Warum man mit SJWs nicht diskutieren kann

Im wesentlichen ist seine Idee, dass die radikale Linke zu weit aus dem normalen Rahmen fährt um gemeinsame Ziele zu haben, die man nur auf verschiedenen Wegen umsetzt.

Ich würde sagen, dass man natürlich gemeinsame Ziele benennen könnte.

Wenn er sagt, dass man zB diskutieren kann, wie viel Zuwanderung es geben soll, dass das aber nicht möglich ist, wenn die radikale Linke schlicht für offene Grenzen ist, dann hat nennt er erst mal nur eine sehr weite Differenz.  Es kommt dann darauf an, auf welches Ziel man abstellt:

Während man die Frage der Einwanderung unter dem Ziel diskutieren kann, was gut für das jeweilige Land ist (wie viele Arbeitskräfte brauchen wir/ wen lassen wir mit welchen Qualifikationen rein) kann man sie natürlich auch unter dem Gesichtspunkt diskutieren „Warum sollen wir Wohlstand haben und andere nicht, wir müssen sie zu uns kommen lassen, für eine bessere Welt“

Dann diskutiert man über Verantwortung für die Welt und „Egoismus der Leute in den bereits reichen Ländern“.

In der Tat ist das dann eine neue Debatte.

„Der Feminismus ist wie eine absurde Schlacht mit Ameisen“

Lucas Schoppe schreibt wie meist interessantes:

So aber sind Gender Studies in dieser Form eben kein Sozialkonstruktivismus, sondern eher ein Anti-Sozialkonstruktivismus. Sie befeuern die Illusion einer irgendwie echten, authentischen, reinen Wirklichkeit, die sich freilegen ließe, wenn die Konstruktionen der allumfassenden Herrschaftsordnung erst einmal hinreichend entlarvt und bewusst gemacht wären.

Das ist ja das fatale an „Dekonstruktion“ und „kritischer Theorie“, sie weigert sich, sich selbst auch kritisch zu betrachten und ist insofern nur darauf ausgerichtet, alles, was nicht ins eigene Weltbild passt, zu kritisieren, niemals aber die eigenen Ideologien.

Dass sich solch eine Reinheitssehnsucht in Reinigungsphatasien niederschlägt, ist ebenso verständlich wie die das irritierend gute Gewissen der Reinigungsunternehmer. (…)

Die vierte Welle, die der dritten gender-feministischen Welle heute folgt, ist noch besser für Reinigungsphantasien geeignet. Der intersektionale Feminismus kombiniert verschiedene Formen der Diskriminierung, hat sich neben dem Geschlechterverhältnis besonders auf rassische Zuschreibungen konzentriert und stellt regelmäßig fest, dass Menschen in einer Hinsicht privilegiert (Mann! Weiß! Hetero! Cis!), in anderer diskriminiert oder marginalisiert sein können.

Das füttert nicht nur die Illusion, soziale Herrschaft könne jederzeit anhand von Gruppenzugehörigkeiten analysiert und jeweils zweifelsfrei zugeordnet werden – es befeuert auch einen unendlichen Diskriminierungswettlauf. Ist eine lesbische weiße Cis-Frau oder ein heterosexueller schwarzer Trans-Mann eher durch Diskriminierungserfahrungen geprägt – also auch weniger durch den Anteil an Herrschaftsstrukturen verunreinigt?

Für eine linke Politik sind solche Reinheitssehnsüchte ganz besonders katastrophal. Da die Gesellschaft flächendeckend von „Herrschaftsstrukturen“ geprägt scheint, sind es zunehmend immer kleinere Gruppen, die noch ein positives Gegenbild entwerfen könnten. Die linken Kämpfe richten sich schließlich so engagiert gegen immer subtilere Unterdrückungsmechanismen, dass sie von außen betrachtet nicht einmal wie ein Kampf gegen Windmühlen, sondern wie eine absurde Schlacht mit Ameisen erscheinen müssen.

