Sasha Grey zu intrasexueller Konkurrenz unter Frauen und männlichen Sexphantasien

In einem Interview mit dem (Ex-)Pornostar Sasha Grey finde ich zwei Passagen ganz interessant:

sasha_grey

 

Einmal eine Passage dazu, wie Frauen ihre Männer auch anlässlich eines Interviews von ihr fernhalten wollen:

Leute, die auf meinen Namen allergisch reagieren, wird es immer geben. In deren Weltbild passt aber auch nicht, dass ich viele junge weibliche Fans habe. Natürlich stehen die in Opposition zu all den entsetzten Frauen, deren Männer meine Filme toll finden. Frauen, die immer wieder eine Grundsatzdebatte anzetteln, ob ich das durfte, oder eben nicht. Ich wurde unlängst von einer Journalistin in Portugal interviewt, die mir sagte, dass es den Redakteuren, die mich eigentlich befragen wollten, von ihren Frauen verboten wurde. Ja, das alte Bild von Porno-Sasha-Grey, die brave Männer ihren hilflosen Frauen entreißt, um sie zu verschlingen, ist immer noch lebendig.

Das passt aus meiner Sicht gut dazu, wie einige Frauen, gerade wahrscheinlich solche, die eine ausufernde Sexualität nicht für gut halten, „schlampige Frauen“ als Gefahr sehen, insbesondere in Hinblick auf eine bestehende Partnerschaft.

Dazu hatte ich bereits einige Artikel:

Tatsächlich ist Sasha Grey bei einem Interview für die Ehemänner nicht gefährlich, sie wird wohl kaum  mit ihnen Sex haben. Aber sie ist zum einen schön und zum anderen eben sehr sexuell, also in gewisser Weise intrasexuelle Konkurrenz für die Ehefrauen, die sie deswegen als Gefahr sehen und abwerten.

Eine weitere Stelle war:

Die meisten Filme sind eine Aneinanderreihung von Sexklischees. Aber wie viele Männer kommen aus dem Büro nach Hause und wünschen sich eine Frau, die sich nackt vornüberbeugt und seufzt: „Schatz, ich bin bereit. Nimm mich.“ Die meisten Männer träumen davon, dass so ein Quatsch wahr wird, und vielleicht irgendwo ein besseres Rock’n’Roll-Leben auf sie wartet: voll mit willigen, jungen, scharfen Frauen, Kokain und schnellen Autos.

Auch hier entspringen die Klischees denke ich häufig einfach den biologischen Wünschen, eben ein Leben als sexuell sehr begehrter Mann, der Frauen anspricht und dem daher von jungen, attraktiven Frauen unkomplizierter Sex angeboten wird. Männer träumen von einem Leben, in dem sie einen hohen Status haben und deswegen sexuell attraktiv sind, sie wünschen sich, dass die sexy Nachbarin/die hübsche Sekretärin/die Verkäuferin aus dem Laden oder welche sexy Frauen sie auch sonst wahrnehmen voller Geilheit einfach genommen werden will. Das passt natürlich recht gut zu den Kosten des Sex und es wird sich aus den gleichen biologischen Gründen eben meist um relativ junge Frauen zwischen 18-25 handeln.

Das Ideal der bürgerlichen Dame

Bereits des häufigeren tauchte hier in den Kommentaren, gerade bei Leser Peter und Nick, das  Ideal der bürgerlichen Dame auf. Zeit das Konzept einmal etwas näher zu betrachten:

Ein wesentliches Element ist dabei wohl die Religion:

Die tiefempfundene moralische Verantwortung, die dem Wesleyanismus und evangelikalen Bestrebungen innerhalb der Religionsgemeinschaften entsprang, war das beständigste Merkmal des Viktorianischen Zeitalters. (…)

Vor allem Angehörige der Mittelschicht suchten sich von der unzivilisierten Unterschicht und den Ausschweifungen des Adels abzugrenzen, indem sie häufig in der Bibel lasen, den Sonntag heiligten und in der Familie gemeinsam beteten, was noch im 18. Jahrhundert unüblich war. Predigtbücher waren Verkaufsschlager. Als schändlich galten unter anderem Glücksspiele und Alkohol. Abweichungen von den Moralvorstellungen, etwa Scheidungen, führten oftmals zum öffentlichen Skandal und zur sozialen Isolation. Die intrinsische Sündhaftigkeit des Lebens wurde mit Sparsamkeit, harter Arbeit, Anständigkeit und „guten Taten“ aufzuwiegen versucht – entweder, um am Jüngsten Gericht milder beurteilt zu werden, oder weil sozialer Aufstieg ein Indiz für göttliche Belohnung zu sein schien. Zudem wirkte die Rechtschaffenheit der Krone als Vorbild. Es gibt Hinweise darauf, dass gegen Ende des Jahrhunderts die Frömmigkeit der Massen kaum abnahm, obwohl das Familiengebet sowie der Gang zur Kirche seltener wurde und kirchliche Berufe an Beliebtheit verloren.

Eine Herausforderung für die Religion stellten die Erkenntnisse der Wissenschaft dar, insbesondere die sich durchsetzenden Lehrsätze von Charles Darwin.

