Die Wirkung von Appellen zur Hilfe anderer Gruppe vs die Betonung, dass andere bereits Teil der Gruppe sind

Ich lese gerade „Everybody Lies“, ein sehr interessantes Buch, welches hier auch schon mal Thema war, indem es um die Auswertung großer Daten , die gerade durch die Digitalisierung und das Internet, etwa Suchanfragen bei Google, zur Verfügung stehen.

Es hat viele interessante Stellen, diese hier beispielsweise, die ich hier aus einem Artikel zitiere, die aber auch so ins Buch gewandert zu sein scheint.

In the days following the San Bernardino attack, for every American concerned with “Islamophobia”, another was searching for “kill Muslims”. While hate searches were approximately 20% of all searches about Muslims before the attack, more than half of all search volume about Muslims became hateful in the hours that followed it. And this minute-by-minute search data can tell us how difficult it can be to calm this rage.

Four days after the shooting, President Obama gave a prime-time address to the country. He wanted to reassure Americans that the government could both stop terrorism and, perhaps more importantly, quiet this dangerous Islamophobia. Obama appealed to our better angels, speaking of the importance of inclusion and tolerance. The rhetoric was powerful and moving. The Los Angeles Times praised Obama for “[warning] against allowing fear to cloud our judgment”. The New York Times called the speech both “tough” and “calming”. The website ThinkProgress praised it as “a necessary tool of good governance, geared towards saving the lives of Muslim Americans”. Obama’s speech, in other words, was judged a major success. But was it?

Er hat also an das „Gute“ im Menschen appelliert und angeführt, dass man tolerant sein müsse und Inklusion betreiben müsse. Also im wesentlichen die Reden, die man auch gerade im Rahmen der Flüchtlingskrise kennt und die auch sonst im intersektionalen Bereich stark prägend sind.

Zum Erfolg:

Google search data suggests otherwise. Together with Evan Soltas, then at Princeton, I examined the data. In his speech, the president said: “It is the responsibility of all Americans – of every faith – to reject discrimination.” But searches calling Muslims “terrorists”, “bad”, “violent”, and “evil” doubled during and shortly after the speech. President Obama also said: “It is our responsibility to reject religious tests on who we admit into this country.” But negative searches about Syrian refugees, a mostly Muslim group then desperately looking for a safe haven, rose 60%, while searches asking how to help Syrian refugees dropped 35%. Obama asked Americans to “not forget that freedom is more powerful than fear”. Yet searches for “kill Muslims” tripled during his speech. In fact, just about every negative search we could think to test regarding Muslims shot up during and after Obama’s speech, and just about every positive search we could think to test declined.

Man sieht, dass die Rede eher den gegenteiligen Effekt hatte: Die Leute verhielten sich eher feindselig gegenüber der Auffoderung, meiner Vermutung nach, weil sie es als Aufforderung zu etwas, was ihnen nicht gefiel ansahen,  so dass sie nach Gründen suchten, mit denen sie es ablehnen konnten oder eben die eigene Gruppenidentität und das Gegeneinander der Gruppen hervorgehoben haben, damit sie ebenfalls Gründe für ihre eigene Haltung haben-

In other words, Obama seemed to say all the right things. But new data from the internet, offering digital truth serum, suggested that the speech actually backfired in its main goal. Instead of calming the angry mob, as everybody thought he was doing, the internet data tells us that Obama actually inflamed it. Sometimes we need internet data to correct our instinct to pat ourselves on the back.

Und das ist eben auch ein Effekt, der gerade dann entsteht, wenn man andere Leuten Opfer abverlangt, die anderen zu Gute kommen und diese keinen Grund dafür sehen. Nach außen hin mag man in solchen Fällen dann vielleicht Virtue Signalling betreiben und die Rede gut finden. Aber im Internet und auch ansonsten muss man das nicht, man kann seine Angst, dass hier eine feindliche Outgroup auf eigene Kosten stärker gemacht wird, ausleben.

(….)

The final – and, I think, most powerful – value in this data is its ability to lead us from problems to solutions. With more understanding, we might find ways to reduce the world’s supply of nasty attitudes. Let’s return to Obama’s speech about Islamophobia. Recall that every time he argued that people should respect Muslims more, the people he was trying to reach became more enraged. Google searches, however, reveal that there was one line that did trigger the type of response Obama might have wanted. He said: “Muslim Americans are our friends and our neighbours, our co-workers, our sports heroes and, yes, they are our men and women in uniform, who are willing to die in defence of our country.”

Also ein Appell bzw. eine Erinnerung daran, dass die betreffende Gruppe bereits Teil der In-Group ist und als solche produktiv ist. Also das genaue Gegenteil, was viele intersektionale Theorien machen, die darauf abstellen, dass sich in der Tat feindliche Gruppen in einem Nullsummenspiel gegenüberstehen und Beschuldigungen erheben. Die darauf abstellen, dass man die weißen heterosexuellen, männlichen etc Personen, die einen Großteil der In-Group bilden, angreifen darf, sie nicht diskriminieren darf, sie etwas abgeben müssen, sie die bösen sind. Statt dessen der Hinweis: Pauschalisiert nicht, die meisten sind ganz normale Teile unserer Gruppe, die hart arbeiten und genauso sind wie ihr.

