So bleibt er in der Friendzone

Ein Artikel in der Zeitschrift Fem gibt Tipps, wie man einen Mann deutlich macht, dass man ihn nur als Freund sieht:

1.    Klar und deutlich

Du darfst ihm auf keinen Fall Rätsel aufgeben, was deinen Beziehungsstatus betrifft. Hast du einen Partner, muss er dies auch erfahren. Andernfalls wird er Annäherungsversuche wagen. Wenn du keinen Freund hast, solltest du ihm klar verständlich machen, dass von deiner Seite aus nicht mehr zu erwarten ist.

Klare Ansagen dürften da auf alle Fälle helfen. Einen Partner zu verschweigen wäre schon etwas, was man schnell als Zeichen von Interesse interpretieren kann. Und auch die deutliche Ansage, dass man kein Interesse hat, kann helfen.  Allerdings ja auch etwas, bei dem man erst einmal sicher sein muss, dass der andere auch Interesse hat, sonst wirkt es auch etwas komisch.

2.    Ohne Romantik

Es darf auf keinen Fall eine Date-Atmosphäre entstehen. Folglich ist, sich alleine mit ihm zu treffen, etwas heikel. Stattdessen solltest du dich mit ihm lieber in einer Gruppe treffen. So könnt ihr euch auf freundschaftlicher Basis begegnen.

Würde ich auch für richtig halten. Wer zuviel mit demjenigen alleine macht, wer zuviel nur auf denjenigen konzentriert ist dabei, der wird eher den Eindruck erwecken, dass es ein Date ist. Gruppentreffen und sich dann auch mit anderen unterhalten machen weit eher deutlich, dass man weniger interessiert ist.

3.    Er ist kein Mädchen

Wir Frauen kümmern uns um unsere Freunde. Sind sie traurig heitern wir sie auf und wir scheuen auch keinen Körperkontakt. Ab und zu beschenken wir unsere beste Freundin auch spontan. Das geht aber bei ihm nicht, weil er dadurch nur verwirrt wird und eventuell dein Verhalten falsch interpretiert.

Auch hier vollkommen zutreffend. Denn solche Zeichen werden dann eher als Zeichen von Interesse und nicht als Zeichen einer Freundschaft interpretiert. Gerade Körperkontakt ist da ein sehr starkes Zeichen. Aber ich kann mir auch nicht vorstellen, dass das Frauen entgeht, die wissen, dass er was von ihr will. Das wäre dann vielleicht eher der Versuch ihn sich zB als Orbiter warmzuhalten.

4.    Minimaler Körperkontakt

Du musst ihm bei eurer nächsten Begegnung nicht hart auf die Schulter klopfen. Dennoch solltest du den Körperkontakt auf einem Minimum halten. Keine flüchtigen Berührungen, kein Kuscheln oder Händchen halten. Ist es für uns Frauen vollkommen normal sowas mit einem Freund oder einer Freundin zu machen, versteht er es sicherlich falsch.

Das ist etwas gedoppelt, aber als Hinweis sicherlich nicht falsch.

Lustigerweise habe ich ganz ähnliche Tipps mal zu der Frage gelesen, wie man fair gegenüber einer Frau ist, mit der man nur gelegentlichen Sex haben will. Auch hier ist es wichtig alle „Beziehungsandeutungen“ zu unterlassen, sich nicht zu häufig zu treffen, ihr (oder ihm) nicht das Gefühl zu geben, dass sich mehr daraus entwickeln wird. Auch da kann die Versuchung groß sein, daraus quasi eine unverbindlichere Beziehung zu machen, was aber eben schnell dazu führt, dass einer von beiden es für mehr hält als es letztendlich ist.

Letztendlich gibt es eben bestimmte Signale für eine tiefere Verbundenheit, ein Mehr an Gefühlen, bei denen man sich schnell irren kann.

Siehe auch:

Erst Freundschaft, dann Beziehung?

Auf der Seite ABtreff stellt jemand eine interessante Frage:

„Freundschaft bevor, oder erst nach den Sex und der Anfang der Beziehung?“

Dabei stellt er unter Verweis auf meinen „Friendzone-Artikel“ darauf ab, dass man im Pickup meint, dass es eine bestimmte Reihenfolge gibt:

Frauen sollen zuerst Anziehungskraft und Sex wollen – womit sie die Männer auch an sich zu binden versuchen – und kummern sich erst nachher um die freundschaftliche beziehung. Diese sex sollte auch möglichst schnell statt finden.

Mein Problem dabei ist, das Sex mit eine Frau haben, wenig Bedeutung dafür hat, ob ich mit  diese Frau auch tatsächlich eine Beziehung will. Ich finde tausend mal mehr Frauen ausreichend attraktiv, um damit Sex haben zu können, als es Frauen gibt, womit ich mir eine Beziehung vorstellen kann.

Sogar wenn der Sex umwerfend wäre, würde ich die frau nachher dennoch verlassen, wann es in Sachen freundschaft und Kompatibität nicht funktioniert (…)

Deswegen möchte ich schon mal zuerst eine Freundschaft, und zumindestens einige klare Hints über unsere Kompatibilität, bevor ich mich auf den Sex einlasse – sicher auch deswegen, weil ONS und unverbindlicher Sex für mich nicht in Frage kommen.

Wenn ich zu schnell mit eine Frau, die ich kaum noch kenne, schlafen würde, und eine Beziehung anfangen würde, ist die Chance, das ich sie sie später dennoch verlassen wird, des wegen das es  einfach zwischen uns nicht passt, viel und viel zu groß – ich schätze, ich würde die meisten Frauen wieder verlassen müssen. Wann diese Theorie stimmt, hätte ich nicht viel andere Wahl als PUA zu werden (und mich durch hunderten Schlafzimmer durch zu wurschteln, bevor ich mal zufälligerweise auf eine richtige stoße), oder für ewig Single zu bleiben.