Die Auswirkungen gerade in Bezug auf Frauen und die Sexualität waren wie folgt:

Die Autorin von populären Frauenratgebern Sarah Stickney Ellis formulierte 1839 das bürgerliche Ideal der Ehefrau als ein hochmoralisches und geistig reines Wesen, das einen heimlichen, aber bedeutsamen Einfluss auf ihren in einer „getrennten Sphäre“ lebenden Gatten ausübt. Wie viele andere Autoren sah sie das Lebensziel der Frau darin, zu heiraten, Kinder zu gebären und sie aufopfernd großzuziehen. Da Arbeit außerhalb des Haushalts als verwerflich galt, hatten Frauen der Mittelschicht meist keine andere Wahl, als diesen Weg anzustreben. 1851 waren nur 7 % aller Frauen der Mittelschicht erwerbstätig.[16]

Gesetzlich waren verheiratete Frauen ihren Ehemännern fast völlig unterworfen, insbesondere hatten sie kein Recht auf Eigentum. Ab den 1830er Jahren gab es Bestrebungen, die sich gegen diese Verhältnisse wandten. Caroline Norton und Josephine Rochester spielten eine entscheidende Rolle bei der Durchsetzung des Sorgerechts 1839. Zusammen mit Barbara Bodichon setzten sie sich mit ihren Schriften für eine Stärkung der Frauenrechte bei Scheidung ein, was 1857 in einem entsprechenden Gesetz gipfelte (1873 und 1878 erweitert). Das Gesetz von 1870, das Frauen ein gewisses Eigentum nach der Ehe zusprach, entstand ebenfalls unter dem Einsatz einer Vereinigung von Frauenrechtlerinnen. Erst 1882 erwarben Frauen das Recht auf sowohl vor als auch nach der Ehe erworbenes Eigentum, nachdem ein Gesetzesentwurf von 1857 gescheitert war. 1869 erlangten Frauen das eingeschränkte Wahlrecht bei Gemeindewahlen, das sie bis 1835 hatten, wieder.

Ein weiterer Gesetzesentwurf von 1870 über allgemeines Frauenwahlrecht, für das John Stuart Mill ein Jahr zuvor mit utilitaristischen Prinzipien argumentiert hatte, wurde von Gladstone abgelehnt. Eine militante Frauenrechtsbewegung kam gegen Ende des Jahrhunderts unter Emmeline Pankhurst auf. Als Beispiel für viktorianische Doppelmoral wird oft die ausufernde Prostitution genannt, die scheinbar der oftmals gepriesenen Selbstbeherrschung und ehelichen Treue widerspricht. Tatsächlich tendierten viele Männer des Mittelstands dazu, die Heirat bis zum Aufbau einer gewissen finanziellen Sicherheit aufzuschieben und Zuflucht bei Prostituierten – deren tatsächliche Gesamtzahl schwer zu ermitteln ist – zu suchen. Umgekehrt erschien die Prostitution vielen Frauen, hauptsächlich aus der Unterschicht, als Möglichkeit zur Aufbesserung des Einkommens. Nach zahlreichen Fällen von Geschlechtskrankheiten im Militär wurden in den 1860er Jahren die Contagious Diseases Acts verabschiedet, die ärztliche Zwangsuntersuchungen bei mutmaßlichen Prostituierten, nicht aber bei Soldaten anordneten. Dies schien legitim, da „gefallene Mädchen“ als bereits verdorben galten. Unter Josephine Butler formierte sich organisierter Widerstand, der das Thema in der Öffentlichkeit politisierte und letztendlich zur Aufhebung der Gesetze 1886 führte. 1885 wurde ein Gesetz verabschiedet, das das Schutzalter anhob, höhere Strafen für Bordellbesitzer festlegte und homosexuelle Handlungen kriminalisierte. Bemühungen gab es auch um verbesserte Frauenbildung. Barbara Bodichon und Emily Davies gründeten 1869 das erste Frauencollege Großbritanniens mit Wohnheim, das spätere Girton College. Die University of London war die erste, die Frauen unter gleichen Bedingungen wie männliche Studenten aufnahm, und ermöglichte ihnen ab 1878 den Erwerb akademischer Grade. Die Bildungsreform von 1870 eröffnete Frauen neue Berufsmöglichkeiten im Schulwesen. Florence Nightingale trug zur Emanzipation der Frauen in der Krankenpflege bei. Einige Ärztinnen, etwa Elizabeth Blackwell, erwarben ihre Qualifikationen im Ausland und mussten sich gegen den Widerstand ihrer männlichen Berufskollegen durchsetzen. Weitere Berufe öffneten sich den Frauen besonders in der Telekommunikation, der Post und der Eisenbahn, die gegen Ende des Jahrhunderts das Dienstmädchen und die Fabrikarbeiterin als gewöhnliche Beschäftigung für Frauen der Unterschicht abzulösen begannen. Kindermädchen waren nach wie vor gefragt, da wohlhabendere Frauen zunehmend von einem rein häuslichen Leben Abstand nehmen wollten. Das Konzept der Sexualität selbst entstand im 19. Jahrhundert und wurde von Wissenschaft, Kriminalistik und Justiz aufgegriffen; in den 1890er Jahren leisteten Havelock Ellis und andere wichtige Beiträge zur Sexualforschung. Sexualität wurde kategorisiert, so etwa entstand der Begriff des „Homosexuellen“.

Sex galt als tierisch-primitive Verhaltensweise, die kontrolliert werden und mit der sparsam umgegangen werden musste, da andernfalls die Karriere des Einzelnen oder gar die gesamte Wirtschaft leiden könnte. Diese Betrachtungsweise lässt sich auf den Evangelikalismus zurückführen, der in seiner extremen Form jegliches Vergnügen als unmoralisch betrachtete. Dank der Erschließung neuer, das Privatleben betreffender Textquellen in Archiven stellt sich jedoch heute das Sexualleben der Viktorianer differenzierter dar, als die gängige Meinung nahelegt.[17]

Und hier noch etwas aus den Kommentaren:

Nick:

Allerdings haben, nach meiner Kenntnis, die Adelsdamen der Renaissance (ebenso wie die entsprechenden Herren) es ziemlich doll getrieben.

