Eine Frau zum Orgasmus bringen

Dies ist ein Gastartikel von Aurelie

Der weibliche Orgasmus ist kein „Mythos“, den es zu entschlüsseln gilt, und er ist auch nicht kompliziert. Komplex, ja – aber welcher körperliche Vorgang ist nicht komplex?

Wenn ich im Folgenden über Frauen schreibe, so heißt das nicht, dass sich darin jede Frau wiederfinden muss. Es geht vielmehr um eine grobe Richtung, deren individuelle Ausgestaltung jeder Frau oder jedem Paar selbst obliegt. Da ich alles andere als allwissend bin, ergeben sich sicherlich in den Kommentaren noch weitere Anregungen. Man lernt schließlich nie aus.

Der wichtigste Faktor, wenn es ums Kommen geht, ist Zeit. Frauen haben in der Regel eine andere Erregungskurve als Männer. Wie ein Elektroherd, der etwas braucht, bis er so richtig warm ist, dafür aber lange (nach)glüht. Das männliche Äquivalent ist der Gasherd: an – aus bzw. Flamme da – Flamme weg. Ein Orgasmus braucht also – neben der richtigen Technik – Zeit. Die gute Nachricht: Während der Aufwärmphase gibt es viel Richtiges und wenig Falsches. Spricht: Es geht vor allem darum, den Körper und insbesondere die Vulva bereit zu machen, sie aufzuwärmen. Dazu braucht es kein Kerzenlicht-Eros-Ramazotti-Getue, sondern angenehme und stimulierende Berührungen. Eine praktische Stellung, die das gegenseitig entspannt ermöglicht, ist sich gegenüber zu sitzen mit angewinkelten Knien. Wer sich nur der Frau widmen möchte, der kann sie bitten, sich auf den Rücken zu legen, während man sich neben sie legt oder zwischen ihre Beine setzt.

Beim Aufwärmen geht es wie gesagt nicht darum, so schnell wie möglich alle möglichen „magische“ Knöpfe zu drücken, um endlich am Ziel anzukommen. Langsame, wertschätzende Berührungen ebnen dagegen den Weg. Der ganze Körper kann miteinbezogen werden.

Wenn sich der Schwerpunkt der Berührung langsam Richtung Vulva nähert, kann ein hochwertiges Öl (bspw. reines Mandelöl), das Ganze intensivieren. Viele gehen automatisch davon aus, dass die eigene Feuchtigkeit ausreicht. Für eine ausgiebige Massage der gesamten Vulva trifft das in der Regel nicht zu. Manche Frauen scheuen sich, zusätzliche Lubrikation einzufordern, weil sie denken, das würde dem Mann sexuelle Unlust signalisieren. Davon sollte man sich freimachen.

Von dem Gedanken, dass die Vagina jederzeit sexuell aufnahmebereit ist, sollte man sich ebenfalls freimachen. Auch wenn das zugegebenermaßen ein schöner Gedanke ist 🙂 Viele Frauen haben verlernt, auf sich zu hören und zu spüren, wann sie wirklich bereit zur Penetration sind. Je länger man(n) also abwartet, bis man mit den Fingern oder dem Penis eindringt, umso angenehmer wird das in der Regel für die Frau sein. Die Vagina wird mit steigender Erregung weiter, größer und besser durchblutet.

Kleiner Exkurs beendet. Wir sind also bei der Vulva bzw. deren Massage. Dabei es gibt einige Massagetechniken, die ich im Folgenden aufzähle. Wichtig ist, dass du diese Massagegriffe ohne Hektik und möglichst langsam ausführst. Wie gesagt: Je länger du bei jedem Griff verweilst, umso größer ist die Chance eines Orgasmus. Am besten können die Massagegriffe ausgeführt werden, wenn die Frau auf dem Rücken liegt und ihre Beine gespreizt und leicht angewinkelt sind.

Nimm deine ganze Hand und lege sie mit den Handflächen nach unten über die gesamte Vulva. Übe dabei leichten Druck aus, sodass sie deine Hand gut spüren kann. (Dieser Griff eignet sich auch gut, um zwischen den anderen Griffen durch eine kleine Pause die Erregung zu steigern.)

Nimm die großen und danach die kleinen Schamlippen jeweils einzeln zwischen deine Finger und massiere sie (sanft).

Drücke die kleinen Schamlippen mit deinen beiden Daumen zusammen und verschiebe sie gegenseitig (auch versetzt).