After this line, for the first time in more than a year, the top Googled noun after “Muslim” was not “terrorists”, “extremists”, or “refugees”. It was “athletes”, followed by “soldiers”.” And, in fact, “athletes” kept the top spot for a full day afterwards. When we lecture angry people, the search data implies that their fury can grow. But subtly provoking people’s curiosity, giving new information, and offering new images of the group that is stoking their rage may turn their thoughts in different, more positive directions.

Die Leute können eben dieses Argument weitaus schwerer ablehnen, weil da die Gruppenbildung nicht mehr so einfach ist. Wer für das Land kämpft, wer die eigene Mannschaft zum Sieg bringt oder für das Land in Wettkämpfen auftritt, der hat einen anderen Status als Leute, denen man vorwerfen kann, dass sie einen umbringen wollen.

Obama spent little time insisting on the value of tolerance. Instead, he focused overwhelmingly on provoking people’s curiosity and changing their perceptions of Muslim Americans. Many of the slaves from Africa were Muslim, Obama told us; Thomas Jefferson and John Adams had their own copies of the Koran; a Muslim American designed skyscrapers in Chicago. Obama again spoke of Muslim athletes and armed service members, but also talked of Muslim police officers and firefighters, teachers and doctors. And my analysis of the Google searches suggests this speech was more successful than the previous one. Many of the hateful, rageful searches against Muslims dropped in the hours afterwards.

Also wieder ein stärkerer Appell an das „Wir-Gefühl“, an den Umstand, dass die Leute bereits Teil der eigenen Gruppe sind und produktiv dazu gehören. (das wird bei Flüchtlingen schwieriger, weil viele davon eben kaum deutsch sprechen und keine Ausbildung haben und von Sozialhilfeleistungen leben werden müssen). Es zeigt aus meiner Sicht aber, wie wichtig es sein kann, zu schauen, ob man Forderungen zu eigenen Anstrengungen zugunsten Dritter erhebt oder eben darstellen kann, dass die Gruppe bereits produktiver Teil der eigenen Gruppe ist. Es könnte auch darlegen, dass Parolen wie „Wir schaffen das“ eher Rassismus beflügeln, weil die Leute keinen Grund sehen es zu schaffen.

Und auch Aufforderungen seine Privilegien zugunsten anderer abzulegen wird eher die Gräben vertiefen statt zu einer Verbesserung zu führen. Im Geschlechterbereich ist ein Appell an die Gemeinschaft und die Ingroup ja ohne weiteres möglich. Dort gibt es allerdings insoweit auch keinen Hass, der ja eher von den radikalen Kreisen beschworen wird. Die meisten Menschen kommen gut mit dem anderen Geschlecht aus und finden den Umgang mit ihm sehr reizvoll. Hier künstliche Gräben zu errichten schadet dem eher.

Projektion des eigenen Verhaltens auf das andere Geschlecht

In den Kommentaren kam wiederholt die Anmerkung, dass viele Feministinnen Projektion betreiben würden, also ihre eigenen Gedanken auf die Männer übertragen würden.

Ein Beispiel wäre zB hier

Das ist ja die Wurzel des Feminismus: Die Projektion des eigenen Schattens auf den Mann. Frau könnte soo gut sein, wenn nur Männer nicht soo schlecht wären.

Die Wikipedia schreibt dazu:

Projektion bezeichnet in der Neurosenlehre allgemein − und von Schulen unabhängig − einen Abwehrmechanismus. Der Begriff Projektion umfasst das Übertragen und Verlagern eines innerpsychischen Konfliktes durch die Abbildung eigener Emotionen, Affekte, Wünsche und Impulse, die im Widerspruch zu eigenen und/oder gesellschaftlichen Normen stehen können, auf andere Personen, Menschengruppen, Lebewesen oder Objekte der Außenwelt.

(…)

Der Begriff institutionelle Abwehr wurde von Stavros Mentzos vorgeschlagen. Als Synonyme für institutionelle Abwehr werden auch Begriffe wie psychosoziale Kompromisslösung und psychosoziales Arrangement gebraucht (s.a. Annelise Heigl-Evers). Als gleichbedeutend wird auch der von Jürg Willi geprägte Begriff Kollusion verwendet.

Die Autoren Hoffmann und Hochapfel verwenden den Begriff psychosoziale Abwehr. Er besagt, dass zivile Personen wie auch Institutionen Abwehr und kompensatorische Funktionen ausüben können. Die Bedeutung des Begriffs ist als in sich gegensätzlich zu verstehen. Einmal können die von der Institution angebotenen Rollen vom einzelnen zum Zweck der individuellen neurotischen Abwehr benutzt werden, andererseits übernehmen Institutionen sekundär die Befriedigung neurotischer Bedürfnisse. Interpersonelle und institutionelle Abwehr gehören zu den am häufigsten vertretenen und auch in der Öffentlichkeit eingenommenen Abwehrmechanismen (s.a. Stavros Mentzos). Es erscheint gerechtfertigt, die institutionelle und interpersonelle Abwehr als Unterformen der Projektion zu betrachten, da es sich bei diesen Abwehrformen um eine Externalisierung handelt: Ein innerseelischer Konflikt wird in eine reale zwischenmenschliche und zuweilen soziale oder institutionelle Beziehung verlagert.

Diese Ähnlichkeit und das Zusammenwirken von intraindividueller und interindividueller Balance wird insbesondere von Jürg Willi hervorgehoben. Erich Neumann spricht von einer Psychologie des Sündenbocks als eine ethische Primitivform. Sie deckt sich mit dem universalgeschichtlich zu verfolgenden Entwicklungsstadium der Gruppenidentität bzw. mit dem entwicklungsgeschichtlichen Stadium des Narzissmus.

Dabei kommt es zu einem Kreislauf der Gewalt als äußere Ausgrenzung in Form von Projektion auf der Objektstufe (z. B. Fremdenhass) und innerpsychischer Abspaltung (Schattenproblem). Dieser Schatten führt erneut zur Projektion auf die Politik bzw. auf extremistische politische Gruppierungen. Hierdurch werden alle mit dem wertidentischen Bewusstsein nicht übereinstimmenden Inhalte auf eine Person oder Personengruppe übertragen, die – möglicherweise im Umweg über politische Institutionen – nun zur Zielscheibe aller verdrängten destruktiven Affekte wird (z. B. Achse des Bösen).

Das scheint mir auf viele feministische Theorien durchaus zu passen, etwa wird intrasexuelle Konkurrenz unter Frauen komplett in eine Unterdrückung durch den Mann umgedeutet, alle Verantwortung der Frauen für alle Bereiche, in dem sie nach dem Feminismus schlechter abschneiden, beispielsweise Frauen in Führungspositionen ist die Schuld der Männer, der zum „Bösen“ ausgebaut wird, zum Privilegierten, der den Frauen etwas wegnimmt, während das eigene Handeln eben nicht böse ist, sondern schlicht Gegenwehr gegen diese Unterdrückung.

Der innere Konflikt, der etwa daraus besteht, dass man nicht hübsch ist oder hübsch sein anstrengend ist, dass man als jemand, der sich von der Geschlechterrolle abweichend verhält und deswegen häufiger aneckt etc, all das wird aus der eigenen Gruppe weg und damit auch von einem Weg auf den Mann übertragen.

Ein Beispiel für eine Anwendung auf den Feminismus habe ich auch hier gefunden:

Looking at the research, evidence suggests the following two things.

(1)Women have an ingroup bias which is significantly higher than men’s ingroup bias. In fact, men who do not conform with traditional ideals of masculinity, or men who have frequent and satisfying sexual encounters with women are biased in favour of women to an almost equal degree as women themselves.

(2) Research being done in the field of narcissism and self esteem related personality disorders has discovered a disturbing trend in the rise of narcissistic personality disorder across every demographic, but in particular girls and women are being the most significantly effected.

Knowing these two things, that women have an automatic preference for themselves, and women are more narcissistic than ever before with unprecedented numbers of women diagnosed with narcissistic personality disorder, we can make some pretty logical conclusions about feminism and many of it’s ideas, for example patriarchy theory.

Patriarchy is a psychological projection. Men do not have the ingroup bias that women have. Several scholarly experiments have confirmed that the ingroup bias that women possess is remarkably higher than men’s. The findings suggest that men do not automatically prefer their own gender and therefore the idea that men would create a system that gives other men automatic preference is not plausible. Giving your own gender automatic preference is the way women think, not the way men think.

A psychological projection is when you project your own faults or flaws onto others. It’s a common behavior of those suffering from narcissistic personality disorder. Coincidentally there are a growing number of studies showing that women are becoming increasingly narcissistic and that the rapid increase in NPD occurring in women is, at least partially, caused by feminism.

We as a society need to have an academic discussion on the merits of feminism and criticism of it’s theoretical foundation, it’s execution, and some of the unintended consequences.

Patriarchy theory is a psychological projection. It reflects the way the world would be, genders reversed, if women were the historically dominant gender, and the way the world will increasingly look as women gain more power to shape society.

Hier ginge es darum, dass Frauen eher ein Gruppengefühl aufbauen, indem sie andere Frauen unterstützen wollen, während Männer in einer solchen Situation eher davon ausgehen, dass Frauen und Männer entweder Verbündete oder Konkurrenten sind und ihnen das Geschlecht dabei nicht so wichtig für die Einordnung ist.

Die Projektion wäre, dass man selbst seine Geschlechtsgenossen eher unterstützen würde und daher auch davon ausgeht, dass andere das genauso machen. Man gesteht sich dabei diese „Parteinahme“ nicht in der Form ein und überträgt sie statt dessen auf die andere Seite.

Meint ihr Projektion spielt in der Geschlechterdiskussion eine große Rolle? Wo seht ihr sie bei Männerrechtlern? Wie wirkt sie sich im Feminismus aus?

Als Gruppe handeln

Oft kommt der Vorwurf, Frauen oder Männer würden als Gruppe auf eine bestimmte Weise handeln un dadurch beispielsweise Druck auf das andere Geschlecht ausüben.

„Als Gruppe handeln“ ist allerdings durchaus schwierig, es erfordert eigentlich eine gewisse Abstimmung, die bei einer so heterogenen Gruppe wie den Geschlechtern auch nur schlecht möglich ist.

Häufig erweckt ein Handeln aufgrund geteilter oder ähnlicher Vorlieben oder Charaktereigenschaften oder ähnlicher Eigenschaften, die eine gewisse Übereinstimmung in der Gruppe aufweisen, allenfalls den Eindruck eines geplanten gemeinsamen Vorgehens.

Ein Beispiel wäre etwas wie „Frauen halten Sex zurück um Macht über Männer zu gelangen“. Tatsächlich wird es schlicht so sein, dass die andere Einstellung von Frauen zu Sex einfach so und der geringere Sexualtrieb im Schnitt den Eindruck eines geplanten Vorgehens erwecken, tatsächlich aber schlicht Ausdruck dieses Unterschiedes sind. Frauen brauchen im Schnitt eben eine andere Form von Vertrauen und eine höhere „sexuelle Motivation“ um sich darauf einlassen zu können, sie bedauern eher Sex, den sie zu schnell hatten und messen ihm damit einen anderen Wert zu. Die daraus begründete Zurückhaltung im Vergleich zu Männern kann schnell als „gemeinsamer Plan“ angesehen werden, obwohl kein vorsätzliches planmäßiges Handeln damit verbunden ist.

Ein andere Beispiel wäre alles, was der Feminismus als „Das Patriarchat“ definiert: Männer würden als Gruppe Frauen ausschließen, ihnen die besseren Jobs vorenthalten und sie durch sexuelle Gewalt und Zwangsheterosexualisierung etc klein halten. Auch hier wirkt sich schlicht aus, dass Männer eher Status und Geld erlangen wollen, aus intrasexueller Konkurrenz, aber auch, weil es ihren Partnerwert erhöht. Das alles führt dazu, dass der einzelne Mann auch oft schlicht die bessere Wahl ist für eine bestimmte Position als die einzelne Frau, die zudem noch das Risiko der Schwangerschaft und des langen Aussetzens mit sich birgt.

In beiden Fällen könnte man sagen, dass Frauen oder Männer zwar nicht als Gruppe handeln, aber eben die Konsequenzen ihres Handeln negativ sein können oder vorwerfbar wären, weil sie zu ungünstigen Ergebnissen führen.

Allerdings ist man da wieder bei einem Allmendenproblem: Keine Frau und kein Mann sieht es ein, dass er für die Vermeidung dieser Konsequenzen gegen seine Interessen und Wünsche, die als Einzelposition auch nicht zu beanstanden sind, handeln sollte. Es bringt der einzelnen Frauen nichts zur Entlastung der Männer Sex zu haben, den sie nicht will. Es bringt auch einzelnen Männern nichts, mehr Frauen nach oben zu lassen und sich mehr einzuschränken, weil er ja selbst auch nach oben will.

Die Gruppe für das teilweise übereinstimmende, aber nicht abgesprochene Handeln verantwortlich zu machen, welches auf Unterschieden beruht (und nicht auf  Kultur, die Abgrenzung kann schwierig sein) bringt damit wenig.

Immer dann, wenn ein Lösungsansatz „Jeder müsste doch nur zum Wohle der (evtl sogar anderen) Gruppe sein Verhalten wie folgt ändern…“ ist der Lösungsansatz schwierig, um so schwieriger, wenn der Einzelne aus einem unveränderten Verhalten Vorteile hat oder es ihm schlicht besser gefällt.

Das Unterstellen, dass die Gruppe vorsätzlich handelt, scheint mir auch Ausfluss unseres Denkens zu sein, dass gene planmäßiges Handeln sieht, wo keines ist.

Warum will die Linke die Wiederbelebung der Apartheid?

Matt Ridley schreibt etwas zu dem Trend innerhalb der linken Theorie im Rahmen der Intersektionalität auf Identitätspolitik zu setzen:

The student union at King’s College London will field a team in University Challenge that contains at least 50 per cent “self-defining women, trans or non-binary students”. The only bad thing Ken Livingstone could bring himself to say about the brutal dictator Fidel Castro was that “initially he wasn’t very good on lesbian and gay rights”. The first page of Hillary Clinton’s campaign website (still up) has links to “African Americans for Hillary, Latinos for Hillary, Asian Americans and Pacific islanders for Hillary, Women for Hillary, Millennials for Hillary”, but none to “men for Hillary”, let alone “white people for Hillary”.

Since when did the left insist on judging people by — to paraphrase Martin Luther King — the colour of their skin rather than the content of their character? The left once admirably championed the right of black people, women and gays to be treated the same as white, straight men. With only slightly less justification, it then moved on to pushing affirmative action to redress past prejudice. Now it has gone further, insisting everybody is defined by his or her identity and certain victim identities must be favoured.

Given the history of such stereotyping, it is baffling that politicians on the left cannot see where this leads. The prime exponents of identity politics in the past were the advocates of apartheid, of antisemitism, and of treating women as the legal chattels of men. “We are sleepwalking our way to segregation,” Trevor Phillips says.

Identity politics is thus very old-fashioned. Christina Hoff Sommers, author of Who Stole Feminism, says equality feminism — fair treatment, respect and dignity — is being eclipsed in universities by a Victorian “fainting couch feminism”, which views women as “fragile flowers who require safe spaces, trigger warnings and special protection from micro-invalidations”. Sure enough, when she said this at Oberlin College, Ohio, 35 students and a “therapy dog” sought refuge in a safe room.

It is just bad biology to focus on race, sex or sexual orientation as if they mattered most about people. We’ve known for decades — and Marxist biologists such as Dick Lewontin used to insist on this point — that the genetic differences between two human beings of the same race are maybe ten times as great as the average genetic difference between two races. Race really is skin deep. Sex goes deeper, for sure, because of developmental pathways, but still the individual differences between men and men, or women and women, or gays and gays, are far more salient than any similarities.

Ich bin ebenfalls der Ansicht, dass Gruppenbildung der schlechteste Weg ist, um eine bessere Welt zu schaffen. Gruppen gegeneinander zu stellen und künstliche Graben zu errichten, in denen man darauf abstellt, dass eine Seite der anderen Seite etwas wegnimmt ist einer der sichersten Weg Hass und Mißtrauen zu errichten und Einigkeit und ein „Wir Gefühl“ zu verhindern. Wer einer Gruppe beständig vorhält, dass sie schlecht ist und die Leute von einander abgrenzt, der wird wenig Gutes erreichen. Genau das ist aber das Grundmodell intersektionaler Theorien: Gruppenidentitäten fördern und Gegenspieler (die Privilegierten und die Nichtprivilegierten) benennen. Dann noch eine Umumkehrbarkeit dieser Gruppen und eine Einteilung in Gut und Böse vornehmen und das Desaster ist perfekt. Die einen bauen eine Opferidentität auf, die anderen fühlen sich zu Unrecht als Täter dargestellt und beide Fronten verhärten sich.

Rassismus, rassistische Strukturen und Gruppentheorie

Die Flüchtlingswelle führt dazu, dass viele Menschen auf einmal untergebracht werden müssen und dies wiederum führt zu einem offen zu Tage tretenden Rassimus.

Aus meiner Sicht ist Rassismus zunächst erst einmal ein Outgrouping, dass die üblichen Effekte, die typischerweise damit verbunden sind, hervorrufen soll:

  • „Die sind anders, warum sollten die zu uns gehören?“ Einordnen in eine homogene möglichst einfache Gruppenidentität
  • „Wir sind besser als die“ Aufwertung der eigenen Gruppe
  • „Wir gegen die“ Stärkung des Gruppenzusammenhalts und Schaffung eines Sündenbocks
  • „Was haben wir von denen“ Anklage des Trittbrettfahrertums bzw des Aufkündigen von „do ut des“

Vielleicht ist das auch der Grund, warum gerade ländlichere Gegenden und auch gerade der Osten eher von Rassismus betroffen sind.

Gruppenidentität ist etwas, was alle Menschen bis zu einem gewissen Grad haben. Und natürlich ist es auch durchaus berechtigt, die eigenen Interessen im Auge zu behalten: Es ist so gesehen etwas ungewöhnliches, dass wir in diesem Bereich nicht egoistisch sind. Die menschliche Spezies ist insoweit eine sehr soziale Spezies. Das dieses soziale Wiederum seine Grenzen hat, ist dabei aus meiner Sicht nichts ungewöhnliches. Wo diese gezogen werden ist eine kulturelle Frage.

Ich glaube nicht, dass Deutschland da so schlecht abschneidet. Natürlich gibt es hier Rassismus und auch schreckliche Taten gegen Ausländer, aber die gibt es in anderen Ländern auch. Die meisten Menschen sehen es durchaus als ihre Pflicht an zu helfen und sind durchaus damit einverstanden, dass Flüchtlinge aufgenommen werden.

Es ist aber wohl schwer, das wahrzunehmen, wenn man nur in sehr groben Gruppen denken kann: Weiße gegen PoCs, Flüchtlinge  gegen Deutsche, Antideutsche gegen die „Nation“.

Die Flüchtlingskrise und die Vorfälle werden daher in das zu erwartende Schema eingeordnet zB

 

Ich frage mich, ob man sich bei diesen Ideologien überhaupt noch Gedanken darüber macht, ob die Strukturen wirklich so weit ausgeprägt sind oder ob man die Grenzen ganz automatisch zieht.

Natürlich ist es auch nicht ganz falsch: Gruppendenken ist eben ein wichtiger Bestandteil und wie stark man die Gruppenzugehörigkeit zieht ist graduell nach den Umständen.

Ein gutes Beispiel ist die in diesem Bereich vorhanden Gruppenidentität als Antideutsch, die recht undifferenziert in Hass umschlägt, wenn sie die Gruppe der Deutschen an sich sehen und bei einzelnen Mitgliedern der Gruppe, die sie persönlicher kennen oft hinter dem Individuum zurückstecken muss.

So gesehen ist der dortige Rassismus, definiert als Hass gegen eine ethnische Gruppe, keine andere Form des Outgroupings und erfüllt auch die gleichen Funktionen:

  • „Die sind anders, warum sollten die zu uns gehören?“ Hier ist die andere Gruppe eben die Deutschen
  • „Wir sind besser als die“ Aufwertung der eigenen Gruppe: „die sind eh alle Nazis, die einen mehr die anderen weniger“
  • „Wir gegen die“ Stärkung des Gruppenzusammenhalts und Schaffung eines Sündenbocks
  • „Was haben wir von denen“ Anklage des Trittbrettfahrertums bzw des Aufkündigen von „do ut des“. Hier ist das gemeinsame Ziel die Anerkennung als Nichtrassistisch, welches „die Deutschen“ verhindern

Ich glaube, dass die Taktik dazu zur Verhinderung von Rassismus auch nicht wirklich geeignet ist, sondern tatsächlich eher dazu geeignet ist, sich gut zu fühlen.

Wenn man Rassismus verhindern will, dann kann man natürlich versuchen, die anderen auszugrenzen, und dadurch Druck aufzubauen, damit sie in die eigene Gruppe wechseln. Aber dazu ist es wenig geeignet eine so undifferenzierte Schuldzuweisung vorzunehmen und als kleine Gruppe versuchen eine kleine Gruppe so heterogen wie Deutsche durch Beschämen zu einem Verhaltenswechsel zu bewegen.

