„Wer annimmt, dass Frauen alles genauso gut, aber nicht genauso schlecht machen können, sagt dass sie höherwertige Wesen sind“

Pele Billing zu dem Argument, dass auch Frauen genau das Gleiche hätten leisten können, wie Männer, wenn sie nicht durch Unterdrückung  daran gehindert worden wären:

Let’s do a little thought experiment to see how we reason about gender in our culture.

Some people argue that the problems that exist in our civilization – such as war, environmental destruction and violence – are the fault of men. Men are the ones who have had power in society since time immemorial, and therefore men should be held responsible for things gone wrong. There is a clear logic to this argument, let us accept it as true.

With the same logic, one can argue that the positive things that have occurred in our civilization – such as technological development, prosperity and democracy – are the result of men’s work. But somehow this reasoning is not put forward as frequently.

Instead of asserting that men have created these positive values ​​it is emphasized that women did not get a chance to participate in the building of society – until relatively late in the process, and therefore it is unfair to pay tribute to the men. The women could have done an equally good job if they had had the chance. This argument has a clear logic to it, so let us accept it as true.

The major question that then arises is: If women would have been able to build a civilization just as well as men, would they not have been able to create as much war, environmental degradation and violence? If we believe that women are just as capable of all the positive characteristics of men, do we believe that women are just as capable of all the negative characteristics that men have?

If you argue that women would have been able to build all that men did, but at the same time believe that women would have created fewer wars and less pollution, then you believe that women are a superior life form. Unfortunately, this type of reasoning is far from unusual.

This kind of thinking is exemplified by the Danish author Hanne-Vibeke Holst when she is interviewed by DN:

“So, I’m not saying that men are not human. But they have a tradition of resolving conflicts through violence. Women have a tradition of resolving conflicts by peaceful means. Therefore, overall, it is very important that women are in the highest positions in the UN, at the highest policy levels. Madeleine Albright has certainly sent men into battle, but I think she really thought about it first.”

Holst believes that women are more peaceful, but does she believe that men have positive qualities that women lack in their leadership? Would she be ready to name a positive quality ín men, that women do not have to the same degree? If not, then she unknowingly carries the idea that women are superior to men.If you believe that women are better at certain things, but do not think that men are better at other things, you are basically a gender racist.

Personally, I believe that both men and women are capable of great deeds and misdeeds, and that both sexes have contributed to the positive and negative conditions that exist in our civilization. To the extent that there are differences between the sexes, I do not believe that these differences make one sex better or worse, just different.

Es ist in der Tat eine immer wieder anzutreffende Meinung, dass Frauen, wenn sie die passenden Führungsaufgaben übernommen hätten, zwar alle Errungenschaften ebenfalls erreicht hätten, aber eben die negativen Seiten weggelassen hätten. Dabei wird meiner Meinung nach ausgeblendet, dass Teil dieser negativen Seiten eben auch Spiegelbilder der positiven Seiten sind. Erst große Reiche haben die notwendigen Finanzmittel und den umfassend erzwungenen Frieden, um große Bauwerke zu bauen und die Technik weiterzuentwickeln. Konkurrenz und Leistungsdruck führen zu besseren Ergebnissen etc.

In der Tat ist kaum vorstellbar, dass alles einfach so besser hätte laufen können und man die negativen Seiten einfach so weglassen kann. Vielleicht wären mit mehr Frauen andere negative Seiten aufgetreten, vielleicht auch positive Seiten gar nicht erst zum tragen gekommen. Geschichtliche Alternativverläufe sind immer nur sehr schwer zu bestimmen. Man kann schließlich immer nur eine geschichtliche Entwicklung haben.

Die Annahme, dass eine rein weibliche Welt ein Paradies wäre, eben dank der Auflösung des Hauptwiderspruchs auch ohne die sich daraus ergebenden Nebenwidersprüche, und damit eine Welt ohne Gewalt, ohne Vergewaltigung und allgemein glücklich erscheint mir sehr naiv.

