Was macht intersektionale Identitätstheorien so attraktiv?

Die Theorien sind eben durchaus attraktiv, weil sie Gruppenbildung und Gemeinschaftsgefühl mit einem Sündenbock erlauben, dazu ermöglichen sie starkes Virtue Signalling. Ich würde eher vermuten, dass gerade das Aufbrechen klarer Rollen ein Bedürfnis nach neuen Identitäten geschaffen hat, mit denen man seinen Wert darstellen kann.

Für das geschätzt werden was man ist, nicht für das, was man leistet, kann sehr angenehm sein

Zudem fehlt vielen Frauen vielleicht auch eine passende Rolle.

Wo früher die Hausfrau und Mutter war ist heute die Karrierefrau, die aber auch Kinder hat. Die Welt dort ist kompliziert und stressig, es gibt kein richtig, auf der einen Seite lauert die Rabenmutter auf der anderen Seite die Frau, die beruflich nichts erreicht hat.

Identitätstheorie ist perfekt für alle Aussteiger, Aussenseiter  und Sonderlinge, weil genau dieser Umstand sie plötzlich zu etwas besonderen macht.

Sie ist perfekt für alle, die ihren Wert darstellen wollen und zu den Guten gehören wollen. Weil sie Virtue Signalling einfach macht, indem es die Welt ganz klar einteilt.

Im Kapitalismus klappt VirtueSignalling sonst nur über Status, Geld, harte Arbeit. Hier gelingt es durch den Einsatz für andere und den Einsatz gegen das imaginäre Böse. Dieses Böse ist hier ganz  klar den Gruppen zu entnehmen und gleichzeitig bietet es auch eine Sühnefunktion: Auch wenn man weiß ist, ist es relativ einfach dennoch zu den Guten zu gehören, indem man sich lossagt und gegen die Bösen kämpft.

Für diesen Zweck ist es also sogar günstig, wenn die Einteilung in Gut und Böse möglichst klar ist.

Warum will die Linke die Wiederbelebung der Apartheid?

Matt Ridley schreibt etwas zu dem Trend innerhalb der linken Theorie im Rahmen der Intersektionalität auf Identitätspolitik zu setzen:

The student union at King’s College London will field a team in University Challenge that contains at least 50 per cent “self-defining women, trans or non-binary students”. The only bad thing Ken Livingstone could bring himself to say about the brutal dictator Fidel Castro was that “initially he wasn’t very good on lesbian and gay rights”. The first page of Hillary Clinton’s campaign website (still up) has links to “African Americans for Hillary, Latinos for Hillary, Asian Americans and Pacific islanders for Hillary, Women for Hillary, Millennials for Hillary”, but none to “men for Hillary”, let alone “white people for Hillary”.

Since when did the left insist on judging people by — to paraphrase Martin Luther King — the colour of their skin rather than the content of their character? The left once admirably championed the right of black people, women and gays to be treated the same as white, straight men. With only slightly less justification, it then moved on to pushing affirmative action to redress past prejudice. Now it has gone further, insisting everybody is defined by his or her identity and certain victim identities must be favoured.

Given the history of such stereotyping, it is baffling that politicians on the left cannot see where this leads. The prime exponents of identity politics in the past were the advocates of apartheid, of antisemitism, and of treating women as the legal chattels of men. “We are sleepwalking our way to segregation,” Trevor Phillips says.

Identity politics is thus very old-fashioned. Christina Hoff Sommers, author of Who Stole Feminism, says equality feminism — fair treatment, respect and dignity — is being eclipsed in universities by a Victorian “fainting couch feminism”, which views women as “fragile flowers who require safe spaces, trigger warnings and special protection from micro-invalidations”. Sure enough, when she said this at Oberlin College, Ohio, 35 students and a “therapy dog” sought refuge in a safe room.

It is just bad biology to focus on race, sex or sexual orientation as if they mattered most about people. We’ve known for decades — and Marxist biologists such as Dick Lewontin used to insist on this point — that the genetic differences between two human beings of the same race are maybe ten times as great as the average genetic difference between two races. Race really is skin deep. Sex goes deeper, for sure, because of developmental pathways, but still the individual differences between men and men, or women and women, or gays and gays, are far more salient than any similarities.

Ich bin ebenfalls der Ansicht, dass Gruppenbildung der schlechteste Weg ist, um eine bessere Welt zu schaffen. Gruppen gegeneinander zu stellen und künstliche Graben zu errichten, in denen man darauf abstellt, dass eine Seite der anderen Seite etwas wegnimmt ist einer der sichersten Weg Hass und Mißtrauen zu errichten und Einigkeit und ein „Wir Gefühl“ zu verhindern. Wer einer Gruppe beständig vorhält, dass sie schlecht ist und die Leute von einander abgrenzt, der wird wenig Gutes erreichen. Genau das ist aber das Grundmodell intersektionaler Theorien: Gruppenidentitäten fördern und Gegenspieler (die Privilegierten und die Nichtprivilegierten) benennen. Dann noch eine Umumkehrbarkeit dieser Gruppen und eine Einteilung in Gut und Böse vornehmen und das Desaster ist perfekt. Die einen bauen eine Opferidentität auf, die anderen fühlen sich zu Unrecht als Täter dargestellt und beide Fronten verhärten sich.