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Der radikale intersektionale Feminismus ist aus meiner Sicht nicht der Lage, jemals eine dauerhaft konstruktive Arbeit im größeren Stil zu ermöglichen. Er verliert sich in seinen vielen hierarchisch aufgebauten Diskriminierungsebenen, in der es keine Rücksicht oder keine minderschwere Tat geben darf, sondern alle Taten zu Distanzierungen und Ausschlüssen führen müssen, die eine solche Szene entweder zerreißen oder eben relativ homogen machen müssen. Konflikt ist insbesondere dann vorprogrammiert, wenn nichtintersektionale Feministinnen die anderen Ebenen ignorieren und einfach Feminismus betreiben wollen oder wenn zwei ungeklärte Diskriminierungsebenen aufeinanderstoßten. Dies scheint gerade mal wieder passiert zu sein, und zwar in der Form der Ebenen „Transsexualität“ und „Rasse“.
Die Fachschaftsinitiative der Humbold-Uni aus dem Bereich Gender Studies berichtet:
Liebe Student*innen der Gender Studies, liebe Interessierte,
Anfang Juli 2015 sah sich die weiß und mehrheitlich cis*-positionierte Fachschaft Gender Studies (FSI) dazu gezwungen, eine weiß und trans*-positionierte Person (R.) auszuschließen.
Das ist ja ersteinmal schon ein Skandal: Anscheinend schafft es die Fachschaftsinitiative nicht hinreichend ihre eigenen Privilegien zu hinterfragen und ist weißpositionierte (nicht: mehrheitlich weiß). Eigentlich schon ein Armutszeugnis und selbst Hinweis auf Rassismus. Aus diesem wurde nunmehr eine weiß und transpositionierte Person ausgeschlossen. Eigentlich ist bereits bei dieser Formulierung und Hervorhebung klar, dass es um Rassismus gehen wird.
Im Rahmen seiner_ihrer Fachschaftsarbeit kam es zu massiven rassistischen Äußerungen und Handlungen durch R. Dass erstmalig so ein drastischer Schritt, ein Ausschluss, nötig ist, möchten wir an dieser Stelle begründen und unsere Entscheidung öffentlich darlegen. Denn Rassismus ist keine Privatangelegenheit!
Im Zuge eines Seminars der Gender Studies bei Lann Hornscheidt im Sommersemester 2015 wurde gegen den, von Lann Hornscheidt ausgeübten, Rassismus interveniert. Eine beteiligte, cis-positionierte, PoC (N.) hat nach der Intervention die FSI davon in Kenntnis gesetzt.
Lann Hornscheidt wird Rassismus vorgeworfen, und das ansscheinend in einem Maße, das ein „intervenieren“ der PoC (ist es eigentlich rassistisch eine PoC mit „N.“ abzukürzen?) erforderlich war und die „Fachschaftsinitative verständigt wurde.
Hier ist eigentlich für einen Kenner dieser Theorien bereits klar: Wenn ein PoC Rassismus vorwirft, dann liegt auch Rassismus vor. Widerspruch ist bereits selbst Rassismus, da sich gerade eine Weiß positionierte Fachschaftsinitiative natürlich nicht anmaßen darf, dass sie sich in dem Bereich besser auskennt als die PoC.
R.s Reaktion darauf war in mehrfacher Hinsicht anmaßend und diskriminierend. Als weißeTrans*-Person verlangte R. von der WoC spezifische Auskünfte über die race- und gender-Positionierungen innerhalb der Interventions-Gruppe. Denn schließlich sei derweiße Raum, in dem interveniert wurde, ein Schutzraum für Trans*-Personen. Somit müsse, als Legitimation, ein_e Trans*Inter*GnC (Gender non Conforming) PoC oder Schwarze_r in die Intervention involviert sein. Wenn ein_e solche_r nicht gefragt werden könne, müsse letztlich eine weißeTrans*Inter*GnC Person die Erlaubnis erteilen, in einem „weißen Trans*Schutzraum“ zu intervenieren, zum Beispiel R. selbst.
Ich übersetze das mal: R war der Meinung, dass N. es etwas übertreibt und Lann Hornscheidt hier nicht etwa rassistisch war, sondern die Interessen von Transpersonen vertreten hat. Da R bewußt war, dass ausschlaggebend für das Ergebnis war, wessen Opferperspektive berücksichtigt wird, fragte er, wie sich die Gruppe zusammensetzt: Wenn da nur Schwarze oder sonstige „Nichtweiße“ vertreten wären, dann wäre zu befürchten, dass eine „Verurteilung“ wegen Rassismus erfolgt. Wären hingegen auch Transsexuelle oder zumindest Personen, die sich weniger deutlich einem Geschlecht zuordnen vorhanden, dann wäre die Wahrscheinlichkeit größer, dass die Position, die er wahrscheinlich bei Lann Hornscheidt sieht, eher berücksichtigt wird und zumindest dem Rassismusvorwurf entgegengehalten wird.
Vergleichbar wäre dies bei einem Vorwurf der katholischen Kirche zur Zeiten der Hexenprozesse, bei der ein Heiler beschuldigt wird, schwarze Magie auszuüben und jemand darauf bedacht ist, dass in der Inquisitionsgruppe nicht nur Geistliche, sondern eben auch Heiler vorhanden sind und dieser Nachfragt, wie sich die Personen, die in Betracht kommen einordnen: Sieht sich einer vielleicht als Heiler? Dann wäre es günstiger.
Es ist also im Prinzip ein klassisches „die Revolution frisst ihre Kinder“, bei dem eine der revolutionären Gruppen bei einem Prozess über einen der seinen möglichst viele eigene unter den Richtern wissen will.
Anscheinend wird auch angeführt, dass in diesem Moment, in dem Lann Hornscheidt seinen Rassismus gezeigt haben soll, nur Weiße anwesend waren und in dieser Zusammenhang eben der Schutz von Transsexuellen vorgehen würde. Also vielleicht so etwas wie „Unter Weißen darf man doch wohl mal sagen, dass Transsexuelle in vielen Ländern mit schwarzer Bevölkerung sehr stark diskriminiert werden, dass ist dann nicht rassistisch, sondern ein Hinweis auf die Diskriminierung von Transsexuellen“.
N. weigerte sich, Auskünfte über die Positionierungen der Beteiligten zu geben. Die WoC wies R.s uneinsichtiges Beharren auf Antworten und diese Argumentationsweise an sich, als Ausdruck rassistischen Derailings und weißen Dominanzgebärens entschieden zurück.
Klar, das Ansinnen, dass man ein Inqusitionsgericht zur Aufklärung von Hexerei nicht mit Geistlichen besetzen kann,sondern auch einen Heiler einbeziehen müsste, ist Anzweifeln der heiligen Ordnung und damit Abwertung der Geistlichkeit. Als ob nur Heiler entscheiden könnten, was Heilerei und was Hexerei ist und da einen Wissensvorsprung hätten!
Interessant wäre es gewesen, wenn R. ein schwarzer Transsexueller gewesen wäre. Dann hätte man diese Unterscheidung schwerer machen können und hätte auch die Transsexualität eher berücksichtigen dürfen. Aber die Verteilung ist ansonsten eben einfach: In der Kategorie „Rasse“ ist der Weiße der Unterdrücker und der Schwarze der Unterdrückte. Damit kann nur ein Schwarzer bzw. ein PoC entscheiden, ob Rassismus vorliegt, niemals aber ein Weißer. Der Wunsch, wenn er auch eigentlich auf eine andere Kategorie bezogen ist, kann nur „weißes Dominanzgebären“ sein.
