Wie mit Männern umgehen, die sich über Benachteiligungen beschweren?

Auf der Seite der EMMA wird die Frage gestellt, wie man denn damit umgeht, wenn Männer anführen, dass sie auch benachteiligt werden:

Sie ist eine junge Feministin. Und jedes Mal, wenn sie das thematisiert, tönen ihr solche Sätze entgegen: Die „armen Männer“ werden doch inzwischen „total ausgenutzt“. Jetzt ist sie auf der Suche nach knackigen Argumenten, die sie ihren Gegnern entgegenschleudern kann. Wer hat Ideen?

Aus den Antworten:

Jolanda rät:

Wenn im Bekanntenkreis mal wieder einer von den armen Männern rum jammert, dann bestätige ich ihn betont übertrieben, „ja, ja die Männer sind schon arm dran, haben wirklich nichts mehr zu melden …“ etc. Die Reaktionen sind folgende, entweder: 1) „Verarschen kann ich mich alleine“ – ich lächle vielsagend und damit ist das Thema erledigt. 2) Keine Reaktion – plötzlich bestätigt auf der Seite „arm“ und „nichts zu melden“ zu sein, wollen die Jungs auch nicht und lassen das Thema dann von selbst. 3) Der Jammerer geht auf meine Überteibung ein und damit ist das Thema auch durch. Das wars dann.

Das ist kein schlechter Tipp. Im Prinzip eine klassische Agree und Amplify-Taktik, also zustimmen und dann übertreiben. Und gleichzeitig der wunde Punkt vieler Männer: Ihnen steht die Opferrolle nicht. Sie lassen einen schlecht dastehen, so dass bei einer Bestätigung das Ziel voll erreicht ist und der andere an Gesicht verliert.

Was wäre die Gegenmaßnahme? Wahrscheinlich einfach ebenfalls Agree and Amplify „Stimmt, was regen sich die Männer so auf, nur behinderte Mädchen Zusatzhilfen bekommen und behinderte Jungs nicht, die kleinen Bastarde, die sollen mal lieber echte Männer werden, das sehe ich genau so. Und das Frauen im Trennungsjahr keine Arbeit aufnehmen müssen und statt dessen vollen Unterhalt verlangen können, dass ist noch nun wirklich nichts, was ist schon ein Jahr? Das muss man als echter Mann abkönnen. Und das männliche Schüler halt seltener aufs Gymnasium kommen liegt halt auch nur daran, dass sie nicht hart genug sind. Das haben die Kinder verdient“. Sollte man aber nicht zu verbittert klingen.

SaKi rät:

ie pädagogische Fachwelt hat sich unter einschlägigen Begriffen wie Genderforschung/- bewusstsein oder Diversity schon längst professionell mit Bevorzugung oder Benachteiligung aufgrund des Geschlechts auseinandergesetzt. D.h. pädagogische Theorie und Praxis sollte dies verhindern. Als schließlich in den letzten Jahren prozentual Mädchen mit guten Zeugnissen und an Gymnasien gleich auf waren mit Jungs, wurde sich nochmals speziell auf die Jungs konzentriert. Es gab auch einen Medienaufschrei, dass haben belesene TierfreundE sicherlich mitbekommen – wie gesagt, die vermutete Problematik ist nicht untergegangen.
Also muss sich dein Bekannter (stellvertretend) keine Sorgen machen. Er könnte sich im Gegenzug dafür einsetzen, dass Männer leichter Ihr Berufsleben mit der Familie vereinbaren können, oder für die Forschung zur „Pille für den Mann“ – damit sein Liebesleben selbstbestimmter wird…es gäbe schon was zu tun.

Also quasi den Schwung des Angriffs ummünzen in ein das eigene Lager ziehen: Schau, du musst einfach nur den Feminismus unterstützen, dann werden auch die Männerprobleme beseitigt, wir sind auf deiner Seite! Dass das so nicht stimmt, sondern dort eher das Feindbild Mann hochgehalten wird, wurde hier ja schon oft genug behandelt. Entsprechendes müsste man wohl erwidern.

Chibi-Chan rät:

Ich persönlich mache das so, dass ich einfach nur in einem Satz sage, dass ich das komplett anders sehe und die Position meines gegenübers für ignorant und populistisch halte. Das klingt zwar hart, ist aber die Wahrheit und ich sage es höflich und nett aber bestimmt. Entweder mein Gegenüber ist aufgeschlossen und fragt mich genauso höflich nach meiner Position und geht auf eine wirkliche Diskussion mit mir ein oder eben nicht.+

Das wäre ja dann ein Abblocken durch eine deutlich negative Reaktion, aber immerhin mit einer gewissen Gesprächsbereitschaft.

Lia rät:

Hier wurde vorgeschlagen, Antifeministen zu beschämen, indem man sie zu Jammerlappen erklärt (Ooooh, Du Armer). Das ist eine sehr gute Taktik, denn Männer können es nicht mit ihrem Selbstbild vereinbaren, schwach zu sein. Männer sind lieber „Hart wie Kruppstahl und zäh wie Leder“, sie gehen durch’s Feuer und jammern nicht!
Diese Taktik wurde in Streitgesprächen auch schon von Bascha Mika angewandt („Muss ich Ihnen sagen, Sie sind ein Jammerlappen“) oder Thea Dorn („Ich weine gleich“). Damit kann man Dritte erreichen, aber der Angesprochene wird eher davon ausgehen, dass man reaktionär sei und vielleicht gewalttätig werden, um sein Männlichkeit zu beweisen.