Da hat er aus meiner Sicht meine Ausführungen oder die anderer aus dem Bereich Pickup falsch verstanden.

Richtig ist, dass im klassischen Pickup dazu geraten wird, zuerst Attraction herzustellen, also ein gewisses sexuelles Interesse, und danach erst Komfort. Das ist allerdings auf den Flirt an sich bezogen und auch erst einmal nur auf das Interesse. Es wird dabei davon ausgegangen, dass eine Frau zunächst erst einmal sexuell an einem Mann interessiert sein muss, damit es überhaupt zu einer Partnerschaft kommen kann und das sie dann das nötige Vertrauen und/pder die tieferen Gefühle aufbauen muss, um dann diesem sexuellen Interesse auch nachgehen zu können.

Es ist also nicht so, dass man erst mit ihr Sex hat und dann eine Freundschaft aufbaut. Sondern, dass man erst sexuelles Interesse überprüft und dann die nötige Verbundenheit und es danach üblicherweise erst zum Sex kommt.

Natürlich kann man auch auf Männerseite erst eine Freundschaft aufbauen – entweder indem man die sexuelle Spannung so lange hält, bis man sich sicher ist, dass es passt oder indem man versucht, sie später nachträglich zu erzeugen.

Das ist eben nur der schwierigere Weg, was daran liegt, dass die Frau sich hingehalten fühlt oder man schon zu „normal“ geworden ist, um sexuelle Spannung zu erzeugen.

Ich denke eine Frau kann da einen Mann deutlich besser hinhalten, weil es in das typische Geschlechterschema passt, dass sie warten und ihn kennenlernen will. Wobei der Zeitraum sicherlich auch inzwischen kürzer geworden ist. Ab einer gewissen Zeit beständigen „Datens“ würde ich auch eher davon ausgehen, das sie zu konservativ für mich ist und wir bereits aufgrund ihrer Vorsicht was Sex angeht nicht zueinander passen.

Ich persönlich kann die Vorteile von „erst Freundschaft, dann Sex“ nicht so richtig nachvollziehen, man merkt ja eigentlich recht schnell, ob jemand einigermaßen kompatibel ist und ich würde sogar behaupten, dass sich Beziehungskompatibilität auch erst in einer Beziehung zeigt, Freundschaftskompatibilität kann da schon etwas anderes sein.

Aber andererseits hatte ich auch nie Probleme mit den Frauen, mit denen ich eine Beziehung eingegangen bin, eine Freundschaft/Beziehung herzustellen.

Das mag bei jemanden, der damit große Probleme hat, anders sein. Er muss dann wohl so oder so die passende Frau finden, die entweder direkt zu ihm passt oder die ebenfalls viel Zeit braucht, um die Gefühle und die Kompatibilität zu klären.

Hier noch ein Text, der sich ebenfalls dafür ausspricht erst Freundschaft zu haben:

From what I have observed, guys tend to lose respect for females who they are able to bed easily. It’s not that hard to grasp, if you told me that I needed to complete work in order to earn my money, rather than it just being handed to me, I would 1.) WORK, and 2.) Appreciate the money I have earned as I immediately know the value of it, value being the comparison or work to money ratio, e.g., 1 hour/£10. I’d understand that in order to make another £10 I’d have to do another hour on the clocks. I feel that this ideology can be applied to sex. If a guy doesn’t have to work for it, how does he then weigh up the value? How does he determine whether you are girlfriend material or just a general 24/7 convenience store? A guy confused is just as bad as him thinking a female is not girlfriend material, as at that point in time he will have no intentions of committing.

So now I’ve stressed the importance of having sex prematurely I want to explain the role which friendship plays. Friendship can only be formed after the process of finding out what someone is about, what they want in life or even what they want from you. When getting to know someone we look out for tell tale signs which show that they are compatible enough to view this person as a potential friend, why is it so hard to use the same process to view whether someone is a potential mate? We all have standards and morals which we try to uphold (well some of us do anyways), so when we find someone who somewhat understands and/or also upholds them too, we feel a compatibility. An extreme example, which I’ll use to put it into perspective, would be meeting someone who is pro murder when you are against; automatically you may feel as though it is something you feel so strongly about that you don’t want to involve yourself with that person. What I am trying to say is that the friendship process is the best way to find out whether you and the person, in question, are on the same wavelength. Having sex before this stage can cause confusion; you could find yourself catching feelings for a stranger.

Das wäre also die These, dass Männer zwar schnellen Sex gern mitnehmen, aber damit auch eine Bewertung der Person verbinden: Bekommen sie den Sex nicht schnell und arbeiten dafür, dann ist die Person auch mehr wert. Und gleichzeitig ein Hinweis darauf, dass Freundschaft Zeit braucht, in der man quasi das „Wahre ich“ desjenigen erforscht und das Sex diesen Vorgang erschwert, weil die dabei erzeugten Gefühle den Blick verstellen: Man weiß dann nicht, ob man denjenigen mag, weil die Bindungshormone und die Glückshormone des Sex zuschlagen oder ob man ihn wirklich mag.

Auch hier meine ich, dass es die tatsächliche Seelenverwandschaft nicht gibt und man sich in jeder Beziehung abstimmen muss und Kompromisse eingehen muss. Die Wahrscheinlichkeit, dass man das wesentliche Fenster verpasst, wenn man zu lange wartet oder das man dann überrascht ist, wie sich alles verändert, wenn man dann die „richtige“ (also sexuelle) Beziehung hat, ist aus meiner Sicht groß. Damit will ich nicht sagen, dass es nicht klappen kann: Gerade wenn zwei Menschen heute bereit sind, so lange zu warten, dann werden sie wohl schon in dieser Hinsicht eine gewisse Kompatibilität haben, die sie bei vielen anderen, die das nicht einsehen würden, nicht haben werden.

Ich habe nichts gegen eine Kennenlernphase, bei der man etwas mehr über den anderen erfährt. Diese ewig rauszuziehen und eine tatsächliche Freundschaft vorher zu entwickeln würde mir aber keine Vorteile bringen.