Das aufkommende Bürgertum legitimierte sich imho vor allem durch moralische Überlegenheit, wobei der Bürgersdame eine besondere Rolle zukam: Aus der sexuellen “Tugendhaftigkeit” der “richtigen Frau” wurde insgesamt eine der Weiblichkeit angeblich innewohnende höhere Tugendhaftigkeit abgeleitet.

Die bürgerliche Männlichkeit unterwarf sich andächtig der sakralisierten weiblichen “Tugenhaftigkeit”, war also in gewisser weise “geläutert” und konnte sich deshalb moralisch gleichzeitig sowohl vom Plebs als auch vom Adel moralisch – und damit sozial – abgrenzen.

Selbstverständlich kam das auch der bürgerlichen Weiblichkeit zugute, die wiederum ihren gesellschaftlichen Führungsanspruch dadurch reklamierte dass sie Wohltätig agierte und der Unterschichtweiblichkeit zeigte, was wahre Weiblichkeit ist.

Der real existierende Feminismus ist, denke ich, bis zum Hals in diese Tradition verstrickt. Er ist mitnichten etwas neues. Für Profeminismus und “neue Männlichkeit” gilt das Gleiche.

Peter:

In der bürgerlichen Vorstellung ist die Frau stets ein passives Wesen, von dem somit auch keine konkrete Gefahr ausgehen kann, denn nur der Mann schreitet zur Tat. Genau deshalb wird Solanas Schmierschrift als Satire verklärt, während die neonazistischen Pamphlete als das gelesen werden was sie sind, Hetzschriften nämlich, die, falls die politischen Umstände es erlauben, eine echte Gefahr darstellen.

In der bürgerlichen Vorstellung gab es zwei Kategorien von Frauen – die Huren und die Heilige. Im feministischen Frauenbild sind auch die Huren heilig.

Peter:

Die Pathologisierung der männlichen Sexualität ist eine Konstante des Feminismus in all seinen Ausformungen. Ist im feministischen Diskurs – und der Diskurs in den Massenmedien ist fast ausschliesslich ein feministischer – vom Mann und seiner Männlichkeit die Rede, so ist Vergewaltigung und Pädophilie stets Bestandteil der diffamierenden Charakterisierung des Mannes.

Seit 40 Jahren wird wird “Männlichkeit” diffamiert, verhöhnt, dekonstruiert. Dekonstruktion im feministischen Sinne, in diesem Kontext heisst, jedes positive männliche Selbstverständnis zu zerstören. Ist dieses teilweise gelungen, wird höhnisch von der “Krise der Kerle”, der “Krise der Männer”, dem “Auslaufmodell Mann” schwadroniert. Ist die Identität zertrümmert, so die menschenverachtende Theorie des Feminismus, kann dem Mann sein “neues Rollenbild”, seine “neue Männlichkeit” übergestülpt werden.

Die neue Männlichkeit aber richtet sich nicht nach den Bedürfnissen des Mannes, sondern orientiert sich an seinem Nutzen, den er für andere generiert, insbesondere für die bürgerliche Frau, die unemanzipiert, wie sie ist, ihr geschütztes Refugium von “Heim und Herd” in den ausserhäuslichen Bereich transformiert sehen will. Der Mann ist und bleibt das Objekt, dessen Wert sich einzig und allein an seinem ökonomischen Nutzwert, an seiner ökonomischen Verwertbarkeit misst.

Die menschenverachtende Logik zeigt sich hier – ausser für den konformistischen, opportunistischen Gummihals – überdeutlich. Das ideologische Grundgerüst des Feminismus pathologisiert ein natürliches sexuelles Bedürfnis. Gemäss feministischer Theorie kontrollierte und unterdrückte das Patriarchat die Frau, indem der Mann u.a die Sexualität der Frau einschränkte und seiner Kontrolle unterwarf. Was liegt da näher als der Gedanke, den Mann mittels der Kontrolle über seine Sexualität zu beherrschen und zu kontrollieren, indem seine Sexualität pathologisiert wird. Nur bornierte, PSEUDOLINKE Ignoranten vermögen nicht zu erkennen, welch faschistischer Geist dem Feminismus eigen ist.

Dieses Ideal scheint mir eine kulturelle Ausformung eines bestimmten Verhaltens zu sein, dass eher die Langzeitstrategien betont und die Triebe, die ja meist auf Kurzzeitstrategien abzielen. in den Griff zu bekommen versuchen. Damit kann man ein statushohes Verhalten betreiben, da gerade die Langzeitstrategie meist die vernünftigere ist und nur von jemanden mit langfristigen Perspektiven umsetzen kann. 

Reue und Bedauern nach Sex bzw. entgangenen Gelegenheiten

Eine Studie beschäftigt sich damit, was man alles bei Sex bzw. bei nicht genutzten sexuellen Gelegenheiten bedauert:

Regret and anticipated regret enhance decision quality by helping people avoid making and repeating mistakes. Some of people’s most intense regrets concern sexual decisions. We hypothesized evolved sex differences in women’s and men’s experiences of sexual regret. Because of women’s higher obligatory costs of reproducti on throughout evolutionary his- tory, we hypothesized that sexual actions, particularly those involving casual sex, would be regretted more intensely by women than by men. In contrast, because missed sexual opportunities historically carri ed higher reproductive fitness costs for men than for women, we hypothesized that poorly chosen sexual inactions would be regretted more by men than by women. Across three studies ( N s = 200, 395, and 24,230), we tested these hypotheses using free responses, written scenarios, detailed checklists, and Internet sampling to achieve participant diversity, including diversity in sexual orientation. Across all data sources, results supporte d predicted psychological sex differences and these differences were localized in casual sex contexts. These findings are consistent with the notion that the psychology of sexual regret was shaped by recurrent sex dif- ferences in selection pressures operating over deep time

