„Warum ich über Männerprobleme schreibe“

Ein interessanter Artikel dazu, warum auch Männerrechte relevant sind:

Having done my M.A. in Literature I encountered the phrase ‘writing women back into history’ more than once. In the same vein people claim that Men’s Studies is not needed as every history class is men’s studies as it recounts men’s lives in the past. But that is not true. It only recounts the lives of men in certain glorious roles and says nothing about the hardship they suffered under strenuous conditions.

Das wäre in Prinzip der „Gipfeltrugschluß„: Man achtet nur auf die Männer an der Spitze, aber man sieht nicht, dass die übrigen Männer ebenso unbeachtet bleiben wie die Frauen. Dagegen wird man im Feminismus sagen, dass man ja auch nur „Gipfelfrauen“ sichtbar machen will, aber da sind eben schlicht weniger in der Vergangenheit vorhanden, weil da die Geschlechterrollen noch stärker waren. Man würde also in dem Fall doch „unwichtigere“ Frauen sichtbarer machen.

Yes, we need to write some of women’s achievements back into history books, as they were not always appreciated. But at the same time we need to write men’s suffering back into history books.

Das finde ich grundsätzlich einen interessanten Ansatz, der mehr Verständnis für das damalige Leben begründen könnte. Wobei Geschichte eh schon ein großes Feld ist. Es wäre die Frage, ob es da nicht irgendwann zuviel wird.

And if someone now thinks that this is a big whining contest in the run up for the oppression Olympics they are still not aware of the real world implications of ignoring men’s suffering.

Es wäre, soviel würde ich jedenfalls sagen, aus meiner Sicht für eine feministische Betrachtung der Geschichte sehr wichtig, sich bewußt zu machen, dass auch für Männer das Leben kein Honigschlecken war.

As shown above they are deadly. While men always lived slightly shorter lives than women the life expectancy gap has widened globally in the past 100 years from one year to seven years in the worst affected countries. The male suicide rate is 4 times as high as the female suicide rate in most western countries. In India a married man takes his life every 8 minutes. And while suicide is a sin and considered a crime in many Muslim countries (and thus difficult to get numbers) evidence points to men outnumbering women in Pakistan as well. In western countries it is quite clear that these high numbers are not due to ‘male egos’ as Feminists like to claim. Men are certainly not exactly encouraged to come forward with their problems in a society where if they do so they are called cry babies, laughed at for their ‘male tears’ by journalist Jessica Valenti and told to go to a psychiatric ward instead when calling a domestic violence shelter hotline. Our natural inclination to focus on women and black out men has furthermore led us to make gender specific laws in the name of equality, that clearly have put men under severe hardship. 

Der „Focus auf Frauen“ ist etwas, was im Feminismus ausgeblendet wird: Frauen als Opfer erhalten mehr Unterstützung als Männer, eben weil die Gesellschaft viele Regeln für den Schutz von Frauen enthält. Ein anschauliches Beispiel hat Arne gerade zitiert: Ein Mann wirft sich vor eine Frau, um sie vor Messerstichen zu schützen und bleibt dann am Tatort liegen ohne das ihm jemand hilft. Man könnte das bei Einordnung in die feministische Theorie als „Privileg“ bezeichnen, dort wird man es aber wohl eher unter „benevolent Sexism“, also wohlwollender Sexismus. einordnen, ein Konzept welches eine klare Einteilung der Welt in Opfer und Bevorzugte mittels einer Form von Doppelsprech erlaubt, denn auch hier wird eine Bevorzugung in eine Benachteiligung umgewandelt.

Globally we now have the UN’s HeforShe campaign that once again asks men to don the armor to be the shining knight and enter the service of women’s protection. Knowing that western NGOs operating in developing countries already heavily favour women even when something affects mainly men I was rather shocked by this campaign that asks men once again to shut up about themselves and help women.

#Heforshe ist scher in den poststrukturalistischen Feminismus einzuordnen, der diese Form ja auch kritisiert hat. Denn es fehlt dort eben das Element der Unterordnung und der Reue und des Aufgebens der Geschlechterrollen, welches diese Form des Feminismus verlangt. Auch eine der „Botschaftlerinnen“, Emma Watson, hat entsprechende Kritik erhalten, dass sie da die Geschlechterrollen nur scheinbar hinterfragt, eigentlich in ihrem eigenen Leben aber anders handelt. Aber dennoch wird auch in dieser Form des Feminismus mühelos damit gespielt, dass der Mann der gute Beschützer sein soll und seine Schlechtigkeit ablegen soll.

Feminists and some anti-feminists alike like to claim that women in the ‘third world’ need Feminism. No one would deny that women in developing countries, such as Pakistan, are suffering. But Feminism will certainly not help them bring food on their table or protect their sons and husbands from being wrongfully incarcerated or killed in a fake police encounter.

Auch ein interessanter Gedanke. Geschlechterrollen einfach so aufzulösen ist auch in solchen Ländern nicht ganz einfach, man muss erst Frauen mit der passenden Ausbildung haben und diese müssen ein Umfeld haben, in denen sie arbeiten, Geld verdienen können und sicher sind. Wenn die Umstände dafür nicht bestehen,dann bringt es wenig

It is men and women who are struggling in these countries and focusing on improving the lives of only one group and claiming that the other is responsible for their hardship is the last thing the people in these countries need.

Auch das halte ich für einen zutreffenden Gedanken: Es ist der große Nachteil des Feminismus, dass er so einseitige Schuldzuweisungen vornimmt, die alle auf ein Nullsummenspiel und nicht auf ein kooperatives Spiel ausgerichtet sind, in denen Mann und Frau zusammenarbeiten.

With a lot of sectarian and communal strife that is already taking so many lives and putting psychological strain on people what is needed are strong communities and a rebuilding of trust in one’s neighbour! The very opposite of what feminist ideology aims for. What we need across the globe is respect for human lives, which grows out of empathy for each other. Claiming that a group of people somehow has privilege makes it impossible for us to have empathy towards them and consequently makes us blind to the fact that they are spending considerable less time in this world than the so called oppressed group.