Es ist jedenfalls eine sexistische Annahme, Frauen nichts böses zuzutrauen und Männern alles böse.

Ist die Welt in feministischer Hand?

 Ein sich wiederholendes Thema in den Kommentaren ist die Ansicht, dass die Welt oder zumindest Deutschland / Westeuropa fest in feministischer Hand ist und man nur noch auswandern kann. Mir kommt das eher nicht so vor.

Viele Frauen sehen sich selbst als emanzipiert und das ist auch gut so meiner Meinung nach. Aber sie teilen die feministische Theorienwelt nicht. Diese ist in der breiten Öffentlichkeit nahezu unbekannt (weil auch reichlich abstruss). Es halten sich natürlich gerade im weiblichen Bewußtsein verschiedene Mythen hartnäckig, insbesondere die 23% Lohnunterschied. Und natürlich wird eine Frau protestieren und schrill aufschreien, wenn man meint, dass Frauen nicht rückwärts einparken können oder irgendwas nicht genauso gut können wie Männer. Aber es ist meiner Meinung nach häufig eher ein zurückhaltender Protest, eher ein Shittest.

Natürlich erfordern viele Positionen, die etwas mit Frauen zu tun haben (Gleichstellungsbeauftragte etc) heute eine gewisse Nähe zum Feminismus, weil es sich dann besser verkaufen läßt, dass man sich für Frauen einsetzt, aber das ist etwas anderes. Die „normale Frau“ mag sich feministisch nennen, sie mag auch „den Feminismus“ unterstützen, aber sie ist keine Feministin im klassischen Sinne. Sie versteht unter Feminismus eher Gleichberechtigung, aber die meisten Frauen sehen schon, dass Männer und Frauen unterschiedlich sind – und viele mögen dieses Unterschied. Ich glaube viele Männer und viele Frauen sind gerne Männer bzw. Frauen. Vielleicht nicht in jedem Aspekt, aber sie würden auch nicht mit dem anderen tauschen wollen.

Vielleicht wünschten sie, dass das andere Geschlecht so wäre wie sie selbst – die Frauen, dass Männer gefühlsbetonter und weniger sexbessen wären, die Männer, dass Frauen weniger Gefühlsbetont und dafür sexbetonter wären. Aber genug mögen die Differenz auch, mögen das Männliche an Männern und das Weibliche an Frauen.

Insoweit durchmischen sich in der „praktischen Welt“ Gleichheitsfeminismus und Differenzfeminismus wesentlich mehr als in der Theorie: Allerdings wird auch hier gerne jeweils das vertreten, was günstiger ist.

„Feminismus ist eine Zusammenarbeit zwischen „Alphas“ und „Femis““

Durch einen Link bin ich auf einen Beitrag im „gelben Forum“ gestoßen, in dem der der Artikel „Misandry Bubble“ in übersetzter Form besprochen wird.

Darauf reagierte einer der Kommentatoren:

Ein heute völlig ignotierter Punk: Heute haben eine Minderheit der Männer die meisten jungen Frauen in der Hand, während die andderen dummzuschauen dürfen, wie die „Alphas“ wild rumvögeln.

Das ist ein Grund, warum sich kaum ein Mann traut gegen den Feminismus aufzustehen – er hat Angst als „Frauenhasser“ diffamiert zu werden und „keine mehr abzubekommen“

Deshalb muss der Antifeminismus nicht nur gegen Feminismus, sondern vor allem auch die Halodrie-„Alphas“ bekämpfen