Die FSI hält R.s Argumentation für falsch und rassistisch:
Eine PoC oder Schwarze Person braucht weder die Erlaubnis einer weißen Person, um gegen Rassismus zu intervenieren, noch ist sie ihr Rechenschaft oder Auskunft schuldig. Deswegen sind die tatsächlichen gender- und race- Positionierungen an dieser Stelle auch irrelevant.
Ein geistlicher braucht keine Erlaubnis eines Weltlichen um gegen Hexerei zu intervenieren. Er muss auch keine Rechenschaft oder Auskunft geben. Natürlich ist es irrelevant, was er sonst noch vertritt, denn die Opferfrage bestimmt die Richter. Wenn Rassimus vorliegt, dann geht es eben nur um Rassismus. Wenn dann eine andere Kategorie mit hineinspielt dann ist es Sache dieser Kategorie, einen Ausweg zu finden. In meinem Beispiel wäre dieser beispielsweise gewesen, darauf hinzuweisen, dass aufgrund des Kolonialismus leider die Binarität der Geschlechter in vielen afrikanischen Ländern noch eine starke Position hat und dieser daher für Transsexuelle problematisch sein kann, dass aber natürlich dafür nicht etwa PoCs verantwortlich sind, sondern eben der Kolonialismus. Oder man hält über dieses Problem einfach den Mund.
Das Nachfragen an sich, als auch der Glaube, ein Recht auf eine Antwort zu haben, sind in diesem Zusammenhang rassistisch. Als weiße Person die Beteiligung einer Schwarzen oder PoC Trans*Inter*GnC-Person an einer antirassistischen Intervention gegen eine weiße Lehrperson zu fordern, verstehen wir als Tokenizing (Instrumentalisierung).
Den letzten Satz finde ich interessant. Denn sie betonen hier ja gerade beständig die Wichtigkeit der Hautfarbe und das er ein Weißer ist. Wenn er nun will, dass auch eine Trans*Inter*GnC-Person beteiligt ist, um ihre besondere Unterdrückungserfahrung einzubringen, dann soll das wieder eine Instrumentalisierung sein.
Die Darstellung dieses, weiß dominierten, Seminarraums als Schutzraum für Trans*-Personen trifft unserer Ansicht nach nicht zu. Es handelt sich um ein Universitätsseminar und nicht um einen Schutzraum. Selbst wenn der Raum trans*freundlich wäre, so wäre er dies nur für weiße Trans*-Menschen, da er rassistisch strukturiert ist, wie alle Uni-Räume hier. Daher kann er kein „sicherer“ Raum für Schwarze oder PoC sein, gleich welcher Gender-Positionierung oder sexuellen Orientierung. Somit kann ein weißer Raum niemals als Schutzraum fungieren.
Der Hinweis ist innerhalb dieser Theorie in der Tat wenig überzeugend. Es kann keine Schutzräume für Rassismus geben, auch nicht, wenn dieser Rassismus eigentlich nach Sicht des Sprechers nur Interessenvertretung von Transpersonen ist. Ob Schwarze im Raum sind ist da natürlich vollkommen irrelevant.
Und: Rassismuskritik zerstört oder destabilisiert keine Räume, sondern Rassismus und white supremacy (weiße Vorherrschaft)! Wenn weiße Räume als „meine Räume“ bezeichnet werden, wie R. es mehrfach tat, ist das nichts anderes als der traurige Versuch, den rassistischen Status Quo aufrechtzuerhalten.
In der Tat. Das ist ein reichlich bescheuerter Einwand, wenn man mitten in der Theorie steckt. „Meine Räume“ finde ich auch eine sehr komische Bezeichnung.
Über diese rassistischen Äußerungen hinaus wurde N. fremdpositioniert und abgesprochen GnC zu sein. Ihr wurde vorgeworfen, das Konzept der Intersektionalität nicht zu verstehen. Dieser Vorwurf ist nicht nur gegenüber einer mehrfachdiskriminierten queeren WoC, sondern auch inhaltlich fehl am Platz. Neben der Zuschreibung Intersektionalität nicht zu verstehen, auch den Missbrauch der Definitionsmacht vorzuwerfen, ist zynisch. Strukturell besitzen weiße Menschen Definitionsmacht, insbesondere über Rassismus.
„Fremdpositioniert“ ist auch ein geiler Vorwurf. Den kann man eigentlich fast immer bringen. Wenn man „Transrace“ vertritt sogar in Bezug auf die Hautfarbe.
R. hat hier also gesagt, dass N nicht versteht, dass es hier nicht um Rasse, sondern um Transsexualität geht und demnach auch eine Person beteiligt werden muss, die diese Perspektive einbringt. Da hat R ja auch durchaus einen Ansatzpunkt, nur wäre das bereits ein Zugeständnis, dass Transsexualität zu verteidigen einem erlauben soll rassistisch zu sein. Was eben nicht geht. Dazu hatte ich oben bereits etwas geschrieben. Zwar kann ein Zustand Transsexualität und Rassismus betreffen, er muss dann aber so behandelt werden, dass keiner Opfer ist. Auch wenn man dazu etwas unter den Tisch fallen lassen muss.
R. verübte massive Grenzüberschreitungen, unter anderem vor allem dadurch, dass N.s ausdrückliche Bitte, keine Mails mehr zu erhalten, nicht respektiert und stattdessen verhöhnt wurde. Vielmehr folgten daraufhin, über mehrere Tage hinweg, über 20 weitere E-Mails. Dabei gab es sexistisch-rassistische Beleidigungen und Drohungen durch R.
Die FSI hat den Anspruch, Trans*feindlichkeit ernst zu nehmen und begrüßt die Auseinandersetzung mit und das Vorgehen gegen diese Diskriminierungsform.
Das Nicht-Eingehen auf rassistisch konnotierte Nachfragen zu einer antirassistischen Intervention ist jedoch keine Trans*feindlichkeit. Wir halten R.s Behauptung, N. hätte sich in diesem Konflikt trans*feindlich verhalten, für victim blaiming (Täter_innen-Opfer-Umkehr). Auf eine Rassismuskritik zu reagieren, indem die eigenen, weißen Befindlichkeiten und Bedürfnisse in den Mittelpunkt gestellt werden, verstehen wir als Derailing (Ablenkung vom eigentlichen Thema/ vom eigenen diskriminierenden Handeln).
Das problematische ist hier denke ich mal wieder, dass die eigenen Privilegien ungern hinterfragt werden und nicht gesehen wird, dass sich die eigene Ideologie jederzeit gegen einen wenden kann. Gerade Personen, die wie Transsexuelle, sonst sehr weit oben in der Opferhierarchie dieser Ideologie stehen, verkennen, dass sie dennoch in den meisten anderen Katgorien Täter sind und sich entsprechend verhalten müssen. Diese Perspektive ist, gerade wenn man eigene Interessen beeinträchtigt wird („Aber gerade schwarze Länger SIND besonders Transfeindlich“) natürlich schwer einzusehen.
Die dargelegten rassistischen Handlungen können wir nicht tolerieren. Sie sind unvereinbar mit unserem Selbstverständnis als Fachschaft. Eine weitere Zusammenarbeit mit R. ist so nicht möglich.
Fachschaftsinitiative Gender Studies
Klar, denn ein dulden wäre ja auch eine Duldung von Rassismus und damit ein Ende des Selbstverständnisses als „Die Guten“.
Ich bin wirklich gespannt, was Lann Hornscheidt gesagt haben soll und ob man dazu, nachdem die „Interventionsgruppe“ tätig war, etwas mehr erfährt. Auch interessant wird, wie Lann Hornscheidt darauf reagiert.
