Kritikfähigkeit im Feminismus

In der FAZ findet sich ein Artikel zu Alice Schwarzer und potentiellen Nachfolgerinnen, in dem der Autor auch auf die Kritikfähigkeit und die „Härte“ junger Feministinnen eingeht:

Während Alice Schwarzer also kämpft, irrlichtert – zumindest der öffentlich sichtbare – Feminismus der Nachgekommen zwischen Show und Befindlichkeit. (…)  Anprangern, das können diese Frauen gut; selbst aber halten sie wenig aus. Gerade die, die politisch mitmischen wollen, werden bei Kritik schnell larmoyant.

Yasmina Banaszczuk, Bloggerin und Feministin, stellt sich als toughe junge Frau dar: (…) Tough war Yasmina Banaszczuk auch als Erstunterzeichnerin eines offenen Briefs an den Bundespräsidenten. Darin warf sie ihm vor, die Wut der Frauen als überemotional zu deklassieren, weil er den Tugendfuror in der Sexismusdebatte kritisiert hatte.

Nun ist Yasmina Banaszczuk aus der SPD ausgetreten. Was war geschehen? Sigmar Gabriel war auf einer Podiumsdiskussion eine Freundin Banaszczuks hart angegangen, ein von ihr verfasstes wissenschaftliches Papier hatte in der Parteispitze nicht die erwartete Beachtung gefunden. Banaszczuk beschreibt es so: Seit anderthalb Jahren habe sie sich in der SPD für Partizipation engagiert, habe die Partei gelebt, nun sei sie ausgebrannt. Ausgebrannt nach anderthalb Jahren – das ist durchaus eine überemotionale Beschreibung. Für ihr Scheitern – denn nichts anderes ist ein Austritt – macht Yasmina Banaszczuk eine männerdominierte Politikwelt verantwortlich: „Ein „System von Parteivorsitzenden, die sich von jungen Frauen so bedroht fühlen, dass sie ihnen einfach pauschal unterstellen, dass sie keine Ahnung von politischen Prozessen haben“, schreibt sie.

In der Tat sind viele Feministinnen kaum in der Lage mit Kritik umzugehen, richten Filterbubbles ein, teilen eifrig gegen den weißen heterosexuellen Mann und seine „Male Tears“ aus, empfinden aber Kritik an ihren Positionen als nicht hinnehmbar und ziehen sich dann noch weiter zurück, schmollend, dass man ihnen überhaupt widerspricht und sich in der Filterbubble Bestätigung holend.

Schuld am Mißerfolg ist natürlich nur das Patriarchat, dass man selbst Ideen vertritt, die dort nicht vermittelt werden konnten und dass das in einer Demokratie ein normaler Vorgang ist, bei dem man um die Akzeptanz seiner Meinungen kämpfen muss, dass kommt vielen nicht in den Sinn.

Gut herausgearbeitet finde ich hier auch, dass sie einerseits kritisieren, dass man Frauen Überemotionalität vorwirft und dann selbst eine überemotionale Reaktion kommt. Schön zu beobachten ist das auch bei der Mädchenmannschaft, die überhaupt keine Kritik mehr in den Kommentaren zulässt.

Es hängt aus meiner Sicht auch mit IDPOL zusammen, das Diskutieren über eine Meinung beeinhaltet ja schon, dass man dem anderen eine gewisse Position zugesteht, was schon fast ein Infragestellen der feministischen Idee ist, denn über die Diskutiert man nicht, man erklärt sie und wer es dann nicht akzeptiert, der ist eben ein Sexist. Und schon den Erklärbären zu spielen ist insofern ein Gnade, eine Zumutung, dass man es überhaupt machen muss. Natürlich reagiert man gereizt, wenn einen dann Leute übergehen oder man tatsächlich politische Kompromisse eingehen muss.

„Wahlprüfsteine: eine AGENS – Umfrage“

Agens e.V. hat ein paar „Wahlprüfsteine“ erstellt (vgl auch Genderama) und auch an die Piraten geschickt, die allerdings wohl nicht antworten wollen.

Ich habe sie mir mal angeschaut und finde die Fragen nicht sehr gelungen:

Wir wollen es genauer wissen und haben die Fragen, die uns zur Bundestagswahl  bewegen, an die Parteien gestellt:

1.   Staatlich verordnete Rollenbilder und die Frauenquote

Die Bundesförderung von Projekten wie „Neue Wege für Jungs“ oder „Girl’s Day“ sollen „stereotype Rollenbilder aufbrechen“. Und das, obwohl sozialwissenschaftliche Studien nach- weisen, dass Jugendliche sich bei ihren persönlichen  Entscheidungen überwiegend von persönlichen, zumeist traditionell geprägten Kriterien leiten lassen. Obige Projekte sollen u.a. das Potential für weibliche Erwerbstätige vergrößern.
Frage:
–  Mit welchen Argumenten unternimmt Ihre Partei Anstrengungen, den staatlichen Einfluss auf die Privatsphäre, insbesondere auf bewusste Veränderungen geschlechtsspezifischer Rollenbildern,  zurückfahren?
– Inwieweit stärkt die Frauenquote die Produktivität und Leistungsfähigkeit des Standorts Deutschland bspw. gegenüber den Schwellenländern, die millionenfach Experten quotenfrei mit Blickrichtung Weltmarkt ausbilden?                              

Diese Art Fragen zu stellen finde ich persönlich ja wenig geeignet für eine Parteienbefragung, weil hier Meinungen vorgegeben werden und dann Fragen in eine Richtung gestellt werden, die voraussetzt, dass man dieser Meinung zustimmt. Das ist aus meine Sicht schlechter Stil, weil eine ehrliche Frage offen gestellt sein muss. Außerdem ist es schlechter Stil „sozialwissenschaftliche Studien“ die irgendetwas nachweisen, in den Raum zu stellen, die dann noch nicht einmal zitiert werden. Es gibt in den Sozialwissenschaften oder zumindest den Gender Studies sicherlich Studien, die nahelegen, dass diese traditionell geprägten Kriterien eben gerade darauf beruhen, dass die Kinder zuwenig mit Alternativen in Kontakt kommen. Insoweit wäre es dann von diesem Standpunkt aus eine mögliche Maßnahme, Kindern einen bessere Wahlmöglichkeiten zu geben, indem man sie in andere Bereiche schauen lässt.

Ich persönlich finde es nicht schlimm, wenn man das an einem Tag versucht, auch wenn es im Ganzen nicht viel bringen wird. Daraus gleich die Forderung herzuleiten, dass „der staatliche Einfluss auf die Privatsphäre, insbesondere auf bewußte Veränderungen geschlechtsspezifische Rollenbilder zurückzufahren“ lässt in mir irgendwie das Bild sehr konservativer Eltern auftauchen, deren Kindern es vielleicht gut tut, wenn sie einmal etwas anderes sehen. Das Potential für weibliche Erwerbstätige zu vergrößern ist ja nun erst einmal nichts schlimmes, sondern sogar begrüßenswert.

Die zweite Frage wirkt auf mich eher noch überzogener: Der Sprung zur Quote kommt aus dem Nichts, dass Szenario der Wirtschaftsgefährdung wirkt auf diese Weise nicht sehr überzeugend. Es klingt eher etwas fanatisch. Was will man damit genau erzeugen? Welche Antwort erhofft man sich? Ein „Stimmt, jetzt wo ich diese Frage sehe, muss ich zugeben, dass der verdammt Feminismus uns ruiniert mit seinem Girls Day, wer ein Mädchen in einen Männerjob reinschauen läßt, der bietet der Frauenquote ein Einfallstor und wir werden alle sterben!!!“?

Die Frage scheint insofern eher darauf ausgelegt zu sein, dass man sich später auf die Schulter klopfen kann, dass man die Wahrheit erkannt hat und die feigen Politiker allesamt schlecht sind.

Eine besser formulierte Frage wäre meiner Meinung nach:

„Viele unser Mitglieder stehen Veranstaltungen wie dem „Girls Day“ oder „Neue Wege für Jungs“ sehr skeptisch gegenüber, weil sie aus deren Sicht wenig effektiv sind und aus ihnen eine Geisteshaltung deutlich wird, die die Wahl traditionelle Rollen abwertet, obwohl diese von vielen Menschen gewünscht werden. Diese Abwertung solcher Lebensvorstellungen halten viele für sehr problematisch. Zudem gehen viele davon aus, dass diese Bemühungen lediglich Geld kosten, ihr Nutzen aber sehr klein ist. Eine Frauenquote in der Wirtschaft wird als Hemmung der Wirtschaft gesehen, da hinreichend qualifizierte Frauen nicht in geeigneter Zahl zur Verfügung stehen?

Wie stehen sie zu diesen Befürchtungen?  Sofern sie diese ebenfalls kritisch sehen: Welche Maßnahme würden sie veranlassen um diesen Befürchtungen gerecht zu werden?

 2.                Scheidungsprävention durch Paarpolitik

Die volkswirtschaftlichen Folgekosten von Scheidungen werden mit der bereits enorm gestiegenen und wahrscheinlich weiter sich erhöhenden Scheidungsrate in ihrer Bedeutung zunehmen. Beispiel: die Versorgungssituation der Alleinerziehenden und die psychischen Belastungen der Kinder. Wohlfahrtstaatliche Einrichtungen bieten kaum Beratung in Trennungssituationen an – und wenn, dann überwiegend für Frauen. Beziehungsberatung als Prävention für Trennungen, liegt noch nicht im staatlichen Fokus.
Frage:  Welche Maßnahmen unternimmt Ihre Partei, die Trennungs-/Scheidungsfolgen, z. B. durch Information und Prävention, zu reduzieren? 