Abgesehen davon, dass man dies wohl kaum ändern kann, weil eben immer noch der Grundsatz gilt, dass man sich nicht aussuchen kann auf was man steht („Attraction is not a choice“) ist das ungefähr auch der Grund, aus dem es die sexfeindliche Richtung des Feminismus gibt. Es ist eben eine Frage des Abrüstens und man will es selbst etwas einfacher haben. Wenn sich alle nicht mehr so männlich benehmen, dann können es alle etwas ruhiger angehen. Genau wie bei den Frauen wird dies aber nicht klappen, weil bei den Frauen die Hübschen und bei den Männern die Alphas (und etwas weniger Alphas, und dann die besseren Betas und und und) nicht einsehen werden, dass man seine Vorteile nicht auch nutzten sollte bzw. sich zurückhalten sollte. Ich hatte das schon mal bei Frauen und Absatzschuhen für Frauen und Schönheit dargestellt. Beziehungsprobleme und Scheidungen bleiben auch erhalten, weil sexuelle Reize nicht einfach ersetzt werden können. Insofern ist ein solcher Änderungsplan bereits zum Scheitern verurteilt.

Wollte man den Satz etwas näher bestimmen müsste es heißen:

Der sexpositive Feminismus und Alphas haben teilweise gleiche Interessen, da sie beide für eine hohen Grad an sexueller Freiheit sind.

Der sexnegative Feminismus und die Betas haben teilweise gleiche Interessen, weil sie die sexuelle Freiheit in gewisser Weise zugunsten einer Sittlichkeit einschränken wollen.

Das zeigt auch schnell, dass die Übereinstimmung nur sehr rudimentär sind. Denn die Streitpunkte zwischen Feministen und Alphas sind vielfältig. Viele Alphas sind genervt von dem Aufbrechen der Geschlechterrollen und den Vorwürfen, dass sie Frauen ausnutzen und viele Feministinnen mögen die Machohafte Art der Alphas nicht. Bei den Betas ist es ähnlich. Die haben gewisse Gemeinsamkeiten mit den Feministinnen, dies schließt aber eine ansonsten vollkommen andere Denkweise nicht aus. So mag es Betas geben, die den feministischen Ideen sehr nahe stehen, aber eben auch solche, die den Halt sehr traditioneller Rollen wollen.

Ein Kommentator „Roslin“ (Et tu brute?) hat auch nicht gutes über Alphamänner zu sagen:

Der feministische Umbau der Gesellschaft befreit die polygynen Instinkte der Männer, wovon aber nur Alpha-Männer profitieren und die hypergamen Instinkte der Frauen, wovon aber nur attraktive Frauen unter 35 profitieren.

Das Bündnis zwischen Alpha-Männern, die tun, was Alpha-Männer seit je tun – auch im Patriarchat (vorrangig Frauen schützen und versorgen vor allem gegenüber und durch andere, niedrigrangigere Männer, die die Alphas als Kanonenfutter, als Verbrauchsmaterial zur Befestigung ihrer Stellung benutzen) und FrauenlobbyistInnen, deren Feminismus sich darin äußert, dass sie Frauen von allen Verpflichtungen gegenüber Gesellschaft und Mann, ja sogar gegenüber den eigenen Kindern befreien wollen ohne irgendwelche Pflichten für Frauen zu akzeptieren, wird von etlichen Männerrechtlern nicht angesprochen, weil mann dann ja auch männliche „Brüder“ kritisieren müsste.

Das sind falsche Brüder, die die frauen – und ihnen dienliche Ausbeutung niedrigrangiger Männer betreiben, um ihre virtuellen und oft auch realen „Haremsdamen“ glücklich zu machen, Seehoferitis, sozusagen.

Wie toll fühlt sich so ein Alphamann, wenn er von Frauen gelobt wird, FÜR Frauen etwas tun konnte.

Ein Alphamann, der auf Lob von Frauen aus ist, wäre nach der Definition der meisten Alphamänner kein Alphamann.

Das wäre er, wenn er tut, was er für richtig hält, weil er es will. Der Wunsch gelobt zu werden und Bestätigung zu erhalten ist als solcher bereits Beta.