Mit den äußeren Handkanten die inneren und äußeren Schamlippen umfassen und wie beim Feuermachen sanft gegeneinander reiben.

Mit zwei Fingern fährst du die inneren und äußeren Schamlippen nacheinander oder gleichzeitig in langen Strichen von oben nach unten entlang und umgekehrt. Ein Finger kann dabei gleichzeitig (bewegungslos) auf der Klitoris liegen.

Die Klitoris zwischen Daumen und Zeigefinger mit leichten Drehbewegungen massieren, ohne die Vorhaut vorher zurückzuziehen. Die andere Hand ruht auf der Vulva.

Mit der einen Hand die Vorhaut der Klitoris zurückziehen und wieder loslassen, mit der anderen Hand die Vulva halten.

Die Klitoris mit einer Fingerspitze direkt massieren. Probiere sehr, sehr sanfte, jedoch kontinuierliche Bewegungen.

An dieser Stelle unbedingt auf genügend Lubrikation und die Reaktion deiner Partnerin achten oder fragen, ob die direkte Berührung der Klitoris so angenehm ist. Falls nicht, beginnst du von vorne oder bittest sie, dir zu zeigen, welche Berührungsintensität für sie angenehm ist. Manchmal reicht eine kleine Modifikation. Wenn ihr eine Intensität gefunden habt, die für sie angenehm ist, bleib dabei. Je nachdem, wie erregt deine Partnerin ist, ist dies bereits der Punkt, an dem sie nach einer gewissen Zeit einen Orgasmus erreicht. Falls nicht, kannst du wieder die anderen Massagegriffe anwenden und später auf die direkte Massage der Klitoris zurückkommen.

Nach der Massage der Klitoris könnt ihr zur Penetration übergehen. Falls du mit den Fingern vorfühlen möchtest, um ihre Bereitschaft (und ihre Lust) weiter zu steigern, erkunde den Scheideneingang (nur den Eingang) langsam mit einem Finger. Das ist der empfindlichste Bereich der Scheide. Umfahre Klitoris und Scheideneingang in einer Achter-Bewegung. Auf die G-Punkt-Massage gehe ich an dieser Stelle nicht mehr ein. Mit den beschriebenen Griffen erreicht man denke ich bereits angenehme Ergebnisse. Selbst wenn sich kein Orgasmus ergibt, so ist die Penetration nach einer solchen Massage etwas völlig anderes.

Wer sich nach dem Beitrag nach dem männlichen Massage-Äquivalent fragt – keine Sorge, das gibt es. Und es lohnt sich für jede Frau (jeden Mann), das ebenfalls zu erlernen.

Sicht eines Transsexuellen auf den Feminismus: Warum der Sozialkonstruktivismus nicht die bessere Theorie ist

Dies ist ein Gastartikel von Philip. Vielen Dank für die Einsendung

Ich befand mich 2,5 Jahren in feministischen Kreisen. Anfangs glaubte ich noch der Feminismus ist für Gleichberechtigung. Je tiefer ich hinein geriet, desto ideologischer kam mir jedoch das alles vor. Es wurde selbstverständlichst vorausgesetzt, dass alle Personen sozialkontruktivistischen Theorie und weiteren feministischen Ansätzen unkritisch zustimmen. John Money wurde von Feminist/innen kein einziges Mal erwähnt.

Als Trans-Mann (sogenannter Frau-zu-Mann-Transsexueller), habe ich nie verstanden wieso ein purer Sozialkonstruktivismus die bessere Theorie sein soll – mal ganz abgesehen davon, dass er keine Beweise hat. Dass ich wegen meines Körpers Leidensdruck verspüre, viele Therapiestunden & Arztbesuche absitzen muss, dabei einen Haufen Geld für Gutachten ausgebe, soll nur daran legen, dass ich von der Gesellschaft manipuliert worden bin und daher glaube etwas(/ein Mann) zu sein, was gar nicht gibt? Ich sehe nicht, wie das das Ansehen von Transsexuellen verbessern soll. Zudem machte ich vermehrt die Beobachtung, dass diese Theorie negative Auswirkungen hat und in der Praxis nicht anwendbar sind. Auf diesem Grund wollte ich eine kurze Übersicht der verschiedenen Punkte erstellen.

Geschlecht als eine Rolle & Entstehung von Pseudo-Transsexuellen („Transtrender“)

Feminist/innen meinten oft, dass man sich Geschlecht aussuchen könne und/oder es bei Transsexualität nur um die gesellschaftliche Rolle und Erwartungen gibt. Genau das sind Vorurteile, die richtige Transsexuelle beseitigen wollen.

Leider entstehen dadurch „Pseudo-Transsexuelle“. Einige von ihnen sagten sogar selbst, sie haben ein Leben problemlos als Mann/Frau gelebt. Doch seitdem sie feministische Literatur gelesen haben, identifizieren sie sich als „Trans“, weil sie nicht in die typische Rolle passen.

Wegen diesen Ansätzen sind schon so manche Leute auf die Schnauze gefallen. Eine maskuline Frau war aufgrund der Rollenerwartung genervt davon eine Frau zu sein, mochte es aber als Drag King aufzutreten. Eine andere lesbische Frau erfüllte viele Männerklischees. Beide wollten deshalb transistionieren und schafften es sich Testosteron verschreiben zu lassen. Aus konstruktivistischer Sicht war das erstmal ein gutes Angebot: Man ist unzufrieden mit den Normen, die an dem Körper festgemacht. Daher verändert man den Körper, damit er zur „Performance“ besser passt und man gesellschaftlich besser zurecht kommt. Die Realität sah aber anders aus: Ihre Psyche reagierte negativ auf die körperlichen Veränderungen. Beide bekamen schweren Depressionen und mussten die Transistion abbrechen bzw. rückgänig machen. Sie sahen ein, dass Geschlecht nicht einfach eine Rolle ist und man es nicht einfach verändern kann. Schließlich lernten sie auf den harten Weg, dass sie einfach maskuline Frauen sind und es akzeptieren müssen.

(Nach reinen sozialen Theorien wäre es sowieso von vorne rein fragwürdig gewesen, warum sie nicht in ein feminines Verhalten rein erzogen werden konnten.)

Ich lernte noch eine weitere Person kennen, die sich aufgrund von vermeintlicher Transsexualität in Therapie befanden, aber noch rechtzeitig aufhörte. Heute lebt diese Person als femininer Mann und Drag Queen.

Menschen dazu zu bringen ihr Geschlecht als wandelbar oder nur eine „Performance“ zu sehen, bringt niemanden etwas und kann in manchen Fällen zu Schaden führen. Zwar gibt es durchschnittliche Verhaltensunterschiede zwischen Männern und Frauen, jedoch macht feminines Verhalten jemanden nicht automatisch zur Frau, sowieso maskulines Verhalten jemanden nicht zum Mann macht.

Meiner Erfahrung nach werden so Stereotypen sogar verstärkt. Zum Beispiel wollte mit mir eine Sozialkonstruktivistin darüber diskutieren, wie widersprüchlich es ist, wenn ich als Mann eine lange Haare habe. Schließlich sind lange Haare eine „eindeutlich weibliche Repräsentation“. Mein Verweis darauf, dass es heuchlerisch sei gegen Stereotypen zu kämpfen aber Personen ihre Geschlecht aufgrund von Stereotypen abzusprechen. Jedoch wiederholte sie nur ihre Ausgangsposition ließ sich nicht davon abbringen. Sobald wir uns wieder sahen, ging das Thema von vorne los. Ich kam mir vor wie im falschem Film.

Er rechtfertigt Umerziehung und Gruppenzwang

Bei der sexuellen Orienterung ging es schon los: Bisexuellen Frauen wurde im Feminismus unterstellt nicht lesbisch genug zu ein. Manche fühlten sich deswegen schlecht, wenn sie in einer heterosexuellen Beziehung waren. Schließlich waren sie ja jetzt in der priviligierten Position. Teilweise war es ein typischer Gruppenzwang. Besonders bei einer Identitäts-Politik hat es sich angeboten Leute für ihr/e Sexualität/Geschlecht abzuwerten.

Auch richtige Transsexuelle wurden teilweise nicht ernst genommen.

Eine Runde von Feministinnen gab vollkommen ernst schwulen Trans-Männern den Rat, sie können sich doch zu heterosexuellen Frau umkonstruieren, um den Leidensdruck zu entkommen. Ich machte sie darauf aufmerksam, dass ein anderer bekannter schwuler Trans-Mann dies bereits über einen Zeitraum von 20 Jahre versucht hat. Das Ergebnis waren mehrere psychische Krisen, eine gescheiterte Ehe und bis heute noch bestehende psychische Probleme. Dann erwähnte ich andere Fällen von Menschen, die ihre Sexualität ändern wollten und scheiterten. Trotzdem hielten sie weiter daran fest, man solle es sich nicht unnötig selber schwer machen und einfach umkonstruieren, ohne ein einziges gutes Argument oder Beispiel zu liefern. Das Gefahrenpotenzial wurde konsequent auszublendet.

Würde man dieser Logik folgen, bräuchten Krankenkasse auch keine Kosten mehr zu übernehmen. Stattdessen könnten Transsexuelle sich ja einfach sozial anpassen und das Problem ist gelöst.

Ex-Gay Therapien wären auch gerechtfertigt. Allerdings ist bekannt, dass diese sehr umstritten sind und Selbsthass, sowieso wie andere psychische Probleme verstärken können (vgl. http://www.livescience.com/50453-why-gay-conversion-therapy-harmful.html).

Ich persönlich habe in der Zeit noch weitere Transsexuelle kennen gelernt, die versucht haben als ihr äußeres Geschlecht zu leben und die Geschlechtsidentität entsprechend zu verändern. Die Gründe waren unterschiedlich: Man wollte es sich nicht eingestehen, die Eltern waren gegen die Transistion oder Wunsch nach leiblichen Kindern. Im Endeffekt hat sich ihr psychischer Zustand dadurch verschlechtert, sie wurden selbstmordgefährdet und sie sind doch in Therapie gegangen und haben die Transistion durchgezogen.

Es ist naiv zu glauben, dass die Ansicht „jeder kann alles sein“ zwangsläufig zur Toleranz führt. Menschen werden oft für Entscheidungen abgewertet oder verstoßen. Wie bereits in den Beispielen beschrieben, müssen Umschulungsversuche nicht unbedingt religös oder politisch motiviert sein.

Selbst wenn der Sozialkonstruktivismus stimmen würde und eines Tages alle Identitäten dekonstrukiert werden, kann man nicht davon ausgehen, dass alle Menschen gleich/ähnlich entwickeln werden. Unterschiedliche Umgebungen würden trotzdem zu unterschiedlichen Gruppen führen. Gruppendruck und Ausgrenzung würden somit weiterhin bestehen bleiben. Es gibt auch keine Garantie, dass niemand auf die Idee kommen würde seine Ideale der Masse auszuzwingen.

Umgang mit Intersexualität / Fehlbildung der Genitalien

Es ist garantiert kein neues Argument. John Moneys Theorie, dass Geschlecht durch die Erziehung entsteht, führte dazu, dass im Falle von Missbildungen und Intersexualität die Genitalien der betroffenen Kindern nach Machbarkeit operariert worden sind – meistens war es einfacher „ein Loch zu graben“ als „einen Stamm zu bauen“. Auch Jungen mit einem Mikropenis bekamen eine künstliche Vagina, damit sie ein erfülltes Sexualleben haben können.

In Norwegen bemerkte Trond Diseth, dass diese Methode viel Schaden anrichtet und Betroffene psychische Erkrankungen und Selbstmordgedanken bekommen können. Deswegen veränderte er die Behandlungsmaßnahmen. Bevor das Geschlecht festgelegt wird und eventuell angleichende medizinisches Maßnahmen erfolgen, vergeht in der Regel ein Jahr. In der Zeit soll herausgefunden werden, wie das Gehirn hormonell geprägt worden ist (vgl .http://www.vg.no/forbruker/helse/helse-og-medisin/finner-barnets-egentlige-kjoenn/a/529959/ und http://tidsskriftet.no/article/1661681).

Natürlich kann man sich darum streiten, ob und wann überhaupt eine Geschlechtszuweisung oder eine Operation durchgeführt werden sollte. Jedoch gibt es Fälle, wie zum Beispiel Kloakenekstrophie bei denen immer Operationen an den Genitalien durchgeführt werden, um die Funktion herzustellen oder zu verbessern (vgl. http://www.kloakenekstrophie.de/index.php?navi_main=was-ist-kloakenekstrophie&navi_sub1=kloakenekstrophie-ke).

Obwohl es noch unbekannt ist, wie genau die Geschlechtsidentität entsteht, lässt sich die Wirkung von biologischen Faktoren nicht abstreiten. Die Annahme man könne die Betroffenen in ein Geschlecht rein erziehen, konnte nicht bestätigt werden und hat eine falsche Behandlung von Kindern gerechtfertigt.

 Er verleugnet, dass Kinder männliche und weibliche Rollenvorbilder brauchen

Viele Feministinnen, die ich kennen gelernt habe, wollten es nicht hören, dass Kinder auch einen Vater oder männliche Rollenvorbilder brauchen. Schließlich würde man ja so wieder Stereotypen und Geschlecht an sich reproduzieren.

Tatsächlich geht es Kindern besser, wenn sie sowohl männliche als auch weibliche Bezugspersonen und Rollenvorbilder haben. Ansonsten sind sie anfälliger für Drogenmissbrauch und negativen sozialen Verhalten. Selbst in Mäusen konnten Veränderungen im Gehirn durch Vaterlosigkeit nachgewiesen werden. Sie wurden passend zu den Beobachtungen bei Menschen aggressiver und asozialer. (vgl. http://www.dailymail.co.uk/sciencetech/article-2518247/Growing-father-permanently-alter-BRAIN-Fatherless-children-likely-grow-angry-turn-drugs.html). Man kann also ausschließen, dass es aufgrund des Stigmas, überforderten Müttern oder anderen Faktoren diesen Kinder schlechter geht.

Eine Studie über gleichgeschlechtliche Eltern hat ergeben, dass ihre Kinder gesund aufwachsen. Neben guten elterlichen Kompetenzen, hatten die Studienteilnehmer eine weitere Gemeinsamkeit: Die legten Wert darauf, dass die Kinder sowohl männliche als auch weibliche Bezugspersonen hatten (vgl. https://www.lsvd.de/fileadmin/pics/Dokumente/Adoption/LSVD_Essentiels-BMJ-Studie.pdf).

Geschlecht zu im Erziehungswesen zu „dekonstruieren“ ist schädlichen für den Nachwuchs. Es geht nicht darum jemanden Rollen aufzuzwingen, sondern Kinder verschiedene Rollenvorbilder und Stabilität zu geben. Dieser Punkt wurde nur kurz angeknackt, aber eigentlich kann man intensiv auf dieses Thema eingehen.

Das Ausbleden körperlicher Unterschiede führt zur Ausblendung unterschiedlicher gesundheitlicher Risiken

Besonders bei familiärer Vorbelastung sollte man sich mit mögliche Risiken auseinander setzen. Geschlecht ist bei einigen Krankheiten ein Faktor, der berücksichtigt werden sollte.

Frauen haben bei Herzinfarkten andere Symptome als Männer. Sie erkrankten aus hormonellen und genetischen Gründen häufiger an Autoimmunerkrankung (vgl. https://www.dmsg.de/multiple-sklerose-news/ms-forschung/multiple-sklerose-warum-leiden-frauen-haeufiger-an-autoimmunerkrankungen-als-maenner/). Zudem haben Frauen durch ihre XX-Chromosomen ein höhere Risiko an Alzheimer zu erkranken. (vgl. http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/35010).

Auf der anderen Seite erben Männer eher die Bluterkrankheit, weil diese durch X-Chromosoemn vererbt wird.Selbst bei den Symptomen bei psychischen Erkrankungen wie Depressionen gibt es Unterschiede (vgl. http://www.rcpsych.ac.uk/healthadvice/problemsdisorders/depressionmen.asp).

Teilweise reagieren Frauen und Männer auch aufgrund des unterschiedlichen Stoffwechsels auf Medikamente anders (vgl. https://www.hochdruckliga.de/frauen-leiden-haeufiger-unter-nebenwirkungen.html). Manche Erkankungen wie ADHS oder Autismus kommen bei Männern häufiger vor als bei Frauen.

Die Liste von Krankheiten, die vom Geschlecht beeinflusst werden, ist lang.

Bei der Erforschung und Behandlung von Krankheiten muss Geschlecht mitbedacht werden.

Es aus biologischer/medizinischer Perspektive zu „dekonstruieren“, geschlechtsspezifische Gene, Horme, Körperbau usw. zu ignorieren macht keinen Sinn und ist eher kontraproduktiv.

Er ist unvereinbar mit Sport

Es gibt Sozialkonstruktivisten, die der Meinung sind, dass Unterschiede in sportlichen Leistungen durch die Sozialisation entstehen. Demnach sollte es keine Trennung in Sportteams geben. Eigentlich kann jeder Transsexueller während der Transistion bestätigen, dass sich der Testosteronspiegel stark auf die Muskelkraft ausübt. Weitere Unterschiede entstehen aufgrund der Größe des Herzes, Knochenbau usw. (vgl. http://www.loges.de/prinzip-biologik/sportwissen/der-kleine-unterschied/). Würde man also der Forderung folgen, müssten viele Frauen ihre sportliche Karriere beenden. 2003 schaffte es die B-Jugend-Vizemeister die deutschen Fußball-Weltmeisterinnen mit 3:0 zu besiegen (vgl. http://www.shortnews.de/id/487126/b-jugend-vizemeister-besiegt-deutsche-fussball-weltmeisterinnen). Passend verloren kürzlich eine Frauenmannschaft gegen 0:7 gegen eine U15-Jungenmannschaft (vgl. http://www.dailymail.co.uk/sport/football/article-3609949/Matildas-lose-7-0-Newcastle-Jets-15s-Rio-Olympics-warm-up.html).

Er verhindert ein Verständnis von (durchschnittlichen) Unterschieden

Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass biologische Erklärung den Menschen eher helfen, um sich selbst und andere besser zu verstehen. Sie verstanden ebenfalls warum sie Probleme in Beziehungen hatten. Feminine Frauen fingen an ihre Feminität besser zu schätzen und als wichtige Ergänzung zu Maskulinität zu verstehen. Atypische Frauen und Männern realisierten, dass ihr Andersein mit der prenatalen Testosteron-Dosis zu tun hat.

David Buss erwähnte ebenfalls in seinem Gespräch mit Gad Saad, dass sich durch seine Forschung Personen besser verstanden. Jeder, der sich intensiver mit Biologie auseinander setzt, weiß, dass viele Strohmänner (gegen die auch viele Feminist/innen kämpfen) nicht stimmen oder übertrieben sind.

Mit einem falschen Verständnis von Geschlecht hat auch ein Aktivismus wenig Sinn. Wenn zum Beispiel der Großteil der Frauen Pädagogik spannender findet als Informatik, ist eine unterschiedliche Verteilung in der Berufswelt nicht verwunderlich. Hätten wir überall eine 50/50 Verteilung, müssten Menschen gegen ihre eigenen Interessen handeln.

Personen mit einem hohen biologischen/medizinischen Verständnis konnte mich ebenfalls besser akzeptieren. Darunter waren auch viele Frauen mit naturwissenschaftlichen Berufen.

Zuerst war ich dann einfach „die sehr burschikose Tochter“ oder „Frau, die sich wie ein Mann verhält“. Sich dann als bi- oder transsexuell zu outen verlieft mit diesen Personen ebenfalls unkompliziert. Es wurde dann einfach als Eigenschaften gesehen, für die ich selbst nichts dafür kann und nicht veränderbar sind. Bloß weil sich bei mir etwas falsch entwickelt hat, heißt das nicht, dass ich selbst ein Fehler oder weniger Wert bin.

Auf der anderen Seite konnte ich dank der Beschäftigung mit (durchschnittlichen) Unterschieden viele klischeehafte Konflike zwischen mir und Frauen besser nachvollziehen und selbst ein paar Freundschaften funktionieren seitdem besser.

Persönlicher Abschied vom Feminimus

Inzwischen habe ich mich aus den feministischen Kreisen rausgezogen. Ich hatte eher das Gefühl, dass Transsexuelle für die eignen Theorien und politischen Postionen instrumentalisiert werden. Unsere eigentliche Situation wird nicht beachtet oder so verdreht, bis man sie verwenden kann..

Leider werden wir oft mit Feminusmus und Social-Justice-Warrios in Verbindung gebracht. Zwar gibt es welche, die mitmachen, aber ein großer Teil von uns wird davon eher abgeschreckt. Wir haben keine Lust als Opfer darstellen gewerden und „priviligierte“ heterosexuelle Cis-Männer zu verdammen. Viele Transsexuelle sind der Meinung, dass es sowohl Vor- als auch Nachteile hat als Frau (bzw. Mann) gesehen zu werden. Einmal musste ich mich sogar dafür rechtfertigen mit Männern über sexuelles Interesse an Frauen zu reden. Mein Gegenüber war erstaunt als ich betonte, dass in solchen Gesprächen niemand abgewertet wird.

Nur einmal war ein Konstruktivist bereit ein vernünftiges Gespräch zu führen. Sein Ausgangspunkt war, dass Transsexuelle sich nur eine andere soziale Rolle wünschen, weil einen Normendruck unterliegen. Zu dem Zeitpunkt befand ich mich nicht Therapie, also hatte ich auch keine zusätzliche Hormone genommen. Während der Diskusion erzählte ich ihm wie es wirklich ist transsexuell zu sein, wieso ich weiß, dass ich ein Mann bin und wie sich dies auf mein Leben auswirkte, um sein falsches Bild zu wiederlegen. Letzendlich konnte er es doch nachvollziehen. Obwohl ich kein einziges Mal auf mögliche Ursachen einging, fragte er am Ende, ob ich nicht doch eventuell ein Y-Chromosom habe und intersexuell bin. Ich antworte, dass mir zudem nichts bekannt ist, aber allein mein Äußeres auf viel Testosteron schließen lässt. Dem stimmte er problemlos zu. Spannend: Anscheinend hat er gemerkt, dass der Sozialkonstrukitivismus doch zu schwach sind, um meine Geschlechtsidentität erklären zu können. Er wirkte ziemlich verwirrt und nachdenklich.

Meiner Meinung nach reflektierte dieses Beispiel die Gesamtsituation des Sozialkonstruktivismus und Feminismus: Sie können nur durch Zensur und das Ignorieren von Tatsachen bestehen bleiben. Eine skeptische Betrachtung zeigt allerdings, dass die Theorien viele Schwächen haben. Während meiner Zeit im Feminimus bekam ich allerdings das Gefühl in einer Sekte gelandet zu sein. Transsexuelle werden oft als Beweis verwendet, dass man sein Geschlecht selbst bestimmen und verändern könne. Wir zeigen angeblich, dass es nicht angeboren sei und biologische Theorien somit nicht stimmen. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall.

Die Forschung ist inzwischen weit genug, um aus biologischer Sicht die LGBT-Bewegung, nicht-traditionelle Lebensentwürfe und Gleichberechtigung befürworten zu können. Es geht also auch problemlos ohne den Sozialkonstruktivismus. Ein richtiger Aktivismus wäre für Verbesserungsvorschläge und verschiedene Meinungen offen.

Gastbeitrag: „Die Farbe von Pick-Up blättert häufig ab und man sieht den Rost schneller, als er gekommen ist“

Dieser Artikel ist für all diejenigen Männer ein Muss, die es sich vor kurzem zur Aufgabe gemacht haben, den Erfolg bei Frauen zu erlernen, sowie für die Männer, die sich dabei die Finger verbrannt haben und nun mit Frustration, Unverständnis und Aussichtslosigkeit zu kämpfen haben.

Ich weiß, dass ich nichts weiß.“ Weise Worte von unserem Vorgänger Sokrates, der den Weg bereits ging, den jeder von uns zu gehen versucht.

Aber wo stehen wir und wohin möchten wir gehen?

Mein Name ist Mark Lambert, und ich bin hauptberuflich Dating-Coach. Obwohl ich mich sehr für die Dynamiken zwischen Mann und Frau interessiere und ich vielen Theorien in diesem Bereich aufgeschlossen gegenüberstehe, stehe ich der Pick-Up-Bewegung an sich jedoch teilweise skeptisch gegenüber.

Betrachtet man das eigentliche Problem, ist es die (teilweise) Unfähigkeit des Mannes sich seinen Mann einzugestehen, um bei Frauen Erfolg zu haben. Diese Unfähigkeit resultiert aber nur in bedingtem Maß aus seiner Unwissenheit.

Vielmehr sind es innere Probleme, eine falsche Selbsteinschätzung oder nicht bewältigte Erfahrungen aus der Vergangenheit. All das kann nicht durch angelerntes Pick-Up-Wissen übertüncht werden. Das wäre so, als würde man versuchen, ein rostiges Auto neu zu lackieren, ohne vorher den Rost zu entfernen und dafür zu sorgen, dass kein neuer Rost entsteht.

Was durch Pick-Up geschieht, ist es eine natürliche Entwicklung, die jeder von uns (eigentlich) durchlaufen muss, um zu einem reifen, selbstsicheren Mann zu werden, künstlich nachzubauen.

Eine große Gefahr am Pick-Up ist, dass viele Leute Theorien hernehmen, die sie mit ihrem begrenzten Erfahrungswissen als allgemeingültig heranziehen, und sich dann darauf versteifen, damit Zusammenhänge in der Dynamik zwischen Mann und Frau erklären zu können.

Zwar wird jemand, der in dem Bereich Dating und Frauen sehr viel Erfahrung hat, mit diesem Vorgehen zu einem guten Resultat kommen, die Gefahr liegt jedoch gerade bei denjenigen, die nur Teile dieser großen Thematik aufschnappen und sich dann auf diese versteifen. Häufig geschieht es dann, dass ein derartiger Mann zu einer Extremversion mutiert, weil er nur Teile des großen Ganzen kennt.

Das sind die Art Männer, die beispielsweise aufschnappen, dass Frauen geführt werden wollen und dann nicht erkennen, wenn sie zu weit gehen, oder aber diejenigen, die es sich zur Hauptaufgabe machen Frauen aufzuziehen und nicht erkennen, wann Frauen sich nach Verbundenheit sehnen.

Es liegt in der Luft, dass viele Männer, die versuchen mit Pick-Up Frauen zu bekommen, danach noch erfolgloser dastehen als vorher, und als Resultat ihren Frust in Foren auslassen und über Pick-Up herziehen.

Pick-Up kann einem Mann viel helfen, es kann ihm aber auch sehr viel kaputt machen, und ihn in eine Lebenslage bringen, in der er nicht mehr weiß, wer er eigentlich ist und wo oben und unten ist.

Aber warum scheitern so viele Männer, wenn Pick-Up doch angeblich die Lösung des Mannes für seine Frauen-Probleme darstellen soll?

Ich sehe das Hauptproblem an der ganzen Sache darin, dass die meisten Männer mit Pick-Up versuchen, aus einem echten Mann mit Unzulänglichkeiten einen unechten Mann mit nicht-authentischen Fähigkeiten zu machen.

Ein nicht-authentischer Mann ist jedoch gerade das, was Frauen abservieren, denn die meisten Männer merken nicht einmal wie unecht sie herüberkommen.

Die meisten Frauen, und vor allem diejenigen, die selbst reife und gesunde Werte teilen, bevorzugen einen authentischen Mann mit Unzulänglichkeiten gegenüber einem unechten Mann, der nur seine Unzulänglichkeiten versucht mit Pick-Up-Techniken oder übertriebenem Selbstbewusstsein zu übertünchen.

An dieser Stelle möchte ich jedem Neuankömmling mit auf den Weg geben, dass Extrema IMMER schlecht sind. Wenn Du also etwas aufschnappst, betrachte auch die Gegenposition, und die Wahrheit liegt immer zwischen diesen beiden. Wo sie genau liegt, kannst Du nur für Dich selbst herausfinden.

Was wir uns immer im Hinterkopf behalten sollten ist, dass wir alle anders gestrickt sind und wir alle durch eine andere Persönlichkeit definiert werden. Unsere Persönlichkeit baut auf unserem Wertemaßstab auf und definiert unsere Denkweise und letztendlich unser Verhalten im Umgang mit Frauen.

Lernen wir Dinge, die sich nicht mit unserer Persönlichkeit vereinbaren lassen, dann dringt das auch in unserem Verhalten durch, und wir wirken unecht. Nichts können wir annähernd so gut kommunizieren, wie unsere eigene Persönlichkeit, da wir nichts auch nur annähernd so kennen (sollten).

Was sollte ein Mann also am besten tun, wenn er sich im Bereich Frauen verbessern möchte?

Wir alle haben das Potenzial uns weiterzuentwickeln, und die Ketten abzulegen, die wir selbst als Last empfinden. Jedoch sollte jeder Mann dabei nie seinen eigenen Wertemaßstab vergessen und immer wissen wer er eigentlich ist und wer er sein möchte.

Und wenn er selbst an diesem Punkt scheitert, dass er eigentlich gar nicht weiß, wer er ist bzw. wer er sein möchte, dann sollte er sich das zur Hauptaufgabe machen herauszufinden. Er sollte sich nicht darauf versteifen Theorien und Techniken zu lernen, mit denen er sich eigentlich nicht identifizieren kann, ansonsten schafft er ein Kartenhaus, das zum Einstürzen bestimmt ist.

Meiner Ansicht nach ist jedem Mann am besten geholfen, wenn man ihm zeigt, wie er auf sein eigenes Potenzial zugreift und es entwickelt, und ihm auf diese Weise beizubringen, seinen Charakter zu stärken und gezielt einzusetzen, nicht aber ihm Techniken an die Hand zu geben, mit denen er sich selbst nicht identifizieren kann oder ihm Halbwahrheiten zu erzählen, und darauf aufbauend seinen Erfolg zu skalieren.

Techniken sind nur ein Mittel zum Zweck. Mit Techniken versuchen wir wiederzugeben, wer wir sind.

Wenn man seine eigene Persönlichkeit aber in und auswendig kennenlernt, entwickelt und stärkt, dann wird sie selbst zur mächtigsten Technik, und das ist das Ziel auf das jeder hinarbeiten sollte, der sich im Bereich „Frauen“ verbessern möchte.