 

„Fuckzone“: Einfach nur Sex, aber keine Beziehung/Freundschaft (Gegenstück zur Friendzone)

Zur Friendzone, also dem Umstand, dass eine von einem begehrte Person einen nur als Freund sieht, aber nicht mehr will, habe ich bereits Artikel:

Dem könnte man die „Fuckzone“ gegenüberstellen: Personen wollen nur mit einem schlafen, aber keine Beziehung mit einem (und einen auch nicht unbedingt als Freund).

1. Fuckzone als Zone

Ein Besonderheit des Friendzone-Konzepts ist ja, dass zumindest teilweise davon ausgegangen wird, dass man, wenn man einmal in dieser Zone drin ist, sie einen also in die Schublade „Freund“ eingeordnet hat, dort nicht mehr rauskommt.

Das ist aus meiner Sicht falsch, wenn es sicherlich auch schwieriger ist, ein neues sexuelles Interesse zu entflammen, wenn sich die Freundschaft schon als reine Freundschaft etabliert hat.

Bei der Fuckzone wird allerdings meist eine ähnliche Wertung vorhanden sein, derjenige hat sich entschieden, dass er die jeweilige Frau oder den jeweiligen Mann nicht über Sex hinaus interessant findet. Es gibt sicherlich auch hier Vorfälle, wo derjenige seine Meinung auch nicht wieder ändern wird, etwa weil der Partnerwert zu gering ist.

Ich vermute allerdings, da beim Sex ja auch einiges an Bindungshormonen ausgeschüttet wird, dass es durchaus auch hier zu einem mehr kommen kann. Aber auch das bedeutet wenig, wenn der andere einen ansonsten nicht für die oder den richtigen hält.

 

2. Wie kommt man aus der Fuckzone?

Wenn die Friendzone fehlende Attraktion, also sexuelle Anziehung bei gleichzeitig durchaus vorhandendem Komfort, also eine gefühlsmäßige Bindung und Vertrauen ist, man also nicht die passende sexuelle Spannung aufbaut, dann würde vieles dafür sprechen, dass die Fuckzone die Umkehrung davon ist, also Attraktion, aber nicht genug Komfort vorhanden ist.

Das kann auch durchaus der Fall sein, gerade bei Frauen, die mit einem toll aussehenden Mann schlafen, aber davon ausgehen, dass er nicht der richtige für eine Beziehung ist, entweder weil er nicht hinreichend präsentabel ist (zB kein Student, sondern einfacher Arbeiter oder zu wenig intellektuell), nicht zu ihrem Umfeld passt (der Rocker zu der Punkterin) oder sonstige Kriterien für eine Beziehung nicht erfüllt.

Häufig kann es aber genau so gut sein, dass gerade in der Konstellation Mann-Frau auch hier die Attraction nicht hinreichend hoch ist. Er kann sich vorstellen, mit ihr zu schlafen, aber er will sich nicht dauerhaft an sie binden und dafür andere Frauen aufgeben. Sie ist sozusagen schön genug für Sex, aber nicht schön genug für eine Beziehung. Eine andere Variante ist: Sie wäre zwar gut genug aussehend für eine Beziehung, aber ihre Art und Persönlichkeit sind nicht nach seinem Geschmack, so dass er zwar kurze Zeit Sex mit ihr haben kann, ansonsten aber an ihr nicht interessiert ist.

Wer zu häufig in der Fuckzone landet, der sollte gerade als Frau die Auswahl seiner Männer beachten: Es spricht dann einiges dafür, dass die jeweilige Frau zu hoch rangeht oder zu nervig ist für die Klasse der Männer, die sie auswählt. Wenn man gut aussieht, dann ist es eben ein Persönlichkeitsproblem, also quasi im Komfortbereich zu verorten.

Wer als Mann nur in der Fuckzone landet, der stellt aus meiner Sicht eher einen selteneren Fall dar, er sollte dann vielleicht mehr auf Gemeinsamkeiten im sozialen Umfeld etc achten.

3. Übertragung feministischer Friendzonekritik auf die Fuckzone

In dem Friendzone-Artikel hatte ich einige feministische Kritik zur Friendzone zitiert, die dort unter dem großen Stichwort Entitlement läuft: Der Mann hat zu akzeptieren, dass sie ihn nicht will, so zu tun als habe man Ansprüche über Freundschaft hinaus sei geradezu Rape Culture.

Ich zitiere mal einen Absatz:

Was mich an Nice Guy, Friendzone und Pick-Up extrem nervt (neben der patriarchalen Anspruchshaltung, eine Frau* habe irgendwie die Bedürfnisse eines Typen zu befriedigen – wie auch immer sich diese Bedürfnisse artikulieren), ist der heterosexistische und androzentrische Gehalt an der Sache.Offenbar kommt es vielen Typen nicht in den Sinn, dass es Menschen gibt, die einfach wenig mit Typen anfangen können, sie nicht begehren, sexuell attraktiv finden oder sonst wie mit ihnen sozial interagieren wollen (…) Stattdessen liegt der Fokus auf dem armen Mann, der keine Frau abbekommt. (…) Es ist traurig, dass sowas überhaupt nicht zur Debatte steht, wenn Typen ihre Anspruchshaltung so völlig ungeniert formulieren wie beim Nice-Guy-Phänomen. Als ob eine Freundschaft zu einer Frau irgendetwas minderwertiges darstellt als Liebe oder Beziehung oder Sex. Als ob Freundschaft nicht auch Zärtlichkeiten beinhalten könnte, nicht auch eine Form der Liebe oder der Beziehung ist.

