„Warum die Männerbewegung nichts erreicht“

Auf Geschlechterallerlei ist ein Beitrag erschienen, in dem es darum geht, was die Männerbewegung zurückhält:

Geht ein Mann auf die Straße und demonstriert gegen Ungerechtigkeiten und Benachteiligungen, die Männern widerfahren? Nein, geht zur Arbeit, um Geld für die Familie zu verdienen und seine Karriere nicht durch zwielichtige Aktionen („ich muss mal zur Männerdemo, brauche kurzfristig einen Tag Urlaub“) zu gefährden.

Die allerwenigsten Frauen gehen allerdings auch zu einer „Frauendemo“. Sie gehen allenfalls zu einer Demo für höhere Löhne und die Organisatoren versichern dort, dass sie Lohngleichheit für Frauen und eine Beseitigung des Gender Pay Gaps natürlich ebenso anstreben.
Dafür, dass der Gehaltunterschied zwischen Männern und Frauen so enorm sein soll (23%!) zeigt sich erstaunlich wenig Widerstand, es gibt kaum Demos, es gibt keine „Frauenstreiks“ etc.

Ja, richtig, er kennt ein paar Fälle, wo Kumpels und Kollegen Probleme haben. Durch Scheidung, durch den Kampf ums Kind, durch hohe Unterhaltszahlungen. Aber es droht keine Gefahr, schließlich ist seine Familie intakt, die Ehe funktionert. Es ist derzeit nicht vorstellbar, dass sich das Ändern könnte.

Das Problem, dass die meisten „Männerprobleme“ nur einen kleineren Teil der Männer betreffen, nämlich die, die sich trennen, ist in der Tat etwas, was dazu führt, dass das Thema weit weniger präsent ist. Die Leute erleben es dann auch weniger als etwas, was gegen sie als Männer gerichtet ist, sondern als etwas, was sie mit zB ihrer Frau aushandeln müssen etc. Es fehlt insofern die Erkenntnis, dass die Regeln für Männer sehr ungünstig sind.

Und was sollte er überhaupt der eigenen Frau erzählen, wohin er geht, falls er doch zur Demo ginge? Dass er jetzt dafür eintritt, dass es mehr Gerechtigkeit geben soll im Trennungsfall? Das würde ja bedeuten, dass er ihre Möglichkeiten als Frau beschneiden will! Er müsste erstmal glaubwürdig klar machen, dass er das quasi aus Solidaritätsgründen tut und er selbst nicht glaubt, je in eine solche Verlegenheit zu kommen. Nein, nein, sie lieben sich doch. Sich für so etwas engagieren wäre ja die Unterstellung, dass er davon ausginge, die Liebste würde sich in eine Furie verwandeln, wenn …

Die meisten Frauen gehen allerdings auch nicht auf eine Demo, in der sie anführen, dass sie in einer Rape Culture leben, dass Männer sie unterdrücken etc. Und die, die das machen, haben ja teilweise sogar Partner, die sie darin unterstützen.

In der Tat kommt aber wohl der gleiche Effekt zum Tragen, aus dem heraus keine Eheverträge gemacht werden. Man möchte das Gefühl vermeiden, dass es sich auch gegen die eigene Frau richtet. Und man befürchtet, dass diese es als Angriff auf sich sieht.

Und im Scheidungsfall ihrer besten Freundin ist es ja auch gerechtfertigt, dass er blutet. Hat er sie doch betrogen, das Schwein, wie sie immer sagt. Wo hingegen sie immer ihren netten Kollegen Meyer bemitleidet, dem seine Ex ja so übel mitspielt. Und so eine wird sie ja nicht werden, falls … dafür kennt man sich doch viel zu gut.

Ich denke es ist den meisten Männern schon bewußt, dass da eine große Gefahr vorhanden ist und auch viele Frauen würden das durchaus zugestehen. Allerdings ist das Problem sicherlich auch, dass keiner eine Ahnung hat, wie genau die Regelungen eigentlich aussehen. Insofern kann man auch schlecht darüber reden. Auch die Männer können üblicherweise nicht benennen, was eigentlich genau ungerecht an den Regelungen ist, wenn sie nicht selbst entsprechende Erfahrungen gemacht haben.

Hingegen sind Aussagen wie „Frauen verdienen 23% weniger“ eben einfach und gut zu merken.