Quelle: Sexual Regret: Evidence for Evolved Sex Differences

Hier etwas zu den Zahlen:

Bedauern nach Sex 1

Bedauern nach Sex 1

Wie man sieht zeigt sich ein durchaus klassisches Bild. Frauen bedauern eher als Männer die Handlungen des anderen und noch mehr ihre eigenen Handlungen und Männer bedauern mehr als Frauen sexuelle Inaktivität sowohl des anderen als auch von ihnen selbst. Frauen bedauern es hingegen weitaus weniger, wenn sie nicht selbst sexuell aktiv geworden sind.

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Auch in dieser Grafik zeigt sich der deutliche Unterschied.

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Bei den verschiedenen Punkten, die Männer und Frauen bedauern, zeigen sich moderate Unterschiede. Kaum ein Junge bedauert beispielsweise seine Jungfräulichkeit zu früh verloren zu haben, aber im Verhältnis doch einige Frauen. Und auch Sex mit einem Fremden bedauern Frauen wesentlich eher als Männer, ebenso Sex, bei dem sie sich schmutzig fühlten oder bei Sex mit einer unattraktiven Person

Männer hingegen bedauern es mehr als Frauen, wenn sie in möglichen Sex investiert haben, aber dabei nichts rausgekommen ist, dass sie früher zu schüchtern waren oder das sie sich nicht getraut haben, zu zeigen, dass sie Interesse hatten.

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Wenn sie „Casual Sex“ hatten, dann fanden diese Entscheidung  im nachhinein 52% der Männer gut, aber nur 27% der Frauen. Wenn sie möglichen Sex nicht hatten, waren 36% der heterosexuellen Männer froh es nicht getan zu haben gegenüber 61% der heterosexuellen Frauen.

 Bedauern beim Sex 2

Bedauern beim Sex 2

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Auch hier nur ein paar Punkte: Frauen bedauern es mehr, wenn es mit dem Sex zu schnell ging, sie bedauern es auch mehr, wenn sie Sex mit einem anderen hatten, um sich an ihrem Exfreund zu rächen. Ein sehr deutlicher Unterschied ist, dass Frauen sich eher schmutzig und schlampig fühlten und den Sex deswegen bedauerten. Auch ein One-Night-Stand wurde eher von Frauen bedauert. Reue entstand auch eher bei Frauen dadurch, dass  ihnen jemand vorspielte, dass eine Aussicht auf eine Beziehung besteht.

Männer zeigten größeres Bedauern darüber, dass sie einen möglichen Seitensprung nicht genutzt haben, insbesondere wenn die Seitensprungmöglichkeit sehr hübsch war. Ebenso bedauern sie es, nicht mit jemanden geschlafen zu haben, der sich sehr darum bemüht hat. Sie bedauern auch allgemein eher nicht mehr versucht zu haben oder eine Gelegenheit ausgeschlagen zu haben mit jemanden, der gut im Bett ist. Ebenso bedauern Männer sich zuviel Selbstbefriedigt zu haben.

Immerhin 12% der Frauen bedauern, kein homosexuelles Erlebnis gehabt zu haben, im Gegensatz zu 5% der Männer.

„Vergewaltiger und Männermagazine verwenden die gleiche Sprache“

Eine Studie soll ermittelt haben, dass sich die Aussagen aus einem Männermagazin und solche, mit denen Vergewaltiger ihre Tat rechtfertigen, sehr stark ähneln:

Research has suggested that some magazines targeted at young men –lads’ mags– are normalizing extreme sexist views by presenting those views in a mainstream context. Consistent with this view, young men in Study 1 (n = 90) identified more with derogatory quotes about women drawn from recent lads’ mags, and from interviews with convicted rapists, when those quotes were attributed to lads’ mags, than when they were attributed to convicted rapists. In Study 2, 40 young women and men could not reliably judge the source of those same quotes. While these participants sometimes voiced the belief that the content of lads’ mags was ‘normal’ while rapists’ talk was ‘extreme’, they categorized quotes from both sources as derogatory with equal frequency. Jointly, the two studies show an overlap in the content of convicted rapists’ talk and the contents of contemporary lads’ mags, and suggest that the framing of such content within lads’ mags may normalize it for young men.

Quelle: „Lights on at the end of the party”: Are lads’ mags mainstreaming dangerous sexism?

Viele feministische Blogs haben die Studie besprochen und eine neue Bestätigung der Rape Culture darin gesehen (zB Jezebel/Fatal Feminist/TAZ)

In einer Besprechung der Studie habe ich die konkreten Aussagen gefunden um die es da geht: Ich kommentiere sie auch gleich

Quotes sourced from convicted rapists

1 There’s a certain way you can tell that a girl wants to have sex . . . The way they dress, they flaunt themselves.

Da haben sie sich ja eine hübsch harmlose Aussage rausgesucht. Das Problem des Vergewaltigers ist ja, dass er nicht nur aus ihre Kleidung Rückschlüsse auf ihre Bereitschaft zu Sex schließt, sondern daraus schließt, dass er sich über ihren Willen hinwegsetzen kann. Das man bei einer sehr sexuell gekleideten Frau vermutet, dass sie ihre Reize nutzen will, kann natürlich falsch sein, sie kann auch einfach besonders gut in der intrasexuellen Konkurrenz unter Frauen ankommen wollen, es muss aber nicht falsch sein. Wenn ein Date relativ sexuell gekleidet ist, wenn wir uns treffen, dann ist das bisher meist in der Tat ein gutes Zeichen gewesen.