Nochmal: Ich wusste gar nicht, dass Agens so konservativ ist. Aber auch hier würde ich die Fragen für nicht sehr geeignet halten. Es wird wieder ein Szenario gemalt und dann nicht gefragt, wie derjenige dazu steht, sondern was er machen will, damit eine bestimmte vorgegebene Folge eintritt.

Und plötzlich soll ein bestimmtes relativ konservatives Bild der Ehe hochgehalten werden und eine staatliche Beziehungsberatung als Prävention angeboten werden? Wer sagt, dass das im Interesse der Männer liegt? Wenn ich mich von einer Frau trenne, dann werde ich vielleicht meine Gründe haben und ich möchte sicherlich nicht zu einer staatlichen Beziehungsberatung oder noch schlimmer einer kirchlichen (Eine Pickupbeziehungsberatung wäre eigentlich ein schönes Ding, aber das ist eine andere Sache). Natürlich kann es nichts schaden, so etwas anzubieten, aber ich persönlich wäre strikt dagegen, es zu einer Verpflichtung zu machen, die etwa vor ein Scheidungsverfahren gesetzt würde. Was gegenwärtig übrigens durchaus angeboten wird ist eine Beratung für Eltern, die nach der Trennung stattfindet, damit diese besser mit der Trennung und dem gemeinsamen Sorgerecht umgehen lernen und zumindest in dieser Hinsicht wieder ein vernünftiges Gespräch führen können. Worauf stützt Agens seine Einschätzung, dass dies gewünscht ist und angenommen werden würde?  

Eine aus meiner Sicht besser Formulierung wäre:

Aufgrund der gestiegenen Zahl von Scheidungen und Trennungen sehen viele unser Mitglieder einen erhöhten Bedarf an Familien- und Beziehungsberatungen, die Paaren dabei helfen können, ihre Probleme zu überwinden und Scheidungs- oder Trennungsfolgen zu reduzieren

Wie stehen sie dazu?

             

3.                Vätern werden ihre Rechte vorenthalten

Die Praxis der Familiengerichte, das Sorgerecht bei Scheidung/Trennung den Müttern in aller Regel zuzuerkennen,  ist zweifelsohne verfassungswidrig, menschenverachtend und für die betroffenen Kinder in hohem Maße schädlich. Die Zahlungsverpflichtungen, die  geschiedenen/getrennten Vätern von Gerichten auferlegt werden, sind eines Rechtsstaates unwürdig. Viele der – männlichen – Betroffenen verlieren dadurch ihr Urvertrauen in diese Gesellschaft. Aus ehemaligen Leistungsträgern werden in vielen Fällen Leistungsempfänger mit ständig ansteigenden  volkswirtschaftlichen Kosten.
Frage: Was gedenkt Ihre Partei zu unternehmen, um die gesellschaftlichen, die volkswirtschaftlichen und die psychosozialen Scheidungsfolgen auf die bundespolitische Agenda zu setzen?

Auch hier wieder die Vorgabe einer Meinung. Und dann noch so absolut: „zweifelsohne verfassungswidrig, menschenverachtend und schädlich“. Das sind harte Worte.

Wie sind denn die Kriterien für eine Zuweisung des Aufenthaltsbestimmungsrechts?:

Checkliste für die Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechts

Zu wem hatte das Kind bisher die engere Bindung?

Wer hat sich bisher hauptsächlich um das Kind gekümmert, es zur Schule gebracht und abgeholt, es bei Arztbesuchen begleitet?

Wer nahm bisher an den Elternversammlungen in der Schule oder in der Kindertagesstätte teil?

Wer hat bisher den Kontakt zur Tagesmutter gehalten?

Wird das Kind durch den Umzug zu einem Elternteil aus seiner gewohnten Umgebung herausgerissen (Schulwechsel)?

Ist die Integration in die neue Umgebung bereits gelungen?

Falls das Kind in Ihren Haushalt zurückkehrt: Sind Sie beruflich und familiär in der Lage, eine Betreuung des Kindes rundum sicher zu stellen?

Das klingt jetzt nicht per se menschenverachtend und es verwundert nicht, dass nach diesen Kriterien eher die Mütter die Kinder erhalten, wobei das meist noch nicht einmal der Streitpunkt ist, in den allermeisten Fällen wird gar nicht darum gestritten, wo die Kinder ihren Lebensmittelpunkt haben. Und das gerade aufgrund der oben angesprochenen traditionellen Elemente, die Agens ja wohl eigentlich nicht reduziert sehen will. Gerade wenn die Mutter die Hausfrauenrolle übernommen hat, dann spricht eben der oben in den Fragen enthaltende Kontinuitätsgedanke dafür, dass es die Mutter auch weiterhin macht.

Das die Unterhaltspflichten sehr hart sein können, da würde ich zustimmen. In dieser Weise ist es aber sehr dramatisch dargestellt.

Ich würde es eher so formulieren:

Unsere Mitglieder sehen eine starke Belastung der Männer im Familienrecht. Väter erhalten sehr selten die Kinder zugesprochen, Unterhaltszahlungen können überaus starke Belastungen darstellen und auch im Zugewinn und im Versorgungsausgleich werden erhebliche Umverteilungen geleistet.

Sind diese Regelungen aus ihrer Sicht noch zeitgemäß? Wenn nicht: Welche Änderungen strebt ihre Partei an?

4.                Psychosoziale Folgen für Trennungskinder

Trennungskinder sind ein Tabuthema unserer Gesellschaft. Ein Problembewusstsein in der Öffentlichkeit ist – wegen der über Dekaden gepflegten Glorifizierung des Alleinerziehens – Allerdings sind psychosoziale Langfristfolgen bereits hinreichend kaum vorhanden dokumentiert.
Frage: In welcher Form werden Sie Aktivitäten der Gremien des Bundestages (z. B. Kinderkommission) unterstützen, die die Situation der Trennungskinder in der Öffentlichkeit bekannt machen und so aus dem zum Teil  feministisch motivierten Schweigediktat befreit?

Hier fehlt aus meiner Sicht erst einmal ein Ansprechen des konkreten Problems. Trennungskinder sind den meisten Menschen wohl bekannt, wer hat heutzutage keine Trennungskinder im Bekanntenkreis? Welche besondere Situation soll hier bekannt gemacht werden, die die Leute nicht bereits kennen? Und: „feministisch motiviertes Schweigediktat?“ Was soll damit gemeint sein? Und was soll überhaupt bekannt gemacht werden? Das es Trennungskindern nicht gut gehen kann? Das feministische Schweigediktat ist da nicht sehr effektiv: Das Trennungskinder häufig leiden oder in der Schule zurückfallen ist eine bekannte Sorge.

Kommt hier wieder die konservative Einstellung durch und es soll eigentlich Propaganda gegen eine Trennung, „den Kindern zuliebe“ durchgeführt werden oder gegen Alleinerziehende geschimpft werden?

Auch hier ist die Formulierung an sich schon schlecht. Was genau soll da das feministisch motiverte Schweigediktat?

Da ich nicht wirklich weiß, worauf die Frage eigentlich abzielt kann ich sie auch schlecht umformulieren

5.                Männer und Gleichstellungsarbeit

Nach § 16 des Bundesgleichstellungsgesetzes können sich Männer weder mit aktivem noch mit passivem Wahlrecht bei der Wahl zur Gleichstellungsbeauftragten beteiligen. Daraus leiten Gleichstellungsbeauftragte de facto überwiegend die Frauenförderung  als Hauptaufgabe ab. Die Gleichberechtigung ist formal durch entsprechende Gesetze (vom Art 3,GG   bis   hin  zum BGB) erreicht. Gegen Gesetzeswidrigkeiten kann Klage (in diesem Falle von  Frauen) erhoben werden.
Frage:Was wird Ihre Partei künftig unternehmen, um  Gesetzeswidrigkeiten zu thematisieren,  die die jetzige Gleichstellungsarbeit, d.h. Frauenförderung,  politisch und strukturell hinterfragt?

Hier wird auch einiges durcheinander geworfen. Die Aussage scheint mir zu sein, dass bereits Gleichberechtigung erreicht ist und Gleichstellung ungerecht ist. Das ist allerdings ziemlich ungenau formuliert. Worauf die Frage eigentlich abzielt ist nicht klar: Sollen Gesetzwidrigkeiten politisch und strukturell hinterfragt werden, die Gleichstellungsarbeit betreffen?

Es ist natürlich wieder eine sehr ideologisch ausgerichtete Frage.

Ich würde es eher so formulieren:

Die Gleichberechtigung von Männern und Frauen ist heute weitgehend umgesetzt. Unsere Mitglieder sehen eine darüber hinausgehende Gleichstellung als problematisch an, weil sie Geschlechterunterschiede nicht hinreichend berücksichtigt und damit Ungerechtigkeiten produziert. Soweit bestimmte Maßnahmen eine Diskriminierungen verhindern sollen müssen diese aber nach der Sicht unserer Mitglieder bei beiden Geschlechtern ansetzen: Gleichstellungsbeauftragte müssten insoweit auch die Interessen von Männer, etwa bei Elternzeit etc vertreten und demnach auch von diesen mitgewählt bzw. Männer müßten auch für diese Positionen wählbar sein.

Wie stehen sie dazu? Sehen sie männliche Benachteiligungen, die gegebenenfalls abgebaut werden müssen?