Überhaupt, „Männerbewegung“ … das klingt schon schw … ähhh … verweichlicht. Männer, die im Rudel Schutz suchen müssen und fordern, dass etwas für sie geändert wird. Männer, die es alleine nicht gebacken bekommen. Die die Härten des Lebens nicht ohne Beistand aushalten können.

Ja, diese Wirkung hat es denke ich auf viele. Ich hatte irgendwo auch schon einmal angesprochen, dass ich gerade diesen Umstand, dass man sich damit als schwach und benachteiligt darstellt, für ein Hindernis halte, weil damit Aktivisten eben leicht in Lächerliche zu ziehen sind. „Ihr Armen, werdet ihr von Frauen unterdrückt und könnt euch nicht gegen sie wehren?“

Und „Maskulinisten“? Das sind doch die verschrobenen Leute in komischen Klamotten, meist auch etwas Nazi (sagen jedenfalls die Zeitungen) und oft auch ohne Frau – warum wohl?

Ja, auch das ist sicherlich richtig. Die wenigsten würden sich als Maskulisten bezeichnen wollen, wenn sie denn den Begriff überhaupt kennen. Sie sehen auch keinen Grund dazu, weil sie viele Nachteile eben auch nicht sehen oder eben als Teil ihres Lebens akzeptieren.

Und so stellen sich Männer selbst ein Bein. Der dem Mann innewohnende Wettbewerbsgedanke hindert sie daran, sich zu solidarisieren. Jeder ist sich selbst der nächste, Betroffene kämpfen alleine vor den Gerichten. Jeder sieht zu, dass er selbst gut über die Runden kommt, sollen die anderen schauen, wo sie bleiben. Nur der Fitteste gewinnt.

In der Tat eine sehr männliche Art so etwas anzugehen. An dem eigenen Problem arbeiten, sich selbst dafür verantwortlich machen, den Eindruck von Schwäche vermeiden. Eben mehr Einsatz zeigen.
Allerdings sollten ja inzwischen genug von Unterhalt und Sorgerecht betroffen sein. Hier muss man sicherlich schauen, wie man daraus eine Gruppe formt. Ich denke das Internetseiten und Blogs da erste Kontakte darstellen können, ebenso aber eher antifeministische Gegenbewegungen, die sich gegen den gegenwärtigen intersektionalen Feminismus stellen und dessen einfache Einteilung in Gut und Böse leid sind.

Es den Frauen gleich zu tun, die protestierten, macht die Männerbewegung unausgesprochen zu einer weibischen Kopie. So etwas tun Männer nicht. So einen Mann will Frau auch nicht. Das paßt alles nicht ins Bild.

Zumal es eben auch weniger Männer betrifft und selbst von denen, die sich scheiden lassen ja viele auch vernünftige Trennungen erleben, die nicht hochstreitig sind und bei denen sich beide einigermaßen fair verhalten.

Warum sollten also Politiker und Parteien sich für Männer engagieren, die sich mit der Situation abfinden und gar nicht aufbegehren? Offensichtlich ist es dann nicht wahlentscheidend, wie Parteien zu den Anliegen von Männern stehen. Dagegen könnte es als frauenfeindlich und rückwärtsgewandt gesehen werden, wenn sie es trotzdem tun. Und das kostet garantiert weibliche Wählerstimmen.

Ähnliches hatte ich in meinem Rant zu den Aktiven und den Bloggenden auch schon mal aufgegriffen:

Wisst ihr, was Leute anzieht? Wenn schon viele Leute dabei sind und man immer wieder darauf stößt.

Wisst ihr, wonach Politiker den Einfluss einer Gruppe beurteilen? Danach, wie viel Aufmerksamkeit sie generieren können.

In den beiden Bereichen versagt ihr, wenn ihr das Internet nicht nutzt. Wenn ihr so tolle praktische Arbeit macht, dann müsst ihr eben auch die Zähne auseinander bekommen. Wenn ihr 300 Mitglieder habt, dann wissen die, wenn ihr nichts erzählt, vielleicht von eurer Arbeit. Wenn ihr euch damit beschäftigt, eine Social Media Präsenz aufzubauen, und über Twitter, Facebook und eine Internetseite von euren Taten redet (und zumindest 50 eurer Mitglieder sich ebenfalls einen Twitter- und Facebookaccount und eine Internetseite zulegen, sich darum bemühen, Interessierte auf sich aufmerksam zu machen und dann eure Beiträge verlinken, dann wissen es 10.000.

#Aufschrei wurde unter anderem deswegen ein Phänomen, weil eine kleine Anzahl von Feministinnen sehr viele Tweets geschrieben hat, um die Sache ins Laufen zu bringen und weil sie entsprechend mit Multiplikatoren vernetzt waren. Feministinnen können Forderungen durchsetzen, weil sie mit einem Shitstorm drohen können, der ein höhes Potential an Leuten mobilisiert und von einigen sehr aktiven zusätzlich geschürt werden wird. Auf Shitstormniveau muss man sich dazu gar nicht bewegen, aber wenn deutlich wird, dass man jemand ist, bei dem 10.000 Leute angepisst sind, wenn etwas sexistisches offengelegt wird, dann überlegt man eben als Politiker eher, ob man dieser Gruppe zuarbeitet und spricht ihr Bedeutung zu. Wenn man weiß, dass allenfalls 100 Vereinsmitglieder was davon erfahren und dann eine Email von deren Vorstand kommt, dann kann man das weitaus eher ignorieren.

Ich halte insofern daran fest, dass Öffentlichkeitsarbeit und der Versuch, Leute auf das Thema aufmerksam zu machen und Ungerechtigkeiten aufzuzeigen, sowie das Aufbauen von „Followern“ bzw einer gewissen Reichweite ein wichtiges Ziel bleiben muss.

Männer, wir werden nicht weiterkommen, wenn wir uns nicht zuerst aus unseren Gedankenfallen befreien. Und dann geht es darum, vehement einzufordern, was der Geschlechtergerechtigkeit auch aus Sicht der Männer zuwiderläuft.

Es ist eine interessante Frage, wie man das am besten macht. Gerade das „vehemente“ könnte ja viele andere Männer nach dem oben gesagten abschrecken, weil sie eben nicht als radikal wahrgenommen werden wollen.

Ich könnte mir vorstellen, dass gerade die weniger radikalen Themen, bei denen man bestehende Ungerechtigkeiten aufzeigen kann, eher dazu führen, dass Männer sich dazu äußern als wenn man die große Diskriminierung des Mannes ausruft.

Vielleicht macht es auch eine Mischung der verschiedenen Arten, so dass für jeden etwas dabei ist.

Was sagt ihr dazu?

„Es wird Zeit für plakative Forderungen, für Extrempositionen die nur im indirektem Zusammenhang mit Jungen- und Männerrechten stehen“

Wie Arne auch bereits berichtete gibt es auf dem Blog „Scheidende Geister“ einen Beitrag, der die Auffassung vertritt, dass man in in Zusammenhang mit Jungen- und Männerrechten plakativerer Forderungen vertreten sollte.

Der Autor führt an:

Vielleicht wird es Zeit für plakative Forderungen, für Extrempositionen die nicht in direktem Zusammenhang mit Jungen- und Männerrechten stehen, trotzdem aber diese Position stärken:

Ich glaube ja eher, dass zu lange Extrempositionen vertreten worden sind. Es fehlt eher ein öffentliches Bewußtsein, dass dort gewisse Probleme bestehen, die angegangen werden sollten und die Thematik ist teilweise eben schwerer zu verstehen, weil es zB um Familienrecht geht. Männer wollen denke ich nicht als schwach angesehen werden, sie wollen ungern als Jammerer erscheinen und Männerrechte lassen sich weitaus schwerer auf einfache Parolen wie „Ausländer raus“ oder „Rapefugees“ herunterbrechen. Die meisten Männer können nicht recht fassen, was eigentlich ungerecht ist, was genau geändert werden muss und wie man die Position eigentlich positiv fassen kann, ohne gleich als Frauenfeind dazustehen.

Mal sehen, was er vertritt:

Öffentlich-Rechtlicher Rundfunk – abschaffen. Sicher bringen die in den Dritten Programmen und Spartensendern gute, teilweise auch ausgewogene Sendungen. Aber bei den großen Programmen, die für den Diskurs relevant sind, verfolgen sie nur die immer gleiche Linie. Und sie erzeugenNachrichten über ihre Social-Media-Präsenz. Ergebnis der Abschaffung: wäre weniger feministische Ideologie.

Ich wäre zumindest für eine Abschaffung des Rundfunkbeitrages, weil er aus meiner Sicht eher eine Sondersteuer ist. Die Forderung, die öffentlich rechtlichen Sender abzuschaffen finde ich aber viel zu weit weg vom Thema und sie hat aus meiner Sicht auch wenig Aussicht auf Erfolg. Warum sollten Politiker sich solcher Mittel begeben? Und es ist ja nicht so, dass der Feminismus nur von den öffentlich rechtlichen Sendern lebt. Die privaten werden auch gerne über den Frauenmarsch berichten und Spiegel und Co bieten ebenfalls eine gute Plattform. Eher sollte man sich bemühen, repräsentative Leute hervorzubringen, die man in einer Talkshow unterbringen könnte.

Die Prioritäten der Politik polemisch als tödliches Problem benennen. Merkels Kabinett kümmert sich um ein neues Sexualstrafrecht, statt die Liste der Terrorismus-Gefährder abzuarbeiten. Ergebnis: Die Priorität für feministische Themen sinkt.

Aus meiner Sicht wenig erfolgsversprechend. Der Nachweis, dass man wegen des neuen Sexualstrafrechts nicht die Liste der Terrorismus-Gefährder abarbeiten konnte scheint mir eher unmöglich, es wäre billiger Populismus. Das Sexualstrafrecht dürfte im Justizministerium angesiedelt sein, die Liste der Terrorismus-Gefährder dürfte eher eine Sache der Exekutive, also der Polizei sein.

BAFöG für Geisteswissenschaften abschaffen. Das ist ungerecht, aber es muss sein, da sich aus diesen Kreisen die feministische Ideologie rekrutiert. Und es werden nicht so viele Geisteswissenschaftler benötigt wie ausgebildet werden. Ergebnis: Weniger Geisteswissenschaftler bedeuten weniger feministische Ideologie. Nebeneffekt: Bedarfsgerechtere Ausbildung.

Das würde wahrscheinlich schon am Gleichbehandlungsgrundsatz scheitern. Denn das man zB Lehrer  nicht braucht als Staat erscheint mir relativ willkürlich. Und die meisten Richter werden auch annehmen, dass man Rechtswissenschaften als Geisteswissenschaft durchaus benötigt. Aber auch sonst gibt es eine Vielzahl von Disziplinen, die darunter fallen, die natürlich gebraucht werden, von den verschiedensten Sprachen über Soziologie oder Geschichte oder Pädagogik

Kein Geld mehr für Anti-Rechts und Aussteigerprogramme für Rechts. Da gibt es sicherlich erhebliche Schäden an wichtigen Projekten, aber es muss sein, schließlich werden viele feministische Ideologen bei solchen gemeinnützigen Vereinen durchgefüttert. Ergebnis: Weniger feministische Ideologen.

Das ist genau das, was die Männerbewegung braucht: Leute, die sich explizit gegen Antirechtsprogramme richten.

Ersatzlose Abschaffung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Da gehen sicher auch wichtige Referate mit drauf, aber die wenigen wirklich wichtigen kann man in andere Ministerien überführen. Das Ministerium für alle außer Männer ist voll von feministischen Ideologen. Ergebnis: Weniger Ideologen.

Auch utopisch. Was soll das bringen? Und warum sollten sie ein solches Ministerium aufheben? Und warum sollten sich überhaupt Männer dieser Forderung anschließen? Eher würde ich anführen, dass sie dort eben auch auf Männerbelange eingehen. Außerdem muss Familienpolitik ja nun irgendwo gemacht werden. Wenn nicht dort, dann werden die Leute eben ins Justizministerium versetzt und das ganze hat nur einen neuen Namen.

Das sind die Punkte, die mir spontan einfallen. Die Richtung ist klar: Neben konkreten Sachforderungen sollten richtungsändernde Forderungen treten. Es ist nicht zu erkennen, dass diese Forderungen von Männerrechtlern kommen. Natürlich benötigt man weiterhin die wissenschaftliche Faktenbasis und Aggregatoren (wie Blogs), die diese Faktenbasis auch zugänglich machen.

Für weitere Vorschläge bin ich offen.

Ich glaube, dass man Problembewußtsein schaffen muss. Das kann über Blogs passieren, über Youtubevideos, über Personen wie Milo oder Bearing, die immer bekannter werden. Oder man wird wohl Geld in die Hand nehmen müssen und beispielsweise spendenfinanziert Plakate kleben, wie andere NGOs auch.

Teil des Standardrepertoires von Forderungen von Männerrechtlern sollte bereits sein:

  • Gender Studies abschaffen
  • Frauenbeauftrage / Gleichstellungsbeauftragte abschaffen
  • Frauenquoten abschaffen

Die von mir beschriebenen Maßnahmen sind kostenfrei und sie bekämpfen das Problem an der Wurzel, nicht erst im Nachhinein in der Diskussion.

Sie erfordern aber bereits einen erheblichen Druck, es sind aus meiner Sicht recht fortgeschrittene Forderungen, die bereits einen Stimmungswandel in der Bevölkerung voraussetzen. Vorher kann man weder den nötigen Druck dafür aufbauen noch würden sich Politiker veranlasst sehen zu handeln.

Und man kann und muss Allianzen eingehen, vielleicht auch mit Personen, die einem politisch nicht so nahe stehen. Neoliberale würden sich manchen Forderungen anschließen, Konservative anderen Forderungen. Das mag im Einzelfall weh tun, ich sehe aber keine Alternative für die Männerrechtsbewegung. Sie muss sich die Hände schmutzig machen und auch mal kein Gentlemen sein.

Allianzen sind sicherlich immer wichtig. Aber ebenso kann man sich vereinnahmen lassen. Mit jedem ins Bett zu springen kann die Idee auch schlicht verwässern und abwerten. Einigkeit kann einiges bewirken. Aber genug Männer wird gerade das Extreme abschrecken. Zudem arten Bündnisse, die eigentlich nicht zusammen passen, immer in Streit aus.

Es kann okay sein, parallel an gleichen Zielen zu arbeiten, dann sind eben für verschiedene Leute verschiedene Gruppen vorhanden.

Braucht die Männerbewegung einen Youtubekanal (und wer will einen unterhalten/helfen)?

Die Seite „Critizing Feminism“ bietet eine Übersicht über eine Vielzahl von Videokanälen von englischsprachigen Youtubern, die aus meiner Sicht erstaunlich gute Videos bereit halten. Leute wie Sargon von Akkad, thunderf00t etc liefern da aus meiner Sicht sehr fundierte Kritik, die man sich gut anschauen und gut verlinken kann.

Das es wirkt zeigt sich auch daran, dass einige hier zB bei der Frage, was sie kritisch gegenüber dem Feminismus gemacht hat, auf eben solche Videos verwiesen haben.

Genau so etwas scheint mir in Deutschland noch zu fehlen, gerade auch in deutscher Sprache. Verschiedentlich wurde angesprochen, dass man da ja einen Gemeinschaftlichen Youtube-Account vorhalten könnte, bei dem man sich auch gegenseitig helfen kann. Ich glaube, dass so ein Medium wichtig wäre und viele neue Impulse in die Sache bringen könnte.

Ein Mann oder eine Frau mit einer Kamera wäre die eine Sache, die andere etwa ein Mitschneiden von Unterhaltungen über Skype.

Ich glaube hier würden sich auch interessante Schnittstellen zur „Praxis“ ergeben, etwa wenn man dort Tätige zu ihren Tätigkeiten interviewen könnte.

Möglichkeiten gibt es viele. Hat einer Lust dazu oder könnte beratend zur Seite stehen oder die „Verwaltungsseite“ übernehmen, also zB den Youtubekanal bereithalten, das Video mitbearbeiten und hochladen? Ich selbst habe mit dem Blog eigentlich schon viel zu viel zu tun für die anderen Sachen, die ich auch noch machen muss?

Oder hat jemand Ideen für einen guten Beitrag? Ich glaube man könnte hier sehr viel machen, von Interviews bis zu Umfragen in der Fußgängerzone zB zu verschiedenen feministischen Theorien oder wie sie einen Fall im Familienrecht entscheiden würden. Oder eben ein ähnliches System wie das in vielen englischen Videos, in dem man Anonym bleibt und etwas zum Gender Gap oder anderen Punkten sagt.

Ich eröffne einfach hier mal ein

Video-Brainstorming

zu diesem Themenkomplex. Wer da was „Aktives“ machen möchte kann es ja auch in den Kommentaren schreiben, vielleicht finden sich da welche zusammen.

Erstellung einer Vorstellung der deutschen „Manosphäre“

In dem Beitrag „Wie wird man zum Männerrechtler“ hatte es in den Kommentaren mal eine Diskussion gegeben, wie man die verschiedenen Vereine, die sich für Männerrechte und insb. auch Väterrechte einsetzen besser mit der bestehenden Bloggerszene verbinden könnte.

