Paula-Irene Villa und Sabine Hark zu dem Martensteinartikel: „Nüchterne und vorurteilsfreie Gender Studies“

Paula-Irene Villa und Sabine Hark, Genderprofessorinnen, nehmen auch zu der Debatte um den Martensteinartikel Stellung und verteidigen dort die Genderstudies:

Zugleich ist kaum eine Leitdifferenz der Gegenwart derart eng geknüpft an ein biologisches, genauer: biologistisches Verständnis. Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts halten wir das Geschlecht für eine unverrückbare, universale und unhintergehbare Naturtatsache, die an einem bestimmten physikalischen Ort der menschlichen Körper angesiedelt sei. Selbst wenn dies stimmte, so ist es doch höchst interessant und erkenntnisreich, sich mit der Geschichte dieser Tatsache zu befassen.

Genau das tun einige in den Genderstudies. Anders als davon auszugehen, dass es Männer und Frauen (qua Genetik, Gebärmutter, Anatomie oder Hirnwindung) an und für sich „gibt“, erforschen sie die historisch konstituierte, kulturell geregelte und subjektiv interpretierte Bedeutung des Geschlechtsunterschieds.

Es ist bereits eine interessante Überleitung. Fangen sie nicht mit „Selbst wenn dies stimmte“ an landen sie dann ohne großartige Beschäftigung mit dem Thema an sich bei der historisch konstituierten und kulturell geregelten Bedeutung des Geschlechtsunterschieds. Was sie dabei leider verschweigen ist eben, das in den Gender Studies eben gerade nicht die Geschichte behandelt wird oder hinterfragt wird. Weil die Ideologie verbietet sich mit biologischen Geschlechterunterschieden neutral zu befassen (sie dürfen wohl überhaupt nur als biologistische Geschlechterunterschiede bezeichnet werden).

Man kann die Frage, ob etwas kulturell konstituiert ist nur nicht erfassen, wenn man die biologischen Theorien nicht kennt.

Aber mal schauen, was sie anführen:

Historische Arbeiten im Feld der Genderstudies stellen etwa fest, dass diese Universaltatsache der biologischen Geschlechterdifferenz sich je nach geschichtlicher Konstellation recht unterschiedlich ausnimmt. „Alles, was wir an dem wahren Weibe Weibliches bewundern und verehren, ist nur eine Dependenz des Eierstocks“, schrieb der preußische Mediziner Rudolf Virchow 1848.

Das ist erst einmal recht wenig an Aussage. Natürlich haben die Eierstöcke, die ja auch einen Teil der Hormone produzieren, einiges zu sagen. . Hier fehlt es etwas an konkreten. Mal sehen was noch kommt:

Und die holländische Gesundheits- und Hormonforscherin Nelly Oudshoorn zeichnete nach, wie sich die Idee der „Geschlechtshormone“ allmählich im Kontext alltagsweltlicher Deutungen verselbständigte – und zwar entgegen vielfachen klinischen Evidenzen.

Nelly Oudshoorn greift insbesondere das Verständnis von „männlichen und weiblichen Hormonen“ und dem dadurch erzeugten Geschlechtern an. Es ist eine häufigere Erwiderung gegen biologische Theorien, die auch von Fausto-Sterling und Voss angeführt wird, ich hatte mich hier bereits damit beschäftigt:

Es ist bei evolutionären Vorgängen erst einmal eher zu erwarten als verwunderlich, dass bestimmte Stoffe lediglich Abwandlungen von einander sind. Denn Evolution ist eine Veränderung in kleinen Schritten, die alle aufeinander aufbauen. Es handelt sich bei Körpern eben gerade nicht um Systeme, die einen Designer, einen Erschaffer haben, der neue Elemente auf dem Zeichenbrett kreiieren kann, sondern das Schaffen eines neuen Systems erfordert ein Aufbauen auf dem alten. Aber das bedeutet nicht, dass diese neue Abweichung von einem bisherigen Produkt nicht eine vollkommen neue Bedeutung erhalten kann, die in scharfer Abgrenzung zum vorherigen Produkt steht.

Dass der Hormonhaushalt funktioniert und es schafft bestimmte Hormonkonzentrationen zu halten ist medizinisch meiner Meinung nach nicht zu bestreiten. Jede Frau, die einen regelmäßigen Zyklus, ja überhaupt einen Zyklus hat, sollte eigentlich Beleg genug sein. Eine spontane Umwandlung bestimmter “weiblicher Hormone” in “männliche Hormone” würde diesen Zyklus erheblich durcheinander bringen. Das gilt auf männlicher Seite ebenso: Bei einer “Spontanumwandlung” des Testosterons in Östrogene würde der männliche Körper vollkommen durcheinander geraten.

Ein Mann, der plötzlich den Östrogengehalt einer Frau hätte wäre unfruchtbar. Eine Frau, die plötzlich den Testosterongehalt eines Mannes hätte ebenso.(…)

Natürlich haben Hormone kein Geschlecht. Sie sind einfache Botenstoffe. Aber ihre Botschaften hinterlassen eben gewisse Wirkungen. Diese Wirkungen haben eine Richtung. Und die verläuft bezüglich des Körpers eben bei Testosteron in Richtung Mann und bei Östrogenen in Richtung Frau. Beim Gehirn könnte man dies schon wieder anders sehen. Aber die Veränderungen beruhen zum einen auf den Hormonen und zum anderen sieht man sie nicht so deutlich, wie die körperlichen Auswirkungen.

Ihre Thesen halten einer wissenschaftlichen Überprüfung insoweit auch nicht stand. Hier eine kurze Kritik dazu:

In the first chapter of the book, Oudshoorn argues that the idea that there was only one hormone per sex was later displaced by the observation that both sexes contained both „male“ and „female“ sex hormones. She writes: „This shift in conceptualization led to a drastic break with the dualistic cultural notion of masculinity and femininity that had existed for centuries“ (p. 26). She characterizes this „new model“‚ of the hormonal body as revolutionizing the „biological definitions of sex“: „The model suggested that, chemically speaking, all organisms are both male and female. . . . In this model, an anatomical male could possess feminine characteristics controlled by female sex hormones, while an anatomical female could have masculine characteristics regulated by male sex hormones“ (p. 39).

In my limited research in this field, however, I did not note the kind of shifting paradigm that she identifies here, especially in popularizations of medical literature. It seems to me that in this model there is still a significant binarism that directs the perception of the body. Male hormones cause maleness, female hormones cause femaleness: the chemicals themselves are considered to be reduced versions of the sex itself. Even before the period of her investigations, the 1920s and 1930s, there were perceptions that men could have „female“ attributes and vice versa (late-nineteenth-century sexology is full of them). Oudshoorn wants the chemical conception of sex hormones to have more scientific and cultural power than it really had (or has). The language about relative amounts of „femininity“ and „masculinity“–as measured hormonally in the blood — continues, rather than subverts, established paradigms of bodily sex. This is where Oudshoorn’s disdain of a primarily discursive analysis blurs her usually acute and perceptive vision. Maintaining the biologists‘ terminology of „male“ and „female“ hormones has the effect of erasing (or at least diminishing) the biochemists‘ more transformative conception of the hormonal body.

Wie man daran sieht ist es weniger ein kritisches Hinterfragen in den Gender Studies, sondern schlicht ein Nichtverstehen dieser Vorgänge und ein Festhalten daran, dass man im wesentlichen nur feministische Quellen würdigen muss. Obwohl die Theorien schwach sind, werden sie nach wie vor unkritisch wiederholt und als überzeugende Kritik an der (patriarchalen) Wissenschaft angeführt.

Dass wir von vielen kruden Vorstellungen zur Geschlechterdifferenz heute weit entfernt sind, ist nicht zuletzt ein Verdienst der Genderstudies. Denn diese haben Argumentationen, die Biologie als Schicksal setzen, und die lange auch das (natur- wie sozial- und kultur-)wissenschaftliche Wissen beherrschten, hinterfragt und herausgefordert.

Auch hier werden die Verdienste glaube ich nur bei einer vollkommen falschen Vorstellung der biologischen Theorien und einer fehlerhaften Bewertung der Theorien aus den Gender Studies gesehen. Die immer wieder behaupteten Verdienste der Gender Studies in diesem Bereich gibt es nicht . Die wesentliche Wissenshinterfragung erfolgt in der regulären Forschung, innerhalb derer sich die Theorien weiterentwickeln.

Was gerade durch wissenschaftshistorische Arbeiten in diesem Feld klar wurde, ist, dass die Grenzziehung zwischen Natur und Kultur mitnichten so offen zutage liegt. Diese erkenntnistheoretisch völlig triviale Einsicht stellt allerdings für viele Journalisten und Kommentatorinnen außerhalb der Wissenschaft offenbar eine schwer zu schluckende Kröte dar.

Es ist indes eine Einsicht, die NaturwissenschaftlerInnen und GeschlechterforscherInnen teilen. Jedenfalls ist es von der Position etwa des Cambridger Neurowissenschaftlers Simon Baron Cohen, der die alte Natur-versus- Kultur-Debatte in Bezug auf Geschlecht als geradezu absurd simplistisch bezeichnet und dafür plädiert, die Interaktion zwischen beidem in den Blick zu nehmen, nicht weit bis zum Plädoyer der in Berkeley lehrenden Philosophin Judith Butler, die Geschlechterdifferenz als jenen Ort zu verstehen, an dem die Frage nach dem Verhältnis des Biologischen zum Kulturellen gestellt werden müsse.

Natürlich gibt es eine starke Interaktion zwischen Natur und Kultur. Kultur wird üblicherweise die biologischen Grundlagen ausgestalten und biologische Motivationen werden innerhalb der kulturellen Möglichkeiten natürlich anders umgesetzt. Wenn man allerdings nur schlicht an biologische feste Verdrahtungen denkt und nicht an bestehende Motivationen und Einstellungen, etwa ein anderes Verhältnis zu Konkurrenz, andere Stressreagionen, ein anderer Wunsch nach Status aufbau und Hierarchiebezogenheit (im Schnitt) dann werden einem die Gemeinsamkeiten, die das Grundgerüst bilden, nicht auffallen. Wer sich beispielsweise mit den Folgen intrasexueller Selektion nicht beschäftigt hat, der man einfach nur den Machtkampf der Gruppe Mann gegen die Gruppe Frau annehmen und dabei wichtige Grundlagen verkennen.

Das Programm, das die Genderstudies daher nüchtern wie vorurteilsfrei verfolgen, besteht folglich genau darin, am Ort der Geschlechterdifferenz die Frage nach dem Verhältnis des Biologischen zum Kulturellen zu stellen. Und zwar sie immer wieder zu stellen, da sie, wie Butler sagt, zwar gestellt werden muss, aber, streng genommen, nie beantwortet werden kann.

Ich möchte den Satz gleich noch einmal wiederholen:

Das Programm, das die Genderstudies daher nüchtern wie vorurteilsfrei verfolgen

Das ist wirklich hinreißend. Ob sie das selbst glauben? Es muss einem doch bewußt sein, dass dieser Studiengang weder nüchtern noch vorurteilsfrei ist.

Es stimmt insoweit auch nicht, dass die Frage des Verhältnisses gestellt wird: Das Verhältnis dort ist ganz klar: Alles Verhalten ist kulturell begründet und die körperlichen Unterschiede lediglich solche des Phänotyps, die sich auf das Verhalten oder das Gehirn nicht auswirken. Gerade Butler sieht diese körperlichen Unterschiede quasi nur für Ankerpunkte, an denen eine kulturelle Unterscheidung fest gemacht werden kann.

Die Aussage, dass die Frage nie beantwortet werden kann, wird dort dazu genutzt, die Biologie vollkommen aus allen Theorien rauslassen zu können. Wäre es anders und man würde wirklich an der Abgrenzung interessiert sein, dann würde man dort die vielen Argumente für biologische Grundlagen diskutieren müssen, ebenso müsste Evolutionsbiologie und evolutionäre Psychologie fester Bestandteil des Lehrplans sein.

Nimmt man also ernst, dass simplistische Natur/Kultur-Debatten in einem falschen Binarismus verfangen sind, so folgt daraus durchaus, dass es Materialitäten (etwa Strukturen des Gehirns, Anatomie, Hormone) geben kann, die bei Männern und Frauen häufiger oder seltener vorkommen.

Das wäre ja schon einmal eine interessant Ansicht. Allerdings wären wir nicht in den Gender Studies, wenn daraus Unterschiede zugegeben würden:

Es folgt daraus allerdings ebenso logisch, dass diese Materialitäten mit sozialen Umständen und Erfahrungen interagieren: So sind Hormone auch von UV-Licht oder der Diät abhängig, sie reagieren auf Angst oder Lust, sie treten je nach Alter einer Person unterschiedlich auf. Und umgekehrt: Hormone beeinflussen Angst und Lust, sie machen Hunger oder müde. Doch Hormone machen ebenso wenig wie bestimmte Hirnstrukturen oder Chromosomensätze Frauen und Männer.

Das zeigt schon einiges an Unwissen. Zum einen haben die Geschlechter über weite Zeiten stark unterschiedliche Hormonspiegel. Der Strohmann, der hier aufgebaut wird berücksichtigt eben nicht die organisierende Wirkung pränataler Hormone und postnataler Hormone zu bestimmten Zeiten, etwa der Pubertät. Diese führen eben im Schnitt auch zu anderen Ausrichtungen des Gehirns, die nicht beliebig sind, auch wenn sie nicht essentialistisch auftreten, sondern eben mit gewissen Schwankungen.

Was es also bedeutet, individuell und gesellschaftlich eine „Frau“ oder ein „Mann“ zu sein, das wird nicht durch eine biologische Essenz festgelegt. Die Berliner Genetikerin Heidemarie Neitzel beschreibt, dass die Untersuchung des Hormonspiegels nicht unbedingt Eindeutiges ergibt. Es gebe Beispiele, wo Androgene wie Testosteron in männlicher Dosierung vorhanden seien, aber von den Zellen nicht erkannt würden.

Dieser Abschnitt ist unsofern unseriös, weil er dem Laien nicht darstellt, dass diese Erkenntnisse ebenso nicht aus den Gender Studies kommen, mit den biologischen Theorien vollkommen kompatibel sind und eher für diese als Argument verwendet werden können .Denn mit dem Nichterkennen von zB Testosteron geht eben einiges einher, von Transsexualität bis  zu einem weiblicheren Verhalten. CAIS, also komplette Androgenresistenz führt eben auch zu einem weiblicheren Verhalten.

Solche Befunde aber belegen nichts anderes, als dass die „Wahrheit des Geschlechts“ seit jeher keine nackte, sondern eine höchst bekleidete Wahrheit ist. Es sind solche Erkenntnisse – Erkenntnisse, die den Alltagsverstand, der zwei und nur zwei eindeutige Geschlechter kennt, erschüttern –, von denen Martenstein und Konsorten nichts wissen wollen. Wie gesagt, wir reden hier von wissenschaftlichen Selbstverständlichkeiten, die spätestens seit Kants Kritik der reinen Vernunft zum Grundwissen moderner Wissenschaften gehören.

Und auch hier wieder eine Falschdarstellung der biologischen Theorien. Es geht eben nicht um zwei eindeutige Geschlechter, also eine rein binäre essentialistische Betrachtung. Ein weiterer Strohmann wird mehr schlecht als recht zerlegt.

Virchow, Max Planck und Kollegen fürchteten einen möglicherweise sogar irreversiblen Eingriff in die Naturgesetze, sollten Frauen als Gleiche in die Akademie einziehen. Es sei dahingestellt, inwieweit sie dies für eine wissenschaftlich fundierte Aussage hielten oder ob sie sich nur taktisch des wirkmächtigen Diskurses einer naturalisierten Geschlechterdifferenz bedienten, um sowohl eine gesellschaftlich prestigereiche Position zu verteidigen als auch die in der deutschen Professorenschaft damals weit verbreitete Statusangst, die sich als Angst vor der Feminisierung ihres Berufes äußerte, zu bekämpfen. To allow women to be like men would be to risk men becoming like women – so hat die US-amerikanische Historikerin Joan Scott dies für einen anderen Kontext bilanziert.

Was damals befürchtet wurde und ob es die damaligen Theorien prägte hat nur eben keine Auswirkungen auf die heutigen Theorien. Aber natürlich bringt sie einen Machtkampf hinein, denn das ist ja das eigentliche Element der Gender Studies, in denen als Machtkampf umgedeutet wird. Die Machttheorie ist insofern aus meiner Sicht auch nur ein Strohmann.

Spricht aus der Diskreditierung der Genderstudies, inklusive der „Genderfrauen“, nichts als die Angst vor Uneindeutigkeit? Die Kultur, das „Volk“, das Abendland, die Wissenschaft, ja selbst die Natur sind bislang nicht untergegangen an der wachsenden Einsicht darin, dass Gender wesentlich mehr und anderes ist als Eierstöcke oder Hoden. Daran wird sich auch zukünftig wenig ändern, selbst wenn die Genderstudies derart wichtig und einflussreich würden, wie ihnen unterstellt wird.

Eher dürfte aus den Genderstudies die Angst vor dem Anderssein sprechen und der Unwille, Unterschiede zuzugestehen. Das mag daran liegen, dass man dort die biologischen Theorien gar nicht versteht und ihre Flexibilität und ihren wissenschaftlichen Unterbau nicht versteht.

Es wäre schön, wenn der obige Satz, dass die Gender Studies vorurteilsfrei und nüchtern an die Sache rangehen würden. Dann könnte dort in der Tat einiges an interessanter Forschung laufen.

So bleiben sie eine Antiwissenschaft und Ideologie.

Sexuelle Selektion und Feminismus

Sexuelle Selektion sieht vor, dass Verhalten der Geschlechter, welches sich auf das Paarungsverhalten auswirkt, eine Zucht in eine bestimmte Richtung bewirken kann.

  • Das kann intrasexuelle Konkurrenz sein, also Konkurrenz innerhalb  eines Geschlechts um das andere Geschlecht, bei der beispielsweise der Zugang für Konkurrenten zum anderen Geschlecht verhindert wird (beispielsweise bei Gorillas, die ihren Harem bewachen)
  • oder intersexuelle Selektion, bei der zB ein Geschlecht das andere Geschlecht aufgrund bestimmter Merkmale eher als Partner wählt
  • oder eine Mischung aus beiden, etwa wenn ein Geschlecht das andere Geschlecht aufgrund bestimmter Eigenschaften eher wählt und das andere Geschlecht daher in einen Wettbewerb untereinander eintritt , damit der Einzelne die besondere Ausprägung dieser Eigenschaft bei sich  zeigen kann.

Wichtig dabei ist, dass es eine biologische Selektion ist, also die Auswahl anhand von biologisch abgespeicherten Attraktivitätsmerkmalen (gegebenenfalls ausgestaltet durch Kultur) erfolgt. Das es solche Attraktivitätsmerkmale gibt, kann man an den biologischen Grundlagen von Heterosexualität und Homosexualität, an Asexualität aber auch an körperlichen Merkmalen wie etwa den Brüsten der Frau sehen.

Und das führt bereits zu allerlei Problemen, was den Feminismus betrifft.

Bei den queertheoretischen Ansätzen ist die sexuelle Ausrichtung nicht festgelegt. Alles ist rein kulturell ausgestaltet und es gibt keine biologisch geprägten Attraktivitätsmerkmale.  Sexuelle Attraktivität ist eine Art Blank Slate, der frei ausgestaltet werden kann und insoweit keinerlei Biologie unterliegt.

Ich hatte dazu schon etwas in dem Artikel „Queer Theorie, Evolution und Attraktivität“ geschrieben.

Aber auch andere Schwierigkeiten ergeben sich, gerade wenn eine sexuelle Selektion von Frauen durch Männer stattfinden soll:

Am Beispiel einer Mutation im asiatischen Raum:

As Wade summarizes Akey’s point: “thick hair and small breasts are visible sexual signals which, if preferred by men, could quickly become more common as the carriers had more children.” In fact, as Wade paraphrases Akey, “the sexually visible effects of EDAR are likely to have been stronger drivers of natural selection than sweat glands.”*

Basically, the genetic mutation flourished because men wanted to do the no-no-cha-cha with women who carried it. Oops, I’d forgotten that science, the world, etc., revolves around what males find attractive. Never mind that this assumes an alarming passivity on the part of the females. Did they have no say in their mating partner? (That’s a rhetorical question: Studies throughout the animal kingdom show that it’s usually the females who decide who gets action and who doesn’t.) And even supposing that the women had no agency, were prehistoric East Asian men really so very picky? Did they typically refuse intercourse with large-breasted or fine-haired women? I am trying to imagine a caveman turning down a willing sexual partner on account of a triviality like insufficiently luxuriant tresses, and not just one caveman but the entire sperm-producing Pleistocene population.

Unabhängig von der Frage, ob gerade diese Mutation durch sexuelle Selektion verbreitet wurde (sie hat immerhin einige optische Auswirkungen und natürliche Selektion kann zudem durch sexuelle Selektion unterstützt werden)  zeigt der Text die klassischen Argumente:

  • Ein Abstellen auf eine Auswahl durch den Mann ist patriarchisch und damit falsch
  • Eine Auswahl durch den Mann bedeutet Passivität der Frau und das kann auch nur falsch sein
  • Es sind die Frauen, die eigentlich aktiv werden, weil das so im übrigen Tierreich auch ist

Dazu kurz das Folgende:

Eine sexuelle Selektion der Frau kann nur durch den Mann stattfinden. Das bedeutet nicht, dass nicht gleichzeitig eine sexuelle Selektion des Mannes durch die Frau stattfindet. Aber ein Gen, dass sich auf die weibliche Brust auswirkt, hat eben evtl eher einen Zusammenhang mit sexueller Selektion der Frau durch den Mann.

Die Regel in der Biologie ist zudem nicht „die Frau wählt aus“, sondern derjenige, der viel in die Nachkommen investiert. Das alte Batemanprinzip ist insoweit längst erweitert. Bei den Menschen investieren beide Geschlechter bei einer Bindung viel. Die Frau durch die lange Schwangerschaft und die nachfolgende Stillzeit sowie danach die Betreuung und die Männer durch die Versorgung der Frau und des Kindes. Deswegen wählen hier auch beide Geschlechter aus.

Ein anderes Bespiel gibt es auch bei Joan Roughgarden, die insgesamt die sexuelle Selektion ablehnt, in Evolutionsrainbow:

Sie stellt es am Beispiel von Fröschen dar, bei denen es nach ihrer Darstellung zwei verschiedene Lebensstadien gibt: Einmal die jungen männlichen Frösche, die Eier befruchten, die das Weibchen legt und dabei ausnutzen, dass sie schneller und kleiner sind als die eigentlichen Männchen und die älteren Männchen, die in einem starken intrasexuellen Wettbewerb um die Weibchen stehen.

Bullfrogs (Rana catesbeiana) have two male genders: large males who call at night, giving bullfrogs their name, and small males who are silent.1 Both are reproductively competent, and females mate with both. Silent males turn into calling males as they grow older. (…) Silent bullfrogs, antlerless deer, and small, medium, and large male sunfish are happily ignorant of how they’ve been described by biologists. If they knew, they’d be mad. The silent bullfrog has been termed a “sexual parasite” by the biologists who study it. Instead, the bullfrog who croaks all night long is the model bullfrog, what every young male frog should aspire to. Why is the noisy male so privileged? If I were a female frog, I’d certainly prefer a male who didn’t keep me awake all night. I see no reason to admire a large, noisy male bullfrog as the masculine norm for frogdom while disparaging the silent bullfrog as a parasite.

Das macht deutlich, dass sie nicht verstanden hat, warum die Männchen singen und das es sich nicht um Ruhestörung aus Sicht der weiblichen Frösche handelt, sondern diese das sexy finden. Mit dem Gesang stellt das Männchen seine Stärke dar. Hier noch einmal die Schilderung aus der Wikipedia:

Conversely, females have brief periods of sexual receptivity during the season. In one study, female sexual activity typically lasted for a single night and mating did not occur unless the females initiated the physical contact.[18][23] Males only clasp females after they have indicated their willingness to mate.[18] This finding refutes previous claims that a male frog will clasp any proximate female with no regard as to whether the female has consented.[22][24][25][26] These male and female behaviors cause male to male competition to be high within the bullfrog population and sexual selection for the females to be an intense process.[18] Wells postulates that leks, territorial polygyny, and harems are the most likely classifications for the bullfrog mating system. Leks would be a valid description because males congregate in order to attract females, and the females arrive to the site for the purpose of copulation.[18][22] In a 1980 study on bullfrogs in New Jersey, the mating system was classified as resource defense polygyny. The males defended territories within the group and demonstrated typical physical forms of defense.[23]

Choruses Male bullfrogs aggregate into groups called choruses. The male chorus behavior is analogous to the lek formation of birds, mammals, and other vertebrates. Choruses are dynamic, forming and remaining associated for a few days, breaking down temporarily, and then forming again in a new area with a different group of males.[22] Male movement has experimentally be noted to be dynamic.[23] In the Michigan study, the choruses were described as “centers of attraction” in which their larger numbers enhanced the males’ overall acoustical displays. This is more attractive to females and also attractive to other sexually active males. Choruses in this study were dynamic, constantly forming and breaking up. New choruses were formed in other areas of the site. Males moved around and were highly mobile within the choruses.[18] A review of multiple studies on bullfrogs and other anurans notes that male behavior within the groups changes according to the population density of the leks. At higher population densities, leks are favored due to difficulty defending individual territories amongst a large population of males. This variance causes differences in how females choose their mates. When the male population density is low and males maintain clearer, more distinct territories, female choice is mostly determined by territory quality.[22] When male population density is higher, females depend on other cues to select their mates. These cues include the males’ positions within the chorus and differences in male display behaviors among other determinants.[20][22] Social dominance within the choruses is established through challenges, threats, and other physical displays. Older males tend to acquire more central locations while younger males were located on the periphery.[18] Chorus tenure is the number of nights that a male participates in the breeding chorus.[27] One study distinguishes between chorus tenure and dominant tenure. Dominant tenure is the more strictly defined as the amount of time a male maintains a dominant status.[28] Chorus tenure is restricted due to increased risk of predation,[29] lost foraging opportunities,[30] and higher energy consumption.[31] Calling is postulated to be energetically costly to anurans in general.[32] Energy is also expended through locomotion and aggressive interactions of male bullfrogs within choruses.[28] [edit]

Aggressive behavior

Within choruses, in order to establish social dominance bullfrogs demonstrate typical forms of aggression, especially through visual displays. Posture is a key factor in establishing social position and threatening challengers.[22] Territorial males have inflated postures while non-territorial males only have their heads above the water. For dominant, also called territorial, males their elevated posture reveals yellow-colored throats.[20][22] When two dominant males encounter each other they will engage in a wrestling bout. The males have their venters clasped, each individual in an erect position rising to well above water level.[22] The New Jersey study noted that males would approach each other to within a few centimeters and then tilt back their heads, displaying their brilliantly-colored gular sac. The gular is dichromatic in bullfrogs, with dominant and fitter males displaying yellow gulars. The New Jersey study also reported that low posture with only the head exposed above the water surface was typical of subordinate, or non-territorial males, and females. High posture was demonstrated by territorial males, who floated on the surface of the water with their lungs inflated, displaying a yellow sac, the gular, on their throats.[23] Males optimize their reproductive fitness in a number of ways. Early arrival at the breeding site, prolonged breeding with continuous sexual activity throughout the season, ownership of a centrally located territory within the chorus, and successful movement between the dynamically changing choruses are all common ways that males maintain dominant, or territorial, status within the chorus. Older males have greater success in all of these areas than younger males did.[18] Some of the males display a more inferior role, termed by many researchers as the silent male status. These silent males sit near resident males, moving into the dominant males’ territories. The silent males will sit for many hours near the resident males demonstrating low postures. The silent males are not in the practice of intercepting matings. They are actually waiting for territories to be vacated.[20][22] This has also been called the alternate or satellite male strategy.[

Hier sieht man, dass es sich um einen harten Kampf handelt, den die Männer untereinander ausfechten und der aufgrund der Wahlkriterien der Weibchen aufrechterhalten wird. Die lauten Frösche sind keine Ruhestörer, sie zeigen lediglich ihre Stärke. Die lautlosen Frösche versuchen sich insoweit dem Konkurrenzdruck zu entziehen indem sie in diesem nicht auffallen. Ihre Strategie ist eine Folge des enormen Wettbewerbs und seiner Kosten und nur innerhalb dieses Wettkampfes zu erklären. Weil es eine Reaktion darauf ist, halte ich es auch durchaus für gerechtfertigt, es als eine alternative Strategie zum sonstigen Weg darzustellen, ohne das damit gleich deren „Gender“ herabgewürdigt wird. Der „Laute Frosch“ ist deswegen „Privilegiert“, weil die Weibchen ihn sexier finden und er sich eher durchsetzt. Der leise Frosch ist eine Nischenselektion, die ohne die  Hauptstrategie nicht bestehen kann. Die Weibchen finden die lauten Männer sexier, weil sie entsprechende biologische Attraktivitätsmerkmale eingepflanzt haben und daher auf solche Merkmale wie kräftige Lauterzeugung reagieren. Sie treffen keine freie Wahl, sondern eine im Rahmen ihrer Biologie. Das dabei auch eine „Sneaker“ Strategie für die Frauen interessant sein kann, ergibt sich eben daraus, dass auch dort Gene weitergegeben werden. Bei wem die Weibchen besser schlafen hat bereits mangels Paarbindung  keinerlei Bedeutung und ist eine billige Übertragung menschlicher Auswahlkriterien um den Sachverhalt besser in die eigenen Theorien pressen zu können.

Queer Theorie und Homosexualität

Auf Gaywest findet sich ein sehr interessanter Text von Adrian:

Es ist natürlich verständlich und verführerisch, als Minderheit eine Welt zu postulieren, in der es eigentlich keine Minderheiten und Unterschiede gibt, keine Normen, keine Kategorien. Verführerisch auch die Theorie, eigentlich seien alle Menschen gewissermaßen pansexuell und würden nur durch soziale und gesellschaftliche Konstruktionen in bestimmte, zumeist heterosexuelle Richtungen, gezwungen. Denn wenn dem so sei, ist man als Homo eigentlich keine Minderheit mehr, sondern nur eine Mehrheit in spe.

Aber was spricht eigentlich für diese Annahme? Und ist nicht der schwul-lesbische Mensch, der sich im schmerzhaften Prozess der gesellschaftlichen Anerkennung seiner Sexualität bewusst wird, das ultimative Gegenargument? Fühlen wir denn “pansexuell”? Stehen wir auf alles und jeden? Welche gesellschaftlichen Einflüsse führen uns denn zur Homosexualität? Warum sind gerade wir so “revolutionär” der allgegenwärtigen Heteronormativität zu entkommen?

Der Text stellt dann weiter dar, dass gerade Homosexuelle eben nicht frei wählen, sondern auf Männer stehen, so wie heterosexuelle Männer eben auf Frauen stehen und ebenfalls nicht wählen können.

Der Text fasst meiner Meinung nach einen anziehenden Aspekt der Queer Theorie gut zusammen. Es erlaubt die Konstruktion von Unterdrückung und Machtgruppen, indem Minderheiten nur durch eine Abwertung ihrer sexuellen Einstellung begründet werden und damit genau so Mehrheiten sein könnten.

Gleichzeitig legt der Artikel den Finger in die Wunde: Die meisten Homosexuellen sind eben auch in ihrer Orientierung festgelegt. Lesenswert

Nochmal: Zweigeschlechtlichkeit und Evolution

Über Sanczny bin ich auf einen Artikel bei „kulturelle Praxis“ gestoßen, der „gute Antworten“ auf „Evolutionsgedöns“ zur Zweigeschlechtlichkeit  vorschlägt.

1. Zweigeschlechtlichkeit und Queertheorie

Zweigeschlechtlichkeit scheint in queeren Kreisen und damit auch in Teilen des Feminismus als problematisch zu gelten. Die Betonung der Geschlechter und die Einordnung in ein starres Zweierschema wird hier wohl als zu heteronormativ angesehen und damit natürlich als schlecht. Es gibt daher zahlreiche Bemühungen die Zweigeschlechtlichkeit zu „dekonstruieren“.

Butler wäre ein entsprechender Vertreter, ich hatte dazu bereits in meinem Artikel „Judith Butler“ über sie das Folgende angeführt:

Butler überträgt diesen Gedanken, wie Foucault bereits vor ihr auf das Geschlechterverhältnis, wo nach ihrer Auffassung ebenfalls bestimmte Geschlechternormen errichtet worden sind, die die Errichtung der Geschlechter und deren Verhalten bewirken. Diese knüpfen an die unterschiedlichen Körper von Mann und Frau an, die aber insoweit lediglich das Unterscheidungsmerkmal bilden, dass dann über verschiedene kulturell geschaffene Regeln zur Errichtung der Geschlechterrollen führt. Körper materialisieren sich nie unabhängig von ihrer kulturellen Form, sind also immer an ihre kulturspezifische Wahrnehmung gebunden.

Diese kulturspezifischen Merkmale der Geschlechterrollen werden dann durch beständige Wiederholung gleichsam eingeübt.

Nach dieser Vorstellung gibt es ersteinmal keine Frau als Subjekt, sondern das was als Frau definiert wird ist beständig einer kulturellen Betrachtung und Veränderung unterworfen. Eine “Frau” mit einem männlicheren Körper ist in dieser Hinsicht teilweise schon wieder den männlichen Regeln unterworfen, ist also nicht per se Frau, sondern irgendwo dazwischen. (…)

Für Butler schafft der Diskurs damit auch gleichzeitig den Körper -durch die Sprache materialisert sich das Geschlecht, Diskurs und Materie sind insofern miteinander verbunden. Die Sprache und der Diskurs stehend damit auf einer Stufe mit der Materie. Das Sprache und Diskurs die Materie nicht verändern und die Materie unterschiedlich bleibt ist nicht relevant, weil das übergeordnete Subjekt aus den drei Elementen, Diskurs, Sprache und Materie, eben durch diese alle drei geschaffen wird. Eine Frau kann nicht Frau sein, wenn die Eigenschaft Frau nicht durch den Diskurs in seiner gerade gültigen Form geschaffen, dies durch Sprache vermittelt wird und die Unterscheidung zu anderen Geschlechtern anhand körperlicher Faktoren, an denen diese Normen ansetzen können, erfolgen kann.

Andere Betrachtungen sind die von Fausto-Sterling, die erst eine 5-Geschlechtertheorie entwickelte (male, female, merm, ferm, and herm, also im wesentlichen zwei Abstufungen von Männlich und weiblich und eine hermaphroditische Kategorie), dafür aber ebenfalls stark kritisiert wurde und ihre Theorie dann aufgegeben hat und nun mehr darauf abstellt, dass es viele Abstufungen gibt.

2. Zweigeschlechtlichkeit und Evolution

Aus Sicht der Biologie gibt es dennoch lediglich zwei Geschlechter, weil hier ein fortpflanzungsbezogener Begriff verwendet wird. Die zwei Geschlechter, Mann und Frau, sind hier die beiden für die Fortpflanzung wichtigen Einteilungen, die damit auch den zentralen Punkt bilden und nicht ausgeblendet werden können. Nach diesem Modell kann nur ein eigenes Geschlecht sein, was an der Fortpflanzung beteiligt ist. Alles andere kann aus meiner Sicht bei dieser Betrachtung kein Geschlecht sein. Es sind dann eher Mischformen der Geschlechter, die aufgrund der Art, wie die Geschlechter entstehen, auftreten.

Natürlich spricht das nicht dagegen, sprachliche Bezeichnungen zu bilden, die einen größeren Umfang haben, etwa in dem man Intersexuelle mit dazunimmt oder eben Sonderformen für bestimmte Mischformen oder Ausprägungen bildet, aber das ändert nichts daran, dass unsere Biologie auf zwei Geschlechter ausgelegt ist.

Die Zweigeschlechtlichkeit ist dabei einige Zeit ein Rätsel für die Biologie gewesen, weil sie gar nicht so einfach zu erklären ist. Bei einer ungeschlechtlichen Fortpflanzung benötigt man lediglich ein Lebewesen, um ein anderes Lebewesen herzustellen, bei der jetzt bestehenden Zweigeschlechtlichkeit kann sogar nur eines dieser beiden eines der neuen Lebewesen produzieren, der andere, also das Männchen ist insofern eine ungenutzte Produktionskapazität, die Nahrungskonkurrenz etc darstellt. Bei dieser Betrachtung müsste man davon ausgehen, dass asexuelle Fortpflanzung wesentlich schneller ist und daher einen Selektionsvorteil hat:

Während ein Mensch, der 2 Nachkommen hat, hierzu einen weiteren Menschen benötigt, der dann auch zwei Nachkommen hat, was also lediglich eine Arterhaltung wäre, würde eine asexuelle Fortpflanzung zu einer Verdoppelung statt einer Arterhaltung führen.

Es gibt jedoch Vorteile einer sexuellen Fortpflanzung, die dies aufwiegen:

  • Geschlechtliche Fortpflanzung erlaubt es einen Genpool zu bilden, in dem verschiedene Gene unterschiedlich miteinander kombiniert werden können. Asexuelle Fortpflanzung lässt nahezu keinen Genaustausch zu, so dass alle Mutationen innerhalb einer Linie erfolgen müssen. Bei sexueller Fortpflanzung kann sich eine günstige Mutation in einer Linie, eine andere günstige Mutation in einer anderen Linie entwickeln und bei einem Treffen dieser beiden Linien beide Mutationen in einem Körper zusammenkommen und entsprechend weitergegeben werden
  • Ein Genpool erzeugt verschiedene Körper, auf die sich Parasiten schwerer einstellen können als bei einer eingeschlechtlichen Fortpflanzung, bei der ein Nachkomme genauso ist wie sein Vorgänger (zuzüglich einer eventuellen Mutation im geringen Umfang). Dies gibt einen Vorteil, gerade für Lebewesen mit einer längeren Reproduktionsdauer, die eine geringere Anpassungsrate gegenüber Wesen mit einer kurzen Reproduktionsdauer (etwa Bakterien und Viren) haben. Da sich Parasiten und Wirte immer in einem Red Queen-Rennen befinden (beide müssen sich immer wieder anpassen um auf der gleichen Stelle zu bleiben), wird dieser Effekt als sehr wichtig angesehen
Weiteres zur Evolution der Zweigeschlechtlichkeit findet sich auch in dem Wikipedia-Artikel zu „Evolution of  sexual Reproduktion
Hieraus sieht man, dass jedes weitere Geschlecht, dass für eine Fortpflanzung erforderlich wäre, weitere Zusatzkosten auslösen würde und alle Vorteile mit 2 Geschlechtern umzusetzen sind.
3. Abgrenzung Zweigeschlechtlichkeit und Essentialismus
Ein großer Verständnisfehler der Queertheorie und ihrer Anhänger ist meiner Meinung nach, dass Zweigeschlechtlichkeit in diesem biologischen Sinne  bedeutet, dass für „queere Lebensentwürfe“ kein Raum bleibt.
Natürlich hindert diese Einteilung nicht, dass es Zwischenformen gibt und die biologischen Mechanismen, die zu Intersexualität oder Homosexualität führen, sind auch innerhalb der Art und Weise, wie wir unsere Geschlechter herausbilden, durchaus nachzuvollziehen.
Sie heben aber die biologischen Gründe, aus denen es zwei Geschlechter gibt, nicht auf.
Ich verlinke hier noch mal auf ein paar bereits geschriebene Artikel:
4. Die Gegenargumente zur Zweigeschlechtlichkeit
In dem oben erwähnten Artikel werden dann einige „gute Konter“ aufgeführt:

a) Was? Hab’ gerade nicht zugehört, mußte an Analverkehr denken

Dass es Analsex gibt ist kein Gegenargument, dafür, dass es zwei Geschlechter gibt. Die Theorien arbeiten nicht damit, dass Sex immer Fortpflanzung ist und es deswegen keinen Analsex geben dürfte. Sex ist natürlich Spass und Erregung, weil das das Mittel ist, mit dem wir zum Sex angehalten und motiviert werden. Dass es dabei viele Formen gibt, die nicht zu einer Fortpflanzung führen und trotzdem Spass machen, steht dem nicht entgegen, genau so wenig wie Süssstoff dem Gedanken entgegensteht, dass uns Süsses schmeckt, weil es ein guter Energielieferant ist. Der selektive Nachteil von Analsex scheint nicht so groß gewesen zu sein, dass dies zu einer Selektion zu Ausscheidungsorganen führte, in die man keinen Penis einführen kann. Viele Menschen, die passiven Analsex ausprobieren, werden allerdings durchaus der Auffassung sein, dass es einem auch nicht zu leicht gemacht wird.

b) Stimmt, nach Rule 34 müßte es auch Bratenspritzen- oder Reagenzglas-Pr0n geben

Weil sie der Fortpflanzung dienen? Auch da ist wieder anzuführen, dass nicht Fortpflanzung sexy ist, sondern Sex, die Natur es aber so eingerichtet hat, dass ein Großteil des Sex die Fortpflanzungschance entsprechend erhöht. Dass man künstliche Befruchtungen vornehmen kann ist dabei nicht weiter störend.

c) Sagt eine Zelle zur anderen nach der Teilung: “Und … wie war ich?”

Das einige Lebewesen sich ohne Sex fortpflanzen können stellt die Zweigeschlechtlichkeit bei sich sexuelle fortpflanzenden Wesen nicht in Frage. Es sind verschiedene Wege zur Fortpflanzung, die auf verschiedenen Vorzügen dieser aufbauen.

(mir ist bewusst, dass die Anmerkungen eher schnippisch/lustig sein sollen, aber ich wollte sie dennoch kurz besprechen, gerade auch, weil ich sie eben nicht für pfiffig, sondern schlicht an der Sache vorbeigehend, halte)

Geschlechterunterschiede und Homosexualität: Soziologische vs. biologische Erklärungen

Stephen Anderson schreibt in seinem Artikel „The Sociology of Human Sexuality: A Darwinian Alternative to Social Constructionism and Postmodernism“ interessantes zur Homosexualität.

Erst einmal der Abstract:

Social constructionism and postmodernism have been the most prominent approaches to the sociological study of human sexuality in the last two decades. Although sexual behavior is undoubtedly socially influenced, since it varies in a number of ways from one society and one historical time period to another, there is such a regularity and consistently in some patterns of sexual behavior across space and time that it must be strongly rooted in our biological nature. Social constructionism greatly exaggerates the flexibility of human sexuality and suffers from an enormous underappreciation of the real facts of actual sexual behavior in human social life. Social constructionism’s postmodernist version is also ideologically rather than scientifically driven and sees the search for truth as a political rather than an empirical process. This paper suggests the need to reorient the sociological study of sexuality and proposes Darwinian sexual selection theory as the best theoretical alternative to for doing so. It outlines a Darwinian perspective on sexuality and applies it to several dimensions of heterosexuality and to the two major forms of homosexuality in the world’s societies.

Zu den verschiedenen Ansichten dort:

 Zum Poststrukturalismus nach Foucault:

Social constructionist and postmodernist thinking about sexual behavior is rooted in the ideas of the renowned French philosopher Michel Foucault (1978). Foucault saw societies as constructing “sexual regimes” – entire complexes of sexual attitudes, values, and practices – that were infused with politics. He urged us to deconstruct these regimes so that we could see them for what they are. Some of the most prominent recent social constructionist/postmodern theorists of human sexuality are Steven Seidman (1994a, 1994b, 1996), Jeffrey Weeks (1986), and Adrienne Rich (1980).1 These thinkers are opposed to “essentialism,” or the notion that sexuality is part of our biological nature and that there are certain universal types of it. Seidman tells us that sex is social and that this inevitably makes it political.

Und die Queer Theorie, zusammengefasst in den 4 Hauptprinzipien:

1. A conceptualization of sexuality which sees sexual power as being embodied in different levels of social life, expressed discursively and enforced through boundaries and binary divides.

2. The problematization of sexual and gender categories, and of identities in general, which are always on uncertain ground.

3. A rejection of civil rights strategies in favor of a politics of carnival, transgression, and parody; these lead to deconstruction, decentering, and revisionist readings.

4. A willingness to interrogate areas which normally would not be seen as the province of sexuality, and to conduct queer interpretations of apparently heterosexual or nonsexual texts.

Und weiter dazu:

Queer theorists see sexuality everywhere and everything as sexualized. Like the social constructionists and postmodernists in general, they are overtly political, but even more aggressively so. For them, sexual oppression based on sexual difference is omnipresent (Heasley and Crane, 2003). As Stein and Plummer (1994:182) remark, “Queer theorists turn their deconstructive zeal against heterosexuality with a particular vengeance.” Queer theory seeks to make homosexuality normal and redefine heterosexuality as deviant. Paraphrasing Marx, they see heterosexuality as containing the seeds of its own destruction

Und zur Poltik in dieser Ansicht:

The other problem with social constructionism/postmodernism is its aggressively political nature. It is clear not only that these thinkers have a political agenda – after all, they are extremely explicit in that regard – but that it is this agenda, rather than the search for truth, that is driving their whole approach. This agenda is so aggressive that it has led to absurd conclusions – sex is not about sex but about power, everything is sexualized, homosexuality should be the social norm, and so on. In his well-known work Conflict Sociology, Randall Collins (1975) makes note early in the book of three forces that have worked against the development of sociological theory and scientific sociology. One of these is politics. I do not buy the line that there is no such thing as objectivity and that social scientists cannot at least strive for value neutrality. Our understanding of human sexuality needs to be driven by the search for truth, not the desire to be sexually transgressive. In sociology, politics corrupts, and absolute politics corrupts absolutely. Therefore, let us turn to a perspective on human sexuality that is driven by this search for truth rather than by a new form of sexual domination.

Und dann die klassischen Argumente für die biologische Position:

One major problem is that, with one or two possible exceptions (Harris, 1981; Herdt, 1984), heterosexuality is overwhelmingly the most common form of sexual activity in all known societies. This would seem to suggest that sexual orientation is rooted in our biological nature. Weeks (explicitly) and Rich (implicitly) argue, as we have seen, that heterosexuality is the most common form of human sexuality simply because of the political domination of heterosexuals over homosexuals. But this is an unusually extreme form of special pleading. It is also an argument that not only flies enormously in the face of the facts, but is completely illogical. Are we expected to believe that precisely the same kind of social construction occurs in all known societies, most of which are separated by enormous distances of space and time? Rich’s response to this implicit question is that such social constructions are rooted in male domination and men’s desires to use women for their own sexual pleasures; but this implies that most men themselves are already heterosexuals, and thus begs the very question Rich is attempting to answer. Even more problematic is the whole question of male and female anatomy. From the perspective of Darwinian evolutionary biology, anatomical structures arise because they are adaptive. Males have penises, women vaginas, and the one seems to fit into the other in a very smooth way. These structures must have evolved together, and as a result the brain must have evolved to give men and women the necessary drives to want to put them together. And imagine a species with complete indifference as to how it should behave sexually. It would quickly be driven to extinction by other species that would outreproduce it. It is thus impossible to imagine a species that is biologically indifferent to its sexual orientation because such a species could not exist more than a very short time.

 Und ein weiteres klassisches Gegenargumente:

Tooby and Cosmides (1989:37) summarize the enormous importance of all of these empirical findings for a Darwinian understanding of human sexual behavior:

Culture theory as it stands predicts the null hypothesis: that differences between cultures are random with respect to evolutionary hypotheses and therefore that, for example, sex differences should occur as frequently in one direction as the other. The assertion that “culture” explains human variation will be taken seriously when there are reports of women war parties raiding villages to capture men as husbands, or of parents cloistering their sons but not their daughters to protect their sons’ “virtue,” or when cultural distributions for preferences concerning physical attractiveness, earning power, relative age, and so on, show as many cultures with bias in one direction as in the other.

In der Tat müsste bei einer rein kulturellen Begründung wesentlich mehr Abweichung existieren. Und diese müsste dann wieder auch zu einer deutlicheren biologischen Differenzierung folgen, weil aus den verschiedenen Kulturen dann ja auch ein ganz verschiedenes „Zuchtprogramm“ folgen würde.

Zur Homosexualtität dann das Folgende:

It is currently estimated that about 2-4 percent of the populations of Western industrial societies are preferentially homosexual, a figure that may hold for many other societies as well. A great deal of research has been done on the biological roots of homosexuality. In an early article, Lee Ellis and Ashley Ames (1987) reviewed much of this research and concluded that homosexuality develops when, during a critical period of fetal development, the brain receives an excess of the hormone(s) of the opposite sex. Male homosexuals thus have fetally “feminized” brains, whereas lesbians have fetally “masculinized” brains. On the basis of their theory, Ellis and Ames predicted that

(1) homosexuality should be primarily a male phenomenon because all mammals are fundamentally female, and it is only by inserting the Y chromosome into the mammalian genome that masculinity develops; this leads to more sexual inversions in genetic males than in genetic females;

(2) male homosexuals are more likely to be “effeminate” and to have “feminine” interests than male heterosexuals, and lesbians are more likely to have “masculine” characteristics and interests than female heterosexuals;

(3) homosexuality should be highly heritable; and

(4) attempts to alter sexual orientation after birth should be minimally effective or ineffective.

All four of these predictions are strongly supported by empirical evidence.

Und dann noch ein Überblick über die weltweite Lage, der die These ebenfalls eher stützt:

1. Homosexuality is universal.

2. The percentage of homosexuals in all cultures is approximately the same (about 5%) and remains stable over time.

3. The emergence of homosexuality is not affected by social norms regarding it. Homosexuality is just as likely to appear in societies that are homophobic as in those that are much more tolerant of homosexuality.

4. Given a large enough population, homosexual subcultures will be found in all societies.

5. There are striking resemblances in behavioral interests and occupational choices between homosexuals in different societies.

6. In all societies homosexuals run the gamut from highly feminine to highly masculine.

Und zu den genetischen Grundlagen:

Research establishes that preferential homosexuality has a clear genetic component (studies reviewed in LeVay, 1996). A study by Bailey and Pillard of male identical twins found that when one twin was gay, 52 percent of the time the other twin was also gay. The number was only 22 percent for fraternal twins. A study by Fred Whitam obtained corresponding numbers of 65 percent and 29 percent, and research by Bailey and colleages of female twins obtained numbers of 48 percent and 16 percent. Dean Hamer (Hamer and Copeland, 1994) has tried to identify a “gay gene.” He and his research team have found a region of the X chromosome known as Xq28 that they believe holds such a gene. This gene is passed only through women. (In order to understand the genetic foundations of behavior we have to realize the complexity and subtlety of genetics. Consider the observation that, in identical twins, if one twin is left-handed then the other twin has only a 12 percent chance of being left-handed. In gays, if one twin is gay then the other has about a 50 percent chance of being gay. But this does not mean that 12 percent of handedness is genetic, 88 percent being due to something environmental, or that 50 percent of homosexuality is genetic, the other 50 percent environmental. Handedness undoubtedly is entirely genetic, and sexual orientation may be as well. People may have the same gene, but the gene for some reason expresses itself in one person but not in the other.) Actually, there is probably a whole set of gay genes, each of which regulates one aspect of neurological development. This is probably what explains some important differences among gays, e.g., that some gay men are effeminate but others are not.

Zu den verschiedenen Möglichkeiten, nach denen Homosexualität entstehen kann, hatte ich auch hier schon mal was geschrieben.

 

Nochmal: Schönheit, Attraktivität und Evolution

Schönheit und Attraktivität scheint immer noch ein umstrittenes Thema zu sein. Ich hatte zu den biologischen Grundlagen schon mal etwas in „Queer Theorie, Evolution und Attraktivität“ und an anderer Stelle geschrieben.  Hier möchte ich nochmal ein paar Grundlagen, so wie ich sie verstehe, zusammenfassen.

1. Die Schwierigkeiten sexueller Fortpflanzung

  • Eingeschlechtliche Fortpflanzung erfolgt durch Teilung etc. Da nur das eigene Genmaterial weitergegeben wird (+evtl. Mutationen) ist keine Auswahl erforderlich
  • Zweigeschlechtliche Fortpflanzung erfolgt über den Austausch von Genmaterial zwischen zwei Lebewesen, wobei eines die eigentliche Wachstumsbasis + Genmaterial bereitstellt (zB Ei) und das andere nur die Gene ( zB Spermien).
  • Aufgrund dieser Aufteilung ist es erforderlich, dass man sicherstellt, dass beide Arten zusammenkommen. Erfolgt die Paarung mittels direkter Übertragung („Sex“) dann setzt dies voraus, dass eine gewisse Erkennung vorhanden ist, welches Geschlecht vorliegt um so eine effektive Übergabe sicherzustellen.
  • Dies kann über optische Unterschiede, Pheronmone, sonstige Geruchsstoffe oder über kompliziertere Wege erfolgen.
  • da viele Tiere keine elterliche Betreuung haben, müssen diese Hinweise biologisch abgespeichert sein. Auch bei elterlicher Betreuung bietet es sich an, diese Merkmale bereits direkt abzuspeichern, da ein Erlernen fehleranfällig ist und eine Lernsoftware voraussetzt, die komplizierter sein kann als die einfache Einprogrammierung.
  • die Merkmale, die eine Zuordnung ermöglichen sollten zugleich bei einem Treffen den Wunsch nach Sex erzeugen, also mit Erregung gekoppelt sein.

2. von bloßer Geschlechtserkennung zur Qualitätserkennung

  • um so aufwändiger die Kosten der Fortpflanzung sind (von der Abgabe kleiner Eier im Meer bis zum Austragen des Kindes und nachfolgender Ernährung bei Säugetieren) um so eher kommt es darauf an, nicht nur das reine Geschlecht des anderen zu erkennen, sondern auch eine Abschätzung vorzunehmen, welche Qualität der sexuelle Partner in Hinsicht auf Fortpflanzungserfolg hat.
  • Demnach würden sich Anzeichen für Fruchtbarkeit, genetische Fitness (=insbesondere Symmetrie) gute Ernährung oder Zeichen der Überlegenheit über andere Vertreter des gleichen Geschlechts anbieten
  • Die Tierwelt verrät uns, dass so etwas passiert. eine Vielzahl von Tieren wählt Partner aktiv aus und richtet sich dabei nach gespeicherten Attraktivitätsmerkmalen, die vererbt werden.
  • Klassische Attraktivitätmerkmale sind: Symmetrie (Mutationen führen oft zu einer Asymmetrie, Symmetrie spricht daher für eine Mutationsfreiheit), Zeichen einer langfristigen guten Ernährung (spricht dafür, dass auch die Kinder sich langfristig und gut ernähren können werden, zB Haare und Muskeln), Costly Signals, die zeigen, dass er eine besondere Qualität hat, Parasitenfreiheit (zB glänzendes Fell, allgemeine Gesundheit), Zeichen eines Durchsetzens in intrasexueller Konkurrenz: Größe, Kraft, Nähe zum Weibchen bei speziellen Treffen zur Partnerfindung.

3. Attraktivitätsmerkmale bei Tieren in kooperativen Gruppen

4. Kann das Gehirn so etwas speicher

  • Das Gehirn ist ein paralleler Rechner, der komplexe Berechnungen vornehmen und gigantische Datenmengen speichern kann. All unsere Erinnerungen und Erfahrungen müssen zwangsläufig in einer biologischen Form abgespeichert werden, weil eine andere Speicherungsart nicht vorgesehen ist. Wenn Lernerfahrungen abgespeichert und genutzt werden können, dann kann man ein Gehirn auch so bauen, dass es bereits bestimmte Erfahrungen abgespeichert hat (es müssen ja nur die Gene dafür sorgen, dass die gleichen Strukturen bestehen, die bei einer Erfahrung abgespeichert werden).
  • Alle Vorgänge, die als kulturelle Regeln erlernbar sind, müssen demnach erst recht auch als erbbare Informationen vorliegen können.

5. weitere Vorteile abgespeicherter Attraktivitätsmerkmale

  • sie verhindern ein Auseinanderdriften einer Spezies. Wenn alle das gleiche Attraktiv finden, weil es abgespeichert ist, dann entwickeln sich die Mitglieder dieser Spezies alle in eine Richtung. Bei einem kulturellen Hintergrund kann hingegen ein Teil der Spezies zB lange Hälse und der andere Teil der Spezies dicke Hintern schön finden. Das hätte eine Zucht genau dieser Eigenschaften zur Folge, so dass der eine Teil der Spezies lange Hälse und der andere Teil dickere Hintern bekommen würde. Um so freier die Vorlieben um so wahrscheinlicher ein Auseinanderdriften, dass zu späterer Inkompatibilität führt. Um so einheitlicher man die Menschheit sieht um so eher muss man abgespeicherte Attraktivitätsmerkmale annehmen.
  • Vererbbare Attraktivitätsmerkmale sind der einzige Weg wie biologische sexuelle Selektion langfristig wirken kann. Sofern man annimmt, dass es eine sexuelle Selektion gegeben hat, müßte man auch von vererbbaren Merkmalen ausgehen. – abgespeicherte vererbbare Attraktivitätsmerkmale sind der sicherste Weg unbewußtes Wissen über Fruchtbarkeit etc abzuspeichern. Hüft-Taile-Verhältnisse beispielsweise wären kulturell schwer zu erlernen und das Ergebnis würde mit den Generationen eher verfälscht werden.

6. Nutzen unsere nächsten Verwandten solche Merkmale?

  • Affen haben geringere Möglichkeiten eine Kultur aufzubauen, da sie keine Sprache haben.
  • Dennoch zeigen Affen Vorlieben für Partner mit körperlichen und gruppenorientierten Attraktivitätsmerkmalen
  • gerade der Status in der Gruppe bestimmt den Fortpflanzungserfolg bei den übrigen Primaten.
  • Da alle unsere nächsten Verwandten auf abgespeicherte Attraktivitätsmerkmale zurückgreifen, muss auch ein gemeinsamer Vorfahr solche abgespeicherten Attraktivitätsmerkmale genutzt haben.

7. Ist eine komplette Aufgabe einmal abgespeicherter Attraktivitätsmerkmale hin zu einer Beliebigkeit und reinen Kulturgeprägtheit im Wege der Evolution möglich?

  • Ein Abbau ohne eine Ersetzung durch andere, passendere abgespeicherte Attraktivitätsmerkmale, würde erfordern, dass Personen ohne diese Merkmale mehr Nachkommen haben als Personen mit solchen abgespeicherten Attraktivitätsmerkmalen.
  • Das ist bei solchen Merkmalen, die eine schnelle Geschlechtszuordnung ermöglichen sehr unwahrscheinlich. Jemand, dem egal ist, ob er mit einem Mann oder mit einer Frau schläft, wird eher weniger Nachkommen haben. Hat er gar keine Anhaltspunkte, die eine Attraktivitätszuordnung ermöglichen, dann wird ein geringer Teil vielleicht Gegenstände, Tiere oder Medien sexuell interessant finden, was ebenfalls nicht zu einer Vermehrung führt.
  • Auch bei Merkmalen, die Ausschluß über die Qualität des Partners in Hinsicht auf Fortpflanzung geben wäre eher damit zu rechnen, dass er ohne Attraktivitätsmerkmale Partner wählt, die geringere Chancen auf Fortpflanzung bieten. Auch diese Gene werden sich daher nicht im Genpool anreichern. – eine Selektion auf eine Loslösung von Attraktivitätsmerkmalen ist auch nicht wahrscheinlich, wenn die Kultur die gleichen Vorgaben hat, die auch die Natur machen würde. Denn dann sind die Attraktivitätsmerkmale zu keinem Zeitpunkt negativ sondern bestärken die Kultur noch. Ich kann mir demnach keine Selektion vorstellen, die dazu führt, dass wir abgespeicherte Attrkativitätsmerkmale komplett aufgeben.

Schönheit und Attraktivität sind damit wichtige Werkzeuge, die eine Partnerwahl ermöglichen sollen. Sie werden biologische Hintergründe haben, selbst wenn die Ausgestaltung, Ausformung und Gewichtung teilweise Kultur sein kann. Es spricht vieles dafür, dass auch der moderne Mensch abgespeicherte, vererbbare Attraktivitätsmerkmale hat, die durch Kultur nicht zu ändern sind.

Ich bitte um Kritik und insbesondere wenn man abweichender Meinung ist um Angabe, welche Punkte man noch mitträgt und welche nicht mehr und aus welchem Grund.

Warum die sexuelle Identität biologisch sein muss

Wenn man sich fragt, ob die sexuelle Identität biologisch oder gesellschaftlich bedingt ist, dann kommt man meiner Meinung nach nicht an evolutionären Betrachtungen vorbei.

1. Das Entstehen der Geschlechter und erste Fortpflanzung

Die Entwicklung der Geschlechter an sich ist irgendwann geschehen. In Das egoistische Gen vermutet Dawkins, gestützt auf andere Überlegungen, dass es erst einen Trend dazu gab, größere Abstammungszellen zu erstellen, weil diese dank besserer Ressourcen bessere Startmöglichkeiten hatten. Was dann dazu führte, dass es sich gleichzeitig lohnen konnte, kleinere Abstammungszellen zu bilden, die die Kosten der großen Zellen nicht hatten, wenn diese sich irgendwie mit den größeren Zellen anderer verbinden konnten, um deren Ressourcen zu nutzen. (Dawkins, S. 142) Ein paar Millionen Jahre gegenseitigen Wettlaufs führen schließlich dazu, dass die Zellen eine Kooperation eingehen, was an den großen Vorteilen eines Genpools liegen dürfte, der unterschiedlich kombiniert werden kann.

2. Probleme der geschlechtlichen Vermehrung und Partnerwahl

Die Lebewesen wurden immer komplizierter und damit auch die Fortplanzungsmechanismen. Reichte es Anfangs im Wasser noch aus, einfach beide Zellen im richtigen Moment ins Wasser abzusondern, wurde der Mechanismus im Laufe der Zeit immer komplexer. Aber bereits bei der Abgabe ins Wasser stellten sich die ersten Probleme. Das Lebewesen musste zumindest eine rudimentäre Vorstellung davon haben, dass das andere Lebewesen von seiner Art war, dem anderen Geschlecht angehörte und ebenfalls Zellen ins Wasser abwandern wollte. Ein Lebewesen, dass diese Fähigkeiten nicht entwickelte, musste erheblich mehr Zellen produzieren und hatte auch erheblich weniger Nachkommen. Laichzeiten und Orte mögen der erste Weg zur Umgehung dieses Problems gewesen sein, aber um so entwickelter das Lebewesen wurde und um so kostspieliger einer Schwangerschaft wurde, um so dringender wurde das Problem, die richtigen Momente und Partner abzupassen.

3. Erhöhung der Kosten am Land und durch Schwangerschaft

Das Problem verschärfte sich noch für Landlebewesen. Sie können ihren Nachwuchs nicht einfach dem Meer überlassen und müssen ein Austrocknen verhindern, was dazu geführt hat, dass Landlebewesen üblicherweise schützende Mechanismen für ihren Nachwuchs entwickelt haben und dieser häufiger im Leib der Mutter bleibt, so dass auch der Vater sein Sperma zielgerichteter übermitteln muss (das kann auch bei Wasserbewohnern der Fall sein, aber es geht ja nur um die grundsätzliche Darstellung des Problems).

Dieser Mechanismus kann recht grob ausgestaltet, wie etwa bei der Aga-Kröte, der ein Schuh, ein plattgefahrener Angehöriger der eigenen Art oder irgendetwas entfernt krötenähnliches  reicht. Die Aga-Kröte kümmert sich allerdings nicht um ihren Nachwuchs und eine weibliche Kröte produziert mehrer tausend Eier, so dass es ein Massengeschäft ist.

4. Selektionsdruck auf Erkennen eines andersgeschlechtlichen Partners

Um so unmittelbarer die Übergabe der Genpakete erfolgt und um so höher die Kosten einer Schwangerschaft sind, um so entscheidender wird es, den richtigen Partner zu erkennen. Die Lebewesen, die am besten erkennen, wem sie ein Genpaket übergeben und von wem sie es annehmen, werden mehr Nachwuchs haben, allein aufgrund der Tatsache, dass auch ihre Nachkommen die passende Ausstattung erhalten, um die richtigen Genpakete anzunehmen.

Ein Männchen, dass beständig versucht andere Männchen zu besteigen, wird sowohl durch die Besteigung, das Sperma und auch durch das Wehren des anderen Männchens Ressourcen verbrauchen und zudem geeignete Fortpflanzungsmöglichkeiten mit Weibchen übersehen bzw. nicht nutzen, also im ganzen weniger Nachkommen haben.

Es liegt damit ein hoher Selektionsdruck auf der Erkennung des anderen Geschlechts und dem Wunsch, mit diesem Sex zu haben.

5. Selektionsdruck auf Erkennung eines „guten“ Partners

Hinzukommt mit den steigenden Kosten der zweite Faktor: Nicht nur Erkennen, dass überhaupt ein Wesen des anderen Geschlechts vorhanden ist, sondern dessen genetische Qualitäten bewerten. Auch hier liegt ein hoher Selektionsdruck vor: Wer die Fruchtbarkeit des Wesens des anderen Geschlechts richtig beurteilt, der hat eine höhere Chance auf Nachwuchs als jemand, der dies nicht hat. Die Gene eines solchen Wesens und seiner Nachkommen werden sich daher im Genpool anreichern.

Dabei kann man auf verschiedene Weisen vorgehen:

Beide Geschlechter haben ein „Interesse“ daran, dass die Zuordnung einfach ist (die Evolution kennt natürlich kein Interesse, aber es ist sprachlich einfacher, von Interesse zu sprechen, wenn man eigentlich meint, dass diesbezügliche Mutationen vorteile bieten). Erkennungsmerkmale für eine geschlechtliche Zuordnung können sich daher leicht entwickeln. Dies kann ein besonderes Merkmal wie die Primären oder sekundären Geschlechtsorgane oder ein Geweih oder eine Farbe sein, aber auch ein Verhalten, wie etwa ein Balztanz oder ein bestimmter Gesang (sozusagen der extended Phenotyp). Diese Merkmale sind noch erfolgreicher, wenn sie nicht nur das Geschlecht identifizieren, sondern gleichzeitig noch etwas über die Qualität des potentiellen Partners aussagen, beispielsweise indem sie genetische Qualität darstellen oder ein Handicap, dass Stärke ausdrückt. Schönheit ist damit letztendlich nur ein unterbewusstes Erkennen des anderen Geschlechts und eine Bewertung in Hinsicht auf Fortpflanzungschancen.

Um so stärkere Bindung zwischen den Paaren besteht und um so höher die Kosten des Nachwuchs, um so besser müssen auch die Auswahlkriterien sein.

6. Folgen einer rein kulturellen Auswahl

Gleichzeitig ist eine rein kulturelle Regelung dieser Auswahlkriterien sehr unzuverlässig. Zum einen kann ein solches System leicht verfälscht werden und dazu führen, dass fehlerhafte Kriterien ausgewählt werden. Zum anderen kann eine Trennung von den Eltern und der Kultur erfolgen. Nur vererbbare Kriterien stellen sicher, dass sowohl die Person selbst die passenden Kriterien kennt, die auch bereits seine Eltern und deren Eltern erfolgreich zu Nachwuchs verholfen haben und dies ebenso bei seinen Kindern der Fall ist. Vererbbare Attraktivitätsmerkmale verhindern zudem ein zu starkes Auseinanderdriften der Art und erleichtern damit auch deren Ausbreitung. Bei lediglich kultureller Absicherung des Schönheitsmerkmals könnte eine Gruppe der Spezies die Ausprägung des Merkmals in Richtung +10 und die andere Gruppe die Ausprägung des Merkmals in Richtung -10 attraktiv finden. Damit würden sich diese Gruppen gleichzeitig ein eigenes Zuchtprogramm schaffen, da in der einen Gruppe die „+10″er mehr Nachkommen hätten und in der anderen Gruppe die „-10″er. Demnach würde sich auch der Genpool der Gruppen entwickeln, die sich dann je nach Wichtigkeit des Merkmals bzw. der Merkmale in vollkommen andere Richtungen entwickeln. Um so einheitlicher eine Spezies also bleibt, um so geringer müsste der Anteil an rein kulturellen Schönheitsmerkmalen sein (wer also davon ausgeht, dass die menschlichen Rassen  geringe Unterschiede aufweisen ist bei der abgespeicherten Schönheitsidealen besser aufgehoben).

7. Umsetzung

Der Körper von Lebewesen wird im wesentlichen über Instinkte oder bei höher entwickelten Lebewesen über Wünsche gesteuert. Wenn wir lange Zeit nichts gegessen haben signalisiert dies der leere Magen an das Gehirn und ein Hungergefühl, also der Wunsch nach Essen entsteht.

Dieses System ist leicht auf die Auswahl von Sexualpartnern zu übertragen. Immer wenn an einem artgleichen Wesen ein Merkmal des anderen Geschlechts feststellt, muss ein Wunsch nach Fortpflanzung mit dieser Person entstehen. Dieser kann dann je nach Ausgestaltung der Merkmale (hohe oder niedrige Qualität) höher oder niedriger ausfallen. Der Wunsch kann dabei bei einfacheren Tieren einfach dazu führen, dass eine Begattungsstellung eingenommen wird oder aber ein Besteigen versucht wird (männliche Enten versuchen regelmäßig weibliche Enten zu vergewaltigen) oder eben lediglich als gemäßigter Wunsch zu einem Balzverhalten motivieren (der Pfau stellt seinen Pfauenschwanz auf, der Mensch versucht seine Ressourcen darzustellen, indem er die Frau auf einen Kaffee einlädt oder sonst wie zu beeindrucken versucht bzw. die Frau fährt sich durchs Haar, um durch die Bewegung Aufmerksamkeit auf sich zu lenken). Lust und Begehren sind evolutionstechnisch als reine Steuerungsmechanismen zur richtigen Partnerwahl anzusehen. Ein Grund, aus dem sie sich sonst entwickelt haben könnten und nach dem sie einen evolutionären Vorteil geboten hätten ist nicht ersichtlich. Sie dienen eben dazu, Lebewesen trotz der ansonsten nicht bestehenden Nützlichkeit und damit verbundenen Gefahren (über Viren etc) dazu zu bewegen, ein Körperteil in den Körper eines anderen Lebewesens zu stecken und Genmaterial abzugeben bzw. zu akzeptieren und dies auch noch als vollkommen natürlichen Wunsch zu akzeptieren und sich dabei erheblicher Gefahren (durch Feinde etc) auszusetzen und Ressourcen zu verbrauchen. Sex ist – wenn man die vom Körper bereit gestellten Belohnungen nicht berücksichtigt – eine relativ bizarre Angelegenheit.

8. Der Mensch

Das Tiere eingespeicherte Merkmale haben, anhand derer sie das andere Geschlecht erkennen und anhand dessen sie deren Qualitäten einschätzen ist recht allgemein akzeptiert. Es ist auch eine der Grundlagen der sexuellen Selektion, die auf solchen vererbbaren Attraktivitätsmerkmalen aufbaut.

Wenn man aber

  • davon ausgeht, dass Tiere eingespeicherte Attraktivitätsmerkmale haben, die vererbbar sind
  • der Mensch sich durch Evolution entwickelt hat und insoweit die gleichen Grundlagen der Tiere teilt

dann bleibt nur der Schluss, dass auch der Mensch bzw. dessen Vorfahren eingespeicherte, vererbbare Attraktivitätsmerkmale gehabt haben muss, die eine Auswahl der passenden Partner unterstützt haben.

Die Bedeutung dieser eingespeicherten, vererbbaren Attraktivitätsmerkmale wird dabei mit steigenden Kosten der Schwangerschaft und der Aufzucht immer höher. Da Menschenbabies im Rahmen der „Menschwerdung“ immer unselbständiger wurden, wäre nicht damit zu rechnen, dass diese eingespeicherten, vererbbaren Attraktivitätsmerkmale nachteilhaft wurden. Im Gegenteil: Es dürfte eher ein selektiver Druck in Richtung einer Verfeinerung gegeben haben. Menschen, die keine eingespeicherten, vererbbaren Attraktivitätsmerkmale (aber einen Sexualtrieb) besaßen würden dies dementsprechend ausgelebt haben und demnach weniger Nachkommen gehabt haben. Ihre Gene werden daher im Genpool nicht beherrschend geworden sein. Wie daher ein Abbau der eingespeicherten, vererbbaren Attraktivitätsmerkmale erfolgt sein soll, ist meiner Meinung nach mit Evolution, dem einzigen Weg für eine Veränderung des Menschen, nicht zu erklären (was die Queer Theorie nicht berücksichtigt). Dabei einfach auf die Intelligenz des Menschen abzustellen geht fehl. Denn auch (oder gerade) mit dieser sind die für eine optimale Fruchtbarkeit vorhandenen Merkmale nicht als bekannt vorauszusetzen. Es wäre demnach ein schlechterer Effekt erzielt worden als bei einem Bestehenbleiben der Attraktivitätsmerkmale. Aus gleichen Gründen haben wir immer noch ein Hungergefühl, obwohl es heute eher hinderlich ist und unsere Fortpflanzungschancen aufgrund der hohen Verfügbarkeit von Essen eher verschlechtert.

9. Exkurs: Homosexualität

Gegen die obigen Ausführungen könnte man einwenden, dass diese ja durch das bestehen von Homosexualität beim Menschen widerlegt werden. Wenn der sexuelle Selektionsdruck so stark in Richtung einer Heterosexualität wirkt, wie können dann immer noch homosexuelle Vorhanden sein?

Die biologischen Grundlagen der Homosexualität und der diesbezüglichen evolutionären Vorteile sind komplex, ich will sie hier nur anreißen (und nach Möglichkeit einen eigenen Artikel schreiben, sobald ich es schaffe).

Es gibt auch innerhalb der Evolution gute Gründe für das Entstehen und Fortbestehen der Homosexualität.

  • Einer ist, dass etwas falsch läuft, das System ist in der Steuerung über Testosteron zwar grundsätzlich einfach, aber wenn ein Fehler auftritt, dann kann es dazu kommen, dass das „falsche Programm“ ausgeführt wird und die eigentlich für einen anderen Phänotyp bestimmten Attraktivitätsmerkmale eingespeichert werden. Dies liegt daran, dass der „Bauplan“ für Mann und Frau nicht einfach auf dem Y-Chromosom gespeichert ist, sondern ein Großteil beider Baupläne über die Gene verteilt sind und bei Mann und Frau vorhanden sind. Welcher Bauplan aktiviert wird hängt dann pränatalen und postnatalen Testosteron ab. Ein Grund, warum Testosteron eine androgene, also vermännlichende  Wirkung hat und einem Mann bei der Einnahme von Östrogenen Brüste wachsen etc. Der Effekt kann an äußeren Faktoren liegen, wie etwa im Tierreich beobachtet oder auch an anderen Ursachen haben, zB, dassdie Testosteronmenge zu niedrig bzw. zu hoch (bei AGS-Mädchen) ist oder nicht erkannt werden kann (wie bei CAIS).. (Disclaimer: Damit meine ich nicht, dass Homosexuelle „feherhaft“ sind. Welcher Bauplan ausgeführt wird sagt nichts über die Wertigkeit eines Menschen aus).
  • Diese Umstände können auch bestimmte Vorteile haben, etwas
    • für die mitochondriale DNA,
    • unter dem Gesichtspunkt der Verwandtenselektion
    • oder auch einfach für Gene auf dem X-Chromosom.
  • Es kann auch ein Nebenprodukt des „Kampfes“ zwischen den Interessen der Mutter (die Möglichkeit erhalten auch andere Kinder nach diesem zu bekommen) und den Interessen des Fötus (soviel wie möglich aus der Mutter herausholen um stark zu werden) sein, was bei der „Fraternal Birth Order“ Theory von einigen vermutet wird (Spätere Jungen sind eher schwul, weil die Mutter in vorherigen Geburten bestimmte Antikörper gebildet hat)