Das er sich in immer kleineren Scharmützeln um die noch bessere Sicht, die noch diskriminierungsfreiere Wirklichkeit verlieren muss, ist in der Tat Fluch und Segen der intersektíonalen Theorien:

Fluch, weil er eben zu Kriegen führt, bei denen das tatsächliche Ziel nicht mehr erreicht werden kann, bei dem sich der Kampf fast automatisch auch nach innen richten muss, bei der mehr Hass entsteht ohne das es produktiv wird.

Aber eben auch Segen, weil man immer ein Opfer hat, für das man sich einsetzen kann, immer signallisieren kann, wie viel einem der Kampf bedeutet und wie nachhaltig man ihn führt und in dem man Wetteifern kann und sich über andere erheben kann.

 

Haare als „fundamentaler“ Bestandteil von Schönheit

Emily Ratajkowski hatte einen neuen Werbedeal mit einem Shampoo-Hersteller abgeschlossen und ein Bild von sich mit Betonung auf dem Haar und dem Spruch:

“Hair is a fundamental part of beauty, femininity, and identity. So excited to announce that I am the new face of @kerastase_official!”

Dies war das Bild, der Spruch wurde inzwischen geändert:

Die Reaktionen waren wohl für sie unerwartet harsch:

“Hair is not a ‘fundamental’ part of beauty. There are people with cancer and other illnesses who are unfortunately undergoing treatment that causes them to lose their hair. Saying that hair is a ‘fundamental’ part of beauty is extremely shallow and it gives off the false idea that hair is a necessity,” commented one Instagrammer.

“Where’s the apology????” asked another.

Ratajkowksi quickly went into damage-control mode, updating her Instagram caption to something more palatable to the masses.

Ich finde das Argument, dass Frauen, die eine Chemo machen, und ihr Haar verlieren, dennoch schön sein MÜSSEN und deswegen Haar kein fundamentaler Bestandteil von Schönheit sein kann, denkbar schlecht.

Es ist aus meiner Sicht ein merkwürdiges Verständnis von Schönheit, denn ein Grundsatz, nachdem Leute, die eine Krankheit haben bzw unter den Folgen einer Behandlung leiden, gleichzeitig schön sein müssen, hat nichts mit dem Konzept von Schönheit zu tun.

Das Haare gerade bei Frauen wesentlich Attraktivitätsmerkmale sind liegt eher daran, dass sie einen relativ weiten Blick zurück in die Vergangenheit erlauben:

Beim Haupthaar, dass beim Menschen eine beachtliche Länge im Vergleich zu anderen Tieren erreichen kann, ist zunächst erst einmal anzumerken, dass es sich durchaus als „Costly Signal“ anbietet. Am Haar kann man über den Wuchs, den Glanz, die Pflege vieles über den Ernährungsstand und den Gesundheitszustand des Trägers innerhalb der letzten Monate oder Jahre erkennen. Schönes, gesundes, glänzendes langes Haar wird daher in den meisten Kulturen gerade bei Frauen als Attraktivitätsmerkmal geschätzt.

Natürlich kann man dennoch auch ohne Haare schön sein (siehe auch), aber das ist eher die Ausnahme von der Regel, sucht man nach schönen Frauen, dann werden der allergrößte Teil der Frauen lange Haare haben. Hier die ersten drei Bilder, die mir bei einer Suche nach „beautiful women“ von Google angezeigt werden:

Gal Gadot

Hier sieht man gut, dass die Haare in den Fotos durchaus betont sind und einen wichtigen Part bilden.

Und auch die meisten Krebs-Patientinnen werden es genauso sehen, weswegen für viele der Verlust des Haares auch nicht unbedeutend ist und sie sich schöner fühlen und sie sich nicht selten Perücken zulegen, damit sie sich besser fühlen.