Ich hatte damals in einem Kommentar geschrieben:

Wie wäre es zB mit einem Artikel hier, in dem sich MANNdat vorstellt?
Und im Gegenzug einem Artikel bei MANNdat auf der Seite (oder gibt es eine Mitgliederzeitschrift?), der die Blogszene vorstellt.

Radfahrer von MANNDat meinte dazu:

Ich glaube nicht, dass sich bei MANNdat jemand besser in der Bloggerszene auskennt als Du, Christian. Vielleicht hast Du Lust, einen Gastartikel zu schreiben?

Das habe ich mir jetzt schon ein paar mal vorgenommen, weil ich es nach wie vor für eine gute Idee halte, wenn man sich da etwas mehr vernetzt, aber irgendwie hat es bisher nicht geklappt.

Also dachte ich, dass man es in einem Gemeinschaftsprojekt vielleicht schneller und besser hinbekommt. Wenn jeder für seinen Blog oder auch für einen anderen Blog, den er gerne liest, eine kurze Vorstellung schreibt, dann sollte so ein Artikel ja schnell zusammenkommen. Das kann hier in den Kommentaren, auf dem eigenen Blog oder auch gerne per Email erfolgen (bei letzeren am besten einen kurzen Hinweis in den Kommentaren). Ich könnte mir auch vorstellen, dass man den Beitrag dann übersetzt und zB bei internationaleren Seiten wie A Voice for men anfragt, ob sie Interesse haben.

Ich würde mir den Aufbau wie folgt vorstellen:

Eine kurze Einleitung, dann eine Vorstellung der verschiedenen Blogs, dann vielleicht auch noch eine Kurzvorstellung von den verschiedenen Organisationen, jeweils mit Links. Ich würde das dann alle sammeln und zusammenstellen und jedem, der dies will eine Version zuschicken. Dann könnten vielleicht alle beteiligten, also die Blogs und die jeweiligen Organisationen den Artikel an einem bestimmten Tag online stellen und wir hätten zum einen eine schöne gegenseitige Verlinkung und Vernetzung und zum anderen würde auf die jeweiligen Szenen aufmerksam gemacht werden.

Um mal einen Anfang zu machen:

Wer sich für Männerrechte oder auch Kritik am gegenwärtigen Feminismus interessiert, der findet heute im Internet eine reichhaltige Szene vor. Neben zahlreichen Organisationen findet sich auch eine Blogszene, die das Thema von vielen verschiedenen Seiten angeht. 

Die erste Anlaufstelle für einen Überblick ist „Das Patriarchat“ (auch auf Twitter), welches die verschiedenen Beiträge sammelt und einen schnellen Überblick über verschiedenste Blogs ermöglicht. Es dient auch dazu, dass auch die Blogs, die nur seltener Beiträge veröffentlichen, eher wahrgenommen werden und nicht übersehen werden. Der Name ist dabei eher spaßhaft zu verstehen, Blogs im „alten Stil“, die tatsächlich einen Rückfall in die alte Zeit der Männerherrschaft wollen, sind dort nicht vertreten, vielmehr zeigt sich ein breites Themenspektrum, von eher links ausgerichteten Blogs über Themenblogs wie etwa zu Kuckuckskindern oder solchen, die eher auf die Belange schwuler Männer ausgerichtet sind bis zu eher liberalen oder auch konservativeren Blogs

Ein Blog, der insbesondere darauf ausgerichtet ist, erste Informationsquelle für alles um Männerrechte etc ist und der wohl insoweit  sowohl  die meisten Beiträge pro Tag hat und auch einer der ältesten Blogs ist, ist Genderama von Arne Hoffmann. Hier erfährt man häufig als erstes von diversen Neuigkeiten und es werden auch viele Beiträge sowohl aus der deutschen Szene als auch aus dem internationalen Bereich präsentiert. (….)

Auf dem Blog Alles Evolution (Twitter) von Christian Schmidt geht es um die Grundlagen der Geschlechter, insbesondere um biologische Unterschiede zwischen Mann und Frau, also um evolutionäre Biologie, Hormone, Gene, aber auch kulturelle Ausgestaltungen der Unterschiede sowie die Besprechung anderer Theorien zu dem Thema. Es werden Studien und andere Texte besprochen. Zudem werden auch häufig Theorien aus dem Feminismus besprochen oder gerade Texte aus dem radikalen Feminismus kritisch analysiert. Zudem geht es auch um Flirten und Beziehungen, wobei hier häufig Ansätze aus dem Pickup eine Rolle spielen. Ein weiteres Merkmal ist die rege Diskussion in den Kommentaren der täglichen Artikel, bei der viele verschiedene Meinungen, auch feministische, aufeinander stoßen. Zudem kann jeden Samstag jeder auch eigenes zusätzlich einbringen, was ebenfalls dazu führt, dass sehr viele Themen und auch aktuelle Bereiche diskutiert werden. Es ist wohl der Blog innerhalb der Szene, auf dem die meisten Diskussionen geführt werden.

Der Lehrer Lucas Schoppe schreibt auf Man-Tau über

Adrian behandelt auf Gaywest

Der Kuckucksvaterblog hat ein sehr spezielles Thema

Achdomina hat insbesondere beim GamerGate

Der Flußfänger schreibt über….

Mein Senf“ ist das, was man hier erhält…

Der Blog „Der Jüngling“ ist zwar noch jung, aber

Danish schreibt von

Cuncti ist ein Gemeinschaftsblog aus dem

Elitemedium will darstellen, wie

Kritische Wissenschaft überprüft gerne…

Meinungen und Deinungen bringen Informationen zu

Eine Offene Flanke ist das Thema auf

Thema bei den Schusterjungen ist

Tom schreibt zu

Erzählmirnix schreibt weniger als sie zeichnet, aber in beiden Fällen…

Der lange Weg will Männern helfen, die bisher noch keine Beziehungen hatten und

Auf #Auschrei wird lautstark über

(…)

Geschlechterallerlei ist ein Gemeinschaftsblog der Leuten ohne eigenen Blog erlauben soll zu bloggen und damit auch einen schnellen Einstieg erlauben soll. Auch Leute, die nur kurzzeitig mal bloggen wollen oder es einfach mal ausprobieren wollen sind gerne willkommen. Demnach sind auch die Themen und die Art der Artikel sehr unterschiedlich. Der Blog ist offen für alle, die zu Geschlechterthemen bloggen sollen, theoretisch können hier auch gerne Feministinnen schreiben, wenn sie ihre Artikel dann der Diskussion in den Kommentaren stellen. Gegenwärtig schreiben 3-4 regelmäßige Autoren, es ist allerdings immer einiges im Fluss. Wer mitmachen will, auch als Gastautor, der sollte einfach mal vorbeischauen.

Auch die verschiedenen Organisationen haben eigene Seiten:

Agens beispielsweise stellt auf seiner Seite

MANNDat stellt auf seiner Seite

(…)

Ich würde mich freuen, wenn wir daraus einen ansprechenden Artikel aufbauen könnten. Wer keinen eigenen Artikel schreiben möchte, der stellt vielleicht einfach einen Artikel bei sich ein, vielleicht wollen seine Leser was zu dem Blog schreiben.

Erfahrungsgemäß klappt so etwas am Besten, wenn die Leute nicht ewig Zeit haben, ich würde daher den „Einsendeschluss“ auf den 20.3.2015 legen.

Vernetzung innerhalb feminismuskritischer und männerrechtlicher Blogs

Nachdem es neulich um eine Bestandaufnahme zum Maskulismus ging wäre es interessant auch noch einmal etwas zur Möglichkeit einer besseren Vernetzung zu diskutieren.

1. Wachstum

Erst einmal ist es erfreulich, dass sich seit dem Artikel schon wieder einiges getan hat. Damals schrieb ich noch, dass einige Blogs mehr, die regelmäßig Beiträge schreiben würden, sehr begrüßenswert wären Inzwischen sind zumindest vier neue Blogs dazugekommen, die ich sehr vielversprechend finde und daher noch einmal ausdrücklich erwähnen will:

2. Veränderung

Insgesamt, ich hatte es schon in dem Bestandsaufnahmeartikel angesprochen, hat sich die Szene verändert. Es gibt viel mehr Blogs, auf die ich auch verlinken will. Dabei freut mich auch, dass zB  mit Heroinefor1day auch Frauen einen Blog mit Schwerpunkt „Kritik am radikalen Genderfeminismus“ betreiben. Dazu rechnen muss man, auch wenn der Blog insgesamt breiter angelegt ist, aus meiner Sicht auch Erzählmirnix, die mit kritischen, aber satirischen Texten wie etwa Eklat beim Grimme Online Award aber hauptsächlich mit Comics wie diesem:

Erzählmirnix Privilegien

Erzählmirnix Privilegien

 

einem viel breiteren Publikum zugänglich ist und einen höheren Verlinkungsfaktor hat, weil es eben Humor ist. Natürlich bekommen bei ihr auch Maskulisten und andere Gruppen etwas ab, ich halte sie jedoch für einen der besten feminismuskritischen Blogs.

3. Weitere Blogs

Es gibt zudem eine Vielzahl weiterer Blogs, die immer mal wieder Artikel zu dem Thema haben, allerdings in unregelmäßigeren Abständen, wenn ich das richtig sehe. Elysium scheint zB keine klare Ausrichtung auf Geschlechterthemen zu haben, aber immer wieder interessante Artikel, zB zum Thema „feministischer Ally“ oder „Gender und Lebensrealität„. Georg Jähnig hatte einen schönen Artikel über Google Autocomplete, der Pelzblog hat häufig kurze Statements, aber auch längere Artikel, etwa zu dem Thema „Warum Männerrechtler negativ wahrgenommen werden„. Und auch in Stadtfuchens Bau finden sich immer wieder interessante Artikel, etwa zum Gender-Gap-Bullshit des World Economic Forums. Auch Mädchen und Jungs bringt jetzt sehr regelmäßig Artikel, etwa dazu, warum es keine Maskutrolle gibt.  Selbst auf sich eher als feministisch sehenden Blogs wie bei Robin kommen auch interessante Artikel, etwa zur Beschneidung

4. Übersicht und bessere Vernetzung

Ich habe selbst gemerkt, dass ich vieles nicht mitbekommen habe, was in anderen Blogs an guten Artikeln erscheint. Ich denke vielen anderen wird es auch so gehen. Gerade bei Blogs, dies sehr unregelmäßig passende Artikel veröffentlichen geht so etwas schnell unter.

Meine Idee war zumindest etwas zu schaffen, was auch Leuten, die relativ neu dazukommen schnell einen Überblick über die Szene verschafft. Deswegen habe ich zunächst bei Twitter den Account „Das Patriarchat“ erstellt, der automatisch die Feeds der passenden Blogs auslist und daraus Tweets macht. Der dazugehörige Blog ist „Patriarchat„, eigentlich hatte ich vor, dass dort die ersten drei Zeilen jedes Blogbeitrags erscheinen, damit man anlesen kann, aber dazu reichte mein gewähltes System nicht aus.

5- Verlinkung der Blogs untereinander

Gut wäre es, wenn sich die Blogs auch untereinander durch Links in den Blogrolls verlinken würden. Bekanntlich werden Blogs besser gefunden um so mehr andere Blogs auf sie verlinken, wer also andere Blogs der Szene verlinkt, der erreicht so eine bessere Präsenz bei Google und Co und damit insgesamt eine stärkere Wahrnehmung von entsprechenden Positionen. Dabei sehe ich auch größere Blogs, die schon etwas etablierter sind, in der Verantwortung: Motivation zum Bloggen entsteht, wenn man merkt, dass Leute es auch lesen und das ist eben dann der Fall, wenn auch bereits bestehende Blogs grundsätzlich verlinken, aber auch auf andere Artikel Bezug nehmen. Ich denke jeder Blogbetreiber merkt den Zuwachs, wenn zB Arne, der auch ein sehr eifriger Verlinker ist, auf einen Artikel aufmerksam macht. Andere größere Blogs wie etwa Cuncti halten sich da sehr zurück: Obwohl dort beispielsweise immer wieder Artikel von Lucas Schoppe eingestellt werden gibt es nur eine sehr eingeschränkte Blogroll, man hält sich hier wohl vornehm zurück, ebenso wie bei Danish, der eine hochinteressante Klage gegen die Uni Berlin richtet und sich bemüht den dortigen Gender Studies Sumpf zu katografieren und zu erforschen.

Wenn in der nächsten zeit die bestehenden Blogs weiter publizieren und sich das Wachstum an Blogs weiter fortsetzt, dann wäre dies aus meiner Sicht sehr begrüßenswert. Der Szene sollte aber auch bewusst werden, dass sie sich gegenseitig unterstützen und sich besser vernetzen kann.