6.                Jungs:  als Versager stigmatisiert

Seit Jahren geht die Schere zwischen dem Lernerfolg von Mädchen und Jungen immer weiter auseinander. Das heutige Schulsystem verweigert sich einer Pädagogik, die Lernbedürfnisse der Jungs auch nur im Ansatz berücksichtigt. Jungs werden für gleiche Leistungen zu dem deutlich schlechter benotet, vor allem beim Übergang zum Gymnasium. Die Genderpädagogik versucht nachzuweisen, dass der höhere Lernerfolg der Mädchen naturgegeben sei. Das ist die Umkehrung der Verhältnisse, die von der ersten Frauenbewegung bereits vor über einhundert Jahren angeprangert wurden.
Frage: Welche Maßnahmen gedenkt Ihre Partei zu ergreifen, um diesem Missstand entgegenzuwirken?

Auch hier wieder eine sehr subjektive Schilderung ohne Nachweise und dann nicht die Frage, ob man es so sieht, sondern ob wie man „diesem Mißstand entgegenwirkt“. Also wieder eine Frage, die Zustimmung in diesem Bereich bereits voraussetzt. Und dabei voller Unterstellungen, die man auch anders sehen kann, jedenfalls ohne Angabe von Studien. Und das mit sehr pauschalen Aussagen „Das Schulsystem“ „verweigert“ „auch nur im Ansatz“. Und auch, dass die Genderpädagogik nachweisen möchte, dass der Lernerfolg der Mädchen naturgegeben ist scheint mir wenig überzeugend, da die Genderpädagogik eigentlich alles biologische ablehnt.

Unsere Mitglieder sehen in der schulischen Ausbildung Defizite zu Lasten von Jungen. Es fehlen aus unserer Sicht besondere Konzepte, die die Eigenarten von Jungen berücksichtigen. Auch wird befürchtet, dass Jungs schlechter benotet werden als Mädchen und daher beispielsweise auch seltener eine Gymnasiumsempfehlung erhalten. Insgesamt wird das Schulsystem als nachteilig für Jungs angesehen.

Wie steht ihre Partei dazu? Sind sie bereit hier mögliche Benachteiligungen von Jungs zu untersuchen und für den Fall, dass diese bestehen, entsprechenden Maßnahmen einzuleiten und diese abzubauen? Welche Maßnahmen würden sie dann für geeignet halten?

7.          Strafbarkeit kollektiv herabsetzender und Männer bedrohender öffentlicher Rede

In der feministischen Literatur – und keineswegs nur dort – ist es üblich, das männliche Geschlecht in rüdester Manier zu entmenschlichen. Eine öffentliche Debatte über diese Art der Geschlechterdiffamierung blieb bisher aus. Im Gegenteil: Sie ist inzwischen ein gewöhnlicher Teil der Kommunikation auf allen Ebenen. Kennzeichnend dafür ist folgende Aussage:  „Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden.“ (SPD-Parteiprogramm, Hamburger Beschlüsse, 10.2007)
Frage: Welche Maßnahmen gedenkt Ihre Partei zu ergreifen, die Männer herabsetzenden und  Männer verachtenden Propaganda als eine Verletzung der Menschenwürde  mit möglichen juristischen Folgen auf zu fassen?

Eine Einschränkung der Meinungsfreiheit? Für „die feministische Literatur“? Welche ist damit überhaupt gemeint? Dorkins? Daly? Butler? Die ersten beiden schreiben sicherlich einiges an Männerhass, Butler aber durchaus nicht.

Gerade das gewählte Zitat „Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden“ zu verbieten halte ich beispielsweise nicht mit der Verfassung vereinbar. Denn damit wird eben zum Ausdruck gebracht, dass eine Gesellschaft nicht männlich gerprägt sein sollte, sondern menschlich, dass also nicht ein Geschlecht das sagen haben soll, sondern beide. Was keine strafbare Aussage ist, auch wenn sie von falschen Faktoren ausgeht. Es ist auch ein seltsamer Sprung: Von einer Debatte über die Diffamierung hin zu möglichen juristischen Folgen. Wie sollen diese überhaupt aussehen, welchen Gesetztestext stellt sich Agens vor? Und inwiefern ist das nicht durch Beleidigungen etc. bereits abgedeckt?

Ich finde es eine sehr gefährliche Forderung.

Insgesamt würde ich viele Fragen gänzlich anders formulieren, so machen sie gegenwärtig einen eher unprofessionellen Eindruck. Ich wüsste auch gern, wie diese Fragen als die wesentlichen ermittelt worden sind. Es ist eine gute Idee die Parteien zu bestimmten Positionen zu befragen, aber ich denke man kann die Art noch deutlich verbessern.

Evolutionäre Psychologie, Partnerwahl und Kritik

Leserin Rex hat auf meine Frage:

Du meinst, dass keine These aus der evolutionären Psychologie von der Wissenschaft angelangt ist? erscheint mir als Kritik sehr pauschal. Nehmen wir z.B. mal den Eltern Kind Konflikt oder die grundsätzlichen Thesen der Sexual Strategies Theorie. Hältst du die für unseriös?

geantwortet:

Nachdem wir über Jahrtausende nicht fähig waren, den Partner nach eigener Entscheidung zu wählen, und das auch jetzt eher selten tun – weil eben nur die Wenigsten wirklich freie Wahl haben, sowohl Männer, als auch Frauen – weiß ich nicht, was ich von der sexual strategies-Theorie halten soll.

Was außerdem gegen die EvoPsych-Erklärung spricht, wären die unzähligen unglücklich kinderlosen Paare.

Das größte Problem, was ich mit EvoPsych habe, ist dass das, was ich darüber höre, immer sehr einseitig ist. Vielleicht liegt das an den Leuten, die sich hauptsächlich damit beschäftigen (denjenigen, von denen man in der Öffentlichkeit, also außerhalb der Universitäten zu hören bekommt).

Mir drängt sich jedenfalls das Bild auf, dass EvoPsych sich mit kaum etwas anderem befasst, als dem Thema Mann/Frau und Partnerschaft. Vielleicht ist es falsch, sie komplett zu verteufeln, aber immer wenn ich mit Leuten spreche, die sich (hobbymäßig) damit beschäftigen, habe ich den Eindruck, dass sie die Steinzeit als einzige Prägung der menschlichen Psychologie vorziehen und Epigenetik und Kultur als Faktoren völlig außer Acht lassen.

Ich denke es lohnt sich, auf diese Kritik in einem eigenen Artikel einzugehen, schon weil es einige grundlegende Fragen aufwirft und das Thema des Artikels, zu dem der Kommentar eingestellt wurde, ohnehin ein gänzlich anderes war.

1. „Es gab keine frei Partnerwahl über Jahrtausende“

Hiergegen habe ich Einwände:

a) Wenn wir über die Evolution der Partnerwahl reden, dann reden wir nicht über die letzten Jahrtausende, sondern mehrere Millionen Jahre

Der Mensch ist nicht einfach so als Mensch auf die Welt gekommen. Er ist langsam durch Evolution entstanden und Partnerwahl ist ein sehr, sehr altes Problem, mit dem sich Lebewesen auseinander setzen mussten, seit es mehrere Geschlechter und Sinnesorgane gibt. Ich hatte dies schon einmal in dem Artikel „Nochmal: Schönheit, Attraktivität und Evolution“ dargelegt

Grenzt man die evolutionären Grundlagen auf Menschenartige ein, dann sprechen wir über den folgenden Zeitraum:

Neuere Analysen bestätigen diese Datierung und geben für die Aufspaltung eine Zeitspanne von 80 bis 116 Millionen Jahre an.[10] Sie nennen ferner für die Abspaltung der zu den Meerkatzenverwandten (zu den Meerkatzen, Pavianen und Makaken) führenden Linie von der zu den Menschenartigen führenden Linie einen Zeitpunkt vor rund 23 Millionen Jahren, am Beginn des Miozäns.[11] Die Menschenartigen trennten sich dieser neueren Datierung zufolge vor rund 15 Millionen Jahren in die Gibbons und die Menschenaffen.

