Beziehungen, Gefühle zeigen, verschiedene Stile und allgemein etwas zum Wohlfühlen

Eine Freundin, die etwas weiter weg wohnt, aber der Familie nach aus meiner Stadt kommt, ruft mich an und erkundigt sich nach meinem Wohlbefinden. Ich berichte ein paar Kleinigkeiten, aber es hat sich nicht so viel getan.

„Ah“ sagt sie, „das ist gut. Ich dachte schon du hättest dich von Südländerin getrennt“. Ich frage erstaunt nach, warum sie das meint. „Naja, sagt sie, ich habe mit meiner Mutter telefoniert und die hatte sich mit Herrn Müller getroffen, der auch mal bei dir Kunde war. Und weil er weiß, dass wir uns kennen, hat er meiner Mutter erst einmal erzählt, dass er dich mit einer neuen Freundin gesehen hat, ihr wärt ganz hinreißend  gewesen, so wie es eben nur jung Verliebte sind. Ich habe ihr gleich gesagt, dass das doch schön ist. Aber ich dachte, ich melde mich sicherheitshalber mal und schaue, wie es dir geht“

Das finde ich eigentlich ein sehr schönes Kompliment. Wir sind ja nun schon einige Jahre zusammen . Ich gebe zu, ich mag es etwas kitschig und verspielt. Von einigen  Whatsapp-Verläufe kann man ohne Probleme durchs reine Lesen zuckerkrank werden (andere Passagen verhalten sich natürlich auch schlicht darüber, dass man noch Käse oder Milch mitbringen soll). Wir halten Händchen, wir geben uns ein Küsschen, wir sind meist recht liebevoll miteinander. Natürlich streiten wir uns in unser Beziehung auch mal oder haben gewisse Krisen, das bleibt ja nicht aus. An einer Beziehung muss man immer arbeiten.

Ich kombiniere gerne eine etwas kitschige Romantik mit bösen Spruchen oder einer leichten Übertreibung, eine gewisse Form von Push und Pull vielleicht, aber eher spielerisch und Südländerin hat sich das teilweise auch angeeignet. Wir werfen uns gerne spielerisch Sachen vor (dann aber meist wenn wir unter uns sind) und verkünden etwas überdramatisch, dass wir deswegen Schluß machen etc. Zu anderen Zeiten erklären wir, dass der andere das Wichtigste im Leben ist. Ich glaube es schafft Raum für Emotionen und Gefühle und auch etwas Spaß. Ich sage nicht, dass man es so machen sollte, es ist eben etwas, was für uns beide passt. Wir mögen es so.

Andere Paare leben ihre Beziehungen weniger emotional oder machen es vielleicht nur nicht so öffentlich. Mit einigen Paaren kann man weggehen und man würde sie eher für Freunde halten als für ein Paar. Sie berühren sich nie, sie wirken relativ neutral zueinander. Was ja nicht bedeutet, dass ihre Beziehung schlechter ist. Sie werden einen Weg gefunden haben, der gut zu ihnen passt. Und es kann sein, dass sie es schlicht nicht mögen, sich in einer gewissen Weise in der Öffentlichkeit zu verhalten und sich unter sich anders verhalten.

Man verliert sich eh gerne in einer Beziehung, gerade mit recht langen Arbeitszeiten. Dann macht man nicht mehr so viel, wenn man nach Hause kommt, man verbringt schlicht Zeit mit dem Partner und es kommt schnell dazu, dass man soziale Kontakte etwas vernachlässigt. Was nicht schlimm ist, wenn man sich mit seinem Partner wohl fühlt.

Wenn Südländerin mal etwas länger weg ist, beispielsweise wenn sie ihre Familie in Südland besucht, dann genieße ich durchaus die Zeit. Ich hole ein paar Serien auf, zu denen ich sonst  nicht komme und ich plane ein paar längere Blogartikel zu schreiben, die ich schon immer mal schreiben wollte, was aber auch nicht immer klappt. Aber ich erwische mich auch bei Gedanken daran, dass die Wohnung zu leer ist. Und ich bin dann auch froh, wenn sie wieder da ist.

