Warum Gewalt von Männern gegen Männer deren Problem ist

Stapelchips kommentierte:

Ich find das interessant:
Feminist: “Jede dritte Frau wird einmal im Leben Opfer von Gewalt. Frauen müssen Angst haben.”
Nicht-Feminist: “Männer erleiden deutlich häufiger Gewalt als Frauen.”
F: “Ja, von Männern…”
NF: “Wir haben gerade über Opfer gesprochen. Der einzige Weg wie Deine Aussage dazu passt, wäre die Annahme, dass Gewalt, die durch Männer ausgeführt wird, wirklich nicht so schlimm ist. Was die Frage aufwürft: Warum beschweren sich die Frauen?”

Also die alte Frage: Warum ist es überhaupt ein Argument, dass Gewalt gegen Männer auch von Männern verübt wird und warum ist sie deswegen weniger beachtlich?

DMJ kommentierte dazu:

Auch hier ist die Antwort wieder die, bei so vielen Feministinnen übliche Verachtung des Individuums: Natürlich ist Gewalt durch Männer schlimm, aber wenn sie sich gegen Männer richtet, ist es Autoaggression und deren eigenes Problem. Erst, wenn sie sich gegen Frauen (die ja komplett friedlich sind, da ja auch nur als Masse und nicht Individuen betrachtet) richtet, ist es Gewalt gegen andere.

Tragikomischerweise verwenden hier die linken Unsympathen so ziemlich die gleiche Argumentation, mit der rechte Unsympathen kein Problem damit haben, wenn sich Muslime/Afrikaner/Ausländer gegenseitig umbringen, weil sie ja auch nicht zwischen dem einfachen Syrer und dem IS-Terroristen unterscheiden. Da grüßt mal wieder das Hufeisenmodell.

Ich hatte dazu angemerkt:

Im Gruppendenken des Feminismus trifft das nicht zu: Da ist Gewalt innerhalb einer Gruppe ein kleineres, weil nicht strukturelles Problem, welches zudem nicht in das klassische intersektionale Konzept einzuordnen ist, nach der eine Gruppe mehr Macht hat.
Wenn sie das Konzept betrachten wollen, dann können sie es nur als Folge der Machthierachie sehen, die sich zu Lasten von Männern selbst auswirkt, die aber auch von Männern verursacht wird, die sie also selbst bekämpfen müssen (man kann es vielleicht damit vergleichen, dass man sich auch mehr darüber aufregt, wenn ISIS gegen andere kämpft als wenn sie Abtrünnige in den eigenen Reihen hinrichten wegen Verstöße gegen die eigenen Spielregeln) oder sie müssen es auf einer anderen Ebene behandeln, etwa als Problem sozialer Klassen (an denen natürlich auch das Patriarchat schuld ist)

Das wäre aus meiner Sicht die passende Einordnung: Gewalt innerhalb einer Gruppe wird üblicherweise anders bewertet als Gewalt gegen eine andere Gruppe. Das gilt insbesondere, wenn die Gruppe einen gewissen Zusammenhalt aufweist und man ihr daher den internen Konflikt auch als solchen zurechnen muss. Die Gruppe Männer verfolgt aber nicht per se homogene Gruppe, sie ist eben keine klassische Gruppe, die sich als Einheit sieht und ihre Mitglieder unterstützt. Gerade in Geschlechtersachen wird man weitaus eher seine Familie, seinen Freundeskreis etc als relevant ansehen. Weswegen die Anrechnung der Taten auch nicht so ohne weiteres in dieser Weise vorzunehmen ist.

Der Eindruck, für schutzlose Frauen zu kämpfen, ist für viele Männer in ganz besonderer Weise gewaltenthemmend

In einem interessanten Kommentar führt Lucas Schoppe eine interessante mögliche Geschlechtdynamik aus, nämlich den Umstand, dass Männer durchaus bereit sind, Gewalt für Frauen einzusetzen und dann die Gewalt eher als gerechtfertigt ansehen:

Augsburg, wo die Mutter unseres Kindes eine Zeitlang mit ihm lebte, am frühen Nachmittag. Ich gehe allein durch ein Wohngebiet in der Nähe der Innenstadt, durch wenig befahrene Straßen mit drei- bis vierstöckigen Häusern. Plötzlich rennen zwei Jungen Männer in sehr hohem Tempo quer und im Zick-Zack über die Straße, der etwas ältere hinter dem etwas jüngeren her – und gerade zwei Meter vor mir, neben einem Hauseingang, hat er den anderen eingeholt, presst ihn gegen die Hauswand und schlägt auf ihn ein.

