Warum Männer ihre Gene anders weitergeben als Frauen

Ein interessanter Bericht über die Auswertung von DNA aus Knochenfunden:

Woher stammen die heutigen Spanier und Portugiesen? Die Jamnaja-Kultur dürfte die Reproduktion übernommen haben

London – Die verbesserten technischen Möglichkeiten, DNA aus alten Knochen zu gewinnen, zu sequenzieren und zu analysieren, haben in den letzten Jahren viele neue Erkenntnisse gebracht und unsere Vorstellungen von der Herkunft der Europäer radikal verändert. So scheint heute gesichert, dass es vor rund 5.000 Jahren zu einer Art Invasion von Vertretern der sogenannten Jamnaja-Kultur kam, die auch als Glockenbecherkultur bezeichnet wird und ursprünglich in der südrussischen Steppe beheimatet war.

Eroberten die Zuwanderer aus dem Osten auch Südwesteuropa? Diese Frage war lange unbeantwortet. Doch nun ging ihr ein Team um David Reich (Harvard University) nach und wertete die DNA von alten Menschenknochen der Iberischen Halbinsel aus. Das Ergebnis der Studie, über die das Fachblatt „New Scientist“ berichtete, brachte ein erstaunliches Ergebnis: Allem Anschein nach haben es die Zuwanderer aus dem Osten jenseits der Pyrenäen geschafft, die Gene am Y-Chromosom der Männer, die ursprünglich in der Gegend lebten, vor rund 4.500 Jahren vollständig zu ersetzen.

Das Y-Chromosom wird nur über die Männer weitergegeben, ist also recht einfach zuzuordnen. Eine vollständige Ersetzung ist dabei natürlich ein sehr interessanter Fund:

Halbnomaden aus dem Osten

Dieser Befund wirft naturgemäß einige Fragen auf: Wie und warum konnten sich die Zuwanderer aus dem Osten durchsetzen? Und wie war es möglich, die ursprünglichen iberischen Männer vollständig aus dem Genpool zu verdrängen? Reich geht davon aus, dass die Halbnomaden aus dem Osten vor allem von zwei Innovationen profitierten und sich deshalb so weit nach Westen ausbreiten konnten: von der Domestikation der Pferde und vom Gebrauch des Rades.

Überlegene Technik gerade für den Kampf kann immer einen entscheidenden Vorteil bringen und dazu führen, dass sich Leute gegen auch zahlenmäßig größere Gruppen durchsetzen

Was nun die Iberische Halbinsel angeht, vermuten die Forscher um Reich eine Art „gewaltsamer Eroberung“, bei der lokale Männer getötet oder versklavt wurden und Frauen von den Jamnaja-Vertretern für sich beansprucht wurden. „Das Zusammentreffen dieser beiden Populationen war nicht freundlich“, ist Reich überzeugt.

Während die erheblichen Auswirkungen der Jamnaja-Kultur in Europa bereits seit längerem bekannt sind, führen die neuesten Erkenntnisse von Reich und seinen Kollegen vor Augen, wie groß dieser Wandel auf der Iberischen Halbinsel war: Denn das kam auch im übrigen Europa nicht vor, dass die gesamte ehemalige männliche Bevölkerung völlig von der genetischen Landkarte verschwand. (tasch, 2.10.2018)

Da greifen recht einfache Prinzipien aus der Biologie:

  • Sperm is cheap, eggs are expensive. Damit sind Frauen unter den damaligen Gegebenheiten eine gute und wichtige Beute. Wegen des Grundsatzes oben kann sich ein Mann eben auch mit mehreren Frauen vermehren und so seine Gene schnell anreichen
  • intrasexuelle Konkurrenz: Der Kampf um die „Ressource Frau“ ist eben damit auch ein intrasexueller Kampf: Die einen betreiben Mate Guarding beziehungsweise die Verteidigung der Frauen und sich selbst, die anderen erobern die Frauen und pflanzen sich mit ihnen fort. Auf diesem kriegerischen Weg lässt sich auch „Female Choice“ ausschalten
  • Der Vorteil von Status: Man darf annehmen, dass die Statushöheren bei einem solchem Kriegszug einen größeren Anteil an der Beute, zu der auch die Frauen zählen, bekommen haben. Sie werden ihre Gene damit noch deutlicher weitergegeben haben.

