Wie aus kleinen Unterschieden zwischen den Geschlechtern Rollen entstehen können

Creedinger hatte in einem  Kommentar angemerkt, dass die Unterschiede zwischen den Geschlechtern gering sind. Ich hatte erwidert, dass auch bereits kleine Unterschiede zu recht klaren Aufteilungen führen können:

Nehmen wir mal an, dass Männer aus biologischen Gründen lieber zu 51% den Versorgerpart übernehmen wollen und “Karriere” machen wollen und zu 49% die Kinderbetreuung übernehmen wollen und dafür in der Karriere zurückstehen würden und es bei Frauen umgekehrt wäre (also ein kleiner Unterschied). Dann wäre es dennoch in jeder Beziehung so, dass der beste Weg für beide, ihre Interessen umzusetzen, darin besteht, dass er Karriere macht und sie die Kinder versorgt. Wenn beiden das auch schon vorher klar ist, dann vertieft sich das sogar noch: Beide würden ihr Leben entsprechend ausgestalten, sie würde sich also eher einen Job im öffentlichen Bereich suchen, in dem sie besser aussetzen kann, er einen Job im privaten bereich, in dem er mehr Geld verdient. Bereits kleine Unterschiede können also bereits zu größen Unterschieden in der Rollenverteilung führen.
Tatsächlich kommen noch andere biologische Faktoren dazu, die dies stabilisieren, etwa der Umstand, dass Frauen gute versorger und Männer mit Status als Partner bevorzugen und Männern dies durchaus bewusst ist. Sie verdienen daher auch häufig mehr als die Frauen und verlieren mehr, wenn sie das aufgeben.

David bringt dazu noch folgendes Beispiel:

Wenn 51% aller Menschen lieber Cola mögen, und 49% aller Menschen lieber Pepsi, haben wir in etwa einen ausgeglichenen Marktanteil

Wenn aber alle (oder aber die meisten) Cola nur ein kleines bisschen lieber mögen (auch das dürfte dann biologisch bedingt sein), kann Pepsi den Laden dicht machen.
Weil es praktisch niemand mehr kaufen würde.

Um das noch einmal etwas auszuformulieren:

Nehmen wir an, wir hätten zwei Gruppen. Die Mitglieder der einen Gruppe mögen Coca Cola etwas lieber als Pepsi, die Mitglieder der anderen Gruppe mögen hingegen Pepsi etwas lieber als Coca Cola.

Nun werden immer zwei Mitglieder der Gruppen zusammengetan und müssen überlegen, wie zwei Flaschen, einmal Cola einmal Pepsi, zwischen ihnen beiden verteilt werden, so dass jeder eine Flasche hat.

Die Aufgabe ist sehr einfach zu lösen: Der, der die Coca Cola etwas lieber mag bekommt diese, der die Pepsi etwas lieber mag, bekommt die Pepsi. Diese Aufteilung ist für beide eine Win-Win Situation und sie wären mit jeder anderen Lösung schlechter dran. Egal wie viele Paarungen man vornimmt, das Ergebnis ist, wenn der leichte Unterschied vorliegt und beiden bekannt ist, immer gleich. Es gibt keine Verteilung, es gibt eine klare Trennung, auch wenn der Unterschied vergleichsweise klein ist.

Wenn man als die zwei Gruppen nun Mann und Frau nimmt, und Männer etwas lieber die Versorgerrolle übernehmen als sich beruflich einzuschränken und dafür das Kind zu hüten und Frauen etwas lieber die Versorgerrolle abgeben und dafür das Kind versorgen, dann hat man ebenfalls sehr deutliche Unterschiede.

Du wachst als das andere Geschlecht auf, was würdest du machen?

Auf 9gaga.com gab es eine klassische Frage:

Aufwachen als das andere Geschlecht

Aufwachen als das andere Geschlecht

Also: Wenn du als das andere Geschlecht aufwachen würdest, was wäre das Erste, was du machen würdest?

Kann natürlich auch gerne über das erste hinausgehen und dazu erweitert werden, was man generell gerne machen würde, wenn man als das andere Geschlecht aufwachen würde.

siehe auch kommentare

PS:

Ungeschlagen aus den dortigen Kommentaren aus meiner Sicht diese Antwort:

Head to the kitchen where I belong since I’d be female.

Auch gut:

After all that looking-my-self-from-the-mirror, I’d walk to my car and I would find out what’s so god damn hard with that parking

Und:

Helicopter dick

und (von einem Mann, der dann eine Frau wäre)

Win an argument?

Männer-Selbstfindung Teil 3: „Es ist männlich, dass es niemals einfach ausreicht, Mann zu sein“

Auch Schoppe schreibt etwas zu Robins „Männlichkeitsartikel“, den ich auch bereits hier besprochen habe. Dabei schreibt er etwas interessantes zu der Frage, warum sich Männer über bestimmte Positionen von Männlichkeit weniger austauschen als Frauen über bestimmte Aspekte von Weiblichkeit:

Der Grund ist wohl, dass es dieses Gemeinsame ganz einfach nicht gibt. Als soziale Kategorie ist Männlichkeit in den meisten Situationen hoffnungslos unbrauchbar – Gemeinsamkeiten des Berufs, der Ausbildung, des sozialen Status oder auch der politischen oder religiösen Überzeugung sind in aller Regel aussagekräftiger.
Das wäre also die These, dass Männlichkeit für Männer erst einmal nicht so viel als Thema hergibt wie für Frauen. Hier sollen andere Funktionen wichtiger sein, etwa der Beruf oder andere Punkte, die der Gruppeneinordnung dienen und die eine Zuordnung über das Geschlecht beinhalten. Es wäre sozusagen die Aussage, dass Männer nicht weniger über ihr Mannsein definieren, sondern eher über andere Aspekte, die eher eine Gruppeeinordnung ermöglichen.
Die Idee, dass Frauen eher eine einheitliche Gruppe gebildet haben und für sie daher Erinnerungen daran, was sie an gemeinsamen Erfahrungen verbindet und über diese gemeinsamen Erlebnisse und die Versicherung der jeweiligen Weiblichkeit ein Bonding-Erlebnis hatten, während Männer insoweit eher Bündnisse über Männlichkeit hinaus suchen, weil es eher darum geht, bestimmte Kooperationen zu bilden, die nichts mit dem Geschlecht zu tun haben, sondern eher mit gemeinsamen Zielen und Interessen, lässt sich durchaus in einen evolutionären Kontext einordnen. Frauen hatten vergleichsweise gleiche Aufgaben, die weit weniger auf Konkurrenz ausgerichtet waren und gerade bei Kindererziehung und beim Schutz vor aufdringlichen Männern bieten sich solche Bündnisse über das Geschlecht Frau durchaus an. Bei Männern kommt aber noch die wesentlich stärkere intrasexuelle Konkurrenz dazu, ebenso wie die sexuelle Selektion auf erfolgreiche Männer durch Frauen. Das verbietet bereits an sich ein umfassendes Bündnis der Männer per se, da letztendlich die Gruppenbildung ein wesentlicherer Faktor innerhalb des männlichen Lebens ist.
Bei Frauen ist das, traditionell, anders: Weiblichkeit ist für sie in herkömmlichen bürgerlichen Verhältnissen ein zentrales Element ihrer Aus- und Einkommens. Sie sind finanziell vom Mann versorgt, weil sie ihrerseits – als Mutter – die gemeinsamen Kinder und – als Hausfrau – die Familie in Alltagstätigkeiten versorgen.
Was Robin als ungezwungen-schwelgerisches Frauengespräch über die gemeinsame Weiblichkeit darstellt, bezieht sich noch immer weitgehend auf eben diese beiden traditionellen Weiblichkeitsmuster der (potenziellen) Mutter und der (potenziellen) Partnerin: die „erste Periode“,„Mutterschaft“, das„erste Mal“, das Aussehen der Brüste, die Frage „Findet er meinen Geruch/Geschmack eklig?“
Also eine Konzentration in den weiblichen Themenauf Bereiche, die zumindest indirekt mit Mütterlichkeit oder der Anziehung auf den Partner zu tun haben. Lucas sieht dies als eine Bestätigung der klassischen Weiblichkeitsmuster. Wobei es ja weniger um Funktion und Verbesserung geht, sondern wenn ich das den Schilderungen richtig verstehe eher darum, dass man die dabei auftretenden Gefühle bespricht und sich insoweit empathisch aufeinander einlässt.
Ob es insoweit die Weiblichkeitsthemen nur in Bezug genommen werden, weil sie eben höchstpersönlich sind und damit einen sehr emotionalen Ansatz haben wäre zu klären. Gerade wenn es eben um die weibliche Form der Bindung geht, die auf eine empathische Basis über das Teilen intimer Informationen aufbaut, wäre dies insoweit verständlich.
Lucas schreibt weiter:
Offenbar hat sich an traditionellen Weiblichkeitsmustern weniger geändert, als es das Klischee allseits emanzipierter und selbstständiger Frauen vermittelt. Wenn heute beispielweise auch unverheiratete Mütter, die sich vom Vater ihres Kinder trennen, eben gerade deshalb an ihn einen Anspruch auf Betreuungsunterhalt erwerben – und wenn andererseits ein vergleichbarer Anspruch unverheirateter Väter an Mütter faktisch ausgeschlossen ist – dann ist das nur ein Beispiel dafür, wie sich das Muster des Lebensunterhalts durch Geschlechtszugehörigkeit bewahrt hat.
Man könnte hier anführen, dass sich beide Muster nicht geändert haben – Männer beschäftigt seit jeher Gruppenzugehörigkeit, Themen, mit denen man Status aufbauen kann oder neue Werkezuge, die man zur Verbesserung seiner Position einsetzen kann. Früher mag letzteres eine bessere Speerspitze gewesen sein oder eine bessere Methode zur Herstellung von Faustkeilen, heute eben anderweitige Technik, auch wenn sie einen geringeren Einfluss auf unser direktes Überleben hat.
Interessant aber dennoch der Gedanke, dass Frauen aus ihrer Weiblichkeit den direkteren Profit ziehen können bzw. für sie ihre Tätigkeiten direkter mit ihrer Weiblichkeit verbunden sind: Über Mutter und Partnerin sein lässt sich sein ein Leben für eine Frau über den Mann durchaus aufbauen und nicht wenige Frauen sind durchaus damit zu frieden, wenn sich ihr sozialer Status ansonsten von dem Beruf ihres Mannes ableitet. Ein Weg der Männern wesentlich mehr verschlossen ist:
Das wäre Männern so kaum möglich – Männer bestreiten in traditionellen Mustern ebenso wie in anderen ihren Lebensunterhalt in aller Regel durch spezifische berufliche Tätigkeiten, und sie verdienen potenziell umso besser, je solider sich ihre spezifischen Fähigkeiten von denen anderer Männer unterscheiden.
Dazu hatte ich oben bereits etwas geschrieben. Es ist richtig, dass vieles in Männern eben mehr auf Differenzierung ausgerichtet ist, weniger auf Gemeinsamkeit. Wobei dies innerhalb von Freundschaften andererseits auch eine geringere Rolle spielt. Aber auch hier wirken andere Mechanismen: Die von Robin vorgeschlagenen Themen spielen insoweit eine geringere Rolle, vielleicht auch weil man an ihnen eh nicht ändern kann und man insofern andere Aspekte in den Vordergrund steht.
Es ist männlich, dass es niemals einfach ausreicht, Mann zu sein – und so geht es im Gespräch oder beim Schreiben über Männlichkeit in aller Regel notgedrungen um mehr als  um Männlichkeit allein. Das klingt paradox, zen-verdächtig, ist aber eigentlich selbstverständlich. Wesentlich fragwürdiger ist der Glaube, ein Gespräch über „Weiblichkeit“ sei fraglos möglich – weil ein solches Gespräch auf Mustern von Weiblichkeit aufbaut, die eigentlich längst nicht mehr funktional sind.
Mann sein reicht nicht aus – man muss insofern seinen Platz über das Mann sein hinaus innerhalb der Männerwelt finden. Interessant ist, dass Schoppe indirekt fordert, dass Frauen auch merken, dass Weiblichkeit nicht mehr ausreicht, sondern  sich die Gespräche um mehr drehen sollten.
Damit unterschätzt er denke ich eher die Funktion, die diese Art des Austausches hat. Aber man wird sehen, wie sich hier auch die Weiblichkeitsrolle verändert.

Vorteile des Mann-Seins

Erzählmirnix zählt ein paar Vorteile des Mann-Seins auf:

Die Vorteile am Mannsein aufzuzählen ist insofern knifflig als das ich sehr gerne eine Frau bin und nicht das Gefühl habe, benachteiligt zu sein. Wenn ich also etwas nenne, dann sollte das bitteschön nicht als “mimimi” gelesen werden. Also zunächst mal stelle ich mir das Körpergefühl anders vor, irgendwie kräftiger und vielleicht auch “kompetenter” was körperliches angeht. Die meisten Männer haben eine etwas respekteinflößendere Grundausstrahlung und eine Frau muss mehr investieren um dieselbe Wirkung zu erzielen. Männer werden weniger über ihr Äußeres definiert und mehr über ihre Erfolge, was ich insofern als Vorteil sehe, dass man Erfolge besser beeinflussen kann. Es geht allgemein mehr um das was er tut und ich denke, Männer werden oft mehr ermutigt an ihre Grenzen zu gehen. Überhaupt haben Männer einen Sozialisationsbonus, da sie eher lernen, sich durchzusetzen und so auch im Berufsleben die feinen Dominanzsignale zu zeigen, die Vorankommen erleichtern.

Dadurch das Männer klischeemäßig als rationaler gesehen werden können sie sich mehr Emotionen leisten ohne deshalb als “zu emotional” an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Im Gegenteil, ein Mann ist dann “leidenschaftlich”, was wie ich vermute auch an der Stimmlage liegt, die bei der Frau schnell in ein zu hohes/zu schnelles sprechen kippen kann.

Inwiefern Männer Vorteile haben ist schwer zu sagen, da ich es situationsabhängig betrachte. Eine stärkere/dominantere/respekteinflößendere Ausstrahlung kann von Vorteil sein, ebenso wie eine weichere/vertrauenswürdigere/wärmere Ausstrahlung hilfreich sein kann.

Was die gesellschaftlichen Erwartungen angeht, so fällt mir dazu die Goal Setting Theorie ein: Je höher die Ziele gesteckt werden, desto besser ist die Leistung aber desto größer ist auch die Unzufriedenheit (also obwohl man mehr objektiv leistet ist man subjektiv weniger zufrieden). Ich denke, an Männer werden oft höhere Erwartungen gestellt als an Frauen mit dem obigen Ergebnis. Der Nachteil für Frauen mit viel Potential kann dann sein, dass dieses Potential nicht gepusht wird, wohingegen ein Mann eher überfordert wird und ggf. dann zusammenbricht, Suizid begeht, Alkoholiker wird, Obdachlos wird. Dafür wird ein talentierter Mann mit höherer Wahrscheinlichkeit so gefördert, dass er sein Potential ausschöpfen kann.

Da sind aus meiner Sicht viele interessante Aspekte über die verschiedenen Erwartungen an Männer und Frauen enthalten, die sich zu besprechen lohnen. Natürlich  können diese je nach Sichtweise Vorteile oder Nachteile darstellen, auch in Abhängigkeit davon, ob man die Erwartungen erfüllen kann und will.

Gefallen an der Unterschiedlichkeit von Mann und Frau

Aurelie kommentiere zu den Unterschieden von Mann und Frau:

Aber erst, wenn man sich seiner Existenz als Frau und den damit verbundenen schönen Seiten der Weiblichkeit bewusst geworden ist, bekommt man auch einen anderen Zugang zu Männern oder Männlichkeit ganz allgemein. Man begibt sich aus der Opferrolle heraus und sieht Männer nicht mehr als aggressive Zerstörer an, sondern kann sich darüber freuen, an deren Stärke teilhaben zu dürfen. Man meckert nicht mehr permanent rum (“Macho”, “Weichei” etc.), sondern spürt, dass Mann und Frau unterschiedliche Bedürfnisse haben und sich an vielen Stellen ergänzen können. Akzeptanz statt Kampf!

Ich meine auch, dass es eine gute gedankliche Perspektive ist, wenn man die Möglichkeiten zur Zusammenarbeit zwischen den Geschlechtern sieht (ein „kooperatives Spiel„) und da gerade auch die Unterschiede im Schnitt als etwas sieht, was einen sowohl ergänzen als auch besonders ansprechen kann. Wer bei den Unterschieden sofort davon ausgeht, dass diese nur Geschlechterollen zum Zwecke der Unterdrückung der Frauen oder zur Ausbeutung des Mannes sind, der wird diesen Frieden schlicht nicht machen können. Wer sich hingegen auf das Spiel einlässt, der kann einen Partner finden, mit dem man sich bestimmte Arbeiten zum allgemeinen Wohlbefinden teilen kann. Gerade wenn man davon ausgeht, dass viele Verhaltensweisen auch einen Niederschlag in der sexuellen Selektion gefunden haben, also auf viele „das Andere“ besonders anziehend wirken kann, etwa „Stärke“ bei einem Mann oder andere weibliche Eigenschaften bei einer Frau, dann wird deutlich, dass die Rollen in vielen Punkten auch eine gewisse erotische Komponente haben kann, je nach dem, wie stark dies bei einem ausgeprägt ist.

Ich meine auch, dass in der Unterschiedlichkeit der Geschlechter für viele – wenn auch nicht für alle – etwas ist, was sie ansprechend finden.

„Ich bin so, also wird er/sie auch so sein“

Virtual-CD schreibt in einem Kommentar:

Mit einem ganz groben Pinsel gemalt: Männer werden geil durch das Begehren, Freuen durch das begehrt werden (vorausgesetzt, der “Richtige” begehrt).

Ich selber weiß das erst seit ca. 10 Jahren. Und da hatte ich dann schon 1/4 Jahrhundert aktives Sexualleben (inkl. einer gescheiterten Ehe) hinter mir. Bevor ich dies verstand.

Ich machte den Fehler, im Grundsatz von mir auf andere zu schließen. Ich wusste: Sexuell triggert es mich, wenn ich eine Frau begehre. Also wird es der Frau auch so gehen. Und dann wundert man sich so manchmal …

Das ist der spiegelbildlich derselbe Fehler den manche Frauen machen, die denken, durch hohen beruflichen Status attraktiv für Männer zu sein. WEIL sie selber bei sich merken, dass sie auf statushohe Männchen irgendwie abfahren.

Also: Dieser Unterschied scheint mir sehr, sehr wesentlich zu sein. Aber laut sagen darf man das in Anwesenheit von Frauen nicht. (Es ist nur wichtig, es trotzdem zu wissen).

Mir geht es dabei weniger um das konkrete Beispiel als vielmehr darum, dass das denke ich eine sehr große Quelle für Streitigkeiten und Mißverständnisse ist.

Dabei meine ich zwei klassische Fehlschlüsse:

  1. Ich als Mann/Frau bin so, also sind alle Frauen/Männer so oder könnten so sein
  2. Ich bin so, also wird das andere Geschlecht so sein

Die Beispiele sind Legion.

Das erste Beispiel kommt denke ich häufig in der Geschlechterdebatte vor:

a)

Männlichere Frauen neigen vielleicht eher dem Gleichheitsfeminismus zu, weil sie selbst tatsächlich gleich sind und die Rollen als Unterdrückung empfinden. Weiblichere Männer erkennen in „klassischer Männlichkeit“ vielleicht eher eine Einschränkung und wollen sie daher eher abschaffen. Weiblichere Frauen und männlichere Männer hingegen meinen vielleicht, dass sich andere zu sehr anstellen und lieber ihre „Männlichkeit“ oder „Weiblichkeit“ bewußt leben sollten und deren Vorzüge entdecken sollten. Geht man hingegen davon aus, dass die Einordnungen von Männlichkeit und Weiblichkeit eben nur jeweilige Häufungen sind, dann kommt es wesentlich stärker auf das Individuum an und um so mehr man von dem Schnitt abweicht um so weniger kann man verallgemeinern.

Andere Beispiele sind etwas auch „Frauen/Männer mögen dies und das nicht“. Gerade beim sexuellen kann man schnell zu einem Fehlschluss kommen, weil man ja so viele Leute des eigenen Geschlechts als hetreosexuelle Person nicht beim Sex beobachten kann, man sieht eben nur sich selbst. Beispielsweise sagte mal eine Frau, dass Frauen Orgsamen überhaupt nicht vortäuschen könnten, weil man dabei ja immer vollkommen unwilkürliche Zuckungen hätte, die dann fehlen. Als sie das erste Mal kam konnte ich mir denken, warum sie das vertrat. Eine andere meinte tatsächlich, dass es übertrieben wird, dass Frauen so viel Vorspiel etc bräuchten, Frauen würden schließlich verdammt schnell feucht werden und dann auf 180 sein. Was bei ihr auch der Fall war.

b)

Der andere Fall ist eben der, dass man seine eigene Denkweise auf das andere Geschlecht überträgt. Etwa indem man annimmt, dass Sex für Frauen das gleiche ist wie für Männer und sich darüber aufregt, dass sie weniger Sex will als sie. Oder das viele Frauen einfach nur über Probleme reden wollen und nicht unbedingt eine Lösung erwarten. Oder das Frauen Sachen direkt ansprechen, etwa dass sie bei einer Fahrt sagen, wenn sie auf Toilette müssen und nicht fragen, ob man Hunger hat.

„Lasst es uns doch einfach mal versuchen die Geschlechterrollen aufzubrechen“

Immer wieder kommt in Diskussionen ein Argument , wie das Folgende:

Wenn du eh meinst, dass es nicht klappt, die Geschlechterrollen aufzubrechen, weil alles Biologie ist,  dann lass es uns doch einfach mal ausprobieren. Vielleicht klappt es ja und dann haben wir eine bessere Welt. Was kann es schon schaden?

Dagegen lässt sich aber durchaus einiges sagen:

1. Es wurde schon probiert

Umerziehungen wurden immer wieder probiert. Der bekannteste Versuch ist wohl das Kibbuz. Aber auch ansonsten gibt es kein Volk auf dieser Erde, bei dem die Geschlechterollen etwa umgedreht sind. Vielmehr sind die Geschlechterrollen in vielen Grundlagen gleich und dies überall auf der Welt.

Auch geschlechtsneutrale Erziehung hat bisher noch keine wesentlichen Erfolge zu verzeichnen.

2. Wissenschaftliche Ergebnisse legen nahe, dass es nicht klappt.

Eine Vielzahl von Studien legt nahe, dass die Geschlechterrollen einen  biologischen Ursprung haben. Ich habe hier bereits ein paar zitiert:

3. Wenn man versucht, etwas zu dekonstruieren, was nicht zu dekonstruieren ist, dann hilft man den Leuten nicht, sondern schadet ihnen

Es ist eben kein Experiment, welches keinen Schaden anrichtet. Es ist ein Menschenexperiment, bei dem man um die Geschlechterrollen aufzubrechen teilweise erheblichen Druck aufbaut oder Menschen beeinflusst.

Dagegen wird eingewandt, dass man ja eigentlich keinen Druck aufbaut, sondern nur Freiheiten gibt: Jeder soll sich so verhalten können, wie er will. Das entspricht jedoch nicht den im genderfeministischen Bereich geltenden Theorien, die ja gerade vorgeben, dass bestimmte Geschlechterrollen bestehen, die gerade dadurch Wirksamkeit erhalten, dass die Leute nach ihnen leben und obwohl sie nachteilhaft für die meisten sind nicht aus ihnen rauskommen. Wenn man jeden leben lassen wollte, wie er es will, dann würden eben auch nach diesen Theorien die Geschlechterrollen bestehen bleiben, weil sie immer noch das Denken der Menschen und die Ansicht davon, was normal ist prägen. Deswegen müssen sie dekonstruiert und aufgebrochen werden.

Das dies sehr negativ sein kann wird den meisten deutlich, wenn christliche Fundamentalisten überlegen Homosexualität zu dekonstruieren und jemanden wieder heterosexuell zu machen. Die meisten Menschen sagen in diesem Bereich nicht „Lass sie doch machen, was soll´s, es kann ja nichts passieren“, sondern haben im Gegenteil die Folgen bis hin zum Selbstmord gut vor Augen, die damit einher gehen die eigene Sexualität zu unterdrücken und sich ihrer schämen zu müssen.

4. Das bedeutet nicht, dass alle auf die Geschlechterrollen festgelegt sein müssen.

Dabei geht es nicht darum, dass jeder nach den Geschlechterrollen leben muss. Aufgrund der vorhandenen individuellen Unterschiede auch in der Biologie und den fließenden Übergängen gerade bei hormonellen Ausrichtungen ist innerhalb des biologischen Modells für alle Verhaltensweisen Platz.