Es ist natürlich schön jemanden zu haben, mit dem man sein Leben teilt. Ich habe immer lange in WGs gewohnt und auch mit guten Freunden. Aber das ist immer noch etwas anderes als eine Beziehung. Es ist schön, abends jemanden zu haben, an den man sich kuschelt. Und neben jemanden aufzuwachen und dessen warmen Körper zu spüren. Es ist schön, jemanden zu haben, der sich für einen einsetzt und mit dem man etwas Gemeinsames gestalten will. Ich hatte schon in einem anderen Artikel etwas dazu geschrieben, dass ich mich in der Beziehung wohl fühle. Und ab und zu muss man das, gerade weil wir hier auch viel über Trennungen und deren Folgen reden, mal betonen.

Wie lebt ihr eure Beziehungen? Eher die äußere Distanz oder eher das kitschigere? Wie haltet ihr sie lebendig und was findet ihr schön?

Die große Liebe finden

Die „große Liebe“ ist ein Konzept, nachdem es für „jeden Topf den richtigen Deckel gibt“, den einen Menschen, der wie für einen gemacht ist, und mit dem es wunderbar ist und alles klappt. Sie dürfte eine Idealisierung sein, die auf einem Hormonhoch aufbaut.

Es sei jedem gegönnt und ich wünsche es jedem, dass er den Partner findet, der perfekt zu ihm passt und bei dem beide das Gefühl haben, dass alles ganz einfach und unkompliziert ist. Aber in der Praxis dürfte es meist so sein, dass beide Individuen sind, die eben nicht perfekt sind und ihre Stimmungen und Fehler haben und bei denen man auch bereit sein muss an der Beziehung zu arbeiten und mit denen man gemeinsam Kompromisse eingehen muss.

Es kann gefährlich sein, auf die eine „große Liebe“ zu warten, der, der besser ist als alle anderen und an dem man auch kein Fehl findet. Denn diese Einstellung, dass sich jemand so auf einen ausrichten muss, ist ja bereits selbst ein „Fehl“ der einen hindern wird, selbst ein perfekter Partner zu sein: Kaum ein Mensch wird es schaffen, dass er solchen Erwartungen genügt.

Gleichzeitig klingt „gut genug, dass das Zusammenleben mit ihm/ihr schön ist und man es schafft es gut miteinander auszuhalten“ wahnsinnig unromantisch. Auch eine „normale Liebe“ im Gegensatz zur großen Liebe klingt nicht sehr gut. Man möchte in der Liebe eigentlich keine Kompromisse eingehen müssen, aber gleichzeitig sind Beziehungen etwas, in dem Kompromisse und ein sich auf den anderen Einlassen ungemein wichtig sind. Gleichzeitig ist es wichtig, sich auch nicht selbst aufzugeben oder unterkriegen zu lassen. Was einen gleich zu der zweiten Gefahr bringt: Der Idealisierung einer Person. Das kann so aussehen, dass man eine Person, mit der man noch gar nichts hatte und die man vielleicht kaum kennt, zu seiner großen Liebe erklärt, was sie unerreichbarer macht und eine Person, die einen beispielsweise verlassen hat, zu seiner großen und für anderen unerreichbaren Liebe erklärt, an der sich andere messen müssen und wegen derer man alle anderen aufgibt. Beides würde man im Pickup wohl ebenso unromatisch der „oneitis“ zuordnen, in der es nicht darum geht, dass man sich nicht verlieben soll, sondern darum, dass man nicht eine Frau auf ein Podest heben soll, die man nicht bekommt oder die sich nicht für einen interessiert.

Natürlich passen bestimmte Menschen von Charakter, Interessen und sonstigen Umständen besser zusammen als andere. Und wenn man das Gefühl hat, dass dies für beide so ist und beide einander wertschätzen, warum es nicht „die große Liebe“ nennen?

Was sagt ihr zur „großen Liebe“?

Liebe

Diese Woche soll es durchgängig jeden Tag um ein anderes Thema rund um „Mann &  Frau zusammen“ gehen, einfach freie Assoziationen und Gedanken, anhand jeweils eines bestimmen Schlagwortes. Für neue Ideen und für das Entdecken von Aspekten, die bei spezielleren Texten untergehen.

Weiter geht es mit:

 

Liebe

Wie entsteht für euch Liebe oder was ist Liebe überhaupt? Verliebt sein und Liebe, wo ist der Unterschied? Was ist Liebe überhaupt und ab wann ist es Liebe? Gibt es überhaupt noch Liebe in der heutigen Zeit? Und sollte man sich noch verlieben? Was muss man machen, damit die Liebe bleibt? Lohnt sich das warten auf die eine große Liebe? usw

Romantische Liebe: Weltweit und zeitlos oder Erfindung der (westlichen) Moderne?

Gegen evolutionäre Biologie wird gerne angeführt, dass deren Betrachtungen bereits deswegen unzutreffend sind, weil romatische Liebe etwas neues ist, was es früher nicht gab, da habe schlicht die Familie, insbesondere die Eltern die Beziehungen arrangiert.

Dazu gibt es eine interessante Untersuchung, die Legenden und Sagen ausgewertet hat. Das Ergebnis vorneweg:

 

Man sieht also, dass die romantische Liebe weltweit in (alten) Erzählungen eine Rolle spielt.

Aus der Studie zunächst zur Definition, die verwendet wurde:

Harris’s detailed synthesis of previous academic definitions:

1. Desire for union or merger, both physical and emotional

2. Idealization of the beloved

3. Exclusivity (reciprocal)

4. Intrusive thinking about the love object

5. Emotional dependency

6. Reordering of motivational hierarchies or life priorities

7. Powerful empathy and concern for the beloved14

In our view this is an impeccable definition, but for the benefit of our content analysts we also produced a more concrete and accessible version that would not require additional definitions of the key components.
Romantic love is “a feeling expressed in a romantic context between two people; it has a dimension of sexual attraction, even lust, but it is not limited to that; it is an emotion that is typically reserved for only one person (though romantic love is not necessarily inconsistent with sexual promiscuity); it carries the expectation of lasting duration; it involves intense attraction to the beloved’s whole person and is not just about attraction to the body.”

Da wird einem selbst gleich romantisch ums Herz. Der evolutionäre Rahmen wird dabei auch deutlich: Es geht um eine Bindung, die den Sex exklusiv macht und ein gegenseitiges Einstehen für die Aufzucht der gemeinsamen Kinder bewirken soll.

Aus der Studie:

Considered as a whole, our material covers all the attributes of romantic love. “Falling in love” is described as a distinct and recognizable process in tales from regions as diverse as West Africa, Japan, North and South America, the Middle East, Polynesia, China, and Europe. Our instances of intrusive thinking come from cultures so diverse as Hawaii (where a young woman professes to love the King so much that she thinks of him day and night, and even in her dreams, and another woman weeps bitterly because the thought of her absent lover never leaves her); Punjab in northern India (where an enamoured youth cannot eat or sleep for love of a beautiful princess); and the Western Yugur steppe of China (where a boy suffers from “lovesickness” and is eventually cured). Wherever lovers are separated for long, intrusive thinking is attended by pain or Jonathan Gottschall and Marcus Nordlund 461 even despair. This emotional dependence takes on cosmic proportions in a Maori tale of creation where the Sun weeps so hard over his separation from his mistress Earth that his tears eventually turn into oceans. We have also found examples of emotional commitment, empathy, and exclusivity so strong that lovers are either prepared to sacrifice their own lives for their loved ones (as in a Japanese tale) or continue their relationship beyond death (in a tale from the Heiltsuk Nation of British Columbia, two lovers swear that the one who dies first will return to bring the other to the kingdom of the dead). Other examples are more complex. One tale from the Middle East provides a particularly unpleasant example of how strong love can coexist, without apparent contradiction, with moral judgements that seem diametrically opposed to it. A husband loves his wife so much that he is “ready to sacrifice his life to satisfy her whim.” He is, however, also prepared—on the advice of none other than his trusty dog, who has ten wives and controls them all perfectly—to take a heavy stick and give her a good beating across the back because she is too curious about his secrets.

Die entsprechenden Geschichten auszuwerten ist aus meiner Sicht ein interessanter Ansatz und bereits in den uns bekannten Geschichten spielt auch tatsächlich Liebe häufig eine Rolle. Das Liebe eine neue Erfindung ist, ebenso wie Begehren und Partnerwahl, erscheint mir aufgrund der klaren Mechanismen, die wir dafür haben, eine unhaltbare These.

Dazu auch:

Wenn die Liebe stirbt… Gibt es ein evolutionäres Modul zum Schlußmachen?

Ein Artikel mit einem interessanten Thema ist der Folgende:

As a species, humans are generally serial monogamists; in some cases mating with the same partner for years or even decades. Nonetheless, humans often mate with more than one partner over the life course, meaning that romantic pair bonds often come to an end. Prior research has tentatively suggested that a mental mechanism might exist that facilitates severing the romantic bond between mates. Put differently, because romantic love is a species-typical trait, all members of the human species may come equipped with the mental hardware for both falling in love as well as for ending a relationship. Currently, the evolutionary, cognitive, neurobiological, and genetic underpinnings of human mate ejection have yet to be fully elucidated. We examine each of these factors to illuminate the possible mechanisms that may underpin the human tendency to fall out of love.

Quelle: When Love Dies: Further Elucidating the Existence of a Mate Ejection Module

Leider komme ich an den Volltext nicht ran, wenn ihn jemand hat, dann wäre ich interessiert.

In der Zwischenzeit einige Gedanken dazu:

Wenn man davon ausgeht, dass wir biologisch auf eine „serielle Monogamie“ ausgerichtet sind, dann ist es sinnvoll, nicht nur die Partnersuche, sondern auch die Entscheidung, wann es besser ist, nicht an einer Beziehung festzuhalten, nach evolutionär entstandenen Kriterien auszurichten. Es würde also ein entsprechender Selektionsdruck in diese Richtung bestehen.

Ich würde mir ein Modul dann so vorstellen, dass es nicht nur in der Partnersuche die „Marktwerte“ von Kandidaten oder potentiell verfügbaren Personen überprüft und diese im Verhältnis zum eigenen Martwert setzt, sondern dies kontinuierlich fortsetzt. Dabei wäre einzuplanen, dass eine bisherige Beziehung einfach weil sie eine gewisse Dauer hat eben auch einen gewissen Wert hat: Wenn diese Person es schon so lange mit einem ausgehalten hat, dann spricht das für eine gewisse Kompatibilität, die bei einem neuen Partner keineswegs bestehen muss. Man muss also insbesondere einplanen, dass man etwas sichereres für etwas unsicheres aufgibt. Gleichzeitig muss man bei einer schlecht laufenden Beziehung überlegen, ob man nicht eine gute neue Gelegenheit opfert, um etwas bereits zum Scheitern verurteiltes zu retten. Bei einer Frau kommen noch die Überlegungen dazu, dass ein Fortsetzen einer Beziehung zu einer Schwangerschaft führen kann, die dann auch eine Partnersuche erschwert, bei einem Mann wäre ein Fortsetzen der Beziehung hingegen durchaus günstig, solange man noch keine neue hat, aber noch Sex oder zumindest die potentielle Möglichkeit, dass es noch zum Sex kommt.

Dagegen steht, dass sowohl Trennung als auch Nichttrennung Zeichen für andere darstellen können, die sich positiv und negativ auf den eigenen Partnerwert auswirken können.

Wer einen schlechten Partner nicht verlässt, der macht deutlich, dass er nicht meint einen neuen Partner zu finden, das er also selbst davon ausgeht, einen niedrigen Marktwert zu haben.

Wer einen Partner verlässt, der kann hingegen das Signal setzen, dass er nur sehr eingeschränkt zu einer tiefen Bindung fähig ist und eine Bindung bei Auftauchen eines besseren Partners schnell aufgibt. Damit lohnt sich eine Beziehung mit einer solchen Person dann weniger. Es kommt also stark auf die Umstände des Einzelfalls an.

 Ich könnte mir vorstellen, dass wir schlicht kritischer werden, wenn aus Sicht unserer Biologie bestimmte Parameter des Partnerwerts sinken, insbesondere, wenn unsere steigen und wir entsprechende bessere Angebote haben.

Wahrscheinlich auch ein Grund, warum gerade statushohe Männer mit Geld und Ruhm sich scheiden lassen oder jüngere und attraktivere Geliebte haben.

Eine andere interessante Studie dazu  habe ich bei Erwin Schmidt gefunden:

In all comparative analyses, humans always fall on the borderline between obligate monogamy and polygamy. Here, we use behavioural indices (sociosexuality) and anatomical indices (prenatal testosterone exposure indexed by 2D : 4D digit ratio) from three human populations to show that this may be because there are two distinct phenotypes in both sexes. While males are more promiscuous and display higher prenatal testosterone exposure than females overall, our analyses also suggest that the within-sex variation of these variables is best described by two underlying mixture models, suggesting the presence of two phenotypes with a monogamous/promiscuous ratio that slightly favours monogamy in females and promiscuity in males. The presence of two phenotypes implies that mating strategy might be under complex frequency-dependent selection.

Quelle: Stay or stray? Evidence for alternative mating strategy phenotypes in both men and women

Die Grafiken dazu:

Bleiben oder verlassen?

Bleiben oder verlassen?

Aus der Besprechung:

This study is the first, to the best of knowledge, to show statistically that both men and women exhibit two reproductive phenotypes of varying proportions. This would seem to provide a principled explanation for the fact that humans always appear midway between monogamous and polygamous species on all anatomical indices of mating system. Overall, our results suggest that the proportional split in males slightly favours an unrestricted (short-term) mating strategy, with a 57 : 43 split on average for the three datasets, whereas females have a reversed split (47 : 53). However, the mixing proportions in the 2D : 4D digit ratio dataset suggest that a slightly higher proportion of the unrestricted phenotype is present in both sexes (males approx. 62%, females approx. 50%). Note that although males are, overall, more unrestricted than females in all three datasets (as has widely been reported to be the case [4,20]), there is in fact considerable overlap: unrestricted females have more extreme (i.e. more promiscuous) indices than restricted males in each sample. This would not have been predicted on conventional views of human mating style. Of course, while the limitations of the available statistical tools have obliged us to approach the data in the way we have, our analysis does not formally allow us to determine whether the phenotypes we identify represent two separate subpopulations, each with their own normal distribution, or a single population with two modes. Deciding between these, and other, options will require further biological study.

While it has been widely suggested that males divide into two mating types (‘cads’ versus ‘dads’ [8]) and there is some evidence for a genetic basis for this distinction [11], this study is the first, to the best of our knowledge, to provide quantitative evidence on their proportional distributions in natural populations. More importantly, it is the first to suggest that a similar partition may also exist in females. Although the genetic variation underlying sociosexual behaviour in a female twin population had been previously found on visual inspection to be clearly bimodally distributed [10], quantitative evidence for distinct phenotypes underlying such bimodality has been lacking.

The statistical method used here assumes that underlying mixture distributions are normally distributed and does not rule out the possibility that the two phenotypes are skewed or represent two separate peaks on a single underlying distribution. Unfortunately, it is not possible to investigate alternative statistical distributions: the near-infinite number of possible permutations and combinations involved makes statistical analysis impossible. These methods, however, are still robust enough to point to the existence of alternative mating phenotypes in both sexes, and it is likely that these have distributions across the phenotypic continuum (in all likelihood reflecting the fact that they are predispositions rather than categorical types). More importantly, which of these alternatives is biologically the case does not affect our claim that statistical analysis of three separate datasets reveals that each sex seems to exhibit two different phenotypes in roughly equal proportions.

There has been some debate concerning the distinction between trait and type views of personality dimensions [21], with some evidence to suggest that what have previously been seen as types (e.g. extrovert versus introvert) are in fact part of a trait continuum where differential binning of data can create the illusion of two underlying mixture distributions. Our analyses are inevitably subjected to the same risk, of course. However, we rest our claim not on the way we cast the data as a histogram or, as in the case of personality types, on particular theoretical preconceptions, but rather on a purely statistical method based on a quantitative approach to the data that we use simply to demonstrate that the data are not best described by a unimodal normal distribution. Exactly what this means in terms of the underlying biology we leave to future research to discover.

Accepting our analyses as offering at least prima facie evidence for the existence of distinct mating phenotypes in the two sexes prompts a number of predictions for future investigation. If the two phenotypes essentially represent stable and unstable pair-bonding predispositions (see Walum et al. [11]), we might expect there to be some tendency for assortative mating between the phenotypes. We might also predict that stable–stable pairings are less likely to divorce than other pairings, with unstable–unstable pairings having the shortest durations. The existence of two phenotypes raises a number of further evolutionary questions. One is whether there are within-sex fitness differences between the two strategies. There is some evidence to suggest that reproductive success is linearly related to 2D : 4D ratios, but in opposite directions in the two sexes [14], but whether this is enough to drive the evolution of such a pattern has yet to be determined. While it is possible that the four-way division is an evolutionary stable strategy (ESS) and in evolutionary balance, it is also possible that the distribution is inherently unstable, because the two sexes are in conflict over the optimal balance between mating and parental investment.

Finally, we noted above that 2D : 4D ratios (a biological marker) are slightly more biased towards a promiscuous (unrestricted) strategy than the SOI index (a psychological behavioural index). While the magnitude of the difference is small in each case, the discrepancy suggests that mating strategy inclinations might also be subjected to a modest degree of cultural modification. Previous research has found that female sociosexuality is more responsive to environmental shifts than male sociosexuality [4,22], and our data confirm this: while both sexes exhibit a shift (towards a restricted strategy in males, but towards unrestricted in females), the magnitude of the shift is larger in women than in men. While there is strong evidence that additive genetic factors best predict adult sociosexuality [23], differences in behaviour are in part likely to reflect cultural or environmental fine tuning of underlying genetic strategies in response to local circumstances as each sex tries to maximize overall fitness.

Es scheint also Menschen mit verschiedenen Ausrichtungen zu geben, die einen sind eher auf einen schnellen Wechsel ausgerichtet und die anderen eher auf ein bleiben.

Romantische Liebe in einer Langzeitbeziehung

Über Erwin Schmidts Blog bin ich auf diesen interessanten Artikel gestoßen:

This article examines the possibility that romantic love (with intensity, engagement, and sexual interest) can exist in long-term relationships. A review of taxonomies, theory, and research suggests that romantic love, without the obsession component typical of early stage romantic love, can and does exist in long-term marriages, and is associated with marital satisfaction, well-being, and high self-esteem. Supporting the separate roles of romantic love and obsession in long-term relationships, an analysis of a moderately large data set of community couples identified independent latent factors for romantic love and obsession and a subsample of individuals reporting very high levels of romantic love (but not obsession) even after controlling for social desirability. Finally, a meta-analysis of 25 relevant studies found that in long- and short-term relationships, romantic love (without obsession) was strongly associated with relationship satisfaction; but obsession was negatively correlated with it in long-term and positively in short-term relationship

Quelle: Does a Long-Term Relationship Kill Romantic Love?

Es geht also um die romantische Liebe und die Frage, wie sie eine Langzeitbeziehung übersteht.

Aus einer Besprechung der Studie:

Many believe that romantic love is the same as passionate love,“ said lead researcher Bianca P. Acevedo, PhD, then at Stony Brook University (currently at University of California, Santa Barbara). „It isn’t. Romantic love has the intensity, engagement and sexual chemistry that passionate love has, minus the obsessive component. Passionate or obsessive love includes feelings of uncertainty and anxiety. This kind of love helps drive the shorter relationships but not the longer ones.

Es erfolgt also eine Abgrenzung zwischen der romantischen Liebe und der leidenschaftlichen Liebe. Die Leidenschaftliche Liebe soll dabei durch ein Element der Zwanghaftigkeit von der romantischen Liebe zu unterscheiden sein, also das Gefühl, dass es nur noch den anderen gibt und man gar nichts anderes mehr wahrnimmt. Dagegen hat in der späteren romatischen Liebe dieser alleinige Bezug eine geringere Bedeutung.

Aus der Auswertung in der Besprechung:

The review found that those who reported greater romantic love were more satisfied in both the short- and long-term relationships. Companion-like love was only moderately associated with satisfaction in both short- and long-term relationships. And those who reported greater passionate love in their relationships were more satisfied in the short term compared to the long term.

Couples who reported more satisfaction in their relationships also reported being happier and having higher self-esteem.

Feeling that a partner is „there for you“ makes for a good relationship, Acevedo said, and facilitates feelings of romantic love. On the other hand, „feelings of insecurity are generally associated with lower satisfaction, and in some cases may spark conflict in the relationship. This can manifest into obsessive love,“ she said.

Wer es also schafft die romantische Liebe über die Jahre zu retten, der wird insgesamt mit seiner Beziehung zufriedener sein, bei denen, die eher gute Freunde werden, aber die romantische Liebe nicht mehr haben, wird es hingegen schwieriger und echte Bessenheit miteinander hält man nicht so lange durch, sie ist am Anfang nett, aber bei längerer Dauer kann sie eher zu Konflikten führen.

So gesehen keine so großartig überraschenden Neuigkeiten: Gute Beziehungen machen glücklich, wer sich nicht mehr romantisch liebt, sondern eher eine Zweckgemeinschaft gründet, bei dem kann es eher schiefgehen, und wer aus der Besessenheit nicht rauskommt, der hat eben auch nicht das passende Vertrauen zueinander aufgebaut und wird sich durch Eifersucht etc das Leben schwer machen.

In einer anderen Besprechung wird noch auf die Tricks, dies zu erreichen eingegangen:

What’s the secret?

“These people are often very relationship focused,” Acevedo told LiveScience. “Their relationship is something that is very central to their lives, something they spend time on, work on, really care about. They seem to resolve conflicts relatively efficiently and smoothly.”

Das ist bei der teilweise bestehenden Kurzlebigkeit unserer Gesellschaft sicherlich nicht immer einfach. Wo früher sozialer Druck und die Ächtung einer Trennung oft gar keine andere Möglichkeit boten als zusammen zu arbeiten, kann man heute auch viele Ehen oder eben nur Beziehungen hintereinander haben. Das „Prisoners Dilemma“, dass beide viel zu verlieren drohen, wenn sie investieren und der andere dann Schluß macht, sobald er eine bessere Option auf dem Partnermarkt findet, aber beide viel gewinnen können, wenn sie kooperieren wird immer riskanter, wenn Scheidungen normaler werden.

Es werden noch einige weitere Tipps genannt:

Other studies on building strong, romantic relationships also suggest the following may help:

  • Continue exploring and engaging in new activities and opportunities with one another.
  • Resolve conflicts as they occur, respectfully; don’t let conflicts simmer and build into something bigger over time.
  • Find something challenging to do together; a shared challenge can help bring you closer together if you work as a team.
  • Feeling that your partner is “there for you” is invaluable for a good relationship.
  • Guard against insecurity, as it can lead to spark relationship problems that otherwise wouldn’t exist.

Romance doesn’t have to turn into pure friendship over time, nor does it have to die a natural death in long-term relationships. Strive to keep the romance alive in your long-term relationship — it’s not as impossible as it may seem.

Das hat man auch schon alles an anderer Stelle gehört, aber es schadet ja nichts, es sich noch einmal bewusst zu machen.

Die umgekehrte Versorgerrolle und die Liebe

Sie hat irgendwie nie Geld. Dabei hat sie einen guten Job. Sie ist sparsam, wenn sie weggeht, dann trinkt sie ein Bier, an dem hält sie sich dann den Abend über fest. Aber trotzdem reicht es anscheinend nicht wirklich. Zum Monatsende leiht sie sich schon einmal was von Freundinnen.

Ihr Freund ist Student. Im zwölften oder dreizehnten Semester. Architektur oder so. Er studiert es so halb, irgendwie besucht er immer mal wieder Vorlesungen oder schreibt mal eine Klausur mit. Aber voran kommt er nicht wirklich. Sie hält ihn über Wasser, er hat noch irgendwelche Schulden ab zu tragen und sie gibt ihm was dazu, wenn seine Aushilfsjobs als Keller nicht genug abwerfen. Den Haushalt versorgt eh sie.

„Sie liebt ihn eben“ sagt Südländerin. Sie kann ja auch nicht einfach mit ihm Schluss machen, nur weil er länger studiert. Andere Angebote hätte sie bestimmt. Sie ist eine hübsche Frau. Südländerin meint neidisch seufzend, dass sie den perfekten Hintern hat, schlank, aber rund wie eine Kugel. Ich will ihr da nicht widersprechen. Und ein nettes Gesicht hat sie auch noch. Aber momentan interessiert sie kein anderer. Sie sind ja auch schon viele Jahre zusammen, dass will sie nicht aufgeben.

Er hat immerhin wohl eine beachtliche Scheißegal-Haltung. 

Jetzt soll sie ihm eine First gesetzt haben. Wenn er in drei Semestern nicht fertig ist oder man zumindest sieht, dass er sich sehr deutlich bemüht, dann wird es ihr zuviel. Sie wird ja auch nicht jünger und kann auch nicht ewig warten, mit Familie und Kindern. Das alte Zeitproblem.

So langsam fängt sie wohl an sich zu entlieben. Es wird eben immer schwerer eine positive Zukunftsvision aufzubauen. Er lebt in der Gegenwart und hält das hier und jetzt für wesentlicher. Die Zukunft ist noch weit weg, Aus ihrer Sicht ist seine fehlende Bereitschaft für die Zukunft zu planen etwas, was die Gegenwart belastet. Die Zukunft wird immer mehr zu einem drängenden Problem.

So bewegen sich die beiden auseinander. Mal sehen ob sie die drei Semester durchhalten.