2 Some girls walk around in short-shorts . . . showing their body off . . . It just starts a man thinking that if he gets something like that, what can he do with it? . . .

Kann auch eine harmlose Aussage sein. „If he gets something like that“ muss ja nicht ein negativer Aspekt sein, es kann auch einfach gemeint sein, dass man mit ihr zusammen kommt. Und dann kann man eben einvernehmlichen Sex haben.

3 What burns me up sometimes about girls is dick-teasers. They lead a man on and then shut him off right there.

Auch hier kann die Aussage harmlos sein: Natürlich kann es jemanden ärgern, wenn Frauen sexuell reizen und ihre Reize einsetzen um Vorteile herauszuholen. Wenn man merkt, dass mit einem gespielt wird. Eine normale Reaktion wäre solche Frauen zu meiden oder ihrerseits mit ihnen zu spielen („Die großen Augen sind schon gut, aber der Kopf muss noch etwas schiefer“). Das ist alles kein Problem und harmlos. Ein Vergewaltiger würde eben aus den sexuellen Reizen Rechte herleiten, die ihm nicht zustehen

4 You know girls in general are all right. But some of them are bitches . . . The bitches are the type that . . . need to have it stuffed to them hard and heavy.

Schon eine härtere Aussage. Aber auch hier wäre eine Auffassung, dass man sie verführen sollte und sie gerade sehr zickige Frauen eher härteren, aber einvernehmlichen Sex mögen und dann weniger zickig sind vielleicht machohaft, aber weit weg von einer Vergewaltigung. Der Vergewaltiger würde eben denken, dass ihr Verhalten eine Korrektur notwendig macht, die durch Sex erfolgt und gegen ihren Willen erzwungen werden sollte.

5 You’ll find most girls will be reluctant about going to bed with somebody or crawling in the back seat of a car . . . But you can usually seduce them, and they’ll do it willingly.

Unproblematische Aussagen meiner Meinung nach. Wenn eine Frau verführt wird und sie dann Sex will, dann sollte das ihr gutes Recht sein.

6 Girls ask for it by wearing these mini-skirts and hotpants . . . they’re just displaying their body . . . Whether they realise it or not they’re saying, ‘Hey, I’ve got a beautiful body, and it’s yours if you want it.

Problematische Aussage. Wobei eben ein Freiraum durch „It“ verbleibt. Wer mit „It“ Verführung verbindet, der ist kein Vergewaltiger, sondern hat nur ein (zu) großes Ego.

7 Some women are domineering, but I think it’s more or less the man who should put his foot down. The man is supposed to be the man. If he acts the man, the woman won’t be domineering

Die Aussage „The Man is supposed to be the man“ werden wahrscheinlich durchaus viele Frauen teilen. Problematisch hier ist zum einen der Essentialismus gegenüber Frauen und Männern und zum anderen natürlich das Ausmaß, in dem man dominieren möchte. Wer mit Negs oder ein paar Sprüchen dominieren möchte oder entsprechendes auf ein dominantes Verhalten zurückgibt ist kein Vergewaltiger. Auch hier geht es eben darum, dass man bestimmte Grenzen beachtet.

8 I think if a law is passed, there should be a dress code . . . When girls dress in those short skirts and things like that, they’re just asking for it.

Eine bescheuerte Aussage keine Frage. Schon wegen des totalitären Ansatzes.

Quotes sourced from lads’ mags.

1 A girl may like anal sex because it makes her feel incredibly naughty and she likes feeling like a dirty slut. If this is the case, you can try all sorts of humiliating acts to help live out her filthy fantasy.

Würde ich durchaus für eine Möglichkeit halten. Die Betonung liegt hier meiner Meinung nach auf „may“ „if this is the case“ und auf „Try“. Es spricht nichts dagegen jemanden dabei zu helfen seine dreckigen Fantasien auszuleben und auch nichts dagegen, dass Frauen dreckige Fantasien haben.

2 Mascara running down the cheeks means they’ve just been crying, and it was probably your fault . . . but you can cheer up the miserable beauty with a bit of the old in and out.

Die meisten Frauen werden wohl, wenn sie heulen, nicht unbedingt in der Stimmung für Sex sein. Insofern wird es nicht unbedingt erfolgreich sein. Aber das macht einen nicht zu einem Vergewaltiger. Der Versuch, sie zu Sex zu überreden oder sie durch Sex aufzumuntern ist vielleicht nicht erfolgreich, aber muss nicht negativ sein. Umgekehrt würde es aber wahrscheinlich besser klappen.

3 Filthy talk can be such a turn on for a girl . . . no one wants to be shagged by a mouse . . . A few compliments won’t do any harm either . . . ‘I bet you want it from behind you dirty whore’ . . .

Ja, in der Tat kann es etwas sein, was Frauen mögen. Auch hier spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, dass man so etwas in seinem Sexualleben nutzt, wenn es beide wollen. Dass in die Richtung einer Vergewaltigung zu drehen spricht für eine gewisse Sexfeindlichkeit.

4 Escorts . . . they know exactly how to turn a man on. I’ve given up on girlfriends. They don’t know how to satisfy me, but escorts do.

Hier stellt sich wohl die Frage, wie man zur Prostitution steht. In einer Dworkinschen Auslegung  mag es gleichbedeutend mit einer Vergewaltigung sein. Ich persönlich würde es traurig finden, wenn man durch seine Freundinnen nicht mehr befriedigt werden kann. Dass Escortfrauen sicher einige faszinierende Tricks auf Lager haben kann ich mir durchaus vorstellen: Immerhin ist es ihr Beruf. All dies hat aber nichts mit einer Vergewaltigung zu tun.