Insofern ist der Angriff auf Emila Ratajkowski unnötig hart, auch weil es von ihr eigentlich eher ein harmloser Spruch ist: Sie ist nicht wegen ihres Haars so bekannt geworden, sie ist bekannt geworden, weil sie einen schlanken, sportlichen Körper mit großen Brüsten hat, und diese in einem Musikvideo zeigte:

Man könnte hier gut sogar anführen, dass sie sich mit dem Hinweis darauf, dass Haare etwas schönes sind, die einem wesentlichen Bestandteil von Schönheit ausmachen, eher zurückhält. Denn schöne Haare sind in der heutigen Zeit ja noch relativ einfach für eine Frau zu erreichen, im Gegensatz zu den sonstigen Merkmalen von Schönheit, die Emily Ratajkowski  für sich anführen könnte.

Aber natürlich darf man in dem Bereich nichts als „festen Bestandteil von Schönheit“ bezeichnen, denn Schönheit darf nichts objektives sein. Es wäre interessant, ob Emily Ratajkowski einen Instinkt, dass abzusprechen, noch eher in einigen Frauen hervorruft, weil sie eben über Nacktheit und große Brüste eine recht offene Sexualität anspricht, die sie vielleicht noch eher als Konkurrenz erscheinen lässt und einen Abwehrreflex anspricht.

 

 

James Damore verklagt Google wegen Diskriminierung als weißer Mann mit nichtlinker Einstellung

James Damore war – wie Lesern dieses Blogs sicherlich bekannt ist – Angestellter bei Google, der in einer internen Diskussionsgruppe ein „Memo“ eingestellt hat, welches in Einklang mit der biologischen Forschung darstellte, dass Männer und Frauen unterschiedliche Fähigkeiten und Interessen im Schnitt haben und daher nicht zu erwarten ist, dass sie in gleicher Weise von bestimmten Jobs angesprochen werden.

Das Memo kann man hier nachlesen.

Google reagierte, nachdem das Memo nach außen geleakt worden war, damit, dass sie ihm gekündigt haben.

Damore hat nun gegen Google zusammen mit einem weiteren Kläger einen „Class action“-Prozess angestrengt, also einen Prozess, in den sich weitere Kläger einschalten können, weil nach seiner Ansicht bei Google nach Hautfarbe, Geschlecht und politischer Einstellung diskriminiert wird.

Der Prozess hat das Potential zu einem Jahrhundertprozess, weil verschiedene Theorien und ihre Anerkennung oder Ablehnung in der Rechtsprechung dort zum Gegenstand des Verfahrens werden könnten:

  • Die Theorie, dass es eine binäre Einteilung ind privilegierte und diskriminierte Gruppen  bzw Gruppenkategorien gibt und entsprechend der intersektionalen Theorien Männer, Weiße, Heterosexuelle etc privilegiert sind und deswegen niemals diskriminiert sein können.
  • Geschlechterunteschiede und ihre biologische Begründung
  • inwieweit darf ein Unternehmen gegenüber politischen Anschauungen diskriminieren /findet das seine Grenze darin, dass diese Auffassungen zutreffend sind?

Natürlich kann es auch sein, dass viele der dortigen Fragen nicht zur Sprache kommen oder der Fall auf andere Weise abgewickelt wird, gerade weil es politische Fragen sind wird auch ein Gericht eine gewisse Befangenheit haben. Interessant wäre, ob eine Jury dort entscheidet oder nicht.

Die Antragsschrift kann man hier im Volltext lesen.

Da sind auf jeden Fall sehr interessante Angaben dabei (Übersetzung bitte mit Vorsicht genießen, es gilt im Zweifel natürlich der Originaltext):

CASE SUMMARY
2. Die Kläger bringen diese Einzel- und Sammelklage in ihrem eigenen Namen und im Namen einer Klasse und Unterklassen ein, die als alle Mitarbeiter von Google diskriminiert werden.