 

Geschlechterdifferenzen bei Verletzungsspuren an prehistorischen Skeletten

„Maskutrolle“ vs „Feminazis“

Das „om13gate“ um einen Vortrag zu Beschimpfungen gegen Feministinnen durch „Maskutrolle“ zeigt mal wieder, dass die Gräben tief sind.  Zu den Vorfällen an sich ist bereits viel geschrieben worden:

Dabei ist es aus meiner Sicht relativ egal, ob Ochdomino nun ein Fake war oder nicht.

Es ändert nichts daran,  mit welcher Schnelligkeit man im Radikalfeminismus mit dem Etikett „Maskutroll“ versehen wird, und das aus den klassischen Gründen, die eine solche Bezeichnung mit einem entmenschlichenden „Kosenamen“ üblicherweise hat: Feindbildaufbau

Mit Feindbild wird im Allgemeinen ein negatives Vorurteil gegenüber anderen Menschen, Menschengruppen (insbesondere Minderheiten), Völkern, Staaten oder Ideologien bezeichnet, das auf einer Schwarz-Weiß-Sicht der Welt (Dichotomie, Dualismus) beruht und mit negativen Vorstellungen, Einstellungen und Gefühlen verbunden ist.[1] Typisch für ein Feindbild ist, dass im Anderen bzw. Fremden das Böse gesehen wird und diesem negativen Bild kontrastierend ein positives Selbstbild bzw. Freundbild gegenübergestellt wird.[1] Feindbilder werden unter anderem von Politikern aufgebaut und geschürt, die den Populismus praktizieren. Sie stützen sich dabei auf ein Verschwörungsdenken, das menschliche Verhaltensmuster der Abwehr und auf Protesthaltungen

Das ist natürlich auch auf der anderen Seite so, wo der Begriff „Feminazi“ die gleiche Bedeutung hat.

In beiden Fällen wird der jeweils andere abgewertet und ein „Gut-Böse“ -Schema aufgebaut.

Dabei sollte man sich bewußt machen, dass beides eher in den radikaleren Flügeln erfolgt, wobei der feministische radikale Flügel aus meiner Sicht schon einen relativ großen Kern hat, aufgrund von IDPOL grenzt man hier gerne aus und ist wenig bereit überhaupt auf andere zuzugehen, die eine andere Meinung vertreten.

Das finde ich eigentlich das Schlimmste an der ganzen Genderdebatte: Überall ist vermintes Gebiet, an zu vielen Stellen sind die Burggräben geflutet und die Zugbrücke ist hochgezogen. Man kann allenfalls damit rechnen, etwas siedendes Öl über den Kopf zu bekommen.

Es wäre schön, wenn man statt dessen Debatten führen könnte, aber der Hass oder die Überzeugung das Richtige zu tun sind wohl auf beiden (radikalen) Seiten zu groß.

Dabei könnten Diskussionen so viel Spaß machen.

Ich würde mir tatsächlich einen feministischen Blog wünschen, der ebenso stark auf Studien abstellt, wie der meine, Bei dem die Betreiberin zumindest einmal ein paar Standardwerke zu den Gegenmeinungen gelesen hat oder versucht deren Hauptthesen nachzuvollziehen. Die eine freies Kommentieren zulässt und abweichende Meinungen erträgt.

Ich bräuchte wahrscheinlich noch nicht einmal mehr nach Themen zu suchen, ich würde sie ja quasi frei haus geliefert bekommen.

Aber die Vorstellung, dass gemäßigte Feminstinnen und Maskulisten miteinander sachlich diskutieren scheint nicht sehr zeitgemäß zu sein. Mir scheint es hier eher so als wäre der Maskulismus eher etwas zivilisierter geworden. Mit Schoppe ist ein ruhigerer Blog dazugekommen, Sciencefiles verfolgt auch eine sachliche Kritik und eher polterische Bogs wie etwa „Söhne des Perseus“ haben ihren Dienst eingestellt. Natürlich gibt es immer noch Fürchterlichkeiten wie Frauenhaus und auch das gelbe Forum ist noch aktiv, aber die Stimmen, die an einem sachlichen Diskurs interessiert sind, sind gestiegen.

Im Gegenzug scheint sich aus meiner Sicht beim Feminismus eine teilweise Radikalisierung zu zeigen. wie sich an einem der jüngeren Artikel in der Mädchenmannschaft zeigt:

Das sage ich als Einzelperson, aber auch als Einzel-Mitglied der Mädchenmannschaft. Derartige Großveranstaltungen – eben auch die Demo von heute – sind in der Regel deshalb so erfolgreich, weil sie anschlussfähig an den Mainstream sind, und Nicht-Anschlussfähigkeit mag ein Problem sein: Zum Beispiel, weil ein Format wie meines hier oder auch die Mädchenmannschaft es nicht ist.

Hier wird im Prinzip gesagt, dass man nicht zum feministischen Mainstream gehören möchte, sondern zu dessen radikaleren Rand. Das scheint mir allgemein eine Tendenz in der Mädchenmannschaft zu sein.

Die Piratenpartei ist insoweit ebenfalls `Heimat eines relativ radikalen Teil des Genderfeminismus geworden, und das in einer recht umgebremsten Form. Was bedeutet, dass man dort nicht zu Zugeständnissen bereit ist und nur die eigenen Theorien akzeptiert. Unweigerlich wird es hier noch zu einem Zusammenstoß kommen, denn radikalfeministische Theorien wollen ja eben gerade nicht anschlussfähig sein. Sie werden insofern Gate über Gate produzieren. Selbst wenn dieses hier nur ein Fake gewesen wäre, das Potential ist vorhanden und sicher. Eine Zeitlang wird man immer mehr Menschen dort als „Maskus“ oder welches Feindbild dann auch immer in ist beschimpfen.

Meiner Meinung nach unterstützt man diesen Prozess am besten, in dem man nicht zurückschlägt, sondern sachlich bleibt. Auf diese Weise machen sich die dortigen Genderfeministen Feinde und nicht man selbst. Dazu gehört auch eine entsprechende Sprache. Es bringt eben nichts, der Gegenseite zu sagen, dass sie nur mal gehörig durchgefickt werden sollten. Es kann allenfalls gegen einen verwendet werden.

Nordkorea, Kim Jong-un und (hoffentlich) leere Kriegsdrohungen

Nordkorea hat einen neuen obersten Führer und dieser hat das Klima noch einmal erheblich verschärft und Krieg in alle Richtungen angekündigt.

Es handelt sich um Kim Jong Un:

Kim jong un

Kim Jong Un

Man fragt sich natürlich, was er mit einem solchen Verhalten eigentlich gewinnen will, wobei die Gründe dafür andererseits auf der Hand liegen:

  • Kim Jong Un muß einmal aus dem Schatten seines Vaters hervortreten und zum anderen einen Personenkult um sich errichten, wenn er die nunmehrige Herrschaft über Nordkorea in dieser Form beibehalten möchte.
  • Das übliche Mittel dazu ist einen Feind zu erzeugen, gegen den man sich dann behauptet und den man einmal dazu nutzen kann, im Form eines Outgroupings ein Feindbild zu erzeugen und damit die InGroup-zu stärken.
  • Ein hinreichendes Schüren einer Krise erlaubt unter Hinweis auf diese Krise  Maßnahmen im Inneren einzuleiten und dabei deutlich zu machen, dass man sich trotz seiner Jugend von den älteren Generälen nichts sagen lässt (oder es erlaubt anderen Spielern unter diesem Vorhalt unliebsame Konkurrenten loszuwerden).
  • Zudem kann man unter diesem Vorwand auch eine zu starke Angrenzung an Südkorea beenden, wenn diese Unruhen und Begehrlichkeiten auslöste und so die eigene Herrschaft absichern-
  • Man muss dabei nur aufpassen, dass man es nicht übertreibt, damit nicht tatsächlich jemand gegen einen losschlägt, weil Nordkorea für einen eigentlichen Krieg nicht gerüstet ist und keine hinreichende Technik hat um sich zu verteidigen.
  • Der Moment ist günstig gewählt: Die Amerikaner haben gerade den Kampf im Irak hinter sich, der erheblich auf die öffentliche Laune für solche Abenteuer geschlagen hat und daher einen weiteren Krieg erheblich erschweren würde
  • Weil er sich aber mit den ganz Großen anlegt, kann er auf diese Weise Status aufbauen

Ich denke der Konflikt wird gegenwärtig nicht wirklich ernst genommen, weil die Leute auch alle vermuten, dass Kim Jong Un blufft bzw. tatsächlich keinen Krieg will. Lediglich der Verrücktenbonus (man weiß nie, was Verrückte machen) belastet in dieser Hinsicht noch die Gemüter.

Mal sehen wie weit Kim Jong Un die Sache treiben will und ob er es schafft dabei die Balance zu halten

Sind alle Männer (potentielle) Vergewaltiger?

Teile des Feminismus behaupten es, dem Feminismus an sich wird es als Denkrichtung häufig vorgeworfen, Rape Cultur deutet es in der Theorie an:

„Sind alle Männer (potentielle) Vergewaltiger?“

Faktisch natürlich nicht. Vergewaltigungen kommen wesentlich seltener vor als das einen die feministische Propaganda glauben lassen will. Es kommt mir mitunter mehr als Machtmittel im Feminismus vor, der die Unterdrückung darlegen soll.

Letztendlich geht es damit um die Frage, ob alle Männer potentielle Vergewaltiger sind und wie hoch das Vergewaltigungspotential eines durchschnittlichen Mannes ist.

Die Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten. Meiner Meinung nach sind Menschen zu vielen fähig. Ich würde für niemanden meine Hand dahingehend ins Feuer legen, dass er nicht ein schlimmes Verbrechen begeht, wenn besondere Umstände vorliegen, wenn es mich auch bei den meisten Leuten extrem verwundern würde.

 Ich denke, dass bei einem normal sozialisierten Menschen in einer zivilisierten Welt das Vergewaltigungspotential (ebenso wie das Mordpotential etc) sehr sehr niedrig ist. Ich glaube allerdings auch, dass viele wenn nicht die meisten Männer schon mal die Grenze von weiten vor ihrem geistigen Auge gesehen haben, dieses Gefühl des „Verdammt noch mal, jetzt stell dich nicht so an, es wird dir schon Spass machen“ Gefühl, vergleichbar mit einem Flackern der Gewaltbereitschaft, dem Wunsch man wäre Extremkampfsportler und könnte ihn einfach umhauen, wenn einen jemand extrem provoziert. In beiden Fällen bedeutet dieses leichte Aufflackern einer theoretischen Option aber nicht, dass der Mann diesem folgen wird bzw. es auch nur als tatsächliche Option in Erwägung führt. Etwas anderes ist es sicherlich in einem Kriegsszenario.

Unter extremen Umständen, unter dem Wegbrechen aller Regeln, bei extremer Abstufung, kann ich mir einiges vorstellen. Wessen typischer Tag so aussieht, dass er bereits drei Männer erschossen hat, einem ein Bajonett in den Bauch gerammt hat und mit einem verblutenden Freund versucht hat, dessen Gedärme in seine Bauchhöhle zu bekommen bis er eingesehen hat, dass es aufgrund der dort bereits vorhanden Granatsplitter eh sinnleer ist, der wird auch weniger empatisch gegenüber den Interessen anderer. Dies muss keine zwangsläufige Folge sein und ich behaupte nicht, dass alle Männer im Krieg Vergewaltiger werden, aber wer soweit abgestumpft ist, dass er Menschen tötet, der hat sicherlich auch weniger Hemmungen jemanden zu vergewaltigen.

Daran anschließend die Frage, ob man glauben könnte, dass man unter anderen Umständen jemals selbst vergewaltigen würde: Es dürfte wohl vergleichbar sein mit der Frage, ob man mit der „richtigen“ Erziehung und den passenden Peer Groups um sich herum jemals in der Lage gewesen wäre, in einem extremen Unrechtsstaat mitzuwirken: Wer sich davon ausnimmt, sitzt glaube ich auf einem sehr hohen Ross. Kindersoldaten zeigen, dass töten, vergewaltigen und verstümmeln lernbar ist. Sich selbst dagegen als immun anzusehen ist eine sehr hohe Bewertung seiner selbst.