Für den Zeitpunkt der Aufspaltung der Menschenaffen in die asiatischen Arten (die Vorfahren der Orang-Utans) und in die afrikanischen Arten wurden 11 Millionen Jahre errechnet, für die Abtrennung der Gorillas von den Schimpansen rund 6,5 Millionen Jahre und für die Abtrennung der Schimpansen von den Hominini schließlich 5,2 ± 1,1 Millionen Jahre. Wie vorläufig diese Zeitangaben allerdings derzeit noch sind, zeigen folgende Beispiele:

Während mit Hilfe der molekularen Uhr das Entstehen der Primaten in die Kreidezeit vor rund 90 Millionen Jahren datiert wurde, gilt aufgrund von Fossilienfunden ein Zeitpunkt vor rund 56 Millionen Jahren – im Paläozän – als am ehesten wahrscheinlich.[10] Als mögliche Erklärung für diese erhebliche Diskrepanz wurde 2012 darauf verwiesen, dass kleinwüchsige Primaten eine kürzere Generationenfolge und deshalb eine höhere Mutationsrate aufweisen als großwüchsige Primaten, da die Mehrzahl der Mutationen in Geschlechtszellen sich während der Replikation ereignet; der Größenzuwachs bei den Primatenarten seit dem Paläozän sei daher vermutlich einhergegangen mit einer Verringerung der bei den frühesten Primaten noch „außergewöhnlich rasanten“ Mutationsrate.[12] Die „in früheren Studien“ zugrunde gelegten Mutationsraten ergaben nach Entschlüsselung der Gorilla-Genomsequenz für die Trennung der Gorillas von den Schimpansen 5,95 Millionen Jahre; unter Verweis auf Fossilfunde wurde diese Datierung aber relativiert und – unter Zugrundelegung von Mutationsraten in heute lebenden Homo sapiens-Populationen – eine geringere Mutationsrate unterstellt, die eine Trennung dieser Entwicklungslinien vor 10 bis 6 Mio. Jahren ergab. [13]

Auf der Basis von Fossilienfunden datierte Terry Harrison Anfang 2010 die Trennung der Schimpansen von den Hominini in die Zeit vor 7,5 Millionen Jahren,[14][15] C. Owen Lovejoy datierte diese Trennung 2009 hingegen in die Zeitspanne vor etwa 6 bis 5 Millionen Jahren.[16] Nach einer Revision der Annahmen über die Häufigkeit von Mutationen wurde 2012 dann wieder eine Trennung vor 8 bis 7 Millionen Jahren errechnet.[8]

Wir können davon ausgehen, dass Wirbeltiere, Säugetiere und Primaten Partnerwahl betreiben und betrieben haben, weil sie es noch heute tun und sich die dabei zu lösenden Probleme von den heute zu lösenden Problemen nicht unterscheiden.  Die menschliche Partnerwahl hat sich also nicht in den letzten Jahrtausenden von Null auf entwickelt, sondern in den letzten 100 Millionen Jahren immer verändert. Interessant sind insoweit natürlich die Partnerwahlkriterien der Primaten: Es zeigt sich hier, dass neben körperlichen Gesichtspunkten bei vielen Arten, insbesondere unseren nächsten Verwandten, also insbesondere Schimpansen, Bonobos und Gorillas Status eine große Rolle spielt. Um so mehr die Art in einer kooperativen Gruppe lebt, um so wichtiger wird auch Status. Zu einer möglichen Herleitung der Partnerwahlsysteme verweise ich auf Gearys hier zitierte Ausführungen.

Es ist insbesondere zu bedenken, dass 1000 Jahre in Generationen gerechnet mit einer Generationenlänge von 25 Jahren gerade einmal 40 Generationen umfasst. Um bis an das Ende der Jungsteinzeit (ca. 2000 v. Chr) zurückzukommen benötigt man nach dieser Rechnung lediglich 160 Generationen. Um 5 Millionen Jahre zurück zu kommen benötigt man mit dieser Generationenfolge etwa 20.000 Generationen (tatsächlich wohl mehr, da die Generationenfolgen früher schneller gewesen sein dürften).

Nachdem sich das heutige Partnerwahlsystem mit Paarbindung und dadurch bedingter relativ sicherer Vaterschaft herausgebildet hatte, was der Körperchemie des Verliebens nach jedenfalls geschehen sein muss, bestand die biologische Interessenlage nahezu unverändert fort.

Die letzten paar tausend Jahre sind dabei evolutionstechnisch ein vergleichbar kurzer Zeitraum für tiefgreifende Veränderungen der Partnerwahl.

b) Gab es tatsächlich eine Partnerwahl?

Es wird gerne behauptet, dass Partnerwahl eine neue Erfindung ist. Ich hatte dazu schon einmal einen Artikel „Sind romantische Beziehungen bzw. langfristige Liebesbeziehungen eine vergleichsweise moderne Erfindung?

Ich denke nicht, dass es die letzten Jahrtausende keine Liebe gegeben hat. Insbesondere beim „einfachen Volk“ wird es begehren, Liebe, Partnerwahl gegeben haben. Und selbst wenn Eltern die Hochzeit arrangiert haben, dann werden sie die Interessen ihrer Kinder durchaus berücksichtigt haben und von den Kandidatinnen, die in Frage kamen, einen gewählt haben, der den Kindern auch gefiel. Und wenn nicht, dann bleiben die Kriterien über die Eltern aktiv, die den Partner für die Kinder aussuchen. Auch diese werden auf Status gesetzt haben, auf gutes Aussehen, auf Anzeichen dafür, dass der andere ernste Absichten hat.

c) Was würde es verändern, wenn es keine Partnerwahl gegeben hätte?

Auch wenn die Menschen „zwangsverheiratet“ worden wären, dann würde dies noch nicht bedeuten, dass eine Selektion gegen die zuvor erworbenen Partnerwahlkriterien stattfindet. Zum einen wären diese immer noch interessant, wenn die Auswahl für die Kinder stattfindet. Dann bliebe bei einer unvorteilhaften Ehe das Erkennen dieser und ggfs. die Auswahl des richtigen Seitensprunges. Dass sie für die Heirat nicht wählen konnten bedeutet nicht, dass die Kriterien unwichtig worden sind oder durch andere ersetzt werden.

Letztendlich sprechen sowohl Homosexualität und ihre biologischen Grundlagen als auch Asexualität als auch die beispielsweise von Buss festgestellten sehr gleichartigen Partnerwahlkriterien überall auf der Welt dafür, dass es Partnerwahlkriterien gibt.

2. Kinderlose Paare sprechen gegen die Theorien

Warum kinderlose Paare gegen die Theorien aus der evolutionären Psychologie sprechen sollen, leuchtet mir nicht ein.

Dies wäre nur dann der Fall, wenn es anderweitig bessere Kriterien geben würde, die eine sicherere Partnerwahl zulassen würden. Die meisten körperlichen Partnerwahlkriterien scheinen aber in einem durchaus engen Zusammenhang mit Fruchtbarkeit zu stehen.

Geht man davon aus, dass eine gewisse Unfruchtbarkeit nicht zu verhindern ist, dann wäre bei ansonsten wirkenden Partnerwahlkriterien davon auszugehen, dass sich Paare mit hoher Anfälligkeit bilden (da mangelnde Schönheit mit Fruchtbarkeit bei beiden Geschlechtern in Verbindung stehen würde).

Auch die Gründe für Unfruchtbarkeit müsste man näher untersuchen. Alles, was mit modernen Umwelteinflüssen, etwa hormonellen Rückständen im Trinkwasser oder Weichmachern im Plastik zusammenhängt wäre schlicht zu jung um evoltuionär berücksichtigt zu werden.

3. Evolutionäre Psychologie beschäftigt sich nur mit Mann/Frau Problematiken

Den besonderen Stellenwert von Fortpflanzung in der evolutionären Psychologie kann man nicht genug betonen. Nur Gene, die in die nächste Generation weitergegeben werden, können den Genpool dieser nächsten Generation prägen. Gene, die dem Träger ein perfektes Leben ermögliche, ihn beliebt machen, ihn stark und erfolgreich machen, müssen um älter als eine Generation werden zu können, in die nächste Generation weitergegeben werden.

Natürlich nimmt die Mann/Frau Problematik daher einen zentralen Punkt ein, da eine Weitergabe der Gene nur über Mann/Frau Verbindungen erfolgen kann.

Daneben gibt es aber auch die folgenden Themen (nach Buss, 2004):

1. Probleme des Überlebens und des Wachstums: den Organismus an den Punkt zu

bekommen, an dem er zur Reproduktion fähig ist

2. Probleme der Sexualität und Partnerwahl: Auswahl, Anziehung und Bindung eines

Partners und Vollzug des sexuellen Verhaltens, das für eine erfolgreiche Reproduktion

erforderlich ist

3. Probleme der Kindererziehung: Den Nachkommen beim erleben und wachsen zu

helfen, bis sie selbst zur Reproduktion fähig sind

4. Probleme der Hilfeleistung für genetische Verwandte: Aufgaben, die mit Hilfe bei

der Reproduktion von Verwandten verbunden sind, die Kopien der eigenen Gene in

sich tragen

5. Probleme der Kooperation mit Nichtverwandten: Reziproker Altruismus

6. Probleme der Aggression und Kriegsführung

7. Status, Prestige und soziale Dominanz

Natürlich stehen auch diese allgemein in einem Zusammenhang mit Reproduktion.

4. Epigenetik und Kultur werden ausgeblendet

In der evolutionären Psychologie geht es natürlich darum, die evolutionär herausgebildeten Regeln darzulegen. Dass diese einer kulturellen Ausprägung unterliegen ist insoweit nach meiner Auffassung innerhalb der evolutionären Psychologie nicht umstritten.

Ich denke eher in anderen Bereichen wird unterschätzt welch weitreichenden Einfluss die Biologie hat beispielsweise indem es Interesse für Kunst schafft  aber natürlich nicht die vielfältigen Ausdrucksformen von Kunst vorgibt. Auch bei Betrachtungen innerhalb der evolutionäre Psychologie verbleibt damit genug Spielraum für den Einfluss von Kultur und auch Epigenetik, wie hier etwa bei der Homosexualität.

Beides unterliegt allerdings eben gewissen Grenzen und hat bestimmte Gestaltungsspielräume. Mit einem Sozialkonstruktivismus ist dies insofern nicht vereinbar.