(i) aufgrund ihrer wahrgenommenen konservativen politischen Ansichten durch Google in Kalifornien zu jeder Zeit während des Zeitraums, der vier Jahre vor der Einreichung dieser Beschwerde beginnt, bis zum Tag des Gerichtsverfahrens in dieser Klage („Political Class Period“);

(ii) aufgrund ihres männlichen Geschlechts durch Google in Kalifornien zu jeder Zeit während des Zeitraum, beginnend ein Jahr vor Einreichung dieser Beschwerde bis zum Verhandlungstermin in dieser Klage („Gender Class Period“); und/oder

(iii) wegen ihrer kaukasischen Rasse durch Google in Kalifornien an irgendeiner Stelle
Zeitraum, der ein Jahr vor der Einreichung dieser Beschwerde beginnt, bis zum Tag der Verhandlung in dieser Klage („Race Class Period“) (Political Class Period, Gender Class Period und Race Class Period, zusammenfassend als „Class Periods“ bezeichnet). Diese Verstöße führen auch dazu, dass Google Ansprüche wegen Verletzung des kalifornischen Business and Professions Code Section 17200 ff. geltend macht.

3. Während der gesamten Zeit und unter Verstoß gegen das kalifornische Recht wurden/werden Google-Mitarbeiter, die Ansichten geäußert haben, die von der Mehrheitsmeinung bei Google zu politischen Themen abweichen, die am Arbeitsplatz aufgeworfen wurden und für die Beschäftigungspolitik von Google und sein Geschäft von Bedeutung sind, wie z.B. die Einstellungspolitik „Diversity“, „Bias Sensitivität“ oder „Soziale Gerechtigkeit“, von Google herausgegriffen, misshandelt und systematisch bestraft und gekündigt, was eine Verletzung ihrer gesetzlichen Rechte darstellt.

4. Googles offene Feindseligkeit gegenüber konservativem Denken wird gepaart mit unpassender Diskriminierung aufgrund von Rasse und Geschlecht, die gesetzlich verboten ist. Das Management von Google entfaltet außerordentliche Bemühungen, ihre Manager dahingehend zu beeinflussen, dass diese bei Einstellungen eigentlich als Kriterium nicht zulässige Punkte wie wie Rasse und/oder Geschlecht als bestimmende Einstellungsfaktoren berücksichtigen, zum Nachteil der kaukasischen und männlichen Mitarbeiter und potenziellen Mitarbeiter bei Google.

5. Damore, Gudeman und andere Mitglieder der klagenden Klasse wurden geächtet, verächtlich gemacht und bestraft für ihre heterodoxen politischen Ansichten und für die zusätzliche Sünde ihrer Geburtsumstände, Kaukasier und/oder Männer zu sein. Dies ist die Essenz der Diskriminierung – Google bildete Meinungen über die Kläger und behandelte sie dann nicht aufgrund ihrer individuellen Verdienste, sondern aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu Gruppen mit angenommenen Merkmalen.

6. Google-Mitarbeiter und -Führungskräfte zogen es stark vor, dieselben orthodoxen Meinungen wiederholt zu hören, was zu einer ideologischen Echokammer, einer geschützten, verzerrten Blase des Gruppendenkens, führte. Als die Kläger die illegalen Beschäftigungspraktiken von Google in Frage stellten, wurden sie offen bedroht und von Google schikaniert und mit Vergeltungsmaßnahmen belegt. Google schuf ein Umfeld zum Schutz von Mitarbeitern, die Personen belästigten, die sich gegen die Ansicht von Google oder den „Googley-Weg“, wie er intern manchmal genannt wird, aussprachen. Google-Mitarbeiter wussten, dass sie die Kläger ungestraft belästigen konnten, wenn man den Tonfall der Manager bedenkt – und das taten sie auch.

7. Google setzt illegale Einstellungsquoten ein, um die erwünschten Prozentsätze von Frauen und bevorzugten Kandidaten für Minderheiten zu erfüllen, und beschämt Manager von Geschäftseinheiten, die ihre Quoten nicht einhalten, offen, indem sie männliche und kaukasische Mitarbeiter offen als weniger begünstigt als andere verunglimpfen.

8. Nicht nur, dass die zahlenmäßige Präsenz von Frauen bei Google allein aufgrund ihres Geschlechts gefeiert wurde, auch die Präsenz von Weißen und Männern wurde bei unternehmensweiten wöchentlichen Meetings mit „Boos“ verspottet. Dieses unannehmbare Verhalten zeigten auch hochrangiger Führungskräfte bei Google, die für Hunderte, wenn nicht Tausende von Einstellungs- und Entlassungsentscheidungen während der Klassenperioden verantwortlich waren.