Ich sprach ihn sofort an (griff aber nicht körperlich ein, weil ich das Gefühl hatte, das würde die Situation eher eskalieren), versuchte ihn zu beruhigen, sagte ihm, dass er aufhören solle zu schlagen – und er hörte tatsächlich auf, hielt den anderen aber weiter fest und erzählte in etwas gebrochenem Deutsch (ich hielt die beiden für Albaner), was los war. Offensichtlich war der etwas jüngere Mann mit der Schwester des etwas älteren zusammen und hatte sie in irgendeiner Weise schlecht behandelt.

Nun kam ein alter Mann aus dem Haus, in dem die Familie offensichtlich wohnte – er kannte die beiden – und zum Glück beruhigte auch er die Situation, so dass es zumindest nicht mehr danach aussah, dass der eine den anderen zusammenschlagen würde. Dann aber…

…kamen noch zwei Frauen aus dem Haus, und beide verhielten sich ungeheuer aufgeregt. Besonders eine von ihnen, etwas zwanzig Jahre älter als die beiden jüngeren Männer, schrie laut, und es war offensichtlich, dass beide Frauen mit Macht versuchten, die gerade beruhigte Situation wieder zu eskalieren. Ich kann mich noch genau erinnern, wie ich mich über sie ärgerte. —

Natürlich geht es mir hier nicht um die Behauptung, dass etwa Ausländer sich primitiver verhalten würden als Deutsche (die primitivste, nervtötendste Situation, die ich erlebt habe, entstand, als in einem ICE-Großraumwagen einmal eine Gruppe angetrunkener deutscher Männer zufällig auf eine Gruppe angetrunkener deutscher Frauen traf; die Situation war unter anderen sehr übergriffig – nicht von den Männern gegenüber den Frauen, sondern von beiden Gruppen gegen die anderen Passagiere). Wichtig ist aber, dass die Geschlechterrollen in der Augsburger Familie offenbar deutlich traditioneller waren, als die meisten Familien in Deutschland das mittlerweile gewohnt sind.

Es geht mir bei der Geschichte auch nicht darum, dass das alte Klischee von der friedfertigen Frau und dem gewalttätigen Mann einfach umgekehrt werden müsste. Wichtig ist mir aber, dass Männer- und Frauenverhalten, auch im öffentlichen Raum, sehr viel mehr miteinander zu tun hat, als solche Gut-Böse-Gegenüberstellungen suggerieren.

Meine These: Der Eindruck, für schutzlose Frauen zu kämpfen, ist für viele Männer in ganz besonderer Weise gewaltenthemmend. Das heißt nicht, dass die Männer dann schuldlos sind und bloß weibliche Wünsche exekutieren – sie sind ja erwachsen und selbst verantwortlich für das, was sie tun. Aber Männer- und Frauenverhalten spielt eng zusammen und ist nicht unabhängig voneinander zu verstehen.

Das im Blick auf den 2. Weltkrieg formulierte Mitscherlich-Klischee von der „friedfertigen Frau“ macht in diesem Sinne die Welt keineswegs friedfertiger, sondern es reproduziert eher die Geschlechterstrukturen, die es angeblich verändern soll. Gerade im Krieg kann deutlich werden, wie diese Strukturen Verantwortung verwischen. Die männlichen Soldaten im Einsatz müssen sich nicht verantwortlich fühlen, weil sie ja nicht – egoistisch – für sich kämpfen, sondern für sie schutzlosen Frauen und Kinder. Die Frauen wiederum müssen sich nicht verantwortlich fühlen, weil sie ja selbst gar keine Gewalt ausüben.

