„Der Feminismus ist wie eine absurde Schlacht mit Ameisen“

Lucas Schoppe schreibt wie meist interessantes:

So aber sind Gender Studies in dieser Form eben kein Sozialkonstruktivismus, sondern eher ein Anti-Sozialkonstruktivismus. Sie befeuern die Illusion einer irgendwie echten, authentischen, reinen Wirklichkeit, die sich freilegen ließe, wenn die Konstruktionen der allumfassenden Herrschaftsordnung erst einmal hinreichend entlarvt und bewusst gemacht wären.

Das ist ja das fatale an „Dekonstruktion“ und „kritischer Theorie“, sie weigert sich, sich selbst auch kritisch zu betrachten und ist insofern nur darauf ausgerichtet, alles, was nicht ins eigene Weltbild passt, zu kritisieren, niemals aber die eigenen Ideologien.

Dass sich solch eine Reinheitssehnsucht in Reinigungsphatasien niederschlägt, ist ebenso verständlich wie die das irritierend gute Gewissen der Reinigungsunternehmer. (…)

Die vierte Welle, die der dritten gender-feministischen Welle heute folgt, ist noch besser für Reinigungsphantasien geeignet. Der intersektionale Feminismus kombiniert verschiedene Formen der Diskriminierung, hat sich neben dem Geschlechterverhältnis besonders auf rassische Zuschreibungen konzentriert und stellt regelmäßig fest, dass Menschen in einer Hinsicht privilegiert (Mann! Weiß! Hetero! Cis!), in anderer diskriminiert oder marginalisiert sein können.

Das füttert nicht nur die Illusion, soziale Herrschaft könne jederzeit anhand von Gruppenzugehörigkeiten analysiert und jeweils zweifelsfrei zugeordnet werden – es befeuert auch einen unendlichen Diskriminierungswettlauf. Ist eine lesbische weiße Cis-Frau oder ein heterosexueller schwarzer Trans-Mann eher durch Diskriminierungserfahrungen geprägt – also auch weniger durch den Anteil an Herrschaftsstrukturen verunreinigt?

Für eine linke Politik sind solche Reinheitssehnsüchte ganz besonders katastrophal. Da die Gesellschaft flächendeckend von „Herrschaftsstrukturen“ geprägt scheint, sind es zunehmend immer kleinere Gruppen, die noch ein positives Gegenbild entwerfen könnten. Die linken Kämpfe richten sich schließlich so engagiert gegen immer subtilere Unterdrückungsmechanismen, dass sie von außen betrachtet nicht einmal wie ein Kampf gegen Windmühlen, sondern wie eine absurde Schlacht mit Ameisen erscheinen müssen.

Das er sich in immer kleineren Scharmützeln um die noch bessere Sicht, die noch diskriminierungsfreiere Wirklichkeit verlieren muss, ist in der Tat Fluch und Segen der intersektíonalen Theorien:

Fluch, weil er eben zu Kriegen führt, bei denen das tatsächliche Ziel nicht mehr erreicht werden kann, bei dem sich der Kampf fast automatisch auch nach innen richten muss, bei der mehr Hass entsteht ohne das es produktiv wird.

Aber eben auch Segen, weil man immer ein Opfer hat, für das man sich einsetzen kann, immer signallisieren kann, wie viel einem der Kampf bedeutet und wie nachhaltig man ihn führt und in dem man Wetteifern kann und sich über andere erheben kann.

 

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Haare als „fundamentaler“ Bestandteil von Schönheit

Emily Ratajkowski hatte einen neuen Werbedeal mit einem Shampoo-Hersteller abgeschlossen und ein Bild von sich mit Betonung auf dem Haar und dem Spruch:

“Hair is a fundamental part of beauty, femininity, and identity. So excited to announce that I am the new face of @kerastase_official!”

Dies war das Bild, der Spruch wurde inzwischen geändert:

Die Reaktionen waren wohl für sie unerwartet harsch:

“Hair is not a ‘fundamental’ part of beauty. There are people with cancer and other illnesses who are unfortunately undergoing treatment that causes them to lose their hair. Saying that hair is a ‘fundamental’ part of beauty is extremely shallow and it gives off the false idea that hair is a necessity,” commented one Instagrammer.

“Where’s the apology????” asked another.

Ratajkowksi quickly went into damage-control mode, updating her Instagram caption to something more palatable to the masses.

Ich finde das Argument, dass Frauen, die eine Chemo machen, und ihr Haar verlieren, dennoch schön sein MÜSSEN und deswegen Haar kein fundamentaler Bestandteil von Schönheit sein kann, denkbar schlecht.

Es ist aus meiner Sicht ein merkwürdiges Verständnis von Schönheit, denn ein Grundsatz, nachdem Leute, die eine Krankheit haben bzw unter den Folgen einer Behandlung leiden, gleichzeitig schön sein müssen, hat nichts mit dem Konzept von Schönheit zu tun.

Das Haare gerade bei Frauen wesentlich Attraktivitätsmerkmale sind liegt eher daran, dass sie einen relativ weiten Blick zurück in die Vergangenheit erlauben:

Beim Haupthaar, dass beim Menschen eine beachtliche Länge im Vergleich zu anderen Tieren erreichen kann, ist zunächst erst einmal anzumerken, dass es sich durchaus als „Costly Signal“ anbietet. Am Haar kann man über den Wuchs, den Glanz, die Pflege vieles über den Ernährungsstand und den Gesundheitszustand des Trägers innerhalb der letzten Monate oder Jahre erkennen. Schönes, gesundes, glänzendes langes Haar wird daher in den meisten Kulturen gerade bei Frauen als Attraktivitätsmerkmal geschätzt.

