Opferschutzbeauftragte: Anteil der Männer bei den Hilfesuchenden beträgt 47 Prozent.

Ein Bericht über eine Opferschutzbeauftragte, die angibt, dass etwa die Hälfte derjenigen, die sich an sie wenden, Männer sind (via Manndat):

Für männliche Gewaltopfer gibt es nach Ansicht der NRW-Opferschutzbeauftragten zu wenig Hilfsangebote. «Wir haben viele Männer, die hochbelastet sind», berichtete Elisabeth Auchter-Mainz am Dienstag in Düsseldorf bei einer ersten Bilanz ihrer Arbeit. Unter ihnen seien ehemalige Heimkinder, die sexuelle und körperliche Übergriffe erlitten hätten, aber auch Männer, die Opfer von Betrug oder von häuslicher Gewalt wurden. Die Anlaufstelle hat den Auftrag, Kriminalitätsopfern einen Zugang zu Hilfsangeboten zu vermitteln.

.Die Stelle der Opferschutzbeauftragten wurde von der schwarz-gelben Koalition im Dezember 2017 geschaffen. Seitdem wandten sich bis Ende März 820 Hilfesuchende an das Büro. Männer haben einen überraschend hohen Anteil von 47 Prozent. Ein Grund sei wohl, dass die Beratungsstelle in Köln anonym und ohne Gesichtsverlust besucht werden könne: «Wir sitzen in einem großen Gerichtsgebäude», sagte die ehemalige Generalstaatsanwältin.

Ich könnte mir vorstellen, dass es eine gewisse Anonymität für Männer leichter macht, sich an solche Stellen zu wenden. Auch die neutrale Bezeichnung als Opferschutzbeauftragte trägt sicherlich dazu bei.

Es gebe auch einen Bedarf an Männerhäusern, meinte die Opferschutzbeauftragte. Bislang existieren solche Einrichtungen für Frauen, die Gewalt erlitten. Ein Betroffener habe gesagt: «Männer sind Opfer zweiter Klasse», berichtete die Juristin.

Mehr Hilfen forderte die Beauftragte zudem für ältere Menschen, die etwa Opfer des Enkeltricks wurden. Bei den Staatsanwaltschaften sollten Sonderdezernate für bestimmte Opfergruppen eingerichtet werden, etwa für Opfer häuslicher Gewalt.

Derzeit sind Auchter-Mainz und ihre drei Mitarbeiter unter anderem aktiv nach dem Bekanntwerden der sexuellen Gewalt gegen Kinder auf einem Campingplatz in Lügde und nach dem Busunglück in Madeira mit zahlreichen Opfern aus NRW.

Schön, dass hier eine einseitige Perspektive auf Frauen aufgebrochen worden ist. Es scheint sich etwas zu bewegen

 

Fragen beim ersten Date: „Wie oft hast du dich schon übergriffig verhalten und wie genau arbeitest du an dir um das nie wieder zu tun“

Ihr lernt eine Frau kennen und sie fragt euch:

„wie oft und in welchem ausmaß hast du dich in deinem leben schon übergriffig verhalten und wie genau arbeitest du an dir um das nie wieder zu tun“

Was wäre die Beste/eure Reaktion und was sagt die Frage aus?

 

Gewaltstudie -NRW will die Dunkelziffer aufklären und meint, dass Gewalt gegen Männer damit deutlicher werden könnte

Die Welt berichtet:

Erst wer Licht in dieses Dunkelfeld bringe, werde fundierte Aussagen treffen können – zu Ausmaß, Tätern oder Opfertypen. Davon sind die Fachleute in NRW überzeugt. Weshalb Frauenministerin Ina Scharrenbach und Innenminister Herbert Reul (beide CDU) Anfang Januar die bundesweit erste repräsentative und alle Opfertypen umfassende Dunkelfeldstudie zum Thema starten werden, wie WELT vorab erfuhr. Die Untersuchung soll Opfer männlichen Geschlechts ebenso in den Blick nehmen wie solche aus schwulen oder lesbischen Beziehungen. Denn bei diesen Opfergruppen vermuten deren Vertreter eine besonders ausgeprägte Scheu, Leiderfahrungen bekannt zu machen, also ins Hellfeld zu treten. Außerdem möchte das Land sicherstellen, dass auch Migrantengruppen ihrem Bevölkerungsanteil entsprechend unter den Befragten zu finden sind, damit auch über Menschen mit Zuwanderungsgeschichte als Opfer und Täter verlässliche Aussagen möglich werden.