 

Andreas Kemper: Die Maskulisten

Andreas Kemper hat ein neues Buch zum Maskulismus und Antifeminismus herausgegeben. Aus der Vorstellung bei Amazon:

Maskulismus ist die Selbstbezeichnung des modernisierten Antifeminismus. Der vorliegende Sammelband vereint aktuelle Forschungsergebnisse mit Erfahrungsberichten zum Maskulismus im deutschsprachigen Raum. Im ersten Kapitel wird die Entwicklung des Maskulismus skizziert. Thomas Gesterkamp berichtet über die sich bereits in den 1990er Jahre etablierte Vaterrechtsbewegung. Jörg Rupp skizziert die Entwicklung der Männerrechtsbewegung von den Anfängen im Usenet und deren Ausbreitung im Web 2.0. Die interne Debatte über den antifeministischen Oslo-Attentäter Breivik und die vermeintliche Spaltung der Männerrechtsbewegung untersucht Andreas Kemper. Auf der Grundlage von drei wissenschaftlichen Abschlussarbeiten kann erstmals die Männerrechtsbewegung umfassender analysiert werden. Isolde Aigner befasst sich mit antifeministischen Denkmustern im medialen Diskurs. Hinrich Rosenbrock stellt die Hauptideologien der Männerrechtsbewegung, nämlich Antifeminismus und männlicheOpferideologie vor. Auf die Hauptideologen geht Robert Claus in seiner Analyse von AGENS und MANNdat ein.In einem weiteren Teil berichten Feminist_innen von ihren Erfahrungen mit Maskulisten und deren Strategie hate speech . Ines Fritz berichtet über ihre Erfahrungen mit antifeministischen Bloggern. Ähnliche Erfahrungen machte auch Gudrun Debus in der Piratenpartei mit der maskulistischen Männer-AG. Einen neuen Umgang mit der Strategie hate speech versucht eine Gruppe, die das Projekt hatr.org gestartet hat.Kontrastiert man den Maskulismus mit den Geschlechterkonzeptionen von Rechtsextremisten, so werden die Ähnlichkeiten schnell deutlich. Daher widmet sich der letzte Teil dem Männer- und Frauenbild in rechtsextremistischem Gruppen.

Vielleicht kurz eine Einordnung der Schreibenden:

Ich habe das Buch nicht gelesen, angesichts der Autoren klingt es aber auch nicht sonderlich lesenswert. Interessieren würde mich natürlich, ob auch Blogs wie Cuncti oder eben mein Blog aufgenommen worden sind oder geflissentlich ausgeblendet werden.

Leser Leszek hatte hier schon einmal eine Kurzbesprechung in einem Kommentar eingestellt:

Meine ersten Eindrücke nach erstmaligem Überfliegen des Inhalts:

1. Keine großen Überraschungen. Es handelt sich weitgehend um die übliche einseitige, argumentationsfreie Hetzschrift, die aus dem Hause Kemper und bei der Auswahl der Autoren zu erwarten war. Keine sachliche und differenzierte Auseinandersetzung, stattdessen die gängigen Klischees, Diffamierungen, unzulässigen Verallgemeinerungen und Falschdarstellungen. Gähn.

2. Der linke Maskulismus wird von Kemper anhand einer kurzen, sehr oberflächlichen Kritik von Wolfgang Wengers “Manifest für einen linken Maskulismus”

http://344903.forumromanum.com/member/forum/entry.user_344903.4.1113786701.manifest_fuer_einen_linken_maskulismus-vaetermafia.html

und Arne Hoffmanns Artikel “Eckpfeiler einer linken Männerpolitik”

http://www.spiegelfechter.com/wordpress/8167/eckpfeiler-einer-linken-mannerpolitik

abgehandelt, mit dem Ziel den linken Maskulismus als nicht-emanzipatorisch hinzustellen. Die Kritik wird den beiden Texten nicht einmal ansatzweise gerecht.

3. Eine Erwähnung von Christians Blog “Alles Evolution” habe ich bislang in dem Buch nicht gefunden. Tut mir leid, Christian.

Wenn ich mir Deine kürzliche Kommunikation mit Kemper anschaue, kann ich mir aber vorstellen, wie unsachlich und undifferenziert eine Bezugnahme auf Deinen Blog vermutlich ausgefallen wäre:

http://andreaskemper.wordpress.com/2012/07/23/warum-die-mannerrechtsbewegung-nicht-zur-mannerbewegung-zahlt/

Kemper ist offenkundig nicht einmal dazu in der Lage gemäßigte Kritik an bestimmten Formen des Feminismus, wie Christian sie betreibt, von undifferenziertem Antifeminismus auseinanderzuhalten:

https://allesevolution.wordpress.com/2011/06/08/antifeminismus/

Hat es inzwischen jemand gelesen?

Wenn nicht würde mich auch eure Meinung zur Abgrenzung von Männerbewegung und Männerrechtsbewegung interessieren, also im wesentlichen:

  • Männerbewegung: Profeminismus
  • Männerrechtsbewegung: Antifemistisch

Ich würde Männerbewegung ja eher als Sammelbegriff für eine Bewegung sehen, die sich für Männer einsetzt, ob sie dies aus einer profeministischen Perspektive macht oder nicht.

„Was genau ist dein anliegen, was willst du bewegen mit den biologischen Erklärungen?“

Endolex schreibt nach einer Twitterdiskussion zwischen @diekadda, ihm und mir das folgende:

Lass mich einfach mal kurz annehmen, dass es stimmt, wovon du ausgehst: Dass geschlechtsbedingt im Schnitt verschiedene spezifische kognitive Leistungsverteilungen existieren (und immer existieren werden, davon scheinst du auch auszugehen).

Was genau wäre dein Anliegen damit? Du lehnst nach eigener Aussage Essentialismen ab und gibst Überlappungen zu, kannst also deine statischen Informationen nie auf das Individuum anwenden. Was davon lässt sich das aus deiner Sicht konkret auf den Alltag übertragen? Welche Erklärungen für gesellschaftlich beobachtbare Sachverhalte entstehen für dich daraus?

Was genau versuchst du zu beweisen, zu bewegen? Wenn ich mir dein About auf WordPress ansehe und mal fies unterstelle: Hat es irgendwas mit PickUp zu tun? Ich hoffe nicht.

Die Antwort hierfür, wenn du eine geben magst, fällt vermutlich auch etwas länger aus, und ich werde morgen nicht groß Tweets checken können. Gern lese ich einen Blogpost von dir dazu

Solche Fragen kommen ja häufiger. Ich finde sie nach wie vor komisch. Was ist das Anliegen, wenn man sagt, dass die Welt eine Kugel und nicht eine Scheibe ist? Was will man damit bewegen? Reicht es aus, dass man Männer und Frauen verstehen will, ein Interesse an dem Thema hat, die Forschung überzeugend findet und merkt, dass etwa poststrukturalistische Theorien keinerlei Grundlage haben?

Selbst wenn unsere Welt mit den biologischen Erklärungen die absolute Hölle auf Erden wäre würde es sie genau so wenig falsch machen wie es die Erde flach macht, wenn dies zu einer besseren Welt führen würde.

Und was ist damit gemeint, dass die Theorien nicht auf das Individuum anwendbar sind? Sie sind sehr wohl auf das Individuum anwendbar:

  • Aus biologisch begründeter Homosexualität, die durch pränatale Hormone fixiert wird, ergibt sich, dass man Homossexuelle nicht umerziehen kann und man daher solche Bemühungen lassen sollte
  • aus dem Umstand, dass einige Mädchen, die zB viele pränatales Testosteron abbekommen haben, eher wild und „unmädchenhaft“ sind, ergibt sich für diese, dass man diese dann eben nicht in eine Mädchenrolle zwingen kann.
  • aus dem Umstand, dass Männer und Frauen nur im Schnitt bestimmte Fähigkeiten haben folgt, dass man prüfen muss, welche Fähigkeiten bei einer bestimmten Person vorliegen und nicht nach ihrem Phänotyp entscheiden kann, auch wenn man davon ausgehen kann, dass sich im Schnitt eine gewisse Verteilung nach Geschlecht ergeben kann.

Richtig ist, dass einem Möglichkeiten verloren gehen, sich utopische Welten auszudenken, in denen Männer und Frauen absolut gleich sind. Aber da das eh im Fiasko enden würde, ist das kein wirklicher Verlust.

Ich habe bisher kein Erklärungsmodell gesehen, dass alle auftretenden Fallgruppen in gleicher Weise erklären kann. Das mag daran liegen, dass die für mich interessanten Fallgruppen in den anderen Theorien kaum aufgegriffen werden, aber sie sind nach meiner Meinung dort auch nicht einzubauen.

Wenn andere Theorien, auch gerne gesellschaftliche, mir ein ebenso schlüssiges Gesamtkonzept vorstellen können, dann werde ich es mir natürlich gerne anschauen und die Argumente gegeneinander abwägen.

Sicher neige ich mitunter dazu, alles in die mir bisher am schlüssigsten erscheinenen Theorien einbauen zu wollen. Aber wer versucht das mit seinen Theorien nicht? Meiner Meinung nach gelingt dies durchaus häufig.

Vielleicht ist es einfacher darzustellen, was ich nicht will:

1. Eine Überlegenheit des Mannes darstellen

Nach meiner Auffassung sind die Männer in den biologischen Theorien nicht besser gestellt. Sie sind im Schnitt in einigen Kategorien besser, in anderen schlechter. Ich könnte mir für eine Überlegenheit des Mannes wesentlich bessere Theorien vorstellen, die beim Mann keinen stärkeren Sexualtrieb, keinen Wunsch nach Statusaufbau und keine intrasexuelle Konkurrenz vorsehen.

2. Traditionelle Rollen absichern

Auch das ja ein beliebter Vorwurf. Aber die biologischen Theorien sehen eben gerade keinen Essentialismus vor und aus den evolutionären Theorien folgt, dass „weiblichere Männer“ lediglich eine andere Ausdrucksform und genau so natürlich sind. Den Schnitt oder gar die Extreme insofern für alle verbindlich zu machen wäre unlogisch, aus der biologischen Ausrichtung im Schnitt etwas moralisches zu folgern ein naturalistischer Fehlschluss.

Natürlich ergeben sich aber aus den biologischen Theorien einige Konstanten. Etwa die stärkere Betonung von Wettbewerb bei Männern, die Vorliebe für bestimmte Körperformen, die Vorliebe der Frauen für bestimmte Männertypen im Schnitt und andersherum. Vieles davon stützt in der Tat die Geschlechterrollen, die eben eine Ausprägung davon sind. Allerdings lehne ich viele der traditionellen Rollenverteilungen ab. Ich möchte keine Frau, die unselbständig ist, sich nur für Küche, Kinder, Kirche interessiert (was als Atheist eher schlecht wäre), sondern eine selbstbewußte Frau, die mit mir einvernehmlich die Arbeitsverteilung innerhalb der Familie vornimmt und sich dabei auch am Erwerbsleben beteiligt. Ich finde die traditionellen Rollen in vielen Punkten nicht so erhaltenswert, auch wenn ich der Auffassung bin, dass man einige Punkte zumindest im Schnitt wohl nicht ändern können wird.

3. Mir eine Welt schaffen, in der ich besonders erfolgreich bei Frauen bin und es mir besonders leicht fällt, sie kennenzulernen

Wenn ich mir eine Welt schaffen könnte, wie ich sie wollte, dann wären die Frauen sicherlich nicht so wie sie sind. Sie wären wahrscheinlich wesentlich sexbesessener, weniger emotional, in vielen Bereichen eher wie Männer, nur eben trotzdem sexuell interessant. Es überrascht mich, dass Leute meinen, dass die Gegenwart meine Idealvorstellung von Frauen ist. Warum sollte ich es mir so kompliziert machen

4. weiteres

Vielleicht könnt ihr ja mal darlegen, was alles noch mein Anliegen ist, was ich bewegen will mit den biologischen Erklärungen. Ich werde versuchen dann dazu Stellung zu nehmen.

Also: Fröhliches Christian-Bashing!

(Gerne könnt ihr natürlich auch darstellen, was ihr mit den von euch bevorzugten Erklärungen für Geschlechtergleichheit oder Unterschiede erreichen wollt, was man erreichen wollen sollte oder wie eine perfekte Welt aussehen würde, wenn ihr das erreicht habt, was ihr erreichen wolltet)

Die Anlage-Umwelt-Debatte aus Sicht der Entwicklungspsychologie und der Soziologie

Leser Chomsky möchte gerne die folgenden Texte zur Diskussion stellen:

1. Die Anlage-Umwelt-Debatte aus der Perspektive der Entwicklungspsychologie

Kontroversen über die Frage, ob den Erbanlagen, dem Genom oder der Umwelt mehr Gewicht in der Entwicklung von Fähigkeiten, Dispositionen, Störungen usw. zukommen, sind so alt wie die Entwicklungspsychologie. Voreingenommene Meinungen sind verbreitet, obwohl diese Frage unsinnig ist. Erbanlagen und die internale und externale Umwelt wirken bei der Entwicklung psychologischer Merkmale immer zusammen, und zwar nicht additiv. Deshalb ist die Frage nach Gewichten so unsinnig, wie es unsinnig wäre, zu fragen, ob die Länge oder die Breite mehr zur Fläche beitrage.

Die sinnvolle Frage an die Wissenschaft lautet: Welche Komponente des Genoms interagieren wann bei der Entwicklung mit welchen Aspekten der internalen somatischen und/oder der externalen Umwelt in welcher Weise und mit welchem Ergebnis? Diese Frage ist aber nicht generell zu beantworten, sondern für jede Entwicklung von Fähigkeiten, Merkmalen und Störungen gesondert. Bei der Beantwortung stehen wir in vielen Feldern erst am Anfang.
Weil die Debatte über Gewichte von Anlagen und Umwelt nach wie von kontrovers geführt wird, muss man sich mit Daten und Argumenten auseinander setzen. Sinnvoll gefragt werden darf, welcher Anteil an Fähigkeits- und Merkmalsunterschieden in einer Population auf Unterschiede

– in den Erbanlagen und
– in der Entwicklungsumwelt

zurückführbar sind. Diese Frage muss erstens für jede Untersuchungspopulation gesondert beantwortet werden, und die Antwort darf nicht von einer Population auf andere generalisiert werden. Zweitens lassen die Antworten keinerlei Rückschlüsse zu auf das relative Gewicht von Anlage- und Umwelteinflüssen bei der Herausbildung von Fähigkeiten und Merkmalen eines Individuums. (Oerter, Rolf/Montada, Leo [Hrsg.] 2008: Entwicklungspsychologie, Weinheim/Basel, S. 19)

2. Die Anlage-Umwelt-Debatte aus der Perspektive der Soziologie

Die moderne Biologie, speziell Genetik und Neurobiologie, scheinen die handlungstheoretische Basis der Soziologie in Frage zu stellen. Widerlegen ihre neuesten Ergebnisse tatsächlich Axiome, deren Fortfall das soziologische Theoriegebäude einstürzen ließe? Diese Axiome beziehen sich auf unser Menschenbild. Diesem Menschenbild zufolge hat der im Prozess primärer und sekundärer Sozialisation geprägte Akteur soziokulturell geformte Präferenzen, die sein Handeln leiten. Er ist offen für seine Umwelt und reproduziert in seinem Handeln kulturell vorgegebene Muster. Die moderne Genetik scheint das Verhältnis zwischen Natur und Umwelt, nature and nurture in der Bestimmung des menschlichen Handelns zugunsten der Natur zu verschieben. Bei genauerer Betrachtung bestätigt sich jedoch, dass der handelnde Mensch der Soziologie ganz überwiegend ein Produkt der Sozialisation in eine historisch geformte Gesellschaft hinein ist. Die Genetik defi niert lediglich die äußerste Grenze soziokultureller Formbarkeit. Die Hirnforschung stellt den autonomen Akteur in Frage und macht Bewusstsein zum Epiphänomen organisch neurologischer Prozesse. Für die Soziologie ist der freie Wille jedoch niemals notwendiges handlungstheoretisches Axiom gewesen. Nicht ob Menschen bewusst handeln, sondern nach welchen – bewussten oder unbewussten – Regeln sie es tun, ist soziologisch relevant. Dabei hat die Hirnforschung selbst festgestellt, dass die ins erwachsene Gehirn einprogrammierten Reaktionstendenzen nicht genetisch determiniert sind, sondern in Interaktion mit der Umwelt „gelernt“ oder zumindest verstärkt oder gehemmt werden. Die nachgewiesene Plastizität des Gehirns bannt die Gefahr des neurologischen Determinismus. Auch inhaltlich stellen die neu entdeckten, neurophysiologisch verankerten Reaktionstendenzen die von Soziologen benutzte Handlungstheorie nicht in Frage. Die Soziologie braucht und benutzt lediglich ein stilisiertes Modell des Menschen: Der homo sociologicus ist ein höchst selektives Konstrukt. Das intellektuelle Schattenboxen mit der modernen Biologie fördert keinen Widerspruch zu fundamentalen soziologischen Axiomen zutage.

Ich füge ergänzend in Vorbereitung einer Diskussion noch ein paar Links an:

Kritik an evolutionärer Psychologie

Kommentar Chomsky hat etwas zu Kritik an Evolutionärer Psychologie geschrieben:

Kritik an evolutionärer Psychologie:

– Die EP vertritt einen zu starken Nativismus;

Das ist erst einmal kein Argument. Es müsste weiter ausgebaut werden. Was, wenn die Welt nativistisch ist? Was ist wenn die Betrachtungen in anderen Bereichen noch nicht nativistisch genug sind und diese umdenken müssen? Die Forschung bestätigt denke ich eher eine nativistische Betrachtungsweise. Aber in dieser Generalität kann man das Argument auch nicht besprechen. Man müsste es am einem konkreten Fall machen.

Hinzu kommt, dass die Gegner hier häufig Evolutionsbiologie, Biologie, Medizin und Evolutionäre Psychologe durcheinander werfen. Der starke Nativismus wird ebenso vertreten in der Biologie, der Medizin und der Evolutionspyschologie. Letztere bezieht die Ergebnisse, die dort vorgefunden werden mit ein und ordnet sie häufig nur in ein System ein. Ich behaupte, dass man in vielen Punkten die Evolutionspsychologie nicht heranziehen müsste, aber dennoch zu gleichen Ergebnissen kommen würde.

– Die EP vertritt einen Panadaptionismus;

Auch erst einmal wenig aussagekräftig als Argument. Es müsste wohl weiter ausgeführt werden. Ich zitiere im Gegenzug mal den folgenden Text

Stephen Jay Gould (2000), among others, have understood evolutionary psychologists to hold that all parts of all organisms under any descriptions are adaptations. In contrast, evolutionary psychology, like evolutionary biology, takes natural selection to be the only known source of organized functional complexity, but does not take all features of organisms to be functional features. Any functional aspect of the phenotype must necessarily have concomitant byproducts, features that are incidental consequences that were not selected by virtue of a functional role. The colors of internal organs are examples. The fact that the liver is brown is a byproduct of the physiology, but its color does not contribute to its function per se. It is worth noting that identifying byproducts requires the same type of rigor as identifying adaptations: a hypothesis that a trait is a byproduct generally requires an account of the adaptation or adaptations of which the trait in question is a byproduct.

-.Die EP ist nicht falsifizierbar (m.E. ein extrem heikler Kritikpunkt);

– Die EP steht auf einer schwachen empirischen Basis;

Ich werfe diese beiden Komplexe mal in einem Topf und behaupte im Gegenzug: Evolutionäre Psychologie ist im Geschlechterbereich die am besten abgesicherte Theorie, die vertreten wird. Den meisten Leuten ist die Fülle von Belegen nur nicht bekannt, die hinter diesem Bereich steckt und sie schätzen die Basis daher geringer ein als sie tatsächlich ist. Um darzustellen, dass ein Verhalten auf evolutionärem Vorgängen und damit Biologie beruht kann man sich der kompletten Biologie, Medizin, Anthropologie, Genetik, Zoologie, Achäologie  etc bedienen. Nur wenn zunächst festgestellt ist, dass ein Verhalten wirklich einen biologisch-medizinischen Hintergrund hat kann man auch die entsprechenden evolutionären Herleitungen machen. Natürlich kann man, wie in jedem wissenschaftlichen Bereich eine These aufstellen, aber das ist ja dann auch nur eine These und als solche zu behandeln. Jeder Wisssenschaftsbereich baut auf bestimmten Erkenntnissen auf, bei der Evolution sind dies eben auch bestimmte Prinzipien, die in der allgemeinen Evolutionsbiologie entwickelt worden sind. Prinzipien wie sexuelle und intrasexuelle Selektion haben bestimmte Folgen und Prinzipien, die sich beim Menschen eben auch erkennen lassen.

Und natürlich kann man evolutionspsychologische Theorien zumindest teilweise falsifiziern: Eben indem man feststellt, dass der Vorgang nicht biologisch geprägt ist, sondern sozial bedingt. Oder indem man über Test herausfindet, dass die Vorhersagen der These nicht eintreten. Oder indem man eine Nichtübereinstimmung mit anderen Prinzipien feststellt.

Eine These wie „Die größere Körperkraft von Männern ist durch intrasexuelle Konkurrenz entstanden“ ist zB wiederlegt, wenn man feststellt, dass sie nicht eine Folge der anabolen Wirkung von Testosteron ist, sondern rein sozial bedingt. Sie ist auch widerlegt, wenn genetische Forschung nachweist, dass sich 80% der Männer, aber nur 40% der Frauen fortgepflanzt haben, da dann die intrasexuelle Konkurrenz unter Frauen wesentlich höher gewesen wäre.

Das kann man dann auch bei geistigen Eigenschaften machen, etwa wenn man Statusdenken und Wettbewerb auf intrasexuelle Konkurrenz zurückführt. Man kann Studien dazu machen, auf welchen biologischen Mechanismen diese beruhen, wie die Hormone dabei wirken, es mit anderen Tierarten vergleichen, wie Gorillas, Schimpansen und Bonobos und vergleichende völkerkundliche Studien, vielleicht verbunden mit Überprüfungen, wie in diesen Völkern die Testosteronwerte liegen (pränatales Testosteron, postnatales Testostern, Rezpetoren), durchführen. Man kann eben auch hier auf die Genetik zurückgreifen, wie in dem obigen Beispiel etc.

Thesen können auch widerlegt sein, wenn man Spieletheoretich nachweist, dass die damit zu verbindenen Verhaltensweisen keine evolutionär stabile Strategie bilden und daher sich nicht allgemein hätten durchsetzen können.  Ebenso kann sie falsifiziert sein, wenn wir sie nicht in unserer Ahnenreihe unterbringen können.

– Die EP kann kulturelle, soziale und gesellschaftliche Fragen nicht beantworten.

Das wage ich zu bezweifeln. Sie kann die meisten Fragen sogar wesentlich besser beantworten als jede andere Forschungsrichtung. Ich würde sogar sagen, dass man die meisten kulturellen, sozialen und gesellschaftlichen Fragen wesentlich besser versteht, wenn man sie in einem biologischen-medizinischen und dann evolutionspsychologischen Erklärungsmodell betrachtet. Erst wenn man die Bedeutung von intrasexueller und intersexueller Konkurrenz erfast hat, kann man das Statusstreben in der Gesellschaft verstehen. Erst wenn man sich anhand der spieletheoretischen Betrachtung deutlich gemacht hat, warum Altruismus ein Out- und eine Ingrouping erfordert, wird man Rassismus und Gruppenbildung sowie Ideologisierung wirklich nachvollziehen können. Und erst wenn man versteht, dass Evolution nicht gut ist und kein Gewissen hat kann man vieles verstehen, was der Mensch so treibt. „Nichts in der Biologie macht Sinn, außer im Lichte der Evolution“. Und der Mensch ist Biologie, ist ein Tier, wenn auch mit etwas mehr Großhirnrinde.

Auch aus der Richtung der Kritischen Psychologie kommt Kritik:

Wolfgang Maiers: Der Etikettenschwindel der Evolutionären Psychologie / The bogus claim of Evolutionary Psychology

Die Evolutionäre Psychologie (EP) zielt wissenschaftlich darauf ab, das für grundlegend fehlerhaft erachtete sozialwissenschaftliche Bild vom menschlichen Verhalten und Bewußtsein durch evolutionsbiologische Bestimmungen der conditio humana abzulösen. Im Zentrum des Beitrags steht eine kritische Überprüfung der methodologischen Prinzipien, theoretischen Voraussetzungen und empirischen Belege der EP. Deren Erkenntnisansatz erweist sich als zutiefst unhistorisch: Irregeführt durch einen genetisch-deterministischen Reduktionismus mündet er in ein eindimensionales und statisches Konzept menschlicher Natur ein.

Das ist ja schlicht falsch. Evolutionäre Modelle sind nur dann statisch und eindimensional, wenn man nicht versteht, was „im Schnitt“ bedeutet. Die biologischen Theorien und auch die evolutionspsychologischen Theorien (sie werden ja gerne in einen Topf geworfen) können natürlich jedes Verhalten bei einem Individuum erklären und abdecken. Ich hatte diesen klassischen Strohmannbiologismus schon ein paar mal besprochen

Hier auch  noch etwas dazu:

hile evolutionary psychology takes there to be a species-typical cognitive architecture – an evolved “human nature” – this does not entail the prediction that all humans will be everywhere the same. Variation has many sources, including genetic differences, contingent responses to the environment (such as language learning, in which a putative universal language acquisition system leads to differences in the specific language leaned depending on the environment), and so on. Evolutionary psychology is committed to the view that there is a human nature, much as there is a flamingo nature, mosquito nature, or oak tree nature. That is, there is a species-typical design with variation among individuals coming from many sources, both genetic and environmental. One important source of variation between individuals derives from the fact that humans learn from one another (Boyd & Richerson, 1985), and information accumulates over time. Because information in other people’s minds is one aspect of the environment for humans, people in different places and different times come to have beliefs because others in the local ecology have them. Sets of beliefs that differ from one group of individuals to another are, therefore, another part of the human phenotype to be explained. Evolutionary psychology takes what is usually termed “culture” to be the product of human minds, albeit a complex one. Far from placing no importance on the role of culture, evolutionary psychology sees culture as one of the most important aspects of human nature to try to explain (Tooby & Cosmides, 1992).

Es ist ein klassisches Fehlverständnis, dass das Feindbild evolutionäre Psychologie betrachtet ohne sich wirklich damit beschäftigt zu haben

Die kritisch-psychologische Anwendung der Evolutionstheorie auf die Psychophylogenese zeigt die Möglichkeit eines alternativen Verständnisses der Anthropogenese – als eines qualitativen Umwandlungsprozesses von der evolutionär-stammesgeschichtlichen zur gesellschaftlich-geschichtlichen Entwicklung – auf. Die einzelwissenschaftliche Auflösung des scheinbaren Paradoxons einer “gesellschaftlichen Natur” des Menschen ist unhintergehbar, wenn die EP als eine pseudowissenschaftliche, ideologisch begründete Ausdehnung des Geltungsbereichs biologischer Erklärungen auf die qualitativ verschiedene Ebene gesamtgesellschaftlich vermittelter menschlicher Existenz wirksam widerlegt werden soll.

Da ist kein Argument vorhanden, es ist reine Stimmungsmache. Der Verfasser hat sich meiner Vermutung nach noch nie ernsthaft mit Evolutionärer Psychologie, aber wohl auch nicht mit der medzinisch /biologischen Forschung in diesem Bereich beschäftigt.

Was man auch dringend beachten sollte ist: Nur weil eine Erklärung keine absolute Gewissheit bildet, bedeutet das nicht, dass sie falsch ist. Sie kann dennoch die wahrscheinlichste Erklärung sein und sogar höchstwahrscheinlich richtig. Zudem verschweigen die anderen Erklärungen gerne, dass sie eben auch erhebliche Unsicherheiten ausweisen. Gerade soziologische Erklärungen werden gern unter vollkommener Ignoranz biologischer Hintergründe entwickelt. Es hat beispielsweise nichts mit Evolutionspsychologie zu tun, wenn man anführt, dass Testosteron einer der Faktoren eines starken Sexualtriebs sind und Männer davon deutlich mehr haben als Frauen. Aber inwiefern taucht dies in soziologischen Betrachtungen auf?

Ich füge noch ein paar Links an:

Ich finde Kritik wichtig und gut. Daher bitte ich um weitere Kritik in den Kommentaren.

