etwas formloser macht, für das Kleid keine 1.000+ € ausgibt und das Geld dann für andere Sachen verplant, aber das ist etwas, was man bei den meisten Frauen nicht wirklich durchbekommt.

Warum ist es der Mann, der den Antrag macht? Weil er eben eher überzeugt werden muss, diese rechtliche Verpflichtung einzugehen.

Weil das Abendland so eine zivilisierte, ausdifferenzierte Gesellschaft ist, gibt es für Junggesellen- und Junggesellinnenabschiede spezielle Kleidungsstücke, wahlweise T-Shirts mit Aufdruck oder Peniskostüme. (Vulvakostüme für Junggesellinnen: bisher nicht gesichtet.) Auf den T-Shirts steht dann zum Beispiel: „Veni vidi vici, sie kam, sah und siegte“, dazu drei Bildchen: ein fröhlich feiernder alleinstehender Mann, dann ein Hochzeitspaar, dann eine Frau, die einen knienden Mann an einer Hundeleine hält.

Oder, im Star-Wars-Look: „Das wars. Ich heirate. Möge die Macht mit mir sein.“ Und: „Das wars: Heiraten du wirst, vorbei die schöne Zeit jetzt ist.“ Oder: „Das wars. Jetzt hat sie die Macht.“ Oder: „Heute: Ledig. Morgen: Erledigt.“ Oder: „JGA. Bräutigam. Meine letzten Stunden in Freiheit.“ Oder: „Junggesellenabschied. Game over“, dazu wieder ein kniender Mann vor einer Frau.

Klar, das evolutionäre Bild ist eben in der Hinsicht günstiger beim Mann für solche Bilder.

Und das eben für Männer und Frauen:

 

 

Man muss nicht unbedingt in Psychologie und Literaturwissenschaften promoviert haben, um die Message interpretieren zu können: Haha, die Ehe, dieses Quasimatriarchat, in dem Männer nichts zu sagen haben. Lustig. Also lustig, in einem Land, in dem nur sechs Prozent der Hochzeitspaare sich entscheiden, den Namen der Frau anzunehmen. In drei Vierteln der Fälle nimmt die Frau den Namen des Mannes an. Ein Zeichen ihrer geheimen Herrschaft?

Und da beginnt das Spiel mit selektiven Statistiken: Klar kann man annehmen, dass derjenige, der seinen Namen aufgibt weniger zu sagen hat. Das muss aber gar nicht so sein. Gerade auch in einer konservativen Rollenverteilung kann einiges an Macht für die Frau liegen. Die Namensübernahme sagt nichts darüber aus, wer in der Beziehung die Hosen anhat. Sie kann dennoch eher die sein, die sich in einem Streit durchsetzt, die eher Stress macht, wenn ihr etwas nicht gefällt und die eher Druckmittel hat wie aggressives Schweigen, Liebesentzug, Genervtheit, Motzen etc.

Sehr geheim allerdings, diese Frauenherrschaft. Nicht mal die Frauen merken etwas davon. Bis 1997 war Vergewaltigung in der Ehe erlaubt, und heute stirbt immer noch jeden zweiten bis dritten Tag eine Frau in Deutschland, weil ihr Partner oder Ex-Partner sie tötet. Bei Gewalt in Beziehungen sind Frauen mit Abstand die häufigsten Opfer: 98 Prozent bei Vergewaltigung und sexueller Nötigung, 80 Prozent bei Mord, 75 Prozent bei Verletzungen mit Todesfolge.

Auch hier wieder hoch selektiv: jeden zweiten oder dritten Tag sind 182 bzw 121 Frauen, bei 40.000.000 Frauen eine verschwindend geringe Zahl. Und auch hohe Anteile an den Opfergruppen sind vollkommen egal, wenn die Opfergruppe an sich sehr klein ist. Die Zahlen sagen schlicht nichts aus. Schon gar nicht wer die Macht in einer Beziehung hat. Selbst wenn extreme Männer einen Streit eher körperlich eskalieren lassen können Frauen die Macht haben, wenn sie den Streit eher „seelisch eskalieren“ lassen.

Diese Zahlen vom Bundeskriminalamt enthalten zwar alle Formen von Beziehungen, das heißt, sie gelten nicht nur für Ehen. Die Idee, dass Frauen besonders mächtig würden, sobald sie sich an einen Mann binden, stützen sie aber definitiv nicht. „Die größte Gefahr für eine Frau, im Erwachsenenalter getötet zu werden, gehe meist von ihrem Ehemann oder sonstigen Intimpartnern aus“, stand neulich im SPIEGEL.

Sie werden mächtig, weil es mit der Heirat meist ernst wird: Haus, Kinder etc, unter Berücksichtigung von Zugewinn, Versorgungsausgleich, Unterhalt und seinem hohen Risiko seine Kinder nach einer Trennung  nicht bei sich zu haben.

Männer hingegen profitieren von der Ehe laut vielen Studien in vielerlei Hinsicht. Verheiratete Menschen leben im Schnitt insgesamt länger. Verheiratete Männer benehmen sich sozialverträglicher und leiden besonders unter Scheidungen: Das Ende einer Ehe wirkt sich auf Männer gesundheitlich schlechter aus als für Frauen.

Oder gesunde Männer werden eher geheiratet, kranke eher verlassen. Die Kausalität kann hier auch genau umgekehrt verlaufen.

Das heißt nicht, dass es für Männer keine negativen Folgen der Ehe gibt. Ein gesundheitliches Risiko für verheiratete Männer, das sich in Studien finden lässt, ist, dass sie tendenziell mehr zu Übergewicht neigen.

Ja, und die sonstigen Risiken, die er nicht hätte, wie etwa Unterhalt und Zugewinnausgleich und Versorgungsausgleich etc blendet sie einfach mal aus.

Das einzig ehrliche Junggesellenabschieds-Shirt wäre demnach: Bald bin ich fett, aber immer noch mächtig. Stößchen!

Eine wirklich einfache Art zu denken.

„Ist der Feminismus zu weit gegangen?“

Margarete Stokowoski sinniert über eine berechtigte Frage: „Ist der Feminismus zu weit gegangen?

Wird sie die diesbezügliche Debatte aufgreifen, sich der Kritik stellen und den Feminismus kritisch hinterfragen. Ihr seid sicherlich alle gespannt…

Hab gehört, der Feminismus sei zu weit gegangen. Interessant! Dass man das seit 200 Jahren ungeniert behaupten kann. Wie weit ist er denn inzwischen? Es ist manchmal schwer zu sehen, wie weit man ist, wenn man mittendrin steckt, und wenn nicht ganz klar ist, was der Vergleich ist.

Tatsächlich kann man zu weit gehen, auch wenn berechtigte Ziele noch nicht erreicht worden sind.

Ein einfaches Beispiel wäre, dass einem jemand Geld schuldet und man deswegen nicht einfach nur klagt, sondern ihm Schläger auf den Hals hetzt.

In einem niedrigen Schritt wäre es auch falsch, Theorien zu entwickeln, nach denen alle, denen jemand Geld schuldet, machtlos sind, die Geldbehalter ihn unterdrücken und das mit einer Deutungshoheit für alle Geldwoller zu verbinden: Wenn jemand das Gefühl hat, dass der andere ihm Geld schuldet, dann sollte der andere das nicht hinterfragen, sondern sofort auszahlen.

Die meisten Menschen zumindest in den zivilisierteren Ländern sind vollkommen damit einverstanden, dass Frauen gleiche Rechte wollen. Sie würden das teilweise allerdings auch noch gerne mit gleichen Pflichten verbinden und wenden sich zudem gegen einseitige Schuldzuschreibungen und hinterfragen „Diskriminierungen“ auch kritisch darauf, ob es tatsächlich Diskriminierungen sind und sie nicht schlicht auf unterschiedlichen Verhalten von Mann und Frau beruhen.

Zudem wirkt sich die Identitätspolitik sehr stark aus: Es wird im intersektionalen Feminismus alles star in binären Gruppen eingeteilt: Entweder man ist privilegiert oder nicht. Zwar gibt es verschiedene Kategorien wie Rasse, Geschlecht, Sexualität, aber das macht die Behandlung innerhalb der Gruppen nicht weniger willkürlich, gerade bei Geschlecht. Und diese Gruppenbildung wird dann noch so ausgebaut, dass da diejeweiligen Gegeneinander stehen: Männer gegen Frauen, Schwule und Lesben gegen Heteros, CIS gegen Trans, Schwarze gegen Weiße, alles wird als Nullsummenspiel um Macht dargestellt, bei dem die eine Seite der anderen Seite etwas vorenthält. Und damit auch eine Einteilung in Gut und Böse vorgenommen, damit also auch dämomisiert. Die Erfolge sieht man leider auf vielen feministischen Seiten, etwa in Beiträgen wie diesem auf dem Blog der Mädchenmannschaft, immerhin der größte deutsche feministische Blog:

klar, wer möchte schon zugeben, dass er_sie im herzen dabei ist (literally), welche körper und identitäten als begehrenswert vorgestellt und hergestellt werden oder welche menschen objekte deines creepy fetischs sind?! wer möchte schon gerne zugeben, sich berechtigterweise über typen von mansplainer bis mörder und vergewaltiger und die normalität von patriarchalen gewalt/verhältnissen aufzuregen, aber kein problem damit zu haben typen in unserem leben raum zu geben und ihre existenz in unserem leben mit kackscheiße als feministisch zu verteidigen. aber die rechtfertigung „ich bin halt so“??? wow, stell dir vor, du bist so ignorant, dass deine kognitive dissonanz dir nix anhaben kann.+

Mit Typen zu schlafen bedeutet eben bei dieser Betrachtung und einer Verinnerlichung des Schwarz-Weiß-Denkens, Männern in seinem Leben Raum zu geben, obwohl Männer Mansplainer, Mörder und Vergewaltiger sind.

Oder eben mit Tweets wie diesen:

geht der Feminismus zu weit?

geht der Feminismus zu weit?

geht der Feminismus zu weit?

geht der Feminismus zu weit?

Es gibt also durchaus Ansatzpunkte bei denen man die Meinung vertreten kann, dass der Feminismus zu weit geht.

Ich schreibe fast immer nachts, und die Kolumne eigentlich immer in der Nacht vor dem Morgen, an dem ich sie abgeben muss, und rechtfertige diese Kurzfristigkeit vor mir selbst und allen anderen damit, dass ja im Laufe des Montags noch etwas Wichtiges passieren könnte, das für meinen Themenbereich relevant ist. Ein Kollege hat sich mal darüber lustig gemacht, er meinte, haha, wie so eine Kriegsberichterstatterin, die genau sagen muss, an welchem Punkt steht JETZT GENAU die feministische Bewegung? Mit Breitengrad und Uhrzeit und so weiter.

Kommt jetzt die kritische Analyse? Ein Überblick über die verschiedenen Richtungen, was sie unterscheidet und welche Mittel sie für geeignet halten und ob sie das auch tatsächlich sind?

Aber in der Woche vom Frauentag kann man schon mal fragen: Wo stehen wir denn gerade?

Komplett unklare Frage, leider. Es ist unklar, wer „wir“ ist, es ist unklar, was „stehen“ ist, wenn wir gar nicht stehenbleiben wollen, und es ist unklar, was „gerade“ heißt, wenn bald Jens Spahn Gesundheitsminister wird. Kriege direkt das Gefühl, die nächsten dreieinhalb Jahre noch sehr aufmerksam verhüten zu müssen.

Jens Spahn ist also anscheinend die große Gefahr für den Feminismus. Weil er als Gesundheitsminister auch direkt die Abtreibung erschweren kann. Da ist es natürlich verständlich, dass der radikale Feminismus binäre Gruppenzuweisungen macht, in Gut und Böse unterteilt und Mitglieder Männer recht undifferenziert für Mörder, Vergewaltiger und *gasp* Mansplainer halten.

Pinkeln im Scheinwerferlicht

Doch was sind dreieinhalb Jahre. Vor 100 Jahren wurde in Deutschland das Frauenwahlrecht eingeführt. Im Vergleich dazu sind wir extrem viel weiter. Aber jede Veränderung wird von Panik begleitet. Manchmal ganz praktische Ängste. Es gibt ein Poster aus Amerika aus der Anti-Frauenrechts-Bewegung, darauf ist eine Hose abgebildet und dazu die Frage: Was werden Männer tragen, wenn Frauen Hosen tragen? Ja, schlimm. Lieber nackt als in etwas, was dann als Frauenkleidung gelten könnte.

Auch brutal. Männliche Identitätspolitik über Kleidungsstücke war also schlecht, lasst uns unsere eigene Identitätspolitik dagegen stellen, das wird sicherlich besser sein.