Natürlich kann man dennoch auch ohne Haare schön sein (siehe auch), aber das ist eher die Ausnahme von der Regel, sucht man nach schönen Frauen, dann werden der allergrößte Teil der Frauen lange Haare haben. Hier die ersten drei Bilder, die mir bei einer Suche nach „beautiful women“ von Google angezeigt werden:

Gal Gadot

Hier sieht man gut, dass die Haare in den Fotos durchaus betont sind und einen wichtigen Part bilden.

Und auch die meisten Krebs-Patientinnen werden es genauso sehen, weswegen für viele der Verlust des Haares auch nicht unbedeutend ist und sie sich schöner fühlen und sie sich nicht selten Perücken zulegen, damit sie sich besser fühlen.

Insofern ist der Angriff auf Emila Ratajkowski unnötig hart, auch weil es von ihr eigentlich eher ein harmloser Spruch ist: Sie ist nicht wegen ihres Haars so bekannt geworden, sie ist bekannt geworden, weil sie einen schlanken, sportlichen Körper mit großen Brüsten hat, und diese in einem Musikvideo zeigte:

Man könnte hier gut sogar anführen, dass sie sich mit dem Hinweis darauf, dass Haare etwas schönes sind, die einem wesentlichen Bestandteil von Schönheit ausmachen, eher zurückhält. Denn schöne Haare sind in der heutigen Zeit ja noch relativ einfach für eine Frau zu erreichen, im Gegensatz zu den sonstigen Merkmalen von Schönheit, die Emily Ratajkowski  für sich anführen könnte.

Aber natürlich darf man in dem Bereich nichts als „festen Bestandteil von Schönheit“ bezeichnen, denn Schönheit darf nichts objektives sein. Es wäre interessant, ob Emily Ratajkowski einen Instinkt, dass abzusprechen, noch eher in einigen Frauen hervorruft, weil sie eben über Nacktheit und große Brüste eine recht offene Sexualität anspricht, die sie vielleicht noch eher als Konkurrenz erscheinen lässt und einen Abwehrreflex anspricht.

 

 

James Damore verklagt Google wegen Diskriminierung als weißer Mann mit nichtlinker Einstellung

James Damore war – wie Lesern dieses Blogs sicherlich bekannt ist – Angestellter bei Google, der in einer internen Diskussionsgruppe ein „Memo“ eingestellt hat, welches in Einklang mit der biologischen Forschung darstellte, dass Männer und Frauen unterschiedliche Fähigkeiten und Interessen im Schnitt haben und daher nicht zu erwarten ist, dass sie in gleicher Weise von bestimmten Jobs angesprochen werden.

Das Memo kann man hier nachlesen.

Google reagierte, nachdem das Memo nach außen geleakt worden war, damit, dass sie ihm gekündigt haben.

Damore hat nun gegen Google zusammen mit einem weiteren Kläger einen „Class action“-Prozess angestrengt, also einen Prozess, in den sich weitere Kläger einschalten können, weil nach seiner Ansicht bei Google nach Hautfarbe, Geschlecht und politischer Einstellung diskriminiert wird.

Der Prozess hat das Potential zu einem Jahrhundertprozess, weil verschiedene Theorien und ihre Anerkennung oder Ablehnung in der Rechtsprechung dort zum Gegenstand des Verfahrens werden könnten:

  • Die Theorie, dass es eine binäre Einteilung ind privilegierte und diskriminierte Gruppen  bzw Gruppenkategorien gibt und entsprechend der intersektionalen Theorien Männer, Weiße, Heterosexuelle etc privilegiert sind und deswegen niemals diskriminiert sein können.
  • Geschlechterunteschiede und ihre biologische Begründung
  • inwieweit darf ein Unternehmen gegenüber politischen Anschauungen diskriminieren /findet das seine Grenze darin, dass diese Auffassungen zutreffend sind?

Natürlich kann es auch sein, dass viele der dortigen Fragen nicht zur Sprache kommen oder der Fall auf andere Weise abgewickelt wird, gerade weil es politische Fragen sind wird auch ein Gericht eine gewisse Befangenheit haben. Interessant wäre, ob eine Jury dort entscheidet oder nicht.

Die Antragsschrift kann man hier im Volltext lesen.

Da sind auf jeden Fall sehr interessante Angaben dabei (Übersetzung bitte mit Vorsicht genießen, es gilt im Zweifel natürlich der Originaltext):

CASE SUMMARY
2. Die Kläger bringen diese Einzel- und Sammelklage in ihrem eigenen Namen und im Namen einer Klasse und Unterklassen ein, die als alle Mitarbeiter von Google diskriminiert werden.

(i) aufgrund ihrer wahrgenommenen konservativen politischen Ansichten durch Google in Kalifornien zu jeder Zeit während des Zeitraums, der vier Jahre vor der Einreichung dieser Beschwerde beginnt, bis zum Tag des Gerichtsverfahrens in dieser Klage („Political Class Period“);

(ii) aufgrund ihres männlichen Geschlechts durch Google in Kalifornien zu jeder Zeit während des Zeitraum, beginnend ein Jahr vor Einreichung dieser Beschwerde bis zum Verhandlungstermin in dieser Klage („Gender Class Period“); und/oder

(iii) wegen ihrer kaukasischen Rasse durch Google in Kalifornien an irgendeiner Stelle
Zeitraum, der ein Jahr vor der Einreichung dieser Beschwerde beginnt, bis zum Tag der Verhandlung in dieser Klage („Race Class Period“) (Political Class Period, Gender Class Period und Race Class Period, zusammenfassend als „Class Periods“ bezeichnet). Diese Verstöße führen auch dazu, dass Google Ansprüche wegen Verletzung des kalifornischen Business and Professions Code Section 17200 ff. geltend macht.

3. Während der gesamten Zeit und unter Verstoß gegen das kalifornische Recht wurden/werden Google-Mitarbeiter, die Ansichten geäußert haben, die von der Mehrheitsmeinung bei Google zu politischen Themen abweichen, die am Arbeitsplatz aufgeworfen wurden und für die Beschäftigungspolitik von Google und sein Geschäft von Bedeutung sind, wie z.B. die Einstellungspolitik „Diversity“, „Bias Sensitivität“ oder „Soziale Gerechtigkeit“, von Google herausgegriffen, misshandelt und systematisch bestraft und gekündigt, was eine Verletzung ihrer gesetzlichen Rechte darstellt.

4. Googles offene Feindseligkeit gegenüber konservativem Denken wird gepaart mit unpassender Diskriminierung aufgrund von Rasse und Geschlecht, die gesetzlich verboten ist. Das Management von Google entfaltet außerordentliche Bemühungen, ihre Manager dahingehend zu beeinflussen, dass diese bei Einstellungen eigentlich als Kriterium nicht zulässige Punkte wie wie Rasse und/oder Geschlecht als bestimmende Einstellungsfaktoren berücksichtigen, zum Nachteil der kaukasischen und männlichen Mitarbeiter und potenziellen Mitarbeiter bei Google.

5. Damore, Gudeman und andere Mitglieder der klagenden Klasse wurden geächtet, verächtlich gemacht und bestraft für ihre heterodoxen politischen Ansichten und für die zusätzliche Sünde ihrer Geburtsumstände, Kaukasier und/oder Männer zu sein. Dies ist die Essenz der Diskriminierung – Google bildete Meinungen über die Kläger und behandelte sie dann nicht aufgrund ihrer individuellen Verdienste, sondern aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu Gruppen mit angenommenen Merkmalen.

6. Google-Mitarbeiter und -Führungskräfte zogen es stark vor, dieselben orthodoxen Meinungen wiederholt zu hören, was zu einer ideologischen Echokammer, einer geschützten, verzerrten Blase des Gruppendenkens, führte. Als die Kläger die illegalen Beschäftigungspraktiken von Google in Frage stellten, wurden sie offen bedroht und von Google schikaniert und mit Vergeltungsmaßnahmen belegt. Google schuf ein Umfeld zum Schutz von Mitarbeitern, die Personen belästigten, die sich gegen die Ansicht von Google oder den „Googley-Weg“, wie er intern manchmal genannt wird, aussprachen. Google-Mitarbeiter wussten, dass sie die Kläger ungestraft belästigen konnten, wenn man den Tonfall der Manager bedenkt – und das taten sie auch.

7. Google setzt illegale Einstellungsquoten ein, um die erwünschten Prozentsätze von Frauen und bevorzugten Kandidaten für Minderheiten zu erfüllen, und beschämt Manager von Geschäftseinheiten, die ihre Quoten nicht einhalten, offen, indem sie männliche und kaukasische Mitarbeiter offen als weniger begünstigt als andere verunglimpfen.

8. Nicht nur, dass die zahlenmäßige Präsenz von Frauen bei Google allein aufgrund ihres Geschlechts gefeiert wurde, auch die Präsenz von Weißen und Männern wurde bei unternehmensweiten wöchentlichen Meetings mit „Boos“ verspottet. Dieses unannehmbare Verhalten zeigten auch hochrangiger Führungskräfte bei Google, die für Hunderte, wenn nicht Tausende von Einstellungs- und Entlassungsentscheidungen während der Klassenperioden verantwortlich waren.

9. Die Kläger bringen diese Klage ein, um ihre Rechte zu verteidigen und Google daran zu hindern, diese Praktiken gegen andere Mitarbeiter oder potenzielle Mitarbeiter jetzt und in Zukunft zu wiederholen.

Bei Google scheint also, wenn die Angaben stimmen, eine ziemliche PC-Kultur zu herrschen, bei der viele sehr überzeugte intersektionale Feministen in deren Reihen vorhanden zu seien scheinen.

Damore musste beispielsweise ein „Bias-Training“ absolvieren:

Beim persönlichen Training mit dem Titel „Bias Busting“ diskutierte Google darüber, wie Vorurteile gegen Frauen am Arbeitsplatz existieren, und wie „white male privilege“ am Arbeitsplatz existiert. Die Ausbildung wurde von der „Unbiasing Group“ bei Google betrieben, und es waren ca. 20 Google-Mitarbeiter beschäftigt. Damore war mit diesem einseitigen Ansatz nicht einverstanden. Als Damore seine Meinungsverschiedenheiten und seine Bedenken hinsichtlich der einseitigen Präsentation, andere Mitarbeiter, einschließlich der Führungskräfte, lachten ihn diese spöttisch aus. Sie betrachteten seine Ansichten als konservativ und somit fehlerhaft und der Verunglimpfung würdig.

Ich empfehle jedem, die Klage einmal komplett durchzulesen, sie ist sehr interessant und zeigt bemerkenswerte Vorgänge auf.

Beispielsweise zu der Beschämung von Männern (im Versuch einer Übersetzung mit Unterstützung von Onlineübersetzern:

Google wertete Teams mit fehlende weibliche Parität bei TGIF Meetings ab
28. Am 30. März 2017 nahm Damore an einem wöchentlichen, unternehmensweiten Treffen mit dem Namen „TGIF“ teil. Diese wöchentlichen Meetings dienten den Mitarbeitern als Plattform, um Kontakte zu knüpfen und Gespräche zu  bestimmten  Themen rund um  Google zu führen.
Die TGIF-Sitzung am 30. März 2017 stand unter dem Titel „Monat der Geschichte der Frauen“, und Google brachte zwei Moderatoren für dieses Get-together mit: Ruth Porat („Porat“), die Finanzchefin des Unternehmens.
Officer of Google, und Eileen Naughton („Naughton“), der Human Resources Director von Google.
Während des TGIF-Treffens am 30. März 2017 haben entweder Porat oder Naughton auf bestimmte einzelne Abteilungen bei Google hingewiesen und diese abgewertet, in denen Frauen weniger als 50 % der Belegschaft ausmachten.
Oder sie applaudierten und lobten Abteilungen, wie z.B. die Verkaufsabteilung, in der die Frauen mehr als 50 % der Belegschaft stellen.
31. Während der Veranstaltung diskutierten Porat und Naughton auch darüber, dass Google bei der Betrachtung von Gruppen von Menschen für Promotionen oder für Führungsmöglichkeiten bei neuen Projekten Geschlecht und ethnischer Demographie berücksichtigen würden. Sie erwähnten dann, dass Googles Präferenzen bei Rasse und Geschlecht bei der Einstellung nicht zur Debatte standen, weil diese moralisch und wirtschaftlich das Beste für Google wären.
32. Damore war überrascht von Googles Position, Geschlecht offenbar in den Mittelpunt zu rücken und diese bei Einstellungs- und Beförderungsprozessen zu berücksichtigen, ebenso von der öffentlichen Beschimpfung von Google-Einheiten, die es versäumen, die numerische Geschlechterparität zu erreichen. Damore glaubte, dass unverhohlene Geschlechterpräferenzen und Quoten unvereinbar mit den US-amerikanischen und kalifornischen Diskriminierungsgesetzen waren. Dieses TGIF-Treffen war eines der wichtigsten Ereignisse der letzten Jahre.
der Faktoren, die Damore dazu veranlasst haben, an Googles Diversity and Inclusion Summit teilzunehmen.

Auch der Umgang mit ihm nach dem das Memo viral geworden war, ist erstaunlich:

66. Nachdem Damore’s Memo außerhalb von Google viral wurde, begann Damore mehrere Drohungen und Beleidigungen von seinen Mitarbeitern
67. Am 3. August 2017 schickte George Sadlier („Sadlier“), ein Direktor bei Google, eine Massen. E-Mail, in der James‘ Essay als „abstoßend und intellektuell unehrlich“ verurteilt wird und Personalabteilungsmaßnahmen versprochen werden
Sadlier bewarb auch Mitteilungen, die sich für körperliche Gewalt gegen
Damore aussprachen.. Daraufhin erhielt Damore am Freitag, den 4. August 2017, eine nächtliche E-Mail von Alex.Hidalgo, ein Site Reliability Engineer bei Google in Sadlier’s Organisation, der feststellte: „Du bist ein
Frauenfeind und eine schreckliche Person. Ich werde dich weiter verfolgen, bis einer von uns gefeuert wird. „Fick dich“

Und auch ansonsten ging man radikal gegen seine Ansichten vor:

Google-Mitarbeiter erhielten Bonusse für Argumente gegen Damores Ansichten
74. Nicht nur hat Google Damore wegen seiner politischen Ansichten über den Arbeitsplatz gekündigt aber sie belohnten dann Einzelpersonen, die mit Damore nicht einverstanden waren und ihn verunglimpften.
75. Das Google Recognition Team erlaubte es den Mitarbeitern, Kollegen „Peer Bonus“ zu geben, wenn diese gegen Damores politische Standpunkte argumnentierten. Peer Boni waren typischerweise reserviert für herausragender berufliche Leistungen oder wenn ein Mitarbeiter über seine Pflichten hinaus im besonderen Maße tätig war. Die Verteidigung der liberale Agenda oder die Verteidigung von Verstößen gegen das kalifornische Arbeitsrecht ist in keinem Stellenbeschreibung eines Google-Mitarbeiter enthalten.
76. In einem Beispiel gab ein Mitarbeiter einem anderen Mitarbeiter einen Peer Bonus und erklärte, dass die Prämie für „das Eintreten für die googleischen Werte  und die Förderung von Vielfalt und Integration sei gegen „dem elenden Haufen von Abschaum und Niedertracht, welchen das Damore Meno darstellt“ Das Google Erkennungsteam überprüfte diese Begründung, hielt sie für angemessen, und erlaubt die Durchsetzung des Bonus.

Interessant wird es natürlich dann, wenn man einbezieht, dass eine andere Firma dies dann, wenn Google dieses Verhalten erlaubt wird, das auch mit anderen Meinungen machen dürfte, also beispielsweise ein konservativ, christliches Unternehmen, dass einen Mitarbeiter, der linke Ansichten vertritt zum Abschluss freigibt.

Auch die weiteren Beispiele in der Klage zeigen, dass Google ein sehr feindseliges Betriebsklima hat, wenn man den dortigen Ansichten nicht zustimmt.

Anscheinend unterhält Google Listen unbeliebter Personen und Personen non Grata, bestrafte auch andere Mitarbeiter, die sich gegen intersektionale Positionen aussprachen, ließ es zu, dass Mitarbeiter, die nicht mit diesen Positionen einverstanden waren, gemobbt worden und abgewertet worden, mischte sich beispielsweise auch in Fragen wie Kindererziehung ein, stellte die Möglichkeiten für Blacklists bereit, machte nichts dagegen, wenn Leuten mit abweichenden Meinungen und wegen dieser mit Kündigung gedroht wurde, ließ die Abwertung weißer Männer zu, die Politik wirkte sich bei Neueinstellungen und der internen Mobilität aus etc.

Abgrenzung des alten Feminismus vom intersektionalen Feminismus

Ich hatte mich in dem Artikel über den Streit zwischen Schwarzer und den intersektionalen Feminismus, der unter dem Stichwort „Hetzfeminismus“ lief, einmal an einem Vergleich mit einem Spiel versucht, den ich noch einmal etwas ausbauen möchte.

  • Der „alte Feminismus“ (2.Welle?) ist recht einfach gehalten: Männer und Frauen befinden sich in einem Nullsummenspiel um Macht, welches man insofern mit Fußball vergleichen kann. Die Männer sind die gegnerische Mannschaft, man gewinnt das Spiel, wenn man Tore schießt und Gegentore verhindert.
  • Der „intersektionale Feminismus“ (3. Welle?) spielt hingegen ein gänzlich anderes Spiel: Sie sammeln Punkte, die man auf vielfältige Weise gewinnen kann und auch wieder verlieren kann. Der mit den meisten Punkten gewinnt.Dabei sieht es teilweise so aus als würden sie das gleiche Spiel spielen, weil man auch dadurch Punkte machen kann, dass man gegen die andere Mannschaft (die Männer) ein Tor schießt oder eines von diesen verhindert.  Gleichzeitig kann man in diesem Spiel aber auch dann Punkte gut machen, wenn ganz andere Leute ein Tor schießen und Punkte verlieren, wenn man diesen ein Tor verhindert oder gar gegen sie ein Tor schießt.

    Auf Fußball übertragen bedeutet das beispielsweise, dass die Mannschaft der intersektionalen Feministen einen Punkt bekommt, wenn sie einen schwarzen Spieler der Gegenmannschaft ein Tor machen lässt und ihnen ein Punkt abgezogen werden kann, wenn sie ein Tor von diesem verhindern. Genauso gewinnen sie Punkte, wenn sie zu einem behinderten Mitspieler oder Gegenspieler abspielen und dieser ein Tor macht. Sie bekommen bereits Punkte, wenn sie in ihre Mannschaft PoCs aufnehmen oder Dicke oder muslimische Mitspieler oder anführen, dass sie nicht in der Frauenmannschaft spielen, sondern in der neutralen Mannschaft und das es eigentlich gar keine Mannschaften  gibt, weil einige Trikots der Mannschaften schon ganz ausgewaschen sind und man damit die Mannschaften gar nicht mehr zuordnen kann. Oder sie gewinnen einen Punkt, wenn sie auch den Schiedsrichter mal den Ball ins Tor schießen lassen.

    Und es gibt auch Punkte für den einzelnen Spieler, wenn er anderen aus „seiner“ oder der gegnerischen Mannschaft Regelverstöße nachweist. Was das Spiel von einem Mannschaftsspiel zu einem Einzelspiel macht.

Es ist dann verständlich, warum sich der alte Feminismus und der neue Feminismus nicht verstehen. Beide spielen schlicht nicht das gleiche Spiel.

Und es wird auch deutlich, warum vieles im intersektionalen Feminismus so irrational wirkt: Die meisten Leute gehen nach wie vor davon aus, dass sie Fußball spielen, während sie ein ganz anderes Spiel spielen, welches nur entfernt mit Fußball zu tun hat und bei dem es mehr darum geht, strikte Regeln um Punkte einzuhalten und selbst Punkte zu sammeln als ein bestimmtes Ergebnis für die Mannschaft zu erzielen.

Guter Vergleich oder nicht?

Was wäre gegebenfalls ein besserer?

Grundlagen einer Opferkultur

Jon Haidt hat ein Grundlagen einer Opferkultur ermittelt:

Also:

  1. Studenten beibringen, dass sie Leute in gute und schlechte Klassen einteilen (Opfer und Unterdrücker)
  2. Ewiger Konflikt und Anlass zur Beschwerde
  3. Jeder bewegt sich wie auf Eiern und zensiert sich selbst
  4. Die Errichtung einer „Sicherheitskultur“. Worte und Ideen sind gefährlich, Trifferwarnungen und Sichere Räume (Safe Spaces) sind erforderlich
  5. Mitglieder der Opferklasse werden schwächer gemacht, und damit moralisch abhängig

 

 

Nachteile von Intersektionalität: Mit zu vielen Opfergruppen sinkt die Empathie

Eine interessante Studie behandelt den „Wettbewerb der Opfer“, also eine typische Folge der Art, wie gegenwärtig Intersektionalität vertreten wird:

Groups that perceive themselves as victims can engage in “competitive victimhood.” We propose that, in some societal circumstances, this competition bears on the recognition of past sufferings—rather than on their relative severity—fostering negative intergroup attitudes. Three studies are presented. Study 1, a survey among Sub-Saharan African immigrants in Belgium (N = 127), showed that a sense of collective victimhood was associated with more secondary anti-Semitism. This effect was mediated by a sense of lack of victimhood recognition, then by the belief that this lack of recognition was due to that of Jews‘ victimhood, but not by competition over the severity of the sufferings. Study 2 replicated this mediation model among Muslim immigrants (N = 125). Study 3 experimentally demonstrated the negative effect of the unequal recognition of groups‘ victimhood on intergroup attitudes in a fictional situation involving psychology students (N = 183). Overall, these studies provide evidence that struggle for victimhood recognition can foster intergroup conflict.

Quelle: Competition over collective victimhood recognition: When perceived lack of recognition for past victimization is associated with negative attitudes towards another victimized group (Volltext via scihub)

Aus der Studie:

Studies 1 and 2 investigated these processes among members of two minority groups (Sub-Saharan African immigrants and Muslims) focusing on their attitudes towards another minority group (Jews). In these two studies, the expected association between sense of collective victimhood and negative attitudes—secondary anti-Semitism in both studies and primary anti-Semitism only in Study 2—towards an out-group that was not involved in the historical victimization of the in-group was obtained. Further, these studies showed that this association was explained through a path involving a sense of lack of societal recognition for in-group victimhood, associated with the attribution of this lack of in-group recognition to out-group recognition. Competitive victimhood (over the severity of groups‘ sufferings) was positively associated with all the variables of interest in both studies and with both primary and secondary anti-Semitism. However, in Study 1, and in Study 2 when secondary anti-Semitism was measured, it did not contribute to mediate this link over and above these two variables bearing on recognition. Yet, in Study 2, when primary anti-Semitism was measured among Muslim participants, competitive victimhood proved to be a better mediator than the “recognition” causal path. However, this latter path, as well as other paths involving recognition variables, still significantly and independently mediated the effect. This suggests that the competition bore on the societal recognition of in-group victimhood rather than on the severity of the suffering itself. Moreover, these effects were obtained while controlling for the effect of in-group identification, and only for the out-group perceived as benefitting from more victimhood recognition.

Um so sehr man also um eine Opferstellung in Konkurrenz tritt um so weniger nimmt man Nachteile für andere Gruppen wahr.
Es wäre interessant diese Studie noch einmal in Bezug auf den Feminismus zu wiederholen, da gerade im intersektionalen Feminismus ja sehr viele verschiedene Opfergruppen zu beachten sind und gegenseitig um Aufmerksamkeit kämpfen. Und ein Anlass für Streitigkeiten scheint auch immer wieder zu sein, dass die eine Gruppe meint, dass ihr eigener „Struggle“ nicht hinreichend von den anderen Vertretern gewürdigt wird. Etwas abgefangen wird das vielleicht durch eine Form der „internen Hierarchie“, bei der mir Rassismus ganz oben zu stehen scheint, andere Beeinträchtigungen dann wieder tiefer.

Jedenfalls scheint es nachvollziehbar, dass in einem solchen Übermaß an konkurrierenden Opferstellungen keine zusätzlichen geduldet werden.

Aus einem anderen Text über die Studie:

The underpinnings of much the modern-day Oppression Olympics comes in the form of intersectionality, which argues that various forms of oppression against minority groups are interconnected. The intention was to create coalitions of people to understand where other people come from and how their experiences and their identity could help defeat The System. This creates various ghost-like figures, such as „The Patriarchy“ or „the Zionists,“ who are responsible for the oppression of others. However, intersectionality has forced people of different backgrounds to compete as to who has been oppressed more and for others to get in line if their identity could possibly result in someone else’s poor fortune.

Not only is this idea categorically stupid, but it has been clinically proven to create less empathetic individuals. Ask any conservative on a college campus if this makes sense and they would have a two-word answer: No s**t.

Insofern durchaus eine interessante Studie. Statt dafür zu sorgen, dass alle Diskriminierungen und ihre Auswirkungen aufeinander beachtet werden führt es eher zu einem Wettkampf und zu fehlender Empathie für alle, die man nicht als eigene oder wichtig ansieht.

„Überlegenheit der weißen Rasse“ (white Supremacy)

Gerade machen in Amerika Demonstrationen von sich reden, bei denen Leute für eine „White Supremacy“ im Sinne einer Überlegenheit der weißen Rasse eintreten, Naziflaggen mit sich herumtragen und den Nazigruß verwenden.

In Amerika hat diese Auseinandersetzung eine durch die frühere weite Verbreitung der Sklaverei eine tiefe geschichtliche Bedeutung.