Also ein Appell dahingegend, dass man die Gemeinsamkeiten und die Zusammenarbeit betonen muss, das Gemeinschaftsgefühl stärken muss, statt Schuldzuweisungen vorzunehmen. Und das man eben für das Leiden beider Geschlechter sensibilisiert sein muss.

 PS: Feminists like to claim that speaking about men’s issues as long as women’s suffering has not been eliminated is ‘derailing’. As someone from a rail family I do not find this metaphor apt. I would rather say that people working on men’s issues are ‘expanding the network’ and bringing the rail system from 1848 into the 21st century: more lines, affordable fares and more frequent trains, so that anyone can go anywhere at any time they wish

Auch das ist ein interessantes Bild: in einem Nullsummenspiel, indem man nur bei der jeweiligen Gruppe die Plus und die Minus zählen darf, ist eben automatisch jedes Minus bei einem Mann, dass man zu einem Plus macht ein Ausbauen des Vorsprungs. Sieht man das ganze als verschiedene „Strecken“ oder jedenfalls als verschiedene Bereiche, dann ist jedes beheben von Störungen gut für den allgemeinen Ausbau des Netzes, selbst wenn diese Strecke nur von bestimmten Passagieren oder bestimmten Wagen befahren wird: Wenn das Netzt insgesamt schneller ist, dann kann eben in einem kooperativen Spiel ein Vorteil für beide entstehen.

 

Die Vorteile der Ehe

Ein Artikel in der Süddeutschen fasst die Vorteile der Ehe in rechtlicher Hinsicht zusammen:

Wenn ein verheiratetes Paar ein Kind bekommt, hat das Baby rechtlich gesehen ganz automatisch Mutter und Vater. Das Sorgerecht liegt bei beiden gemeinsam. Sind die Eltern allerdings nicht verheiratet, muss der Vater seine Vaterschaft beim Jugendamt oder einem Notar erst anerkennen lassen. Außerdem muss das Paar eine gemeinsame Sorgeerklärung abgeben. Waren die Aussichten lediger Väter nach einer Trennung früher reichlich düster, wurden ihre Rechte 2013 gestärkt. Das Gesetz geht jetzt davon aus, dass das gemeinsame Sorgerecht auch bei fehlender Heiratsurkunde der Idealfall ist.

Also zumindest der Vorteil, dass man innerhalb der Ehe keine besonderen Anerkenntnisverfahren braucht und alles gleich geregelt ist (Nachteil: Man ist auch dann der Vater, wenn man es eigentlich nicht ist)

Die gemeinsame Adoption eines Kindes ist in Deutschland nur verheirateten Paaren möglich. Ist ein Paar nicht verheiratet, kann nur einer von beiden das Kind adoptieren – wobei viele Jugendämter in Deutschland Adoptivkinder generell nur an Eheleute vermitteln. Männer und Frauen in eingetragenen Lebenspartnerschaften können dank einer Gesetzesänderung vom Mai 2014 das Adoptivkind des Partners nun auch als ihres annehmen.

Das Adoptionsrecht setzt voraus, dass man verheiratet ist. Der Gedanke dahinter ist, dass man dem Kind eine gewisse Verlässlichkeit der elterlichen Paarbindung geben will.

Egal, wie lange man zusammenlebte: Wenn der Lebenspartner stirbt und es gibt keine standesamtliche Beglaubigung dieser Beziehung, ist der Hinterbliebene für das Gesetz unsichtbar. Das heißt, er hat keinerlei Anspruch, etwas zu erben. Zwar verfassen viele Menschen deswegen ein Testament – doch selbst dann sind nicht Verheiratete deutlich schlechter gestellt. Während für Eheleute und eingetragene Lebenspartner bei einer Erbschaft ein Freibetrag von 500 000 Euro gilt, liegt dieser bei nicht Verheirateten bei 20 000 Euro, obendrein entfallen Steuervorteile.

Steuerbegünstigungen in der Erbschaft können erhebliche Vorteile bringen, wenn beispielsweise der eine Partner in einem Haus leben möchte und man in der Hinsicht kein gemeinsames Eigentum hatte oder andere Vermögen übertragen werden sollen. Die Freibeträge in der Schenkungssteuer sind ebenfalls höher.

Mieten und Wohnen

Wer darf mit in die Mietwohnung? Wer seinen Ehepartner einziehen lassen will, muss den Vermieter vorher nicht um Erlaubnis bitten – wer nicht verheiratet ist dagegen schon. Allerdings hat der Vermieter praktisch keine Chance, dieses Anliegen zu verwehren, es handelt sich also vor allem um eine Formsache.

Also ein eher kleiner Vorteil.

Auch bei Wohneigentum kann eine Heiratskurkunde einen Unterschied machen. Vielerorts verbreitete Einheimischenmodelle, die auch für Bürger mit mittlerem Einkommen Wohneigentum erschwinglich machen sollen, berücksichtigen bei der Vergabe von Immobilien nicht nur die Finanzlage des Haushalts und wie viele Kinder dort leben. Mitunter ist auch ausschlaggebend, ob die Interessenten verheiratet sind.

Erscheint mir auch eher ein geringer Vorteile. Allerdings bin ich ja auch kein Bayer, wo es diese Modelle wohl gibt.

Unterhalt und Rente
Unverheiratete Paare können sehr wohl eine Bedarfsgemeinschaft im Sinne des Gesetzes bilden, wenn es zum Beispiel um den Zugang zu Sozialleistungen geht. Unterhaltsrechte gelten zwischen Partnern ohne Trauschein zunächst jedoch keine – außer, sie haben gemeinsame Kinder. Dann hat, wer sich um das Kind kümmert, einen Anspruch auf finanziellen Ausgleich.

Das ist etwas simpel gefasst: Das Kind hat Anspruch auf Unterhalt. Beim Betreuenden kommt es auf das Alter des Kindes an.