Natürlich gibt es wichtige Männer, die nichts gegen den Feminismus sagen, ihn vielleicht sogar unterstützen. Aber das lässt sich weniger als Alpha oder Beta Konfklikt über die sexuelle Ebene darlegen, denn Alphas haben in jeder Gesellschaftsordnung ihren Sex gehabt. Es finden sich immer Wege so etwas heimlich zu machen, ob die Frau verheiratet ist oder nicht. Alphas haben vielleicht einen Vorteil von den sexuellen Lockerungen, aber der Feminismus in der theoretischen Form wäre sicherlich nicht das Mittel ihrer Wahl, um diese durchzusetzen (damit ist der theoretische Feminismus gemeint, gegen allgemeine Gleichberechtigung spricht dies durchaus nicht). Dazu sind die damit verbundenen Folgekosten (beispielsweise die Ansichten wie „Ja heißt Ja“ oder ein Aufheben der Unschuldsvermutung bei Sexualdelikten oder der „männliche Sexwünsche machen Frauen zu Objekten“-Gedanke oder aber auch nur die Bedenken der Feministinnen gegen Schönheitsideale) viel zu hoch.

Das da viele Streitigkeiten bestehen zeigt sich auch an Reaktionen auf Blogs wie Roissys oder Rooshs, die beide Alphamännerkonzepte umsetzen. Sowohl auf deren Seite als auf feministischer Seite besteht eher ein tiefgründiger Hass.

Es ist eher ein allgemeines Prinzip, dass man gewisse Regelungen durchaus unterstützen kann, wenn die Belastungen dadurch für einen selbst kleiner sind als der Ärger, der mit dem Versuch einer Änderung für einen selbst verbunden wäre. Auch Betas stimmen insoweit bestimmten Ansichten zu, wenn sie meinen dadurch Ärger vermeiden zu können, es wirkt sich evtl. nur nicht so stark aus, weil sie weniger Entscheidungsmacht haben.

Dennoch ist das Thema an sich sehr interessant. Ich hatte in einem meiner ersten Beiträge bereits etwas dazu gesagt, dass auch meiner Meinung nach die „Betaeigenschaft“ in der Männerbewegung und insbesondere ihre Kommunikation nach außen auch mit dazu beiträgt, dass diese abgewertet wird (vlg. „Männerbewegung und weibliche Privilegien“ und dort Punkt 3). Allerdings wirkt sich hier eben die Biologie zum Nachteil aus. Und ebenso wie man sich andere biologische Unterschiede nicht schön reden kann, kann man auch nicht wegdiskutieren, dass Frauen aufgrund sexueller Selektion sozialen Status und Männlichkeit attraktiv finden. Auch das ist „Genderismus“, der ja gerne als Feindbild bemüht wird.

Männerbewegung und weibliche Privilegien

Nachdem ich in Richtung Feminismus ja schon einiges geschrieben habe und es sich für einen jungen Blog ja auch anbietet in alle Richtungen zu schlagen um seine Position zu erkämpfen, hier nunmehr eine Stellungnahme in Richtung Männerbewegung.

Anlass ist ein Artikel auf dem Blog „Söhne des Perseus“ in dem es um die schonungslose Aufdeckung von weiblichen Privilegien geht.

1. Keine staatlichen Zwangsdienst

Zu Zwangsdiensten hatte ich auch schon etwas geschrieben. Der Wehrdienst ist ungerecht und eine einseitige Belastung für Männer. Das sollte eine klare feministische Position sein, die so leider selten ausgesprochen wird. Ich meine allerdings Alice Schwarzer, so wenig ich auch ansonsten mit ihr übereinstimme, hat dies ebenfalls einmal so gesagt.