Dazu auch aus der (bei politischen Themen dieser Art sicherlich mit Vorsicht zu genießenden) Wikipedia:

Noch im selben Jahr, in dem die Sklaverei endgültig abgeschafft wurde (1865), entstand auch der Ku-Klux-Klan, der eine Gleichstellung der nunmehr freien Afroamerikaner mit den Mitteln des Terrors zu verhindern suchte und sich für eine Rassentrennung einsetzte.[11]

Enge Beziehungen zur White-Supremacy-Ideologie bestehen auch in manchen kleinen amerikanischen Glaubensgemeinschaften, besonders in der Christian-Identity-Bewegung, die die angelsächsische bzw. nordische „Rasse“ als „Gottes auserwähltes Volk“ betrachtet und deren Mitglieder seit 1984 mehrfach durch rassistische und antisemitische Gewaltakte in Erscheinung getreten sind.[12] Das 1973 gegründete Creativity Movement fordert eine „weiße Religion“ und die Ausweisung aller Andersfarbigen aus den USA.[13] Obwohl die Ásatrúar („Odinisten“) die White-Supremacy-Ideologie mehrheitlich verwerfen, bekennt sich ein kleiner Teil der White Supremacists auch zu dieser neuheidnischen Religion.[14]

Eine der ältesten White-Supremacy-Organisationen in den Vereinigten Staaten ist der Pioneer Fund, der am 11. März 1937 von Wickcliffe Preston Draper gegründet wurde. Draper war der Auffassung, dass Schwarze anderen „Rassen“ genetisch unterlegen seien, und forderte, dass Afro-Amerikaner nach Afrika ausgesiedelt werden.[15] Der erste Präsident des Pioneer Fund war Harry Laughlin, Autor des Buches Eugenical Sterilization in the United States (dt. „Eugenische Sterilisation in den Vereinigten Staaten“). Laughlin sowie der zweite Präsident der Organisation, Frederick Osborn, waren in die Eugenikprogramme der Nationalsozialisten in den späten 1930er Jahren verstrickt.[15] Von 1958 bis 2002 war Drapers Anwalt, Harry F. Weyer, Präsident des Pioneer Fund, 2002 übernahm John Philippe Rushton diese Position. Eine wichtige Aufgabe des Pioneer Fund besteht in der Finanzierung von Forschung, die weiße Vorherrschaft stützen soll. Beispielsweise investierte der Pioneer Fund 3,5 Mio. $ in die Forschung von Charles Murray und Richard Herrnstein, die in ihrem Buch The Bell Curve die Behauptung aufstellten, dass Schwarze im Vergleich zu Weißen über eine minderwertige Intelligenz verfügten. William Bradford Shockley, der der Ansicht war, dass Schwarze genetisch bedingt weniger intelligent seien als Weiße, erhielt finanzielle Mittel in Höhe von mindestens 170.000 $ für seine Forschung. Darüber hinaus wurde auch Rushton selbst finanziell bei seiner Forschung über die intellektuellen Fähigkeiten verschiedener „Rassen“ unterstützt.[15] Der Pioneer Fund war nach Angaben des Southern Poverty Law Center 2013 noch aktiv.[16]

Der Gründer der American Nazi Party, George Lincoln Rockwell, schuf in den 1960er Jahren in Anlehnung an den schwarzen Kampfbegriff Black Power das Schlagwort „White Power“, das in der amerikanischen Neonazi– und Skinhead-Szene bis heute verbreitet ist.

Bereits vor seiner Wahl zum US-Präsidenten versuchten offenbar mehrere Rassisten, Barack Obama umzubringen.[17] Aus diesem Grund waren die Sicherheitsvorkehrungen für den damaligen Junior Senator aus Illinois so hoch wie bei keinem anderen Kandidaten bisher.

Zu Rushton hate ich bereits etwas in dem Artikel zur r/K Selektion geschrieben. Er geht von einem sehr niedrigen IQ Schwarzer Menschen, einem höheren IQ weißer Menschen und einem noch höheren IQ asiatischer Menschen aus, jeweils im Schnitt-

Warum dann entsprechende Vertreter nicht zu einer „asisan/Yellow Supremacy“ kommen wäre eine andere Sache.

In der Tat schneiden Schwarze auch in diversen akademischen Tests schlechter ab und Asiaten zumindest aus bestimmten Teilen Asians sehr gut. Gleichzeitig machen Adoptionsstudien deutlich, dass dieser Unterschied dann auch zu einem großen Teil verschwinden kann.. Auch dazu finden sich bereits einige Diskussionen hier im Blog.

Nehmen wir aber mal an, dass es tatsächlich eine Grundlage geben würde, nach der Schwarze im Schnitt einen geringeren IQ hätten und Weiße einen höheren und Asiaten einen noch höheren, dann wäre dennoch zu Bedenken, dass die Unterschiede eben nur im Schnitt bestehen und üblicherweise einer Normalverteilung folgen. AUch hier ist das von James Damore verwendete Schaubild wieder sehr hilfreich:

Damore Populationen Normalverteilungen

Damore Populationen Normalverteilungen

 

Rassisten sehen das untere Bild: Alle Schwarzen hätten dann, wenn die Hypothese stimmen würde, einen niedrigen IQ als zB die Weißen, die wieder einen niedrigeren IQ hätten als die Asiaten.

Tatsächlich aber wären es eher Normalverteilungen mit sich unterscheidenden Mittelwerten, aber sich stark überlappenden Trägern. Ein großer Teil der Weißen wäre damit immer noch deutlich dümmer als ebenso großer Teil der Schwarzen. Und viele Schwarze wären, wenn man die Asiaten dazu nimmt, immer noch intelligenter als viele Asiaten.

Ich hatte dazu schon mal bei meinem Artikel über den Sozialdarwinismus angeführt:

Zuallererst ist der Sozialdarwinismus ein naturalistischer Fehlschluß. Weil in der Biologie eine Selektion erfolgt, ist sie nicht gut und hieraus ergibt sich insbesondere auch kein Grund, sie auf andere Lebensbereiche zu übertragen.

Des weiteren geht der Sozialdarwinismus unzutreffenderweise davon aus, dass es eine „Höherentwicklung“ gibt, dass also die Evolution ein Ziel hat, welches man erreichen muss.

Es wird zudem verkannt, dass es in der Evolution nicht auf eine Auslese der Besten ankommt, sondern um eine Anpassung an Gegebenheiten. Eine Evolution stellt zwar häufig einen Wettbewerb dar, dieser kann aber auch dazu führen, dass sich soziale Wesen entwickeln, die dann eben den anderen helfen.

Zudem wird nicht erkannt, dass Evolution als Ansatzpunkt nicht das Individuum oder das Volk hat, sondern Gene, die untereinander darum konkurrieren, wer sich die besseren Fortpflanzungsmaschinen baut. Nicht wer überlebt „gewinnt“ in der Evolution, sondern wessen Gene sich im Genpool anreichern.

Es stimmen zudem zumeist die Kriterien für eine echte „Bestenauslese“ nicht. Wer tatsächlich auf bestimmte Gene selektieren will, der muss die Startbedingungen mit einbeziehen und schauen, ob Erfolge aus eigener Kraft erreicht worden sind. Eine echte sozialdarwinistische Selektion würde kaum vor Familien, Völkern oder Ständen halt machen und ein Aussortieren über all diese Ebenen hinweg verlangen.

Zudem wird übersehen, dass der Genpool unter verschiedensten Gesichtspunkten Vorteile bringen kann. Eine Fixierung auf eine Eigenschaft kann dazu führen, dass andere Eigenschaften, die eigentlich gewünscht und benötigt werden, verschwinden. Wer auf Wettbewerb selektiert, der läßt eben auch gleichzeitig viele soziale Eigenschaften wie Altruismus etc verschwinden.

Ein echter Sozialdarwinist würde daher nicht Rasse als Ansatzpunkt nehmen, sondern zB Intelligenz und dabei dann eher die Hälfte der Menschheit, aber über die Rassen hinweg, ausrotten. Wahrscheinlich wäre die Gruppe der Neonazis überproportional für die „Weiße Rasse“ davon betroffen.

Für eine Überlegenheit des „Weißen Volkes“ würde wenig sprechen, weil es eben dort auch genug Idioten gibt. Aber auch eine solche Selektion – neben der Unmenschlichkeit an sich in diesem fiktiven Beispiel – auch geneigt eine sehr einseitige Selektion zu bewirken, in der evtl andere Eigenschaften verloren gehen.

Der Gedanke der „White Supremacy“ zieht aber seine Attraktivität auch nicht aus Logik, sondern ist eine klassische Gruppentheorie:

  • Die eigene In-Group wird über die anderen erhoben
  • eine bestimmte Outgroup wird herabgesetzt und zum Feind ausgebaut, der einen bedroht

Da unterscheidet sie sich insofern nicht von radikalen linken Theorien, die das Spiegelbild dazu liefern und sich selbst nicht über genetische oder äußere Eigenschaften, sondern eben über gemeinsame Werte eine Ingroup schaffen und alle, die sich dieser Ideologie nicht unterordnen und ihr Folgen zur Outgroup erklären.

Beide ergänzen sich dabei hervorragend, da die Ingroup des einen die Outgroup des anderen ist.

  • Die „White Power“-Fraktion sieht den Hass auf (privilegierte) Weiße als Angriff auf sich, verbunden mit den bizarren Forderungen von „Black live matters“ und einer Diversitypolitik, die Weiße per se als Unterdrücker und schlecht darstellt ist das auch sehr einfach.
  • Die „Antifa“ bzw die „Intersektionellen“ sehen die „White Power Fraktion als Verkörperung der „privilegierten Weißen“, die ihre Macht nicht abgeben wollen.

Tatsächlich radikalisieren sich damit beide Seiten und helfen der anderen Seite Mitglieder anzuwerben.

Der Umstand, dass Leute bei kleinsten Abweichungen einem Lager zugeordnet werden, eher noch aus der linksradikalen Seite, für die alle, die nicht ihrer Meinung sind, Nazis sind, erleichtert es auch eher nach dem Schema „wenn die mich angreifen, dann scheinen die anderen ja berechtigten Widerstand zu leisten“ erleichtert das  noch.

Dazu interessant fand ich auch die folgende Aussage:

SJWs und White supremacy

SJWs und White supremacy

Aus meiner Sicht wichtiger: Beide haben eine sehr starke Gruppenidentität, aus der heraus sie meinen, für den Schutz von etwas einzustehen, was bewahrt werden muss und beide sehen sich als diejenigen an, die sich ggfs für andere wehren und den gerechten Kampf führen.

Tatsächlich wäre die Welt ohne beide Gruppen besser dran.

Siehe auch: