Das Nein direkt vor dem Sex – Last minute Resistance

Last Minute Resistance oder „Widerstand auf die letzte Sekunde“ ist ein Begriff aus dem Pickupbereich, der beschreibt, dass eine Frau, die eigentlich alle Anzeichen gegeben hat, dass sie zu Sex bereit ist, kurz bevor es ernst wird kalte Füße bekommt und es doch lieber sein läßt.

Evolutionär lässt sich dies gut einordnen, denn da die Frau die Kosten des Sex trägt ist eine letzte Überlegung oder ein Unsicherheitsgefühl, das sie ihre Entscheidung noch einmal überprüfen lässt etwas, auf das schnell selektiert werden kann. Tatsächlich sind die heutigen Folgen dank moderner Verhütung ja zumindest was die Kosten des Sex angeht leicht abzufangen, aber unser evolutionäres Erbe vergeht eben nicht so schnell und manifestiert sich auch heute noch in den möglichen sozialen Folgen für eine Frau bei zu freigiebigen Sex, also etwa ein Slutshaming durch Männer und Frauen. Das es insoweit häufig eine irrationale Angst ist macht es aber nicht weniger relevant und gerade im Pickup ist es insofern interessant, wie man damit umgeht, damit es doch noch zum Sex kommt.

Dies wiederum rückt es aus Sicht vieler Frauen gefährlich in die Richtung einer Vergewaltigung, bei radikalen Feministinnen ist es schon an sich eine Vergewaltigung, denn ein einmal geäußertes Nein ist dort immer zu ignorieren akzeptieren und jede Umstimmung ihrerseits damit ein Verstoß.

Gerade gibt es ein Beispiel, bei dem ein Pickup-Buch, dass sich insbesondere mit der Last Minute Resistance beschäftigt, nach feministischen Aufschrei von Amazon aus dem Programm genommen worden ist.

Der Klappentext des Buches enthielt das Folgende:

Are you sick of getting a hot girl back to your place, excited at the prospect of fucking her, only to come up against last minute resistance when you go to make your moves…?

Maybe you go to kiss her but she pulls away. Maybe you reach to undo her bra, but she pushes your hand away…

Maybe you’re already naked and all she has on are some thin lace panties soaked with her pussy juices. And yet for some reason, when you go to take off this paper-thin barrier between her wet pussy and your eager dick, she STILL stops you! Over and over again…

You get frustrated and think „what the fuck is this girl’s problem!?“ And no matter what you do or how you try, you just can’t overcome her resistance. So quite naturally, you get annoyed and give up. Maybe you even go to sleep with this hottie laying right next to you.

It’s almost like the universe is mocking you by making you lay right next to the girl you want to fuck so badly but can’t. One sleepless night later, you haven’t made love and you’re left feeling drained, defeated and — let’s be real — like a bit of a loser…

She walks out the door and you’ll never see her again. What a waste. After all, you did ALL that work to get a girl alone in the first place and then you couldn’t seal the deal. It stings the ego and it’s torture for your sore dick and aching balls.

But believe it or not, this situation happens to countless guys just like you all the time. Guys who are actually pretty good with women but still haven’t mastered the art of „closing“…

Believe me, I know all too well how irritating and embarrassing this is. This frustrating scenario used to plague me, too. And it has cost me sex more times than I care to admit.

But these days I rarely run into this dreaded Last Minute Resistance, or „LMR“ for short. And in the rare cases that I do encounter it, I cut through it like a hot knife cuts through creamy, yellow butter.

And I’m about to show you how you can do it too…

In this detailed eBook and collection of real life case studies that are years in the making, I share the little-known mindsets and techniques that I and other extreme players have found to be consistently effective at breaking through a girl’s last minute resistance to sex AND preventing it!

Die feministische Wertung bei Jezebel ist klar:

Obviously, there is no such thing as non-coercively „turning ’no‘ into ‚yes.'“ „Talking someone into having sex with you“ using mind tricks or intimidation isn’t surmounting the final obstacle on the path to seduction. . Coercing someone into having sex when she does not want to isn’t a „technique,“ it’s date rape

Aus meiner Sicht ist es ein himmelweiter Unterschied ein Nein in ein Ja zu verwandeln oder jemanden zu zwingen, mit einem Sex zu haben. Für ein Nein kann es verschiedene Gründe geben, einer davon ist, das sie tatsächlich nicht will und nichts ihre Meinung ändern kann, ein anderer aber, dass sie will, dass man um sie kämpft, dass sie sich begehrenswert fühlen möchte, dass sie ihren guten Ruf wahren möchte oder das sie sich tatsächlich Unsicher ist, ob sie will oder nicht und den Entscheidungsprozess noch nicht abgeschlossen hat.

Insoweit ist natürlich interessant, was die Techniken sind, die ein Nein in ein ja verwandeln sollen. Ich hatte hierzu schon einmal in einem Kommentar etwas dazu geschrieben:

Last minute resistance ist nicht der Gedanke, das es keinen legitimen Grund für Widerstand gibt.

Der Gedanke ist eher, dass viele Frauen zunächst alle Schritte mitmachen, also man schon rumgeknutscht hat, körperlicher geworden ist und sie dann, wenn es ernst wird, noch mal kalte Füsse bekommt.

Eine mögliche evolutionäre Theorie wäre dazu, dass es für Frauen sehr sinnvoll ist, vor dem Sex noch einmal zu prüfen, ob es eine gute Idee ist und im Zweifelsfall eher keinen Sex zu haben, wegen den bekannten Folgekosten.

Es ist vergleichbar mit jemanden, der auf das 5 Meter Brett im Schwimmbad hochsteigt und springen will und dann beim runtergucken überlegt, ob er nicht doch wieder runterklettern soll. Natürlich kann derjenige wieder runtersteigen, aber mitunter kann es auch gut sein, wenn man ihm weiter zuredet und er es sich dann doch traut. Man muss auch in einem solchen Fall nicht einfach sagen “Gut steig wieder runter, es ist deine Entscheidung”, sondern man kann ihm gut zureden, ihm sagen, dass man ja mit ihm springt oder ihm sagen, dass der Sprung unproblematisch sein wird.

Last minute Resistance bedeutet zunächst, dass man nicht genug Vertrauen bei ihr aufgebaut hat, dass es eine gute Sache wird. Es mag sexuelle Anziehung vorhanden sein, aber nicht genug Komfort. Wenn man häufig Last minute Resistance auftrifft, dann muss man seine Komfortphase ausbauen und verbessern, also sein Verhalten verbessern weit vor jeder Last Minute Resistance. Wir werden uns einig sein, dass eine solche Maßnahme vollkommen unproblematisch ist und nicht menschenverachtend.

Play Solid Game in the First Place

Her emotional circuitry is designed to select for a high-value man whom she trusts and is pair-bonded to her. If your game is tight, LMR will be greatly reduced as an issue. So examine your basic game:

1. Are you a healthy, ambitious, socially comfortable person?

2. Do you convey a lack of neediness at all times?

3. Have you otherwise demonstrated value, via pre-selection, leader-of-men switch (social intelligence and social proof), emotional stimulation, frame control, etc?

4. Has she chased, and otherwise invested in the interaction?

5. Have you been compliance testing? Do you have kino escalation and compliance?

6. Does she feel that she has earned your interest? (Have you demonstrated your “growing pairbond” for her, using qualifiers and other IOIs?)

7. Have you built comfort and trust, and a sense of connection, over seven hours and several venue changes? Do you have jealousy?

Nearly always, if one is self-critical, it’s possible to trace back to one of these points and determine what is causing the LMR.

Man soll sich also zunächst selbst hinterfragen.

Natürlich kann eine Frau trotzdem kalte Füße bekommen. Dann kann es sinnvoll sein, dass man in der konkreten Situation mehr vertrauen schafft, also noch mal deutlich macht, dass man sie nicht verurteilt, weil sie einfach so Sex hat oder das man deutlich macht, dass man – auch wenn man keine Beziehung will – ja in Verbindung bleiben kann.

Man kann auch bis zu einem gewissen Grad einfach weitermachen, wenn sie es zulässt. Wenn sie zB sagt: Ich mach sowas normalerweise gar nicht, ich sollte das nicht machen” und man sagt “stimmt, es ist so falsch, aber es fühlt sich so gut an” und sie weiter küsst, dann finde ich das okay. Hier würde man wohl sagen, dass man es genau Kalibrieren muss und sehr darauf achten muss, wie es sich äußert.

Hier einige Vorschläge zum Umgang damit:

Persistence

If you reach her LMR threshold, do a slight tactical retreat and then continue. For example, stop trying to remove her shirt; just make-out with her for a bit longer, then try the shirt again. Often the issue is just that she needs more arousal- Practice becoming attuned to a woman’s feedback during foreplay.

Freeze-Outs

If the LMR seems insurmountable, just do a freeze-out: turn on the light, snuff out the candle, check your email, go to the kitchen to make a sandwich, or pull out a checkers board and challenge her to a game. The power of this is in its sincere delivery. If you were sulking, that would show that you were affected. But you’re unaffected. Just switch off the arousal circuitry like it’s no big deal and freeze her out sexually, then try again in ten minutes. Freeze-outs are deadly.

Just go to Sleep

If all else fails, just go to sleep with her. A few hours later, the two of you will awaken and have sex.#

Klingt für mich jetzt nicht so menschenverachtend

Es sind also aus meiner Sicht keine unlauteren Mittel, vieles stellt sogar darauf ab, dass man sich weit vorher anders verhält, damit sie sich wohl fühlt und gerne Sex mit einem hat. Aus meiner Sicht nichts, was per se zu beanstanden ist (natürlich kann man das auch benutzen um ihr ein „Mehr“ vorzutäuschen, damit sie Sex mit einem hat, aber das ist erst einmal eine nicht zwingende Sache, es kann eben auch einfach dazu führen, dass sie sich wohl fühlt

Ich denke für viele Männer ist Last Minute Resistance recht schwer zu verstehen: Wenn man eh schon dabei ist, warum dann aufhören? Wir haben eben in den meisten Fällen nicht diese Ängste vor dem Sex (vielleicht, wenn man Fremdgeht, aber das ist eine andere Sache). Ich denke, dass eine Aufklärung darüber, wie es dazu kommt und was man dagegen insbesondere im Vorfeld machen kann, insoweit weit eher verhindert, dass ein Mann sich einfach über den Willen hinwegsetzt. Es erlaubt ein „Stimmt, ich habe nicht genug Komfort aufgebaut, vielleicht kann ich das nachholen“ oder eine der anderen Varianten, die oben beschrieben sind. Thesen dazu, wie man mit diesem Problem (und für jemanden, der Sex haben will, ist es aus dieser Sicht eben ein Problem auf dem Weg dahin) abzulehnen und per se in die Richtung einer Vergewaltigung zur rücken, werden der vielfältigen Dynamik von Mann und Frau nicht gerecht.

Klar, wer Sex als reine Logik sieht und nicht als Gefühl, bei dem man etwas ändern kann, der mag jegliche Beeinflussung in dieser Hinsicht für unethisch halten. Aber dann ist nahezu alles im Flirten unethisch, weil es eben letztendlich darauf abzielt den anderen positiv für einen zu beeinflussen.

„Sowas kannst du nicht machen, mich aufgeilen und dann nicht zum Ende kommen“

Antje Schrupp schreibt in einem Kommentar von einem Erlebnis, dass ihre Sicht auf Männer verändert hat:

Es war beim Rumknutschen mit einem Freund, ich glaube, ich war ungefähr 14 oder so. Wir küssten und streichelten uns, aber an einem gewissen Punkt wollte ich nicht weitermachen. Dieser Freund, ein sehr netter Mensch übrigens, reagierte ärgerlich und sagte mir, dass ich so etwas nicht machen könne: erst aufgeilen und dann doch nicht zum Ende kommen.

Ihr Schluss daraus:

Ich erinnere mich noch daran, dass mich das damals sehr schockierte, weil ich bis dahin ganz selbstverständlich (in einer vom Patriarchat offenbar noch ungestörten Naivität) davon ausgegangen war, dass Sex zu wirklich jedem Zeitpunkt des Verfahrens von allen Beteiligten einseitig beendet werden kann.

Meiner Meinung nach ein ziemlicher Strohmann: Natürlich kann sie jederzeit einseitig beenden, wenn sie Last Minute Resistance hat. Es geht nicht tatsächlich darum, dass sie dann mit ihm Sex haben muss. Aber es geht eben darum, dass es Mist ist aufgegeilt zu werden und dann sitzen gelassen zu werden. Dass sie sich das vielleicht vorher überlegen könnte. Oder das sie zumindest Verständnis dafür haben kann, dass er sich blöd fühlt, wenn er aufgegeilt ist und sie ihn stehen lässt. Weil es eben tatsächlich ein blödes Gefühl sein kann. Wenn der Mann dann das Gefühl hat, dass sie ihn nur als Ego-Bost genutzt hat, nur Aufmerksamkeit wollte, dann ist es etwas anderes als wenn er merkt, dass sie es wollte, aber dann merkte, dass sie noch nicht bereit dafür war. Und der Umgang nach dem Abbruch kann für eine Wertung in die eine oder andere Richtung eben auch wichtig sein. Kurzum: Auch Männer haben Gefühle und auch Penisgefühle können wichtig sein. Es kann auch für eine Frau okay sein, sich das bewusst zu machen ohne das daraus gleich folgt, dass sie deswegen Sex haben muss.

Ich lernte an diesem Tag, dass das ein voreiliger Schluss war. Ich lernte, dass ich damit rechnen muss, dass mein Entgegenkommen, mein Mich Öffnen, meine Freundlichkeit, von Männern (sicher nicht von allen, aber eben doch von welchen, ohne dass ich vorher wissen könnte, ob dieser konkrete Mann, mit dem ich es gerade zu tun habe, dazu gehört) quasi als Versprechen auf “Mehr” interpretiert werden kann. Sogar als Verpflichtung. Dass Männer auf irgend eine mir damals noch unverständliche Weise die Idee entwickeln können, sie hätten irgendwelche “Ansprüche” mir gegenüber.

Wenn jemand sagt „lass uns was zusammen machen“ und er dann direkt davor absagt, dann muss es nicht schlichtes Anspruchdenken oder eine angenommene Verpflichtung sein, wenn man meint, dass sich das blöd anfühlt.

Daraus ergibt sich nicht die Verpflichtung oder gar das Recht, zu Männern unfreundlich zu sein und sie zu meiden, wie Antje Schrupp es anscheinend meint. Daraus ergibt sich einfach der normale soziale Umgang, dass man bei jemanden, mit dem man etwas macht auch darauf abstellt, wie die eigenen Aktionen bei diesem ankommen.

Man stelle sich folgende Situation vor:

Ein Mann schläft mit einer Frau, kommt, steht direkt auf und zieht sich die Hose an und geht, weil es das war, was er wollte. Sie wirft ihm vor, dass sie sich jetzt etwas billig fühlt und er sie nicht wie ein Objekt behandeln solle, er könne auch gerade noch etwas liegen bleiben, schauen wie es ihr geht, etwas Smalltalk machen und dann sagen, dass er früh raus muss, aber es schön war.

Und dann sagt der Mann. „Ich dachte bisher, dass ich solche Aktionen jederzeit einseitig abbrechen konnte, wenn ich nicht mehr wollte. Aber sie hatte ein Anspruchdenken, mein Entgegenkommen mit ihr zu schlafen, führte nun dazu, dass sie es als ein Versprechen auf „Mehr“ interpretierte. Als Verpflichtung nun mehr noch zu bleiben. Als Verpflichtung ihr mehr Gefühle zu geben als ich zu geben Lust hatte. Dass Frauen auf eine mir  damals noch unverständliche Art die Idee entwickeln können, sie hätten irgendwelche „Ansprüche“ mir gegenüber“. Man würde ihn wohl schlicht ein Arschloch nennen, weil er ihre Gefühle und Bedürfnisse  ignoriert. Aber dennoch würde man ihn wohl nicht davon ausgehen, dass sie, wenn er es nicht wil,l verlangen kann noch eine Viertelstunde mit ihr zu löffeln.

Wenn ein Aufreisser sagen würden, das er durch dieses Ansprüche unfreundlicher zu Frauen geworden ist, ihnen nicht mehr traut, sie abwertend behandelt, man würde ihm wohl vorhalten, dass er sich Gründe sucht, seine eigenen Probleme mit Frauen auszublenden.

Mir scheint dieser Schluss dann auch im umgekehrten Fall nicht ganz von der Hand zu weisen zu sein.