Es ist ja schon interessant, dass eine Person, die Bücher mit dem Titel “ Rassismus auf gut Deutsch. Ein kritisches Nachschlagewerk zu rassistischen Sprachhandlungen“ mit herausgegeben hat und als „Expertin für Rassismus“ gehandelt wird, des Rassismus beschuldigt wird.
In einem Artikel stellt Marion Detjen vier Grundannahmen und Voraussetzungen der Gender Studies dar:
Erstens: Die Verhältnisse, in denen wir Menschen leben (vielleicht auch Delfine, Hunde und Schimpansen?), also auch die Geschlechterverhältnisse, also auch unsere geschlechtlichen Identitäten, also auch der Sex, sind sozial konstruiert, und das heißt nicht, dass Gene, Fortpflanzungsorgane, Hormone und sonstige Materialitäten keine Rolle spielen würden, sondern nur, dass sie alleine nichts zwangsläufig festlegen und erst durch sozialen Umgang für die geschlechtliche Identität, für den Sex und die Geschlechterverhältnisse relevant werden.
Die Definition von „Sozial konstruiert“ ist interessant. Ich halte sie für einen Strohmann, denn in keinem Text aus dem Gender Feminismus spielen Hormone, Gene oder sonstige Materialitäten abgesehen davon Abgrenzungskriterien zu bieten, eine Rolle. Wer einen Text hat, der diese einbezieht, der kann ihn hier gerne zitieren. Gender Studies geht von einem reinen Sozialkonstruktivismus aus. Natürlich spielt im integrierten Modell das soziale eine Rolle. Es ist als Ausgestaltung der biologischen Grundlage durchaus maßgeblich dafür, wie wir unsere geschlechtliche Identität leben etc. Aber umgekehrt darf man eben auch diese Grundlage auch nicht ausblenden. Diese ist wie das Gelände, auf dem die Stadt gebaut wird und damit auch das spätere Bild und die Bebauungsmöglichkeit mitbestimmt. All dies geht in den Gender Studies unter.
Zweitens: Wenn die Verhältnisse nicht naturwüchsig oder von Gott gegeben, sondern sozial gemacht sind, dann liegt es an uns, uns jenseits der Wissenschaft, aber unter Verwendung ihrer Ergebnisse, darüber zu unterhalten, ob und wie wir sie vielleicht verändern wollen. Es ergeben sich politische Fragen. Und es wäre nett und im Sinne des Grundgesetzes, diese Fragen so zu formulieren und anzugehen, dass die nach wie vor bestehenden, eklatanten vergeschlechtlichten Ungleichgewichte (in der Verteilung der Care-Arbeit, in der Bezahlung, bei der Besetzung von Machtpositionen etc. pp.) beseitigt werden und die Beschwerden auch von kleinen Minderheiten wie den Transsexuellen Gehör und Berücksichtigung finden.
Das wäre aber eben eine Frage des „Wenn“. Diejenigen, die bisher radikale Umgestaltungen versucht haben, etwa das Kibbuz aber auch nur die Eltern von CAH-Mädchen oder diverse David Reimer Experimente sind jedenfalls gescheitert. Und es wäre schön, wenn tatsächlich mal allgemein gefragt würde, wie man etwas will: Die Antwort könnte die Gender Studies überraschen. Denn deren radiakales feministisches Programm wollen glaube ich die wenigsten. Die meisten sind ja durchaus gerne Mann oder Frau, nur ein kleiner Teil kann sich da nicht zuordnen und ist unzufrieden.
Drittens: Wissenschaft funktioniert nach ihren eigenen Regeln. Und trotzdem nicht unabhängig von der Politik. Die Geschlechterforschung, genauso wie die Evolutionsbiologie, genauso wie die Wirtschaftsmathematik und was immer sonst so an unseren Universitäten gelehrt wird – all diese Forschung verdankt ihre Existenz – nicht ihre Ergebnisse – letztlich politischen Entscheidungen und steht in politischen Kontexten, weil irgendjemand sie ja institutionalisieren und finanzieren muss. Deutschlandweit gibt es 15 eigene Lehrstühle für die Geschlechterforschung; für die Sportmedizin beispielsweise gibt es 28 eigene Lehrstühle. Ob und warum nun das eine oder das andere zu viel oder zu wenig ist, darüber kann und soll man reden.
Es geht aus meiner Sicht eher darum, das man, wenn man ein solches Fach einrichtet, was sehr sinnvoll sein kann, dieses dann eben wissenschaftlich machen sollte und nicht als reine Glaubenswissenschaft, in der das Ergebnis bereits feststeht und lediglich noch geschaut wird, wie man Ergebnisse so darstellen kann, dass sie dazu passen. Geschlechterforschung kann so wichtig sein, aber eben nicht als Ideologie.
Viertens: Die Sprache, mit der wir uns ausdrücken, ist ebenfalls kein Naturprodukt, sondern ein Ergebnis sozialer Prozesse. Und leider wurde sie über Jahrtausende so ausgeprägt, dass sie männliche Perspektiven reproduziert, für die das Weibliche das Andere ist, das markiert werden muss, um überhaupt zur Sprache zu kommen. Dieser fundamentale, ja tragische Missstand lässt sich nicht elegant beheben. Die Vorschläge der feministischen Linguistik – das Binnen-I, der Unterstrich, das Sternchen, das x, das generische Femininum – können das Problem nicht lösen, aber machen darauf aufmerksam; sie irritieren, wecken Sensibilität.
Natürlich ist Sprache ein Ergebnis sozialer Prozesse – abgesehen von der Universalgramatik. Ansonsten recht klassische Argumente aus dem Poststruktrualismus. Dort wird die Wirksamkeit der Sprache aus meiner Sicht stark überschätzt und auch hier sprechen viele Studien dagegen. Aber immerhin eine insoweit durchaus passende Darstellung einige Grundlagen.
Ich bin der Meinung, alle sollten erst einmal einen Schritt zurücktreten, tief Luft holen und einen Gang zurückschalten.
Diese pauschalisierende Hasstiraden gegen die Gender-Studies spielen nur den Vertreterinnen dieser Zunft in die Hand, die von den Kommentatoren hier benannt werden.
Kritik an den Gender-Studies ist notwendig, ansonsten droht die Gefahr, dass sich deren Vertreter völlig isolieren, aber sie muss sachlich geführt werden. Vor allem aber muss getrennt werden zwischen den Lautsprechern des Feminismus wie Alice Schwarzer und dieser Aufschrei-Frau, deren Name mir entfallen ist, und der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Geschlechterfragen.
Denn auf einer sachlichen Ebene kann man diesen immer noch am besten begegnen. So steht doch so einiges aus dieser Fachrichtung auf einer wirklich dünnen wissenschaftlichen Basis.
Im Grunde kann ich den Zorn auch ein bisschen verstehen. Sich ständig von irgendwelchen „Netzfeministinnen“ als rückwärtsgewand, sexistisch und frauenunterdrückend bezeichnen zu lassen, trägt nicht zur gesellschaftlichen Akzeptanz der Gender-Studies bei.
Und als Mann, der gleiche Rechte und Chancen für Frauen als Selbstverständlichkeit betrachtet, geht mir persönlich das ziemlich auf die Nerven.
Einen Aufruf zur sachlichen Kritik finde ich auch immer gut, ich bin auch dafür, dass dünne Fundament aufzuzeigen.
Oder auch dieser hier:
Gender und Feminismus haben zum Teil an ihrem schlechten Ruf mitgearbeitet. Geisteswissenschaften leben von Pluralismus und Diskurs innerhalb einer Wissenschaft.