9. Die Kläger bringen diese Klage ein, um ihre Rechte zu verteidigen und Google daran zu hindern, diese Praktiken gegen andere Mitarbeiter oder potenzielle Mitarbeiter jetzt und in Zukunft zu wiederholen.

Bei Google scheint also, wenn die Angaben stimmen, eine ziemliche PC-Kultur zu herrschen, bei der viele sehr überzeugte intersektionale Feministen in deren Reihen vorhanden zu seien scheinen.

Damore musste beispielsweise ein „Bias-Training“ absolvieren:

Beim persönlichen Training mit dem Titel „Bias Busting“ diskutierte Google darüber, wie Vorurteile gegen Frauen am Arbeitsplatz existieren, und wie „white male privilege“ am Arbeitsplatz existiert. Die Ausbildung wurde von der „Unbiasing Group“ bei Google betrieben, und es waren ca. 20 Google-Mitarbeiter beschäftigt. Damore war mit diesem einseitigen Ansatz nicht einverstanden. Als Damore seine Meinungsverschiedenheiten und seine Bedenken hinsichtlich der einseitigen Präsentation, andere Mitarbeiter, einschließlich der Führungskräfte, lachten ihn diese spöttisch aus. Sie betrachteten seine Ansichten als konservativ und somit fehlerhaft und der Verunglimpfung würdig.

Ich empfehle jedem, die Klage einmal komplett durchzulesen, sie ist sehr interessant und zeigt bemerkenswerte Vorgänge auf.

Beispielsweise zu der Beschämung von Männern (im Versuch einer Übersetzung mit Unterstützung von Onlineübersetzern:

Google wertete Teams mit fehlende weibliche Parität bei TGIF Meetings ab
28. Am 30. März 2017 nahm Damore an einem wöchentlichen, unternehmensweiten Treffen mit dem Namen „TGIF“ teil. Diese wöchentlichen Meetings dienten den Mitarbeitern als Plattform, um Kontakte zu knüpfen und Gespräche zu  bestimmten  Themen rund um  Google zu führen.
Die TGIF-Sitzung am 30. März 2017 stand unter dem Titel „Monat der Geschichte der Frauen“, und Google brachte zwei Moderatoren für dieses Get-together mit: Ruth Porat („Porat“), die Finanzchefin des Unternehmens.
Officer of Google, und Eileen Naughton („Naughton“), der Human Resources Director von Google.
Während des TGIF-Treffens am 30. März 2017 haben entweder Porat oder Naughton auf bestimmte einzelne Abteilungen bei Google hingewiesen und diese abgewertet, in denen Frauen weniger als 50 % der Belegschaft ausmachten.
Oder sie applaudierten und lobten Abteilungen, wie z.B. die Verkaufsabteilung, in der die Frauen mehr als 50 % der Belegschaft stellen.
31. Während der Veranstaltung diskutierten Porat und Naughton auch darüber, dass Google bei der Betrachtung von Gruppen von Menschen für Promotionen oder für Führungsmöglichkeiten bei neuen Projekten Geschlecht und ethnischer Demographie berücksichtigen würden. Sie erwähnten dann, dass Googles Präferenzen bei Rasse und Geschlecht bei der Einstellung nicht zur Debatte standen, weil diese moralisch und wirtschaftlich das Beste für Google wären.
32. Damore war überrascht von Googles Position, Geschlecht offenbar in den Mittelpunt zu rücken und diese bei Einstellungs- und Beförderungsprozessen zu berücksichtigen, ebenso von der öffentlichen Beschimpfung von Google-Einheiten, die es versäumen, die numerische Geschlechterparität zu erreichen. Damore glaubte, dass unverhohlene Geschlechterpräferenzen und Quoten unvereinbar mit den US-amerikanischen und kalifornischen Diskriminierungsgesetzen waren. Dieses TGIF-Treffen war eines der wichtigsten Ereignisse der letzten Jahre.
der Faktoren, die Damore dazu veranlasst haben, an Googles Diversity and Inclusion Summit teilzunehmen.

Auch der Umgang mit ihm nach dem das Memo viral geworden war, ist erstaunlich:

66. Nachdem Damore’s Memo außerhalb von Google viral wurde, begann Damore mehrere Drohungen und Beleidigungen von seinen Mitarbeitern
67. Am 3. August 2017 schickte George Sadlier („Sadlier“), ein Direktor bei Google, eine Massen. E-Mail, in der James‘ Essay als „abstoßend und intellektuell unehrlich“ verurteilt wird und Personalabteilungsmaßnahmen versprochen werden
Sadlier bewarb auch Mitteilungen, die sich für körperliche Gewalt gegen
Damore aussprachen.. Daraufhin erhielt Damore am Freitag, den 4. August 2017, eine nächtliche E-Mail von Alex.Hidalgo, ein Site Reliability Engineer bei Google in Sadlier’s Organisation, der feststellte: „Du bist ein
Frauenfeind und eine schreckliche Person. Ich werde dich weiter verfolgen, bis einer von uns gefeuert wird. „Fick dich“

Und auch ansonsten ging man radikal gegen seine Ansichten vor:

Google-Mitarbeiter erhielten Bonusse für Argumente gegen Damores Ansichten
74. Nicht nur hat Google Damore wegen seiner politischen Ansichten über den Arbeitsplatz gekündigt aber sie belohnten dann Einzelpersonen, die mit Damore nicht einverstanden waren und ihn verunglimpften.
75. Das Google Recognition Team erlaubte es den Mitarbeitern, Kollegen „Peer Bonus“ zu geben, wenn diese gegen Damores politische Standpunkte argumnentierten. Peer Boni waren typischerweise reserviert für herausragender berufliche Leistungen oder wenn ein Mitarbeiter über seine Pflichten hinaus im besonderen Maße tätig war. Die Verteidigung der liberale Agenda oder die Verteidigung von Verstößen gegen das kalifornische Arbeitsrecht ist in keinem Stellenbeschreibung eines Google-Mitarbeiter enthalten.
76. In einem Beispiel gab ein Mitarbeiter einem anderen Mitarbeiter einen Peer Bonus und erklärte, dass die Prämie für „das Eintreten für die googleischen Werte  und die Förderung von Vielfalt und Integration sei gegen „dem elenden Haufen von Abschaum und Niedertracht, welchen das Damore Meno darstellt“ Das Google Erkennungsteam überprüfte diese Begründung, hielt sie für angemessen, und erlaubt die Durchsetzung des Bonus.

Interessant wird es natürlich dann, wenn man einbezieht, dass eine andere Firma dies dann, wenn Google dieses Verhalten erlaubt wird, das auch mit anderen Meinungen machen dürfte, also beispielsweise ein konservativ, christliches Unternehmen, dass einen Mitarbeiter, der linke Ansichten vertritt zum Abschluss freigibt.

Auch die weiteren Beispiele in der Klage zeigen, dass Google ein sehr feindseliges Betriebsklima hat, wenn man den dortigen Ansichten nicht zustimmt.

Anscheinend unterhält Google Listen unbeliebter Personen und Personen non Grata, bestrafte auch andere Mitarbeiter, die sich gegen intersektionale Positionen aussprachen, ließ es zu, dass Mitarbeiter, die nicht mit diesen Positionen einverstanden waren, gemobbt worden und abgewertet worden, mischte sich beispielsweise auch in Fragen wie Kindererziehung ein, stellte die Möglichkeiten für Blacklists bereit, machte nichts dagegen, wenn Leuten mit abweichenden Meinungen und wegen dieser mit Kündigung gedroht wurde, ließ die Abwertung weißer Männer zu, die Politik wirkte sich bei Neueinstellungen und der internen Mobilität aus etc.