Der Ton, in dem dort geschrieben wird, insoweit gebe ich dreihälften Recht, ist einer Diskussion nicht förderlich. Es bringt nichts Feministen oder noch schlimmer Frauen an sich als „23 %-Betroffenheitstruppe“  zu bezeichnen und dann noch die anderen Gleichheitsfragen mit hineinzumengen. Es bringt schon deshalb nichts, weil das Aufrechnen von Benachteiligungen genau eine der Fehler des Feminismus ist. Das Argument, dass Frauen nicht Opfer sein können, weil Männer einem Zwangsdienst ausüben ist genau so schlecht wie das Argument, dass Jungs in der Schule nicht gesondert gefördert werden sollten, weil die Benachteiligung von Frauen im Berufsleben existiert.

2. Bessere medizinische Versorgung

Männer werden nicht so alt wie Frauen, ihre Vorsorgeuntersuchungen sind schlechter ausgestaltet, Männer erleiden mehr Arbeitsunfälle, die Suizidrate bei Männern ist deutlich höher. Als dies ist die negative Seite des Rollenbildes Mann, der Versorgertätigkeit und des Statusgedanken und es wird im Feminismus wenig behandelt. Dort ist Karriere im Beruf häufig etwas, was nur durch „das Patriarchat“ verhindert wird, die Glasdecke trennt die Frauen von den „guten Jobs“, die auch noch lediglich aufgrund der patriarchalischen Strukturen (im linken Feminismus auch: des Kapitalismus) nicht mit einer Kindererziehung und einer 40 Stunden Woche vereinbar sind.

All dies ist richtig und kritisierenswert. Aber es darf nicht zu einem herunterspielen des männlichen Anteils führen:

Man redet solche schockierenden Erkenntnisse schön, indem man den Männern selbst die Schuld dafür gibt, dass sie früher und eher sterben als Frauen. Doch es sind gerade die Frauen, welche ihre Männer drangsalieren, mehr und härter zu arbeiten, sie mit weiblichem Psychoterror bombardieren, ihnen einreden, dass echte, wahre Männer Mühsal und Last ohne zu Klagen auf sich zu nehmen und sich im Zweifelsfall für Frau und Kind zu opfern hätten.

Frauen stehen auf Status und beruflicher Erfolg kann Status bringen, soviel ist richtig. Übersehen werden hierbei aber mehrere Punkte.

Erstens ist es Sache des Mannes zu entscheiden, durch welche weiblichen Ringe er springen will. Natürlich ist ein Druck vorhanden und dieser ist höher als bei den Frauen, aber es besteht immer noch eine Verantwortung des Mannes wie er damit umgeht. Natürlich stehen dieser Verantwortung Unterhaltspflichten etc gegenüber, die einen Teil der Freiwilligkeit entfernen können, aber dennoch sollte man nicht allein auf weiblichen Druck abstellen.

Zweitens ist Status ein Wert für den Mann an sich, den er auch aufgrund biologischer Gründe aufbaut. Die sexuelle Selektion bewirkt, dass Männer um die Aufmerksamkeit der Frauen genauso buhlen, wie alle anderen Tiere. Bei vielen sozialen Tieren, gerade den Menschenaffen, ist die Postion in der Gruppe und die Wertschätzung durch diese ein Faktor, der als attraktiv wahrgenommen wird. Männchen, die den inneren Wunsch haben dort möglichst gut abzuschneiden, werden mehr Nachkommen erreicht haben, so dass der Wunsch einen höheren Status zu haben nicht nur durch das gegenwärtige Verhalten der Frauen erzeugt wird, sondern tief in uns verwurzelt sein dürfte. Genug Männer würden dies auch in einer fiktiven Welt ohne Frauen machen. Das bedeutet nicht, dass man sich nicht dieser genetischen Programmierung bewusst werden sollte und ihre Auswirkungen steuer sollte. Eine urzeitliche Programmierung lässt uns auch mehr essen als uns lieb ist, weil Reserven für schlechte Zeiten benötigt werden, die wir heute nicht mehr brauchen. Aber das Männer Status bilden wollen ist nicht nur ein Kampf um die Frau oder dessen Wollen, sondern auch ein Kampf unter Männern (der biologisch dazu dienen sollte die Fortpflanzungschancen zu verbessern, aber ebenso wie übermässiges Essen von dieser Funktion abgekoppelt ist).

Dieses verankerte Statusbilden geht zudem einher mit einer höheren Risikobereitschaft und einer verminderten Bereitschaft Schwäche in der Gesellschaft zu zeigen. Für Männer war es biologisch sinnvoll mehr Risiken einzugehen, wenn dies mehr Nachkommen bedeutet. Für Frauen ist dies biologisch weit weniger sinnvoll. Die Grundlagen hierzu finden sich zB bei Miller, The Mating Mind oder auch bei Dawkins, das egoistische Gen, und ziehen sich durch einen Großteil des gesamten Tierreiches. Das Testosteron auch die Risikobereitschaft erhöht ist biologisch in verschiedensten Stufen nachgewiesen. Genauso machten sich Männer, die öffentlich Schwäche zeigten früher unattraktiver, so dass auch hier genetische Gründe vorliegen, wesentlich weniger offen zu legen. All dies führt zu weniger Arztbesuchen bei Männern und weniger Bereitschaft Vorsorge zu machen. Natürlich kommen noch andere Fakten dazu: Ein Mann muss sich häufig einen Tag frei nehmen um sich Zeit für Arzttermine zu machen. Schon deswegen sind viele wesentlich seltener beim Arzt, sondern sitzen bestimmte Krankheiten aus. Natürlich sollte man gegen diese Faktoren ankämpfen und mehr Werbung für männliche Vorsorge machen.

Die Schuld auf die Frauen zu verlagern, bringt aber wenig.

3. Massive mediale Aufmerksamkeit

Frauenprobleme genießen wesentlich mehr Aufmerksamkeit. Der Feminismus wird sagen, dass dies noch zu wenig ist, weil die Probleme auf Frauenseite wesentlich größer sind. Der Maskulist wird hingegen gerne lächerlich gemacht, wenn er Probleme anspricht. Das ist ein beklagenswerter Zustand, insbesondere weil der Feminismus dann nicht selten tief in die Dreckkiste greift und aus Rollenbildern hinaus angreift. Damit meine ich, dass dann den Männern, die die Probleme ansprechen, vorgehalten wird, dass sie eben keine Männer sind. Gerne werden Verniedlichungsformen wie Männlein verwendet oder darauf verwiesen, dass es „Versager sein, die keine abbekommen“. Was so ziemlich das Aquivalent der Erwiderung an eine Feministin ist, dass sie eigentlich nur mal einen Mann braucht, der ihr ihren Platz zeigt indem er sie so richtig durchnimmt oder vielleicht, noch gleichwertiger, sie als hässlich bezeichnet.  Aber es macht deutlich, wie tief verwurzelt Attraktivitätsmerkmale in Menschen sind. Klassische Attraktivitätsmerkmale bei Männern, oder auch „Demonstrations of higher Value (DHV)“ oder „attraction switches“ sind

  • Anführer anderer Männer („Leader of men“)
  • Beschützer ihm Nahestehnder („Protector of loved ones“)
  • Von anderen Frauen für gut befunden („Pre-Approved bei other Women“)

All diese Merkmale arbeiten gegen die Männerbewegung. Wer sich auf Schwächen beruft, gerade wenn er jammert, der ist kein Anführer. Wer meint, dass Frauen keine Opfer sind, sondern seine Probleme größer und das daran die Frauen schuld sind, der beschützt nicht, hingegen kann es attraktiv sein, den „weißen Ritter“ zu geben, indem man sich gegen die Männerbewegung stellt. Und wer breite Ablehnung erhält der ist wird eben auch nicht für „gut“ befunden.

Auch hier ist also ein Teil des Problems selbstgemacht, denn zum einen springen auch viele Männer der Männerbewegung nur sehr zögerlich bei, weil sie meinen durch den Hinweis auf Schwächen Status zu verlieren. Zum anderen, auch wenn dies schade ist, behindert der häufig sehr weinerliche Ton (ja, ich sehe was ich da mit der Männerrolle mache) und die Betonung des eigenen Opferstatus die Diskussion.

Ich meine die Männerbewegung würde bei einem anderen Auftreten mehr Aufmerksamkeit erhalten, die amerikanische Seite „Spearhead“ ist da meine ich vom Ton her besser aufgestellt.

Auch Kommentatoren wie „JJ“ auf der Seite Mädchenmannschaft (leider dort vergrault durch die Kommentarpolitik) schaffen es, ihre Position aus einer Position der Stärke heraus vorzutragen, indem sie ihre Kritik in eine fachliche Sprache einkleiden und das Gespräch sachlich halten (ich bedauere es übrigens sehr, dass er dort nicht mehr schreibt und würde einen Blog von ihm sofort lesen).

4. Rechtliche Bevorzugung

Auch bei den angesprochenen geringeren Strafen für Frauen wirkt nicht einfach nur eine Frauenbevorzugung. Hier spielt mit hinein, dass Frauen wesentlich mehr Schwäche zeigen dürfen als Männer und Menschen, die Gefühle wie Reue zeigen,  selbst wenn sie nur gut vorgespielt werden, eben allgemein mit geringeren Strafen bestraft werden. Das ist nicht nur in der Justiz so. Eine Möglichkeit ist Männern das Zeigen von Gefühlen anzutrainieren, was schwierig sein wird, eine andere Richter in den Anzeichen von Verantwortungsübernahme bei den Geschlechtern zu schulen. Während eine Frau evt. Sturzbäche heult und erklärt, dass es ihr alles leid tut und alle Umstände aufführt warum es zu diesem „Ausrutscher“ gekommen ist, kann männliche Verantwortung auch so ausgedrückt werden, dass man bereit ist die Konsequenzen zu tragen und die Tat nicht klein zu reden. Möglichst emotionslos die Tat darzulegen und deutlich zu machen, dass man die Strafe verdient hat. Beides sind verschiedene Ausdrucksformen, eine führt aber zu einer geringeren Strafe. Das ist die eigentliche Ungerechtigkeit.

Scheidungsrecht und Sorgerecht leiden unter ähnlichen Gesichtspunkten. Vielleicht schreibe ich da später was zu.

5. Der Staatsfeminismus

Unter Staatsfeminismus wird dort folgendes angeführt:

Frauen werden vom Staat massiv verwöhnt. Selbstverständlich auf Kosten der Männer. Da werden europaweit Frauenförderprogramme organisiert, Gleichstellungsbüros ausgehoben, Professorinnen mit Schmiergeldern angestellt, Frauenquoten durchgedrückt, frauenbegünstigende Gesetze erlassen und natürlich eifrigst um weibliche Wählerstimmen gebuhlt.

Richtig ist, dass viele Frauen am Feminismus verdienen und ohne diesen um ihre Stelle bangen müssten. Nervig ist in der Tat die Opferrolle, die dabei eingenommen wird. Aber auch hier spielen wieder die gleichen Faktoren hinein: Die weibliche Rolle erlaubt mehr Opferstatus und hat deswegen eine stärkere Lobby. Wiederum ist auch der Ton zu kritisieren. Die Kritik ist unsachlich geschrieben und trägt damit selbst dazu bei, dass sie nicht ernst genommen wird. Wer etwas erreichen will, der muss Politikern einen guten Grund geben sich für Männerthemen zu interessieren, was nur dann der Fall ist, wenn Männerthemen von Männern als für sie vorteilhaft erkannt werden.

Sicherlich ist der Staat inzwischen Ersatzversorger, was Warren Farrell in seinem Buch „The Myth of male Power“ ausführlich erläutert. Natürlich können männliche Politiker auch mit der Freigiebigkeit auf Staatskosten Großzügigkeit demonstrieren, was sie wiederum attraktiver macht (Großzügigkeit als Attraktivitätsmerkmal nach dem Handicapprinzip wird erläutert bei Miller, The Mating Mind).

6. Partnermarkt

„Frauen besitzen mehr Macht auf dem Partnermarkt“ ist nur teilweise richtig. Letztendlich entscheidet zwar auch heute noch die Frau, ob es eine Beziehung gibt, aber gleichzeitig gilt auch David DeAngelos Satz „Attraction is not a choice„. Sicherlich ist das Scheidungsrecht reformbedürftig, aber auch hier ist die Kritik nicht gut formuliert. Es macht die Männerbewegung schon wieder unattraktiv., insbesondere wenn die Schlußfolgerung ist, dass man „die Frauen durchfüttern muss“.

7 . Tötungsprivilegien

Gemeint ist die Abtreibung. Natürlich muss das Recht hier der Frau zustehen, weil es ihren Körper betrifft. Eine Abtreibung gegen den Willen der Frau ist ein Verbrechen. Das ergibt sich für mich aus der biologischen Situation. Etwas anderes sind Verhütungsfragen, Unterhaltsfragen nach der Geburt, die Frage der Pille danach etc. Auch wäre ich dafür, dass Recht einer Frau auf Abtreibung in einem Staat nicht nur als Frauenrecht zu bewerben, sondern auch als Recht des Mannes, aber nur in der Hinsicht, dass es für den Mann sehr vorteilhaft sein kann, wenn die Frau das Recht hat sich für eine Abtreibung zu entscheiden. Schließlich gibt es gerade für den Mann genug Gründe in diesem Moment und mit dieser Frau kein Kind haben zu wollen.

8. Die Opferkarte

Die Opferkarte wird in der Tat im Feminismus häufig gespielt. Zu den Gründen, warum dies den Frauen besser gelingt habe ich oben bereits etwas geschrieben.

Ich glaube, dass die den Frauen letztendlich nicht gut tun wird. Wenn der Feminismus den Opferstatus beständig betont, dann glauben die Frauen auch, dass sie Opfer sind, was keine Position ist, aus der heraus man große Taten vollbringt. Ich habe die Worte einer „Managerin des Jahres“ in einem Interview im Ohr, die meinte, sie habe sich nie als Frau diskriminiert gefühlt, und Angriffe nicht als gegen sie als Frau gesehen, sondern als Anzeichen, dass jemand ihren Job will/sie als Konkurrenten sieht. Das scheint mir eine wesentlich positivere Einstellung, mit der man weiterkommt, weil man „Patriarchat“ als Schuldursache nicht bekämpfen kann, einen Konkurrenten aber schon. Eine Frau, die meint, dass sie es im Berufsleben härter haben wird als ihr Mann, wird vielleicht schon deswegen lieber ihrem Mann das Feld überlassen und damit wieder dazu beitragen, dass mehr Männer Karriere machen.

Zum anderen wirkt es sich auch auf die Wahrnehmung der anderen aus. Jemanden, den man als Opfer wahrnimmt, befördert man nicht in den Vorstand. Jemand, von dem man meint, dass andere ihn nicht als gleichwertig ansehen werden (weil sie Sexistenschweine sind), wird man auch als weniger geeignet für den Posten ansehen.

9. letzte Zuflucht konservatives Weltbild

Die Flucht in die Frauenrolle (Ich kann das nicht, du bist doch ein Mann, kannst du das nicht machen „Augenklimpern“ oder ich bin eine Frau, ich darf das) wird gerne verwendet. Es geht dabei nicht um Unterschiede zwischen den Geschlechtern, sondern um alltägliche Sachen, die beide Geschlechter können. Ärgerlich. Aber auch eben die Frage, was man mit sich machen lässt.