Hinrich Rosenbrock: Die antifeministische Männerrechtsbewegung – Denkweisen, Netzwerke und Onlinemobilisierung

Eine Untersuchung von Hinrich Rosenbrock beleuchtet die Antifeministische Szene und Rosenbrock berichtet Vorab in der Faz hierzu.

Er stellt dort die These auf, dass die Männerrechtler (aus seiner Sicht anscheinend gleichzusetzen mit dem Antifeminismus) sogar den Männern schaden.

Das finde ich so allgemein eine sehr gewagte These.

Ich würde ihm ja sogar zustimmen, dass Teile des Antifeminismus viel zu radikal sind und in dieser Hinsicht Männer tatsächlich schädigen und zwar aus zwei Gründen:

  1. Mit ihrer Radikalität schaffen sie ein billiges Feindbild, dass Leute wie Rosenbrock aufgreifen können um die Männerbewegung abzuwerten.
  2. Ihre Gesellschaftsvorstellungen und Gesetzesvorhaben sind – natürlich nur in Teilen, nicht hinnehmbar für Mann oder Frau. In einer Welt mit Imion oder Zhen etc als Gesetzgeber möchte ich persönlich als Mann nicht leben. Da nehme ich in der Tat lieber den gegenwärtigen Zustand.

Dessen ungeachtet übersieht er denke ich aber die nicht radikale Seite des Antifeminismus und der Männerbewegung. Schließlich gibt es in diesem Bereich deutlich mehr Strömungen als nur den radikalen Teil

Er übersieht auch, dass Teile des Antifeminismus einfach gegen die Unlogik des Genderfeminismus, des kulturellen Feminismus mit seiner Aufwertung des weiblichen, des Matriarchatsfeminismus etc vorgehen, aber dabei die Grundlagen der Gleichberechtigung durchaus akzeptieren. Ein Großteil der Opposition gegen den Antifeminismus läßt sich auch als Equityfeminismus bezeichnen bzw. hat sich dieses Label zugelegt, um der auch von Rosenbrock vorgenommen Tabooisierung von Kritik vorzubeugen.

Ich bin gespannt, ob mein Blog, der gegenwärtig wenn man ihn über seine Ausrichtung als Antigenderfeministisch etc als antifeministischen Blog und Teil der Männerbewegung ansieht, ebenfalls aufgeführt ist.

Ich vermute aber, dass ich nicht erwähnt werde, sondern auf den üblichen Verdächtigen rumgehackt wird, dem gelben Forum etc.

Vielmehr würde eine Behandlung der „biologischen Gegenargumente“, wenn man sie faier betreibt und nicht auf einen Essentialismus herunterzieht, doch einige Schwachstellen offenlegen, die feministische Theorien haben und die auch die Gender studies sich vorhalten lassen müssen

Eine Stelle aus dem Interview:

Wie sieht der Antifeminismus dieser Gruppen aus?

Sie sehen den Feminismus als ein in sich geschlossenes Ideologiemodell, das auf Männerhass beruht. Die vielen Strömungen innerhalb des Feminismus, dessen Zusammenarbeit mit Männern und auch die Ansätze einer emanzipatorischen Männerpolitik sehen sie nicht. Zudem gehen diese Leute davon aus, dass der Feminismus allmächtig sei. Gerichte, Politik, Medien: alles sei vom Feminismus unterwandert.

Ich würde ihm recht geben, dass man es sich nicht so einfach machen sollte, sondern zwischen den einzelnen Richtungen unterscheiden sollte. Ansonsten wird die Argumentation zu leicht angreifbar. Allerdings ist umfasst der Genderfeminismus ja bereits einen Großteil der heute vertretenen Meinungen. Das im Genderfeminismus viel Männerabwertung vorhanden ist würde ich auch so sehen. Und die Art der Zuammenarbeit, mit der Anforderungen an Männer „doch erst einmal ihre Privilegien abzubauen“ muss einem natürlich auch nicht gefallen.

In der Tat meine ich, dass viele es mit der Allmächtigkeit des Feminismus übertreiben. Natürlich hat er in vielen Bereichen ein Taboo installiert, aber die vorherrschende Stellung in allen Bereichen sehe ich ebenfalls nicht.

Aber wenn der Bericht vorliegt wird man mehr wissen.

Interessant dazu auch eine Diskussionsrunde zu dem Thema mit dem Autor bei der Böllstiftung am 3.2.2012. Meiner Meinung nach fehlt da ein Männerrechtler in der Runde, der die Gegensicht darstellt und dem Gelegenheit gegeben wird, die Sache aus seiner Sicht darzustellen. Das ist doch eigentlich der übliche Weg, wenn man eine Diskussionsrunde besetzt oder? So dürfte es wohl allgemeines Schulterklopfen geben, die Gegenposition bleibt ungehört und alle gehen zufrieden nach Hause.

Reaktionen oder interessantes aus dem Bericht gerne in den Kommentaren.

Zudem die Frage:

  • Welche Aspekte kommen in dem Bericht zu kurz?
  • Was ist berechtigte Kritik?

Unterschiede in der Reaktion auf Kritik und das Impostersyndrom

Susan Greenfield greift in einem Interview zwei interessante Punkte auf:

My credo is that I would love to see a world where the person trumps the gender. Certainly, as regards working with both sexes, there is good and bad. If you have to discipline a male member of your staff, if you say something like, „I don’t think you are working very hard“, they will take that on the chin and say „I think this or that“, and you will talk it through and then that is the end of it. A woman might burst into tears, get sulky, generalise the very specific complaint. The strong thing about women is that they are very sensitive to relationships, but there is a bad side to that – in that sort of situation, they think you don’t like them any more. Men compartmentalises their professional lives and their personal lives more easily than women do. Also, I think men are far more competitive than women. What I try and do with the women I have supervised is to actually get them to fight their corner and to stand up for what they believe in.