Umformuliert könnte das so lauten:

Was mich an Fuckzone, Männer sind Schweine und Männer wollen nur Sex so nervt ist die die Anspruchshaltung, ein Mann habe die emotionalen Bedürfnisse einer Tussi zu befriedigen, wie immer sich diese Bedürfnisse auch artikulieren. Offenbar kommt es vielen Tussen nicht in den Sinn, dass es Menschen gibt, die einfach über das sexuelle hinaus wenig mit Tussen anfangen können, sie sonst nicht interessant finden oder mit ihnen sonst sozial agieren wollen. (…) Statt dessen liegt der Fokus auf der armen Frau, die einfach so Sex hatte.

Es ist traurig, dass sowas überhaupt nicht zur Debatte steht, wenn Tussen ihre Anspruchshaltung so völlig ungeniert formulieren wie beim Fuckzone-Phänomen. Als ob Sex mit einem Mann irgendetwas minderwertiges darstellt. Als ob Sex nicht auch Zärtlichkeiten beinhalten könnte, nicht auch eine Form der Liebe oder der Beziehung ist.

Passt aus meiner Sicht durchaus. „Du hast mich nur benutzt“ wäre dann also ein ungerechtfertiger Vorwurf.

Ich hatte  schon mal in einem anderen Zusammenhang einen ähnlichen Versuch gemacht, diese Anspruchshaltung zu übertragen:

Man stelle sich folgende Situation vor:

Ein Mann schläft mit einer Frau, kommt, steht direkt auf und zieht sich die Hose an und geht, weil es das war, was er wollte. Sie wirft ihm vor, dass sie sich jetzt etwas billig fühlt und er sie nicht wie ein Objekt behandeln solle, er könne auch gerade noch etwas liegen bleiben, schauen wie es ihr geht, etwas Smalltalk machen und dann sagen, dass er früh raus muss, aber es schön war.

Und dann sagt der Mann. “Ich dachte bisher, dass ich solche Aktionen jederzeit einseitig abbrechen konnte, wenn ich nicht mehr wollte. Aber sie hatte ein Anspruchdenken, mein Entgegenkommen mit ihr zu schlafen, führte nun dazu, dass sie es als ein Versprechen auf “Mehr” interpretierte. Als Verpflichtung nun mehr noch zu bleiben. Als Verpflichtung ihr mehr Gefühle zu geben als ich zu geben Lust hatte. Dass Frauen auf eine mir damals noch unverständliche Art die Idee entwickeln können, sie hätten irgendwelche “Ansprüche” mir gegenüber”. Man würde ihn wohl schlicht ein Arschloch nennen, weil er ihre Gefühle und Bedürfnisse ignoriert. Aber dennoch würde man ihn wohl nicht davon ausgehen, dass sie, wenn er es nicht wil,l verlangen kann noch eine Viertelstunde mit ihr zu löffeln.

Wenn ein Aufreißer sagen würden, das er durch dieses Ansprüche unfreundlicher zu Frauen geworden ist, ihnen nicht mehr traut, sie abwertend behandelt, man würde ihm wohl vorhalten, dass er sich Gründe sucht, seine eigenen Probleme mit Frauen auszublenden.

Nimmt man dieses Reframing in dieser Weise vor, dann könnte man den Frauen genauso Entitlement vorwerfen: Sie verlangen eine über den Sex hinausgehende Beziehung, zu der sie sich aufgrund des Sex berechtigt sehen. Dabei sollten sie glücklich sein, dass sie Sex bekommen haben und nicht die Schuld den Männern zuweisen, wenn diese nicht mehr wollen. Ein alter Spruch ist ja:

Wenn Männer von dir nur Sex wollen, dann liegt es vielleicht daran, dass du ihnen nicht mehr zu bieten hast

Das dann den Männern anzulasten wäre demnach genau die bei der Friendzone kritisierte Haltung. Allenfalls muss sie dann eben an sich selbst arbeiten und nicht ihm vorwerfen, dass er nicht interessiert sei. Sprüche wie „Alle Männer sind Schweine“ wären dann Ausdruck eines Entitlements und der Vorwurf, dass sie aufgrund seines Verhaltens dachte, dass er auch mehr wollte, wäre ihr Problem, denn er kann natürlich jederzeit Nein sagen und ist ihr gegenüber zu nichts verpflichtet.

Ich vermute, dass diese Argumentation gerade in Bezug auf Frauen als diejenigen, die mehr wollen, eher abgelehnt wird, während sie in Bezug auf Männer, die mehr wollen, durchaus Erfolg haben könnte.

Dem liegt dann ein (essentialistisches) Verständnis der Unterschiede zwischen Männern und Frauen zugrunde, nach dem Männer eben sexuell nicht ausgebeutet werden können, sondern im Gegenteil zufrieden sein sollen.

Es zeigt auch, dass keineswegs immer der „männliche Blick“ auf etwas maßgeblich ist und insofern Frauen nicht einfach das „andere Geschlecht“ sind. Sie geben ebenso gesellschaftliche Normen vor und Männer können diejenigen sein, die abweichen.

 

vgl. auch:

 

 

Wie kommt man als Frau aus der Friendzone?

Die Suchbegriffe, mit der Leute auf diesen Blog kommen, zeigen, dass nicht nur Männer Probleme mit der Friendzone haben, sondern auch Frauen das Gefühl die Friendzone kennen und nicht wissen, wie sie dort rauskommen.

 Ich will daher versuchen, auch dazu etwas zu schreiben.

 Die Grundkonstellation sollte auch hier die gleiche sein. Sie hat das Gefühl, dass er sie nur als Freund sieht und nicht mehr sexuell, würde gerne aber sexuell gesehen werden.

 Gründe dafür, dass ein Mann eine gute Freundin nicht sexuell sieht, sind aus meiner Sicht die Folgenden:

  •  er findet sie nicht attraktiv genug für eine Beziehung.
  • er denkt, dass sie ihn nicht will und hat die Sache abgehakt
  • er will sie auch, aber schafft es nicht die Ansprechangst für das sexuellere zu überwinden, weil er die Freundschaftssituation als besonderen Druck empfindet.

1. Attraktivität

Bei Männern ist sexuelle Lust zu einem nicht geringen Teil eine optische Sache. Eine Frau, die sich in der Friendzone sieht, sollte sich daher selbst zunächst einmal kritisch hinterfragen, wie sie im Verhältnis zu ihm aussieht. Das gilt für Männer genauso, wie ich auch bereits in dem eher auf diese ausgerichteten Artikel schrieb.

Dabei kann es auch einfach sein, dass er seinen eigenen Partnerwert vollkommen überschätzt und aus diesem Grund kein Interesse hat, obwohl gleiche Schönheit vorhanden ist.

Sollte man aber feststellen, dass man seinen Erwartungen nicht entspricht, ihn aber trotzdem will, dann sollte man anfangen, an seinem Aussehen zu arbeiten.Dabei gilt, dass häufig unterschätzt wird, was regelmäßiger Sport und eine Ernährungsumstellung alles bewirken kann. Jeder Mensch kann damit besser aussehen und nahezu jeder Mensch kann es schaffen, sein Aussehen damit zu verbessern.

Natürlich spielen auch bei einem Mann neben dem Körper geistige Werte eine Rolle. Aber wenn man in der Friendzone ist, bedeutet das ja, dass er ansonsten anscheinend mit einem einverstanden ist. Natürlich kann aber auch ein Mann jemanden als Freund nett finden und gleichzeitig der Auffassung sein, dass man nicht zueinander passt. Üblicherweise wird er sie dann aber dennoch sexuell sehen, so dass man auf diesbezügliche Anzeichen achten sollte.

2. Er denkt, dass sie nicht will und hat die Sache abgehakt

Bei Männern ist es häufig so, dass sie eine neue Frau anmachen, auf Zeichen von ihr warten und dann irgendwann davon ausgehen, dass sie nicht interessiert ist, wenn nichts zurückkommt. Dann haken sie die Sache ab und behandeln sie als Freunde, wenn diese sie auch so behandeln.

Sie brauchen dann häufig einen Impuls, der ihnen verrät, dass sie evtl. doch noch eine Chance haben.

Hier müßte eine Frau demnach Zeichen von sexuellem Interesse geben.

Gerade bei einem schüchternen Mann sollte man diese als Frau aber vorsichtig verwenden und nicht zu sehr mit der Tür ins Haus fallen.

Ein Anfang ist es beispielsweise ihm deutlich zu machen, dass man ihn für toll hält, etwa indem man seine Kleidung oder seinen Körper lobt. Männer verstehen üblicherweise, dass Interesse an einem Körper ein sexuelles Interesse ist. Es kann helfen, ihm zu tief in die Augen zu schauen und dabei zu lächeln. Es kann helfen, ihn zu berühren, etwa sich bei ihm unterzuhaken, wenn man irgendwo hingeht. An seiner Reaktion wird man auch hier viel ablesen können.

Allgemein wird es helfen, den Umgang mit ihm sexueller zu gestalten. Mehr Anspielungen auf sexuelle Themen, einen Bezug zu ihm herstellen etc. Ebenso kann es helfen ihm deutlich zu machen, dass man jemanden will, auf der Suche ist.

3. er will sie auch, aber schafft es nicht die Ansprechangst für das sexuellere zu überwinden, weil er die Freundschaftssituation als besonderen Druck empfindet.

 Zu den Hintergründen der Ansprechangst hatte ich schon etwas geschrieben. Sie kann natürlich gerade in einem gemeinsamen Freundeskreis sehr stark sein: Denn wenn sie ihn innerhalb des Freundeskreises ablehnt, dann ist die befürchtete soziale Ausgrenzung und der Statusverlust am höchsten und ihre Anwesenheit wird ihn zusätzlich daran erinnern, dass er abgelehnt wurde.

Es gilt also ihm hier deutlich zu machen, dass er etwas riskieren kann und ihm deutlich zu machen, dass es keine negativen Konsequenzen haben wird, wenn er etwas versucht.

Eines der Mittel ist eben wie schon zuvor eigenes Interesse zu signalisieren. Zudem kann es sich anbieten, dass man betont, dass man das ganze locker sehen würde.

Also deutlich machen, dass man es nicht schlimm findet, wenn man was im Freundeskreis hat, auch wenn es dann nicht klappt und man damit umgehen kann. Keine zu hohen Erwartungen aufbauen. Nicht betonen, dass einem die Freundschaft zu wichtig ist um sie wegen so etwas zu riskieren.

Hier bieten sich auch Geschichten an, in denen man deutlich macht, dass man es gut findet, wenn ein Mann die Initiative übernimmt und es ja kein großes Ding ist, wenn das mal schief geht.

Man sollte ihm zudem Gelegenheit geben, von der Gruppe wegzukommen und etwas zu zweit zu machen. Damit verringert man potentielle Scham und erleichtert ihm das Ansprechen.

Die Gefahr dabei ist, dass man ihm eigenes Interesse und Ansprechbarkeit so deutlich signalisiert, dass er auch bei fehlenden Dauerinteresse an einem zumindest meint, dass man ihm Sex anbietet. Wenn das für einen eine Problem ist, dann sollte man das entsprechend früh deutlich machen.

Krauser zu Kritik an Pickup und frustrierten „Nice Guys“

Krauser hat in Erwiderung zu einem Kommentar zu seiner Seite etwas zu der nach seiner Meinung bestehenden Geisteshaltung des „frustrierten Nice Guys“ gesagt:

The fact I bang hot girls and you don’t burns you up inside because it shakes your whole reality. Let me tell you why. You think you’re special and nicer than every other guy and you double-down on identifying with the feminine to try to get laid. Yet it doesn’t work. So you fall back onto the pretty lie that success in dating is just luck, outside your control. That allows you to avoid taking responsibility for your failures, and you are a failure. Then people like me come along who not only bang girls that you think I shouldn’t be able to, but I even lay out a clear path for how you too can achieve the same success….. if only you put in the same hard work I did. But you’re not willing to do that because you’d prefer to be a loser with pretty lies than go through this tough transition period. Hence you have cognitive dissonance. Rather than resolve it with a winner’s attitude of “lets learn from this” you resolve it with a losers attitude of “lets try to deny and belittle the achievement”. Pure sour grapes. I have no respect for losers like you at all.

Ich halte diese Selbstrationalisierung auch durchaus für einen häufigen Fall. Ich kenne auch einige Männer, die erkennbar zu nett und zu bemüht sind und die gerade deswegen häufig keinen Erfolg bei Frauen haben. Sie sehen nicht gut genug aus für diese Art von Game und landen entweder in der Friendzone oder werden als creepy wahrgenommen. Die Rationalisierung, dass es eigentlich nur Glück ist oder das Ausnutzen von Frauen, die unsicher sind, liegt da nahe. Natürlich ist in diesen Debatten dann auch immer eine gewisse Portion Neid enthalten. Denn erfolgreich bei dem anderen Geschlecht zu sein ist für wohl die meisten Menschen ein wichtiger Punkt in ihrem Leben.

Meiner Meinung nach muss man allerdings nicht sein Leben komplett umkrempeln und werden wie Krauser, um seinen Erfolg bei Frauen zu erhöhen. Bereits mit ein paar Grundlagen und dem Willen, dass für sich richtige ausprobieren kann man schnell auf ein besseres Niveau kommen und zumindest die gängigen Fallen vermeiden. Pickup vermittelt einem dabei aus meiner Sicht die notwendigen Einsichten und Perspektivenwechsel, die diesen Umbruch leichter machen. Sport und eine Ernährungsumstellung können auch erstaunliches erreichen.

Wer einfach nur jammert, dass die anderen Glück haben und die Welt/die Frauen ungerecht sind, wird seine Position aber sicherlich nicht verbessern.

Wie vermeidet man die Friendzone?

Ein Problem vieler Männer (und sicherlich auch von Frauen) ist die Friendzone. Dabei geht es darum, dass man eine Frau kennenlernt, viel mit ihr unternimmt, sich stundenlang unterhält, alle ihre Sorgen und Nöte teilt, der erste der da ist, wenn sie etwas braucht, man also aus dieser Sicht alles tut, damit sie einen mag, und sie einem dann mitteilt, dass man wie ein Bruder für sie ist und sie nie gedacht hätte, dass man was von ihr will.

Die Wikipedia definiert sie noch wie folgt:

Die Friend-Zone (englisch „Friend zone“ = Freundeszone) oder auch Friendship-Zone bezeichnet die soziale Einordnung eines Menschen – meist eines Mannes – als guten Freund. Die so eingeordnete Person hat nicht die Möglichkeit, eine Liebesbeziehung zu beginnen, da der Partner ihn lediglich als Freund und nicht als potenziellen Liebhaber sieht. Die Beziehung wird auf der Freundschaftsebene weitergeführt, während der Partner sich für Liebesbeziehungen unter Umständen anderen Menschen zuzuwendet

Der Fehler, den derjenige hier gemacht hat ist klassisch und folgt meiner Meinung nach aus dem verschiedenen Aufbau von sexueller Lust bei Männern und Frauen.

Während Männer üblicherweise bei einer Frau, die ihren optischen Ansprüchen genügt, bereits Sex haben wollen und insofern noch das Kennenlernen hinzukommen muss für eine Beziehung, bauen Frauen sexuelle Lust zwar auch über den Körper, aber eher über das Verhalten des Mannes auf. Wer also nicht extrem gut aussieht, der muss entsprechendes Verhalten bringen, damit eine Lust auf Sex entsteht. Er muss also sozialen Status demonstrieren, vielleicht etwas positive Dominanz, oder um es in der Pickupsprache zu sagen

Er muss Attraction aufbauen, also Attractionswitches  bedienen.

Ein Mann, der nur auf einer gefühlsmäßigen Ebene eine Verbindung schafft, bedient hingegen den Komfortbereich, der zu Vertrauen und Freundschaft führt.

Um so mehr Vertrauen und reine Freundschaft sie aufgebaut hat, um so weniger sieht sie ihn allerdings als jemanden, mit dem sie schlafen will, weil er eben in der Kategorie: Harmloser Freund steckt. Aus dieser heraus werden seine Signale interpretiert, was eine Neuinterpretation als mit hohem sozialen Status versehen, dominant etc schwierig macht.

Eine Änderung wird nämlich als Änderung des Verhaltens registriert und sich gefragt, warum derjenige sich nunmehr so verstellt. Ein neues Verhalten wirkt damit oft nicht authentisch.

Zudem erscheint die aufgebaute Freundschaft als Hürde – die Frau stellt sich die Frage, ob sie sich sicher genug ist um zu riskieren, dass sie mit einem Scheitern der Affaire/Beziehung/des Sex auch die Freundschaft mit all ihren Vorzügen verliert. Denn aus der Sicht einer Frau kann sie jederzeit mit einem Typen schlafen. Aber Freundschaften sind schwieriger zu errichten.

Der beste Weg aus der Friendzone heraus ist damit, gar nicht erst in sie hineinzukommen und nicht zu versuchen Sex/eine Affaire/eine Beziehung nur über eine Freundschaft/Komfort zu starten. Wer sich bei einer Frau etwas vorbehalten möchte, weil er meint, dass sie vielleicht interessant sein könnte, der sollte daher immer darauf achten, auch die Attraction Switches zu bedienen bzw. immer etwas mit ihr zu flirten, was meiner Erfahrung nach, wenn man es mit der passenden Leichtigkeit tut, der Freundschaft eher hilft. Man sollte dann nicht der emotionale Tampon der Frau sein, sondern sich seine Eigenständigkeit bewahren, ruhig mal etwas ablehnen, ihr nicht nur den Bauch pinseln, sondern lieber auch mal etwas frech sein. Cocky Comedy schafft es beispielsweise gut, beides zu verbinden.