Bis vor wenigen Jahren gab das Gesetz Verheirateten eindeutig den Vorzug, stellte die Ansprüche einer kinderlosen Ex-Frau zum Beispiel auf eine Stufe mit denen unehelicher Kinder. 2008 wurde diese Ungleichbehandlung mit dem neuen Unterhaltsgesetz abgeschafft. „Ehefrauen und Partnerinnen sind allesamt eine Reihe nach hinten gerutscht“, sagt Almuth Zempel, Familienrechtlerin aus Saarbrücken, „Kinder, egal ob eheliche oder uneheliche haben Vorrang.“ Allerdings gibt sie zu bedenken, dass die Lage vieler Eltern durch das Gesetz auch unsicherer geworden ist, da es auf allgemeine Entscheidungen verzichtet und auf Einzelfallgerechtigkeit setzt.

Die Rangfolge im Unterhalt ergibt sich aus § 1609 BGB:

§ 1609 Rangfolge mehrerer Unterhaltsberechtigter
Sind mehrere Unterhaltsberechtigte vorhanden und ist der Unterhaltspflichtige außerstande, allen Unterhalt zu gewähren, gilt folgende Rangfolge:

1. minderjährige unverheiratete Kinder und Kinder im Sinne des § 1603 Abs. 2 Satz 2,
2. Elternteile, die wegen der Betreuung eines Kindes unterhaltsberechtigt sind oder im Fall einer Scheidung wären, sowie Ehegatten und geschiedene Ehegatten bei einer Ehe von langer Dauer; bei der Feststellung einer Ehe von langer Dauer sind auch Nachteile im Sinne des § 1578b Abs. 1 Satz 2 und 3 zu berücksichtigen,
3. Ehegatten und geschiedene Ehegatten, die nicht unter Nummer 2 fallen,
4. Kinder, die nicht unter Nummer 1 fallen,
5. Enkelkinder und weitere Abkömmlinge,
6. Eltern,
7. weitere Verwandte der aufsteigenden Linie; unter ihnen gehen die Näheren den Entfernteren vor.

In der Tat sind hier die Ehefrauen und Partnerinnen nach hinten gerutscht. Ist allerdings für den Fall, dass man nur Kinder von einer Partnerin hat, für diese relativ egal, da das Geld ja eh auf ein Konto geht

Wer nicht verheiratet oder verpartnert ist und seinen Partner auch im Fall des eigenen Ablebens absichern möchte, muss dies privat tun. Weder in der gesetzlichen Renten- noch in der Unfallversicherung kommt der standesamtlich nicht erfasste Partner vor. Der Hinterbliebenenschutz der Riesterrente steht ebenfalls nur Ehegatten und Kindern zu.

Das ist ein sehr erheblicher Nachteil und sicherlich auch ein Punkt, der einige Männer, die ohne Trauschein mit Partnerin und Kind leben, dazu bringt, doch noch zu heiraten: Was ist, wenn man stirbt und die Partnerin, die bisher die Kinder betreut, dann nichts hat? Will man nicht für ihre Absicherung sorgen? DAs kann schon ein erheblicher Druck sein.

Briefgeheimnis
Ob das ein Vorteil gegenüber einer nicht-amtlichen Beziehung wäre, sei dahingestellt: Es ist ein weitverbreiteter Irrglaube, dass das Briefgeheimnis in der Ehe nicht gilt. Tatsächlich aber haben auch verheiratete Partner nicht das Recht, die Post des anderen zu öffnen. Das hat der Bundesgerichtshof schon vor 24 Jahren klargestellt. Zwar schütze das Briefgeheimnis in erster Linie private Korrespondenz vor staatlicher Überwachung, hieß es in der Entscheidung 1990. Doch ganz generell diene es auch „der Abschirmung gegen die Neugier Dritter“. Ein Dritter, das kann die neugierige Nachbarin sein – oder die Ehefrau.

Letztendlich ein eher wenig bedeutsames Recht. Viel daraus herleiten kann man nicht, auch wenn eine Strafbarkeit bei ungeöffneten oder weggeschlossenen Briefen besteht.

Krankenhaus
Wer nicht offiziell verwandt ist, kann es schwer haben, wenn es darum geht, von Ärzten oder Krankenhäusern Auskunft zu erhalten. Informationen über den Gesundheitszustand eines Patienten, so die weiterverbreitete Regel, werden nur Angehörigen erteilt. Eine Vorsorgevollmacht (hier alle Informationen dazu) ist hier besonders hilfreich.

Das kann im Ernstfall auch noch mal interessant sein, ist aber immerhin durch eine entsprechende Vollmacht zu lösen.

Es gibt Friedhofsordnungen, in Berching im Altmühltal oder in Rosenheim zum Beispiel, laut derer in einem Familiengrab nur unmittelbare Verwandte bestattet werden dürfen. Wer seinen Lebenspartner – oder jemand anderen – in einem solchen Grab beisetzen möchte, müsse dies extra beantragen. Die Rechtslage sieht jedoch anders aus. „Jeder, der das Nutzungsrecht für ein solches Wahlgrab kauft, kann entscheiden, wer dort bestattet wird“, sagt der Bestattungsrechtler Torsten Barthel. „Ganz egal, ob verheiratet, unverheiratet, lesbisch oder schwul, oder gar nicht verwandt.“ Die einzige Ausnahme sei, dass mancherorts nur Einwohner der Stadt oder der Gemeinde auf einem Friedhof beigesetzt werden dürften.

Das wäre auch ein eher ein kleineres Problem aus meiner Sicht. Aber ich gebe zu, mich damit auch noch nicht beschäftigt zu haben.

Nicht angesprochen sind hier aus meiner Sicht die Vorteile einer gemeinsamen Veranlagung gerade für den Fall, dass einer der beiden über längere Zeit wegen der Kinderbetreuung aussetzt. Das kann für diesen Fall bei einem höheren Einkommen des anderen einen erheblichen Vorteil bringen und wäre aus meiner Sicht neben der Alterversorgung bzw. der Versorgung mit Todesfall der maßgeblichste Vorteil.