Eine effektivere Taktik wäre es wohl eher, Rassisten innerhalb der Gruppe zu isolieren, indem man versucht eine positive Gruppenidentität zu fördern und rassistisches Verhalten zu ächten. Also letztendlich der „Pack“-Ansatz. Natürlich bewirkt auch dieser bei den passenden häufig einen Gruppeneffekt, sie machen sich diese Bezeichnung zu eigen und nutzen ihn zur Stärkung der eigenen Gruppenidentität. Aber eine gewisse Isolierung tritt dennoch ein. Der Kampf wird dabei letztendlich darüber geführt, ob es gelingt eine negative Gruppenidentität zu errichten, die Leute abschreckt und Unterstützung entzieht oder der Prozess als berechtigt dargestellt werden kann, der lediglich durch „political correctness“ verhindert werden soll. In dieser Hinsicht arbeitet die Antifa letztendlich den Gruppen eher zu, da sie eben die Gruppenidentität auf die restlichen Deutschen erweitert und so gerade ein anschließen erleichtert.

Kooperation bei Männern und Frauen hier anhand von Zusammenarbeit bei Publikationen

Eine interessante Studie, die auch schon in verschiedenen anderen Blogs besprochen wurde, beschäftigt sich mit der Kooperation bei Männern und Frauen und deren Zusammenhang mit dem Status:

Unrelated human males regularly interact in groups [1], which can include higher and lower ranked individuals. In contrast, from early childhood through adulthood, females often reduce group size in order to interact with only one individual of equal rank [1,2,3,4,5]. In many species, when either sex maintains a group structure, unrelated individuals must cooperate with those differing in rank [6]. Given that human males interact more than females in groups, we hypothesized that dyadic cooperation between individuals of differing rank should occur more frequently between human males than females. We examined this hypothesis in academic psychology. Numbers of co-authored peer-reviewed publications were used as an objective measure of cooperation, and professorial status as a measure of rank. We compiled all publications co-authored by full professors with same-sex departmental colleagues over four years in 50 North American universities, and calculated the likelihood of co-authorship in relation to the number of available professors in the same department (Supplemental information). Among those of equal status (full professors) there was no gender difference for likelihood of co-authorship: women and men were equally likely to co-author publications with another full professor of the same gender. In contrast, male full professors were more likely than female full professors to co-author publications with a same-gender assistant professor. This is consistent with a tendency for men to cooperate more than women with same-sex individuals of differing rank.

Quelle: Rank influences human sex differences in dyadic cooperation

Ich habe leider keinen Volltext gefunden, insofern muss ich auf Besprechungen der Studie auf anderen Seiten zurückgreifen.

Es erscheint mir aber ein interessantes Ergebnis zu sein: Männer arbeiten eher auch mit anderen Männern zusammen, die einen niedrigeren Rang als sie haben. Das könnte interessante Rückschlüsse darauf zulassen, wie Männer und Frauen Netzwerke aufbauen.

Zur Fragestellung, die untersucht werden sollte:

“The question we wanted to examine was: Do men or women cooperate differently with members of their own sex?” Wrangham said. “The conventional wisdom is that women cooperate more easily, but when you look at how armies or sports teams function, there is evidence that men are better at cooperating in some ways.”

Das sind ja durchaus interessante Fragen, da das Klischee in der Tat vorgibt, dass Frauen kooperationsbereiter sind, auch wenn es ansonsten viele Beispiele für eine sehr gute männliche Kooperation gibt, wie etwa das Militär und Sportteams.

Benenson and Wrangham settled on co-authored academic papers as an objective measure of cooperation, and began by identifying 50 institutions from across the United States and Canada with at least two male and female full professors and two male and female assistant professors in their psychology departments. Researchers then identified all articles written by senior faculty from 2008 to 2012, and recorded how often within the same department senior faculty worked with other senior faculty of the same sex, and how often senior faculty worked with junior faculty of the same sex.

Es geht also lediglich darum, inwieweit die Professoren (m/w) jeweils mit „rangniedrigeren“ Mitarbeitern des gleichen Geschlechts zusammen gearbeitet haben. Das könnte für die Frage interessant sein, inwieweit Frauen Frauen fördern bzw. inwieweit sie dies in einem geringeren Umfang taten als Männer Männer förderten.

“When I studied young children, I noticed that boys were typically interacting in groups, and girls tended to focus on one-on-one relationships,” said Benenson, who discusses these findings in her new book, “Warriors and Worriers.”

“There is even evidence that these differences exist in 6-month-olds — but you can see it with the naked eye by about 5 or 6 years old, where boys form these large, loose groups, and girls tend to pair off into more intense, close friendships.

Zu den Gruppendynamiken aus evolutionärer Sicht bei Männern hatte ich hier auch schon mal unter Bezugnahme auf David Geary etwas geschrieben. Zu den verschiedenen Arten bei Jungs und Mädchen Hierarchien und Rangausbildungen zu betreiben hatte ich hier etwas. Das Männer eher als Frauen relativ lose Gruppen bilden würde ich auch so sehen, wobei es auch nicht so direkt ist, auch Frauen haben ja ihre Freundinnengruppen. Sie haben aber vielleicht andere Gliederungen in dieser.

in fact, Benenson said, women are often thought of as being more egalitarian than men. “But there’s a flip side no one thinks about, which is: What happens when they’re with someone who isn’t the same rank?”

While the study offers evidence that women, in some situations, may not collaborate as often as men, Wrangham made it a point to emphasize the host of unanswered questions behind those differences.

Ein großer Schwachpunkt der Studie (es sei denn das liegt daran, dass ich die Vollversion nicht kenne) erscheint mir, dass Frauen ja immer noch kooperativer sein könnten, sich aber eben häufiger Männer suchen als Frauen.

Es könnten auch viele andere Faktoren hineinspielen: Vielleicht werden die Juniorprofessorinnen  lieber von den männlichen Professoren gefördert oder erhoffen sich da eine bessere Betreuung oder die Juniorprofessoren (m) überzeugen die Professorinnen mehr. Für einen umfassenden Vergleich müsste man die gesamte Kooperationshistorie auswerten, auch die, in der Partner des anderen Geschlechts zusammenarbeiten. Dann müsste man die verfügbaren Personen wohl auch noch nach Leistung bewerten um zu schauen, ob nicht einfach unabhängig vom Geschlecht Zusammenarbeiten nach Geschlecht erfolgen. Dann wäre auch noch die Frage interessant, wie viele Juniorprofessoren (m/w) des jeweiligen Geschlechts vorhanden waren. (auch interessant wäre eine Bewertung des „Partnerwerts“ der Juniorprofessoren und Professoren (jeweils m/w) und die Frage inwieweit diese bei gemischtgeschlechtlichen Projekten eine Rolle spielt). Es ist allerdings interessant, dass sich diese Lücke gerade bei der Frage zeigt, ob man mit niederrangigeren zusammenarbeitet. Hier wäre in der Tat aktive Frauenförderung für die Professorinnen möglich. Dieser Aspekt scheint für diese aber nicht im Vordergrund zu stehen

“There is cross-cultural evidence for this phenomenon, you see it in early development, and in one of our closest relatives,” said Wrangham. “That pushes us into thinking that there is a strong biological influence here, but we would never suggest this is impervious to environmental and cultural influences as well.

“Nevertheless these are the kinds of fascinating questions about fundamental sex differences in social relationships that would be tremendously important to recognize if you want to change the way in which women’s access to higher ranks happens,” he added. “What we need to know, now that we have recognized these patterns, is what can we do to ameliorate them?”

Insgesamt finde ich es eine interessante Frage und ich könnte mir gut vorstellen, dass es da Prinzipien gibt, die man sehr gut biologischen Einflüssen zuordnen kann, allerdings ist dafür wohl noch einiges an Forschung notwendig, die auch die anderen möglichen Einflüsse berücksichtigt.

„Warum mögen Frauen Frauen lieber als Männer Männer?“

Eine Interessante Studie beschäftigt sich mit dem „in-Group-Bias“, also der Vorliebe für die eigene Gruppe im Bereich der Geschlechter:

Four experiments confirmed that women’s automatic in-group bias is remarkably stronger than men’s and investigated explanations for this sex difference, derived from potential sources of implicit attitudes (L. A. Rudman, 2004). In Experiment 1, only women (not men) showed cognitive balance among in-group bias, identity, and self-esteem (A. G. Greenwald et al., 2002), revealing that men lack a mechanism that bolsters automatic own group preference. Experiments 2 and 3 found pro-female bias to the extent that participants automatically favored their mothers over their fathers or associated male gender with violence, suggesting that maternal bonding and male intimidation influence gender attitudes. Experiment 4 showed that for sexually experienced men, the more positive their attitude was toward sex, the more they implicitly favored women. In concert, the findings help to explain sex differences in automatic in-group bias and underscore the uniqueness of gender for intergroup relations theorists.

Quelle: Gender differences in automatic in-group bias: why do women like women more than men like men?

Aus einer Besprechung der Studie:

Women are nearly five times more likely to show an automatic preference for their own gender than men are to show such favoritism for their own gender

Fünfmal wahrscheinlicher, dass Frauen Präferenzen für ihr eigenes Geschlecht zeigen, dass ist schon ein sehr großer Unterschied:

Moreover, men and women tended to show high implicit self-esteem and high gender identity; however, men showed low pro-male gender attitudes, according to the study. „A clear pattern shown in all four studies is that men do not like themselves automatically as much as women like themselves,“ Rudman says. „This contradicts a lot of theoretical thinking about implicit attitudes regarding status differences.“ More specifically, men are historically and cross-culturally viewed as the dominant sex, so it might logically follow that they’d have a greater in-group bias, Rudman says. To explore why their study found the opposite pattern, Rudman and Goodwin evaluated several possible reasons. They found:

  • Women’s high self-esteem and female identity, on average, bolstered their automatic liking for women, whereas men’s liking for men did not rely on high self-esteem or masculine identity. In other words, women can be characterized as thinking „if I am good and I am female, females are good,“ whereas men can be characterized as thinking „even if I am good and I am male, men are not necessarily good.“
  • Men and women who implicitly favored their mothers over their fathers–such as by associating more positive words with their mothers than their fathers–also showed a pro-female bias, which suggests the influence of maternal bonding on gender preferences. In addition, people who reported being raised primarily by their mothers also showed pro-female bias on the IAT. Researchers, using self-reports, found no evidence that maternal attitudes influenced gender attitudes. In concert, these results are consistent with the theory that developmental events can influence implicit attitudes more than explicit attitudes, Rudman says.
  • Men and women who automatically perceived men as more threatening or intimidating than women also had pro-female preferences, suggesting that negative male stereotypes can promote greater liking for women.
  • Implicitly, men who reported liking sex also preferred women, but only if they were high on sexual experience. Men low on sexual experience showed implicit sexism to the extent they liked sex.
  • „These results suggest that for men, pro-female bias is moderated by sexual gratification,“ Rudman says. „By contrast, women who implicitly liked sex also preferred men, whether or not they were high on sexual experience.“

Frauen würden demnach zum einen eher von sich selbst auf andere Frauen schließen (und vielleicht auch andersrum, also: Wenn ich eine Frau bin, dann müssen Frauen gut sein, weil ich mich gut fühlen möchte“). Männer differenzieren anscheinend eher zwischen sich und der Gruppe Männer.

Zudem scheint die starke Position der Mutter hier ebenfalls durchzuschlagen und positive Assoziationen zu wecken. Männer werden hingehen mitunter eher als angsteinflössend wahrgenommen. Und erfolgreiche Männer mögen auch Frauen, weniger erfolgreiche nicht so unbedingt, wenn sie Sex wollen.

Interessanterweise passt dabei einiges auch auf den Feminismus: In diesem wird der Gynozentrismus und das Ingrouping stark gefördert und der Schluß auf „Frau=gut“ noch stärker genutzt und auf „weiblichkeit=gut“ erweitert. Es wird zudem vieles dafür gemacht, Männer als angsteinflössend und bedrohlich darzustellen („Rape Culture“) und auch der hohe Anteil feindlicher Lesben innerhalb des Feminismus würde gut zum letzten Punkt passen.

Ein interessanter Name dafür scheint auch der „Women are wonderful-Effekt“ zu sein:

The “women are wonderful” effect is the phenomenon found in psychological research which suggests that people associate more positive attributes with the general social category of women compared to men. Related to ambivalent sexism, this effect reflects an emotional bias toward the female gender as a general case. The phrase was coined by Eagly & Mladinic (1994) after finding that both male and female participants tend to assign exceptionally positive traits to the female gender (males are also viewed positively, though not quite as positively), with female participants showing a far more pronounced bias. The authors supposed that the positive general evaluation of women might derive from the association between women and nurturing characteristics.

Eine andere interessante Bezeichnung wäre Gynosympathy:

Gynosympathy is the well-documented, yet poorly examined, tendency in human being to sympathize with females more than males, leading to the preferential protection and appeasement of women. As a scientific reality, gynosympathy is so well demonstrated that it is virtually irrefutable.1 As a social concept, however, it is virtually unknown.

The reasons for this discrepancy are many, not least of which is that gynosympathy is such a deeply rooted phenomenon that human beings have a very difficult time recognizing it.

It likely has both evolutionary and cultural aspects. For example, Bateman’s Principle would lead us to suspect that men would exhibit gynosympathy more often in the context of sexual relations (or their implied or imagined potential)

Dass dies sehr gut evolutionär entstanden sein könnte und eben darauf zurückzuführen ist, dass Frauen als Gruppe eher zusammenhalten mussten und Männer aufgrund der Kosten des Sex sich eher um Frauen bemühen mussten, kann ich mir gut vorstellen.

In dem Artikel finden sich noch andere interessante Gedanken:

Of course, researchers often focus on conclusions other than gynosympathy; the authors of the PWQ study, for example, lamented that women were not allowed to be angry. Ironically, by sympathizing preferentially with women (why not lament that men were not allowed to be sad?) the researchers were exhibiting the very bias they thought they were addressing.

A human gynosympathetic bias is clear. It absolutely saturates gender politics, leading to exaggerations of the plight of women like the “rule of thumb” myth, the “wage gap” myth, and the widespread belief that before the 20th century no woman could own property. It leads political activists to glamorize the history of voting rights and ignore conscription, to demonize men for fighting (and dying) in war while glossing over the well-documented role of women in urging, and even shaming, men to trek off to battle while they remained home in peace and safety.

Gynosympathy distorts legislation, leading to brazenly discriminatory laws that explicitly name women as a class of victims who need special protection, even against problems (like violence) where men suffer comparable or even higher rates of victimhood. It skews medical research, leading to preferential funding for women’s health issues out of proportion to their incidence and fatality rates compared to similar men’s health issues. And, in US courts, the influence of gynosympathy drives a sexist bias in prosecution, sentencing, and execution that dwarfs the racial biases in the justice system.

It is time to recognize this cognitive bias for the systemic and dangerously discriminatory influence that it is; to seek out its discriminatory influence in ourselves, our culture, and our institutions; and to push for a more rational, scientific, ethical, equitable, humane, and universally sympathetic approach to gender issues.

Wenn man darauf abstellt, dass Frauenbevorzugung oder eine besseres Denken über Frauen ein kognitives Vorurteil ist, dann kann man sich dementsprechend auch damit befassen, sich durch dieses die Sicht nicht verstellen zu lassen. Dann aber muss man auch Überprüfungen daraufhin vornehmen, ob sich dieses Vorurteil in gesellschaftlichen Regelungen niedergeschlagen hat und ob dies gerecht ist.