Immer daran denken: Es ist nicht die Frau schuld, wenn sie einen in die Friendzone steckt. Sondern man selbst hat nicht die passende sexuelle Anziehung geschaffen.

Was man natürlich auch bedenken sollte: Mitunter heißt „Wir sind viel zu gute Freunde“ auch einfach nur, dass man nicht ihr Typ ist/ihr zu hässlich ist/sie einen für eine Beziehung nicht für den richtigen hält.

Das dürfte gerade bei Frauen, die dies von Männern hören, sehr häufig der Fall sein.

Meiner Meinung nach ist der beste Weg aus der Friendzone herauszukommen:

  • einen nachvollziehbaren Grund finden, warum man sein Verhalten allgemein ändert, der nichts mit ihr zu tun hat zB als Schlußfolgerung aus einem Ereignis „Ich habe neulich einen coolen Kerl gesehen und beschlossen: Genau wie er gehe ich das Leben an.“
  • Komfortverhalten aufgrund dieses Beschlusses und nicht wegen ihr umstellen, selbstbewußter wirken, weniger geben und mehr verlangen, egoistischer sein, nach wie vor ein guter Freund, aber einer, der seine eigenen Pläne hat und seine eigenen Ziele. Ihr weniger Recht geben, ihr mehr widersprechen, schlicht (wie immer im Pickup): klassisches Alphamannverhalten
  • Attractionswitches gegenüber anderen Frauen bedienen und ihr zeigen, dass man von anderen Frauen gewollt wird.
  • Negs und False Disqualifier in ihre Richtung verteilen. Ihr mitteilen, dass sie nicht der Typ Frau ist, den er mag. Sie in die Friendzone stecken. „Charakterlich bist du echt okay. Schade, dass du nicht blond bist/ich dich zu gut kenne/du zu viel über mich weisst“. Sie muss nunmehr befürchten in der Friendzone zu sein und überlegen, warum man sie dort lassen will.
  • Sie tatsächlich kurzzeitig in die Friendzone stecken und überlegen, ob es nicht nur eine Oneitis ist. Das absichern, indem man mit anderen Frauen flirtet. Wenn man merkt, dass man sie nach wie vor will: weitermachen bis man Zeichen von ihr bekommt, dass sie etwas will. Dann einen Vorwand schaffen unter dem sie leichter von Freund zu Liebhaber wechseln kann ohne Verantwortung zu übernehmen: Alkohol ist der Klassiker, aber ein DVD-Abend kann es ebenso sein.
Andere Vorschläge finden sich überall im Netz, zB

Es ist einer dieser Fälle, über die sich Leute stundenlang den Kopf zerbrechen und verbittert werden, aber mit ein wenig Systematik und der Unterscheidung von Attraction und Komfort ist es einem sofort offensichtlich, was hier meist das Problem ist. Weswegen Pickup meiner Meinung nach nicht nur dem „ich will jede Nacht eine andere aufreißen“-Gamer nützlich ist, sondern auch den Schüchternen oder denjenigen die ihre Beziehung verbessern wollen. Aber das nur am Rand.

Eine andere Meinung zur Friendzone in Form von anscheinend blanken Hass kommt aus Teilen des Feminismus.

Beispielsweise hat sich Paula sehr über den Begriff und das Konzept aufgeregt:  In ihrem Artikel „Nein heißt NEIN! – oder: »Friend-Zone« my Ass!“ führt sie an, dass sie nach dem sie den Begriff gegoogelt hatte gar nicht so viel essen konnte, wie sie sich erbrechen wollte. Warum: Sie findet sie einen Verstoß gegen „Nein heißt nein“ und eine Frechheit der anderen Person, meist des Mannes:

Die »soziale Einordnung«, die »die Möglichkeit verwehrt, eine Liebesbeziehung zu beginnen« klingt, als würde hier einem Mann – denn es geht in den Memes zu >90% um Männer – der Besitz(!) einer Frau verweigert werden, obwohl er doch bereits seinen Anspruch(!!) angemeldet hatte. Irgendwie hält die Frau ihn aber an einer ominösen Leine bei sich in der Nähe und quält(!!!) ihn pausenlos damit, dass sie sich gleichzeitig mit anderen Männern vergnügt. Meist ist besagter Mann ein sogenannter (selbsternannter?) NiceGuy™, also ein »zu netter« Mann, der sich nicht als Macho gebärdet, die Frau aber (deshalb) an einen solchen verliert

Damit hat sie das Konzept bereits vollkommen falsch verstanden, aber das macht ja auch nichts, wenn man mal ordentlich ranten kann. Niemand spricht von Besitz. Es geht vielmehr um allgemeine Enttäuschung und das Gefühl, dass man „enttäuschte Liebe“ nennt. Pfuii Männer, wie kann man nur enttäuscht sein, dass die Frau, die man liebt, nicht liebt, und noch nicht einmal zu bemerken scheint, dass sie einen liebt? Ich bin auch entsetzt.

Das Meme das angesprochen wird ist uA „Friendzone-Fiona:

Fiona-Memes sind klassisch aufgebaut: In der ersten Zeile ein Text, der einen Beziehungs- oder Sexbezug haben könnte. In der zweiten Zeile dann die Klarstellung, dass alles nur rein Freundschaftlich gemeint war. Es bleibt bei diesem Meme immer im unklaren, ob sie selbst nur etwas naiv ist oder ob sie etwas Push-Pull betreibt, ihn sich also wegen seiner Nützlichkeit warmhält. Daher auch der Bezug zur Leine, den Paula ausgemacht hat. Friendzone Fiona ist (in einigen der Memes) eine Frau, die sich Orbiter hält und diese ausnutzt.

Die Vorwürfe weiter:

Klar gibt es unglückliches Verliebtsein, dem will ich ganz sicher nicht widersprechen. Ich weiß auch, wie Scheiße es ist, unerwidert verliebt zu sein und den_die Angebetene_n immer wieder sehen zu müssen. ABER DAFÜR GEBE ICH DOCH NICHT MEINEM GEGENÜBER DIE SCHULD!!!