Das lässt sich so problemlos auf heutige Verhältnisse im Netz übertragen. Die hier fast ausschließlich von Frauen zelebrierte Kultur der Hypersensibilität, der „Trigger Warnings“ und „Safer Spaces“, der extremen Empfindlichkeit noch für de kleinsten Nuancen einer diskriminierenden Sprache – diese Kultur befriedet das Netz nicht, sondern macht es gewaltsamer.

Denn wer dann als Bedrohung identifiziert ist, als Angreifer der Schutzlosen, der hat natürlich keine Rücksicht mehr verdient. Das gilt interessanterweise auch für Frauen selbst, die – sobald sie andere, nämlich feministische Frauen kritisieren – problemlos als „Masturbationsvorlage“ verhöhnt oder gar mit Vergewaltigungen bedroht werden können. (Dazu:http://man-tau.com/2015/10/17/frauenfeindlichkeit-und-feminismus/ ) Eine Frau, die sich als Gegnerin der Schutzlosen geoutet hat, hat sich eben auf die Seite des Feindes geschlagen, ist selber Schuld und dann auch nicht mehr Wert als ein Mann.

Interessant sind in diesem Zusammenhang auch die Tweets, auf die der oben zitierte Tweet antwortet. (https://twitter.com/Chriss_m/status/678457006047498240). Brianna Wu berichtet dort von einem Mann, der im öffentlichen Raum grundlos schreit – und sie fordert andere Männer auf, einzugreifen.

Das ware nach meiner Einschätzung – soweit sie die Situation schildert – ganz falsch. Es gibt dort außer Wus Unwohlgefühl keinen dringlichen Grund zum Eingreifen, und es ist überhaupt nicht einzuschätzen, ob dadurch die Situation nicht möglicherweise erheblich schlimmer würde. Wus Aufforderung würde also mit einiger Wahrscheinlichkeit zur Eskalation beitragen, wenn ein Mann ihr Folge leisten würde.

Aber das kann Wu egal sein – sie würde ja nicht selbst eingreifen, sondern nur einen Mann zum Eingreifen bewegen.

Ich kann mir durchaus vorstellen, dass da Zusammenhänge bestehen. Kampf von Männern untereinander ist intrasexuelle Konkurrenz und das Ergebnis intrasexueller Konkurrenz bietet sich für sexuelle Selektion an: Wer sich im Kampf gegen andere Männer durchsetzt gilt als besser, attraktiver, stärker. Dazu kommt, dass eine Frau in einer Gefahrenlage anscheinend einen Beschützer braucht und dies einen guten Einstieg bietet: Man präsentiert sogleich die Fähigkeit, die sie braucht. Und sich einer solchen Aufforderung nicht zu stellen könnte eben auch dazu führen das man als schwach wahrgenommen wird, was ebenso den Partnerwert hinabsenken kann.

Insofern ist eine Selektion darauf, dass man einer solchen Aufforderung nachkommt gut denkbar. Sowohl Konfrontation als auch Frauen und wahrscheinlich auch die direkte Beobachtung von Frauen dürften den Testosteronspiegel erhöhen.

Ich würde Schoppe zustimmen, dass dabei aber zunächst der Mann für seine Taten verantwortlich bleibt und man das nicht auf die Frau abschieben sollte und diese als Anstifter überbewerten sollte. Für einige Männern muss auch gar keine Anstiftung, die über das Vorhandensein einer Frau hinausgeht bestehen, damit sie sich beweisen und für die Frau einsetzen wollen.

Aber es gibt eben auch genug Frauen, die sich durchaus nach dem obigen Schema verhalten. Die Fähigkeit, Männer dazu zu bringen, für sie etwas zu ändern, ist ihnen sehr bewusst und einige sehen das entsprechend als Anspruch an. Gerne wird hier auch mit einer Mischung aus „ein echter Mann würde da einschreiten“ bzw abfälligen Blicken gearbeitet. Und dieses „Shaming“, diese Anspruchshaltung bei „macht mir die Welt gefälligst besser, es gefällt mir so nicht“ könnte auch dazu beigetragen, dass die feministische Forderung die Welt besser zu machen, bei einigen Frauen so unproblematisch als Forderung artikuliert wird.

Kermit, du kannst es so viel besser haben als mit Miss Piggy

Gerade wurde bekannt, dass sich ein Promi-„Paar“ getrennt hat: Kermit hat es endlich geschafft die Fesseln der brutalen Miss Piggy abzustreifen und ich gratuliere ihm dazu.

Bereits bei der Hochzeit wurde deutlich, dass Kermit mit viel Angst in die Ehe gegangen ist:

Und die diversen Gewalttätigkeiten, die sogar vor laufender Kamera ausgeübt wurden, sprechen dafür, dass in den Muppet Studios von Miss Piggy ein Slap Culture etabliert worden ist:

Andere Frauen in Kermits Nähe haben das ebenfalls zu spüren bekommen:

Dies alles hat anscheinend Organisationen nicht abgehalten, ihr einen feministischen Preis zu verleihen:

Miss Piggy was chosen „for more than forty years of blazing feminist trails with determination and humor, and for her groundbreaking role inspiring generations the world over.“ And although she is known more for her love of fashion and a certain frog, Elizabeth Sackler, the founder of the center, told USA Today that the spectacular sow is deserving.

„She has spirit, she has determination, she has grit,“ Sackler said. „She has inspired children to be who you are — and this squares very directly with feminism.“

Miss Piggy selbst feierte sich wie folgt:

And yes, it is true that I am a Porcine American. How can a … ahem, pig … be a feminist? After all, the p word has long been associated with the very antithesis of feminists “male chauvinist.” This, alas, is a vestige of latent “species-ism.” Sure, there are male chauvinist pigs, but there are also male chauvinist humans and, on very rare occasions and at their own peril, male chauvinist amphibians. Let us not besmirch an entire species because of the sins of a few.

So, now that I have dispatched the naysayers, moi can accept this Sackler Center First Award with my head held high and my feminist bona fides affirmed.

Yet one last question remains: What is the future of feminism? The answer is obvious — feminism’s future must be proud, positive, powerful, perseverant, and, wherever possible, alliterative. It must believe in itself, share its triumphs, overcome its setbacks and inspire future generations.

 

Ob  Miss Piggy mit „Powerful“ indirekt darauf anspielt, dass sie solche Themen üblicherweise mit Gewalt regelt, mag jeder selbst entscheiden.. Sie scheint sich für so unangreifbar zu halten, dass sie keine Scheu hat, Leute zu bedrohen und zu schlagen, obwohl tausende zuschauen. Was genau mit Kermit geschah, wenn niemand dabei war, möchte man sich nicht ausmalen.

Wie so etwas verharmlost wird, liest man dann beispielsweise in der Süddeutschen:

Wie kann jemand noch an Liebe glauben, wenn diese beiden wunderbaren Geschöpfe nicht mehr zusammen sein wollen? Klar, Promis wechseln ihre Lebenspartner bisweilen so regelmäßig wie Rihanna ihre Frisur, Gwen Stefani und Gavin Rosdale verkündeten am Dienstag nach 13 Jahren Ehe die Trennung und selbst Barbie und Ken legten mal eine sieben Jahre dauernde Pause ein.

Aber doch nicht diese herrliche Liaison, die als Symbol dafür gilt, dass Liebe sämtliche Grenzen wie Herkunft und Hautfarbe und sogar Spezies überwinden kann. Es ist die Liebe zwischen einer charmanten Sau und einem Gentleman-Frosch, zwischen Miss Piggy und Kermit. Nach 40 Jahren ist diese Beziehung vorbei.

Die charmante Sau – würde man so etwas über einen Mann lesen, der seine Freundin/Frau/Kollegin schlägt? Würde ein Mann dann überhaupt noch eine Show haben? Würde man dieses dort errichtete Abhängigkeitsverhältnis tatsächlich als große Liebe beschreiben oder nicht eher fragen, warum Kermit es überhaupt so lange bei ihr aushielt.

Hier kommt noch hinzu, dass Kermit deutlich kleiner und in einer gänzlich anderen Gewichtsklasse ist, als die kräftige Sau. Es wird in den Videos deutlich, dass er keine Chance hatte, sich zu wehren. Dennoch schreibt man:

Natürlich sind Kermit und Piggy nicht nur das wohl wunderbarste Paar in der Geschichte dieses Planeten, die beiden sind auch Medienprofis und wissen, wie man eine neue Show vermarkten muss. Die beiden werden wieder zueinander finden. Denn die Liebe, sie besiegt alles.

Ich hoffe, dass es sich nicht nur um einen Marketinggag handelt, sondern Kermit endlich den Mut gefunden hat, „die Sau rauszulassen“ (aus der Beziehung und danach in seinem Singleleben). Immerhin scheint er bereits etwas neues zu haben:

Eine andere Erklärung lieferte Muppets-Produzent Bill Prady, der erklärte, dass die neue Freundin von Kermit in der Marketingabteilung des Fernsehsenders ABC arbeiten würde, der die Talkshow mit Miss Piggy vom 22. September an ausstrahlen wird. Da ist sie, die Hoffnung, dass die Liebe am Ende doch obsiegen wird.

Kermit, du bist der erfolgreichste Frosch der Welt. Du hast dich gut gehalten:

Kermit der Frosch

Kermit der Frosch

Die Welt steht dir offen! Genug Frauen wollen einen erfolgreichen Kerl. Du bist eine Marke,  du produzierst eine erfolgreiche Show, es gibt keinen Grund so schüchtern zu sein. Sei kein Frosch und traue dich auszubrechen. Eine Sau als Freundin mag auch Vorteile haben, aber nicht, wenn sie sich unter aller Sau verhält und dich nicht akzeptiert und respektiert. Du kannst neues Glück finden – und wenn du es gefunden hast, dann nutze doch die Zeit, ein Buch über deine Erfahrungen in einer mißbräuchlichen Beziehung mit Gewalt gegen dich als Mann zu schreiben oder andererweitig darüber zu berichten.

Das Thema braucht mehr Aufmerksamkeit. Und du bist derjenige, der sie ihm geben kann. Ich wünsche dir alles Gute!

 

 

„Jede dritte Frau wird Opfer körperlicher Gewalt“

Der Spiegel berichtet über eine Studie zur Gewalt gegen Frauen:

Es passiert in allen Ländern, allen Kulturen, allen Schichten: Einer Studie der Weltgesundheitsbehörde zufolge werden Frauen viel öfter Opfer sexueller und überhaupt physischer Gewalt als bisher vermutet. Die WHO spricht von einem „epidemischen Ausmaß“ der Brutalität.

Zu den Zahlen:

Zu den Ergebnissen der weltweiten Studie gehört, dass Frauen weit öfter sexuellen und anderen Brutalitäten durch ihre eigenen Ehemänner ausgesetzt sind als durch fremde Vergewaltiger. „Gewalt innerhalb von Beziehungen ist die am meisten verbreitete Gewalt gegen Frauen, betroffen sind 30 Prozent aller Frauen weltweit“, erklärte die WHO. Zudem sei bei 38 Prozent aller Frauen, die Opfer von Morden werden, der aktuelle oder ehemalige Partner der Täter. 7,2 Prozent aller Frauen werden der Studie zufolge Opfer sexueller Gewalt durch andere Menschen als ihre Beziehungspartner.

Die Studie selbst findet man hier. Bei solchen Studien interessant ist immer die Definition der Gewalt:

gewaltbegriff

Die Definition von Gewalt ist schon reichlich ungenau: Geschubst werden oder etwas anderes was weh tut. Das ist verdammt unbestimmt. Und bei der sexuellen Gewalt ist der Punkt, dass man Sex hat, weil man Angst hat was der Partner sonst tut, problematisch, da dies auch fremdgehen oder Schluss machen umfassen würde. Es fehlt insoweit eine Einschränkung auf erwartete Gewalt.

Lebenszeit Gewalt

Gewalt Alter

Europa hat also im Verhältnis noch eine recht geringe Gewalt. Zudem geht es um die Wahrscheinlichkeit über die Lebenszeit. Da erscheint mir die Zahl – auch wenn Gewalt nie gut ist – auch angesichts des ausgedehnten Gewaltbegriffs noch relativ gering.

Was leider fehlt ist der direkte Vergleich mit den Männern.

Frauenhaus

Meine Erfahrungen mit Frauenhäusern sind relativ beschränkt.

Da wäre einmal das Gespräch mit einem Bekannten, der erzählte, dass sich seine Frau von ihm getrennt hatte und mit dem Kind ins Frauenhaus gezogen ist. Etwas alamiert fragte ich, ob sie ihm irgendwas vorwirft und es eine schmutzige Trennung wird. Er erwiderte, dass man auch einfach so ins Frauenhaus ziehen könne, es brauche nichts besonderes vorgefallen zu sein.

Das zweite war ein Stand, an dem Geld für ein Frauenhaus gesammelt und gegen Kürzungen der Zuschüsse protestiert wurde. Ich habe mich mit den Damen am Stand kurz unterhalten und es ging wohl darum, dass Zuschüsse gekürzt worden waren, weil man keinen vernünftigen Rechenschaftsbericht übersandt hatte. Das erschien mir verständlich, den Damen hingegen nicht. Eine Kürzung beim Frauenhaus sei eine Maßnahme GEGEN FRAUEN und würde GEWALT GEGEN FRAUEN unterstützen. Die Kürzung sei damit bereits unabhängig vom Grund frauenfeindlich.

Diese beiden Erfahrungen lassen mich etwas skeptisch bezüglich der Institution Frauenhaus sein.

Die Frage ist, ob das Konzept des Frauenhauses noch zeitgemäß ist.

Der ursprüngliche und löbliche Zweck ist es den Frauen, die über kein eigenes Einkommen verfügen, eine Zufluchtsstätte gegen Gewalt durch ihre Ehegatten oder Partner zu bieten, an den sie mit ihren Kindern fliehen konnten. Gerade da die Kinder ansonsten häufig nicht mitgenommen werden konnten bestand so gesehen die Gefahr, dass die Frau keine Möglichkeit sieht Drangsalierungen zu entkommen.

Diese Situation war sicherlich zu einem früheren Zeitpunkt auch wesentlich akuter und dringender.

Heute ist zu bedenken, dass Frauen häufig über eigenes Einkommen verfügen und zudem auch andere Möglichkeiten haben als auszuziehen, beispielsweise eine Zuweisung der Wohnung an sie.

Zudem ist zu bedenken, dass häusliche Gewalt im gleichen Masse von Männern und Frauen ausgeübt wird und die Tage, wo lediglich die Frau das Opfer war, vorbei sind. Der Mann mag stärker sein, aber das kann durch die Verwendung von zB Schlaggegenständen und eine höhere Aggressionsbereitschaft schnell ausgeglichen werden. Hinzu mag das Wissen des Mannes und der Frau kommen, dass man im Zweifelsfall nicht glauben wird, dass sie Gewalt gegen ihn ausgeübt hat und er sich nur gewehrt hat, sondern eher der umgekehrte Sachverhalt zugrunde gelegt werden wird.

Eine einseitige Unterstützung von Frauen erscheint dann aber wenig gerecht, insbesondere bei einer Bezuschussung über öffentliche Gelder.

Die zweite Frage, die sich mir stellt, ist die inwieweit ein reines Frauenhaus erforderlich ist. Heutzutage braucht man keine sittliche Geschlechtertrennung mehr und es ist vorstellbar, dass auch Männer mit Kindern ausziehen wollen und einen Ort brauchen, an denen sie vorrübergehend wohnen können. Eine Frau, die von ihrem Mann geschlagen wurde, hat auch kein Recht darauf, andere Männer zu verteufeln und einen männerfreien Schonraum zu bekommen, weil Männer nicht allesamt Schläger sind. Im Gegenteil, ihr deutlich zu machen, dass Hass gegen eine Gruppe auch dann sexistisch ist, wenn eine Person aus dieser Gruppe ihr etwas angetan hat, wäre wohl eher der richtige Weg. Männer oder Frauen, die meinen gegen die Regeln des Hauses verstoßen zu können, können unabhängig von ihrem Geschlecht des Hauses verwiesen werden. Ein geschlechterneutrales Haus würde insoweit auch „modernen Vätern“ das Leben dieser Rolle leichter machen.