Dieses geschah imho nicht. Radikale Meinungen wurden geduldet, oder die gemäßigten Vertreter haben sich nicht klar genug abgegrenzt oder Paroli geboten. In der Außenwirkung ist weder Gender noch Feminismus objektiv, und das gepaart mit einem postulierendem statt deskriptiven Selbstverständnis…das kann nicht gutgehen.
Auch ist die simple Reduktion von Problemen auf Mann vs./und Frau als monokausaler Lösungsansatz nicht gerade hilfreich. Stereotypen baut man nicht ab, indem man selbst pausenlos welche aufbaut.
An sich müsste innerhalb des Feminismus und der Genderwissenschaft ein kritischer Selbstreinigungsprozess stattfinden. Vielleicht kann dann irgendwann wieder der Ruf hergestellt werden objektiv zu sein.
Die Idee soziale Interaktion, das Entstehen von Rollen und Erwartungshaltungen unter dem Standpunt nurture and nature zwischen Menschen zu untersuchen, ist nötig.
Nur vielleicht ist die Soziologie und Psychologie dafür besser geeignet, als der Feminismus und die Genderwissenschaft, zumindest in der jetzigen Form. Und ich bezweifle, dass das in naher Zukunft besser wird.
Das fasst kurz zusammen, was man besser machen könnte. Ein kritischer Reinigungsprozess, in dem man sich tatsächlich bemüht, Forschung und nicht Politik zu betreiben, würde das Fach in der Tat durchaus interessant machen
Und dieses hier:
Schade. Bis vor wenigen Jahren hab ich dafür plädiert, dieser jungen Wissenschaft erstmal etwas Zeit zu geben, um sich zu etablieren zu können — oder eben zu verschwinden. Dass diverse Fachdisziplinen erst eine Weile brauchen, ist nun kein neues Phänomen und kennt man gerade im technischen Bereich. Bindestrich und großes I trägt der Dr.-Ing. nicht grundlos und das war keine Wahl der Ingenieure. Aber scheinbar kriegen die Genderwissenschaftler es nicht auf die Reihe, was wohl vor allem zwei Probleme sind:
a) sie stellen anfangs eine Konklusion auf und versuchen sich dann die Prämissen zurechtzubiegen. Da wissen sie im Vorfeld, dass sie mit Eingriffen in die Sprache andere bevormunden müssen, und überlegen sich erst anschließend, wie sie es begründen können.
b) sie ignorieren das gesamte Fundament wissenschaftlicher Vorgehensweisen. „Ich geh auf den Biologen und seine Argumente nicht ein, weil ich das Vorurteile pflege, dass Naturwissenschaftler gegen alles Geisteswissenschaftliche Vorurteile haben“ ist eben unwürdig und hat mit Wissenschaftlichkeit und ihrem Anspruch rein gar nichts zu tun. Wenn man Urteile und Aussagen für falsch hält, dann widerlegt man sie nach wissenschaftlichen Kriterien. Das kann ja falsch sein. Davon lebt die Wissenschaft! Aber die Genderforscher meißeln etwas in Stein und torpedieren Kritik mit Polemik statt Fakten. Das unterscheidet sie von anderen Geistes- und Sozialwissenschaftlern, ob Soziologie, Philosophie, Germanistik, Geschichte oder BWL.
Leider gehen die Gender Studies in der Tat so vor: Das Ergebnis steht fest, alles andere kann man ausblenden.
Die Frage nach dem „Standardwerk“ der Genderforschung finde ich gut.Für Ingenieure ist ein Mathe-Standardwerk der Bronstein-Semendjajew, für Psychologen ist es der Zimbardo, für Informatiker bzgl. Algorithmik der Knuth, für Mediziner der Pschyrembel etc….
Wenn die Gender Studies wirklich wissenschaftlich sind – wo bleiben dann ihre „Standardwerke“, in denen die Grundlagen erklärt, erläutert und (Gott bewahre) bewiesen werden? Ein Buch, bei dessen Aussagen man einhaken, diskutieren, verifizieren oder falsifizieren kann? Ein Werk, das auf überprüfbare Studien und Sachverhalte referenziert?
Egal wo ich hinlese, ich finde immer nur extrem wenig Verweise hier, oft nur auf Judith Butler. Und so interessant deren Buch ist – es ist alles andere als eine historische oder gar wissenschaftliche Analyse des Status Quo.
Ein Wissenschaft, die mir noch nicht einmal ein Standardwerk zum Einlesen bieten kann? Ist für mich keine.
Aber hier sehe ich auch eine Chance für die Anhänger der Gender Studies: nennen Sie doch bitte ein solches Standardwerk, hinter dessen Aussagen Sie dann aber auch zu 100% stehen – vielleicht gibt es ja eines, nur wissen wir gender-unbewegten noch nicht davon. Es würde der Glaubwürdigkeit Ihres Fachgebietes jedenfalls enorm weiterhelfen.
Ein wissenschaftliches Grundlagenwerk, welches den Namen auch verdient, wäre in der Tat interessant. In dem man insbesondere auch bei den Grundlagen zur sozialen Konstruktion anführt, auf welche Studien man sich stützt. Man darf jedoch nicht damit rechnen: Ideologie verträgt sich damit eben nicht.
vgl. auch:
Ein männlicher Absolvent der „Gender Studies“ beklagt die Einseitigkeit der Gender Studies: (gefunden über mindph)
The lack of men in this discourse is ludicrous, not merely because of the lack of a very essential voice in research but because it also undermines the academic side. How is it possible to formulate a theory without reinforcement or criticism from colleagues in the field?
During my studies in the program, I found myself listening to the discourse and not being able to believe my ears.
The absence of males in so conspicuous a manner – and perhaps their exclusion is intentional – from the academic gender discourse, makes it monotonous. The accepted wisdom is that in the past men repressed women and that they continue to do so today, because every man has the potential to act violently.
Bad women? Violent women? Abusive women? Merely vulgar women? There is no such animal. At least not in feminist research.
Not that there is not a grain, or perhaps more, of truth in some of these claims. But the way in which the issues are presented and the extent of internal conviction about their truth repress any other form of thought.
To my regret, the gender studies program lacks all self-criticism, giving students a narrow view of the world. This approach allows female lecturers and students in the program to „feel at home“ and to turn the academic world into another arm for their activity.
However it puts them in a very dangerous spot from the academic point of view, that of absolute certitude. It is from places where absolute justice and uniform ideas reigned that hatred and wars have broken out.
The heads of the gender studies program would do well to understand that the integration of men into the program as teachers, researchers, colleagues and students would be the right thing for the program itself, and even more so for Israeli society at large. It would be wise on their part to once again stick to academic fundamentals and to encourage continual criticism of research studies and ideas.
Without a substantive change, the program will be detached from reality, turn into an academic problem child and often be simply boring. And until such a time as they decide to do change course, it would be appropriate for them to change the program’s name to „women’s studies“ or „feminist studies“ – a name that better fits the current academic reality.
Die „kritische Wissenschaft“ ist eben in der Hinsicht nicht kritisch, sondern eher reine Ideologie, allenfalls eine Glaubenswissenschaft, bei der gewisse Axiome nicht angetastet werden dürfen.
Das war hier schon häufiger Thema:
Das er als Student der Gender Studies meint, dass man nur etwas kritischere Perspektive braucht ist schon erstaunlich, aber vielleicht hat er es auch bewußt vorsichtig studiert. Immerhin benennt er am Ende deutlich, dass es dort keine Kritik gibt und das es auch keine „women Studies“ sind, sondern eben Feminist Studies.
In der feministischen Theorie ist allerdings kein Platz für andere Meinungen. Das würde bedeuten, diesen Raum zu geben und damit Macht abzugeben. Der Feminismus ist eben ein Nullsummenspiel, in dem alles sozial konstruiert ist. Gegenargumente können da nur zu mehr Diskriminierung führen.
Die „Tugendfurie “ Jasna Strick hatte bekanntlich in der Süddeutschen geklagt, dass sie nach ihrem durchschnittlich abgeschlossenen Germanistikstudium nach einem Jahr noch immer keinen Job hat und sich mit Vorträgen durchschlagen muss.
Darüber, dass das wenig erstaunlich ist, wurden schon einige Artikel geschrieben:
Sie sucht Arbeit im Bereich „Öffentlichkeitsarbeit, Social-Media-Redakteurin, politische Referentin und Lektorin“. Sowohl Öffentlichkeitsarbeit als auch politische Referentin erfordert aus meiner Sicht allerdings, dass man eine etwas mainstreamigere Meinung hat und zudem nicht das sagt, was man denkt, sondern das, was in der Situation das Beste für den Arbeitgeber ist. Social-Media-Redakteurin, da meint sie wahrscheinlich eine große Erfahrung zu haben, aber tatsächlich ist sie in einer recht kleinen Blase mit recht extremen Ansichten gefangen, wenn ich das richtig sehe und zeigt in ihrem Beiträgen zudem eine hohe Radikalität und eine sehr geringe Fähigkeit, Ratschläge anzunehmen, gerade von Männern. Will man jemanden seine Öffentlichkeitsarbeit machen lassen, der in einer Phase, in der er für sich selbst werben muss, „Not all men must die“ als Spruch in der Hintergrundsgrafik auf Twitter stehen hat und sich selbst als „garstige Nörglerin“ bezeichnet?
Stefanolix hat es in einem Tweet sehr schön zusammen gefasst:
Ich denke der Markt für radikale Ideologen ist allgemein sehr eingeschränkt. Auch ein Grund, warum ich anonym blogge: Ich halte mich zwar für relativ gemäßigt, aber als jemand, der sich mit Pickup und Männerrechten und dazu noch „Biologismus“ beschäftigt ist man nun einmal leicht in eine gewisse Ecke zu stellen.
Jemand, der jede Kritik als „Mansplaining“ abtut, der seine Aufgabe darin sieht, das Patriarchat zu bekämpfen, sich so einen ins Team zu holen ist erst einmal mutig, wenn man nicht im Bereich Feminismus tätig ist.
Was mich auch zu der Frage bringt, wo typischerweise eigentlich Gender Studies Absolventen so arbeiten. So viele Jobs in der freien Wirtschaft gibt es dort bisher nicht. Auch Gleichstellungsbeauftrage etc werden nicht per se Gender Studies studiert haben.
Ein Artikel in der Welt schreibt allerdings:
Das Beste daran sei, dass sie später mal „einen total sicheren Arbeitsplatz“ finden werde. Warum? Die größeren Firmen in Deutschland, so meinte sie, würden in Zukunft immer mehr Leute einstellen müssen, die bei ihren Mitarbeitern mit den Gefühlen und Lebensrealitäten aus diesem Themenkomplex umzugehen verstünden. Aha!
Sie behauptete sogar, dass zur breitflächigen Umsetzung dieses Vorhabens schon Gesetzesvorlagen in diversen Regierungsschubladen schlummerten: Nachdem die gesetzlich fixierte Frauenquote nun weitflächig durchgesetzt würde, sei eine noch weiter in die Tiefe gehende „Geschlechtergleichheit“ das nächste große gesellschaftliche Vorhaben. So zumindest würden die Ziele des Gender-Mainstreaming an der Uni ihrer Tochter von den dortigen Dozenten vermittelt – und deshalb sei diese auch so optimistisch in Bezug auf ihre Zukunft.
Das wäre natürlich ein Segen für die dortigen Absolventen. Wobei ich vermute, dass die großen Firmen da wenig daran interessiert sind, Gender Studies Absolventen einzustellen, sie werden vielleicht eher Psychologen oder anderen Bereiche, die weniger ideologisiert sind bevorzugen. Vielleicht auch BWL mit Schwerpunkt auf Personalbelange. Es ist ja nicht so, dass sie mit solchen vorgeschriebenen Positionen Geld verdienen. ich bezweifele auch, dass diese Frauen anziehen.
Zum Abtrag des Gender Gaps scheinen die Gender Studies jedenfalls nicht beizutragen, wenn man dieser Grafik glauben darf:
So gesehen könnte man jeder Frau, die tatsächlich etwas am Gender Gap ändern will, nur raten, nicht Gender Studies zu studieren, stattdessen lieber Ingenieurwissenschaften oder etwas ähnliches.
Es gibt mal wieder eine feministische Studie zum Thema Maskulismus.
Maskulismus – Antifeminismus zwischen vermeintlicher Salonfähigkeit und unverhohlenem Frauenhass
Finanziert wurde sie wohl von der SPD nahen Friedrich-Ebert-Stiftung. Allerdings leider keine wesentlichen neuen Erkenntnisse und auch keine wirkliche Aufarbeitung der maskulistischen Szene. Der inhaltliche Stand scheint 2012 zu sein, mit kommt es so vor als hätte der Autor einfach die bisherigen Studien genommen und daraus eine neue Studie gemacht. Rosenbrock und Kemper lassen grüßen. Einige Auszüge:
Männliches Miteinander – modernisierte Bünde Der Maskulismus sieht es als Problem an, dass Männer entmündigt und als Gruppe zersplittert seien. Folglich arbeitet er daran, eine Männergruppe zu (re)etablieren, die ihre ‚Männlichkeit’ kollektiv als positiv empfindet. Dieses positive Selbstverständnis bestünde darin, eigene ‚männliche’ Interessen, Vorstellungen und Werte gegen eine ‚feministisch ideologisierte Gesellschaft’ durchzusetzen. Zugleich werden alle (pro-)feministisch orientierten Männer (und Frauen) aus dieser Gemeinschaft ausgeschlossen und zum ‚lila Pudel’, dem politischen Feind, erklärt. Insofern basiert die Idee der maskulistischen Männergruppe auf dem Ideal einer ungestörten Männergemeinschaft. Ihr Ziel ist es, patriarchale Macht zu modernisieren – sie ist eine Organisationsform, die in bündischer Tradition steht. Zugleich jedoch zeichnet sich in den männlichkeitspolitischen Stoßrichtungen von Agens und MANNdat ein deutlicher Widerspruch ab. Während Erstere die Entdeckung der männlichen Fürsorge betreiben, vertritt MANNdat ein im Grunde rein traditionelles Männlichkeitsbild des ‚harten Abenteurers’.
Da sieht man auch, dass eine Aufarbeitung abseits des gelben Forums und Sons of Perseus nicht wirklich stattgefunden hat. Natürlich sind – jedenfalls in meiner Form des Maskulismus auch Frauen, Männer, die nicht der Männerrolle entsprechen, aber diese auch nicht per se dämonisieren oder homosexuelle Männer willkommen.
Ist Männlichkeit verhandelbar? Jenseits eines stark vereinfachten Verständnisses der Zielgruppe ‚Männer’ sowie der simplen Übereinkunft im Feindbild Feminismus birgt die Frage nach den Begriffen Männlichkeit und Mannsein enorme Sprengkraft. Dementsprechend wird sie zumeist umschifft. Während ein großer Teil der ‚Bewegung’ ‚Mannsein’ als unhinterfragbare Norm versteht, versuchen andere den Begriff der ‚Männlichkeit’ mit konservativen Werten zu füllen und machen ihn dadurch zugleich reflektierbar, wenn auch in einem engen Rahmen. Wie in Kapitel 7.1 angeführt, hängen an dieser Debatte auch Fragen der Ausrichtung maskulistischer Männerpolitiken. Denn hier klafft eine deutliche und im Maskulismus bisher nicht ausdiskutierte Lücke zwischen Konzepten, Männlichkeit wieder traditioneller zu gestalten (Mannsein =Außendrang, Durchsetzungskraft und Härte) einerseits sowie Männlichkeit flexibler und moderner auszulegen (Männlichkeit = auch emotional und fürsorglich). Nur muss man darüber auch diskutieren können, um darüber diskutieren zu können …
Ist in der Tat ein Punkt. Wobei die Wahlmöglichkeiten hier sehr einfach dargestellt werden. Das von mir favorisierte Modell, dass es Häufungen geben kann, aber auch Abweichungen und das beides okay ist, kommt anscheinend als Modell nicht vor.
Feminismus, Geschlechterforschung und gleichstellungspolitische Projekte werden in den kommenden Jahren um eine Auseinandersetzung mit dem Maskulismus nicht herumkommen. Gesellschaftliche Modernisierung zeitigt Frustration in Anbetracht der Möglichkeiten des gesellschaftlichen Reichtums einer- sowie der Begrenztheit des individuellen Erfolgs andererseits. Ideologien natürlicher Herrschaft bilden eine Option der Bearbeitung dessen. Die gesellschaftlichen Anknüpfungspunkte des Maskulismus sind reichhaltig vorhanden und das feministische Geschlechterwissen keineswegs so hegemonial, wie behauptet wird. Zwar konnten in einigen gesellschaftlichen Teilbereichen feministische Erfolge erzielt werden, doch sind sexualisierte Gewalt und ökonomische Macht von Männern sowie der Ausschluss von Frauen aus vielen Bereichen des öffentlichen Lebens immer noch Realität. Darüber hinaus könnte der Maskulismus perspektivisch den Druck auf (pro-) feministische, gleichstellungspolitische sowie dekonstruktivistische Projekte erhöhen und sie verstärkt in defensive Auseinandersetzungen zwängen. Die Kritiken an Frauenförderungsmaßnahmen wurden in dieser Arbeit analysiert. Zugleich betrifft dies emanzipatorische Männlichkeitspolitiken.
Das ist ja immerhin mal eine interessante Einschätzung, Man wird um eine Auseinandersetzung mit dem Maskulismus nicht herumkommen. Weitere Texte bei:
Auf der Seite der Uni Freiburg habe ich eine Auflistung der im Feminismus und den Gender Studies nach der dortigen Ansicht vorherrschenden „Herangehensweisen“ gefunden
Momentan dominieren innerhalb der feministischen Theoriediskussion und der Gender-Forschung konstruktivistische, diskurstheoretische, postrukturalistische, dekonstruktivistische, kulturalistische wie auch postmoderne Herangehensweisen. Diese Bezeichnungen werden teilweise beinahe wie Synonyme verwendet, sie stehen in einem engen Zusammenhang, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte und verweisen auf unterschiedliche grundierende Theoriestränge:
Ich hätte sie wohl auch nicht so fein unterschieden, aber man lernt ja immer gerne dazu
Finde ich schon an sich eine gewagte Theorie: Keine menschenunabhängige Welt. Das ist keine ganz kleine Hürde für eine Theorie. Wie man sie wissenschaftlich untermauern sollte ist mir nicht verständlich. Gut, mit der Zugänglichkeit wird es etwas mehr eingeschränkt, aber wie vergleichende Untersuchungen zeigen haben verschiedene Völker teilweise recht gleiche Vorstellungen von ihrer Umwelt entwickelt und es gibt relativ viele „universelle Gemeinsamkeiten“
Hier wird also sozusagen der Konstruktor etwas näher bezeichnet. Auch hier wieder ein beängstigende Nähe zum Standard Sozial Science Model, welches eigentlich vollkommen veraltet ist.
Demnach wäre Dekonstruktion die Darstellung, dass alles konstruiert ist, indem man eine soziale Erklärung für den gleichen Vorgang findet. Wenn ich es richtig verstanden habe, dann hat Derrida dieses Verfahren allerdings zur Textanalyse entwickelt. Er hat es aber später wohl auf alle Bedeutungsträger ausgeweitet. Allerdings kann man eben Texte deutlich besser zerlegen als Lebewesen. Da man aber in diesen Theorien davon ausgeht, dass die Identitäten und Normen nicht von der Biologie beeinflusst sind, kann man sie als dekonstruierbar ansehen und ihre einzelnen Bestandteile ermitteln.
Zur Dekonstruktion aus der Wikipedia:
Die Dekonstruktion geht grundsätzlich davon aus, dass die Thematisierung bestimmter Gegenstände (sei es in wissenschaftlicher Theoriebildung, sei es in anderen Wissenssystemen, Darstellungsformen oder Gattungen) andere zugleich ausgrenzt. Anstatt nur auf explizit mitgeteilte Information konzentrieren sich dekonstruktive Analysen daher auch und besonders auf diejenigen Faktoren, welche ausgegrenzt wurden. Systematisch grundlegend dafür ist eine sinnkritische Einklammerung der Sinn- und Verweisungsbeziehungen etwa der Elemente eines Textes. Dies ermöglicht dann Fragen zu stellen wie: welche Ausgrenzungs- und Etablierungsmechanismen, welche Strategien des Glaubwürdigmachens, welche hierarchischen Strukturen eines Signifikantengefüges erlauben, das entsprechende materielle Gefüge als sinnhaften Bedeutungsträger zu verstehen und auf eine bestimmte Bedeutung oder „Aussageabsicht“ zu reduzieren? An welche Konstitutionsbedingungen sind die entsprechenden Sinn- und Geltungsansprüche gebunden? Dies kann insbesondere auch Konflikthaftigkeit, Aggressivität, verdeckte Gehalte und Intentionen sichtbar machen.
Diese Ausgrenzung durchzieht ja auch den Feminismus. Aus der Theorie, dass man Gegensatzpaare bilden muss und deren Stellung zueinander ermitteln muss, erklärt sich einiges in der feministischen Theorie. Dort ist das Gegensatzpaar eben Mann und Frau bzw. „männlich“ und „weiblich“ bzw. weitere Geschlechter oder in einem Intersektionalismus die weiteren Kategorien, wie Rasse, Klasse etc. Wenn eines der beiden in der Gesellschaft mehr betont wird, dann muss das andere Ausgegrenzt bzw. das andere etabliert werde. Hier kommt wohl auch die beständige Angst her, dass etwas zu viel Raum einnimmt. Wenn etwas mehr Raum einnehmen kann, dann eben weil die Geschichte, die man wahrnimmt, auf eine bestimmte Weise gestrickt wird. Auch wer körperlich mehr Raum einnimmt würde danach in der Dekonstruktion als jemand auffallen, der sich selbst einen höheren Geltungsanspruch einräumt und daher eine Ausklammerung der anderen vornehmen möchte.
Der kulturelle Bereich wird sicherlich zu einem gewissen Teil von Diskursen ausgeformt, soweit es der biologische Unterbau des Menschen zulässt. Und hier können natürlich bestimmte Riten und in der Kultur vorgegeben Betrachtungsweisen wesentlich werden. Ein gutes Beispiel ist zB, dass sich die Religion häufig nach der in der Gesellschaft vorgegebenen Religion richtet, sofern diese auch die Eltern haben. Allerdings sind eben schon genug Politker daran gescheitert einen bestimmten Diskurs, der für sie dienlich ist, vorzugeben. Ein Diskurs ist nicht so einfach steuerbar, wie man es sich im Feminismus vorstellt.
Das Fortschrittsdenken ist soweit wahrscheinlich auch nur patriarchisch.
Aus der Wikipedia dazu:
Elemente postmodernen Denkens und Urteilens sind:
Man tauscht also Rationalität gegen Emotionalität, lehnt wissenschaftliches Vorgehen ab, führt eine Beliebigkeit ein und versucht alle festen Formen aufzugeben. Eine einheitliche Gemeinschaft wird abgelehnt, dagegen eine starke Verschiedenheit in Verbindung mit Toleranz gefordert.
Stefan berichtet aus einen Text aus den Gender Studies:
1. Frage
1a. Erklären Sie die gendertheoretischen Fachtermini Sex und Gender. (1P)
1b. Erläutern sie anhand von Ergebnissen der Genderforschung, warum es wissenschaftlich unhaltbar ist aus sex gender abzuleiten (sex -> gender, d.h. z.B. aus der Konstitution geschlechtlicher Körper eine bestimmte Berufswahl abzuleiten). (3P)
2. Frage
Personalstatistiken zu wissenschaftlichen Einrichtungen wie Universitäten liefern Darstellungen, für die geschlechterbezogen ein Leaking-Pipeline-Phänomen bzw. ein Gender Gap festgestellt werden.
2a. Erläutern Sie die Fachbegriffe Leaking-Pipeline-Phänomen und Gender Gap. (1P)
2b. Erklären Sie die Hintergründe der hohen Männerquoten in den Ingenieurwissenschaften anhand der Forschungsergebnisse (1) zum Image/Status der Ingenieurwissenschaften und (2) zu den geschlechtsspezifi-schen Aufgaben- und Fähigkeitszuschreibungen (Sozialisation, geschlechtsspezifische Arbeitsteilung etc.).
(Welche geschlechtsspezifischen Vorteile werden Männern diesbezüglich geboten?) (10P)
3. Frage
3a. Erläutern Sie den Begriff „androzentrische Wissenschaftsgeschichte“. (1P)
3b. Wie lässt sich aus Sicht der Genderforschung eine androzentrische Geschichtsschreibung der Ingenieur- und Naturwissenschaften überwinden? (3P)
4. Frage
4a. Beschreiben Sie fundiert, wie es historisch seit dem 18. Jahrhundert in Europa zum Ausschluss von Frauen aus den Natur- und Technikwissenschaften kam. (10P)
4b. Warum kam es nach der Zulassung von Frauen zum Studium um 1900 in Europa nicht sofort zu einem völlig ausgeglichenen Geschlechterverhältnis in allen Fachbereichen? (4P)
5. Frage
Erklären Sie, in welchen Zusammenhang der geschlechtsspezifische Personalbestand und die Theorien der Naturwissenschaften von der Genderforschung gebracht werden. (3P)
6. Frage
Beschreiben Sie ausführlich am Beispiel der Gehirnforschung, wie die Genderforschung den psychobiosozialen Ansatz der kognitiven Geschlechterdifferenzen begründet. (10P)
7. Frage
Erläutern Sie, was die Genderforschung unter “Technology of Gender“ versteht und illustrieren Sie dies kurz beispielhaft anhand von drei technischen Artefakten / Geräten. (3P)
8. Frage
8a. Beschreiben Sie an einem Beispiel, in welcher Weise in technische Geräte / Artefakte bzw. in Technologien Genderscripte eingeschrieben werden. (3P)
8b. Wieso werden Genderscripte meistens von den Technikentwickelnden nicht bemerkt? (2P)
9. Frage
Das objektivistische Selbstverständnis der Naturwissenschaften wird durch die Wissenschaftsforschung / Social Studies of Science grundlegend in Frage gestellt.
9a. Erläutern Sie die zentralen Kritikpunkte an diesem Verständnis durch die Wissenschaftsforschung. (3P)
9b. Welche Konsequenzen hat das neue kritisch rekonfigurierte Wissenschaftsverständnis der Wissenschaftsforschung für zukünftige naturwissenschaftliche Forschung über Geschlecht? (3P)
10. Frage
10a. Erläutern Sie das von der Wissenschaftsforschung formulierte Verständnis von der Gestaltungs-flexibilität technischer Problemstellungen und der Gestaltungsflexibilität technischer Lösungsansätze. (4P)
10.b Welche Konsequenzen hat die gendertheoretische Perspektive einer Ko-Konstruktion von Technik und Geschlecht für zukünftige Technikentwicklung? (4P)
11. Frage
11a. Wieso sind aus Sicht der Wissenschaftsforschung gerade auch wissenschaftliche Sprache bzw. Fachtermini nicht frei von gesellschaftlichen Implikationen? (2P)
11b. Welche gesellschaftlichen Hintergründe und Auswirkungen können verschiedene Varianten von Geschlechternarrativen in den Naturwissenschaften haben? Erläutern sie dies anhand unseres besprochenen Beispiels aus der Zellbiologie. (4P)
12. Frage
Erläutern Sie auf der Grundlage der Forschungsergebnisse von Wendy Faulkner, Ulf Mellström und Gloria Miller, wieso Technik mit (einer bestimmten Art von) Männlichkeit assoziiert wird. (10P)
13. Frage
Obwohl das Konzept der wissenschaftlichen Objektivität eine Abwesenheit von persönlicher Perspektivität impliziert, erscheint es trotzdem auf männliche Erkenntnissubjekte bezogen.
13a. Erläutern Sie die gendertheoretischen Erklärungen dieses Paradoxons. (4P)
13b. Wie könnte Objektivität aus kritischer gendertheoretischer Perspektive neu konzeptualisiert werden? (2P)
14. Frage
14a. Erklären Sie den “Doing-Gender“ – Ansatz.
(Was bedeutet Doing Gender? Wieso wird dieser Ansatz den konstruktivistischen Theorien zugeordnet? Welcher zentrale Kritikpunkt formuliert die Doing-Gender-Perspektive am verbreiteten alltäglichen Verständnis von Geschlecht?) (6P)
14b. Inwiefern können Abbildungen in naturwissenschaftlich-technischen Lehrbüchern als Doing-Gender-Vorgang aufgefasst werden? (2P)
15. Frage
Geschlechtergerechte Wissenschaft wird auf der Grundlage von drei Säulen entwickelt: Frauenförderung, Gender Mainstreaming, Genderforschung.
Beschreiben Sie diese drei Säulen in ihren wesentlichen Charakteristika und stellen Sie ihre möglichen Bezüge und Wechselwirkungen untereinander dar. (8P)
16. Frage
16a. Welche gesellschaftlichen Auswirkungen kann eine androzentrische / sexistische Sprache haben? (2P)
16b. Schreiben Sie diesen kurzen Textabschnitt in eine geschlechtergerechte und zugleich sprachlich ansprechende Textfassung um:
“Die Universität bietet angehenden Ingenieuren hervorragende Studienbedingungen und hat schon viele fachmännische Leiter großer weltweit anerkannter Firmen hervorgebracht. Ein Student der Ingenieurwissenschaften profitiert darüber hinaus von guten Kontakten seines Fachbereiches zur Industrie, die ihm zahlreiche Möglichkeiten für Praktika bietet. International renommierten Gastdozenten aus dem Ausland stehen außerdem für sich und ihre Gattinnen schöne Unterkünfte in einem Gästehaus zur Verfügung.“
(dieser Text ist rein fiktiv und erhebt keinen Anspruch auf Realitätstreue…) (4P)
Wer also sein Wissen testen möchte, der möge bitte die Fragen beantworten. Wer nach der Beantwortung der Fragen noch etwas dazu schreiben will, warum der Test sehr ideologisch sind oder wie er die Fragen beantworten würde, wenn es nicht um die Punkte, sondern seine persönliche Sicht der Dinge gehen würde, der kann das natürlich auch gerne dann noch machen.
Zugelassene Hilfsmittel: Das Internet
Auf dem Blog „Heroine for one day“ gibt es Berichte aus den Gender Studies, von jemanden, der sie für absurd hält.
Hier ein Auszug:
Ich habe übrigens noch eine Frage, die mir vielleicht jemand von euch erklären kann. Mein unfassbar niedlicher (ich hörte von Leuten, er sei doch so schnuffig und lustig und zum Drücken) Gender-Dozent*in meinte neulich irgendwas von ‘Auf das Gehirn können wir schwer verzichten – wir können es, fallen aber möglicherweise auf.’ Ich musste grad noch einmal herzhaft lachen, als ich den Satz abtippte. Vielleicht lasse ich ihn auch einfach so stehen und jeder denkt sich seinen Teil. Okay, ich lasse ihn so stehen. Zu viel Zynismus, der mir im Gehiiiiiirn (haha! Gehirn!) rumgeistert. Mir fällt auch noch ein, dass der/die/das mit der langen Hose in der Hitze mir immer wieder sagte, dass es ja lediglich darum gehe, die Naturwissenschaften zu hinterfragen! Was denn daran falsch sei!
Nun, natürlich kann man bestimmte Absichten von Forschern hinterfragen. Aber das kann und muss man in so ziemlich jeder Disziplin, meiner Meinung nach. Allerdings gibt es eben auch Fächer, die sind more evil als andere. Ihr könnt es euch schon denken: ja, es ist die Biologie. In meinem ganzen Leben habe ich vorher noch nie das Wort ‘Biologist’ gehört. Genau das sind aber solche Leute wie ich, die die Biologie für bare Münze nehmen und alles damit erklären wollen. Permanent. Wie im Rausch. Jeder weiß ja, was die Endung ‘-ist’ zu bedeuten hat. Hier habt ihr es. Ich bin ein biologischer Fundamentalist. Ein wichtiges Kriterium ist, dass wir grundsätzlich danach gehen, dass es zwar Abweichungen gibt, aber eben auch nur Abweichungen und sie nicht als existierende Alternative anerkennen. Natürlich gab es aber auch ‘Biologen’ (ihr müsst euch das so vorstellen, als würde man das Wort regelrecht ausspucken!), die außerhalb des binären Systems geforscht haben. Das sind Helden. Gender Studies Helden! Männlich und Weiblich sind nämlich auch nur Alternativen. Aber das hatten wir ja schon. Wenn man nur fest genug daran glaubt, dann wird das schon. (ich fange langsam leider an Gender Studies einfach nur noch extrem anstrengend und langweilig zu finden, weil mir bewusst ist, dass meine Argumente bei ihnen nicht ziehen und ich bereit bin zu resignieren. Es ist mir zu absurd als dass ich ernsthaft über ihre Ansätze nachdenken und nach passenden Gegenargumenten suchen könnte, die dann letztendlich eh keinen Effekt haben. Die sind wie Teflon (Sex and the City-Zitate – wuhu! – und eine Klammer in der Klammer!), an denen bleibt nichts haften.. Aber vermutlich ist genau das ihre Strategie. Warten, bis der ‘Gegner’ vor Langeweile und Desinteresse vom Stuhl fällt…).
Und noch einer:
So. And there we have the salad! Unser Gehirn wird geschult darauf in einem binären System – wo es also NUR Mann und Frau gibt, bzw. diese als Einzige der Norm entsprechen – zu denken. Wir werden also regelrecht darauf abgerichtet. Das ist ja ungeheuerlich! Es gibt sozusagen kein Entrinnen für uns. Keinen freien Willen (der tatsächlich auf neurobiologischer Ebene umstritten ist) und somit auch keine Möglichkeit uns an neue Systeme zu gewöhnen oder sein Verhalten selbst zu beeinflussen. Aber ihr werdet euch wundern! Es gibt nämlich DOCH Menschen, die das können! Die in der Lage sind, alles, was ihnen seit jeher Glauben gemacht wurde, es sei die Wahrheit, als Lüge zu enttarnen! Dass es sich sozusagen, um eine Verschwörung gegen die Menschheit handelt, um sie zu verdummen und weiterhin mit der sexistischen und Machtpositionen ausnutzenden Sonstwas (Hier z.B. Film-, Porno-, Kosmetik-, Musik-, Mode-, äh..und was es eben sonst noch so alles gibt -industrie einsetzen) -Industrie Hand in Hand arbeiten zu können. Um die Menschen im Glauben zu lassen, es gäbe nur Mann und Frau, und die haben sich auch noch aufgrund bestimmter Merkmale attraktiv zu finden. Ja, liebe Freunde! Es gibt diese wunderbaren Leute, die uns alle davor bewahren können! Gender Studies-Leute! Sie sind quasi der Günter Wallraff der Universität! Der Inspector Gadget der studierten Elite! Die lassen sich nicht so schnell alles Mögliche erzählen! Es ist okay die Evolutionstheorie anzuzweifeln, immerhin ist es doch ein von Menschen ausgedachtes Konzept, das nur dazu dient, allen so genannten Intersexuellen, Transgender, Queers in verschiedensten Varianten, das Existenzrecht zu entziehen und den Gender Studies ans Bein zu pinkeln! Aber nicht mit den Gender Studies! Nein, nein!
Ich wünschte, es wären mehr Menschen so wie sie. Die tausenderlei an Lebensentwurfsformen akzeptieren, außer natürlich die abartigen Familienkonstellationen mit Mutter, Vater, Kind (nur noch mal zur Sicherheit: Es handelt sich hier vielfach um Zynismus.
Ich finde die Berichte interessant und gut geschrieben, sie zeigen schön, wie man auf diese ideologischen Kurse reagieren sollte: Indem man sie nicht ernst nimmt und ihre Inhalte hinterfragt. Ich hoffe auf viele weitere Berichte.
Bei Artikeln zum Feminismus ist es recht amüsant die Kommentare darunter zu lesen, die meist recht kritisch sind. Diesen hier unter einem Artikel zu den Gender Studies fand ich recht interessant:
Das mit dem „Zwangseinschreiben“ würde ich noch interessant finden. Ich nehme mal an, damit ist gemeint, dass ihnen mitgeteilt wurde, dass sie sich da einschreiben können, bis sie einen Platz bekommen, weil da was frei war und sie man so vielleicht auch die Zahlen etwas hoch halten möchte. Wäre aber interessant, wenn da einer was zu hätte.
Diesen hier fand ich dazu auch interessant:
In der Tat ist der „Befreiungsansatz“ etwas, was so ohne weiteres in einem Unistudiengang nichts zu suchen hat, weil es eine Wertung ist. Theoretisch sollten – wenn es ein nicht ideologischer Studiengang wäre – bestimmte Theorien zu Geschlechtern besprochen werden, auch Meinungen dazu dargestellt werden, aber das Ergebnis offen sein. Gerade bei einem Thema wie Geschlechterrollen und gerade bei einem Studiengang, der sich rühmt, dass es keine objektiven Wahrheiten gibt.
Ebenso wie diese hier: