ISIS und die weibliche Moralpolizei

Die Rolle von Frauen in Ideologien wie dem radikalen Islam und ISIS wird gerne übersehen. Ich hatte schon einmal über die „Märtyrermutter“ berichtet, die als Heldin gefeiert wurde, weil drei ihrer sechs Söhne als Märtyrer gestorben sind, berichtet.

Hier ist ein anderer interessanter Beitrag:

I was much more afraid of women,“ said Umm Fatma, referring to female members of the terror organization’s morality police, known as the Hisbah

„The women would beat you for the smallest thing — how you looked or how you wore your headscarf, “ the 28-year-old mother of three who arrived at the Khazer Camp last week told NBC News. „They used whips and metal sticks.“

Restricted in where they could go and what they could wear while in Mosul, refugees described living in fear of the Khansaa Brigade, the all-female ISIS Hisbah units who patrolled the streets tasked with enforcing an extreme version of Shariah law.

Umm Azma, a 31-year-old mother of eight, said the female morality police favored a torture tool known as „the biter“ — metal prongs designed to clip chunks of flesh as punishment for women who violated strict ISIS‘ dress codes.

„They used this on my neighbor who was cleaning in front of her house without the headscarf,“ said Umm Azma, gesturing to her own upper arm to illustrate where the tool had been used. „Then they took her away for lashings. She never came back.“

Es gibt eben in einem solchen Regime auch immer Positionen für „ehrenwerte Frauen“, die über die Befolgung der Regeln Status aufbauen und diese vollauf unterstützen. Auch wenn aus unserer Sicht die Regelungen für Frauen nachteilhaft sind, sind sie eine effektive Regelung intrasexueller Konkurrenz und stellen gesellschaftliche Regelungen dar, innerhalb derer auch Frauen Status aufbauen können und die daher von Frauen als vorteilhaft und richtig wahrgenommen werden.

 

 

 

Die Anschläge von Paris

Wieder religiös motivierte Anschläge in Paris. Wahllos auf Massenveranstaltungen.

Vermutlich im Namen von IS.

Schrecklich. Und vollkommen sinnlos. Wirklich, was will man damit erreichen außer Leute gegen sich einzunehmen?

(Anmerkung: Kommentare, die allgemeine Hetze gegen Flüchtlinge oder Muslime betreiben, werde ich löschen)

Rassismus, rassistische Strukturen und Gruppentheorie

Die Flüchtlingswelle führt dazu, dass viele Menschen auf einmal untergebracht werden müssen und dies wiederum führt zu einem offen zu Tage tretenden Rassimus.

Aus meiner Sicht ist Rassismus zunächst erst einmal ein Outgrouping, dass die üblichen Effekte, die typischerweise damit verbunden sind, hervorrufen soll:

  • „Die sind anders, warum sollten die zu uns gehören?“ Einordnen in eine homogene möglichst einfache Gruppenidentität
  • „Wir sind besser als die“ Aufwertung der eigenen Gruppe
  • „Wir gegen die“ Stärkung des Gruppenzusammenhalts und Schaffung eines Sündenbocks
  • „Was haben wir von denen“ Anklage des Trittbrettfahrertums bzw des Aufkündigen von „do ut des“

Vielleicht ist das auch der Grund, warum gerade ländlichere Gegenden und auch gerade der Osten eher von Rassismus betroffen sind.

Gruppenidentität ist etwas, was alle Menschen bis zu einem gewissen Grad haben. Und natürlich ist es auch durchaus berechtigt, die eigenen Interessen im Auge zu behalten: Es ist so gesehen etwas ungewöhnliches, dass wir in diesem Bereich nicht egoistisch sind. Die menschliche Spezies ist insoweit eine sehr soziale Spezies. Das dieses soziale Wiederum seine Grenzen hat, ist dabei aus meiner Sicht nichts ungewöhnliches. Wo diese gezogen werden ist eine kulturelle Frage.

Ich glaube nicht, dass Deutschland da so schlecht abschneidet. Natürlich gibt es hier Rassismus und auch schreckliche Taten gegen Ausländer, aber die gibt es in anderen Ländern auch. Die meisten Menschen sehen es durchaus als ihre Pflicht an zu helfen und sind durchaus damit einverstanden, dass Flüchtlinge aufgenommen werden.

Es ist aber wohl schwer, das wahrzunehmen, wenn man nur in sehr groben Gruppen denken kann: Weiße gegen PoCs, Flüchtlinge  gegen Deutsche, Antideutsche gegen die „Nation“.

Die Flüchtlingskrise und die Vorfälle werden daher in das zu erwartende Schema eingeordnet zB

 

Ich frage mich, ob man sich bei diesen Ideologien überhaupt noch Gedanken darüber macht, ob die Strukturen wirklich so weit ausgeprägt sind oder ob man die Grenzen ganz automatisch zieht.

Natürlich ist es auch nicht ganz falsch: Gruppendenken ist eben ein wichtiger Bestandteil und wie stark man die Gruppenzugehörigkeit zieht ist graduell nach den Umständen.

Ein gutes Beispiel ist die in diesem Bereich vorhanden Gruppenidentität als Antideutsch, die recht undifferenziert in Hass umschlägt, wenn sie die Gruppe der Deutschen an sich sehen und bei einzelnen Mitgliedern der Gruppe, die sie persönlicher kennen oft hinter dem Individuum zurückstecken muss.

So gesehen ist der dortige Rassismus, definiert als Hass gegen eine ethnische Gruppe, keine andere Form des Outgroupings und erfüllt auch die gleichen Funktionen:

  • „Die sind anders, warum sollten die zu uns gehören?“ Hier ist die andere Gruppe eben die Deutschen
  • „Wir sind besser als die“ Aufwertung der eigenen Gruppe: „die sind eh alle Nazis, die einen mehr die anderen weniger“
  • „Wir gegen die“ Stärkung des Gruppenzusammenhalts und Schaffung eines Sündenbocks
  • „Was haben wir von denen“ Anklage des Trittbrettfahrertums bzw des Aufkündigen von „do ut des“. Hier ist das gemeinsame Ziel die Anerkennung als Nichtrassistisch, welches „die Deutschen“ verhindern

Ich glaube, dass die Taktik dazu zur Verhinderung von Rassismus auch nicht wirklich geeignet ist, sondern tatsächlich eher dazu geeignet ist, sich gut zu fühlen.

Wenn man Rassismus verhindern will, dann kann man natürlich versuchen, die anderen auszugrenzen, und dadurch Druck aufzubauen, damit sie in die eigene Gruppe wechseln. Aber dazu ist es wenig geeignet eine so undifferenzierte Schuldzuweisung vorzunehmen und als kleine Gruppe versuchen eine kleine Gruppe so heterogen wie Deutsche durch Beschämen zu einem Verhaltenswechsel zu bewegen.

Eine effektivere Taktik wäre es wohl eher, Rassisten innerhalb der Gruppe zu isolieren, indem man versucht eine positive Gruppenidentität zu fördern und rassistisches Verhalten zu ächten. Also letztendlich der „Pack“-Ansatz. Natürlich bewirkt auch dieser bei den passenden häufig einen Gruppeneffekt, sie machen sich diese Bezeichnung zu eigen und nutzen ihn zur Stärkung der eigenen Gruppenidentität. Aber eine gewisse Isolierung tritt dennoch ein. Der Kampf wird dabei letztendlich darüber geführt, ob es gelingt eine negative Gruppenidentität zu errichten, die Leute abschreckt und Unterstützung entzieht oder der Prozess als berechtigt dargestellt werden kann, der lediglich durch „political correctness“ verhindert werden soll. In dieser Hinsicht arbeitet die Antifa letztendlich den Gruppen eher zu, da sie eben die Gruppenidentität auf die restlichen Deutschen erweitert und so gerade ein anschließen erleichtert.

ISIS und Vergewaltigungen, Tötungen und Sklaverei

Ein Spiegelartikel beschreibt die Haltung und die Handlungen der ISIS, die absolut menschenverachtend sind:

Noch immer sind nach Uno-Schätzungen rund 3000 Menschen, vor allem jesidische Frauen und Mädchen, in der Gewalt des „Islamischen Staates“ (IS). Die Dschihadisten betrachten sie als ihr Eigentum, über das sie nach Gutdünken verfügen können.

Die Mädchen und Frauen müssen für ihre vermeintlichen „Besitzer“ kochen, putzen und waschen und sind Opfer sexueller Gewalt. Jesidinnen, die aus der Gefangenschaft des IS entkommen konnten oder gegen Lösegeld freigelassen wurden, berichteten von systematischen Vergewaltigungen. Die Frauen werden von der Miliz auch an IS-Kämpfer verkauft oder vermietet.

Der IS begründete die Versklavung der Frauen und Mädchen bereits auf besonders zynische Weise: Laut Scharia gelte zwar für unverheiratete IS-Kämpfer das Keuschheitsgebot, Sex mit Sklavinnen sei allerdings erlaubt.

Das ist auch ein hübsches Beispiel, dass religiöse Wertungen, die sich so sicherlich auch in der Bibel finden, unseren moralischen Wertvorstellungen in keiner Weise mehr entsprechen. Das Sklaven auch für Sex genutzt werden können dürfte in den Zeiten der Sklavenhaltung allgemeine Praxis gewesen sein, vom alten Rom bis zu den amerikanischen Südstaaten.

Es zeigt, wie einfach man es sich mit der Übernahme religiöser Wertungen machen kann, die Sklaverei ist ja in religiösen Schriften erlaubt, Sex mit Sklavinnen auch, also machen wir nichts falsch. Im Gegenteil: Wir halten uns nur besser an die religiösen Schriften als andere.

Nun legt die Miliz noch einmal nach. In der jüngsten Ausgabe ihres Propaganda-Magazins behauptet sie, die Versklavung der Jesiden geschehe in deren Interesse – nicht „zum Vergnügen“ der Sklavenhalter: „Ihre Versklavung soll den Menschenrechten widersprechen, und der Geschlechtsverkehr mit ihr (einer Sklavin – d. Red.) soll Vergewaltigung sein?“, heißt es empört in einem Artikel, der angeblich von „Umm Sumayyah al-Muhajirah“ geschrieben wurde – einer Frau, die zum IS nach Syrien gereist sein soll.

Als Sklavinnen hätten Frauen die Möglichkeit, beim IS hart zu arbeiten und im Islam die wahre Erkenntnis zu erlangen – „was sie bei den Ungläubigen trotz Slogans wie ‚Freiheit‘ und ‚Gleichberechtigung‘ nicht finden konnten.“

Auch ein schönes Argument: Was zählt schon das jetzige Leben, wenn man damit seine Seele nicht rettet? Lieber Sexsklave sein, mit der Aussicht auf die „richtige Religion“ als frei und die Chance auf sein ewiges Leben verlieren. Das zeigt auch noch einmal, wie man mit Religion sehr einfach die Kosten-Nutzen-Rechnung verändern kann.

Genauso absurd ist die Rechtfertigung des IS für Verbrechen an männlichen Gefangenen. Hunderte, möglicherweise Tausende jesidische Jungen und Männer wurden vom IS bereits exekutiert, weil sie sich weigerten, zum Islam überzutreten. Wie viele ermordet wurden, ist unklar. Nach und nach werden Massengräber gefunden, manchmal mit Dutzenden Leichen darin.

Auch einmal wieder klassisch: Die Überschrift des Artikels ist „Gefangene Jesidinnen: IS macht Propaganda für Frauen-Versklavung“. Erst unten erfährt man dann, dass die Männer und Jungs einfach erschossen werden. (Auch hier, wenn die Darstellung richtig ist, zeigt sich die Kosten-Nutzen-Rechnung: Unter der Drohung erschossen zu werden, würde ich zu jeder Religion übertreten, fliehen kann man immer noch)

Der IS weiß, dass die Versklavung und Vergewaltigung der Frauen und Mädchen selbst unter den eigenen Anhängern nicht unumstritten ist – daher erfolgt nun die erneute Rechtfertigung.

„Unsere Unterstützer haben angefangen, diese Angelegenheit zu leugnen, als ob die Soldaten des Kalifats einen Fehler oder Böses begangen hätten“, heißt es. Dabei handele man doch nur nach Allahs Wunsch. Prostitution sei ein „größeres Übel“.

Auch nicht schlecht. (Zwangs-) Prostitution, anscheinend auch von Sklavinnen, ist also schlecht. Mit seinen eigenen Sklavinnen zu schlafen (und sie vermutlich auch an andere zu verkaufen und zurückzukaufen, wie es gerade passt) hingegen vollkommen okay.

Die Fähigkeit des menschlichen Gehirns sich sein eigenes Handeln schön zu denken und insoweit nicht der Böse zu sein, kennt keine Grenzen.