  • Mich würde auch interessieren, welche Theorien ihr als besser abgesichert betrachtet und welche Argumente euch dabei mehr überzeugen.
  • Mich würde interessieren, welche evolutionspsychologischen Theorien euch nicht überzeugen und warum
  • Mich würde interessieren, wie es eine Erklärung für den Menschen geben soll, ohne das man seine Entwicklung mit einbezieht oder gar ausblendet.

Machtmittel im Diskurs: Diskussionsbereitschaft

Kathrin schreibt auf ihrem Blog „The Leftist Elite“ dazu, wie man aus feministischen Kreisen darauf reagiert hat, dass sie mit mir eine Diskussion führen will und wie man allgemein zu wenig Diskussionswille in diesen Kreisen zeigt

Der zweite Grund warum das Netz kein „politisch“ kann, ist dieses ewige Rumgeflausche und Liebgehabe. Ich nehme mich da jetzt mal nicht aus: Es allen Recht machen wollen. Dorobaer und Schmidtlepp. Oder Stephan Urbach und Guttenberg. Das ist wie der fehlende Dislike-Button auf Facebook. „Hallo, ich sehe das komplett anders, als du! Wollen wir das mal in einer hitzigen Diskussion ausbattlen? Hätt ich voll Bock drauf.“ – habe ich fast noch nie gehört. Zuletzt kam so etwas Ähnliches von Christian, der Alles-Evolution-Schreiber. Und ja: ich setze mich gerne mit der „anderen Seite“ auseinander. Das ist nämlich politisch! Aber sofort kam über twitter die Maßregelung, dass ich „mit *dem*“ ernsthaft eine Auseinandersetzung führe – also nä…!

Das ist die neue Netzhygiene: Ich lasse niemanden in mein kleines Flauschi-Paradies, der meine Inhalte infrage stellt. Es ist auch völlig unmöglich, zumindest mancher-internet-orts, noch irgendeinen inhaltlichen Disput zu führen. Die Moralkeule hängt gleich drüber und *boing* hat‘se dich. Denn es gibt mittlerweile ganz schön viele etablierte Tabus. Blabla-ismen überall!

Ich stimme ihrer Meinung, dass man bei unterschiedlichen Auffassungen diskutieren sollte, um zu sehen, welche Gegenargumente es gibt und ob die eigene Meinung schlüssig ist, voll zu.

Mir scheint allerdings auch die Gegenauffassung innerhalb des dortigen Theoriegebäudes durchaus stimmig:

Zwei Grundannahmen des Poststrukturalismus sind:

  • es gibt keine obkjektive Wahrheit, sondern nur den Diskurs
  • im Diskurs geht es immer um Macht bezüglich des Diskurses

Nimmt man diese Einstellung, dann kann man vertreten, dass man mit jedem Diskurs mit der Gegenseite dieser Raum gibt, Einfluss im Diskurs zu gewinnen. Wer sich nicht auf einen Diskurs einläßt, der kann auch keinen Raum frei geben. Da es keine objektive Wahrheit gibt, wäre eh davon auszugehen, dass alle Argumente nur Ausdruck des Diskurses sind, in diesem entstanden sind und damit der Ideologie des jeweiligen Forschers entsprechen. Da die „biologische Geschlechterforschung“ nach dieser Auffassung dann eben patriarchalisch ist oder zumindest der hegemonialen Männlichkeit zuarbeitet (Beweis: Sie vertritt andere Auffassungen als der Genderfeminismus) ist das was dort vorgebracht wird egal, da die Meinung nicht in den Diskurs gelangen soll, muss man sie ausblenden.

Dagegen könnte man anführen, dass man mit der Eröffnung eines Diskurses ja wieder andere Schichten anspricht, die vorher vom „biologischen Diskurs“ vereinnahmt waren. Aber das würde natürlich die Auffassung verlangen, dass es in der Sache um Argumente geht, die eigene Auffassung die besseren Argumente hat und es darauf ankommt. Wenn man aber vertritt, dass es keine objektiven Fakten gibt, dann gibt es auch keine besseren Argumente. Es gibt nur besser konstruierte Wahrheiten. Was man anscheinend dem Patriarchat durchaus zutraut. Also bringt eine Debatte nichts, sondern ist sogar eher schädlich.

Schade eigentlich.

Ich biete noch einmal eine Debatte an und freue mich auch auf die mit Kathrin, die gerade „Gehirn und Geschlecht“ liest und danach darüber diskutieren möchte, was ich sehr begrüßenswert finde.

 

Warum ich die Bezeichnung „Lila Pudel“ ablehne

Jemand, der als Mann feministisches Gedankengut vertritt oder aber je nach Auffassung auch nur die eigenen Reihen nicht energisch genug schließt bzw. Kritik äußert wird im Maskulismus gerne als „lila Pudel“ bezeichnet.

Meiner Meinung nach verfolgt der Benutzer damit meist zwei Interessen:

  • Abgrenzung von In-und Outgroup
  • Abwertung der Meinung als außerhalb der In-Group stehend und damit falsch.

Das zeigt auch bereits die Probleme auf, die damit verbunden sind. Denn In- und Out Group spielen zwar für uns Menschen eine erhebliche Rolle, weil die Zugehörigkeit zu einer Gruppe in unserer Entwicklungsgeschichte eines der maßgeblichen Unterscheidungskriterien war, sollte aber in einer Diskussion keine Rolle spielen, in der es um Argumente geht.

Wer das „Lila Pudel“ Argument benutzt, der will damit entweder die Gruppendisziplin hochhalten („weiche nicht von unserer Meinung ab, sonst müssen wir dich als Überläufer behandeln und ausschließen“) oder aber will dessen Meinung über die Ideologiezugehörigkeit per se Gewicht nehmen.

Natürlich kann die Zuordnung zu einer Ideenwelt die Auslegung bestimmter Aussagen erleichtern („Weil X dem profeministischen Flügel nahesteht, gehe ich davon aus, dass er mit dieser oder jener Aussage auf die Privilegientheorie abstellt“). Aber sie sollte nicht der Entwertung der Meinung des anderen dienen und Argumente ersetzen.

Das gilt auf der umgekehrten Seite natürlich auch für viele Labels, etwa Maskulist, Biologist oder ähnliches. In-Group-Bildung, Hochhaltung der Gruppendisziplin und Feindbildaufbau sind menschliche Verhaltensweisen, in die wir schnell hineinrücken und von denen man sich schwer frei machen kann. Sie sind damit aber nicht gut, was ein naturalistischer Fehlschluß wäre.

Man sollte aufpassen, dass sie, wenn man an einer Diskussion interessiert ist, nicht die Argumente innerhalb dieser ersetzen.

Seminar: „Partnersuche leicht gemacht: Mit wenig Aufwand viel Erfolg bei den Frauen!“

Hier ein kleiner Hinweis auf ein Seminar von Aaron Sleazy und Kolja Alexander Bonke in Frankfurt am 11.02.2012.

Die Programmpunkte:

– Sich selbst kein Bein mehr stellen: Psychologische Hürden, und wie man sie überwindet

– Realistische Ziele: Durststrecke überwinden oder Don Juan werden?

– “Ich seh’ nicht so gut aus. Hab’ ich denn gar keine Chance bei den Frauen?”

– Mit Kleidung punkten: Stilempfinden vs. “Peacocking”

– Fitness & Ernährung: Wie man mit wenig Aufwand in Form bleibt und sich gut dabei fühlt

– Wissen, was man will: Polarisieren und selektieren

– Marktplatz: Wo und wie man effektiv Frauen trifft

– Wie man all das kombiniert, um sich erfolgreich von der Konkurrenz abzuheben

Kolja beschreibt sein Verhältnis zu Pickup wie folgt:

Aaron und ich haben beide recht viel gemeinsam, was die Sicht auf PU angeht. Wir halten nichts von hochkomplexen übertheoretischen Methoden, Pseudo-Manipulationen und von selbsternannten Gurus, die ihren Kunden aus reiner Gewinnerzielungsabsicht erzählen, dass das Aussehen eines Mannes egal ist. Mental Masturbation und Hirnfürze irgendwelcher KJs haben bei uns und im Seminar „Viel Erfolg mit wenig Aufwand“ keinen Platz, wir vermitteln nur Konzepte, die in der Wirklichkeit funktionieren.

Damit sehen sie vieles im Pickup wohl deutlich kritischer als ich. Ich gehe auch davon aus, dass man sich in der Technik verlieren kann und man lieber bestimmte Grundprinzipien nicht aus den Augen verlieren sollte, meine aber, dass viele Techniken interessant sind, wenn man auch das für sich richtige und passende Finden muss. Nicht alle Techniken sind etwas für alle und viele sind nichts für Anfänger oder müssen zum Typ passen.

Aber ich habe Gutes über beide gehört und denke, dass man auf dem Seminar viel gutes mitnehmen können wird. Gerade eine nicht zu techniklastige Darstellung kann da vielleicht einen guten Überblick geben.

Und natürlich gibt es für alle Alles Evolution Leser einen Sonderrabatt und das Seminar kostet nur 99 €, wenn man bis zum 31.01.2012 bucht (Na gut, den Rabatt gibt es für alle, die bis dahin buchen, aber so klingt es besser). Sonst kostet es 129 €.

Pickup kann also durchaus billig sein.

(Kurze Anmerkung: Ich habe nichts von diesem Seminar, ich verdiene nichts an der Werbung, ich war noch auf keinem Seminar von den beiden, wenn einer hin geht würde mich ein Bericht hier in den Kommentaren freuen)