5 There’s nothing quite like a woman standing in the dock accused of murder in a sex game gone wrong . . . The possibility of murder does bring a certain frisson to the bedroom.

Den Satz begreife ich zugegebenermaßen nicht so richtig. „Eine Frau, die eines Mordes beschuldigt wird in einem Sexspiele, dass schief gegangen ist. Die Möglichkeit eines Mordes bringt einen gewisse Spannung in das Schlafzimmer“. Hier ist – wenn ich es richtig verstehe –  die Frau die Mörderin. Ich kann mir hier zwar gewisse Würgespiele vorstellen, aber irgendwie scheint es sich ja hier eher um eine dann wohl weibliche Vergewaltigerin zu handeln?

6 You do not want to be caught red-handed . . . go and smash her on a park bench. That used to be my trick.

Würde ich so übersetzen: „Man sollte sich nicht auf frische Tat erwischen lassen. Fick sie auf einer Parkbank. Das war mein Trick“ Könnte ich mir bei einer Anleitung wie man fremdgeht durchaus als Tipp vorstellen. Ob die Doppeldeutigkeit hier aus dem umgangssprachlicheren „Smash her“ für rauhen Sex und „dem wörtlicheren „schlagen“ kommt?

7 Girls love being tied up . . . it gives them the chance to be the helpless victim.

Alle Frauen sicherlich nicht. Einige Frauen und vielleicht noch nicht mal wenige durchaus. Es spricht auch nichts dagegen so etwas einvernehmlich in sein Sexleben einzubauen.

8 I think girls are like plasticine, if you warm them up you can do anything you want with them.

Sicherlich eine Aussage, die man schnell negativ sehen kann. Letztendlich aber auch recht einfach als „wenn man es ihnen schmackhaft macht oder sie richtig geil sind, dann machen sie sehr viel mit“ fassen kann. Was stimmt. Und was auch nicht bedeuten muss, dass man damit ihren Willen übergeht. Es kann sogar enthusiastischer Konsens dabei vorhanden sein, eben weil sie „warm“ ist. Die wenigsten Vergewaltiger werden meiner Einschätzung nach allerdings ihr Opfer „warm“machen. Sicherlich ein dummer Vergleich, aber aus meiner Sicht in einem passenden Kontext akzeptabel.

Im Ganzen wurden hier also Äußerungen ausgesucht, die von vorneherein relativ unbestimmt waren und gerade bei den Vergewaltigern auch neutraler gesehen werden können.

In der oben zitierten Besprechung findet sich auch noch eine gute Stelle:

What exactly is at stake in normalizing a particular set of views is itself a contentious issue, so in our discussion of this research it’s worth acknowledging some logical possibilities: Possibly having a particular set of attitudes towards women — even sexist attitudes towards women — is completely independent from acting on those attitudes, for example by committing rape. Possibly having a particular set of sexist attitudes towards women might not create any harms for the women with whom one shares a society. Possibly expressing a particular set of sexist attitudes towards women might not create any harms for the women with whom one shares a society.

Interessant ist dabei auch, wie der Sexismus bestimmt wurde. Wir treffen einen alten Bekannten:

Das „Ambivalent Sexism Inventory“ (ASI) dient als Test, ich hatte es hier besprochen:

Sexismus Test

Das der Test eigentlich nicht geeignet ist, tatsächlichen Sexismus zu messen, ist bereits an den Fragen erkennbar.

Einen weiteren Fehler der Studie findet man hier:

In the press release, it’s said that the participants were shown quotes from rapists and quotes from lad mags, but there’s no mention of a control group. I am no expert in psychology research, but this strikes me as odd. Without a third class of quotations – descriptions of women from non-rapist men, perhaps – this research can demonstrate that rapists and lad mags use the same language, but not that this is distinctly “the language of sexual offenders”. It might just be the language of men (though I sincerely hope it isn’t).

Eine Kontrollgruppe hätte also zeigen können, ob tatsächlich in den Magazinen eine solch besondere Sprache gesprochen wird.

Letztendlich werden hier bestimmte Aussagen, die aber nur in einem geringen Zusammenhang mit Vergewaltigung stehen als typische Aussagen von Vergewaltigern dargestellt und Aussagen gegenüber gestellt, die auch nicht in einem Zusammenhang mit Vergewaltigung stehen.

Es ist insgesamt eine wenig ergiebige Studie.

Sexuelle Bedürfnisse in eine Beziehung bei Unlust eines Partners

Maren hat einen Beitrag zum Konsens beim Sex in dem die folgende Passage vorkommt:

Aber grundsätzlich sollte ein Nein reichen, damit es akzeptiert wird. So und nun aufpassen: Das heißt keine Überredungen, kein Schmollen, keine emotionaler Druck whatsoever (und denkt nicht mal daran den Begriff “schmerzende Eier” zu verwenden liebe Männer). Wenn ihr der Meinung seid euren Druck abbauen zu müssen stehen euch eine ganze Welt der Internetpornografie sowie in der Regel 2 gesunde Hände zur Verfügung. Sex hat man aber mit jemanden, der es auch möchte. Immer. Keine Diskussion. Nicht mit jemanden, die es “bestimmt irgendwie möchte, wenn ich sie erst in Stímmung bringe” oder die halbärschig mitmacht, um des lieben Friedens willen. DAS ist nämlich unsexy.

Also eigentlich der klassische feministische Ansatz:  Beim Sex müssen beide am besten enthusiastisch dabei sein, wenn einer (und wie man auch bei Maren sieht geht man eher davon aus, dass es die Frau ist) keine Lust hat, dann soll man nichts weiter machen, sondern einfach warten bis der andere Lust hat und ansonsten eben selbst Abhilfe schaffen.

Dem zugrunde liegt häufig ein Verständnis von Sex, dass es nur in gemeinsamer Ausübung und bei beiderseitiger Lust erstrebenswert macht und jede Überredung oder jede Aktivität, die nicht auf beiderseitiger Lust beruht erst einmal äußerst skeptisch sieht und sie eben in die nähe von unkonsensualen Sex rückt.

Ich würde das nicht so sehen. Ein wesentlicher Bestandteil der meisten Beziehung ist Sex und eine der üblichen Verabredungen innerhalb dieser ist, dass man ihn nur mit dem jeweiligen anderen Partner haben darf. Aus dieser gegenseitigen Lage folgt, dass man auch eine gewisse Verantwortung für die Erfüllung der gegenseitigen Triebe hat, die sexuell bestehen.

Ich halte es bei Partnerinnen so, dass ich, wenn sie Lust hat und ich (ausnahmsweise) nicht, mich wenn es geht darum kümmern würde, sei es mit Sex oder eben zumindest mit einer einseitigen Befriedigung ihrerseits. Natürlich hat man als Mann den Vorteil, dass dieser Fall etwas seltener Eintritt und man meist leicht zu Sex zu motivieren ist. Ich finde es allerdings auch nicht schlimm, wenn meine Partnerin versucht mich zu Sex zu überreden. Mich darüber aufzuregen würde mir aus meiner Position eher merkwürdig vorkommen. Wen soll sie denn sonst fragen? Ich vermute sie würde es genau so merkwürdig finden, neben mir zu masturbieren oder deswegen im Bad zu verschwinden wie ich es auch merkwürdig finden würde, wenn ich das machen würde, jedenfalls, wenn man gerade zusammen ist. Ich vermute die meisten Frauen würden die Mitteilung, dass ich jetzt zu Internetpornographie greife, weil sie ja eben keinen Bock hat, eher als merkwürdig ansehen als das Ansinnen, dass sie selbst Abhilfe schaffen.

Tatsächlich ist es aus meiner Sicht ein gutes Zeichen einer Beziehung, wenn es einer Freundin bei einem temporären Ungleichgewicht der sexuellen Lust Spass macht, den anderen zu befriedigen. Es ist eher ein schlechtes Zeichen, wenn sie das (ein vernünftiges Maß in der Anforderung vorausgesetzt) als Belästigung ansieht.

Natürlich: Das kann nicht zu einer Erwartungshaltung führen, nach der sie beständig die Befriedigung übernehmen muss, wenn gerade eine leichte Lust aufkommt. Und wenn sie nicht will, dann will sie nicht und das ist natürlich zu akzeptieren.

Sehr gut verstehen kann ich auch, dass Maren jammern und betteln – in Bestätigung von Pickupgrundsätzen – als unsexy ansieht. Es drückt eben „Neediness“ aus, betteln verleiht einem niedrigeren Status und es wirkt wenig abgeklärt. Es wäre merkwürdig, wenn Frauen es sexy finden würden, wenn man bettelt.

Das Ansinnen, die Freundin in Stimmung bringen zu wollen, finde ich auch nicht so schlimm wie Maren. Oft genug klappt das ja auch durchaus. In einem gewissen Rahmen ist das von beiden Seiten vollkommen okay und kein unter Druck setzten. Ein Blowjob zwischendurch ist ja nun wahrhaftig auch kein Weltuntergang, und auch keine Arbeit, die den Partner über Maßen anstrengt. Zumal eben Befriedigung durch einen Partner etwas anderes ist als Selbstbefriedigung

Haselnuss stellt bei Maren interessante Fragen, die ich hier einmal wiedergebe:

Da stellt sich mir doch die eine oder andere Anschlussfrage:

– Kann ich einen Blowjob oder ähnliche Kompensation erwarten?

– Gibt es schlechte Gründe, dem Mann Sex zu verweigen? (beispielsweise, um ihn zu konditionieren)

– Wie lange darf (in Ermangelung eines besseren Wortes) die Frau keine Lust haben? Tage, Wochen oder Monate?

– Ab welchem Zeitintervall darf ich mir den Sex woanders suchen?

Zu dem Blowjob als Sexersatz habe ich ja bereits etwas geschrieben. Ich würde auch sagen, dass – gerade bei dem üblichen Gefälle in der gewünschten sexuellen Frequenz von Frau zu Mann – durchaus drin ist.

Und es dürfte ein durchaus häufiges Gefühl von Männern sein, dass dieses Gefälle in der sexuellen Lust von Frauen als Waffe genutzt wird, um eine gewisse Konditionierung zu bewirken. Es ist ja auch ein uraltes Druckmittel in diese Richtung. Natürlich: Ist eine Beziehung erst einmal so weit, dass dies ein verstärkt eingesetztes Machtmittel ist, dann ist es eh nicht gut um sie bestellt. Frauen sollten vielleicht aber berücksichtigen, dass ihre Anfälligkeit, genau dies dennoch zu tun, mit der Anwendung des Grundsatzes „nur wenn ich wirklich, wirklich Lust habe“ deutlich steigt. Was dann den Sex entgegen der von Maren dargestellten Grundsätze nicht unbedingt besser machen kann, weil er auf Sex wartet und sie ihn gewährt.

Ich hatte dazu schon einmal in dem Artikel „Sex als Machtinstrument“ das Folgende zitiert:

Wenn Paare in langjährigen Beziehungen nur noch wenig Sex haben und dieser Zustand über Monate hinweg anhält, sollte man die körperliche Nähe als Machtinstrument hinterfragen. „Das ist den meisten so gar nicht bewusst. Sie sagen dann ‘Ich habe keine Lust, weil er oder sie mich geärgert hat’“, erklärt Heyne. Dahinter stecke aber oft der Gedanke: „Wenn du nicht machst, was ich will, gebe ich dir nicht das, was du willst.“ Dadurch entstehe ein Teufelskreis: Einer fühle sich als Opfer, der andere fühle sich ständig bestraft.

Die dritte Frage ist aus meiner Sicht auch interessant für das Verständnis der von Maren geforderten Rücksichtnahme. Klar, wenn man am Abend gerade Sex hatte, dann muss sie am Morgen nicht unbedingt Lust haben. Wenn er sich nach 3 Wochen beschwert, dass sie keine Lust hat, dann wäre ein Verweis auf die Grundsätze, dass man nie, nie, nie nachfragen darf und nie überreden darf geradezu absurd.

Bei der vierten Frage stellt Haselnuss in einem späteren Kommentar klar, dass das Verhalten, dass man sich dann dementsprechend trennt, wenn sie nicht will, eben auch als Druck gewertet werden kann. Da hat er vollkommen recht. Natürlich kann man sich immer trennen. Die Trennung ist allerdings naturgemäß eine der stärksten Waffen innerhalb der Beziehung, da sie eben deren Ende bedeutet. Sein Wünsche nicht zu kommunizieren und dann schlicht die Konsequenzen zu ziehen würde bei den meisten Frauen wohl als merkwürdigeres Verhalten empfunden werden als der Hinweis, dass man sexuell befriedigt werden möchte.

Natürlich: Wer – vielleicht aufgrund belastender Vorfälle in seiner Vergangenheit – jedes Anfordern von Sex oder jedes, auch leichtes Beharren auf Sex als gravierende Belastung ansieht, der soll diese Regeln in seiner Beziehung leben.

Für die meisten ist der Umgang mit Sex als Trieb denke ich nicht so bedrohlich und damit das Bedürfnis für so weitgehende Einschränkungen nicht vorhanden.

Prostituierte und Freier

John Millward hat auf seinem Blog zwei interessante Artikel zur Prostitution

In dem einen geht es um die Ansichten der Prostituierten:

Hier beispielsweise über die Freier:

The women described the average client’s attitude towards sex as primarily being respectful, nervous and eager. I got the impression from the way the escorts spoke about their clients that they do respect the men who pay them for sex, but it’s mostly a professional type of respect, much like the kind any seller would have for a buyer. This sentiment shone through in the women’s answers to two questions in particular: would you consider being friends with a client? Most would, but only select clients. And would you ever consider dating a client? 77% said no, they wouldn’t. Only 4 of the 30 had dated a punter. Whether this is because escorts tend to see their clients as being undesirable in some way is anyone’s guess. It could just be that, like in the rest of life, you don’t mix business with pleasure. Clients are clients.

When I asked why they think the men choose to pay to have sex with them, their responses were mixed but did contain one theme in particular: the men don’t get the sex and intimacy they desire elsewhere, or simply prefer it without the other ‘baggage’ of a relationship.

Also die meisten scheinen respektvoll und nervös zu sein.

Und eine interessante Analyse der Motive der Freier:

Because they require an uncomplicated emotionally detached sexual service as opposed to an affair. This allows them to cognitively justify the act of adultery and therefore alleviates feelings of guilt and betrayal.”

Also der Gedanke, dass es weniger ein Fremdgehen ist, weil man ja keine Gefühlsbindung aufbaut, sondern einfach nur einen Service nutzt.

Und zu ihrer Meinung über den Job´:

When I asked the 30 escorts what the benefits of the job are, the main one (27 mentions) was money, followed by being their own boss (22) and the working hours (20). The sex ranked dead last with only 8 women including it as a positive. Of course, there’s no reason that should come as a shock to anyone. How many people, after all, could say that they do their job first and foremost because of what it is and not what it pays? A minority, I think. 4 out of the 30 women said that their dream job—the profession they’d most like to work in if they could do it with no chance of failure—was that of an escort. The others listed jobs that anyone, of either gender and any background, might choose: writer, teacher, DJ, chef, vet, midwife, wife a billionaire

Auch da scheint der Job eine gewisse Normalität aufzuweisen.

 In dem anderen Artikel  geht es um die Anzeigen der Prostituierten und die Bewertungen der Freier:

It’s impossible to miss the recurring themes of the field reports on PunterNet. The reviewers always make reference to the same things. They care about the way the girl looks, how she’s dressed, her sexual technique and how into the sex she appears to be. If an escort falls down in any of these areas, perhaps by looking different to the photos on her site or by rushing the punter out of the door, you can be sure he’ll mention it in his review of her.

Es soll eben die Illusion von echten Sex sein. Um so mehr es sich entsprechend anfühlt um so besser für den Kunden.

Und die abschließende Wertung:

Who the sucker is in the punter/escort relationship is hard to tell. Maybe both, maybe neither. The women are well paid and seem happy with their choice of job and the men enjoy their punts and tend to repeat them again and again. Those are the positives. The negatives might be that the men are indulging a basic craving that would be satisfied in a healthier, more productive way by more traditional sexual relationships, and the women are undermining the dignity of their sexual selves by opening the door to any man who has enough cash. Escorts and punters would presumably agree with the former summary, whereas the general public, who stand at a distance from the business, would be more likely to go with the latter. Prostitution is as good or bad as the results it produces; sometimes there will be smiles all round, other times it’s bound to be a bleaker situation.