Das man bewusst nicht auf den Mann als Täter und die Frau als Opfer fixiert ist, ist natürlich ein Vorteil. Allerdings ist die Dunkelziffer natürlich auch sehr schwer aufzuschlüsseln und noch viel mehr Arbeit würde es sein, da wirklich belastbare Informationen zu erhalten.

Wer nur fragt „Wurden sie geschlagen“ der erfährt eben nichts zu den Hintergründen der Tat, ob dem eine starke Provokation vorausgegangen ist und ob der andere evtl sogar vorher zugeschlagen hat.

Ministerin Scharrenbach sagte zu WELT, „nach den widerlichen Übergriffen in der Kölner Silvesternacht 2015/16“ sei es ihr ein persönliches Anliegen gewesen, „dass die Landesregierung mit ihrer Arbeit dazu beiträgt, das Dunkelfeld zu erhellen“. So unvorhersehbar die Ergebnisse dieser Untersuchung auch sind, eines ist klar: Mit großer Wahrscheinlichkeit werden sie belegen, dass das Bundesfamilienministerium die Ausmaße der Beziehungsgewalt viel zu niedrig beziffert hat. Es ist zwar richtig, dass bundesweit nur rund 140.000 Opfer in der Polizeistatistik registriert sind, wie vom Bundesministerium vermeldet wurde. Falsch dürfte aber Giffeys Einschätzung sein, es gebe darüber hinaus vermutlich Hunderttausende nicht gemeldete Fälle.

Im NRW-Frauenministerium hält man diese Zahl für viel zu niedrig. Und verweist auf die bislang einzige, allerdings nicht repräsentative Dunkelfeldstudie zum Thema aus Niedersachsen. Dort wurde eine ganz andere Größenordnung erkennbar. Vom Land beauftragte Forscher kamen dort 2014 zu dem Ergebnis, in 7,8 Prozent aller Partnerschaften sei es 2012 zu Gewalt gekommen. Rechnete man diesen Prozentsatz auch nur auf die fast 21 Millionen registrierten Ehen und Lebensgemeinschaften in der Bundesrepublik hoch, wären das grob gerechnet 1,6 Millionen Menschen – nicht nur Hunderttausende.

Bei einer hinreichenden Aufweichung des Gewaltbegriffs dürften es etwa 84 Millionen sein. Damit kann man dann beliebige Programme rechtfertigen.

Ein anderes Ziel der Studie ist dagegen unstrittig: Der Anteil männlicher Opfer soll verlässlicher erforscht werden. FDP-Politikerin Schneider sagte dieser Zeitung, man müsse hier von einem besonders hohen Dunkelfeld ausgehen, weil alles darauf hindeute, „dass Männer sich besonders schämen, als Opfer einer Frau zu gelten“. Dass laut der von Giffey zitierten Kriminalstatistik nur 18 Prozent der Opfer männlich seien, gebe nicht die tatsächlichen Ausmaße wider, so Schneider.

Dem stimmt auch Arne Hoffmann vom Männerrechtsverband MANNdat zu. WELT sagte er, die öffentliche und politische Unterstützung für männliche Opfer sei deutschlandweit unterentwickelt. Umso löblicher, dass sich dies in NRW nun erstmals ändere. Giffey hingegen hatte jüngst gesagt, Männer stellten nur eine eher kleine Opfergruppe dar, deshalb werde die vom Bund unterstützte Telefon-Hotline für Opfer häuslicher Gewalt auch weiterhin unter dem Titel „Gewalt gegen Frauen“ firmieren.

Hier freut mich die Erwähnung von Arne.  Und das macht die Studie sicherlich auch für Männerrechtler interessant: Würde dort herauskommen, dass Männer und Frauen in der Dunkelziffer gleich stark betroffen sind, Männer aber eigentlich mehr Hilfe brauchen, weil sie sich schämen, dann wäre das ein Ergebnis, was die Politik zu entsprechenden Schritten auch für Männer veranlassen könnte.

Gewalt in Beziehungen: Individuelle Gründe und Paardynamiken vs. strukturelle Gründe und patriarchale Gesellschaft

Lucas Schoppe hat einen gewohnt guten Artikel zum Jahresbericht Beziehungsgewalt  (dazu auch hier) geschrieben.

Daraus eine Passage, die ich gerne besprechen möchte:

Wenn Giffey den Eindruck erweckt, häusliche Gewalt sei wesentlich ein geschlechtsspezifisches, nämlich männliches Problem – dann geht sie über wesentliche Forschungen zur häuslichen Gewalt hinweg und beschneidet damit die bestehenden Möglichkeiten, diese Gewalt einzudämmen.

Häusliche Gewalt kann auf persönliche Faktoren zurückgeführt werden (etwa auf ein großes Kontrollbedürfnis, auf Verlassensängste oder auf routinierte Schuldzuweisungen an andere), aber auch auf eine ungünstige Beziehungsdynamik. (dazu z.B. Julia C. Babcock et.al, Entwicklung der Misshandlung, S. 290f.) Hier stellt die Forschung wiederholt fest, dass eine Gewaltdynamik im Zusammenhang mit einer dysfunktionalen Kommunikation des Paares steht – und Verbesserungen der Kommunikation können erheblich zur Vermeidung weiterer Gewalt beitragen (z.B. Noeller, 182, Babcock, 290)

Gescheitert ist hingegen das Duluth-Modell, das häusliche Gewalt als männliche Gewalt beschreibt, in der sich patriarchale Strukturen der Gesellschaft ausprägten. (Babcock, 278ff.) Der Gewaltdynamik einer Partnerschaft wird dieses Modell ebenso wenig gerecht wie den spezifischen persönlichen Faktoren, die zur Gewalt beitragen.

Giffey hingegen wählt sich die Daten, auf die sie sich bezieht, so aus, dass sie häusliche Gewalt als männliche Gewalt beschreiben kann. Dass der angebliche Anstieg der Gewalt „auch“ durch das Hinzufügen „neuer Deliktarten“ zu erklären wäre, ist zudem bestenfalls irreführend.

Das scheint mir in der Frage, wie man Gewalt verhindert, und gerade auch in der Debatte mit dem intersektionalen Feminismus eine der wesentlichen Frage zu sein: Wie könnte man überhaupt weitere Gewalt verhindern?

Im Feminismus wird dabei üblicherweise darauf abgestellt, dass man die gesamte Gesellschaft ändern muss, weil die patriarchalen Strukturen, die männlich geprägte Gesellschaft, schuld daran ist. Die Männer müssen die toxische Männlichkeit aufgeben, die Gesellschaft insgesamt umgestalten, erst wenn die disbezüglichen Strukturen beseitigt sind, dann wird auch die Gewalt enden.

Dem gegenüber steht ein Modell, wo nicht Gruppen- oder Gesellschaftliche Strukturen angenommen werden, sondern individuelle Probleme oder schlechte, auf die jeweilige Beziehung ausgerichtet Beziehungsstrukturen. Damit wird auch der Weg frei dafür, dass man individuelle Anteile an Verantwortung vergeben kann, etwa die Frau, die auf äußerst dominante und brutale Männer steht und immer wieder auch Streits mit diesen provoziert oder die Frau, die genau weiß, wie sie ihren Partner immer wieder provoziert (aber natürlich auch den Macho, der mittels Gewalt seine Partnerin unter Kontrolle halten will oder die Frau, die ihren Partner schlägt).

Der zweite Ansatz verhindert, dass man das Problem generell auf eine Gruppe herunterbricht und einseitig von dieser Verbesserung fordert. Er ist daher mit Theorien aus dem intersektionalen Feminismus nur schwer in Einklang zu bringen, weil dieser ein einfaches Gut-Böse Schema nach Gruppe benötigt.

Sicherlich wird man zu einem gewissen Teil auch beide Ansichten verbinden können: Weil die Gesellschaft auf eine bestimmte Weise gestaltet ist zeigen sich bestimmte Typen häufiger. Aber die absoluten Theorien des Feminismus scheinen mir in ihrer absoluten Form sehr unwahrscheinlich. Zumal sie eben auch nicht erklären, warum es so viel Gewalt auch gegen Männer oder in lesbischen Beziehungen gibt.

Dennoch wäre es gut, die Ansichten etwas mehr zu untermauern. Schoppe führt da ja auch ein paar Quellen an, die mir aber eher allgemein zu sein scheinen. Hat jemand da mehr zu? Was wären die Argumente für die eine bzw die andere Variante?

Häufung von Vorwürfen des Mißbrauchs nachdem Prozesskostenhilfe auf solche Fälle begrenzt worden ist (und etwas Kannibalismus)

Ich las gerade das Buch „Cannibalism: A Perfectly Natural History“ in dem auch darüber berichtet wurde, warum man bei der Eroberung der „neuen Welt“ erstaunlich viele Kannibalen vorgefunden hat:

Zunächst waren die Spanier und Portugiesen insbesondere auf Gold aus und versuchten es mit teilweise sehr grausamen Strafen aus den Eingeborenen herauszupressen. Diese hatten aber in ihrer Geschichte Gold nie einen sehr hohen Wert beigemessen, so dass sie weder wussten, wo es zu finden war, noch wie man es gewinnt. Sie konnten daher kein Gold finden. Also musste man nach neuen Einnahmequellen suchen und entschied sich dafür, die Eingeborenen als Sklaven zu verkaufen.

Kurz darauf erließ jedoch das Königshaus eine äußerst geschäftsschädigende Einschränkung:

Die Heiden durften nicht einfach so in die Sklaverei verkauft werden, sondern man sollte versuchen, sie zu bekehren. Nur bei denen, die so weit herabgestiegen waren, dass sie Kannibalen waren, war ausnahmsweise – quasi zur Läuterung – eine Versklavung möglich.

Vor diesem Fund waren lediglich bei einigen kleinen Teilen der Eingeborenen der damals betroffenen Inselgruppen Kannibalen, wobei dies auf bestimmte vereinzelte Stämme beschränkt war, die beispielsweise „die Kraft ihrer Feinde in sich aufnahmen“ oder „ihre Liebsten aufnahmen und nicht im Boden verrotten ließen“.

Was geschah nun nach dieser Anweisung? Bisher ungeahnte Wellen von Kannibalismus wurden entdeckt und das auch recht schnell bei jedem Stamm, der dort lebte. Tatsächlich stellte sich bei nunmehr gründlicherer Prüfung heraus, dass eigentlich alle Eingeborenen Kannibalen waren. Glücklicherweise hatte man genug Sklavenschiffe um dieser Sitte Einhalt zu gebieten.

Nun hat man in England anscheinend die Prozesskostenhilfe auf besonders schwere Fälle beschränkt, etwa solche mit Kindesmißbrauch bzw der häuslichen Gewalt. Kurz darauf stellte man fest, dass diese Fälle weitaus häufiger waren als noch zuvor, als es (vermutlich) auch für andere Fälle Prozesskostenhilfe gab:

Thousands of parents falsely claim domestic abuse in order to access legal aid and stop estranged partners from seeing their children, a shared parenting charity claims.

Families Need Fathers says parents are being encouraged by some solicitors to file for non-molestation orders – injunctions used in urgent abuse cases.

New figures show a 30% rise in orders made after legal aid was axed in everything but abuse cases in family courts in 2012.

Some 25,700 were made in England and Wales in 2017, and 6,699 in the first quarter of 2018.

The changes to legal aid qualification in England and Wales were designed to reduce the number of cases in family courts, with separating couples being encouraged to attend mediation sessions instead, and to cut the legal aid bill.

Also ähnlich wie bei den Kannibalen: Man wollte erreichen, dass die Leute weniger Gerichtsfälle produzieren, hat aber für besonders schwere Fälle eine Ausnahme vorgesehen. Die Leute wollen aber teilweise vor Gericht, also muss ihr Fall dann eben eine solche Ausnahme enthalten.

Es zeigt sehr gut, dass Hindernisse motivieren können auch Wege zu gehen, die man sonst nicht gehen würde, wenn diese leicht genug sind.

Was auch alle Maßnahmen wie Beweislastumkehr für sexuelle Gewalt etc betrifft.
Wenn der Vorwurf hinreichend leicht zu erheben ist und keine negativen Folgen hat, dann wird er eben auch genutzt um andere Ziele zu erreichen, auch wenn die Tat gar nicht vorliegt.

But charity case workers say they are seeing „thousands“ of parents, mainly fathers, who have been made subject to these orders for things that they do not consider to be domestic abuse.

These could be angry comments thrown in the midst of the break-up or dealing with child access arrangements or unpleasant text messages, they say.

Es wird also jeder kleiner Vorfall unter diesem Gesichtspunkt gesehen, weil man damit andere Ziele erreichen kann. Und dann natürlich der kleine Vorfall entsprechend aufgeblasen.

‚False allegations‘
The charity suspects that solicitors‘ firms are talking parents into seeking such orders because it enables them to qualify for legal aid, from which both the legal profession and the complainant could benefit.

A spokesman for the charity said: „We’re getting a lot of people coming to us talking about false allegations, whether it’s grossly exaggerating events or even completely fabricating them.

„And yet the impact of the order can take a parent down a path that can be very difficult to return from.“

Jerry Karlin, chairman of Families Need Fathers, said the result of the government’s „well-intended but ill-conceived changes“ to the family courts system was a 30% increase in non-molestation orders (NMOs) to 25,000 a year.

There had also a been 20% rise in private family court applications over the last two years, he added.

„These (NMOs) are used in allegations of abuse and they don’t have to be true to obtain access to legal aid.“

The orders can lead to parents not being allowed to collect their children from school
„Non-molestation orders have gone up by several hundred per cent since the legal aid changes in some districts,“ he added.

Also dann der Umstand, dass man richtig draufhauen muss, weil man eine normale Auseinandersetzung nicht selbst bezahlen kann oder nicht selbst bezahlen will.

NMOs work like injunctions and are designed to protect domestic abuse victims from further harm in emergency situations.

The charity stresses that they are useful in genuine cases of abuse, but is concerned that the way they are administered leaves them open to exploitation. For example

They are often granted in the absence of the person being accused of abuse (the respondent) and without accusations of domestic abuse being proven
The making of an order then also enables the complainant to draw on thousands of pounds in legal aid which can also be used in any subsequent family law cases

Scheint ein schlecht durchdachtes System zu sein. Wahrscheinlich hat keiner daran gedacht, dass die Leute ein solches System ausnutzen.

Das ist ähnlich wie der Vorhalt, dass ja keine Frau je eine Vergewaltigung erfinden würde.

The respondent would not be automatically entitled to legal aid, however, and often has to represent themselves
The level of evidence required is fairly low and can relate to claims about verbal abuse, unwanted text messages or emails
In some regions of England and Wales the increase has been as much as 900%. In others there has been a 150% rise, according to information obtained by Families Need Fathers.

Also eine relativ unfaire Situation, bei der einer einen Anwalt hat, der andere nicht und die Nachweise, die der Antragssteller bringen muss, sehr gering ist.

‚Gross exaggerations‘
Once an order is made, there is a brief „return“ hearing two weeks later but the case is then usually adjourned for about six months.

During this time every agency related to the the respondent and his family, such as the police, school and local council, is notified.

This can lead not only to the parent being physically separated from their children but being ostracised by the agencies involved with them.

After about six months, usually, a fact-finding hearing is held at which the evidence of the applicant’s claim is meant to be heard.

But quite often, just as the initial order is made in the absence of the respondent, the fact-finding hearing is held in their absence as well.

A judgement is then made on whether the order should continue.

At this point it can be used to restrict a parent from spending time with his or her child and to delay the process of arranging contact.

Das klingt wirklich nach einem sehr unfairen Verfahren. Dagegen sind einstweilige Anordnungen und die Verfahrenskostenhilfe in Deutschland in der Tat wesentlich fairer und selbst Maßnahmen nach dem Gewaltschutzgesetz ergehen abseits besonders schwerer Fälle üblicherweise mit Anhörung und der Möglichkeit sich einen Anwalt zu nehmen (oder sind wie polizeiliche Hausverbote zumindest zeitlich stark begrenzt

Jugendgewalt: Mädchen schlagen eher zu

Eine Studie zur Gewalt bei Jugendlichen wird in der NZZ besprochen:

Schläge, Drohungen, Überwachung: Rund die Hälfte der Teenager, welche in einer Beziehung sind, hat damit schon einmal Erfahrungen gemacht. Das zeigen die Ergebnisse einer noch unveröffentlichten Untersuchung des Zürcher Projekts zur sozialen Entwicklung von der Kindheit ins Erwachsenenalter. Erstaunlich an diesen Ergebnissen der Universität Zürich ist: Jedes fünfte Mädchen hat in der aktuellen Beziehung schon einmal physische Gewalt ausgeübt – etwa indem es seinen Partner geohrfeigt, gestossen oder geschlagen hat. Bei den Knaben ist es nur jeder achte.

Das ist ein interessantes Bild, aber durchaus nicht unerwartet. Ein Mädchen zu schlagen ist eben etwas weitaus ernsteres als einen Jungen zu schlagen. Viele Jungen werden es insofern vielleicht noch nicht einmal als großes Gewalterlebnis im Gedächtnis haben.

Umgekehrt verhält es sich bei der sexuellen Gewalt: Während nur ein Prozent der Mädchen angab, den Partner gegen seinen Willen zum Geschlechtsverkehr gedrängt oder erotische Bilder verlangt zu haben, war es bei den Knaben jeder zehnte.

Auch da wäre natürlich die Frage, was hier tatsächlich passiert ist: Körperlicher Zwang wäre etwas anderes als etwas zu drängeln bis sie nachgibt und von ihr in einer Beziehung ein paar Nacktbilder zu erbitten, wobei sie sich erst sträubt wäre noch relativ harmlos.

Weit höher liegen die Zahlen beim sogenannten Monitoring: 44 Prozent der Mädchen und 38 Prozent der Knaben überprüften schon das Handy ihres Partners oder hinderten diesen daran, andere Leute zu treffen.

„Mate Guarding“ ist eben eine alte Taktik im Spiel der Geschlechter und Handys in der Tat der einfachste Weg Kontakt zu jemanden Neues aufzunehmen oder einen Kontakt aufrecht zu erhalten.

 

Die Ergebnisse sind Teil einer Langzeitstudie. Für die aktuelle Untersuchung wurden 17- bis 18-Jährige befragt. Bei über der Hälfte der 1675 Befragten waren die Eltern im Ausland geboren. Die Forscher der Universität Zürich untersuchen in der Studie die Entwicklung von Gewalt, Delinquenz und anderem Problemverhalten bei Jugendlichen. Laut dem Leiter Denis Ribeaud ist die Gewalt in den Beziehungen etwa mit traditionalistischen Rollenbildern zu erklären, die eine gewisse Macho-Einstellung vermitteln. Ihm fielen aber noch weitere Risikofaktoren auf, etwa der Konsum von pornografischem Material bei Knaben und von Drogen bei Mädchen. Ein besonderes Risiko sollen zudem bildungsferne Jugendliche mit nichtwestlichem Migrationshintergrund, vor allem muslimische Knaben, haben.

Interessant wäre, wie sie den Konsum pornografischen Materials von dem Nichtkonsum abgegrenzt haben: Welcher Junge schaut denn keine Pornos? Wahrscheinlich ging es also eher um die Menge.

„Bildungsferne Jugendliche mit nichtwestlichen Migrationshintergrund“, dass werden viele Feministen bereits als rassistisch abtun, gerade wenn auch noch Muslime dabei sind.

Dabei wäre es eigentlich sogar die Voraussage einiger feministischer Theorien: Um so patriarchaler die Kultur, um so mehr Rape Culture. Das gerade nach ihren Theorien Muslime aus nichtwestlichen Ländern mehr sexuelle Gewalt gegen Frauen produzieren  müssten würden aber wohl dennoch die wenigsten Feministinnen einsehen.

Die Grafik dazu ist interessant:

Gewalt Mädchen Jungen

Gewalt Mädchen Jungen

 

Danach würden Frauen etwas mehr Gewalt insgesmat anwenden, was insbesondere auf physische Gewalt und die Überwachung des Partners zurück zu führen ist, während sexuelle Gewalt deutlich häufiger von Jungen ausgeübt wird.

Der Effekt der Konfession bleibe auch dann bestehen, wenn man andere Faktoren wie Bildungsferne, Gewalt in der Erziehung oder gewaltlegitimierende Männlichkeitsnormen berücksichtige, sagt Ribeaud. Ausgeprägt seien die Unterschiede zwischen muslimischen und nichtmuslimischen Jugendlichen vor allem bei der Überwachung der eigenen Partnerin. Ribeaud hält deshalb gezielte Massnahmen bei muslimischen Knaben für erfolgversprechend. Allerdings bestehe auch die Gefahr der Stigmatisierung einer ganzen Bevölkerungsgruppe. «Einseitige Pauschalisierungen sind sicher nicht hilfreich.»

Einseitige Pauschalisierungen wären es auch schon, wenn man ansonsten behauptet, dass Männer die Täter und Frauen die Opfer sind. Das gibt die Statistik wie man sieht nicht her.

Pascal Gemperli, Sprecher der Föderation islamischer Dachorganisationen der Schweiz, zieht die Studie in Zweifel: «Dass der Islam das bestimmende Element für Jugendgewalt sein soll, scheint uns fragwürdig.» Breche man die Gesamtzahl der befragten Teilnehmer auf die 5 Prozent Muslime in der Schweiz herunter, wovon ohnehin nur ein Teil religiös sei, dann werde die Forschungsbasis zu klein, um daraus wissenschaftliche Rückschlüsse zu ziehen. Der Kausalzusammenhang zwischen Religion und einer bestimmten Verhaltensweise sei also eindeutig verkürzt dargestellt.

Oben war angegeben, dass ein größerer Teil einen entsprechenen Migrationshintergrund hatte, aber natürlich ist es immer sinnvoll, da auch noch einmal kritisch nachzuschauen.

Die zweite Grafik aus der Studie fand ich auch interessant:

Zwei Faktoren lassen das recht einfach erklären:

  • Die Gewalt von Frauen ist weniger gravierend
  • Die Gewalt von Frauen wird auch von den Jungs weniger stark als strafwürdig angesehen.

Wenn das Mädchen einen Knuff auf den Arm gibt oder ihm eine Ohrfeige gibt, dann wird er deswegen eher keine Anzeige machen. Umgekehrt schon eher, aber dank größerer Körperkraft könnten die Schläge hier auch schlicht schlimmer sein. Dazu ist sexuelle Gewalt auch etwas, was eher eine Schwelle überschreitet, bei dem man eine Anzeige macht während diese Schwelle bei den meisten Jungs eher schwerer zu erreichen sein wird. Und natürlich wird man auch niemanden anzeigen, weil er das Handy durchsucht hat, man wird eher für die Beziehung seine Konsequenzen daraus ziehen.

Wenn ich es richtig verstanden habe, dann handelt es sich um diese Studie hier von 2015.

Daraus noch einmal eine genauere Grafik:

Bericht Gewalterfahrungen Jugendlicher

Bericht Gewalterfahrungen Jugendlicher

Daraus noch ein paar Zitate:

Im Folgenden untersuchen wir verschiedene freizeitbezogene Risikofaktoren von Gewalt. Beim ersten, dem problematischen Medienkonsum, stellen wir zunächst einen mittleren bis starken Zusammenhang mit Gewalthandeln fest (.26<r<.32). Dieser Risikofaktor hat über die letzten sieben Jahre hochsignifikant zugenommen. Zwei Beispiele mögen dies illustrieren: Der Anteil Jungen, die mindestens wöchentlich „Pornofilme „ab 18“ angeschaut“ haben, hat zwischen 2007 und 2014 von 24 % auf 38 % zugenommen, während der Anteil Jungen, die mindestens wöchentlich „actionreiche Computer- oder Videospiele „ab 18“ gespielt [haben], in denen Gegner realistisch umgelegt werden oder Blutdarstellungen / Splattereffekte vorkommen (Ego-Shooter usw.)“, von 31 % auf 50 % zugenommen hat. Bei Mädchen ist der regelmässige Konsum solcher Medieninhalte dagegen ein Randphänomen. Für die erwähnten Beispiele finden wir zu beiden Messzeitpunkten Raten von unter 3 %.

38% der Jungs schauen mindestens wöchentlich Pornofilme, bei Mädchen sind es unter 3%?

Das wäre ja auch eine interessante Statistik.

Tatsächlich finde ich in der Studie auch nichts zu Religion, nur zu einem Migrationshintergrund.

Männliche Opfer von häuslicher Gewalt: Statistiken aus Australien