Junge von Mutter als Mädchen erzogen, beim Wechsle zum Vater zeigt er wieder klassisches Jungenverhalten

Der „Guardian“ berichtet von einem interessanten Fall:

A seven-year-old boy who was “living life entirely as a girl” has been removed from his mother’s care after a ruling by a high court judge.

Mr Justice Hayden said the woman had caused her son “significant emotional harm”, and he criticised local authority social services staff responsible for the youngster’s welfare.

The judge said the woman had been “absolutely convinced” the youngster “perceived himself as a girl” and was determined that he should be a girl. He said the boy was now living with his father, who is separated from the woman. The youngster still saw his mother.

Hayden said “flares of concern” had been sent from a “whole raft of multi-disciplinary agencies”, and he could not understand why so many concerns had been “disregarded so summarily” by social services staff.

The judge said social services staff had “moved into wholesale acceptance that [the boy] should be regarded as a girl”. He said he wanted the council to undertake a review of the “social work response” to the case. A council spokesperson said bosses had already begun a review.

(…)

The boy’s mother “told me that [he] was ‘living in stealth’ by which was meant, she explained, that he was living life entirely as a girl”, said Hayden. “He dressed, at all times, like a girl and, it transpired, had been registered at a new general practitioner’s as a girl.”

The judge added: “I was also left in no doubt that [the mother] was absolutely convinced that [the boy] perceived himself as a girl.” Hayden said his “overwhelming impression” was that the woman “believes herself to be to fighting for [her son’s] right to express himself as a girl”.

He said the woman had told him that the boy “expressed disdain for his penis”. He added: “I consider that [the mother] has caused significant emotional harm to [her son] in her active determination that he should be a girl.”

Hayden said the boy had settled well in the care of his father and his father’s partner. “I have been told that [the father] and his partner were shocked when they first saw [the boy] by the extent to which he appeared to be a girl, both in appearance and in mannerism,” said the judge. “However, what is striking is how well [the boy] has settled down.”

The judge added: “I have noted from reports that the boy] has become interested in Power Rangers, SpongeBob, superheroes and is constantly finding new interests … It is striking that most of [the boy’s] interests are male-oriented.

“I am entirely satisfied, both on the basis of the reports and [the father’s] evidence at this hearing, that he has brought no pressure on (the boy) to pursue masculine interests. [The boy’s] interests and energy are entirely self-motivated.”

Natürlich hat die Mutter genau das Selbe angeführt: Ihr Kind würde sich eben ganz von sich aus gerne wie ein Mädchen benehmen.

Insofern ist die nunmehrige Umstellung nicht sehr aussagekräftig. Wenn es aber tatsächlich so war, dass er sich schlicht den Erwartungen seiner Mutter anpassen musste, weil er ja nun einmal bei ihr lebte, dann wäre das tatsächlich bitter.

Bei der Eltern-Kind-Entfremdung  merken die Kinder, dass der Elternteil, bei dem sie wohnen, glücklich ist, wenn sie den anderen Elternteil ablehnen. Sie merken die negativen Gefühle des Elternteils gegenüber dem anderen Elternteil und die Traurigkeit, die der andere fühlt, wenn man den Elternteil nicht doch ablehnt. Vielleicht wird dazu noch mit Belohnung und Bestrafung gearbeitet – das Lieblingsessen wenn man erzählt wie schrecklich es beim Papi war, das Essen, was man nicht mag, lieblos auf den Teller geklatscht und mit Schweigen und ignorieren garniert, wenn man ein schönes Wochenende hatte.

Gleiche Effekte kann man natürlich auch einsetzen, wenn man sich wünscht, dass das Kind nicht etwa ein Junge ist, sondern zumindest transgender.

Es gilt der alte Spruch, dass man jeder radikalen Feministin einen Jungen wünscht, aber keinen Jungen eine radikale Feministin als Mutter.

Rosa Brotdosen und geschlechterabweichende Erziehung

Bei der Mädchenmannschaft beschreibt Melanie ihre Versuche ihren Sohn geschlechterneutral zu erziehen:

Sie macht ihm morgens sein Brot für den Kindergarten:

Ich lege also das Brot und seine halbe Banane wie jeden Morgen in die heißgeliebte, rosa Brotdose. „Ich will die rosa Brotdose nicht mehr mitnehmen!“

Das kommt unerwartet. Erst neulich hatte er gesagt, die anderen Kinder würden ihn auslachen oder sagen, er sei ein Mädchen. Ich bin dann zu seiner Erzieherin gegangen und habe sie drauf angesprochen. Sie selbst war verwundert und versprach, das Thema in der Morgenrunde noch mal anzusprechen.

Nun war ich bei dieser Morgenrunde nicht dabei. Minime kam nachmittags fröhlich auf mich zu gerannt und sagte: „Mama, Jungs dürfen auch rosa Brotdosen haben!“ (Dass sein Papa und ich das vorher auch gepredigt haben und ich ein kleines bisschen meine Autorität schwinden sah, weil die Worte der Erzieherin wohl mehr Einfluss haben als meine, lasse ich mal außen vor.

Zunächst erst einmal: Das rosa eine Jungsfarbe ist ist durchaus ein soziales Konstrukt, welches auch andersherum sein könnte. Zwar scheinen Frauen eine gewisse biologisch bedingte Vorliebe zu haben für bestimmte Farben, diese könnte man aber sicherlich dennoch auch Männern kulturell zuordnen.

Und: Es kann auch seinen Wert haben Kindern beizubringen, dass sie machen können, was sie wollen und zu bestimmten Vorlieben stehen können.

Andererseits finde ich es auch unfair, Kinder kämpfe austragen zu lassen, die für einen selbst, aber nicht für das Kind wichtig sind.

Ich bezweifele, dass man das Kind nicht auch für eine gänzlich andersfarbige Brotdose hätte begeistern können. Es mag sein, dass ihm in einem bestimmten Alter die farbliche Zuordnung als Mädchenfarbe noch unbekannt und egal war, er ist ja noch sehr jung, aber wie man merkt nimmt er sich ja (natürlich) als Junge wahr, sonst würde er nicht anführen, dass er als Junge ruhig die rosa Dose haben kann.

Wie wird da eigentlich das Rosa bewertet? Denn die reine Zuordnung „Mädchen rosa/Jungs blau“ an sich ist ja erst einmal nur eine einzige Regel, die für sich alleine genommen vollkommen unschädlich ist. Würden wir einfach nur einen Farbcode befolgen, sagen wir mal um potentielle Sexualpartner identifizieren zu können, uns aber ansonsten vollkommen gleich verhalten, wäre es ein feministisches Paradies.

Demnach bliebe der Gedanke, dass Rosa die „Einstiegsdroge“ ist, an der sich alles andere festmacht, aber auch das scheint mir schlicht sehr unwahrscheinlich, denn sonst würde er sagen, dass er wegen seiner rosa Brotdose nunmehr als Mädchen behandelt wird oder etwas ähnliches. Er bleibt aber recht offensichtlich Junge und deswegen gelten bestimmte Regeln für ihn, die aus seiner Gruppenzugehörigkeit folgen und die ist so oder so eben als Junge eindeutig. Rosa wird auch wahrhaftig nicht das einzige sein, was er ansonsten anders macht.

Insofern scheint mir die Farbe Rosa eher einen Symbolcharakter zu haben, an dem stellvertretend die Einteilung in Geschlechter bekämpft wird.

Es geht wie folgt weiter:

Ich dachte, damit hätte sich die Sache erledigt. Aber dem war wohl nicht so. Wie gesagt, ich weiß nicht genau, wie die Erzieherin an die Sache gegangen ist. Vielleicht hat sie so was gesagt wie: „Wisst ihr Kinder, es gibt keine Jungs- oder Mädchenfarben. Jeder darf jede Farbe haben“. Das hat dann vermutlich den gleichen pädagogischen Effekt, wie wenn ich meinen Kindern das Zähneputzen predige: Nachhaltigkeit gleich null. Die Botschaft kam offensichtlich nicht bei allen Kindern an.

Und da stand ich nun am Montag morgen vor einem verzweifelten und enttäuschten Jungen, der Angst hat seine heißgeliebte rosa Brotdose mit in den Kindergarten zu nehmen. Alles Zureden half nicht: „Schatz, Du weißt doch, dass rosa ne super Farbe ist, für alle Kinder! Und wenn Dich jemand ärgert, dann ist das schlechtes Benehmen und Du kannst der Erzieherin Bescheid sagen.“

Hat das mal bei eine_m von Euch funktioniert? Dass das Kind damit umgestimmt wird? Ich packte also sein Butterbrot in eine andere Dose und brachte ihn zum Kindergarten.

Finde ich schon interessant, dass sie das Kind für einen vollkommen aussichtslosen Kampf gewinnen will, in dem dann die anderen Kinder umerzogen werden sollen. Interessant auch, dass sie gar nicht sich selbst hinterfragt, warum es so wichtig ist, dass das Kind mit eine rosa Brotdose den Kampf kämpft. Ob sie wirklich meint, dass es ihm damit besser geht? Ich bezweifele, dass er die rosa Brotdose sehr vermissen wird. Immerhin gut, dass sie dann einsieht, dass das Kind nicht mehr will.

Und jetzt sagt mir noch mal, dass die Gesellschaft keine Rolle spielt? Dass alles angeboren sei, was Mädchen zu Mädchen und Jungen zu Jungen macht. Immer wenn Eltern sagen: Also wiihir erlauben unseren Söhnen auch mit Puppen zu spielen oder unseren Mädchen mit Autos“ muss ich an Szenen denken wie

  • die Mama in der Krabbelgruppe, die vor Entzückung quietscht, weil ihre 18 Monate alte Tochter ihre Schuhe holt und gleich noch ein paar andere die dort rumstehen mit. „Sie steht auch schon auf Schuhe, ganz die Mutter“
  • der Vater auf dem Bolzplatz, der mit seinem zwei Jahre alten Sohn Tore schießt, während die ca. vierjährige Tochter am Rande steht und sehnsüchtig zu den Beiden rüber schaut, aber nicht dazu gerufen wird.

Natürlich können wesentliche Unterschiede, etwa die Vorliebe für bestimmtes Spielzeug dennoch angeboren sein. Etwa wenn tatsächlich bestimmte Unterschiede vorhanden sind und insoweit festgestellt werden. Wobei das eben nicht binär ist: Natürlich kann auch ein Mädchen Fußball spielen wollen, gerade wenn es andere machen und dabei Spass haben. Es geht eben nicht um absolute Unterschiede, sondern um relative.

Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht von anderen Eltern im Kindergarten, auf dem Spielplatz, im Turnverein oder bei der Krabbelgruppe Sätze höre wie „typisch Mädchen/Junge“.

Was eben auch daran liegen könnte, dass sich viele Kinder in der Tat sehr typisch für ihr Geschlecht verhalten.

Wenn ich mich daran zurück erinnere, wie ich Überzeugungsarbeit leisten musste, damit Minime eine Puppe und einen Puppenwagen bekommt. Oder mal was aus der Elfen- und Feen-Serie von Playmobil, nicht nur Ritter und Piraten. Oder als beim Kindergeburtstag die Seifenblasen mit Cars-Motiv automatisch in seinem GoodieBag landen, obwohl er viel lieber die Eiskönigin gehabt hätte.

Ich bin gespannt, wie Minime sich entwickelt. Momentan werden ihm viele Geschlechterklischees noch relativ egal sein, richtig interessant wird es wenn Hormone, Interesse am anderen Geschlecht etc dazukommt. Mich würde auch interessieren, ob sie sich bewußt ist, dass sie selbst eine Beeinflussung ist und eben keineswegs geschlechterneutral. Im Gegenteil, man merkt ja bereits in diesem kurzen Artikel, wie offensichtlich froh sie ist, wenn er ein „unmännliches Spielzeug“ verwendet und wie sehr sie ihn in die Richtung beeinflusst. Ihm wird es aus meiner Sicht nicht schaden, dass er mit einer Eiskönigin spielt, aber ich vermute mal, dass es mit steigenden Alter immer uninteressanter für ihn sein wird. Sie wird dann aufstöhnen, dass die Gesellschaft gewonnen hat und es als Bestätigung sehen.

David zu „geschlechterneutraler Erziehung“ und dem biologischen Geschlechterunterschieden

Ein Kommentar von David sollte noch einmal etwas mehr Raum bekommen:

Ich mache mal den biologistischen Geschichtenerzähler für heute:

Gestern habe ich mich bei einer kleinen Feier mit 2 jungen Muttis unterhalten, beide Psychologinnen. Beide wurden von ihren Kindern erstaunt, wieviel Eigeninitiative und Mitwirkung sie an ihrer eigenen Entwicklung zeigen, wieviel Charakter, Temperament und “Persönlichkeit” die Kinder mitzubringen scheinen und wie unterschiedlich Geschwister selbst bei gleichem Erziehungsstil sein können.

Nicht nur stellen Mütter große Unterschiede zwischen Energielevel und Ängstlichkeit fest, sondern auch die sprachliche wie motorische Entwicklung zeigt bekanntlich eine große Varianz, bis hin zu den Präferenzen, die schon von frühester Kindheit an unterschiedlich sind.

Eine der beiden meinte, sie war “geschockt”, als ihr Sohn ausschließlich zu Jungsspielzeug griff, obwohl sie peinlich genau darauf geachtet habe, dass ihm Spielzeug nicht als etwas geschlechtstypisches begegnet. Wenn man ihm Puppen gebe, spiele er damit “Auto” mit gezielten Unfällen. Seit sie nebst einer Tochter einen nun 2-jährigen Sohn hat, ist sie vollkommen von ihren früheren gendertheoretischen Überzeugungen abgekommen (ich hatte sie glaube ich schon mal erwähnt). Diesen Sinneswandel erleben ja viele Mütter von Söhnen, die bekannteste ist wohl Susan Pinker.

Beide fanden es jeweils sehr entlastend, dass sich “das Gerede vom unbeschriebenen Blatt” als völliger Unsinn entpuppt, und somit auch nicht jedes Defizit oder jedes auffällige, untpyische Verhalten der Erziehung geschuldet ist. Kinder kommen – auch geschlechtsunabhängig – mit bisweilen weit unterschiedlichen Verhaltensdispositionen zur Welt. Es gibt wohl kaum eine Mutter, die etwas anderes sagen würde (man kann natürlich entgegen halten, dass Mütter wie Väter auch Persönlichkeit in ihren Kindern sehenwollen…nur stimmt diese längst nicht immer mit den eigenen Wünschen überein)

Dies ist selbstverständlich empirisch längst unstrittig nachgewiesen. Die Varianz der Verhaltensdispositionen ist ein Fakt, ist real.

Lassen wir ausgehend von der Tatsache, dass Kinder generell mit unterschiedlichen Dispositionen zur Welt kommen, mal alle “Klischees” beiseite. Blenden wir aus, dass Geschlechter (Gender) mit allen möglichen Erfahrungen und Vorstellungen verbunden sind, wie unterschiedlich und in Abgrenzung voneinander sie sich verhalten. Tun wir so, als wüssten wir davon nichts, als hätten wir von diesen “Stereotypen”, die das ordnendste Prinzip unserer sozialen Umwelt sind (weswegen es die erste und wichtigste Information ist, die wir intuitiv über einen Menschen in Erfahrung bringen wollen), noch nie gehört.

Dann muss man sagen, gibt unser Wissen über die grundlegende Biologie der Geschlechter es absolut her, dass die Varianz der der frühkindlichen Verhaltensdispositionen mit diesem zusammenhängt.
Wenn Kinder unterschiedlich sind, ist es mehr als nur naheliegend, dass ein Teil der Unterschiede damit zusammenhängt, dass noch nicht mal alle die gleichen 46 Chromosomen haben. Dass nur die beiden verschiedenen Gonosomen-Sets gegenseitig miteinander zur Reproduktion kompatibel sind, aber niemals (!) 2 gleiche Sets (22+XX /22 + XY) untereinander.

Nun zeigen diese phänotypischen Ausprägungen recht starke dimorphe Unterschiede (von größtenteils sich nicht reproduzierenden Pathogenen mal abgesehen), von Geschlechtsorganen, über (Hormon-)Stoffwechsel, bis hin zur Neurophysiologie. Unser Wahrnehmungsapparat ist außerdem ganz offensichtlich sehr stark auf die Detektion dieser Dimorphismen optimiert, er kommt auf einen Präzisionsgrad von 99% in wenigen Millisekunden allein bei Betrachtung des wenig dimorphen Gesichts (!).

Anhand evolutionärer Betrachtungen (die ich jetzt mal nicht ausführe) ist es nun sehr leicht plausibel zu machen, dass unterschiedliche Selektionsdrücke hier eine dimorphe, teilweise auch nur quantitativ unterschiedliche Entwicklung bedingt haben und dass diese sich (so wie bei den meisten Tierarten) auch in unterschiedlichen Verhaltensdispositionen niederschlägt. Bei den meisten Säugetieren ist nicht nur das Fortpflanzungsverhalten betroffen, sondern es findet auch eine Rollensegregation statt, insbesondere auch bei den artverwandten Primaten.
Das Wissen über die Wirkung von Hormonen macht diese unterschiedlichen Verhaltensdispositionen ebenfalls mehr als wahrscheinlich.

Was erwarten wir nun ausgehend von diesem Wissen von unserer sozialen Realität, die wir bisher ausgeblendet haben?

Werfen wir mal einen Blick aus dem Fenster:
Oh Schreck, die Geschlechter verhalten sich tatsächlich sehr unterschiedlich. Wie der mikroskopische Blick auf die Chromosomen vermuten lässt, ist das Geschlecht die aussagekräftigste menschliche Variable zur Vorhersage von Verhalten. Alle Kulturen, selbst sehr isoliert voneinander entwickelte, gestalten diese weitläufig aus, mit großer Variablität aber auch überwältigenden Gemeinsamkeiten über Geschichte und Kultur hinweg.
Die Geschlechter verhalten sich so geschlossen unterschiedlich, dass laut Genderfeministinnen keines der XY-Individuen von einem spezifischen, recht variantenreichem Verhalten (sexistische Diskriminierung) betroffen sein kann. Dass gleichzeitig geschlossen alle XY-Individuen von einem spezifischen Verhalten (rape) profitieren.
Bücher, die diese vielfältigen Unterschiede behandeln, sind Bestseller.
Keine Feministin wird abstreiten, dass Geschlecht in der sozialen Realität eine wesentliche, wenn nicht DIE entscheidende Rolle spielt.

Ist diese Beobachtung konsistent mit unserer Hypothese? Ja, eindeutig.

Ist sie damit formal verifiziert? Nein.

Aber ist denn so verbohrt, überhaupt noch mehr als diese Empirie zu benötigen, um die These zu verwerfen, dass es diese Verhaltensdispositionen nicht gibt? Dass die Unterschiede alle kulturell _entstanden_ sind, noch bevor sie genetische Spuren hinterlassen haben könnten?

Einige Sozialkonstruktivisten sind es. Und komischerweise hören wir ihnen auch noch interessiert zu.

Genderneutralität in Schweden

Das sind irgendwie die Artikel, bei denen man sich nicht ganz sicher sind, ob sie Satire sind:

Many are pushing for the Nordic nation to be not simply gender-equal but gender-neutral. The idea is that the government and society should tolerate no distinctions at all between the sexes. This means on the narrow level that society should show sensitivity to people who don’t identify themselves as either male or female, including allowing any type of couple to marry. But that’s the least radical part of the project. What many gender-neutral activists are after is a society that entirely erases traditional gender roles and stereotypes at even the most mundane levels.

Activists are lobbying for parents to be able to choose any name for their children (there are currently just 170 legally recognized unisex names in Sweden). The idea is that names should not be at all tied to gender, so it would be acceptable for parents to, say, name a girl Jack or a boy Lisa. A Swedish children’s clothes company has removed the „boys“ and „girls“ sections in its stores, and the idea of dressing children in a gender-neutral manner has been widely discussed on parenting blogs. This Swedish toy catalog recently decided to switch things around, showing a boy in a Spider-Man costume pushing a pink pram, while a girl in denim rides a yellow tractor.

 The Swedish Bowling Association has announced plans to merge male and female bowling tournaments in order to make the sport gender-neutral. Social Democrat politicians have proposed installing gender-neutral restrooms so that members of the public will not be compelled to categorize themselves as either ladies or gents. Several preschools have banished references to pupils‘ genders, instead referring to children by their first names or as „buddies.“ So, a teacher would say „good morning, buddies“ or „good morning, Lisa, Tom, and Jack“ rather than, „good morning, boys and girls.“ They believe this fulfills the national curriculum’s guideline that preschools should „counteract traditional gender patterns and gender roles“ and give girls and boys „the same opportunities to test and develop abilities and interests without being limited by stereotypical gender roles.“

Die Folgen werden immerhin auch dargestellt:

Ironically, in the effort to free Swedish children from so-called normative behavior, gender-neutral proponents are also subjecting them to a whole set of new rules and new norms as certain forms of play become taboo, language becomes regulated, and children’s interactions and attitudes are closely observed by teachers. One Swedish school got rid of its toy cars because boys „gender-coded“ them and ascribed the cars higher status than other toys. Another preschool removed „free playtime“ from its schedule because, as a pedagogue at the school put it, when children play freely „stereotypical gender patterns are born and cemented. In free play there is hierarchy, exclusion, and the seed to bullying.“ And so every detail of children’s interactions gets micromanaged by concerned adults, who end up problematizing minute aspects of children’s lives, from how they form friendships to what games they play and what songs they sing.

Es ist ja eigentlich ein interessantes Experiment, wenn mir auch die daran teilnehmenden Kinder leid tun, die nicht mehr einfach spielen können, weil das sexistisch ist.

Ich denke es wird herauskommen, dass es alles nichts bringt.

Aber man wird sehen

vgl. auch:

Das „haarige Biest“ und die richtige Erziehung

In einem Spiegelartikel feiert Silke Burmester Abschied „Adieu, haariges Biest„. Gemeint ist der Abschied vom Machomann hin zum modernen Mann.

Sie sieht den modernen Mann sehr positiv und findet es eine gelungene Erziehungsleistung der Mütter (wer sonst?):

Dank Eures Einsatzes, liebe Mütter, habt Ihr uns eine Gesellschaft beschert, in der der junge Mann als freundliches Wesen gilt, als empathiefähig und sensibel und nicht länger – wie es in dem Film „Manche mögen’s heiß“ heißt – als „schreckliches, haariges Biest“.

Gut, an manchen Stellen ist die Entwicklung über das Ziel hinausgeschossen – sicherlich hatte keine von Euch gewollt, dass ein Mann am Ende etwas ist, das in Röhrenhosen und mit Schlabbertuch in der Ecke der Bar steht, sich an seinem Grapefruit-Bier festhält und den Mund nicht aufbekommt. Oder auch, dass die jungen Frauen meinen, Männer seien nur noch zum Bestäuben gut, sonst aber nicht zu gebrauchen. Aber das sind Schrauben, an denen kann man drehen, das lässt sich über die Feinjustierung hinbekommen.

Nein, viel wichtiger ist doch, dass Euch genau das gelungen ist, was man den Herren jetzt zum Nachteil auslegen möchte: dass aus schrecklichen, haarigen Biestern Menschen männlichen Geschlechts geworden sind, die fähig und willens sind zu reflektieren. Die sich und ihr Handeln in Frage stellen, anstatt sich als gottgegebenes Geschenk zu wähnen, an dem es nichts auszusetzen gibt. Männer, die starke Frauen aushalten und wissen, dass ein weibliches Wesen anders anzufassen ist, als wenn man im Werkzeugkasten den 12er-Schlüssel sucht.

Ich finde es schön, wie sie darstellt, dass Frau kein Weichei, aber auch keinen Macho haben will. Reflektieren soll er, und wenn er das nicht hinbekommt, dann muss man eben noch etwas an ihm schrauben.

Interessant dann ihre Betrachtung der Erwartungshaltung der jungen Frauen an die Männer:

Nun mögen die jungen Frauen – Eure Töchter – sagen, diese Röhrenheinis seien nicht männlich genug. Es fehle die breite Brust, und ein wenig Mackertum ist doch eigentlich ganz schön. Dass sie überhaupt in der Lage sind, dies sagen zu können, geht gleichfalls auf Euer Konto, denn Ihr habt nicht nur die Jungs auf einen guten Weg gebracht, sondern auch die Mädels. Noch nie gab es eine Generation Frauen, die so selbstbewusst war. Die so autonom und unabhängig dasteht und die Möglichkeiten hat, sich aus der Macht des Patriarchats zu befreien und eine neue, eine gleichberechtigte Gesellschaft zu formen. Nicht zuletzt, weil die Wirtschaft nicht länger auf Sozialkompetenz und beste Abschlüsse verzichten kann.

Das finde ich etwas widersprüchlich. Zum einen sollen die Männer keine Machos mehr sein, zum anderen spricht aber nichts dagegen die Frauen dazu zu erziehen, einen Macho zu wollen. Sie stellt die Anforderungen der Mädels dar, stellt sie aber nicht in ein Verhältnis zu den Männern, die diesen Anforderungen schließlich ausgesetzt sind (ebenso wie andersherum). Hier hätte sie meiner Meinung nach zumindest den Widerspruch in ihrer Betrachtung der jungen Frauen und den Anforderungen an den Mann auflösen müssen.

Etwas geht sie das Problem in diesem Absatz an:

Zugegeben, wir müssen an die Schwachstellen noch mal ran: also die Jungs ein wenig zurückpfeifen und sie eine Balance zwischen Reflexionsvermögen und Männlichkeit finden lassen und den Mädels mitgeben, dass das Leben kein Hollywood-Film ist, kein Traum, in dem alles möglich ist. Und vor allem, dass eine breite Männerbrust die Ergänzung zur weiblichen Autonomie sein kann, nicht aber die Alternative.

Also der Bausatz ist noch nicht ganz ausgereizt: Anscheinend will sie die Männer dann doch wieder etwas männlicher, die Frauen sollen auch etwas mehr im Leben stehen und nicht von zu männlichen Männern träumen, sondern lieber ihre weibliche Autonomie wahren. Nur noch ein paar Schraubeinheiten und der neue Mensch ist fertig!

Etwas überrascht war ich dann noch von ihrem Literaturverweis:

1988 hat die Politikwissenschaftlerin und Autorin Katja Leyrer in ihrem Buch „Hilfe! Mein Sohn wird ein Macker“ die damalige Jungengeneration betreffend folgende Bedenken geäußert: „Ob sich bei ihnen schon ein Unterschied zeigen wird zu den Männern, mit denen wir uns heute abplagen, wage ich zu bezweifeln.“ Das ist 24 Jahre her. Die damals Sechsjährigen sind heute 30. Hat doch bestens geklappt!, möchte ich Katja Leyrer und Euch, den Müttern ihrer Generation, sagen. Ihr könnt wirklich zufrieden sein!

Wirklich Frau Burmester? Katja Leyrer dafür danken, dass sie ihrem Sohn keine Freiheiten gelassen und versucht hat ihm das gefürchtete Mackertum auszutreiben? Die ihren 10jährigen Sohn zu  einem verunsicherten, stotternden, bettnässenden Kind gemacht hat, das zu Hause im Schatten seiner selbstbewussteren Schwestern steht, in der Schule und im Hort von Gleichaltrigen gemobbt wird und von ihr, der Mutter, keinerlei Solidarität und liebevolle Unterstützung erfährt?  Die schreibt:

„Und trotzdem: Wir müssen den Söhnen die Privilegien nehmen! Wir können nicht Männermacht bekämpfen und die Augen vor den eigenen Söhnen verschließen. Wir haben keine neutrale Wesen an unseren eigenen Busen genährt, sondern die Patriarchen von morgen, wenn wir ihnen diese Sicherheit nicht rauben. Wir müssen unseren männlichen Kindern etwas wegnehmen, sie unterdrücken. Das tut weh.“

Sie sagt offen, daß sie keinerlei Solidarität mit ihrem Jungen emfinden könne, wenn dieser einmal Stärke und Durchsetzungsvermögen an den Tag legt. Die Entwicklung des Sohnes zum Mann bedrohe sie „existenziell. Sie selbst sagt, sie wolle nicht an der Stelle ihres eigenen Sohnes sein. Sie spricht darüber, wie ihr Sohn von anderen verlacht wird aufgrund seiner Mädchenhaftigkeit. (zitiert nach der Besprechung von Klaus Hegewald auf Amazon)

Und da sagen sie Danke?

Wo wir gerade dabei sind: Die Eltern, die das Geschlecht ihres Kindes geheim gehalten haben, damit es nicht durch die Gesellschaftsnormen in eine Richtung gedrängt wird, haben nun bei einem Alter von 5 Jahren bekannt gegeben, dass es ein Junge ist. Was zu erwarten war, denn so ein Experiment wird üblicherweise an einem Jungen durchgeführt werden, eben damit er kein Macker wird.

Aus dem „The Sun“-Bericht:

Beck Laxton, 46, and partner Kieran Cooper, 44, decided not to reveal baby Sasha’s gender in the hope it would let its ‚real‘ personality shine through.

They referred to it as „The Infant“ and only allowed their child to play with ‚gender-neutral toys‘ in their television-free home.

During the first five years of his life, Sasha has alternated between girls‘ and boys‘ outfits, leaving friends, playmates and relatives guessing. (…)

Sasha’s gender was almost revealed when he took to running around their garden naked, but Beck was resolute and encouraged him to play with dolls to hide his masculinity. (…) Sasha wears a ruched-sleeved and scalloped-collared shirt to school from the girl’s uniform list, and has been banned from sporting combat trousers. The youngster is also encouraged to wear flowery tops at weekends. (…)

„I just want him to fulfil his potential, and I wouldn’t push him in any direction. As long as he has good relationships and good friends, then nothing else matters does it?

Schon lustig, sie will ihn in keine Richtung drängen, aber er darf keine „Combat Trousers“ tragen, trägt Röcke zur Schule, soll mit Puppen spielen und darf nicht nackt durch den Garten toben. Aber sonst ist wirklich alles unproblematisch.

Der arme Kerl. Echte Freiheit hätte meiner Meinung nach darin bestanden, ihn einfach wählen zu lassen, was er möchte, ihm Spielzeug aller Art vorzusetzen und nichts dagegen zu haben, wenn er entweder mit der Puppe oder mit dem Traktor spielt. Ihn von den Extremen fernzuhalten, auch wenn er sie wählt, ist keine freie Erziehung.

Ich hatte schon ein paar Artikel zu dem Thema:

Ich bin auf das Kind in ein paar Jahren gespannt, wenn es (mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit aufgrund der Normalverteilung dieser Eigenschaften) ein ganz gewöhnlicher Junge von seinen Interessen her sein wird, weil er eben ein Junge ist. Bis dahin wird er aber einiges an Toben und Spielen nicht genutzt haben können und ich vermute auch weniger Umgang mit anderen Kindern gehabt haben, weil seine Eltern ja immer befürchten mussten, dass die ihn beeinflussen.

Das die feste Zuordnung zu einem Geschlecht auch so eine Rolle für das Kind spielt, dass es auch das Gefühl haben muss, diesen Bereich seiner Selbst zu erkunden und auszuprobieren, dass scheint ihnen nicht in den Sinn zu kommen. Ebenso wenig wie de Punkt, dass die Abgrenzung zum anderen Geschlecht auch ansonsten für ihn wichtig sein könnte. Er kann nicht geschlechtsneutral leben, was ihm spätestens dann bewusst werden wird, wenn er als pubertierender Junge eine Mädchenumkleide betritt. Und auch wenn er später mit Mädchen flirten will, dann wird er in einem Kleid seine Probleme haben. Weil unser Gehirn darauf gedrillt ist Anzeichen von Geschlecht aufzunehmen und dabei auch die kulturellen, erlernten Signale mit einbezieht. Das Geschlecht zu erkennen ist aus evolutionär leicht nachzuvollziehenden Gründen eine wichtige Eigenschaft, was es Transsexuellen schwer macht und zu vielen anderen Problemen führen kann, was aber dennoch nicht abschaltbar ist.

Die Eltern des Kindes mögen sich als Pionier fühlen, aber ich halte ihr vorgehen dennoch für falsch. Sein Kind wählen zu lassen halte ich immer für wichtig. Es sein Geschlecht verbergen zu lassen aber für sehr bedenklich.

vgl.:

Egalita Kindergarten und geschlechtsneutrale Erziehung

Ein Bericht über die Egalita Kindergarten in Schweden:

 At the „Egalia“ preschool, staff avoid using words like „him“ or „her“ and address the 33 kids as „friends“ rather than girls and boys.

Da dürfte die Sprechakttheorie sich bemerkbar machen, der ja auch Butler anhängt.

From the color and placement of toys to the choice of books, every detail has been carefully planned to make sure the children don’t fall into gender stereotypes.

Und wenn die ersten Jahrgänge durch sind wird man merken, dass sie sich entwickelt haben, wie alle anderen Kinder auch. Was wird die Lehre daraus sein?: „Die Gesellschaft ist zu stark, wir müssen noch mehr geschlechtsneutrale Räume bereitstellen.“

„Society expects girls to be girlie, nice and pretty and boys to be manly, rough and outgoing,“ says Jenny Johnsson, a 31-year-old teacher. „Egalia gives them a fantastic opportunity to be whoever they want to be.“

Was ironischer Weise dann bei Mädchen meist nett und hübsch sein ist und bei Jungs rau und aus sich herausgehend.

The taxpayer-funded preschool which opened last year in the liberal Sodermalm district of Stockholm for kids aged 1 to 6 is among the most radical examples of Sweden’s efforts to engineer equality between the sexes from childhood onward.

Breaking down gender roles is a core mission in the national curriculum for preschools, underpinned by the theory that even in highly egalitarian-minded Sweden, society gives boys an unfair edge.

Warum auch einen Blick über den Tellerrand werfen und mal die biologischen Theorien wahrnehmen. Aber nehmen wir das Konzept mal wie es ist: Da stellt sich doch die Frage, ob Mädchen schlechter gemacht werden als sie sind oder Jungen besser gemacht werden als sie sind und welche Eigenschaften genau den Vorteil für Jungen ausmachen. Wenn es einen Vorteil durch die Jungenrolle gibt, dann erzieht man diese ja quasi den Jungen weg, während die restlichen Jungs in der Gesellschaft den Vorteil behalten. Auch eine nette Sache für die Jungs. Vielleicht sollte man die Mädchen einfach direkt innerhalb der vorteilhaften Jungenrolle erziehen, dass sollte den Theorien nach ja keinen Unterschied machen. Das ganze vorteilhafte Abhärten und Hierarchien bilden kann sich dann doch bestimmt nur vorteilhaft auswirken.

To even things out, many preschools have hired „gender pedagogues“ to help staff identify language and behavior that risk reinforcing stereotypes.

Some parents worry things have gone too far. An obsession with obliterating gender roles, they say, could make the children confused and ill-prepared to face the world outside kindergarten.

Dann wäre es vielleicht für diese Eltern ratsam ihre Kinder in einen anderen Kindergarten zu stecken. Wobei es sich letztendlich wohl einfach nicht auswirken wird, sofern die Kinder tatsächlich frei wählen können.

„Different gender roles aren’t problematic as long as they are equally valued,“ says Tanja Bergkvist, a 37-year-old blogger and a leading voice against what she calls „gender madness“ in Sweden.

Those bent on shattering gender roles „say there’s a hierarchy where everything that boys do is given higher value, but I wonder who decides that it has higher value,“ she says. „Why is there higher value in playing with cars?“

Wer sagt denn überhaupt, dass darin ein höherer Wert liegt? Doch bisher eigentlich nur Tanja Bergkvist.

At Egalia — the title connotes „equality“ — boys and girls play together with a toy kitchen, waving plastic utensils and pretending to cook. One boy hides inside the toy stove, his head popping out through a hole.

Lego bricks and other building blocks are intentionally placed next to the kitchen, to make sure the children draw no mental barriers between cooking and construction.

Director Lotta Rajalin notes that Egalia places a special emphasis on fostering an environment tolerant of gay, lesbian, bisexual and transgender people. From a bookcase she pulls out a story about two male giraffes who are sad to be childless — until they come across an abandoned crocodile egg.

Nearly all the children’s books deal with homosexual couples, single parents or adopted children. There are no „Snow White,“ “Cinderella“ or other classic fairy tales seen as cementing stereotypes.

Die Wirkmacht der Märchen! Gäbe es sie nicht, wären wir alle schwul! Ich bin gespannt, wie vielen Kindern es hilft, ihre krankhafte Fixierung auf die Heterosexualität zu überwinden und homosexuell zu werden. Meine Vermutung: Genau so vielen wie im sonstigen gesellschaftlichen Schnitt.

Andererseits spricht nichts dagegen etwas gegen Homophobie zu machen. Aber muss es gleich so übertrieben sein, dass man gar keine Heterosexualität mehr zeigen kann?

Rajalin, 52, says the staff also try to help the children discover new ideas when they play.

„A concrete example could be when they’re playing ‚house‘ and the role of the mom already is taken and they start to squabble,“ she says. „Then we suggest two moms or three moms and so on.“

Egalia’s methods are controversial; some say they amount to mind control. Rajalin says the staff have received threats from racists apparently upset about the preschool’s use of black dolls.

But she says that there’s a long waiting list for admission to Egalia, and that only one couple has pulled a child out of the school.

Jukka Korpi, 44, says he and his wife chose Egalia „to give our children all the possibilities based on who they are and not on their gender.“

Bis auf den Jungs. Denn die Geschlechterrolle ist ja wie man oben gelesen hat für diese vorteilhaft?

Sweden has promoted women’s rights for decades, and more recently was a pioneer among European countries in allowing gay and lesbian couples to legalize their partnerships and adopt children.

Gender studies permeate academic life in Sweden. Bergkvist noted on her blog that the state-funded Swedish Science Council had granted $80,000 for a postdoctoral fellowship aimed at analyzing „the trumpet as a symbol of gender.“

Übersetze ich das richtig mit: „Die Trompete als eine Symbol des sozialen Geschlechts“? 80.000 €? Das Ergebnis lautet: „Sie ist phallusförmig und laut“. Das hauptsächlich Männer hineinblasen könnte Anlass für interessante Verwicklungen sein, aber es wird wohl nur als Hinweis auf ihren Penis zu sehen sein.

Jay Belsky, a child psychologist at the University of California, Davis, said he’s not aware of any other school like Egalia, and he questioned whether   it was the right way to go.

„The kind of things that boys like to do — run around and turn sticks into swords — will soon be disapproved of,“ he said. „So gender neutrality at its worst is emasculating maleness.“

Schön, dass es mal einer sagt.

Egalia is unusual even for Sweden. Staff try to shed masculine and feminine references from their speech, including the pronouns him or her — „han“ or „hon“ in Swedish. Instead, they’ve have adopted the genderless „hen,“ a word that doesn’t exist in Swedish but is used in some feminist and gay circles.

„We use the word „Hen“ for example when a doctor, police, electrician or plumber or such is coming to the kindergarten,“ Rajalin says. „We don’t know if it’s a he or a she so we just say ‚Hen is coming around 2 p.m.‘ Then the children can imagine both a man or a woman. This widens their view.“

Als Studie eigentlich ganz interessant. Ich bin auf die Ergebnisse gespannt. Vielleicht kann man es in 20 Jahren zusammen mit den Kibbuzversuchen als Beispiel dafür ausführen, dass die Geschlechterrollen ihren Ursprung in der Biologie haben.

Egalia doesn’t deny the biological differences between boys and girls — the dolls the children play with are anatomically correct.

Damit leugnen sie nur die offensichtlichen körperlichen Unterschiede nicht. Aber die Unterschiede im Gehirn (vgl hier generell und hier bezogen auf die Struktur) könnte man an Puppen eh nicht darstellen.

What matters is that children understand that their biological differences „don’t mean boys and girls have different interests and abilities,“ Rajalin says. „This is about democracy. About human equality.“

Doch haben sie. Auch gut erforschte Unterschiede. Natürlich nur im Schnitt. Bedingt sowohl durch pränatale Hormone, die das Gehirn „vorformatieren“ als auch durch die jeweiligen Hormonstände. Aber bei einer rein sozialwissenschaftlichen Betrachtung kann man das natürlich einfach ausblenden.

Vergleiche auch:

„Fun & Care“-Kindergarten und geschlechtssensible Pädagogik II

In dem Beitrag „„Fun & Care“-Kindergarten und geschlechtssensible Pädagogik“ wurde über die dortigen Praktiken diskutiert, allerdings war nach der Homepage vieles über den dortigen Ablauf unklar.

Ein Bericht bietet weitere Informationen:

Die BetreuerInnen ertappten sich immer wieder bei scheinbar banalen Alltags-„Fehlern“ wie ein unterschiedliches Begrüssen von Kindern nach dem Wochenende. Buben wurden gefragt, was sie am Wochenende gemacht haben, Mädchen für ein schönes neues Kleid gelobt. Wenn es darum geht, Spielsachen schnell einzuräumen, wendet sich das Personal automatisch an die Bereitwilligen, was natürlich meistens Mädchen sind. Vom Raumkonzept her haben die meisten Kindergärten eine Puppen- und eine Bauecke, in die sich das jeweils andere Geschlecht selten verirrt, auch wenn solche Besuche erwünscht sind. Zudem spielen die Buben in der Puppenecke in der Regel Vater, der weggeht, um zu arbeiten, oder sie sind der Hund. Bei Fun & Care gibt es solche Spielecken nicht, sondern der Zugang zu unterschiedlichen Spielsachen ist offen. Durch Puppenwickelkurse sind die Buben nun später sicher in der Lage, ihre eigenen Kinder perfekt zu wickeln. (…)

Zum Kindergartenangebot gehören auch empfehlenswerte Bücher, wobei sich auch in schönen Bilderbüchern Geschlechtsrollenstereotype verbergen können. Ein guter Anlass aber, die erzählte Geschichte mit den Kindern zu thematisieren und andere Verläufe vorzuschlagen. Wichtig war im Projekt auch, Sensibilität für Sprache zu wecken, wobei die Kinder mit Begeisterung mitmachten. Die Eltern wurden soweit möglich einbezogen und auch hier darauf verzichtet, sich automatisch an die Mutter zu wenden. Immerhin ist die Väterbeteiligung bei Fun & Care grösser gewesen als in einem in der Evaluation herangezogenen Kontrollkindergarten. Mädchen sollten lernen, Nein zu sagen, offensiv auf etwa zugehen, sich zu wehren und zu verteidigen. Buben hingegen, ihren Körper positiv wahrzunehmen, Frustrationen zu ertragen und auch mal Hilfe zu holen, da sie nicht alles alleine schaffen müssen.

Interessanterweise waren die in diesem Projekt erzielten Effekte mitunter gar nicht so deutlich im Vergleich zur Kontrollgruppe. Dies erklärt sich aber zum einen daraus, dass Kinder nur zum Teil vom Kindergarten beeinflusst werden, zum anderen resultiert es aus einer erst späteren Ausprägung von Geschlechtsrollen. Dennoch waren in beiden Gruppen die Mädchen eher bereit von Stereotypen abzugehen als die Burschen.

Aus einem Interview mit der Leiterin:

dieStandard.at: Ist bei fun&care tatsächlich zu beobachten, dass hier Geschlechterrollen aufbrechen?

Rosenlechner: Ja. Aber das Raumkonzept allein kann hier gar nichts bewirken. Das gesamte Konzept des Kindergartens steht auf vier Säulen, da gibt es auch ein Personalkonzept, das Männer und Frauen in unterschiedlichen hierarchischen Ebenen vorsieht, aber im Alltag integriert, als tägliches Vorbild. Damit die Kinder sehen, dass auch Männer Fürsorgearbeit leisten können, dass auch Frauen in höheren Positionen sitzen können.

(…)

Einerseits haben wir einmal in der Woche einen Buben- und Mädchentag, an dem wir geschlechtshomogene Gruppen bilden, die ihren jeweils eigenen Raum bekommen. Die Mädchen werden von Frauen betreut, die Buben von Männern.

So werden Reflexionsebenen eingezogen. Die Geschlechtshomogenität erlaubt ihnen, auch gewisse Bereiche anzugreifen, sich in gewissen Ebenen zu bewegen, die in geschlechtsgemischten Gruppen nicht da sind. Wenn es nämlich darum geht, das eigene Geschlecht zu entdecken, ist es oft notwendig, sich vom anderen zu distanzieren: „Wenn ich ein Bub bin, bin ich auf keinen Fall ein Mädchen“. Im geschlechtshomogenen Bereich ist das nicht notwendig.

Bei den Buben wirkt da auch die Vorbildwirkung des männlichen Pädagogen, des Helfers sehr gut. Da arbeiten wir mit Massagebällen, intensivieren das Puppenspiel, wir schauen, wo die Kinder eigentlich stehen, was brauchen sie noch, um dann im geschlechtsgemischten Bereich gut zusammenarbeiten zu können. Wenn wir davon ausgehen, dass das „Bubenspielzeug“ nur einen Teil des Entwicklungsbereiches abdecken kann, muss ich eruieren, was sie noch brauchen, um den Rest des Kuchens erleben zu können. Genau das gilt auch für die Mädchen.

Mädchen – und Bubenarbeit passiert aber auch ganz einfach auch bei Situationen im Alltag. Das fängt bei Wickelsituationen in der Krippe an, wo es für die Kinder ganz wichtig ist, Männer und Frauen dabei zu erleben, die mit den Kindern gut arbeiten, dass sie lernen, sich abzugrenzen, eigene Regeln aufzustellen.

Interessant finde ich natürlich wieder mal den Aspekt, dass es wenig zu ändern scheint. Und natürlich die Idee,  Geschlechterrollen aufzubrechen, die ja für mehr als beobachten spricht.

„Fun & Care“-Kindergarten und geschlechtssensible Pädagogik

In den Kommentaren zu dem Artikel „Warum Darwin wichtig ist“ kam eine Debatte zum Fun & Care Kindergarten auf. Die eine Seite sieht es als Abbau von Ängsten vor zu engen Geschlechterrollen, die andere Seite als Umerziehung der Kinder gegen ihre Biologie.

Ich zitiere mal aus der Selbstdarstellung des Kindergartens:

Geschlechtssensible Pädagogik basiert auf der Kenntnis, dass das Geschlecht eines Menschen Einfluss auf die Lerngeschichte hat und die Ausbildung von Fähigkeiten und Fertigkeiten beeinflusst. Kinder lernen von Geburt an, ihrer Geschlechterrolle zu entsprechen. Daher sind wir bestrebt, bei Buben und Mädchen zu beobachten, inwiefern sie bereits in Hinblick auf gesellschaftliche Rollenvorstellungen sozialisiert sind.

Unsere Ziele:

Wir wollen bewusst die Handlungsspielräume der Mädchen und Buben erweitern und dadurch wirkliche Chancengleichheit schaffen (in Hinblick auf Fähigkeiten und Fertigkeiten, Berufswahl, PartnerInnenschaft, Kindererziehung..). Wenn Kinder bestimmte geschlechtsuntypischen Vorkenntnisse nicht schon früh spielerisch sammeln, ist es für sie als Erwachsene oft schwierig, Alternativen zu einer vorgegebenen Rolle zu finden, selbst, wenn sie dies wollen.

Wir wollen den Kindern auch neue und v.a. zum gängigen Rollenstereotyp alternierende Möglichkeiten bieten. So können Sie ihr Leben eher nach ihren persönlichen Vorlieben und Talenten gestalten, anstatt weitgehend den gesellschaftlich vorgegebenen Modellen von Männern und Frauen zu folgen. Dies bedeutet, dass sie aus einer größeren Vielfalt von Möglichkeiten wählen können, weil sie über mehr Fertigkeiten und über ein offeneres Bild von Männern und Frauen verfügen.

Unser Ziel ist allerdings nicht die Gleichmacherei, wir wollen nicht Buben verweiblichen und Mädchen vermännlichen. Für uns steht die Individualität des jeweiligen Kindes im Vordergrund. Dies bedeutet vor allem, dass wir versuchen Einschränkungen des Denkens oder des Handelns, die rein das Geschlecht des Kindes betreffen, zu vermeiden.

In Folgenden werden dann „besondere Förderungen“ dargestellt, bei denen es um Prinzessinnenkleider und Nagellack für Jungs und Selbstbewußtseinskurse für Mädchen geht.

Meiner Meinung nach baut die geschlechtssensible Pädagogik zunächst erst einmal auf falschen Grundlagen auf. Ich denke der Satz „Daher sind wir bestrebt, bei Buben und Mädchen zu beobachten, inwiefern sie bereits in Hinblick auf gesellschaftliche Rollenvorstellungen sozialisiert sind“ macht deutlich, dass man das Geschlecht eher sozial herleitet als sich über die Wirkung von pränatalen Testosteron und anderen biologischen Faktoren Gedanken zu machen. Die Ausrichtung dürfte hier in den Erklärungen für die Geschlechterrolle eher beim Genderfeminismus sein, was dann natürlich bei einigen Leuten die Warnglocken anspringen lässt.

Die Frage bei der Bewertung wird aber letztendlich sein, inwieweit das Konzept praktisch durchgesetzt wird. Wenn den Kindern die Möglichkeit gegeben wird, so zu sein, wie sie wollen, auch wenn dies der gesellschaftlichen Erwartung entspricht, dann spricht für mich nichts dagegen, wenn sie auch mal ausprobieren, wie es ist sich die Nägel zu schminken.

Wenn hingegen ein gewisser Druck aufgebaut wird – und sei es durch subtile, freundliche Art, doch bitte rosa Kleider als Junge schön zu finden, dann ist es etwas anderes.

Natürlich sind viele Geschlechterpositionen kulturell bedingt. Rosa könnte auch eine Männerfarbe sein und auch Männer haben als Adelige stark verzierte Kleidung und Absatzschühchen getragen um ihren Status, ihren Reichtum und dem Umstand, dass sie nicht laufen oder arbeiten müssen, zu betonen (sowie sich größer zu machen).

Aber dennoch sollte man gleichzeitig noch bedenken, dass Geschlechtszugehörigkeit, auch kulturelle, nicht per se schlecht ist. Sie geben halt und dieser Halt kann sich dann in einer entspannteren Haltung dem Geschlecht gegenüber auswirken. Ich hatte den passenden Abschnitt in „geschlechtsneutrale Erziehung“ zitiert.

Hinzu kommt, dass sexuelle Selektion dazu geführt hat, dass uns von der (auch kulturellen) Norm abweichende Verhalten stark auffallen. Anziehend auf das andere Geschlecht wirkt normalerweise bei Männern männliches Verhalten und bei Frauen weibliches Verhalten. Das ist bei Kindern noch relativ egal, aber ein Junge, der mit 14 in einem rosa Kleid in der Schule rumläuft müsste schon ansonsten unglaublich männlich rüberkommen oder entsprechenden Status haben, um von den Mädchen als interessant wahrgenommen zu werden (Peacocking ist ein Konzept, dass etwas in diese Richtung geht).

Damit will ich nicht sagen, dass man Jungs noch mehr in die Geschlechterrolle drücken soll. Man sollte sich nur bewusst machen, dass es keineswegs nur Vorteile hat, wenn er lernt sich auf eine sehr weibliche Art zu verhalten. Zumal es aufgrund der biologischen Vorprägung eh eher schief gehen wird.

Wenn ein Kind natürlich Präferenzen in diese Richtung hat, dann soll es sie allerdings meiner Meinung nach durchaus ausleben können.

Der Kindergarten bietet damit durchaus einige interessante Seiten: Männliche und weibliche Betreuung, die Möglichkeit zu experimentieren und zu schauen, was einem gefällt. Wenn das sensibel gehandhabt wird und nicht zuviel „Umerziehung“ geplant ist und das ganze unter Berücksichtung der biologischen Grundlagen erfolgt, dann kann es durchaus neue Erfahrungen bieten, gerade wenn Kinder, die vom Geschlechtsschema abweichen, hier untergebracht werden.

Geschlechtssensible Pädagogik scheint drei Ansätze zu haben, die verschieden sind:

Differenzansätze: Frauen und Männer werden als grundsätzlich verschieden angesehen: Aus sozialer Sicht gesehen, durch unterschiedliche Lebensbedingungen und Sozialisation. (Bsp.: Buben bekommen blaue Kleidung, Mädchen bekommen rosa Kleider.) Differenzansätze wenden sich gegen Strukturen die Ungleichheit herstellen.

Gleichheitsansätze: Frauen und Männer sind aus Sicht der Geschlechtssensiblen Pädagogik gleich. Schlussfolgernd aus dieser grundsätzlichen Gleichheit der Geschlechter wird männliche Herrschaft kritisiert, Gleichberechtigung und gleicher Zugang zu gesellschaftlichen Machtpositionen gefordert. Gleichheitsansätze beziehen sich auf die rechtliche Ebene und bekämpfen Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts.

Konstruktivistische Ansätze: Konstruktivistische Ansätze kritisieren die Zweigeschlechtlichkeit als Konstrukt aus der Erfahrung heraus, dass es immer wieder Menschen gäbe, die sich nicht eindeutig einem Geschlecht (siehe Transgender) zuordnen ließen. Die Kernaussage ist, dass Frauen und Männer Konstrukte sind. Das Geschlecht eines Menschen wird zwar mit der Geburt zugewiesen (biologisches Geschlecht), doch die Zuweisung zu einem Geschlecht ist ein lebenslanger Prozess der tagtäglich aktiv inszeniert wird über: Haltung, Gang, Kleidung, Schmuck, Sprache und anderes. Dekonstruktivistische Ansätze wollen den engen Rahmen weiblicher und männlicher Eigenschaftszuschreibung aufspüren und sprengen.

Der erste Ansatz scheint mir dabei zwar falsch (siehe oben) aber auch nicht zwangsläufig gefährlich zu sein, der zweite und der dritte sind hingegen durchaus gefährlich, weil sie eben gerade auf eine Umgestaltung aufbauen. Man müsste hier mehr über die Art des Ansatzes und die Praxis in dem Kindergarten wissen, um ihn genauer einordnen zu können.

Allerdings sehe ich bei dem konkreten Ansatz nach den Informationen von der Homepage durchaus die Gefahr der Umerziehung, die dann auch nachteilig für die Kinder sein kann. Das Prinzip scheint mir nach dem, was man dort liest, etwas zu sehr auf eine bewusste Aufweichung der Geschlechterrollen ausgelegt zu sein (was bei den allermeisten Kindern nicht klappen wird) und vieles männliche eher negativ zu sehen.

Ein Versuch der Dekonstruktion dieser Kinder ist sicherlich nicht in ihrem Interesse.