Die Finanzierung des Hauses aus Steuergeldern wären meiner Meinung nach insbesondere in den Fällen zu hinterfragen, in denen Gründe für einen besonderen Schutz nicht vorliegen. Hier erfolgt meines Wissens nach bei Frauen ohne Einkommen eine Zahlung über die ARGE, bei Frauen mit Einkommen wird eine vergleichsweise geringe Tagesmiete gezahlt (ich habe etwas von 7 € pro Tag für die Frau und 4 € pro Tag für die Kinder gelesen).

Ein anderer Mißstand wäre es aus meiner Sicht, wenn diese Frauenhäuser ideologisch geleitet sind und dort Männerhass verbreitet wird. Eine Stelle, die öffentliche Zuschüsse erhält, sollte dazu verpflichtet sein, eine gewisse Neutralität walten zu lassen, soweit dies möglich ist. Einem Frauenhaus, dass hiergegen deutlich verstößt, sollte meiner Meinung nach keine öffentlichen Mittel bekommen.

Ich schließe mit ein paar Fragen zu diesem Thema:

  • Warum ist nach eurer Meinung ein Zufluchtshaus gerade für Frauen erforderlich oder gerade nicht erforderlich?
  • Wie erfolgt die genaue Finanzierung und gibt es Haushaltspläne die einsehbar sind?
  • Welcher Anteil der Bewohner flüchtet tatsächlich noch vor Gewalt und Mißbrauch?
  • Und wäre es besser, wenn Zuschüsse von einer Flucht vor Gewalt und Mißbrauch abhängig gemacht werden oder drohen hier dann eher Falschangaben zur Erlangung der Gelder?
  • Worauf weichen Väter, die mit Kindern aus der Wohnung ausziehen hin aus?

Unterschiedliche Reaktionen bezüglich Gewalt gegen Männer bzw. Frauen

Gerade über Arne Hoffmann dieses Video gefunden.

 

Ich denke die verschiedene Reaktion hängt auch damit zusammen, dass Männer stärker sind und daher davon ausgegangen wird, dass er sich wehren kann. Was angesichts strenger Gesetze dann wieder problematisch wäre. Zudem dürfte auch hier hineinspielen, dass eine Mann eher eine eigene Entscheidung trifft, wenn er Gewalt in dieser Form „entgegennimmt“ als bei einer Frau. Dies dürfte dazu beitragen, dass bei den Passanten eher de Eindruck entsteht, dass er „es verdient hat“.

Frauen zu schützen ist eine Eigenschaft, die der sexuellen Selektion unterlegen haben dürfte. Denn Frauen reagieren allgemein auf Männer, die Schutz versprechen. Im Pickup gilt „Protector of loved ones“ als Attractionswitch, kann also sexuelle Anziehung, Attraction, bewirken. (Gleichzeitig sind natürlich auch Anführereigenschaften und Status verbunden mit Dominanz Eigenschaften, die der sexuellen Selection unterliegen).

Wenn eine Frau sich „traut“ ihren Mann zu schlagen dann wird dies von uns anders bewertet als ein Mann der eine Frau schlägt. Wir gehen davon aus, dass sie eher „einen Grund hat“ so etwas gefährliches zu machen, weil dies in der Steinzeit tatsächlich noch gefährlich war (heute würde er, wenn er zurückschlägt, wahrscheinlich derjenige sein, der negative Konsequenzen erleidet).

Zumal eine Einmischung ein größerer Statusverlust für den Mann sein könnte als die Handlungen der Frau. Es würde ja implizieren, dass er sich nicht wehren könnte. Dies wiederum könnte ein eingreifen wiederum gefährlich machen. was vielleicht auch Leute dazu veranlasst, nicht einzugreifen. Bei einer Frau ist ein solcher Statusverlust nicht gegeben, wenn sie Hilfe erhält.

Damit will ich das Verhalten nicht entschuldigen. Ähnlich wie beim Fremdgehen ist es immer noch eine freie Entscheidung der jeweiligen Person,

Ich will aber die Überlegung in den Raum werfen, dass die Bewertung der Personen nicht so leicht zu ändern sein wird, weil sie Grundlagen haben könnte.