Männliche Opfer von häuslicher Gewalt: Statistiken aus Australien

Gewalt gegen Frauen weltweit

Der Spiegel berichtet darüber, wo es auf dieser Welt für Frauen am gefährlichsten ist:

Drei von zehn Ländern mit den höchsten Vergewaltigungsraten liegen dem Bericht zufolge in der Karibik. Morde an Frauen erreichten demnach in Zentralamerika ein „verheerendes“ Niveau. Zwei von drei weiblichen Opfern würden wegen ihres Geschlechts ermordet, heißt es in dem Report der Uno-Gleichstellungsorganisation (UN Women) und dem Uno-Entwicklungsprogramm (UNDP).

Ich habe mal versucht, den Bericht zu finden, war aber leider nicht erfolgreich. Ich persönlich würde es ja befürworten, wenn solche Berichte nur noch jeweils für beide Geschlechter zusammen erstellt werden können, damit man sieht, ob ein Land schlicht und ergreifend allgemein viel Gewalt hat oder ob sich die Gewalt tatsächlich gegen Frauen richtet.

Am gefährlichsten sind demnach das sogenannte Nördliche Dreieck aus Honduras, El Salvador und Guatemala sowie Mexiko. Dort hätten Morde an Frauen wegen ihres Geschlechts (Femizid) und Gewalt gegen Frauen „epidemische“ Ausmaße erreicht, sagte Eugenia Piza-Lopez vom UNDP. In vielen Fällen gebe es eine Verbindung zum organisierten Verbrechen.

Die Totschlag/Mord Statistiken für diese Länder:

Honduras: 7.172 Tote, davon 93,2% Männer

El Salvador: 2,594, davon   89% Männer

Guatemala: 6,025 davon 88,9% Männer

Mexiko: 26,037, davon 89,3% Männer

Zum Vergleich: Deutschland: 662 52,7%

Alle Zahlen stammen von hier. Man sieht eigentlich ganz gut, dass die Länder, die hier aufgeführt sind, meist eine sehr hohe „Homicide Rate“, also Tötungen von 100.000 Einwohner haben und gerade die Länder mit den höchsten Werten in diesem Bereich auch einen hohen Anteil an Männern unter den Opfern haben. Es sind eben dort Männer, die untereinander kämpfen. Beispielsweise hat Honduras in Mittelamerika 90 Tötungen auf 100.000 Einwohner, und damit den Spitzenwert, und eine Männerquote von 93,2%

Patriarchalische kulturelle Normen

Das Nördliche Dreieck gilt als gefährlichste Region der Welt außerhalb von Kriegsgebieten – vor allem weil dort Verbrecherbanden und Drogenkartelle agieren. Zwar gebe es in 24 von 33 Staaten Lateinamerikas und der Karibik Gesetze gegen häusliche Gewalt, heißt es in dem Uno-Bericht. Doch nur neun Länder hätten Gesetze erlassen, die gegen andere Formen von Gewalt gegen Frauen in der Öffentlichkeit oder im Privaten vorgingen.

Und diese Verbrecherbanden und Drogenkartelle bringen sich eben gegenseitig um, und dabei hauptsächlich Männer. Hätten sie doch nur Gesetze gegen häusliche Gewalt, das würde den Drogenkrieg sicherlich beenden!

16 Staaten haben laut dem Bericht Femizid als Straftat im Gesetzbuch, in einigen Ländern stehen auch Vergehen wie Cyberkriminalität, politische Gewalt oder Säureangriffe unter Strafe. Trotz dieser Fortschritte bleibe die „Plage“ der Gewalt jedoch eine Bedrohung für die Menschenrechte, die Gesundheit und die öffentliche Sicherheit, stellt die Uno fest.

Ich wäre überrascht, wenn in einem zivilisierten Land ein Säureangriff nicht strafbar ist, da es ja eine Körperverletzung ist. Femizid als eigene Straftat finde ich aber interessant. Hat da jemand was drüber?

Sie empfiehlt eine Stärkung der Institutionen und der Politik in der Region sowie mehr Ressourcen, um Frauen zu stärken. Zudem müssten patriarchalische kulturelle Normen, die die Ungleichheit der Geschlechter bewahrten, angegangen werden.

Wenn die Drogenkartelle sich nur femininer umbringen würden oder bei ihren Taten mehr auf Gleichberechtigung achten würden…

 

Sexuelle Belästigung, häusliche Gewalt und Ungleichverteilung nach Geschlecht

Ina schrieb in einem Kommentar:

Was Du hier übersiehst, ist die massive Ungleichverteilung der Gewalttaten nach Geschlecht. Sexuelle Belästigung findet meist von Männern an Frauen statt. Männer erleiden auch Gewalt, aber eben hauptsächlich durch Männer. Dass Männer eine andere körperliche Konstitution haben und für Frauen dafür auch eine ganz andere Gefahr darstellen als umgekehrt, brauche ich Dir wohl nicht extra zu sagen. Wenn ein Mann eine Frau belästigt, dann muss sie damit rechnen, dass der Mann es dabei nicht belassen wird, sondern er gerade erst angefangen hat, es sei denn er wird unterbrochen/gestört.

Das Körperstärkenargument kommt ja häufig. Bei einer Vielzahl von Belästigungen dürfte es schlicht keine Rolle spielen. Wenn ein Exhibitionist einer Frau seinen Penis zeigt oder sie ein Dickpic geschickt bekommt, dann muss sie nicht mit Gewalt rechnen. Und wenn ihr jemand in der Disco an den Arsch packt auch nicht. Dazu sind allein schon zu viele Leute dar (und als Frau kann sie sehr sicher sein, dass ihr Leute zur Hilfe kommen). Auch am Arbeitsplatz bei einem dummen Spruch wird kein Übergriff zu befürchten sein.

Und Männer sind natürlich auch nicht alle gleich stark, gleich gewaltbereit, gleich hemmungslos dabei, anderen Gewalt an zu tun.

Auch die meisten Männer werden bei einer Übergriffigkeit nicht bereit sein weiter zu gehen. Sie kennen die Strafbarkeit erst recht einer Vergewaltigung oder härterer körperlicher Gewalt sehr gut und das wird den wenigsten die Sache wert sein.

Natürlich kann dennoch das Gefühl der Ausgeliefertheit bei ernsten Fällen aufgrund des häufigen Körperkraftunterschieds stärker sein.

Darüber hinaus übersiehst Du den unterschiedlichen Charakter von sexueller und körperlicher Gewalt. Sexuelle Gewalt wird hauptsächlich aus Gründen der Machtausübung und Erniedrigung ausgeführt, während körperliche Gewalt oft eher auf ein „Rangmessen“ hinausläuft.

Das war schon häufiger Thema hier und ist aus meiner Sicht falsch. Sexuelle Gewalt wird natürlich auch wegen des Sexes durchgeführt. Macht oder Frust/Ärger über Zurückweisung mögen da genauso eine Rolle spielen, aber der Sex bzw. der sexuelle Aspekt ist aus der Sache nicht rauszudenken.

Die Idee, dass es bei sexueller Belästigung um „“Macht“ geht, bei körperlicher Gewalt aber „nur“ um „Rangmessung“ ist eh interessant: Macht und Rangmessung sind in vielen Fällen ja das gleiche. Wenn man Macht haben will, dann geht es auch um einen höheren Rang. Auch beim „Rangmessen“ kann man den anderen erniedrigen oder fertigmachen wollen. Insofern finde ich das Argument auch in der Hinsicht erstaunlich.

Und natürlich kann es wesentlich unangenehmer sein, wenn mir jemand, um den Rang klarzustellen, einen harten Schlag ins Gesicht verpasst, als wenn er mich im vorbeigehen am Hintern berührt.

Will sagen: 2 Männer, die sich prügeln, nehmen sich „ernst“. Sexuelle Belästigung und Gewalt läuft eher darauf hinaus Frauen zu demonstrieren, dass sie sich nirgends sicher fühlen können – weder in der Öffentlichkeit, noch unter Freunden, Familie oder ggü dem Partner.

Welch merkwürdige Vorstellung! Als ob der andere Mann dann immer sagen würde „Richtig, ich möchte mich mit dir um den Rang in dieser Kneipe streiten, lass uns prüfen, wer der bessere Schläger ist“. Häufig will einer von beiden der Situation genauso entkommen, wie eine Frau gerne einer Belästigung entkommt. Wenn ein Betrunkener meint, dass ich ihn ihn blöd angeschaut habe und „man das klären muss“, dann ist mein Gedanke nicht „Endlich nimmt er meine Herausforderung an, Das Kneipenidiot1 meint, er habe hier einen höheren Rang muss umgehend geklärt werden. Ich bin froh, dass er mein Angebot auf einen fairen Kampf endlich angenommen hat und die Situation geklärt werden kann!“ Ich denke eher „Mist, ich hätte nicht so mißbilligend in die Richtung des grölenden Idioten schauen sollen, auch wenn er mich gestört hat, wie komme ich da wieder raus“

Und natürlich kann man das in vielen Fällen auch andersrum konstruieren. Die Frau, die etwas „Gerangel“ im Bett will, die etwas „Widerstand“ geben will, die will, dass er etwas versucht, sie ihn etwas ausbremst, er es dann wieder versucht, die wenn das nicht macht später fragt, warum man denn aufgehört hat und nichts versucht hat.

Männer sind für die allermeisten Straf- und Gewalttaten verantwortlich und sie sind auch meistens Opfer.

Was ändert das? Selbst wenn es so wäre, dann wären die Männer, die nicht machen auch nicht dafür verantwortlich und wenn Männer ebenso Probleme haben, dann kann man kaum davon ausgehen, dass es eine Gesellschaft ist, die sich gegen Frauen richtet.

Im Bereich Sexualstraftaten sind die meisten Opfer jedoch weiblich, die Taten werden meist von Männern begangen. Was würden Du und die meisten Männer wohl sagen, wenn es umgekehrt wäre? Männer als regelmäßiges Opfer von hauptsächlich Frauen?

Wenn Frauen sich so verhalten würden wie Männer hätten wir eine Bonobogesellschaft und die Handlungen einiger Pornos würden weitaus realistischer erscheinen als heute. Man schaue sich an wie Schwule schon jetzt ihr Sexleben ausleben. Natürlich wird es auch dort Übergriffigkeit und sexuelle Gewalt geben.

Würde es sich bei Männern um eine bestimmte Nationalität handeln, würden wir da ein ganz anderes Problembewusstsein entwickeln, stattdessen wird Gewalt von Männern an Männern und Frauen offenbar für relativ normal gehalten, besonders diskutiert wird es eher nicht.

Es wird nicht diskutiert? In welcher Welt lebst du? Es gibt beständig Debatten darüber. Aber das es nicht so stark diskutiert wird, liegt natürlich auch daran, dass Frauen sich weit weniger bedroht fühlen als viele Feministinnen das behaupten. Denn die meisten Frauen erleben im täglichen Leben keine sexuelle Gewalt und fühlen sich sicher.

Im Bereich häusliche Gewalt zeigt sich die Differenz nochmal besonders:
„Bei den Tötungsdelikten in Deutschland wies das Bundeskriminalamt (BKA) für das Jahr 2011 49,2 Prozent (154 von 313) aller getöteten Frauen als Opfer ihres aktuellen oder ehemaligen Partners aus.“
https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%A4usliche_Gewalt#Weibliche_Opfer

313 Frauen. Bei 80.000.000 Millionen Menschen in Deutschland. Verkehrstote gab es 3214. Tödliche Arbeitsunfälle gab es 424.

Und insgesamt sind Männer weitaus häufiger Opfer von Gewalt und Tötungsdelikten. Wenn, dann müssten Männer Angst haben. Sie leben weitaus gefährlicher als Frauen. Und weil das der Fall ist, ist natürlich auch der Anteil der Frauen höher, die durch ihren Partner getötet werden. Sonst bringt eben niemand Frauen um.

Das sieht man ja auch in der Statistik ganz gut:

Männer sind insgesamt mit 1676 Opfern vertreten, Frauen mit 781 (der obige Wikipedialink)

Wie sieht es hingegen bei den Männern aus?

„Bei den Tötungsdelikten in Deutschland weist das Bundeskriminalamt (BKA) für das Jahr 2011 6,9 Prozent (24 von 349) aller getöteten Männer als Opfer einer aktuellen oder früheren Partnerin aus.“
https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%A4usliche_Gewalt#Weibliche_Opfer
Zusammengefasst: 50 % aller getöteten Frauen wurden Opfer ihres Partners oder Ex-Partners, während das umgekehrt „nur“ für 7 % aller Männer gilt

Was man natürlich noch dazu rechnen muss: Frauen morden eher heimlich, beispielsweise mit Gift oder indirekt, etwa mit einem anderen Mann als Täter (sei es der Mörder, der angeheuert wird oder der neue Freund, der den alten Mann beseitigt)

Aber ansonsten stimme ich dir zu: Männer begehen allgemein mehr Gewalttaten, auch gegen ihre Partnerinnen. Interessanterweise scheinen aber lesbische Beziehungen die schlimmsten zu sein

  • Women are 2 times or more likely to be physically assaulted, beaten, or abused by a lesbian domestic partner than by a heterosexual male partner.
  • Women are about 10 times more likely to be sexually abused or raped by a lesbian domestic partner than by a heterosexual male partner.
  • Research exposing the epidemic of lesbian rape, sex abuse, and physical abuse of intimate partners has been ignored by the mainstream media and buried in academia due to political correctness.
  • Domestic abuse and sexual assault campaigns almost always involve imagery of a male perpetrator and a female victim. Very few campaigns focus on same-sex partnerships, which are statistically more violent than heterosexual relationships.
  • Women are statistically much safer, both physically and sexually, marrying or cohabiting with a heterosexual male rather than with a lesbian partner.

Wie würdest du das bewerten?

Das ist für mich nur der deutlichste Ausdruck dieser „Ungleichverteilung“.

Das kann aber dennoch die meisten Frauen vollkommen kalt lassen, weil ihre Männer keine Mörder sind und sie in keinerlei Gefahr sind. Bei sonstiger häuslicher Gewalt nehmen sich die Geschlechter auch nicht viel. 

Insofern vergleichst Du hier Äpfel mit Birnen, dein Post ist relativierend. Der Geschlechtsdimorphismus und das Verhalten vieler Männer macht sexuelle Belästigung für Frauen weder harmlos, noch ist es das Selbe wie körperliche Gewalt. Ich will damit nicht sagen, dass körperliche Gewalt weniger schlimm ist. mE unterschätzt Du aber das für Frauen erlebte Ausmaß an Bedrohung. Ich hab umgekehrt auch noch nie gehört, dass Männer bestimmte Vorsichtsmaßnahmen treffen, wenn ein Handwerker zu ihnen nach Hause kommt, wenn es dunkel ist, wenn sie eine fremde Frau daten etc. pp.