Das ist ebenfalls eine Erfahrung, die ich gemacht habe. Mit Männern kann man eher Streitigkeiten in einer Sache haben, die sich aber dann nicht auf das persönliche auswirken. Frauen im Schnitt hingegen sehen viele Streitigkeiten auf sich selbst bezogen und demnach auch als Angriff auf sich selbst.

Es passt zu den Darstellungen von Geary zur Gruppenbildung bei Männern, die ich in dem Artikel „Männerfreundschaften und Koalitionsbildung“ dargelegt habe, insbesondere zu dem Punkt „Eine Toleranz für interpersonalen Konflikt um Dominanz-Wettbewerbe zuzulassen und gleichzeitig die Gruppenverbindung aufrechtzuerhalten“. Ebenso passt es zu der Unterscheidung „systematisches vs. empathisches Gehirn

LF: Do you think that women in leadership roles tend to be more collaborative?

SG: Yes, and there’s also something called the imposter syndrome. Many successful women I have spoken to often feel they are there by a fluke. They feel that they will be seen through in a way that I don’t think men do.

Susan Pinker räumt in ihrem Buch diesem Syndrom bei Frauen ebenfalls einen hohen Wert zu.

Satoshi Kanazawa hat ebenfalls einen Artikel dazu. Er zitiert Susan Pinker wie folgt:

er ability, conviction, and good judgment saved countless lives. But Dr. Chan discounted her native smarts – and the opportunity to promote herself – attributing it all to luck. Another public health expert physician, an acquaintance of mine, once told me that her expertise in tuberculosis is “a fluke.” She travels the world to give lectures. She talks to the media and helps draft policy. Yet the diminutive, sharply dressed doctor has wondered aloud why people treat her with deference. “There are an awful lot of people out there who think I’m an expert. How do these people believe all this about me? I’m so much aware of all the things I don’t know.”

Natürlich wird es wiederum eine Sache sein, die nur im Schnitt zutrifft und es wird dementsprechend auch Männer geben, die genauso denken. Wer eine Studie zu den Verteilungen über die Geschlechter hat, kann sie gerne in den Kommentaren verlinken.

Als Erklärung kommen soziale Umstände in Betracht, aber natürlich auch biologische. Beispielsweise die Auswirkungen von Testosteron auf das Selbstvertrauen.

Was man nach Meinung einiger Feministen sagen darf und was nicht am Beispiel einer Diskussion bei der Mädchenmannschaft

Bei der Mädchenmannschaft stellt eine der Gastautorinnen (Emma) in dem Artikel „Wenn Browser Frauen wären – Sexismus im Informatikunterricht“ Sexismus in einem Englischkurs für Informatiker dar. Von ihr angeführte Punkte sind:

  • die Studenten geben auf die Nachfrage des Dozenten mehrheitlich an, dass der erste Computer, an dem sie gearbeitet hatten, der Computer ihres Vaters war. Die Autorin verweist hingegen darauf, dass es der Computer ihrer Eltern war (obwohl es wohl der Rechner ihrer Mutter war). Mir ist nicht ganz klar, ob sie darin schon einen Sexismus sieht, weil es ja vielleicht einfach der Wahrheit entspricht, dass es für viele der Computer ihres Vaters war. Sie kritisiert aber wohl, dass die Angabe, dass es der Rechner des Vaters ist, nach einer gewissen Zeit aufgrund der vielen Wiederholungen nur noch mit „Natürlich“ kommentiert wird.
  • ein Student macht den Witz, dass es der „Computer seiner Großmutter war“. Die Autorin erkennt Sexismus, ihre Großmutter ist fitter am Rechner als ihr Großvater.
  • Dann sollen die Studenten sagen, was sie gegenwärtig für Rechner und Browser nutzen. Sie benutzt Linux und Opera, dafür fühlt sie sich nicht hinreichend gewürdigt, was wohl bei anderen mit dieser Angabe der Fall war, hat das Gefühl, dass der Dozent sie als Alien („Eine Frau die Linux benutzt?“) ansieht.
  • dann nutzt der Dozent noch Folien, die Browser mit Frauen vergleichen. Firefox ist eine heiße Frau etc. (die Bilder und den Text findet man hier)
  • dann erklärt er eine „Sekretärin“ zu benötigen, weil er bestimmte Unterlagen erstellt hat und dafür Geld einsammeln möchte und bestimmt dazu, Tanja, eine der 4 Frauen von 33 teilnehmenden Studenten.

Die Autorin wechselt schließlich den Kurs, weil es ihr zu sexistisch ist. Ihr nächster Englischkurs ist bei einer DozentiIN und alles ist gut.

Zunächst zu den Beanstandungen.

  • Den ersten Punkt sehe ich nicht als sexistisch an. Natürlich kann es sexistisch sein mit der passenden Betonung, aber der Umstand, dass die meisten den Computer ihres Vaters genutzt haben, wäre ja auch und gerade in einer Welt nach feminstischer Vorstellung zu erwarten, wo Frauen eben eingeredet wird, dass sie von Technik nichts verstehen. Das darf man dann auch durchaus festhalten. (Exkurs: Interessant ist, dass Mutter und Großmutter hier eine gewisse Technikliebe haben und die Autorin zudem die Möglichkeit anführt, dass der Dozent sie zunächst für einen Jungen hält und erst auf den zweiten Blick seine Meinung revidiert (das kann auch einfach Darstellung eines übertriebenen Sexismus sein, der eine Frau in einer Informatikervorlesung erst gar nicht zuläßt). Die Autorin wird vielleicht darauf verweisen, dass sie eben in einer sehr emanzipierten Familie aufgewachsen ist und es gerade als Bestätigung der gesellschaftlichen Prägung sehen, aber es ist ebenso leicht mit einer genetischen Variante zu erklären, die eben „männlichere Frauen“ im Programm hat.Exkurs Ende)
  • Den zweiten Vorfall finde ich auch nicht so schlimm, es ist ein zu erwartender Witz, der auf der Monotonie der Schilderungen aufbaut und diese durchbricht. Und die Großmutter ist der bessere Witz, weil Überraschender. Ich würde vermuten, dass die meisten Großmütter mit Computern wenig am Hut haben, noch weniger als die meisten Großväter, die damit auch wenig am Hut haben.
  • die dritte Reaktion ist schwer einzuschätzen. Aus seinem übrigen Verhalten heraus kann man einen Sexismus nicht ausschließen. Es ist aus meiner Sicht auch nicht auszuschließen, dass er sich hier bewusst war, dass eine Äußerung von ihm hier auch schnell sexistisch sein könnte, nämlich entweder zu viel in genau die von der Autorin befürchteten Richtung oder zu wenig, und das er deswegen zu lange geschwiegen hat und dann lieber weiter gezogen ist als etwas falsches zu sagen.
  • die vierte Variante ist meiner Meinung nach unpassend von ihm gewesen. Es klingt so als hätte er sich auf einen Männerkurs eingestellt und gedacht, dass es dort schon lustig ankommen wird, sich aber keine Gedanken gemacht, das Frauen das durchaus beleidigend finden könnten. Mit ein wenig Sensibilität und Empathie, die zu einer Unterrichtsvorbereitung dazu gehört, hätte er das sicherlich erkennen können und zumindest eine geschlechtsneutrale Variante wählen können. Hier hat er seine Grenzen als Dozent an einer Universität meiner Meinung nach überschritten. Ich bin da durchaus bei der Autorin, so etwas muss in einer öffentlichen Bildungseinrichtung nicht sein. Es wäre interessant gewesen, ob es ihm bei einem Hinweis peinlich gewesen wäre und er sich entschuldigt hätte und ob er sein Programm geändert hätte.
  • auch bei der Sekretärin ist er meiner Meinung sexistisch gewesen. Auch hier hätte er sich entsprechend eindenken müssen und zumindest die Frage stellen müssen, wer als Sekretär oder Sekretärin zur Verfügung steht. Einfach so die Frau auszusuchen ist da sicherlich der falsche Weg. Ich könnte es mir gut als Versuch eines Flirts vorstellen, er versucht über die Hervorhebung als Sekretärin eine gewisse persönliche Bindung aufzubauen. Aber auch das wäre natürlich in dieser Form auf einer öffentlichen Position zu beanstanden.

Das Interessante sind dann aber die Kommentare:

In diesen geht es darum, was sie hätte machen sollen, um den Sexismus zu bekämpfen und was andere, auch männliche Teilnehmer hätten machen sollen. Die Kommentare, die meinen, dass sie sich hätte auf eine bestimmte Weise verhalten können, werden dann von Kiturak in einem Kommentar kritisiert:

k, @Kommentator_innen: Geht’s noch, ernsthaft? Ich meine, keine Ahnung, müssen wir mit dieser Feminismus-Sache echt nochmal GANZ VON VORN anfangen? Emma erlebt Sexismus, kotzt sich in einem feministischen Blog aus. Unser Job: Beistand, Rückendeckung, (geek-)feministische Soli. NICHT unser Job: Auf die Idee kommen, Leuten vorzuschreiben (ich hätte ja gesagt, zu mansplainen, aber der Dreck kommt ja von Leuten, die sich hier als Frauen vorstellen?), wie sie sich verhalten sollen.

Um es vielleicht nochmal für die letzten, die echt aus dem Festival du Racisme-thread NICHTS mitgenommen haben, klar auszudrücken:

Sexismus.Ist. Gewalt.

Wir schreiben nicht denen, die Gewalt erleben, vor, wie sie sich hätten verhalten müssen. Richtig? Kein victim blaming. Keeeeein victim blaming. (…)

Das also bei so etwas besprochen wird, wie sie sich hätte verhalten sollen, ist schon des Guten zuviel und eigentlich nicht hinnehmbar. Sie wundert sich auch, dass so etwas von Frauen kommen kann, hält es für typisches Mansplaining und zweifelt sogar das Geschlecht der Kommentatoren an (ist das nicht sexistisch?). Das überhaupt so etwas an Kommentaren durchgeht wird gleich als Grund benannt, dass man keinen Gastartikel einsenden wird. Es ist quasi eine Billigung der Gewalt gegen Frauen. Man beachte auch die Selbstverständlichkeit mit der die Kritik erfolgt und die Herabwürdigung zu etwas, was nur Männer machen. Es folgt noch eine Ankündigung, dass sie, wenn man als Gastautorin so mies behandelt wird, jedenfalls nie Gastautorin sein wird.

Eine weitere Kommentatorin findet das ebenfalls unfassbar.

Die Moderation hat auch ein gewisses Verständnis für die Aufregung bei Kiturak:

kiturak, bitte, ich verstehe, warum du dich aufregst, aber die Netiquette gilt auch für dich (und alle anderen, die sich ärgern).

Ich hingegen finde es vollkommen normal auch zu überdenken, wie sie selbst hätte Stellung nehmen können. Der Gedanke, dass man keinerlei Vorhaltungen in diese Richtung machen darf, folgt ähnlich wie bei der Vergewaltigung aus dem Gedanken der Privilegierung und des Opferschutzes. Ein Mann hat aus seiner privilegierten Haltung heraus eben nicht das Recht ein Handeln des von ihm benachteiligten Opfers zu fordern und andere Männern, die ja auch privilegiert sind, können auch nicht erwarten, dass das Opfer dies für sie deutlich macht, sie müssen vielmehr aus sich selbst heraus dafür sorgen, dass die Privilegien erkannt und abgebaut werden bzw. aufgrund ihrer Mithaftung wegen ihrer Privilegien dafür sorgen, dass auch andere Männer ihre privilegierte Haltung abbauen und das Opfer entlastet wird. Das ist erst einmal ein hohe Hürde, die da vor den Männern aufgebaut wird. Denn sie müßen ja gleichzeitig etwas für jemanden anders machen, was ihnen nur den indirekten Vorteil bringt, dass sie in einer weniger sexistischen Welt leben, sich dafür aber den evtl Nachteilen aussetzen und sie müßen zudem erkennen, wann eine solche Einmischung tatsächlich erforderlich ist. Dies ist ja bei den obigen Beispielen durchaus nicht klar. Hätte man bereits aufstehen müssen und alle Anwesenden ermahnen müssen, dass sie den Computer nicht so leichtfertig als ihrem Vater gehörig ansehen sollen, sondern den Anteil ihrer Mutter daran kritischer hinterfragen sollen? Mußte man das „Natürlich“ des Lehrers bereits als sexistisch ansehen ohne konnte man ihm hier zugestehen, dass er erkennt, dass dies lediglich eine Folge unseres patriarchischen Systems ist, dass die Mütter von der Technik fernhält?

Auch bei den späteren Beispielen läuft man die Gefahr als „weißer Ritter“ darzustehen, der sich todesmutig vor die Frau wirft und ihr damit das Recht abzusprechen, selbst zu entscheiden, was sie eigentlich als zu viel ansieht und die entsprechenden Maßnahmen einzuleiten. Denn möglicherweise ziehen die Frauen es vor, den Sexismus über sich ergehen zu lassen und fürchten eher Nachteile durch den Dozenten für den Fall eines Ansprechens auch durch Dritte. Oder sie bewerten die Vorgänge abweichend und finden selbst, dass Firefox eine heiße Frau ist oder das Gleichsetzung von Software mit Frauen ein subversiver Akt ist, um die Männlichkeit der Informatik zu kritisieren. Vielleicht wollten diese lieber das Ganze in einem persönlichen Gespräch oder über eine Frauenbeauftragte lösen und sehen die Bevormundung selbst als sexistisch an. Es gibt also durchaus gute Gründe dafür, dass Frauen solche Punkte selbst ansprechen sollten. Und es gibt natürlich auch verschiedene Ansprechmöglichkeiten und es kann sinnvoll sein, diese zu diskutieren.

Darin bereits ein Opferblaming zu sehen halte ich für ein sehr überzogenes Beispiel von Feminismus. Es scheint mir aber im radikalen Feminismus sehr verbreitet zu sein, wofür auch die Selbstverständlichkeit spricht, mit der Kiturak davon ausgeht, dass es der einzig richtige Weg und alles andere falsch, falsch, falsch ist.

Ich würde mir wünschen, dass die Mädchenmannschaft noch weiter geht und allgemein auch sachliche Feminismuskritik zuläßt, vielleicht zumindest in besonderen Artikeln zu dem Thema. Aber so weit ist es anscheinend noch nicht.

Eher sieht man an Kituraks Reaktion eine der aus meiner Sicht unangenehmsten Seiten des Feminismus: Überkorrektes, ideologisches Zensieren, dass alle anderen Meinungen am Liebsten ausblenden würde.

„Die Verhand­lung von Geschlecht/-lichkeit(en) im Inter­net“

Laura Gruber schreibt eine Dissertation zum Thema „Die Verhand­lung von Geschlecht/-lichkeit(en) im Inter­net“. Da hier sicherlich auch viele Leser dieser Blogs vorhanden sind und in der Umfrage auch Positionen wie „Es sollten mehr Männerthemen behandelt werden“ und „Die Kommentarpolitik ist schlecht, weil Kommentare ohne Grund gelöscht werden“ vorhanden sind, ist sie vielleicht auch für den ein oder anderen hier interessant. Aber bitte sachlich antworten.

Umfragen werden bisher zum Mädchenblog und der Mädchenmannschaft gemacht:

„Feminismus und andere Verschwörungstheorien“

Khaos.Kind hat in einem Gastbeitrag über Kritik am Feminismus einen Rant geschrieben:

In meiner letzten Gastblogwoche schließe ich mich all jenen an, die eine bessere Welt für ALLE Menschen wollen, für Männlein, für Weiblein, für Menschlein, unentschlossene, uninteressierte, schwarze, weiße, gelbe, blaue, grüne, buntgestreifte und die quergepunkteten auch. Alle eben.

Das ist ein frommer Wunsch, den man natürlich nur unterstützen kann. Die große Frage ist allerdings, was eine bessere Welt wäre und wie die Gestaltungsmöglichkeiten sind.

Bis vor ein paar Monaten dachte ich ja, Feminismus wäre die Weiterentwicklung des Humanismus und überhaupt supertoll. Und dann kamen zum Glück ein paar Männer (ja wirklich), die mir milde auf die Schulter klopften und meinten, das wäre falsch, ein Irrglaube und ich solle doch meine feministischen lila Scheuklappen absetzen und endlich sehen, wie sehr doch Männer von Feministinnen gegängelt werden. Feminismus ist doch das Schlimmste überhaupt und zwar aus folgenden sehr fundierten Gründen.

Ich weiß nicht, ob sie damit auch auf meinen Blog, indem sie ja viel diskutiert hat abstellt, würde es aber vermuten. Interessant ist hier zunächst, dass es hier dann wieder den Feminismus gibt, etwas was sie ja an anderer Stelle vehement bestritten hat. Es richtet sich ja zB keine oder neur geringe Kritik gegen einen Equity Feminismus, also einen Feminismus, der eine gleiche rechtliche Stellung der  Frau unterstützt, dieser gleiche Rechte und Pflichten innerhalb der Gesellschaft zuweist, aber sehr viel Kritik gegen Feminismus, der einen  Muttermythos und eine Anbetung einer weiblichen Gottheit und ein Leben im Ackerbau verlangt und natürlich auch gegen einen Genderfeminismus, der einfach alle Unterschiede zwischen Mann und Frau ignoriert und die daraus resultierenden gesellschaftlichen Unterschiede in den Lebensweisen und Lebensgestaltungen dann – teilweise ohne weitere Prüfung – als Diskriminierung ansieht. Und dabei genug an wissenschaftlicher Forschung zu den Unterschieden ignoriert (vgl zB diese Aufstellung von Steven Pinker aus „The Blank Slate„).

Sie sagten mir, dass Feministinnen (männliche Feministen gibt es nur in Form von lila Pudeln ohne eigene Meinung) Männer, wahre Männer abschaffen wollen.