Würde man bei diesen Vorteilen eine anderweitige Lösung finden, sei es durch eine „Ehe light“ oder eine andere Form der Absicherung für diese Fälle könnte ich mir vorstellen, dass die Heiratsraten erheblich sinken.

So ist es eben für den Mann, der nicht heiraten will, weil er sonstige Nachteile fürchtet, aber in einer glücklichen Beziehung mit Kind lebt, ein gewisses Dilemma: Er will natürlich, dass Freundin und Kind versorgt sind, selbst wenn ihm etwas passiert und möchte vielleicht auch das Familienleben auf eine bestimmte Weise ausgestalten, etwa weil es sehr stressig sein kann, wenn beide Vollzeit arbeiten und man ein oder mehr sehr kleine Kinder hat und man auch ansonsten kein gutes Gefühl dabei hat, das Kind mit einem Jahr in den Hort zu bringen. Aber in diesen Fällen benachteiligt es den Partner, der aussetzt bzw. es entsteht dann dort eine gewisse Unsicherheit, an der man sich hochziehen kann: Was ist, wenn was passiert? Willst du wirklich, dass dein Kind dann nichts hat? (es hätte eine Waisenrente, aber weniger als bei einer Hochzeit) Ist es fair, wenn sie weniger in ihre Rente einzahlt und für die Familie aussetzt?

Ehe ist erst einmal ein kooperatives Spiel. Wenn einer von beiden deutlich macht, dass er nicht darauf vertraut, dass sein Partner ebenfalls kooperativ spielt, dann lohnt es sich auch für den anderen nicht, sondern auch dieser sollte dann unkooperativ spielen. Wenn man nur das dumme Gefühl hat, dass man ja nie sicher sein kann, ob der andere nicht doch irgendwie sich irgendwann trennt, dafür aber gegenwärtig keine Grundlage hat, dann fühlt sich das schlecht an. Und der andere kann auch zurecht fragen, warum man ihm nicht traut. In diesem Dilemma kann das Mißtrauen dann eine sich selbst erfüllende Prophezeiung werden oder zu einer mit einem schlechten Gefühl eingegangenen Ehe führen.

„Feminismus und Maskulismus haben dasselbe Ziel“

Via Genderama wurde ich auf diesen Artikel von Yonni Meyer aufmerksam, indem ich einige Passagen durchaus interessant finde:

Feminismus ist eine durchwegs gute Sache. Wenn er denn dem dient, was er soll: Den Frauenrechten und zwar soweit, bis sie mit denen des Mannes überein stimmen. Also keine Bevorzugung der Frau, sondern eine Gleichstellung beider Geschlechter.

Der Kampf für Männerrechte – Maskulinismus – soll genau dasselbe bewirken: Dass Männer da, wo sie heute benachteiligt sind, mit den Frauen gleichgestellt werden. Zum Beispiel bei Sorgerechtsfragen oder bezüglich Militärdienst.

Wenn sie hier „rechtliche Gleichstellung“ oder „Gleichberechtigung“ meint, und Benachteiligung nicht nur nach den reinen Zahlen („Mehr Frauen sind im Vorstand, weniger Männer bekommen Unterhalt“) bemisst, dann wäre das ja durchaus eine vernünftige Position. Ein klassischer Humanismus muss beiden Geschlechtern gleiche Möglichkeiten geben und ungerechtfertigte Benachteiligungen aufgrund des Geschlechts verhindern. Da werden wohl die meisten zustimmen.

Feminismus und Maskulinismus haben, auch wenn viele Leute sie für grundverschieden, wenn nicht gar gegensätzlich halten, dasselbe Ziel: Gleichstellung.

Dass uns der Ausdruck Feminismus geläufiger ist als Maskulinismus, liegt wohl hauptsächlich daran, dass in der Vergangenheit und zum Teil auch noch heute leider bei den Frauen mehr Nachholbedarf betreffend Gleichstellung bestand und besteht als bei den Männern, das ist geschichtlicher Fakt. Dafür kann aber der moderne Mann (oder die meisten von ihnen) nichts und er verdient es deshalb nicht, heute noch grundsätzlich in die Rolle des Unterdrückenden gesteckt zu werden. Wir Frauen sind nicht mehr dieselben wie früher, die Männer aber auch nicht. Darf man nicht vergessen.

Wer nun mehr benachteiligt ist, dass ist in der Tat Ansichtssache und ich vermute, dass Yonni da recht unbefangen in die Diskussion hereinkommt. Sie wird viele der hier gängigen Studien etwa zum Gender Pay Gap oder zu anderen Punkten wie der unterschiedlichen Berufswahl nach Interessen nicht kennen und andere Sorgen von Männern vielleicht auch anders einordnen. Das macht aus meiner Sicht nichts, solange man gesprächsbereit ist und bereit sich Argumente anzuhören. Das scheint mir bei ihr durchaus der Fall zu sein.

Trotzdem erlebe ich mich und meine Freundinnen immer wieder im Kampf mit Rollenmodellen – und dies hauptsächlich, wenn’s um Liebesbeziehungen geht. Wenn man sich, wie ich zum Beispiel, in eher männerdominierten Domänen bewegt und dort kein Problem hat, mit den Jungs mitzuhalten und auch mal offen seine Meinung sagt, traut man sich manchmal fast nicht mehr, in den Armen eines Mannes auch einmal schwach zu sein, auch wenn man das gerne wäre. Man traut sich kaum noch zu sagen, dass man es schön findet, wenn einem die Tür aufgehalten wird – zu oft kamen Sprüche wie «Du wolltest doch gleichberechtigt sein, halt’ deine Tür selber auf!»

Da spricht sie ein Problem einiger moderner Frauen an: Das Gefühl, dass sie immer emanzipiert sein muss und sich insofern keine Schwäche erlauben kann, während in anderen Bereichen, gerade im Bereich der Beziehung und des Sexuellen, der starke Mann und das Werben um die Frau nach wie vor attraktive Rollen sind. Das alte Beispiel beider Seiten dafür ist das Aufhalten der Tür. Es ist ja in der Tat schön und auch eine Form der Wertschätzung, die man gerne hat und insofern ungern aufgibt. Sie ist auch Symbol dafür, dass man als Frau wahrgenommen und abseits der Arbeitsbeziehung auf ein kleines Podest der Höflichkeit gestellt wird. Es ist insofern Anerkennung der Person als Frau. Im Gegenzug wird ein Mann denken, dass es keinen Grund für eine Vorzugsbehandlung gibt, wenn sie auch ansonsten die Rollen ablehnt und ihm ihrerseits nicht als Gentlemann behandelt, dem man in diesem Spiel auch einen gewissen Status als Mann zugestehen muss, damit das Spiel Spass macht.

Dazu heißt es in dem Artikel:

Doch solche Gesten haben mit der Emanzipation wenig zu tun, sondern mit der Freude am Gegenüber und mit dessen Wertschätzung. Oder haben Sie von einer Frau schon einmal den Spruch gehört: «Wir sind jetzt gleichberechtigt, ich schminke mich nur noch, wenn du dich auch schminkst und High Heels gibt’s übrigens auch in 44, kein Problem»? Also ich nicht.

Mit ihrer ersten Einschätzung hat sie Recht: Es ist eine Freunde am Gegenüber und eine Wertschätzung. Sie beschäftigt sich aber aus meiner Sicht nicht damit, warum es dem Gentlemann gefällt, die Tür aufzuhalten. Das ist eine Frage beiderseitigen Respekts und der Wertschätzung und man darf dabei eine Seite nicht zum Diener degradieren, der die Tür aufhält.

Interessant ist aber der Vergleich mit der Schminke. Der Fehler liegt aus meiner Sicht darin, dass sie ja durchaus verlangt, dass der Mann gut aussieht oder auf andere Weise attraktiv ist. Schminke gehört da aber für einen Mann nicht dazu.

Das (emanzipierte) Grundverständnis von Mann und Frau als gleichwertige Menschen muss nicht bedeuten, dass man in einer Beziehung nicht traditionelle Rollen einnehmen möchte/darf. Im Gegenteil: Ich finde es super, mich für ein Date hübsch zu machen, ich freue mich, wenn ich meine Weiblichkeit bewusst leben kann und sie beim Gegenüber auf Freude stösst. Und es gibt Männer, die finden es toll, einer Frau die Tür aufzuhalten oder sie zum Essen einzuladen. Nur weil er mir die Tür aufhält, entmündigt er mich nicht – und nur, weil ich mich für ihn schön mache, unterwerfe ich mich ihm nicht.

Auch hier ist durchaus vernünftiges drin: Die traditionellen Geschlechterrollen funktionieren, weil sie halt bieten und bestimmte, einfache Botschaften transportieren. Und sie sind in diesem Fall eben teilweise auch einfach angenehmer für sie: Es machen sich ja beide hübsch für das Date (wobei sie meist mehr Arbeit hat). Ich würde aus Pickupsicht nicht empfehlen eine Frau beim ersten Date zum Essen einzuladen. Es ist ein viel zu formelles Setting. Besser ist es etwas trinken zu gehen, es ungezwungen zu halte und zB dabei abwechselnd zu zahlen. Aber auch das ist Geschmackssache. Es ist aus einer „Return of investment“-Sicht eher dann geeignet, wenn man schon ziemlich sicher ist, dass sie interessiert ist. Allerdings kann man alles, was man beim Essen besprechen kann, auch bei einem Bier besprechen und es entsteht dann ein wesentlich geringerer sozialer Druck zur Abwehr des Eindrucks der Geizigkeit die Rechnung zu übernehmen.

Wir sollten aufhören, Zuneigung zwischen Mann und Frau als Kampf anzusehen.

Das finde ich einen wichtigen Punkt. Die meisten Männer und Frauen spielen zumindest mit ihren Partnern und Freunden des anderen Geschlechts ein kooperatives Spiel oder planen das am Anfang, auch wenn es am Ende nicht gelingt. Wichtiger noch ist vielleicht auch der Umstand, dass man erkennt, dass Gleichheit nach Köpfen in vielen Bereichen nicht wegen entgegenstehender Diskriminierung scheitert, sondern weil Männer und Frauen verschiedene Ziele, Vorlieben und Lebensplanungen haben und insofern bewußt ihr Leben in die eine oder andere Richtung gestalten.

Gleichberechtigung dreht sich, wie das Wort schon sagt, um die Rechte von Mann und Frau. Für diese lohnt es sich wirklich, Kämpfe auszutragen! Es ist jedoch nicht das Ziel der Gleichberechtigung, uns in Neutren zu verwandeln, die bloss keinem Geschlechterstereotypen mehr entsprechen dürfen, weil uns das sofort wieder in die Steinzeit zurück katapultieren würde – weder Männer noch Frauen. Stellen Sie sich mal vor, wie seltsam die Welt wäre, wenn Männer und Frauen sich auf einmal geschlechtsneutral verhalten würden.

Das ist in der Tat eine interessante Frage: Wie wäre die Welt, wenn wir uns alle geschlechtsneutral verhalten würden? Vermutlich würden beide Geschlechter das erst einmal sehr merkwürdig finden. Was wäre überhaupt geschlechtsneutrales Verhalten? Hätten Frauen und Männer die gleiche Einstellung zu Sex? Was wäre in dieser Hinsicht dann neutral? Ein mittlerer Weg? Neutrale Menschen sind glaube ich wirklich schwer vorstellbar. Und „männlich“ und „weiblich“ können ja auch durchaus ihre gegenseitige Anziehungskraft haben, auch wenn sich jedes Geschlecht Punkte vorstellen kann, die es an dem anderen nerven. Also die Zusatzfrage: Was wäre geschlechterneutrales Verhalten? Würden Frauen genervt sein, wenn Männer „unmännlicher “ werden? Würde sich die Rollenverteilung ändern, wenn beide ein mittelmäßiges Interesse an beruflichen Status und ein mittelmäßiges Interesse an Zeit mit den Kindern hätten? Würden Männer es vermissen, dass Frauen sie in bestimmten Bereichen für Helden und starke Männer halten? Wobei dieser Wunsch nach Anerkennung ja auch nicht geschlechtsneutral ist.

Mein persönliches Fazit: Emanzipation ist nicht gleich Dominanz der Frau, sie bedeutet nicht, dass wir nun immer und überall «die Hosen anhaben» müssen – Gleichberechtigung bedeutet nicht, dass alle Männer nun zu Softies werden und uns die Füsse küssen müssen.

Emanzipation und Gleichberechtigung bedeuten Freiheit – die Freiheit, dass wir, Männlein und Weiblein, gemeinsam das Beziehungsmodell leben dürfen, das für uns stimmt.

Freiheit – das ist ja in der Tat ein hübsches Fazit. Natürlich wird man sich darüber streiten, was Freiheit eigentlich ist und was man braucht, um sein Beziehungsmodell frei wählen zu können. Da sind nach wie vor spannende Fragen zu klären.

 

Die Unfähigkeit im Feminismus, die Perspektive eines männlichen Subjekts einzunehmen

Schoppe schrieb in einem Kommentar etwas interessantes zum Thema Objektifizierung, also dem Vorwurf, dass man andere Leute als Objekt wahrnimmt oder zu diesem macht, der häufig aus dem Feminismus kommt:

“Das Objektfifizierungsargument ist schwach.” Ich finde es ohnehin schwach, auch in anderen Zusammenhängen. Natürlich nehmen wir einander als Objekte wahr – als was denn sonst? Zu denken, ich würde einen anderen Menschen ganz als Subjekt wahrnehmen können, als würde ich die Welt ganz aus seiner Perspektive sehen – das wäre anmaßend. Es geht probeweise, als Gedankenexperiment – aber trotzdem bleibt der andere Mensch immer auch ein Objekt.

Für Mead ist das sogar der Beginn der Reflexionsfähigkeit und der zivilen Kompetenz – zu lernen, sich auch selbst als Objekt wahrnehmen, sich nämlich durch die Augen der anderen sehen zu können. Eben das ist etwas, was feministische Positionen in der Regel verweigern – die sind festgetackert in der eigenen Perspektive.

“I bathe in male tears” – DAS ist wirklich eine Objektifizierung, die widerlich ist. Statt das zu sehen, wird eine bekloppte Doppelmoral aufgefahren: “Ich genieße den Schmerz, das Leid von anderen” – das ist super, eine tolle emanzipatorische Botschaft. “Ich finde andere schön.” – SEXIST PIG, objektifizierendes Arschloch!

Wer das Leid von anderen genießt und damit noch prahlt – der besteht tatsächlich darauf, dass der andere Mensch ganz Objekt bleiben muss, dass er auch nichts anderes sein darf, dass seine Perspektive niemals zählt. Wer andere schön findet und das zeigt, kann hingegen zugleich problemlos auch deren Perspektiven wahrnehmen.

Objektifizierend ist also gerade die feministische Perspektive, die mit ihrem Gerede von Definitionsmacht und Patriarchat die Perspektiven von Männern (und von nicht-feministischen Frauen) ausgrenzt und diffamiert. Das merken deren Protagonistinnen nur nicht – eben weil sie gar nicht in der Lage sind, sich selbst ab und zu auch mal mit den Augen anderer zu sehn.

Die These, dass Feministinnen sich weigern, sich einmal für eine Situation in die Perspektive des Mannes zu versetzen, ist interessant. Mich würde interessieren, was Feministinnen dazu sagen würden. Vielleicht, dass sie sehr wohl auf die männliche Perspektive abstellen und diese eben aufgrund der Geschlechterrollen von einer verinnerlichten Frauenfeindlichkeit bestimmt sein muss. Und das man ja diese innere Haltung gerade ändern will, indem man die Geschlechterrollen aufbricht, wozu man „das Gerede über Definitonsmacht und Patriarchat“ braucht, denn mit diesem will man ja gerade erreichen, dass Opfern geholfen wird und neue Machtverhältnisse entstehen, die dann zu echter Gleichberechtigung führen. Auch hier wird aber nicht wirklich auf die Subjektebene gewechselt, der einzelne Mann wird hier in vermeintliche Gruppeninteressen der Männer eingeordnet, die zudem auf einem extremen Feindbild beruhen.

Und im Rahmen dieses Feindbild wird der Mann eben klassisch als Outgroup definiert, dessen Empfindungen relativ egal sind und dem man alles Schlechte unterstellen kann.

Bei „I bathe in male tears“ wäre die Argumentation, dass man ironisch ist. Denn die feministischen Handlungen können keine Unterdrückung oder Benachteiligungen, die tatsächliche Tränen wert sind, auslösen. Weil Männer ja mangels Macht der Frauen nicht unterdrückt werden können. Auch diese Angabe macht aber eher die Weigerung deutlich, Männer wirklich als Person zu sehen, die über ihre Gruppenzugehörigkeit hinaus Menschen sind und auch keineswegs an der Spitze der Gruppe stehen müssen. Eine tatsächliche Betrachtung dessen, wie der Mann beispielsweise Macht von Frauen erlebt und wie er dadurch betroffen ist, etwa in Beziehungen etc, findet nicht statt.

Auch interessant ist die Aussage, dass man sich selbst, wenn man die Sicht eines anderen einnimmt, zwangsläufig auch als ein Objekt sehen können muss, wenn man dessen Perspektive einnehmen will. In der Hinsicht muss dem Arzt bewußt sein, dass er für den Patienten eben ein Arzt ist, und nur eingeschränkt ein subjektives Wesen. Natürlich gesteht man auch jemanden, dem man als Arzt sieht, menschliches zu, möchte aber eben nicht dessen Probleme lösen, wenn man ihn als Arzt besucht, sondern möchte seine Dienstleistung als Arzt entgegennehmen. Deswegen kann man sich trotzdem auch daneben mit ihm als Mensch zB über seinen letzten Urlaub unterhalten.

Wenn der Feminismus hier Männer und Frauen außerhalb ihrer Gruppen als Subjekte wahrnehmen würde, dann müsste man sich dort wohl bemühen, auch dessen Sorgen aufzunehmen, etwa die Probleme eines Mannes, der sein Kind nicht sieht und bei dem es egal ist, dass seine Gruppe abstrakt in einigen Punkten zB bei der Anzahl der Führungspositionen besser abschneidet. Die Perspektive des Mannes, der nicht einfach nur „23% mehr Gehalt“ überwiesen bekommt, sondern der zB dem Kinderwunsch seiner Frau nachgegeben hat und jetzt, wo seine Frau wegen der Kinderbetreuung aussetzt, die Last der finanziellen Verantwortung spürt und deswegen Überstunden macht, der Hauskredit zahlt sich eben nicht von alleine ab. Oder man würde dort eben auch wahrnehmen, dass Frauen an Männer Anforderungen stellen, dass diese das Verhalten des Mannes mitbestimmen, dass Frauen also die Regeln der Gesellschaft genauso mitbestimmen wie Männer und hier über ihr auf ihre Wünsche erhebliche Macht ausüben. Das eben auch Männer Objekte aus Sicht der Frauen sind und in der Hinsicht genutzt werden – als Beschützer, Versorger, Liebhaber etc.

Es würde dort vielleicht auch deutlich werden, dass die Betrachtung des Geschlechterthemas als Nullsummenspiel um Macht zwischen den Geschlechtern die Wirklichkeit nicht abbilden kann. Das Männer und Frauen versuchen Kooperativ miteinander zu spielen und gleichzeitig auch in Konkurrenz zu einander und untereinander stehen. Das dabei unterschiedliche Perspektiven, Fähigkeiten und Vorstellungen von Subjekten aufeinander stoßen und nicht nur Rollen und Gruppen. Und dass das Häufungen innerhalb dieser Gruppen trotzdem nicht ausschließen muss, dies aber dennoch kein Zeichen von Unterdrückung sein muss.

Die Akzeptanz der Konsequenzen von Lebensentscheidungen in der Geschlechterdebatte

Hier sagt Erzählmirnix interessantes zur Genderdebatte

Manchmal glaube ich, die Leute heutzutage sind einfach unfähig geworden damit zu leben, dass jede Entscheidung Konsequenzen hat. Frau kann nicht liebevolle Vollzeitmutti für fünf Kinder sein und gleichzeitig DAX-Vorstand – genausowenig wie Mann das kann. Kinder kosten Geld und wenn man sich für Kinder entscheidet ist das ein finanzielles Risiko. Natürlich gibt es noch viel zu verbessern, sowohl für Alleinerziehende als auch für die, die an Unterhaltszahlungen verzweifeln. Aber diese Schlechtmalerei von Feministinnen (Der armen Frau wird durch die Kinder ihre Karriere verbaut während der Mann aufsteigt, hinterher lassen sie sich scheiden und die Frau landet in der Altersarmut während er Vorstand ist und seine 25-jährige Sekretärin poppt) oder Maskulisten (Die Frau schiebt ihm Kinder unter, lässt sich scheiden um mit ihrem neuen Macker ein Leben in Saus und Braus von seinen Unterhaltszahlungen zu führen, während sie ihm aus reiner Bosheit die Kinder entzieht) hilft keinem

Das hat durchaus etwas für sich: Gewisse Entscheidungen haben nun einmal Folgen, wer mehr Zeit mit dem Kind verbringen will, der wird weniger Karriere machen, wer eine Arbeitsteilung so vornimmt, dass einer der Partner im Erwerbsleben zurücksteckt, der muss auch bis zu einem gewissen Grad (über den man sich allerdings streiten kann) mit Unterhalt rechnen, wer Kinder in die Welt setzt, der muss sich auch gewisse finanziellen Folgen bewusst machen. Man kann nicht für die Hausfrauenehe sein, aber gleichzeitig den Frauen vorwerfen, dass sie sich von Männern aushalten lassen etc

Die Frage ist dabei natürlich, welche Kosten man hinnehmen muss, mit welchen Gegenstrategien man rechnen muss etc. Es ist jedenfalls durchaus empfehlenswert einmal drüber nachzudenken, welche Kosten berechtigt sind und welche nicht. Und nicht jeden Kompromiss zwischen den Geschlechtern einseitig auf der Kostenseite, sondern auch auf der Habenseite wahrzunehmen.

 

Spielen die Geschlechter ein Nullsummenspiel oder ein Kooperatives Spiel im Sinne der Spieltheorie?

Ich finde die Frage interessant, welche Art von Spiel die Geschlechter spielen: Ein nichtkooperatives Nullsummenspiel oder ein kooperatives Spiel:

Nullsummenspiele beschreiben in der Spieltheorie Situationen, also Spiele im verallgemeinerten Sinne, bei denen die Summe der Gewinne und Verluste aller Spieler zusammengenommen gleich null ist.

Nullsummenspiele sind spieltheoretisch äquivalent zu den Spielen mit konstanter Summe (Konstantsummenspielen). Bei diesen Spielen ist die gemeinsame Auszahlungssumme nicht gleich null, sondern gleich einer Konstanten, betrachtet man jedoch die Auszahlung als im Voraus an die Spieler verteilt, so spielen diese um eine Umverteilung mit Summe null. Beispiele für Nullsummenspiele sind alle Gesellschaftsspiele und Sportarten, bei denen gegeneinander um den Sieg gespielt wird, beispielsweise Poker oder Schach. Es ist dabei zu beachten, dass die betrachteten Gewinne und Verluste außerhalb des Spieles verstanden werden – in einer Schachpartie verlieren beide Spieler gegenüber dem Partiebeginn in der Regel an Spielmaterial, es geht aber nur um die Auszahlung des Spieles „nach außen“, hier zum Beispiel als „ein Punkt in einem Turnier“.

Ein Nullsummenspiel im ökonomischen Sinne ist eine Konkurrenzsituation, bei der der wirtschaftliche Erfolg oder Gewinn eines Beteiligten einem Misserfolg oder Verlust eines anderen in gleicher Höhe gegenübersteht.

Der allgemeine Fall des Nicht-Nullsummenspiels wird oft als Coopetition bezeichnet. Man kann dabei noch unterscheiden, ob die Summe zu jedem Zeitpunkt null ist oder ob es bestimmte Zeiten während der Spielzüge gibt, in denen sie ungleich null oder unbestimmt ist. Ein besonderer Fall des Nicht-Nullsummenspiels ist das sogenannte Win-Win-Spiel, bei der alle Beteiligten gleichzeitig gewinnen können, dieser Spielausgang aber dennoch nicht automatisch erreicht werden kann.

Der allgemeine Fall des Nicht-Nullsummenspiels wird oft als Coopetition bezeichnet. Man kann dabei noch unterscheiden, ob die Summe zu jedem Zeitpunkt null ist oder ob es bestimmte Zeiten während der Spielzüge gibt, in denen sie ungleich null oder unbestimmt ist. Ein besonderer Fall des Nicht-Nullsummenspiels ist das sogenannte Win-Win-Spiel, bei der alle Beteiligten gleichzeitig gewinnen können, dieser Spielausgang aber dennoch nicht automatisch erreicht werden kann.

Mir scheint, dass die radikaleren Richtungen bei beiden Geschlechtern eher ein Nullsummenspiel sehen. Ich schrieb beispielsweise zum radikalen Maskulismus einmal als Definition:

Radikaler Maskulismus: Der radikale Maskulismus stellt die Geschlechter in einem Kampf gegenüber. Die Frau ist dabei an der Unterdrückung des Mannes interessiert und es gilt dies zu verhindern. Der Mann wird dabei gerne als der bessere Mensch angesehen, die Frau als der schlechtere, entweder aufgrund der Rolle oder aber aufgrund von Differenzen zwischen Männern und Frauen. Ziel des radikalen Maskulismus ist eine Befreiung des Mannes von der Unterdrückung durch die Frauen / einen Teil der Frauen. Im radikalen Maskulismus dürfte auch vieles zu finden sein, was sich als Antifeminismus bezeichnet.

Sich in einem Kampf gegenüber stehen bei denen jeder Gewinn des einen Geschlechts ein Verlust des anderen Geschlechts ist, ist eben ein Nullsummenspiel.

Gemäßigtere Teile in beiden Richtungen wollen hingegen das Geschlechterverhältnis so ausrichten, dass man es nicht auf Konflikt, sondern auf Kooperation auslegt, die eine gewisse Konkurrenz beeinhaltet, aber den Mehrgewinn der Kooperation verwirklichen will. Hier gibt es den interessanten Begriff der Coopetiton:

Coopetition bezeichnet Marktphänomene, bei denen eine Dualität aus Kooperation und Wettbewerb besteht und das Handeln der Marktteilnehmer beeinflusst, ohne dass diese explizit kooperieren.

Derartige Systeme werden in der Spieltheorie mathematisch als Nicht-Nullsummenspiele beschrieben. Diese ist erstmals 1928 von John von Neumann beschrieben und 1944 zusammen mit Oskar Morgenstern in dem Buch „Spieltheorie und wirtschaftliches Verhalten“ (Theory of Games and Economic Behavior) ausgeführt worden.

1950 hat der US-Mathematiker John Forbes Nash Jr. das Lösungskonzept des Nash-Gleichgewichts aufgestellt, das auch für die Nicht-Nullsummensituation geeignet ist, die durch das Konzept der Coopetition beschrieben wird. Unter bestimmten Bedingungen lässt es sich als Nashgleichgewicht darstellen, dass Konkurrenten gemeinsam einen Vorteil erzielen können, auch ohne eine explizite Absprache im Sinne eines Kartells getroffen zu haben.

Ein Sonderfall dieser Situationen ist die gezielte, organisierte Kooperation auf der gleichen Wertschöpfungsstufe (horizontale Kooperation), während die Kooperationspartner auf dem Markt für das Endprodukt in Wettbewerb zueinanderstehen. Kooperiert wird dabei meist in den Bereichen „Forschung und Entwicklung“ oder „Produktion“, während in den anderen Bereichen die Unternehmen in ihrer Rolle als eigenständige Wettbewerber verbleiben und am Markt auftreten.

Die beiden US-amerikanischen Professoren Adam Brandenburger (Stern Business School) und Barry Nalebuff (Yale School of Business) haben die Grundidee der Coopetition in ihrer gleichnamigen Monographie auf die Praxis des Geschäftslebens angewandt und zu einem vollständigen System ausgebaut. Die von ihnen entwickelte Methode beschreibt fünf Ansatzpunkte, an denen man in der Geschäftspraxis ansetzen kann, um mit seinen Geschäftspartnern (einschließlich der Konkurrenten) Lösungen zu erzielen, durch die alle Beteiligten besser gestellt werden als bei naiver Konkurrenz. Im Idealfall sind dies Win-Win-Situationen, aber Coopetition gilt auch für Fälle, die „zwischen“ Nullsummenspielen und Win-Win-Situationen liegen.

Innerhalb dieser Betrachtung streitet man sich dann darüber, welches aufgrund der Interessen der Geschlechter aber eben auch der Einzelpersonen, die andere Lebensentwürfe haben bestehende Nash-Equlibrium man anpeilen sollte und wie man dabei abweichenden Lebensentwürfen gleichzeitig den passenden Raum einräumt.

Zwischen den Geschlechtern besteht, gerade wenn man davon ausgeht, dass sie im Schnitt verschiedene Interessen und Fähigkeiten haben, ein erhebliches Potential für Kooperation. Man muss diesen gemeinsamen Weg nicht ausblenden und sich zwanghaft auf ein Nullsummenspiel festlegen.

Die Frage, auf welche Art man welchen Mehrgewinn erzielen kann und wie dabei die Interessen und Motivationen (Payoffs) der Geschlechter sind scheint mir dabei die wesentliche in der Geschlechterfrage zu sein.