Also auch die Abwertung der Männlichkeit nach klassischen Schema, allerdings noch gezielter auf die Person (Nicht „ihr Männer“, sondern „du armer“). In der Tat kann man damit Männer, die es nicht ertragen können als weich zu gelten, in Rage bringen. Man kann es einfach abwehren, indem man dabei ruhig bleibt und es an sich abprallen lässt. Wahlweise kann man sie als schlechten Menschen darstellen, weil sie sich über einen lustig macht, wenn man tatsächlich etwas erlitten hat („ich habe meine Tochter seit 3 Monaten nicht gesehen, aber mach dich ruhig darüber lustig, es ist schon schlimm, wenn man sein Kind liebt“) oder das persönliche zurückweisen.

Aber im Ganzen ist es ja schön, dass Feministinnen häufig darauf angesprochen werden. Das zeigt, das sich da ein gewisser Widerstand entwickelt.

 

Die Minimierung von Männerleiden bzw. die Umwandlung in Frauenleiden

Ein interessanter Artikel greift das Phänomen auf, dass häufig versucht wird, Probleme von Männern deswegen als etwas darzustellen, was man als Gesellschaft lösen muss, weil sie auch Frau betreffen:

Perhaps the biggest issue men face is the constant reframing of their suffering by society.  Reframing takes the pain men suffer and redirects it to women.  This is a consequent of misandry and is perpetuated by men and women subconsciously and by feminism – by way of design

Well how exactly is that done?  Here are some examples:

  • A boy being abused is bad, because he will grow up to be an abuser.  This is especially the case if a female is the predator.
  • False rape accusations are bad because it discredits women who are legitimately raped
  • Men who die in war is bad because it creates widows
  • Prostate cancer is bad because his wife will have to go through the experience….and if the man dies she will be a widow

Das dritte Beispiel ist das bekannte Zitat von Hillary Clinton, und es ist in der Tat erstaunlich, dass es zu solchen Umformungen kommt. Denn es zeigt, dass männliches Leiden gerne ausgeblendet wird oder für sich nicht als ausreichend angesehen wird, um eine Änderung damit zu rechtfertigen.

Über den Schlenker hin zu einem Leiden der Frau wird dann aus der Angelegenheit etwas, was man vertreten darf, was schutzwürdig ist und bei dem es anscheinend gar nicht so auffällt, wenn man das männliche Leiden minimiert und die Auswirkungen auf die Frauen hervorhebt.

Das in dem Artikel dann beschriebene Beispiel ist eines, indem ein autistischer Junge von zwei Mädchen gequält wird, getreten und mit Messer an der Kehle zu Sex mit einem Tier gezwungen wird etc.

Ein Bericht, geschrieben von der Feministin Hanna Rosin, geht es dann darum, dass der Junge sie danach immer noch als Freund ansieht. Dann wird die Mutter des Jungen interviewt, die sich Sorgen macht, dass man ihr vorwerfen wird, dass sie auf den behinderten Jungen nicht genug aufgepasst hat. Darauf, wie furchbar es für den Jungen gewesen sein muss, wird nicht eingegangen. Dabei ist er als behinderter Junge ja sogar noch in einer durchaus schutzwürdigeren Kategorie.

Als weiteren Fall könnte man vielleicht die 200 entführten Mädchen ansehen, die zwangsverheiratet werden sollen (was schlimm ist und verhindert werden sollte), was eine große „Bring back the girls“-Kampagne auslöste, während das frühere Massaker der gleichen Gruppe an 59 Jungs kaum ein Medienecho erzeugte. 

Es passt insoweit gut zu der von Warren Farrell aufgestellten Theorie des „entsorgbaren Mannes“ bzw. dem Umstand, dass Frauenleiden eher Aufmerksamkeit und Schutz hervorruft als das von Männern

Eggs are expensive, sperm is cheap

Auch hier zeigt sich die weite Wirkung dieses Prinzips.

Männergesundheitsbericht 2013 und psychische Gesundheit

Im Männergesundheitsbericht 2013 geht es um die psychische Gesundheit. Ein Bericht zu den Ergebnissen:

Die Sozialwissenschaftlerin von der Psychiatrischen Klinik der Universität München präsentierte am Mittwoch, zusammen mit einem Team von Autoren, den Männergesundheitsbericht 2013 mit dem Schwerpunkt psychische Gesundheit. Verantwortlich für die Studie zeichnet die Stiftung Männergesundheit, die Deutsche Krankenversicherung DKV unterstützte sie ideell und finanziell. Fazit der Untersuchung ist: Psychische Störungen bei Männern sind unterschätzt, unterdiagnostiziert und unterbehandelt.

Zu den näheren Zahlen:

Auf Platz eins der psychischen Störungen bei Männern stehen die Depressionen, gefolgt von Suchterkrankungen und Angstzuständen. Am Beispiel der Depressionen lasse sich die Unterversorgung gut verdeutlichen, heißt es in der Studie. In Deutschland haben demnach 9 Prozent der Männer, also 3,6 Millionen, eine ärztlich festgestellte Depression. Bei Frauen liege dieser Anteil deutlich höher. Allerdings deute sowohl die bei Männern zunehmende Zahl von Suiziden und Suizidversuchen als auch der rasante Anstieg der Arbeitsunfähigkeit wegen psychischer Probleme auf eine hohe Dunkelziffer hin.

Und zu den Gründen der Unterbehandlung:

Dass schätzungsweise 60 bis 90 Prozent der betroffenen Männer unbehandelt bleiben, hat nach Ansicht des Autorenteams vor allem mit der Angst vor Stigmatisierung zu tun. „Wenn Männer in seelischer Not sind, wird ihnen oft gesagt, sie sollen sich zusammenreißen, dann würde es schon wieder gehen“, sagte Matthias Stiehler, Mitherausgeber des Reports und psychologischer Berater im Gesundheitsamt Dresden. Zudem seien Präventionsangebote häufig nur auf die Bedürfnisse von Frauen zugeschnitten. Für Männer müsse es mehr spezielle Angebote geben, etwa am Arbeitsplatz, in Schulen, beim Sport oder auch im Internet.

Die Angst der Stigmatisierung ist gerade vor dem Hintergrund der Bedeutung von Stärke und Status im Rollenbild des Mannes gut erklärbar, auf die evolutionären Hintergründe dazu bin ich ja bereits häufiger eingegangen. Ich würde vermuten. dass auch viele Männer selbst eine solche Behandlung ablehnen und davon ausgehen sich zusammenreißen zu können, was eine Behandlung dann noch weiter erschwert.

Auch die Symptome sind interessant:

Tatsächlich äußern sich depressive Symptome bei Männern oft anders als bei Frauen. „Frauen klagen über Niedergeschlagenheit oder Antriebslosigkeit, bei Männern zeigt sich die Krankheit eher durch erhöhte Aggressivität oder Hyperaktivität, Alkoholmissbrauch oder zwanghaftes sexuelles Verlangen“, fasste Anne Maria Möller-Leimkühler zusammen.

Wäre interessant zu wissen, woran das liegt.

 

Testosteronspiegel bei Jägern und Sammlern

Der Spiegel berichtet über einen Jäger- und Sammler Stamm, bei dem die Männer im Schnitt einen sehr niedrigen Testosteronspiegel haben.

Hamburg – Manchmal ist weniger mehr. Das zeigt eine Studie US-amerikanischer Forscher am Volk der Tsimane in Bolivien. Die Männer dieses Regenwaldstammes von Jägern und Sammlern arbeiten körperlich hart, dazu müssen sie Krankheiten überstehen und werden von Parasiten geplagt. Doch in ihrem Blut fanden Forscher überraschend kleine Mengen des Männlichkeitshormons Testosteron. Sie haben davon nur ein Drittel so viel im Blut wie Männer in den Industrieländern, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin „Proceedings of the Royal Society B“.

Auf den ersten Blick scheint der niedrigere Testosterongehalt ein Nachteil für die Tsimane-Männer zu sein, sorgt er doch für weniger Muskelmasse und damit Stärke. Doch: „Mehr Muskelmasse zu produzieren, kostet Energie – und hohe Testosteronwerte verringern zudem die Leistung des Immunsystems“, schreiben Benjamin Trumble von der University of Washington in Seattle und seine Kollegen. Wer in einer Umwelt mit vielen Parasiten und Krankheiten lebe, für den sei es biologisch sinnvoller, den Testosteronwert niedrig zu halten.

Das Testosteron sich auf das Immunsystem auswirkt ist bereits seit längerem bekannt. Ich hatte das schon einmal in „Testosteron und Immunsystem“ dargestellt.

Die Schlußfolgerung:

Die hohen Testosteronwerte der Männer in den Industrieländern seien evolutionär gesehen eine neue Erfindung, meinen die Forscher. Möglich wurden sie erst durch den Nahrungsüberfluss und die gute medizinische Versorgung.

„Unser Lebensstil ist eine Anomalie, eine Abweichung von der Jahrtausende alten Lebensweise unserer Art als Jäger und Sammler“, sagt Michael Gurven, einer der Leiter der Studie von der University of California in Santa Barbara. Das Streben nach möglichst hohen Testosteronwerten, beispielsweise durch Hormonpflaster oder sonstige Präparate, hat demnach mit ursprünglicher Männlichkeit oder gar altem Jägererbe wenig zu tun.

Der Schluß überzeugt mich nicht. Bei Zugrundlegung der Out-Of-Africa-Theorie steigt der Testosteronspiegel der Männer üblicherweise, um so mehr wir uns dem „geographischen Ursprung der Menschheit“ nähren. Was eher annehmen lässt, dass der Testosteronspiegel in Rahmen der Auswanderung gesunken ist und nicht nachträglich gestiegen ist.

Eher scheint mir ein umgekehrter Schluß wahrscheinlicher:

Wenn die meisten Völker auf dieser Erde einen höheren Testosteronspiegel haben als der geschilderte Stamm, dann spricht das eher dafür, dass bei diesem Stamm eine Selektion auf einen niedrigeren Testosteronspiegel stattgefunden hat.

Hierfür bieten sich relativ isolierte Stämme auch an: Der Verwandtschaftsgrad steigt aufgrund der kleinen Gruppe, was intrasexuelle Kämpfe unter Männern genetisch unrentabler macht und Hierarchien verflachen hilft.

Bei Betrachtungen von heutigen Jäger und Sammler Gesellschaften sollte man auch bedenken, dass gerade die, die weniger auf Status und intrasexuelle Konkurrenz aus sind auch eher Jäger und Sammler bleiben, einfach weil der Aufbau von Status und der Ausbau von Macht Entwicklung fördern kann (vgl. dazu Jared Diamond „Guns, Germs and Steel„.)

Hier kann auch das bessere Immunsystem ein weiterer Vorteil gewesen sein, der aber nur genutzt werden kann, wenn die Vorteile einer hohen Wettbewerbsfähigkeit aufgrund engerer Verwandschaftsverhältnisse oder anderer Umstände, die auf Friedfertigkeit selektieren, nicht mehr in dem Maße anfallen.Das Volk in vielleicht in der Steinzeit geblieben, vielleicht gerade weil es wenig Testosteron hat und damit weniger Anlass für Statusdisplay und Hierarchien.

Bestimmte Stämme werden ja auch in Debatten gerne als Beispiel dafür angeführt, was eine andere Kultur alles erreichen kann und wie konstruiert und kulturbestimmt die Geschlechterrollen sind. Genau das Gegenteil scheint der Fall zu sein: In einer gegenseitigen Beeinflussung von Kultur und Biologie entwickelt sich der Mensch, genug Abgrenzung und einen hinreichend langen Zeitraum vorausgesetzt, nach den jeweiligen Gegebenheiten. Die Biologie folgt der Kultur, die Kultur folgt der Biologie.

Interessant dazu auch der Hinweis auf die Testosteronspitzen im Wettbewerb:

„Trotz ihrer krankmachenden Umgebung ist es auch für die Tsimane wichtig, Testosteron für kurzzeitige Wettkämpfe und große Kraftanstrengungen freizusetzen“, sagt Gurven. Ähnliche Hormonausschüttungen gebe es auch bei Männern in den Industrieländern in Wettbewerbssituationen. Das zeige, dass diese Hormonspitzen ein fundamentaler Aspekt der menschlichen Biologie seien. Sie blieben selbst dann erhalten, wenn dies bedeute, kurzzeitig das Immunsystem zu schwächen und eine Infektion zu riskieren.

Die Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit durch Testosteron ist natürlich auch im Geschlechterverhältnis interessant. Männer haben bereits mehr Testosteron und schütten im Rahmen von Fight oder Flight Strategien auch mehr davon aus. Es spricht damit vieles dafür, dass Männer auch eher auf Wettbewerb ausgelegt sind als Frauen und sich daher  – im Schnitt – in diesem wohler fühlen.

Armageddon: Ein Heldenepos mit einer Ansammlung von Alphamännern

Der Sonntag ist ja zum Rumgammeln da. Gerade läuft die Wiederholung von Armageddon.

Der Film ist eine unglaubliche Ansammlung von Alphamännern. Bruce Willis als Harry Stamper ist ein absoluter Alphamann, emotional etwas eingeschränkt, aber immer in voller Kontrolle der Situation, außer bei seiner Tochter, die er über alles liebt und (über-)beschützen will, immer Anführer,  A.J. Frost (Ben Affleck) ist der aufstrebende junge Alpha, der nie nachgibt um nach oben zu kommen, der Konflikt zwischen ihm und Harry, der eh schon bei der Arbeit besteht wird durch seine Beziehung zu Harrys Tochter noch verschärft, Dan Truman (Billy Bob Thornton) als NASA Chef ist immer beherscht, versucht Ordnung ins Chaos zu bringen, lenkt die Meute von Bohrern. Der Pilot, der meint, der letzte zu sein, der den Erfolg gegen die inkompetenten Bohrer retten zu können. Der Rest der Crew dient auch dem Comic Relief, ist aber ansonsten relativ unbekümmert angesichts des drohenden Weltuntergangs und immer für einen Spruch gut. Auch die Frauen, sofern sie nicht Love-Interest/Tochter sind (Liv Tyler) sind ebenfalls hart und bestimmt, Alphafrauenheldinnen, wie beispielsweise die Pilotin/Ausbilderin.

Ein klassischer Heldenactionfilm. Das Ende ist etwas kitschig, der Pathos an einigen Stellen etwas viel aber ich finde die Charakterzeichnung ganz gelungen. Bereits die Einführungsszene, in der Bruce Willis von der Ölplattform aus Umweltaktivisten mit Golfbällen beschießt zeichnet ein Bild des Alphamannes, der sein eigenes Bild macht.

Selbst bei einem Weltuntergangsfilm, bei dem die Helden die Welt retten, was ja eigentlich eine ausreichende Motivation sein sollte, wird das ganze noch auf eine menschlichere Ebene gebracht und mit klassischen evolutionären Zielen verknüpft, die wir Menschen besser emotional begreifen können als das Retten eines Planeten (!): Dem Beschützen des Nachwuchs und die Liebe zu einer Partnerin/dem Nachwuchs und dem Wunsch, dass Personen, die einem nahe stehen, den eigenen Wert erkennen und einen dafür bewunden.

Das wird neben den Szenen mit Liv Tyler auch an einer Szene deutlich, in dem einer der Bohrmänner am letzten Tag noch einmal Frau und Kind besucht, die von ihm getrennt leben:

Denise: What are you doing here?

Chick: I was just passing by on the, uh, I came…

Tommy: [comes onto the porch with a toy] Who’s he?

Denise: That man’s a salesman. Would you go inside? Thank you.

Chick: [Tommy goes inside the house] He got big.

Denise: You can’t come around like this. The court says you can’t. It confuses him.

Chick: No I know. I just… I wanted to say that I’m sorry about everything, and… I got something coming up, something kinda big. You just might be proud of me. Would you do something for me? Would you just give him this. You don’t have – you don’t have to tell him who it’s from just…

[puts a toy shuttle on the porch]

(…)

Später sieht der Junge die Startvorbereitungen zur Mission:

Tommy: Mom, that salesman’s on TV.

Denise: That man’s not a salesman. That’s your daddy.

Vergebung und Anerkennung durch statusaufbauende heldenhafte Taten. Klassisch.

Im poststrukturalistischen Feminismus würde man wohl sagen, dass es ein Haufen heteronormativer Kackscheiße ist, der die bestehenden Rollenbilder stützt und ein Bild hegemonialer Männlichkeit stützt, ein Machwert des Patriarchats also.

Mir scheint es realistischer, dass wir aufgrund unser evolutionären Vergangenheit auf solche Charaktere reagieren.

Testosteron und Immunsystem

Hormone sind für viele Unterscheidungen innerhalb der Geschlechter verantwortlich. Dabei bewirkt ein mehr an Testosteron bei Säugetieren üblicherweise eine Veränderung in Richtung „Männlich“ und ein mehr an Östrogen eine Veränderung in Richtung „weiblich“.

Testosteron kommt allerdings mit einem Preis:

Es bewirkt eine Verschlechterung des Immunsystems

Vielleicht ist das einer der Gründe, warum gerade Testosteron als „Signalstoff“ für eine Entwicklung zum männlichen hin entstanden ist.

Den Anfang mag der Vorteil von Testosteron beim Muskelaufbau gemacht haben, der bei Spezien mit einem intrasexuellen Wettbewerb unter Männern hilfreich ist. Dann aber könnte die Red Queen Theorie und das Handicapprinzip zugeschlagen haben.

Die Red Queen Theorie besagt, dass wir uns in einem stetigen Wettrennen mit diversen Feinden befinden, die sich ebenfalls weiterentwickeln. Weil sich der eine entwickelt, muss sich auch der andere entwickeln. Beide bleiben auf der gleichen Stelle im Verhältnis zueinander, aber würde einer aus dem Rennen aussteigen, würde der andere die Oberhand gewinnen.

Dabei liefern wir uns dieses Rennen insbesondere mit Parasiten und Bakterien, die den Vorteil haben, sich schneller entwickeln zu können, da sie schnellere Generationsfolgen haben. Diesem Kampf halten wir insbesondere den Genpool entgegen, der es Parasiten schwerer macht, sich auf uns einzustellen, weil wir alle etwas anders sind, aber natürlich auch unser internes Gefahrenabwehrsystem, unser Immunsystem.

Auch die besten körperlichen Anlagen können dabei unbeachtlich sein, wenn dieses Immunsystem nicht funktioniert und die Bakterien und Viren nicht abgehalten werden können.

Es ist daher verständlich, dass Anzeichen körperlicher Gesundheit bei der Attraktivität sehr weit oben stehen. Ein klassisches Beispiel sind verlängerte Schwanzfedern bei Vögeln, die zwar das Fliegen erschweren, aber wenn sie sauber sind, zeigen, dass kein Parasitenbefall vorliegt.

Ein Stoff, der das Immunsystem beeinträchtigt, kann genau ein solches Anzeichen sein. Denn jemand, der gesund ist, sauber ist, kräftig ist wird üblicherweise Parasitenfrei sein. Fallen diese Anzeichen mit Anzeichen von Testosteron zusammen, dann bedeutet dies, dass sein Immunsystem trotz der zusätzlichen Last des Testosterons in der Lage ist, alle Angriffe abzuwehren. Aus den beiden Anzeichen zusammen ergibt sich damit die Wertung, dass sein Immunsystem sehr gut sein muss (zumindest für die lokalen Parasiten). Das Testosteron bzw. seine Ausprägung ist damit ein „Costly Signal

Die Gene für dieses Immunsystem gibt er dann evtl. an seine Kinder weiter, wobei die Mädchen noch nicht einmal die Nachteile des hohen Testosteronspiegels erben, die Jungs aber den Vorteil innerhalb der sexuellen Selektion haben, selbst Anzeichen eines guten Immunsystems zu tragen, wenn sie beide Eigenschaften erben.

Eine sexuelle Selektion der Weibchen auf Anzeichen von Testosteron und Gesundheit (beides zusammen) würde damit genetisch sinnvoll sein.

Gleichzeitig macht dies auch eine Selektion des Mannes auf ein gesundes Immunsystem noch interessanter als es aufgrund des Red Queen Rennen ohnehin schon ist. Denn ein Mann mit viel Testosteron läuft natürlich auch Gefahr, dass ein Sohn seinen Testosteronspiegel, aber ihr Immunsystem erbt. Da aber gleichzeitig Anzeichen von Testosteron bei ihr Anzeichen einer verminderten Fruchtbarkeit sind, zahlt es sich noch mehr aus, auf ihren Körper zu achten.

Das Costly Signal schlägt sich auch in realen Kosten nieder. Männliche Babies sind anfälliger, Krankheiten können schlechter abgewehrt werden. Aber aus Sicht der Gene ist Fortpflanzung eben das allerwichtigste. Solange der Vorteil insgesamt überwiegt lohnen sich daher solche Signale

 

Frauenparkplätze sind diskriminierend gegenüber Männern

Gerade fiel mir auf, dass ich in diesem Blog noch gar nichts über Frauenparkplätze geschrieben habe.

Ich verwerte da mal ein paar alte Kommentare von mir:

Was ist eigentlich die Rechtfertigung für Frauenparkplätze, insbesondere in Abwesenheit von vergleichbaren Männerparkplätzen?

Wenn es um den Schutz von Frauen geht, dann ist dem entgegen zu halten, dass Männer auch in Tiefgaragen überfallen werden können und häufig genau so schutzlos sind. Dürfen Männer nicht ängstlich sein? Sind Frauen per se schutzbedürftiger als Männer?

Was haltet ihr von einer Umbenennung in „geschützte Parkplätze“, mit einem Hinweis, dass diese für Personen freigehalten werden sollen, die sich in Tiefgaragen besonders bedroht fühlen?

Ein häufiges Argument ist, dass Frauenparkplätze der Sicherheit der Frauen vor sexueller Gewalt dienen.

Soweit ich weiss sind Vergewaltigungen in Parkhäusern überaus selten. Ist auch ungünstig, da viel offene Fläche und viel Publikumsverkehr.

Deutschland hat eine Vergewaltigungsrate von 11 pro 100.000 Einwohner (Da sind Männer enthalten). Bei dem größten Teil aller Vergewaltigungen kennen sich Täter und Opfer vorher, was bei einer Parkhausvergewaltigung nicht der Fall sein dürfte. Wikipedia spricht davon, dass sich in 2% der Fälle Täter und Opfer vorher nicht kennen. Das macht Parkhausvergewaltigungen bereits aus diesem Grund zu einer geringen Gefahr für Frauen.

Vergewaltiger dürften Waldstücke, abgelegene Strassen und ähnliches bevorzugen. In einem Parkhaus ist eine Frau daher nicht gefährdeter als in anderen öffentlichen Bereichen. Warum sie dann gerade hier besonders geschützt werden sollen, wohingegen ein Schutz vor anderen Gefahren für Männer nicht vorgesehen ist leuchtet mir nicht ein.

Ich sehe auch nicht, warum eine Frau vor einer Vergewaltigung besser geschützt werden muss als ein Mann vor anderen schweren Verbrechen, wie beispielsweise einem brutalen Raubüberfall, der sicher in Tiefgaragen häufiger vorkommt als eine Vergewaltigung.

Die Angst der Frauen vor Tiefgaragen wird durch die Frauenparkplätze wohl eher verschärft als eine tatsächliche Gefahr beseitigt. So wird nämlich eine Gefährungslage vorgegaukelt, die tatsächlich nicht besteht.

Wenn es darum geht Frauen ein Gefühl der Sicherheit zu geben, dann frage ich mich, warum man nicht auch Männern ein Gefühl der Sicherheit geben kann. Es soll tatsächlich auch Männer geben, die ein Parkhaus unheimlich finden.

Im Endeffekt verfestigen Frauenparkplätze, wenn sie mit dem Gefühl der Sicherheit begründet werden, Rollenklischees. Frauen = ängstlich, Männer=mutig. Eigentlich wäre ja ein mutiger „undoing gender“-Ansatz dem entgegenzuwirken und die Frauenparkplätze abzuschaffen.

Frauen ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln wäre übrigens auch mit den von mir genannten „Schutzparkplätzen“ möglich. Nur das diese geschlechterneutral sind.

Ich für meinen Teil würde diese eher respektieren als Frauenparkplätze, weil ich bei Frauenparkplätzen weiß, dass sie von Frauen benutzt werden, die keine Angst haben und sich keine Sorgen machen (die gibt es!) und nicht einsehe, warum diese Frauen anderen Frauen die Parkplätze wegnehmen dürfen, ich aber nicht.

Weil es mehr Frauen gibt, die mehr Angst haben gibt es NUR Frauenparkplätze. Das leuchtet nicht ein. Wie wäre es damit zumindest 10 Prozent dieser in „Schutzparkplätze“ umzuwidmen? Warum muss sich ein Mann, der Angst hat, dafür verteidigen?

Würde man Frauen, die keine Angst haben, aber dennoch auf Frauenparkplätzen parken, darauf ansprechen, dass sie ängstlicheren Frauen die geschützten Parkplätze wegnehmen? Würde man Männer darauf ansprechen, warum sie auf einem Frauenparkplatz parken? Was würde als Grund ausreichen, einen Mann dort parken zu lassen?

Interessant auch: Frauenparkplätze gibt es nur in sehr wenigen Ländern. Sie scheinen in anderen Ländern nicht nötig zu sein.

Warum lassen Männer das Ausufern des Feminismus zu?

Auf dem Blog „Fkin“ geht es in „A Note on Feminism“ um die Mitverantwortung der Männer für das Ausufern feministischer Ideen.

My approximation to the Men’s Rights Movement, which is a bit like being trapped in a room with 30 guys on a high-protein diet, has left me with few questions about how “Feminist Adgendas” get pushed. Men are to blame.

Call it a misplaced sense of chivalry – most do – but when women want to push agendas that may be tangential to the interests of men, many males step one-side and let it happen. One knee-jerk reaction is to blame it on pussy-whipped and apron-strung house-husbands with no political clout in their own home. While that is sometimes the case, I am inclined to believe it is more likely the result of men assuming that it doesn’t matter because they are too strong to be compromised by stupid games.

Men have a false sense of security because, deep down, we believe we can survive anything.

Also ein Gedanke, der sehr gut zum Handicap-Prinzip passt. Die Aussage wäre also: „Lass sie doch Frauenquoten fordern, ich komme schon damit klar. Bist du zu schwach um dich trotz Frauenquote durchzusetzen?“

Ich kann mir vorstellen, dass dieses Denken sicherlich eine Rolle spielt. Vielleicht ist dies auch der Grund, warum sich viele Mächtige (oder auch Alphas) aus diesem Gebiet raushalten: Es bietet zu viele Möglichkeiten, sich als schwach darstellen zu lassen („Herr X fürchtet sich vor weiblicher Konkurrenz“). Nicht umsonst wird Männerrechtlern gerne die Männlichkeit abgesprochen, was diese allerdings teilweise auch leicht machen.

Ein anderer Aspekt könnte nach Pinker in „The Blank Slate“ auch unser Moralgefühl sein. „Gleichwertigkeit von Leistung und Gegenleistung“ ist als Moralgefühl in uns verankert (was nicht bedeutet, dass wir nicht dennoch zu unserem Vorteil handeln können). Der Feminismus gibt nun an, dass er einfach nur eine Gleichbehandlung will. Dies ist zunächst erst einmal etwas, dem man intuitiv zustimmt und bei dem Nichtzustimmung ein Gefühl der Ungerechtigkeit hervorruft. Das Problem besteht dann aber in der Frage, ob tatsächlich eine Ungleichwertigkeit von Leistung und Gegenleistung vorliegt. Dies wiederum ist schwer zu bewerten, wenn  man sich mit dem Thema nicht befasst und man setzt sich der Gefahr aus als ein Vertreter einer unmoralischen Geisteshaltung angesehen zu werden.

Dies wird im Feminismus auch gerne ausgenutzt, indem die Aussage des Feminismus genau hierauf ausgerichtet wird:

Do you believe in equal rights for people of all genders? Then you are a feminist!

Dabei wird außer acht gelassen, dass große Teile des Feminismus weit mehr vertreten als einfach nur „gleiche Rechte“ sondern auch bei gleichen Rechten eine Angleichung etwa über eine Frauenquote für Führungskräfte fordert oder eine „Angleichung“ des Lohns unabhängig von verschiedenen Berufswahlen oder aber verschiedenen Einsatz im Beruf.

Es ist die Abgrenzung zwischen „Gerechtigkeitsfeminismus (Equity Feminism)“ und „Gender Feminism„:

Sommers describes equity feminism as an ideology rooted in classical liberalism, and that aims for full civil and legal equality for women. Experimental psychologist Steven Pinker[2] expands on Sommers to write, „Equity feminism is a moral doctrine about equal treatment that makes no commitments regarding open empirical issues in psychology or biology.“

Im deutschen würde man wohl sagen: „Ich bin für gleiche Rechte, aber nicht für Feminismus“. Der Begriff „Equity Feminismus“ ist insoweit eine gute Möglichkeit dem moralischen Angriff zu entgehen, indem man sich nicht gegen die Moral stellt, dass Gleichberechtigung richtig ist, sondern deutlich macht, dass man gegen Bevorzugung ist.

Da aber Feminismus einen gewissen Alleinvertretungsanspruch für sich reklamiert wird ein Angriff auf den Feminismus auch gleichzeitig als Angriff auf die Gleichberechtigung gesehen (Ein Grund, warum der Begriff „Antifeminimus“ so schlechte Presse bekommt).

Frauen entschuldigen sich mehr oder männliche Unempfindlichkeit

Eine interessante Studie habe ich zum Thema „emotionale Empfindlichkeit“ und „Entschuldigungstendenz“ gefunden.

Despite wide acceptance of the stereotype that women apologize more readily than men, there is little systematic evidence to support this stereotype or its supposed bases (e.g., men’s fragile egos). We designed two studies to examine whether gender differences in apology behavior exist and, if so, why. In Study 1, participants reported in daily diaries all offenses they committed or experienced and whether an apology had been offered. Women reported offering more apologies than men, but they also reported committing more offenses. There was no gender difference in the proportion of offenses that prompted apologies. This finding suggests that men apologize less frequently than women because they have a higher threshold for what constitutes offensive behavior. In Study 2, we tested this threshold hypothesis by asking participants to evaluate both imaginary and recalled offenses. As predicted, men rated the offenses as less severe than women did. These different ratings of severity predicted both judgments of whether an apology was deserved and actual apology behavior.

Quelle: „Why Women Apologize More Than Men, Gender Differences in Thresholds for Perceiving Offensive Behavior“ from Psychological Science

Das Männer eine „dickere Haut“ haben ist eine Beobachtung, die sicherlich viele in ihrem Alltag gemacht haben. Sie halten mehr aus und werten bestimmte Punkte als nicht so dramatisch. Dass dies dann auch zu Problemen zwischen den Geschlechtern führen kann ist auch klar.

Die Frage ist: Liegt es an der Abhärtung aufgrund der männlichen Rolle oder entstand die männliche Rolle daraus, dass Männer im Schnitt biologisch eine „dickere“ Haut haben?

Wie sich so etwas entwickelt haben kann ist einfach darzustellen. Männer sind einer direkteren intrasexuellen Konkurrenz ausgesetzt und auch in der intersexuellen Konkurrenz müssen sie eine Beschützereigenschaft nachweisen. Für Frauen als das schwächere Geschlecht kann es zudem eher sinnvoll sein auf bestimmte Grenzen zu achten und Beschwichtigungsgesten durchzuführen, sich also zu entschuldigen.

Frauen, Wettbewerb und Adrenalin

In einem Artikel mit dem Namen „Die Macht der Hormone“ geht es um Susanne Pinker und ihr Buch „Das Geschlechterparadox“, dass auch schon auf meiner Leseliste steht.

Dort werden interessante Ausführungen zum verschiedenen Umgang mit Wettbewerb zwischen den Geschlechtern gemacht:

Sie stellt zunächst dar, dass Frauen durch Konkurrenzmodelle eher gebremst werden, Männer hingegen eher angespornt.

Pinker fand außerdem Studien, die belegen, dass Mädchen – und in der Folge natürlich auch Frauen – weniger Lust haben, in einem ständigen Kräftemessen mit Konkurrenten welchen Geschlechts auch immer zu stehen. Untersucht wurden elfjährige Mädchen und Buben bei ihrem Laufverhalten. Die Mädchen erzielten die besten Zeiten, wenn sie allein liefen, liefen sie mit Buben um die Wette, ging es schon langsamer. Die niedrigste Laufgeschwindigkeit wurde gemessen, wenn sie im Wettbewerb gegen andere Mädchen antraten. Die Buben liefen am langsamsten allein – kaum gab es einen Wettbewerb, steigerten sie ihre Geschwindigkeit, ob die Konkurrenten nun Buben oder Mädchen waren.

Der biologische Mechanismus dahinter scheint unter anderem das Adrenalin zu sein:

Schuld an diesem unterschiedlichen Verhalten ist das Adrenalin. Jede Art von Wettbewerb überschwemmt den männlichen Organismus mit Adrenalin, während der Adrenalinspiegel bei Frauen auch unter starkem Druck nicht steigt.

Ich habe dazu kurz etwas gegoogelt und das folgende gefunden:

Stress responses in male and female engineering students.

Male and female engineering students were studies under stress induced by a congnitive-conflict task and in a control condition spent in inactivity. The results showed that (a) in the control condition the sexes did not differ in adrenaline, noradrenaline or cortisol excretion, whereas heart rate was significantly higher in the females; (b) adrenaline excretion and heart rate increased significantly in both sexes during stress; (c) the rise in adrenaline excretion was more pronounced in the males, whereas the rise in heart rate was significantly greater in the females; (d) cortisol excretion increased significantly during stress in the male group only; and (e) self-estimates of effort and performance were consistently higher and increased more over time in the males than in the females, bu these sex differences on the subjective level were not reflected in actual performance. The interaction of biological and social factors in the development of sex differences in stress reactions is discussed.

Das würde nahelegen, dass Frauen im Schnitt Wettbewerb weniger anregend finden als Männer und daher auch weniger zu Jobs tendieren, die auf einen Wettbewerb angelegt sind. Natürlich gibt es auch sehr wettbewerbsorientierte Frauen und es wäre interessant zu sehn, ob deren Mechanismus dann eher „männlich“ funktioniert.

Es würde auch erklären, warum Frauen bei den „Big Five“ im Schnitt besser beim Punkt „Agreeableness“, also Verträglichkeit, abschneiden.

Die evolutionäre Erklärung hierfür ist ebenfalls einfach nachzuvollziehen. Männer stehen schon deswegen, weil es bei ihnen mehr auf den Status und ihre Fähigkeit als Versorger angekommen ist, in einem intrasexuellen Wettkampf, während Frauen auf einer anderen Ebene miteinander konkurrieren und wesentlich mehr durch zB körperliche Konflikte zu verlieren haben. Das die Evolution unter diesen Bedingungen dafür sorgt, dass Männer wettbewerbsorientierter sind, wäre zu erwarten.