Abgrenzung des alten Feminismus vom intersektionalen Feminismus

Ich hatte mich in dem Artikel über den Streit zwischen Schwarzer und den intersektionalen Feminismus, der unter dem Stichwort „Hetzfeminismus“ lief, einmal an einem Vergleich mit einem Spiel versucht, den ich noch einmal etwas ausbauen möchte.

  • Der „alte Feminismus“ (2.Welle?) ist recht einfach gehalten: Männer und Frauen befinden sich in einem Nullsummenspiel um Macht, welches man insofern mit Fußball vergleichen kann. Die Männer sind die gegnerische Mannschaft, man gewinnt das Spiel, wenn man Tore schießt und Gegentore verhindert.
  • Der „intersektionale Feminismus“ (3. Welle?) spielt hingegen ein gänzlich anderes Spiel: Sie sammeln Punkte, die man auf vielfältige Weise gewinnen kann und auch wieder verlieren kann. Der mit den meisten Punkten gewinnt.Dabei sieht es teilweise so aus als würden sie das gleiche Spiel spielen, weil man auch dadurch Punkte machen kann, dass man gegen die andere Mannschaft (die Männer) ein Tor schießt oder eines von diesen verhindert.  Gleichzeitig kann man in diesem Spiel aber auch dann Punkte gut machen, wenn ganz andere Leute ein Tor schießen und Punkte verlieren, wenn man diesen ein Tor verhindert oder gar gegen sie ein Tor schießt.

    Auf Fußball übertragen bedeutet das beispielsweise, dass die Mannschaft der intersektionalen Feministen einen Punkt bekommt, wenn sie einen schwarzen Spieler der Gegenmannschaft ein Tor machen lässt und ihnen ein Punkt abgezogen werden kann, wenn sie ein Tor von diesem verhindern. Genauso gewinnen sie Punkte, wenn sie zu einem behinderten Mitspieler oder Gegenspieler abspielen und dieser ein Tor macht. Sie bekommen bereits Punkte, wenn sie in ihre Mannschaft PoCs aufnehmen oder Dicke oder muslimische Mitspieler oder anführen, dass sie nicht in der Frauenmannschaft spielen, sondern in der neutralen Mannschaft und das es eigentlich gar keine Mannschaften  gibt, weil einige Trikots der Mannschaften schon ganz ausgewaschen sind und man damit die Mannschaften gar nicht mehr zuordnen kann. Oder sie gewinnen einen Punkt, wenn sie auch den Schiedsrichter mal den Ball ins Tor schießen lassen.

    Und es gibt auch Punkte für den einzelnen Spieler, wenn er anderen aus „seiner“ oder der gegnerischen Mannschaft Regelverstöße nachweist. Was das Spiel von einem Mannschaftsspiel zu einem Einzelspiel macht.

Es ist dann verständlich, warum sich der alte Feminismus und der neue Feminismus nicht verstehen. Beide spielen schlicht nicht das gleiche Spiel.

Und es wird auch deutlich, warum vieles im intersektionalen Feminismus so irrational wirkt: Die meisten Leute gehen nach wie vor davon aus, dass sie Fußball spielen, während sie ein ganz anderes Spiel spielen, welches nur entfernt mit Fußball zu tun hat und bei dem es mehr darum geht, strikte Regeln um Punkte einzuhalten und selbst Punkte zu sammeln als ein bestimmtes Ergebnis für die Mannschaft zu erzielen.

Guter Vergleich oder nicht?

Was wäre gegebenfalls ein besserer?

Grundlagen einer Opferkultur

Jon Haidt hat ein Grundlagen einer Opferkultur ermittelt:

Also:

  1. Studenten beibringen, dass sie Leute in gute und schlechte Klassen einteilen (Opfer und Unterdrücker)
  2. Ewiger Konflikt und Anlass zur Beschwerde
  3. Jeder bewegt sich wie auf Eiern und zensiert sich selbst
  4. Die Errichtung einer „Sicherheitskultur“. Worte und Ideen sind gefährlich, Trifferwarnungen und Sichere Räume (Safe Spaces) sind erforderlich
  5. Mitglieder der Opferklasse werden schwächer gemacht, und damit moralisch abhängig