Auch hier wieder keine Differenzierung der Kritik nach den feministischen Ansichten. Das Feministen einige Probleme mit bestimmten männlichen Verhaltensweisen haben, die „patriarchale Art“ der Männer ablehnen, zieht sich ja unfraglich durch einen Teil der feministischen Literatur. Da muss man gar nicht zum radikalen Feminismus gehen und seinen dort teilweise geäußersten Ausrottungsphantasien. Die Prinzipien der „Hegemonialen Männlichkeit“ werden ja durchaus nicht positiv gesehen, die „wissenschaftliche Männerforschung“ sieht es als Aufgabe „Kritik an der männlichen Praxis“ zu üben. Männliche Sexualität gilt in vielen Teilen des Feminismus als schmutzig oder bereits als Unterstützung von Vergewaltigung. Natürlich gibt es auch Feministinnen, die Frauen einfach für andere Männer halten und wollen, dass sie so werden wie sie, wie Beauvoir, aber die neuere Entwicklung scheint mir teilweise viel Abwertung für „Männlichkeit“ zu enthalten, was sich ja auch darin widerspiegelt, dass ein „guter Mann“ beständig seine Privilegien kontrollieren muss. Auch diese Anbiederungen machen ihn allerdings nicht sexier.

Weil sie Angst vor ihnen haben. Obwohl diese Männer ja Angst vor Feministinnen haben.

Das Angstargument halte ich in beiden Richtungen für falsch. Aber immerhin eine nette Abwertung gegen die „Männerrechter“. Es sind halt nur Männer, die Angst vor Frauen haben. Also keine richtigen Männer – Feministinnen akzeptieren traditionell die Männerrollen, wenn es darum geht, wie man männliche Positionen abwertet. Es ist ja auch ein effektives Mittel.

Oder so. Ne warte, doch nicht. Männer haben keine Angst vor Feministinnen, sie werden von ihnen ja beherrscht und sind die armen Opfer ohne Ausweg.

Die gleiche Kerbe. Männer dürfen eben keine Opfer sein. Deswegen kann man damit geäußerte Kritik schnell entwerten. „Ach, euch armen Männern geht es so schlecht. Die bösen Feministinnen sind zu stark für euch kleine Männer? Braucht ihr Hilfe?“ Es steht meiner Meinung nach auf einer Stufe mit dem Argument, dass alle Feministinnen zu hässlich sind um einen Mann ab zu bekommen.

Das vorweggeschickt wird meiner Meinung nach die Opferrolle im Maskulismus und der Männerbewegung gerne übertrieben. Der allmächtige Feminismus, der jeden Lebensbereich kontrolliert ist dabei eher Feindbildaufbau. Dennoch sollte eben auch hier – zumal wenn man es für den Feminismus verlangt – differenziert werden und eine faire Betrachtung der Kritik erfolgen.

Also obwohl sie die absoluten Herrscherinnen sind und Deutschland/Österreich/Schweiz/Europa schon matriarchale Züge trägt, wollen sie wahre männliche Männer und alles männliche überhaupt abschaffen.

Entwertung von Kritik durch Übertreibung ist ein gerne gewähltes Mittel und sicherlich für einen Rant auch nicht falsch. Aber es überdeckt eben in der Verallgemeinerung die tatsächlichen Kritikpunkte. Der Feminismus hat sicherlich einen erheblichen Einfluss auf Bereiche, die die Geschlechter betreffen und auf „klassische Frauenthemen“. Ich sehe uns weder in einem Matriarchat noch in einem Patriarchat, weil ich denke, dass auch die meisten Frauen nicht in einem solchen leben wollen, sondern ihre Rechte in einer Demokratie durchaus wahrnehmen, um die Gesellschaft zu gestalten. Sie wollen technischen Fortschritt und dessen Annehmlichkeiten, die ihnen der Wettbewerb garantiert, sie wollen nur nicht unbedingt den Stress des Wettbewerbs selbst (natürlich nur im Schnitt), aber dies ist durch die praktizierte Arbeitsteilung für sie ja auch durchaus möglich.

Männlich ist Wettbewerb, ist Bewegung, ist toben, ist blau, sind Lego und Holzschwerter. Sind große, dicke, schnelle Autos und schwere Goldketten. Sind Firmenleitung und Vorstandsposten. Sind Erfinder und Genies. Und Sport. Und Haare auf den Zähnen und auf der Brust.

Das faszinierende ist ja, dass sie hier etwas kritisiert, was bestimmte feministische Richtungen durchaus so bestätigen würden. Ein Matriarchat ist eben ohne Wettbewerb und friedlich (also ohne Holzschwerter), braucht angeblich keine dicken Autos. Und all diese Punkte würden in „Doing Gender bzw. Undoing Gender“ sicherlich auch als „männlich“ bezeichnet werden. Tatsächlich „Männlich“ sind sie ja auch in einer gewissen Weise: Weil die dahinter stehenden Grundprinzipien eher auf das männliche Geschlecht zutreffen, ihnen die damit verbundenen Eigenschaften eher liegen.

Vieles davon lässt sich auf Status herunterbrechen. Wettbewerb ist ein ritualisierter Kampf, indem man seine Stärken beweisen kann und sich selbst, wenn auch indirekt, als Paarungspartner im besten Licht zeigen kann. Denn letztendlich sind wir Lebewesen, die durch Evolution entstanden sind und diese hat auch unsere geistigen Eigenschaften gestaltet. Das Männer sich als Versorger, Beschützer, statushohe Personen darstellen wollen ist ein Ergebnis einer sexuellen Selektion (und intrasexuellen Selektion) auf eben diese Punkte durch Frauen in den Urzeiten des Menschen. Die Mechanismen, die aus dieser Selektion resultieren sind zwischenzeitlich durchaus erforscht und Punkte wie eine höhere Aggression, ein höheres Statusbewußtsein, eine höhere Libido, ein höherer Bewegungsdrang als Kind und ein anderes Bewußtsein für Hierarchien und Wettbewerb im Zusammenhang mit Testosteron das Ergebnis einer Vielzahl von Studien.

Die Feministinnen wollen das alles weghaben. Sie sind an allem schuld.

Hier macht es sich Khaos.kind etwas einfach, denn in der Tat wollen ja einige Feministinnen einiges davon weghaben, wollen, dass Männer den Wettbewerb in der Gesellschaft zurückschrauben, wollen, dass Kinder weniger mit Holzschwertern spielen oder ihren Posten in der Firmenleitung zugunsten von Frauen abgeben, sehen die „männliche Firmenkultur“ als Fehler.

Der Satz ist außerdem nicht ganz stimmig. „Sie wollen alles weghaben, also sind sie an allem schuld“ ist ja kein logischer Schluß. Entweder es besteht eine „männliche Welt“, die die Feministen bekämpfen. Dann können sie nicht daran schuld sein. Oder sie haben all dies bereits beseitigt, dann sind sie an der Beseitigung schuld.

Sie haben das Schulsystem so vereinfacht, dass Mädchen jetzt nur noch super abschneiden und Jungen allesamt furchtbar schlecht sind und die Hauptschulen füllen.

Die Kritik am Schulsystem an sich erscheint mir, wenn dabei der Eindruck erweckt wird, dass es absolut auf Frauen ausgerichtet ist, häufig zu extrem. Aber dennoch ist es sehr berechtigt, das Schulsystem auf Geschlechtergerechtigkeit zu überprüfen. Gerade sozialwissenschaftliche Fächer stehen eben dem Gleichheitsfeminismus durchaus nahe und dies kann dann wieder Nachteile für Jungs haben. Es stellt sich eben durchaus die Frage, welche Unterrichtsform für Jungen und Mädchen geeignet ist und dies muss nicht unbedingt die gleiche Methode sein.

Ja, die Mädchen können auf einmal sogar Mathe, Chemie und Physik.

Das wirft ihnen ja auch keiner vor. Das sie in Mathe und Physik in gleicher Zahl genau so gut abschneiden wie die Jungs ist allerdings nach wie vor nicht der Fall.

Da muss man(n) ja jetzt nichts mehr können und Jungens fühlen sich unglaublich unterfordert. Dann randalieren sie. Sie schikanieren keine anderen Jungs – sie müssen männliche Hierarchien bilden. Sie schikanieren keine Mädchen – für die interessieren sie sich nicht und wenn, dann nur im positiven Sinne, dass sie vor ihnen bestehen wollen.

Unterfordert würde ich nicht sagen. Aber das einfach ruhig darsitzen könnte für Jungs schwieriger sein als für Mädchen. Und das kann sich dann natürlich in einem höheren Bewegungsdrang niederschlagen. Und natürlich bilden die meisten Jungs wesentlich schneller Hierarchien als Mädchen, was eine befriedende Wirkung haben kann, aber für die Jungs unten auch sehr unangenehm sein kann. Und natürlich schikanieren sie auch Mädchen, aber auch nicht mehr als andere Kinder. Mädchen haben natürlich eigene Mechanismen, die oft weniger körperlich, aber dafür nicht weniger gemeiner angelegt sind. Was allerdings Khaos.Kind nun eigentlich selbst vertritt bleibt wie so meist im Dunklen.

Sie schikanieren keine Lehrer/innen – und wenn, dann zu Recht. Die können halt nix und bevorzugen nur Mädchen. Jungs dürfen einfach gar nichts. Niemand fragt sie, was sie wollen. Niemand fördert sie. Dabei wollen sie doch nur gelie… ach ne warte, das ist unmännlich. Jungs wollen nur raufen und kämpfen und Wettbewerbe austragen. Und niemand lässt sie.

Natürlich wollen Jungs auch geliebt werden. Und das ist auch nicht unmännlich. Wenn auch eine Vielzahl der Punkte, mit denen Jungs um Aufmerksamkeit kämpfen, anders sind als die mit denen dies Mädchen tun. Was ist eigentlich so schlimm daran, einfach mal zu hinterfragen, ob Jungs vielleicht tatsächlich mehr raufen und kämpfen und Wettbewerbe austragen wollen als Mädchen

Dann gehen sie verfrüht von der Schule ab und werden arbeitslos. Und depressiv. Und dann bringen sie sich um.

Das dies tatsächlich alles bei Jungs wesentlich häufiger passiert als bei Mädchen ist natürlich unwesentlich für einen guten Rant.

Und all das, weil sie in der Schule nicht gefördert wurden. Und weil sie keinen Vater hatten. Den haben die Feministinnen ihnen weggenommen.

Wäre als Schuldzuweisung natürlich etwas simpel. Aber die Berücksichtigung des Punktes, dass Männer keine Frauen sind könnte schon dazu beitragen, auf Probleme von Jungs besser zu reagieren und sie nicht nur als Rebellen wahrzunehmen, die den Unterricht stören. Auch Jungs haben Probleme, die hinter diesem Verhalten stehen und das ist eben häufig nicht nur einfach die „hegemoniale Männlichkeit“.

Zumindest haben sie den Frauen die Möglichkeiten gegeben die gemeinsamen Kinder für sich zu beanspruchen und den Vätern die Kinder, den Kindern die männlichen Vorbilder zu entreißen, zu entfremden. Weil alle Väter dem Männerideal entsprechen.

Dass das Familienrecht nicht väterfreundlich ist, ist (auch wenn es dank der Rechtsprechung des BVerfG besser wird) sicherlich ein Umstand, den man erst einmal durchaus feststellen kann. Hier würde ich nicht nur Feministinnen in der Pflicht sehen, sondern auch genug Konservative, die meinen, dass das Kind eben zur Mutter gehört. Aber es war durchaus auch feministische Besitzstandswahrung beteiligt.

Selbst wenn Jungs und junge Männer nicht arbeitslos sind, machen Feministinnen ihnen das Leben schwer. Eigentlich wollen sie nur ein Mädchen für sich gewinnen und mit ihm Nachwuchs in die Welt setzen. Damit ein Mädchen sich für sie interessiert, müssen sie aber furchtbar viel geleistet haben. Viel Geld haben. Viel Status. Denn Mädchen und Frauen wollen jemanden, der sie versorgt. Also arbeiten die Männer 60-80 Stunden in der Woche, um sich teure Autos und ein Einfamilienhaus zu kaufen. Im Idealfall kommt dann die richtige hübsche Frau und liebt sie.

Status ist attraktiv. Und ist eine der wesentlichen Motivationen für Männer, einen statushohen Job zu erlangen. Allerdings ist Status etwas komplizierter als es viele Leute wahrnehmen und kann auch auf anderem Wege als Geld dargestellt werden. Insofern gehen sowohl die Vorstellungen vieler Männer, die rein auf Status durch Geld als auch die Vorstellung von Khaos.Kind, dass dies alles keine Rolle spielt, an der Sache vorbei

Und schenkt ihnen Nachwuchs. Ach ne, Nachwuchs ist ja keine gemeinsame Sache, sondern gehört der Frau. Und der Mann muss weiter 60-80 Stunden in der Woche schuften und Karriere machen. Um seine Familie zu versorgen. Wer braucht einen Vollzeitjob, wenn er auch für zwei arbeiten kann? All die Überstunden bringen doch auch mehr Geld – für die Familie.

Damit stellt Khaos.Kind durchaus einen Teil der Lebenswirklichkeit (wenn auch in der Arbeitszeit etwas übertrieben) vieler Männer und Frauen dar. Natürlich ist Familie ein motivierender Faktor für viele Männer, die das Gefühl haben, die Familie nicht hängen lassen zu können, ihnen etwas bieten zu müssen. Es besteht wenig Anlass, dass ins lächerliche zu ziehen.

Nach der Arbeit soll der Mann dann noch einfühlsam und für seine Familie da sein. Sonst fühlt die Frau sich vernachlässigt und verlässt den Mann. Und bekommt das alleinige Sorgerecht.

Dass der Mann nach der Arbeit noch einfühlsam ist und für seine Familie da ist, dürfte tatsächlich nicht unbeliebt sein. Und eine zu starke Konzentration auf die Arbeit durchaus auch zu Scheidungen führen. Das alleinige Sorgerecht muss daraus nicht unbedingt resultieren. Aber eine Unterhaltspflicht, die ihn unter die Pfändungsfreigrenze bringt und ein Umgang mit dem Kind, der auf jedes zweite Wochenende beschränkt ist, ist eher die Regel als die Ausnahme.

Das haben die Feministinnen so gebaut. Hängt der Mann einmal am Haken, muss er tun, was die Frau will.

Gewehrt haben sie sich dagegen zumindest nicht. Oder wann wurde bei der Mädchenmannschaft zuletzt eine Reduzierung der Unterhaltspflicht gefordert? Auch hier war das Echo auf die Unterhaltsrechtsreform eher negativ, wenn ich mich richtig erinnere.

Aber selbst die Arbeit ist dem armen Manne nicht gegönnt. Da wollen doch tatsächlich ein paar Frauen seinen Job machen. Ohne 60-80 Stunden zu schuften. Sondern nur die vorgesehenen 40.

Die „männliche Leistungsgesellschaft“ und die fehlende Möglichkeit Kind und Karriere zu vereinbaren sind ja in der Tat die Haupteinwände, wenn es um Frauen und Karriere geht. Frauen wollen seltener als Männer Karriere zu den Bedingungen unter denen sie Männer typischerweise eingehen.

Und das gleiche Gehalt wollen sie haben.

Bekommen sie ja auch. Aber das wäre für den Rant wahrscheinlich dann doch etwas zu positiv gewesen. Dann lieber den alten Glauben an den großen Lohnunterschied aufgrund Diskriminierung.

Aber nur für die guten Jobs. Nicht die schwierigen. Wie Müllabfuhr oder Militär. Achso, Militär auch.

Das auch Männer eine Menge echt schlechter Jobs machen geht eben gerne unter. Und das ihre Jobs bestimmten Kriterien folgen, also selten draussen sind, eher sozial hochwertig, wenig Kraft erfordern müssen, nicht schmutzig sein sollen etc. wird auch gerne ausgeblendet. Das sollte man ansprechen dürfen.

Ja aber dafür wollen sie weniger leisten. War ja schon damals im Schulsport so, dass Mädchen weniger machen mussten für die gleiche Note.

Die Verbindung mit dem Schulsport ist etwas plötzlich meiner Meinung nach.

Am Ende will noch eine Frau seinen Job, die fürs Kinderkriegen ausgesetzt hat. Überhaupt, was will die ihre Kinder auch noch auf seine Steuerkosten fremdbetreuen lassen – wieder mehr Kinder, die nur von Frauen umgeben sind. Aber ne, ganz Zuhause bleiben dürfen Frauen auch nicht, dann kostet sie ihn ja noch viel mehr Steuern. Und er muss noch mehr arbeiten.

Jetzt driftet der Rant etwas ins beliebige ab, weil er bestimmte Positionen zusammenwirft, die eben der Vielfalt gegnerischer Meinungen geschuldet ist. Wer beim Feminismus darauf besteht, dass es den Feminismus nicht gibt, sondern nur viele Untermeinungen, der sollte auch bei seinen Rants den gleichen Grundsatz beachten.

An allem Unrecht, dass Männern geschieht, sind Feministinnen schuld. Wie konnte ich das nur übersehen?

Ideologie läßt einen so einiges übersehen. Einige der Vorwürfe sind natürlich überzogen, aber deswegen sollte man nicht Kritik am Feminismus bzw. einigen Spielarten des Feminismus generell ins Lächerliche ziehen um sie abzuwerten.

Weil nicht das Schulsystem furchtbar veraltet und nicht mehr zeitgemäß ist. Sondern Mädchen von feministischen Lehrerinnen bevorzugt werden.

Wenn man bei den schlechteren Noten der Mädchen auf Diskriminierung zurückgeführt hat, dann sollte man bei schlechteren Leistungen von Jungs zumindest auch einmal prüfen, woran diese liegen könnten

Weil nicht alle Kinder sollen ruhig und aufmerksam sein. Sondern nur Jungs.

Aber vielleicht belastet es Jungs im Schnitt mehr.

Weil Jungs in ihrem Schulleben nur von Frauen umgeben sind. Aber Boys Days Jungs in schlechte Berufe drängen, während Girls Days Mädchen dazu anhalten Karriere zu machen.

Was spricht dagegen Jungs zu fördern und ihnen interessante Berufe vorzuführen?

Weil ja alle männlichen Wesen viele Freundinnen und Frauen wollen. Aber nur die Arschlöcher mit den Motorrädern sie bekommen.

Nicht alle natürlich. Einige wollen auch einen Freund oder Lebensgefährten. Aber die Heterosexuellen wollen eben durchaus Freundinnen und Frauen. Und dann kann man auch die Auswahlkriterien der Frauen kritisch hinterfragen. Und überlegen, warum Arschlöcher bei Frauen gut ankommen.  Den Aspekt der weiblichen Auswahlkriterien auszublenden bringt einen jedenfalls nicht weiter.

Weil nicht das wirtschaftliche System ununterbrochenen Einsatz und stetiges Wachstum verlangt. Sondern alle Männer 60-80 Stunden in der Woche arbeiten wollen. Und Frauenquoten ihnen das verbieten.

Frauenquoten verbieten ihnen nicht viel zu arbeiten. Aber sie bringen evtl. Frauen nach oben, die dies nicht getan haben. Und verfälscht damit den Wettbewerb.

Weil Väter nicht Hausmänner werden dürfen, nicht Teilzeit arbeiten dürfen. Weil die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nur Frauen betrifft.

Den Feminismus dafür verantwortlich zu machen, dass es so ist, geht sicherlich an der Sache vorbei. Es geht eher darum, dass der Feminismus nicht anerkennt, dass Frauen ihren Anteil daran haben, dass Männer viel arbeiten. Und das die Vereinbarkeit von Beruf und Familie überhaupt ein Problemfeld für Männer ist. Und dies nicht nur als Wahlrecht, sondern eben auch, weil er damit einen Teil seines beruflichen Status riskiert, was sich wieder auf seine Bewertung durch Frauen auswirken kann.

Weil Frauen so versessen auf Nachwuchs sind. Und Männer nicht.

Sind sie durchaus eher. Aber das ist nicht die Schuld des Feminismus, sondern biologischer Vorgänge. Aber der Feminismus sollte eben auch einmal berücksichtigen, dass die Frauen nicht nur durch „das Patriarchat“ in die Mutterrolle gedrängt werden, sondern diese mitunter höchst freiwillig wählen. Obwohl sie Karrierechancen haben und in diesen unterstützt werden (Suann Pinker beschreibt dies in ihrem Buch „Das Geschlechterparadox: Eine Frau aus gutem Hause, bei dem der Vater überaus enttäuscht ist, dass sie ihrer Karriere nicht die Priorität gibt, sondern sich trotz guter Möglichkeiten für eine Reduzierung zugunsten der Familie entscheidet)

Weil alle Väter ihre Kinder lieben. Und Mütter ihre Kinder nur gegen den Vater ausspielen.

Das Väter ihre Kinder lieben, insbesondere auch ihre Töchter, wäre schon einmal eine interessante Feststellung für einige Feministinnen. Ebenso die Feststellung, dass Kinder durchaus gegen den Vater ausgespielt werden können (auch wenn es natürlich falsch ist, dass diese nur und immer ausgespielt werden).

Weil Frauen sich ihr Leben so ausgesucht haben. Und Männer nicht.

Es geht auch hier denke ich eher um die Feststellung, dass Frauen durchaus ihre Lebensentwürfe umsetzen. Und nicht nur am Patriarchat scheitern. Das Frauen wesentlich häufiger Beförderungen ablehnen oder bestimmte Studiengänge schlicht aufgrund ihrer Interessen und Fähigkeiten wählen.

Weil es wirkliche Probleme in dieser Welt gibt. Die gäbe es ohne Feminismus nicht.

„Es gibt größere Probleme auf der Welt, warum kümmert ihr euch um die kleineren“ ist ein schlechtes Argument.

Kritikrunde I: Nieder mit Biologismus und Pickup?!

Onyx hält mir in einem Kommentar vor, dass ich nur Fakten wahrnehme, die meine eigene Meinung bestärken, und dabei alle anderen Punkte ausblende, wenn sie nicht in meine Weltbild passen

Natürlich, sie passen in DEIN Schema. Was anderes lässt du ja gar nicht zu bzw ignorierst es als „Ausnahme“. (…) Du beachtest und betonst nur die Dinge, die in dein Weltbild passen, damit es so aussieht, als würde das die Mehrheit darstellen. Alles was nicht dazugehört, ist bestenfalls eine „Ausnahme vom Schnitt“. Denk mal darüber nach.

Das von ihr gegeben Beispiel haben wir schon in den Kommentaren besprochen, es trifft meiner Meinung nach nicht zu. Weil ein solcher Tunnelblick aber durchaus schnell auftreten kann (der Gleichheitsfeminismus sieht ja auch überall gesellschaftliche Zustände, die in Gleichsein verhindern) sollte ich mich dieser Kritik stellen.

Ich bitte also darum, in den Kommentaren Beispiele anzuführen, die ich besser wahrnehmen sollte, die nicht in die hier vertretenen Theorien passen, Einzelfälle, die nicht mit diesen Theorien zu erklären sind oder Studien, die ich verschweige. Interessant finde ich auch die Nennung von Filmen oder Büchern, in denen die (Liebes-)Geschichte stimmig erscheint, und die im Gegensatz zu hier oder im Pickup / der Biologie vertretenen Theorien steht.

Ebenso würden mich von denjenigen, die eher gesellschaftlichen Erklärungsansätzen folgen, Argumente interessieren, die sie besonders überzeugt haben oder Studien, die ihre Ansicht stützen.