Ich würde demnach Toleranz und Verständnis dafür, dass es nicht um eine essentialistische Betrachtungen geht, sondern nur um Häufungen, um Normalverteilungen mit sich überlappenden Trägern und verschobenen Mittelwerten geht. Ich würde die Leute früh über die biologischen Grundlagen der Homosexualität, Transsexualität  und die Abweichungen innerhalb der Geschlechter unterrichten. Wer versteht, dass es lediglich kleinere biologische Unterschiede sind und die Leute damit eben auch nicht anders können als sich auf eine bestimmte Weise verhalten, der wird nach meinem Verständnis auch eher Toleranz aufnehmen können.

Ich würde den Leuten vermitteln, wie es zu den Geschlechtsunterschieden kommt und was sich daraus moralisch herleitet, nämlich erst einmal nichts, weil es ansonsten ein naturalistischer Fehlschluss wäre.

Messungen weltweiter Geschlechtsunterschiede in der Persönlichkeit

Roslin hat bei Danisch auf einen interessanten Artikel hingewiesen.

Sex differences in personality are believed to be comparatively small. However, research in this area has suffered from significant methodological limitations. We advance a set of guidelines for overcoming those limitations: (a) measure personality with a higher resolution than that afforded by the Big Five; (b) estimate sex differences on latent factors; and (c) assess global sex differences with multivariate effect sizes. We then apply these guidelines to a large, representative adult sample, and obtain what is presently the best estimate of global sex differences in personality.

Sie verweisen zunächst auf die „Gender Similarities Hypothesis“  , die von eher kleinen Geschlechtsunterschieden ausgeht, obwohl auch dort bei den aufgeführten Unterschieden einige durchaus nicht so kleine vorhanden sind. Dieser werden evolutionäre Theorien gegenüber gestellt.

Danach wird darauf abgestellt, dass die Geschlechtsunterschiede in der Persönlichkeit insbesondere im Zusammenspiel deutlich größere Unterschiede erzeugen:

When two groups differ on more than one variable, many comparatively small differences may add up to a large overall effect; in addition, the pattern of correlations between variables can substantially affect the end result. As a simple illustrative example, consider two fictional towns, Lowtown and Hightown. The distance between the two towns can be measured on three (orthogonal) dimensions: longitude, latitude, and altitude. Hightown is 3,000 feet higher than Lowtown, and they are located 3 miles apart in the north-south direction and 3 miles apart in the east-west direction. What is the overall distance between Hightown and Lowtown? The average of the three measures is 2.2 miles, but it is easy to see that this is the wrong answer. The actual distance is the Euclidean distance, i.e., 4.3 miles – almost twice the “average” value.

Aus meiner Sicht ein gutes Beispiel. Die Geschlechtsunterschiede können sich eben durchaus addieren. Wenn jemand in mehreren Eigenschaften in eine bestimmte Richtung abweicht, dann kann sich daraus eben auch ein anderes Verhalten ergeben, weil sich die Faktoren verstärken. Dabei ist zu bedenken, dass die Unterschiede, wenn man die evolutionären Theorien zugrunde legt, eben auch gut alle in eine bestimmte Richtung verlaufen, weil sie Anpassungen an einen bestimmten evolutionären Druck sind. Es sind keine zufälligen Unterschiede, die sich gegenseitig ausgleichen, auch wenn sie durch zufällige Mutationen entstanden sind, die aber eben einem Selektionsprozess durchlaufen haben.

Zu den Ergebnissen:

The uncorrected multivariate effect size for observed scores was D = 1.49 (with 95% CI from 1.45 to 1.53), corresponding to an overlap of 29%. Correcting for score unreliability yielded D = 1.72, corresponding to an overlap of 24%. The multivariate effect for latent variables was D = 2.71 (with 95% CI from 2.66 to 2.76); this is an extremely large effect, corresponding to an overlap of only 10% between the male and female distributions (assuming normality). On the basis of univariate d’s (Table 2), it might be hypothesized that global sex differences are overwhelmingly determined by the large effect size on factor I, or Sensitivity (d = −2.29). Thus, we recomputed the multivariate effect size for latent variables excluding Sensitivity; the remaining d’s ranged from −.89 to +.54. The resulting effect was D = 1.71 (with 95% CI from 1.66 to 1.75), still an extremely large difference implying an overlap of 24% between the male and female distributions (the corresponding effect size for observed scores, corrected for unreliability, was D = 1.07, implying a 42% overlap). In other words, the large value of D could not be explained away by the difference in Sensitivity, as removing the latter caused the overlap between males and females to increase by only 14%. While Sensitivity certainly contributed to the overall effect size, the large magnitude of global sex differences was primarily driven by the other personality factors and the pattern of correlations among them. It should be noted that Sensitivity is not a marginal aspect of personality; in the 16PF questionnaire, Sensitivity differentiates people who are sensitive, aesthetic, sentimental, intuitive, and tender-minded from those who are utilitarian, objective, unsentimental, and tough-minded. This factor overlaps considerably with “feminine openness/closedness”, identified by Costa and colleagues [49] as a cross-culturally stable dimension of sex differences in personality.

Klingt etwas nach der Unterscheidung zwischen dem empathischen und dem systematischen Gehirn.

Geschlechtsspezifische genetische Effekte in der Genregulation bei Menschen

Eine Studie beschäftigt sich mit geschlechtsspezifischen genetischen Effekten:

Human regulatory variation, reported as expression quantitative trait loci (eQTLs), contributes to differences between populations and tissues. The contribution of eQTLs to differences between sexes however has not been investigated to date. Here we explore regulatory variation in females and males and demonstrate that 12-15% of autosomal eQTLs function in a sex-biased manner. We show that genes possessing sex-biased eQTLs are expressed at similar levels across the sexes and highlight cases of genes controlling sexually dimorphic and shared traits that are under the control of distinct regulatory elements in females and males. This study illustrates that sex provides important context that can modify the effects of functional genetic variants.

Quelle: Sex-biased genetic effects on gene regulation in humans (Full Text/PDF)

Zur Einordnung noch ein Zitat aus der Wikipedia zu expression quantitative trait loci (eQTLs):

Expression quantitative trait loci (eQTLs) are genomic loci that regulate expression levels of mRNAs or proteins[1]. Expression traits differ from most other classical complex traits in one important respect—the measured mRNA or protein trait almost always is the product of a single gene with a specific chromosomal location. eQTLs that map to the approximate location of their gene-of-origin are referred to as cis eQTLs. In contrast, those that map far from the location of their gene-of-origin gene, often on different chromosomes, are referred to as trans eQTLs. The first genome-wide mapping studies of gene expression were initiated in the late 1980s and early 1990s by Damerval and de Vienne [2][3]. They exploited then innovative 2D protein separation methods and introduced the term „protein quantity locus“ or PQL (now sometimes pQTL). The advent of high-throughput array-based methods to measure mRNA abundance in the early 2000s catalyzed an impressive number of expression QTL studies in plants and animals, including humans.

Some cis eQTLs are detected in many tissue types but the majority of trans eQTLs are tissue-dependent (dynamic).[4] eQTLs may act in cis (locally) or trans (at a distance) to a gene.[5]. The abundance of a gene transcript is directly modified by polymorphism in regulatory elements. Consequently, transcript abundance might be considered as a quantitative trait that can be mapped with considerable power. These have been named expression QTLs (eQTLs)[6] The combination of whole-genome genetic association studies and the measurement of global gene expression allows the systematic identification of eQTLs. By assaying gene expression and genetic variation simultaneously on a genome-wide basis in a large number of individuals, statistical genetic methods can be used to map the genetic factors that underpin individual differences in quantitative levels of expression of many thousands of transcripts.[7] Studies have shown that single nucleotide polymorphisms (SNPs) reproducibly associated with complex disorders [8] as well as certain pharmacologic phenotypes [9] are significantly enriched for eQTLs relative to frequency-matched SNPs.

Das Ziel der Studie wird in der Einleitung noch einmal dargestellt:

The majority of traits that distinguish the two sexes develop secondarily to the development of the ovaries and testes (WILLIAMS and CARROLL 2009). Most studies of sexual dimorphism have focused on the impact of hormones or on the genetic contribution of sex chromosomes. However there is growing evidence that genetic variation on the autosomes contributes to sexual dimorphism (HEID et al. 2010; OBER et al. 2008). Sex-specific QTLs for sexually dimorphic traits such as lifespan and HDLcholesterol have been detected respectively in Drosophila (NUZHDIN et al. 1997) and mouse (KORSTANJE et al. 2004). Sex-specific eQTLs have also been detected in mice (YANG et al. 2006), but whether such effects on expression regulation are also seen in humans has not been explored to date.

Aus der Studie:

Although almost all shared eQTL-genes detected in the sex-stratified study were also detected in the whole sample analysis, we identified five cases of female-male shared eQTL-genes that were not discovered when pooling the two sexes into a single analysis (Fig. 2A-E, Table S2). In these cases, although the eQTL-gene is shared, there are independent regulatory elements in each sex. These eQTL-SNPs have negligible significance in the non-discovery sex (Table S2, Fig. S4-8) explaining why such signals are likely to be diluted when both sexes are analyzed simultaneously. These cases include genes (see below, Figures 2A-E created using the UCSC Genome Browser (KENT et al. 2002), http://genome.ucsc.edu) with a role in gamete formation, fertility and sexual dimorphism, but also genes involved in processes that are not linked to perceived sex-related traits. This suggests that there may be a sex-biased dimension for traits that, to date, are considered to have similar biology across sexes. SPO11 (CEU, Fig. 2A, Fig. S4) is involved in meiotic recombination (BELLANI et al. 2010), spermatocyte formation, it is expressed in oocytes, and both female and male knockout mice are infertile (BELLANI et al. 2010). CKLF (JPT, Fig. 2B, Fig. S5) is a chemokine with a role in muscle development and neuronal migration (WANG et al. 2010). Its expression is increased in systemic lupus erythematosus (SLE) and in rheumatoid arthritis (RA), diseases that are nine and three times more common in women respectively. MRFAP1L1 (JPT, Fig. 2C, Fig. S6) is thought to have a role in spermatogenesis through its interaction with TSNAX (RUAL et al. 2005), a gene involved in spermatogenesis, neuronal regulation and genome stability (JAENDLING and MCFARLANE 2010). ODF2L (YRI, Fig. 2D, Fig. S7) interacts with PRSS23 (STELZL etal. 2005), a serine protease involved in proteolytic degradation of extracellular matrix components, an essential process for ovulation (WAHLBERG et al. 2008). Finally, PSAP (YRI, Fig. 2E, Fig. S8) is a conserved glycoprotein involved in the development of the reproductive and nervous systems (HU et al. 2010). It has a developmental role in prostate cancer, its inactivation in mice leads atrophy of the male reproductive system and its down-regulation decreases metastatic prostate cancer cell adhesion, migration and invasion (HU et al. 2010).

Hier scheint sich also noch einiges an weiteren möglichen Ursachen von Geschlechterunterschieden aufzutun.

Fähigkeiten in Verbindung mit den Hormonen (Östrogen / Testosteron)

Helen Fisher et al in einer Studie zu den verschiedenen Fähigkeiten und ihren Zusammenhängen mit den Hormonen:

In a meta-analysis of 150,000 Americans aged 13–22, those whose scores fell in the top 5–10% in math, geometry, mechanical reasoning and engineering were overwhelmingly male (e.g., Hyde, Fennema, & Lamon, 1990). Questionnaire studies in several other countries yielded similar results (e.g., Mann, Sasanuma, Sakuma, & Masaki, 1990). Most young adult men express approximately eight to ten times more testosterone than most women; and it is widely hypothesized that this sex difference in hormone expression contributes to the above sex differences in cognition. Although adult sex differences in cognitive tasks are not suffi- cient evidence for hormonal effects, biological data support this hypothesized correlation. The brain architecture associated with these spatial/mathematical skills has been associated with fetal testosterone (e.g., Geschwind & Galaburda, 1985; Grimshaw, 1995); and bodily levels of testosterone also contribute to spatial/mathematical dexterity across the life span (Janowsky et al., 1994). Further, it has been proposed that greater understanding of spatial, mechanical, mathematical, engineering and other rulebased systems is the result of more short-range and less long-distance neural connectivity, due to the exposure to prenatal androgens (e.g., Manning, 2002). Other traits that may be linked with prenatal testosterone expression are heightened attention to detail, intensified focus, and restricted (narrow) interests (e.g., Baron-Cohen, Knickmeyer, & Belmonte, 2005; Knickmeyer, Baron-Cohen, Raggatt, & Taylor, 2005); and elevated adult levels of testosterone have also been associated with these traits (Dabbs & Dabbs, 2000). It has been suggested that prenatal testosterone expression is also linked with less emotion recognition, eye contact and social sensitivity (e.g., Baron-Cohen et al., 2005), a poorer ability to judge what others are thinking or feeling (Baron-Cohen, 1995); and lack of empathy (Baron-Cohen et al., 2005). Adult expression of testosterone has been correlated with being less polite, respectful, considerate or friendly (Dabbs, 1997; Harris, Rushton, Hampson, & Jackson, 1996); and being more confident, forthright and bold (Nyborg, 1994). Adult levels of testosterone have also been positively correlated with sensitivity to social dominance, drive for rank, the tendency to create dominance hierarchies (e.g., Mazur, Susman, & Edelbrock, 1997), and aggressiveness (e.g., Dabbs, 1990; Mazur et al., 1997). Poor verbal fluency and other language deficiencies have been associated with testosterone priming in the womb (e.g., Baron-Cohen et al., 2005; Knickmeyer, Baron-Cohen, Raggatt, Taylor, & Hackett, 2006; Knickmeyer et al., 2005; Geschwind & Galaburda, 1985; Manning, 2002). Last, a lower (masculinized) second to fourth digit ratio has been associated with high prenatal testosterone (Manning, 2002). Women excel at several linguistic skills in US populations (e.g., Halpern, 1992; McGuinness & Pribram, 1979) and other countries (Mann et al., 1990). Cross-culturally, women also excel at recognizing emotions in faces (e.g., Hall, 1984; McClure, 2000), reading a person’s emotions from voice, gestures and other non-verbal cues (e.g., Hall, 1984; McGuinness & Pribram, 1979) and interpreting a range of mental states (Baron-Cohen, Jolliffe, Mortimore, & Robertson, 1997). Although these sex differences are not sufficient evidence for hormonal effects, studies suggest that nurturance and other prosocial skills are associated with adolescent and adult estrogen activities in human females (Nyborg, 1994) and females of many other mammalian species (Carlson, 2001). Adult estrogen facilitates memory for emotional experiences (Canli, Desmond, Zhoa, & Gabrieli, 2002). Estrogen replacement therapy increases verbal memory (Hogervorst, Williams, Budge, Riedel, & Jolles, 2000). In addition, estrogen receptor modulators can elevate adult working and episodic memory, executive function and verbal skills (Goekoop et al., 2005). Data suggest that fetal steroids affect several adult behaviors (Manning et al., 2000; Nyborg, 1994). Data also suggest that a higher (feminized) digit ratio is positively correlated with fetal estrogen (Manning, 2002). At present, however, there is insufficient evidence that fetal testosterone enhances the growth of the 4th digit or that fetal estrogen facilitates the growth of the 2nd digit.