Sicher haben Frauen eher das Gefühl sich absichern zu müssen und Sicherheitsmaßnahmen einzuleiten ist auch dann sinnvoll, wenn mit hoher Wahrscheinlichkeit nichts passiert. Das Ungleichgewicht entsteht natürlich auch aus den Unterschieden des sexuellen Marktes. Frauen haben eben ein weitaus geringeres Interesse an „Casual Sex“ als Männer, Männer sehen meist gar keinen Sinn darin, sich gegen einen Wunsch nach Sex auf einem Date abzusichern, weil das für sie häufig eher ihre Hoffnung ist. Allenfalls werden Männer sich gegen unberechtigte Vorwürfe sexueller Belästigung / Vorteilsnahme absichern wollen, dann aber eher in einer Arbeitsatmosphäre oder bei einem zu späten Treffen mit weiblichen Angestellten.

Gewalt in lesbischen Beziehungen

Aus einem Artikel zu Gewalt in lesbischen Beziehungen:

  • Women are 2 times or more likely to be physically assaulted, beaten, or abused by a lesbian domestic partner than by a heterosexual male partner.
  • Women are about 10 times more likely to be sexually abused or raped by a lesbian domestic partner than by a heterosexual male partner.
  • Research exposing the epidemic of lesbian rape, sex abuse, and physical abuse of intimate partners has been ignored by the mainstream media and buried in academia due to political correctness.
  • Domestic abuse and sexual assault campaigns almost always involve imagery of a male perpetrator and a female victim. Very few campaigns focus on same-sex partnerships, which are statistically more violent than heterosexual relationships.
  • Women are statistically much safer, both physically and sexually, marrying or cohabiting with a heterosexual male rather than with a lesbian partner.

und weiter:

According to a 2011 study produced in the Journal of General Internal Medicine, domestic physical abuse among lesbian cohabiting couples is 35.4%, almost two times the rate of abuse found among heterosexual couples. Other studies place the prevalence of domestic violence among lesbian couples even higher than that. A 2010 study by the National Center for Injury Prevention and Control found that the rate of intimate partner violence (IPV) among lesbians is a stunning 40.4%. Another study in the Journal of Consulting and Clinical Psychology found that the rate of lesbian IPV is 47.5%. This means that nearly half of all women in lesbian domestic lifestyles have been abused by their partners.

Further statistics have also shed light on the understudied epidemic ofsexual intimate partner violence (IPV) among women in same-sex partnerships. One study produced by the California Coalition Against Sexual Assault found that 33% of women have been sexually assaulted by another woman. This statistic prompted leftist publications Slate and Marie Claire to pen articles about the reality of lesbian rape and sexual abuse. Two more studies, one published in the Journal of Lesbian Studies (2008) and another in Violence and Victims (1997), suggest that rates of lesbian sexual abuse in domestic partnerships could be upwards of 55% and 42%, respectively.  This translates to about 1 in 2 women who have been victims of sex abuse in a lesbian relationship.

Comparatively, sexual abuse among heterosexual domestic relationships is estimated to be 4.4% according to the National Institutes of Health. Some epidemiologists may argue that high abuse prevalence among homosexual women includes “lifetime risk”, which incorporates abuse faced in childhood. Yet, when these variables are taken into consideration, we still see alarmingly high rates of lesbian IPV. Quite literally, lesbian relationships are dangerous to women and nobody is saying a word about it.

Wäre interessant wie radikale Feministinnen das wieder der toxischen Männlichkeit oder Männern anhängen.

„Richtige algerische Frauen finden einen Ehemann, der seine Frau nicht gelegentlich schlägt, unmännlich“

Ein Video hat für einige Diskussionen gesorgt:

Ich hatte hier schon einmal – ausdrücklich mit dem Hinweis, dass ich Gewalt jeglicher Art in der Beziehung von beiden Seiten falsch finde – angeführt, dass da durchaus gewisse Mechanismen reinspielen könnten, die mit Theorien aus dem Pickup zu erklären sind.

Gewalt kann – schlicht weil evolvierte Attraktivitätsmerkmale nicht moralisch sein müssen – eine gewisse Attraktivität erzeugen, gerade dann, wenn die Reaktion auf bestimmte Provokationen eben in einer Gesellschaft Gewalt sein muss, wenn man nicht das Gesicht verlieren will.

Ein Beispiel dafür wären „Ehrenduelle“ zB im 19% Jahrhundert nach Beleidigungen oder anderen Angriffen auf die Ehre. Jemand, der auf solche nicht mit einer Herausforderung zum Duell reagierte konnte in den passenden Kreisen dadurch an Status verlieren, als Feigling angesehen werden und damit auch unattraktiver werden.

Nimmt man dann eine Kultur, in der ein Mann auch ein bestimmtes Verhalten seiner Frau nicht hinnehmen darf ohne an Achtung zu verlieren, dann kann auch diese selbst ihn dadurch unattraktiver finden, genauso wie dann, wenn er sich nicht unter anderen Bedingungen einem Duell gestellt hätte.

Das kann dann eine enge Nähe zum „Shittest“ haben. Ich könnte mir beispielsweise vorstellen, dass sich eine Kultur entwickelt, bei der die Frau den Mann immer wieder mal herausfordern muss, damit er sie dann in ihre in dieser Kultur bestehenden Schranken verweisen kann.

Für uns klingt es dann paradox, weil Gewalt, gerade gegen Frauen, bei uns eben vollkommen anders besetzt ist und keine zulässige Reaktion ist. In anderen Kulturen hingegen kann eine schwächere Reaktion zumindest auf eine entsprechende Provokation/einen entsprechenden Test hingegen als „er traut sich noch nicht mal mich in meine Schranken zu weisen, wenn ich ihn provoziere, was für ein Versager“ gesehen werden.

Natürlich weiß ich nicht, ob ihre Ansicht tatsächlich von vielen (vielleicht sehr konservativen?) Frauen aus der Region geteilt wird. Ich habe jedenfalls nichts dazu gefunden, dass das Video ein Fake ist. Insofern finde ich es – ohne damit Gewalt in einer Beziehung gut zu heißen – interessant, die Mechanismen dahinter zu besprechen.

 

Männerberatungsnetzwerk

Tristan Rosenkranz hat über Gleichmaß e.V. als Träger ein Männerberatungsnetzwerk etabliert.

Aus der Selbstbeschreibung:

Das Männerberatungsnetzwerk ist eine Vernetzungsplattform existenter Notrufe, Beratungseinrichtungen und Schutzwohnungen in Deutschland, die von häuslicher Gewalt betroffenen Männern Unterstützung gewähren. Der Anspruch des Netzwerkes ist es, einen Überblick über vorhandene Angebote zu ermöglichen, mithilfe von Informationen zu Kontaktstellen die Inanspruchnahme von Hilfeleistungen zu erleichtern sowie eine stärkere Sensibilisierung zu erreichen.

Vorliegendes Netzwerkangebot versteht sich als notwendige Ergänzung zur Hilfelandschaft für von häuslicher Gewalt betroffene Frauen und leistet im Bedarfsfall auch für Frauen Hilfe in Form örtlicher Weiterverweisung an Beratungs- und Unterbringungseinrichtungen.

Als Initiator, Koordinator und Ansprechpartner zeichnet sich der Gleichmaß e. V. mit Sitz in Gera verantwortlich.

Wenn ich es richtig verstehe, dann geht es also darum eine Sammelstelle für Beratungsstellen zu bilden, aus denen dann ein entsprechendes Netz entstehen kann.

Eine Anlaufstelle zu bilden, der andere sich anschließen können, finde ich eine gute Idee. Es bietet eine leichtere Übersicht und erlaubt auch den Austausch von Erfahrungen.

Würde mich interessieren, ob und wie das Angebot angenommen wird.

Kermit, du kannst es so viel besser haben als mit Miss Piggy

Gerade wurde bekannt, dass sich ein Promi-„Paar“ getrennt hat: Kermit hat es endlich geschafft die Fesseln der brutalen Miss Piggy abzustreifen und ich gratuliere ihm dazu.

Bereits bei der Hochzeit wurde deutlich, dass Kermit mit viel Angst in die Ehe gegangen ist:

Und die diversen Gewalttätigkeiten, die sogar vor laufender Kamera ausgeübt wurden, sprechen dafür, dass in den Muppet Studios von Miss Piggy ein Slap Culture etabliert worden ist:

Andere Frauen in Kermits Nähe haben das ebenfalls zu spüren bekommen:

Dies alles hat anscheinend Organisationen nicht abgehalten, ihr einen feministischen Preis zu verleihen:

Miss Piggy was chosen „for more than forty years of blazing feminist trails with determination and humor, and for her groundbreaking role inspiring generations the world over.“ And although she is known more for her love of fashion and a certain frog, Elizabeth Sackler, the founder of the center, told USA Today that the spectacular sow is deserving.

„She has spirit, she has determination, she has grit,“ Sackler said. „She has inspired children to be who you are — and this squares very directly with feminism.“

Miss Piggy selbst feierte sich wie folgt:

And yes, it is true that I am a Porcine American. How can a … ahem, pig … be a feminist? After all, the p word has long been associated with the very antithesis of feminists “male chauvinist.” This, alas, is a vestige of latent “species-ism.” Sure, there are male chauvinist pigs, but there are also male chauvinist humans and, on very rare occasions and at their own peril, male chauvinist amphibians. Let us not besmirch an entire species because of the sins of a few.

So, now that I have dispatched the naysayers, moi can accept this Sackler Center First Award with my head held high and my feminist bona fides affirmed.

Yet one last question remains: What is the future of feminism? The answer is obvious — feminism’s future must be proud, positive, powerful, perseverant, and, wherever possible, alliterative. It must believe in itself, share its triumphs, overcome its setbacks and inspire future generations.

 

Ob  Miss Piggy mit „Powerful“ indirekt darauf anspielt, dass sie solche Themen üblicherweise mit Gewalt regelt, mag jeder selbst entscheiden.. Sie scheint sich für so unangreifbar zu halten, dass sie keine Scheu hat, Leute zu bedrohen und zu schlagen, obwohl tausende zuschauen. Was genau mit Kermit geschah, wenn niemand dabei war, möchte man sich nicht ausmalen.

Wie so etwas verharmlost wird, liest man dann beispielsweise in der Süddeutschen:

Wie kann jemand noch an Liebe glauben, wenn diese beiden wunderbaren Geschöpfe nicht mehr zusammen sein wollen? Klar, Promis wechseln ihre Lebenspartner bisweilen so regelmäßig wie Rihanna ihre Frisur, Gwen Stefani und Gavin Rosdale verkündeten am Dienstag nach 13 Jahren Ehe die Trennung und selbst Barbie und Ken legten mal eine sieben Jahre dauernde Pause ein.

Aber doch nicht diese herrliche Liaison, die als Symbol dafür gilt, dass Liebe sämtliche Grenzen wie Herkunft und Hautfarbe und sogar Spezies überwinden kann. Es ist die Liebe zwischen einer charmanten Sau und einem Gentleman-Frosch, zwischen Miss Piggy und Kermit. Nach 40 Jahren ist diese Beziehung vorbei.

Die charmante Sau – würde man so etwas über einen Mann lesen, der seine Freundin/Frau/Kollegin schlägt? Würde ein Mann dann überhaupt noch eine Show haben? Würde man dieses dort errichtete Abhängigkeitsverhältnis tatsächlich als große Liebe beschreiben oder nicht eher fragen, warum Kermit es überhaupt so lange bei ihr aushielt.

Hier kommt noch hinzu, dass Kermit deutlich kleiner und in einer gänzlich anderen Gewichtsklasse ist, als die kräftige Sau. Es wird in den Videos deutlich, dass er keine Chance hatte, sich zu wehren. Dennoch schreibt man:

Natürlich sind Kermit und Piggy nicht nur das wohl wunderbarste Paar in der Geschichte dieses Planeten, die beiden sind auch Medienprofis und wissen, wie man eine neue Show vermarkten muss. Die beiden werden wieder zueinander finden. Denn die Liebe, sie besiegt alles.

Ich hoffe, dass es sich nicht nur um einen Marketinggag handelt, sondern Kermit endlich den Mut gefunden hat, „die Sau rauszulassen“ (aus der Beziehung und danach in seinem Singleleben). Immerhin scheint er bereits etwas neues zu haben:

Eine andere Erklärung lieferte Muppets-Produzent Bill Prady, der erklärte, dass die neue Freundin von Kermit in der Marketingabteilung des Fernsehsenders ABC arbeiten würde, der die Talkshow mit Miss Piggy vom 22. September an ausstrahlen wird. Da ist sie, die Hoffnung, dass die Liebe am Ende doch obsiegen wird.

Kermit, du bist der erfolgreichste Frosch der Welt. Du hast dich gut gehalten:

Kermit der Frosch

Kermit der Frosch

Die Welt steht dir offen! Genug Frauen wollen einen erfolgreichen Kerl. Du bist eine Marke,  du produzierst eine erfolgreiche Show, es gibt keinen Grund so schüchtern zu sein. Sei kein Frosch und traue dich auszubrechen. Eine Sau als Freundin mag auch Vorteile haben, aber nicht, wenn sie sich unter aller Sau verhält und dich nicht akzeptiert und respektiert. Du kannst neues Glück finden – und wenn du es gefunden hast, dann nutze doch die Zeit, ein Buch über deine Erfahrungen in einer mißbräuchlichen Beziehung mit Gewalt gegen dich als Mann zu schreiben oder andererweitig darüber zu berichten.

Das Thema braucht mehr Aufmerksamkeit. Und du bist derjenige, der sie ihm geben kann. Ich wünsche dir alles Gute!

 

 

Leugnung weiblichen Aggressionspotentials

Bei Onyx werden gerade einige interessante Diskussionen geführt. Ich greife da mal zwei Kommentare raus.

Lezek führte aus:

Anne Wizorek blendet den Forschungsstand zu weiblicher Täterschaft aus, für sie sind fast ausschließlich Männer Täter und das sagt sie auch unmissverständlich. Zitat Anne Wizorek:

„Untersuchungen belegen, dass sexuelle Gewalt fast ausschließlich von Männern verübt wird und der Anteil von Frauen als Täterinnen unter ein Prozent beträgt (…)“
(aus: Anne Wizorek – Weil ein Aufschrei nicht reicht. Für einen Feminismus von heute, Fischer, 2014, S. 115)

Hätte Anne Wizorek ernsthaft in der wissenschaftlichen Literatur zum Thema recherchiert, wäre schnell deutlich geworden, dass das nicht stimmt und dass der Anteil an weiblichen Tätern höher ist als in der pseudowissenschaftlichen radikal- und gender-feministischen Literatur behauptet.
Anne Wizoreks Unsichtbarmachung weiblicher Täter ist ein Schlag ins Gesicht für männliche und weibliche Opfer sexueller Gewalt durch weibliche Täter.

An anderer Stelle des Buches heißt es:
„Bei Vergewaltiger_innen sind zu über 90 Prozent keine psychologischen Auffälligkeiten zu finden. Es gibt keine biologische, psychische oder physische Ursache, die dafür sorgt, dass gerade Männer ihr Sexualverhalten nicht im Griff haben könnten – davon abgesehen, ist das „Argument“ der hilflosen „Triebgesteuerten“ diskriminierend gegenüber Männern.“
(aus: Anne Wizorek – Weil ein Aufschrei nicht reicht. Für einen Feminismus von heute, Fischer, 2014, S. 117)

 

Leszek dann weiter:

“Du kannst Feministinnen vorwerfen, dass sie sich teilweise nicht von dieser Vorstellung gelöst haben. Es ist aber keine Position die primär dem Feminismus anzulasten wäre.”

Niemand außer Geschlechtertraditionalisten und Mainstream-Feministinnen hat solche Schwierigkeiten damit weibliche Täterschaft anzuerkennen.
Konservative Geschlechtertraditionalisten sind aber wenigstens so ehrlich, dass sie ihre stockkonservativen Positionen nicht noch versuchen als “progressiv” und “emanzipatorisch” zu verkaufen

Marget antwortete:

Ich dagegen beobachte, dass das Leugnen weiblichen Aggressionspotenzials ein ganz wesentlicher Bestandteil antifeministischer Diskurse ist. Keine Diskussion um Frauen in Führungspositionen oder auch nur Frauen im Beruf, in der nicht behauptet wird, Frauen würden gerne und freilwillig auf Beruf und Karriere verzichten, weil sie eben nicht “mit der Ellenbogengesellschaft” zurechtkämen.

Nein, ich präzisiere: Weibliche Agressionen werden dort anerkannt und thematisiert, wo es zu ungunsten von Frauen ausfällt: Im Täterkontext. Sie werden aber dort geleugnet oder heruntergespielt, wo es um Gleichstellungsfragen geht. Ich würde dies als zutiefst frauenfeindlich bezeichnen.

Das regt ja zu einem selbstkritischen Hinterfragen an:

Ist es ein Problem Frauen einerseits den „Schneid“ abzuerkennen, weil man meint, dass sie Wettbewerb meiden und ihnen ansonsten, wenn es für sie ungünstig ist, eine Täterrolle zuzuweisen?

Ich würde sagen nein, denn beides sind durchaus verschiedene Positionen: Man kann einen Wettbewerb meiden aber dann, wenn man sich sicher ist, dass der andere sich nicht wehrt, dennoch die Konfrontation suchen.

Ein klassischer Fall wär körperliche Gewalt der Frau, bei der sie auf den eigentlich stärkeren Mann einschlägt und sich dieser nicht wehrt.

Dazu auch:

Man kann das auch noch anders betrachten, nämlich dann, wenn man Täterschaft als Verantwortung sieht und nicht nur als Täterschaft im Sinne von körperlicher Gewalt. Wenn man Frauen also einen Anteil an gesellschaftlichen Strukturen und Anforderungen an andere Menschen zurechnet und sie nicht nur als Spielball von „struktureller Diskriminierung“ oder „gesellschaftlichen Rollen“ sieht, die alleine von Männern oder einer patriarchischen Gesellschaft errichtet werden, sieht. Wenn man sie selbst als planend, aktiv Ziele verfolgend und ihre Interessen umsetzend ansieht. Sprich: Wenn man sie als Subjekte und nicht als Objekte sieht, mit denen die Gesellschaft etwas macht, die durch Geschlechterrollen gesteuert sind.

Das kommt mir im Feminismus zu kurz.

Vgl auch:

Nirgendwo sind Frauen passiver als im Feminismus. Was eigentlich schon erstaunlich ist, weil er sich ja genau dagegen ausspricht.

 

 

„Na hat dich deine Frau geschlagen“ – Gewalt in der Beziehung

In der Welt ist ein interessanter Bericht zum Thema „Gewalt von Frauen gegen Männer in einer Beziehung„. Das Thema hatte ich schon einmal in zwei anderen Artikeln aufgegriffen:

Dort heißt es:

Häusliche Gewalt gegen Männer ist immer noch ein Tabuthema. Dabei sind laut der aktuellen Gesundheitsstudie des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin fast ebenso viele Männer wie Frauen Opfer körperlicher Gewalt ihres Partners.

Laut dieser Studie leiden Männer seelisch sogar erheblich mehr als betroffene Frauen. „Dies kann als Hinweis auf eine fehlende sozial akzeptierte Opferrolle für Männer interpretiert werden“, heißt es in der Studie.

Das es in beiden Fällen eine schreckliche Erfahrung sein kann, wenn der Partner Gewalt gegen einen ausübt, kann ich mir vorstellen. Bei Männern kommt vielleicht auch noch das Gefühl dazu, dass es einem keiner glaubt, dass man sich als Mann wehren können sollte und das man für den Fall, dass man sich wehrt aber auch erhebliche Nachteile haben kann, weil einem niemand glaubt, dass sie angefangen hat.

Doch nur einmalige Übergriffe sind sehr selten – wer das erste Mal zuschlägt, überschreitet eine Grenze und geht meist nicht mehr dahinter zurück. Die Opfer sind oft Männer, die sich fair verhalten wollen. Viele von ihnen nehmen die Schuld für das Verhalten ihrer Partnerin auf sich.

„Dieses Phänomen findet man auch bei geschlagenen Frauen“, erklärt Roth-Sackenheim. Frauen, die selbst prügeln, neigen generell rasch zu Wutausbrüchen. Sie haben wenig Einfühlungsvermögen und schlagen zu, weil sie sich vermeintlich nicht anders zu helfen wissen.

Die Frau von Fuhl wurde im Laufe der Ehe gewalttätiger. Immer wieder ging sie ihn an, schlug ihn sogar mit einem Hammer auf den Kopf. An Karneval 2011 hieb sie mit einem Holzgriff auf ihren am Boden liegenden Mann ein. Dabei wurde sein Jochbein angebrochen und sein Auge verletzt, er musste ins Krankenhaus. „Ich habe mir immer wieder überlegt, ob ich aus der Beziehung rausgehe. Aber Konsequenzen habe ich lange Zeit letztlich nicht gezogen.“

Es entwickelt sich also sozusagen eine gewisse Gewohnheit des Schlagens, in dem diese ein gewisses Kommunikationsmittel wird, mit dem man meint bei dem anderen durchzukommen. Das diese Gewohnheit dann auch bei dem „schwächeren Geschlecht“ dazu führen kann, dass es immer brutaler wird und schließlich Waffen einsetzt, die ernsthafte Verletzungen bewirken zeigt das Beispiel ebenfalls.

Wie er mit Gesichtsverletzungen in seine Firma kam und Kollegen scherzten: „Na, hat dich deine Frau geschlagen?“ Wie er sich zu Hause nur noch als gehasster Gast fühlte, keinen sicheren Rückzugsort mehr hatte. Und wie er immer häufiger in ein tiefes Loch fiel und an Selbstmord dachte.

Es ist vielleicht auch gerade der oben genannte Aspekt der eigenen Schuld, der das Ändern und Ausbrechen aus diesem System so schwer macht. Man muss sich eingestehen, das sie schuld ist und man deswegen kein Versager ist und man muss eben in gewisser Weise auch akzeptieren, dass man die Situation nicht lösen kann. Für andere kommt vielleicht noch die besondere Situation dazu, dass man die Kinder zurücklässt, aus dem Haus raus muss, die Unterhaltszahlungen und den Zugewinnausgleich vor Augen hat etc.

Die Tipps aus dem Artikel für Männer, die von ihren Partnerinnen geschlagen werden:

Wenn sich über ein bis zwei Jahre trotz Versprechungen des Partners nichts ändert, wird die Beziehung besser beendet. Keinesfalls sollte sich der Betroffene mit der Situation arrangieren und sich zum Beispiel einreden, er müsse nur Anzeichen des nächsten Gewaltausbruchs erkennen und könne dann gegensteuern.

„Damit organisiert man sein ganzes Leben um die Störung des Partners herum“, sagt Roth-Sackenheim. Nach einer Trennung seien die Männer oft so verunsichert, dass sie erst einmal keine neue Beziehung eingehen würden. Michael Fuhl gehört zu den Ausnahmen, er hat seit dem vergangenen Sommer eine Freundin.

Also irgendwann erkennen, dass man sie nicht ändern und die Situation nicht steuern kann.

„Jede dritte Frau wird Opfer körperlicher Gewalt“

Der Spiegel berichtet über eine Studie zur Gewalt gegen Frauen:

Es passiert in allen Ländern, allen Kulturen, allen Schichten: Einer Studie der Weltgesundheitsbehörde zufolge werden Frauen viel öfter Opfer sexueller und überhaupt physischer Gewalt als bisher vermutet. Die WHO spricht von einem „epidemischen Ausmaß“ der Brutalität.

Zu den Zahlen:

Zu den Ergebnissen der weltweiten Studie gehört, dass Frauen weit öfter sexuellen und anderen Brutalitäten durch ihre eigenen Ehemänner ausgesetzt sind als durch fremde Vergewaltiger. „Gewalt innerhalb von Beziehungen ist die am meisten verbreitete Gewalt gegen Frauen, betroffen sind 30 Prozent aller Frauen weltweit“, erklärte die WHO. Zudem sei bei 38 Prozent aller Frauen, die Opfer von Morden werden, der aktuelle oder ehemalige Partner der Täter. 7,2 Prozent aller Frauen werden der Studie zufolge Opfer sexueller Gewalt durch andere Menschen als ihre Beziehungspartner.

Die Studie selbst findet man hier. Bei solchen Studien interessant ist immer die Definition der Gewalt:

gewaltbegriff

Die Definition von Gewalt ist schon reichlich ungenau: Geschubst werden oder etwas anderes was weh tut. Das ist verdammt unbestimmt. Und bei der sexuellen Gewalt ist der Punkt, dass man Sex hat, weil man Angst hat was der Partner sonst tut, problematisch, da dies auch fremdgehen oder Schluss machen umfassen würde. Es fehlt insoweit eine Einschränkung auf erwartete Gewalt.

Lebenszeit Gewalt

Gewalt Alter

Europa hat also im Verhältnis noch eine recht geringe Gewalt. Zudem geht es um die Wahrscheinlichkeit über die Lebenszeit. Da erscheint mir die Zahl – auch wenn Gewalt nie gut ist – auch angesichts des ausgedehnten Gewaltbegriffs noch relativ gering.

Was leider fehlt ist der direkte Vergleich mit den Männern.