Aber die Angst ist nicht nur bei Männern groß. Bei der Recherche für einen Essay habe ich mir in der letzten Woche alle deutschen Talksendungen der vergangenen Monate zum Thema Sexismus angesehen, die ich gefunden habe. Es ist so ziemlich immer eine Frau eingeladen, die sagt, dass Frauen sich beim Thema Sexismus, Belästigung und Vergewaltigung zu dumm anstellen. Dass sie übertreiben und sich nicht hart genug wehren und dass sie zu lange darüber schweigen. Dass das Sexualstrafrecht heute ausreicht und Frauen bei Polizei und Gerichten eigentlich immer Gehör finden, wenn ihnen was passiert ist.

Das Sexualstrafrecht reicht auch aus. Was Feministinnen eigentlich meinen ist eher die Unschuldsvermutung, die vieles erschwert. Und tatsächlich: Auch viele Frauen sind schlau genug den Wert dieser zu erkennen, auch wenn damit nicht jeder einer Vergewaltigung Beschuldigte direkt verurteilt werden kann. Sie glauben auch nicht an eine Rape Culture, was aber für eine Feministin wohl an sich schon zum einen nicht hinterfragbar und zum anderen ein absolutes Unding ist.

Diese Frauen sagen das, obwohl die Erzählungen Tausender Frauen und Verurteilungsraten dagegen sprechen. Sie fahren in eine Talksendung, setzen sich da hin, und pinkeln im Schweinwerferlicht einer riesigen Menge von Frauen ans Bein. Ich bin manchmal wütend auf Männer, die sich ekelhaft verhalten, aber genauso wütend bin ich auf diese Frauen, denn ich kann mich nicht entscheiden, wen ich schlimmer finde.

Und wegen dieser Frauen, die einfach eine andere Meinung haben, etwa einen verdammten Rechtsstaat wollen, brauchen wir Feminismus!!!11elf!

Leider hinterfragt sie auch hier wieder wenig an der Kritik: Denn genügend Experten haben eben darauf hingewiesen, dass die Verschärfungen eher Sonderfälle betreffen und die Beweisprobleme keineswegs beseitigen, weil die in einem Rechtsstaat immer bestehen müssen. Sie stellt auch nicht dar, was für eine Regelung eigentlich dazu führen würde, dass man den Feminismus nicht mehr braucht. Und das wäre ja die Stelle an der es interessant wird. Wo man hinterfragen muss, ob es etwas zu radikales ist.

Ich habe hier mal über Sexismus von Frauen geschrieben. Soweit ich sehe, hat mir niemand danach vorgeworfen, ich würde Frauen hassen. Der Vorwurf des Männerhasses kommt hingegen immer noch schnell, wenn es zum Beispiel um sexualisierte Gewalt gegen Frauen geht. Das mit dem Männerhass ist nervig, weil es falsch ist, aber es ist auch interessant. Okay, nicht so interessant, weil: Man kennt es. Aber interessant in folgender Hinsicht: Denn wenn eine Gesellschaft – vereinfacht gesprochen – zum Nachteil von Frauen eingerichtet ist, dann wirkt vieles, was zur Gleichberechtigung getan wird, wie Männerhass. Grüße an die Frauenquote.

Männerhass wird Feministinnen vorgeworfen, weil sie teilweise schlicht Männer hassen. Man nehme Leute wie Lantzschi oben, die meint, dass man schon ein Verräter am weiblichen Geschlecht wird, wenn man nicht lesbisch ist oder zumindest abstinent lebt, denn mit Männern schlafen ist mit dem Feind schlafen.

Es sind die Vorhalte „Toxischer Männlichkeit“ oder Thesen, dass eben die Männer an allem schuld sind und sich ändern müssten, ohne das man die Anteile der Frauen berücksichtigt und auch die positiven Seiten von männlichen Einsatz und Wettbewerb erwähnt.

Es ist die Einseitigkeit, die dem Feminismus eigen ist, der eben nur in Nullsummenspielen denken kann.

Feindselige Frauen

Gleichzeitig gibt es aber einen festgetretenen Bodensatz an Frauenhass, -verachtung, -beschuldigung oder ähnlichen Haltungen, die so alltäglich sind, dass sie auch aufgeklärten, offenen, intelligenten Leuten oft nicht auffallen. Frauenhass bleibt oft unentdeckt, während Männerhass schnell als Argument gegen Veränderung aufgebracht wird.

Was man auch sehr gut am Feminismus kritisieren kann:

  1. Definiere Frauen als die einzigen, die diskriminiert werden können
  2. Definiere jede Nachteil und jede ungünstige Abweichung von einer 50% / 50% Verteilung bei den Geschlechtern unabhängig von den Gründen, auf denen sie beruhen, zu einer Diskriminierung
  3. Definiere alles Nachteile als auf strukturellen Benachteiligungen und/oder Geschlechterrollen beruhend
  4. Gehe davon aus, dass jede noch so kleinste Handlung, die im Sinne einer Bestätigung oder Benachteiligung der Geschlechterrollen ausgelegt werden kann als unentschuldbare Stützung der Geschlechterrollen (Microaggression)
  5. Blende alles aus, wo Frauen Vorteile haben, Macht ausüben, Männer etwas machen, weil es bei Frauen gut ankommt oder definiere es um in etwas, was eigentlich doch nachteilig ist (zur Not: „Der Vorteil führt dazu, dass Frauen in den Rollen gehalten werden, die für sie Nachteiliger sind“) oder laste es den von Männern geschaffenen System an (Frauen können ja im Patriarchat nicht anders, es ist die einzige Möglichkeit wie Frauen an der Gesellschaft teilhaben können, wären sie gleichberechtigt, dann…)
  6. Stelle auf dieser Basis fest, dass Frauenhass weit verbreitet sind und sie an jeder Stelle benachteiligt sind
  7. Rechtfertige damit, dass man noch mehr Feminismus braucht, der noch mehr dem oben dargelegten Schema folgt

Natürlich sieht man auf diesem Weg überall Frauenhass. Nur ist er häufig gar nicht vorhanden und erst recht nicht so tief in der Gesellschaft verankert, wie sie es anführen will.

Als im Januar ein Student angeklagt wurde, seine Kommilitonin mit einem Jagdmesser ermordet zu haben, aus Frustration darüber, dass sie ihn abgelehnt habe, schrieb „Welt Online“ darüber: „Unerwiderte Liebe in Thüringen“. Ich weiß natürlich aus der Ferne nicht, ob der Student alle Frauen gehasst hat, aber dass er diese Frau geliebt hat, davon würde ich mal nicht ausgehen.

Tatsächlich sah die Überschrift so aus:

Die Polizei hatte auch in der Tat „unerwiderte Liebe“ als Motiv angegeben. Diese unerwiderte Liebe schlug dann sicherlich in einen Hass um, aber Liebe und Hass sind auch nicht per se Widersätze, Liebe und Gleichgültigkeit sind dies weitaus eher. Gerade weil man jemanden liebt kann man ihm Sachen ganz besonders übel nehmen oder es nicht ertragen, dass er einen nicht will.

Eher als ein allgemeiner Hass auf Frauen dürften Mechanismen wie aus den Ufern gelaufenes „Mate Guarding“ diese Tat weitaus eher beschreiben.

Aber das man Gewalt gegen Männer nicht als solche wertet ist natürlich auch nicht selten:

Die Waffen der Frau - Das Nudelholz

Die Waffen der Frau – Das Nudelholz

Hier geht es nicht darum, dass sie ihn mit einem schweren Stück Holz erheblichen Schaden zufügt, sondern schlicht darum, dass sie ihn (zu Recht) bestrafen wird, weil er zu spät nach Hause kommt.

Und bei einem weiblichen Opfer würde man wohl so eine Schlagzeile auch nicht finden:

Hier wurde ein Mann zu Sex gezwungen.

Fünf Stunden lang hatte eine sexhungrige Frau (47) den armen Discjockey Dieter S. (43) bei sich eingesperrt und immer neue Höchstleistungen von ihm gefordert. Nach acht Liebesakten rettete die Sex-Geisel sich auf den Balkon und alarmierte die Polizei.

Wann würde je so über eine Vergewaltigung berichtet werden:

Fünf Stunden hatte ein sexhungriger Mann die arme Verkäuferin bei sich eingesperrt und immer neue Höchstleistungen von ihm gefordert. Nach acht Liebesakten rettete sich die Sex-Geisel auf den Balkon und alamierte die Polizei

In genug Filmen ist Gewalt gegen Männer ein guter Witz und man wäre überrascht, wenn er einiges an schlechten Verhalten nicht einfach hinnimmt, sondern entsprechend reagiert.

Aber so etwas würde natürlich in der Betrachtung einer Feministin erst gar nicht auftauchen.

Im Gegensatz dazu werden Wut und Zorn von Frauen oft besonders stark wahrgenommen. In der „New York Times“ hat Leslie Jamison neulich darüber geschrieben, dass sie früher nie wütend sein wollte, sondern lieber traurig oder melancholisch. Obwohl sie genug Gründe für Wut hatte. Sie zitiert verschiedene Studien zur Wahrnehmung von Wut bei Frauen. Sie werden eher „gehässig“ oder „feindselig“ genannt, während wütende Männer eher „stark“ genannt werden. Eine andere Studie stellte fest, dass weibliche Gesichter, die Wut ausdrücken, als feindlicher bewertet werden als männliche. Vielleicht, als wenn „ihr Verstoß gegen gesellschaftliche Erwartungen ihren Zorn noch extremer scheinen lässt“, schreibt Jaminson.

Aus dem von ihr verlinkten Text:

The phenomenon of female anger has often been turned against itself, the figure of the angry woman reframed as threat — not the one who has been harmed, but the one bent on harming. She conjures a lineage of threatening archetypes: the harpy and her talons, the witch and her spells, the medusa and her writhing locks. The notion that female anger is unnatural or destructive is learned young; children report perceiving displays of anger as more acceptable from boys than from girls. According to a review of studies of gender and anger written in 2000 by Ann M. Kring, a psychology professor at the University of California, Berkeley, men and women self-report “anger episodes” with comparable degrees of frequency, but women report experiencing more shame and embarrassment in their aftermath. People are more likely to use words like “bitchy” and “hostile” to describe female anger, while male anger is more likely to be described as “strong.” Kring reported that men are more likely to express their anger by physically assaulting objects or verbally attacking other people, while women are more likely to cry when they get angry, as if their bodies are forcibly returning them to the appearance of the emotion — sadness — with which they are most commonly associated.

Das wäre dann diese Studie: Abstract /Sci-Hub-Volltext

Dort heißt es, dass Frauen  ihren Zorn eher gegen ihren Partner und andere Personen aus dem näheren Umfeld richten, Männer hingegen ihn eher gegen andere Männer richten.

Die Idee, dass Frauen sich vielleicht eher in etwas hineinsteigern und tatsächlich eher „Bitchy“ und „feindselig“ sind, gerade wenn sie lange Zeit nicht mehr mit ihrem Partner sprechen oder ihn aufs Sofa schicken oder ihm erst die Verfehlungen des letzten Jahres vorhalten und dann, dass er ja noch nie wollte, dass ihre Mutter mal zu Besuch kommt, der wäre wahrscheinlich auch wieder Frauenfeindlich, weil er nicht anerkennt, dass Frauen hier unterdrückt werden.

Ebenso wohl die Idee, dass Männer und Frauen ihren Ärger verschieden ausdrücken. In der Studie steht beispielsweise, dass Frauen dabei eher weinen als Männer, was auch einer Bewertung als „stark“ eher abträglich sein dürfte

A 2016 study found that it took longer for people to correctly identify the gender of female faces displaying an angry expression, as if the emotion had wandered out of its natural habitat by finding its way to their features.

Die Studie habe ich nicht gefunden. Aber die Deutung ist wohl etwas gewagt. Es könnte auch schlicht sein, dass unsere Sinne männlichen Ärger besser identifizieren können, weil er eher erkannt werden musste, da er eher zu körperlicher Gewalt führte. Es kann auch sein, dass Männer ihn deutlicher signalisieren, einfach weil auch das evolutionär eher gefördert worden sein kann, damit der andere merkt, dass die Situation eskalieren kann

A 1990 study conducted by the psychologists Ulf Dimberg and L.O. Lundquist found that when female faces are recognized as angry, their expressions are rated as more hostile than comparable expressions on the faces of men — as if their violation of social expectations had already made their anger seem more extreme, increasing its volume beyond what could be tolerated.

Das wäre diese Studie glaube ich:

This study explored whether males and females differ in facial muscle reactivity when exposed to facial expressions. The study also examined whether the sex of the stimulus faces differentially influences the response patterns to facial stimuli. Thus, the sex was manipulated in a 2×2 factorial design by exposing males and females to slides of angry and happy faces displayed by both sexes. Facial electromyographic (EMG) activity was measured from the corrugator and zygomatic muscle regions. The subjects were also required to rate the stimuli on different dimensions. The results showed that angry faces evoked increased corrugator activity whereas happy faces evoked increased zygomatic activity. As predicted, these effects were more pronounced for females, particularly for the response to happy faces. Interestingly, there were no facial EMG effects for gender of stimulus. It was further found that males and females perceived the stimuli similarly. The results are consistent with previous findings indicating that females are more facially reactive than are males.

Die Studie scheint es hier darauf zurückzuführen, dass auf ärgerliche Gesichter auch deutlicher signalisiert wird von Frauen und sie mehr Ärger verdeutlichen, also anscheinend dann die Gesichter mehr Spiegeln als Männer. Was ja dann auch dazu führt, dass man sie eher als solche erkennt.

Ist der Feminismus zu weit gegangen? Natürlich! Es gehört zum Wesen des Feminismus, „zu weit zu gehen“ für die aktuell geltenden Normen. Weil sich sonst nichts verändert. Als Frauen an die Unis wollten, hieß es irgendwann: Ja, sie können als Gasthörerinnen schon zuhören, aber müssen sie Abschlüsse machen? Wozu denn? Ja, nun, weil man einfach gerne zu Ende bringt, was man angefangen hat, und das gilt nicht zuletzt für Revolutionen.

Ist die Hexenverbrennung zu weit gegangen? Natürlich, es gehört zum Wesen der Inquisition zu weit zu gehen für das Empfinden weniger Gläubiger. Weil sonst die Seelen ja nicht gerettet werden und Satan gewinnt. Als wir die ersten Frauen verbrennen wollten, um Ernten zu retten, hieß es noch das könnte ja auch ein einfach so entstandenes Unwetter gewesen sein, welches die Ernte verhagelte. Muss man sie wirklich verbrennen? Wozu denn? Ja, nun, weil man einfach gerne zu Ende bringt, was man angefangen hat, und das gilt nicht zuletzt für das Kampf um das Seelenheil Aller.

Klingt nicht wirklich überzeugend?

Könnte daran liegen, dass es keine wirkliche Argumentation ist. Sie befasst sich nicht mit Grenzen, man kann sie mit beliebigen Inhalten füllen, auch mit welchen, die eben deutlich als falsch zu erkennen sind. Den gleichen Text könnte man auf Sklaverei, die Judenverfolgung in der Nazizeit oder beliebige andere Untaten verwenden, weil er die Taten und Folgen nicht eingrenzt. Er geht nicht darauf ein, dass ein Ziel gerecht ist und schaut nicht, ob die Taten angemessen sind oder auch nur ob sie das Ziel überhaupt erreichen können und nicht eigentlich etwas schlimmeres bewirken.

Es ist ein simples „unser Ziel ist gut, also heiligt es alle Mittel um es zu erreichen, und wo gehobelt wird da fallen eben Späne“.

Es nimmt mit dem Hinweis darauf das „was passieren muss“ und das „Die Revolution weiterlaufen muss“ eine Rechtfertigung vor, die ohne Inhalt ist.

Margarete Stokowski über Gewalt durch Männer und toxische Männlichkeit

Im Spiegel schreibt Margarete Stokowski über Gewalt durch Männer. Sie führt diverse Taten von Männern auf, sie stellt dar, dass man gar nicht mehr Fragen muss, ob ein Gewaltakt durch einen Mann verübt wurde, weil man es schon weiß, sie stellt dar, dass zwar die meisten Männer nicht gewalttätig sind, aber eben Gewalt dennoch mit Männlichkeit verknüpft ist.

Sie kommt dann zur feministischen Theorie:

„Im Englischen gibt es den Begriff der „toxic masculinity“, also einer Form von Männlichkeit, die auf Dominanz und Gewalt basiert und Gefühle nicht zulässt. Dazu gehört auch die Vorstellung einer gigantischen Ladung sexueller Triebhaftigkeit, die nur mit Mühe in zivilisierten Bahnen gehalten werden kann. Es ist ein Problem, wenn Jungs und Männern immer wieder erzählt wird, dass ein „richtiger Kerl“ nicht weine, eine ausschweifende und geradezu animalische Sexualität habe und alles, was sich ihm in den Weg stellt, eigenhändig beiseite räumen müsse – ein Problem für Frauen und Männer.“

Ich finde es, auch wenn toxische Männlichkeit hier schon häufiger Thema war, ja immer wieder erstaunlich, wie simple diese Argumentation ist. „Männern wird beigebracht, dass sie keine Gefühle zulassen können, also greifen sie zu Gewalt“. Wurde das eigentlich mal von den diese Theorie aufstellenden überprüft? Man muss nur den letzten Fall nehmen, die Vorfälle in Orlando, bei der sicherlich eine Vielzahl von Gefühlen im Spiel war: Seine unterdrückte Homosexualität vielleicht, seine religiösen Gefühle, vielleicht sein Wunsch ohne Sünde zu sein. Wäre er gefühlskalt gewesen und ihm alles egal gewesen, dann hätte er keine Leute umbringen müssen. Selbstmordattentäter werden meist eine Vielzahl von Gefühlen haben, die sie eben mit dieser Tat ausleben, Hass auf bestimme Menschen, das Gefühl etwas Gutes für einen Gott zu machen, Erlösung zu erfahren oder einfach nur es eben allen einmal richtig zu zeigen, die sie bisher ignoriert haben. Es wird häufig damit zusammenhängen, dass sie abgewiesen worden sind, wie die klassischen Schüler, die in einer Schule Amok laufen, auf einem Gefühl der Unterlegenheit, weil Männer eben weitaus seltener als Frauen aufgefangen werden und sei es nur, weil man mit ihnen schlafen möchte.

Richtig ist, dass Männer Probleme gerne lösen wollen und gerne einen hohen Status haben – das ist aber nicht einfach toxische Männlichkeit, es ist gleichzeitig der Grund dafür, dass Männer mehr Firmen gründen, eher in Führungspositionen sind, mehr Patente anmelden und eher bereit sind unzählige Überstunden abzuarbeiten um so an eine Beförderung zu kommen.

Diese Eigenschaft hat eben eine gefährliche und eine gute Seite und man kann beides nicht unbedingt voneinander trennen – die einen trägt es hoch hinaus, die einen tief hinab, bis sie eben Gewalt als ein Mittel sehen, wie sie ein Problem lösen.

Es ist diese Form von Männlichkeit, die wir thematisieren müssen. Dass sie weit verbreitet ist, heißt nicht, dass sie in der „Natur“ von irgendwem liegt.

Fast: Dass sie ihre biologischen Seiten hat, nämlich intrasexuelle Konkurrenz unter Männern, Statusdenken und Hierarchien, bedeutet nicht, dass wir ihre „dunklen Seiten“ gut und richtig finden müssen.

Vor einer Weile fand man auch noch, dass es natürlich und gut ist, wenn Eltern und Lehrer Kinder schlagen. Heute denken die meisten von uns das nicht mehr, und wir halten es nicht für verhandelbar, ob Männer Frauen schlagen dürfen. Aber wir wundern uns auch nicht, wenn sie es tun.

Wir wundern uns allerdings, wenn Frauen es tun. Obwohl sie es durchaus häufig tun.

Wir halten es für eine verdammte Selbstverständlichkeit, dass eine Frau in der Dämmerung nicht mehr im Wald joggen gehen sollte. Eine Frau. Immer sind es die Frauen, die ihr Verhalten anpassen sollen. Vielen Männern ist nicht klar, wie sehr Frauen die Angst und den Schutz vor Gewalt in ihren Alltag integrieren. Wie sehr wir ein Klima von Bedrohung für normal halten. Wie oft wir ein Taxi nehmen, um nach Hause zu kommen, nicht aus Bequemlichkeit, sondern um sicher nach Hause zu kommen. Wenn wir das Geld haben.

Selbst Männer, die sich für komplett harmlos halten, können etwas dafür tun, dieses Klima der Angst zu ändern. Wenn Sie zum Beispiel abends auf der Straße allein hinter einer Frau laufen und diese Ihre Schritte hört, oder wenn Sie ihr entgegenkommen, wechseln Sie doch die Straßenseite. Sie ahnen nicht, wie erleichternd das sein kann.

Da sind einige sehr häufige feministische Denkfehler enthalten:

  • Das man Abwehrmaßnahmen gegen eine Gefahr trifft bedeutet nicht, dass sie eingetreten wäre und die Angst berechtigt ist. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wäre den Frauen absolut nichts passiert, wenn sie einfach nach Hause gegangen wären. Denn Vergewaltigungen sind nach wie vor sehr sehr selten.
  • Wenn ein Teil der Männer die Straßenseite wechselt, weil eine Frau ihnen entgegenkommt, die Angst haben könnte, könnte die Unsicherheit der Frauen sogar noch erhöhen, denn wenn dann ein Mann nicht die Straßenseite wechselt, dann will er sie wahrscheinlich angreifen.
  • Frauen werden sich schlicht damit abfinden müssen, dass sich Männer auch auf der Straße bewegen und ihnen kein Ausweichen schulden.

 

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