Genau das ist aber das Problem, das ich mit diesen Memes habe und das mir zunehmende Magenschmerzen: es ist immer der_die Angebetete Schuld, nicht der_die Verliebte.

Dem ist in der Tat zu widersprechen. Natürlich ist derjenige Schuld, der sich in eine Friendzone stecken läßt. Aber solche Enttäuschung will sich trotzdem Luft machen und auch das ist ein gerechtfertigtes Anliegen. Und natürlich kann man jemanden, der einen guten Freund hat und eigentlich merken müßte, dass dieser was von einem will, vorwerfen, dass er das hätte merken müssen und es dann mal klärt. Und selbst wenn man das kritisiert: Dann macht das den Begriff der Friendzone nicht schlecht.

Die Kritik geht weiter:

ENTSCHULDIGUNG?! Wieso bleiben die oh-so-lieben Männer stattdessen nicht einfach fern von der oh-so-bösen Frau, anstatt weiterhin 24/7 für sie da zu sein und zu hoffen? Sie hat doch in Bezug auf eine potentielle Liebesbeziehung ganz eindeutig NEIN gesagt! – Aber darin liegt das Problem, nicht wahr? Dieses eindeutige Nein (in lang: »Ich mag dich, aber nur als Freund.« oder »Ich empfinde leider nicht so wie du.«) wird ignoriert, nicht für voll genommen, als »vielleicht irgendwann mal« interpretiert. Und bis zu diesem ominösen Irgendwann-mal wird dem Mann halt »die Möglichkeit verwehrt, eine Liebesbeziehung zu beginnen«! Obwohl die Frau diese bereits ausgeschlossen hat, liegt die Schuldzuweisung 100% bei ihr!

Ich stimme mit Paula überein, dass der Mann die Lösung finden muss und nicht erwarten darf, dass sie ihn liebt. Aber das unfaire an der Betrachtung ist, das nicht berücksichtigt wird, dass es ein reales Problem ist, das dadurch verursacht wird, dass den meisten Jungs niemand verrät, wie man eigentlich flirtet. Sie hören dann so etwas wie „erst eine Freundschaft aufbauen“ oder „es kommt nur auf den Charakter an, sie muss dich mögen“ und versuchen – auch aus dem oben angesprochenen Mißverständnis heraus – auf dieser Weise bei der Frau zu landen. Sie verstehen dann nicht, warum es schief geht und kommen zu dem Schluss, dass Frauen eigentlich doch nur Arschlöcher wollen, was nur teilweise richtig ist, sie wollen Männer, die Attraction und Komfort bedienen können, und Arschlöcher können meist Attraction recht gut bedienen. Ich verweise bezüglich dieses Fehlschlusses auf die bisherigen Artikel zu dem Thema in diesem Blog

Die Frustation entsteht hier daraus, dass die Männer gerade nicht wissen was sie falsch machen. Das kann man ihnen natürlich vorwerfen, aber meist wissen es ja auch die Frauen nicht. Sie wissen nur, dass sie in ihm nur einen Freund sehen. Sie verkennt auch, dass Friendzone nicht zwangsläufig ein Vorwurf an die Frau ist. Sondern einfach ein Ärgern darüber das es passiert, dass man es nicht anders hinbekommt. Es ist das verzweifelte arbeiten daran, dass sie einen anders sieht, dass einen nur immer tiefer ins Verderben führt.
Lantzschi greift das Thema zusammen mit dem „Nice Guy“ auf und sieht gleich noch mehr Probleme. Ihr Artikel lautet: „Nice Guy. Oder wie das Patriarchat unsere Beziehungs- und Begehrensformen einschränkt“ (Mädchenmannschaft / Medienelite).
Das ist natürlich erst einmal ein Hammer. Das Patriarchat, das ihre Beziehungs- und Begehrensformen einschränkt. Mal sehen, wie es das macht.
Was mich an Nice Guy, Friendzone und Pick-Up extrem nervt (neben der patriarchalen Anspruchshaltung, eine Frau* habe irgendwie die Bedürfnisse eines Typen zu befriedigen – wie auch immer sich diese Bedürfnisse artikulieren), ist der heterosexistische und androzentrische Gehalt an der Sache.Offenbar kommt es vielen Typen nicht in den Sinn, dass es Menschen gibt, die einfach wenig mit Typen anfangen können, sie nicht begehren, sexuell attraktiv finden oder sonst wie mit ihnen sozial interagieren wollen (…) Stattdessen liegt der Fokus auf dem armen Mann, der keine Frau abbekommt.
Richtig. Alles im Leben muss unbedingt so gestaltet sein, dass es alle möglichen Konstellationen abdeckt und unabhängig ist von der sexuellen Ausrichtung und dem Geschlecht bzw. Gender. Denn wir sind ja eh nur alle konstruiert.
Was aber, wenn dies Konzepte einer Subgruppe sind, in der diese sich Gedanken für ihre Probleme machen? Warum dürfen sich heterosexuelle Männer als Gruppe nicht eigene Memes schaffen, in denen es um für sie relevanten Probleme besprechen und sich über diese austauschen? Lesben und Schwule finden eine andere Situation vor als heterosexuelle Männer und genauso wenig wie diese ihre Probleme so besprechen müssen, dass sie auch auf Heterosexuelle passen müssen dies Heterosexuelle umgekehrt. Und natürlich sind diese dann androzentrisch. Weil es um Probleme heterosexueller Männer geht. Sie müssen androzentrisch sein.
Lantzschi weiter:
Es ist traurig, dass sowas überhaupt nicht zur Debatte steht, wenn Typen ihre Anspruchshaltung so völlig ungeniert formulieren wie beim Nice-Guy-Phänomen. Als ob eine Freundschaft zu einer Frau irgendetwas minderwertiges darstellt als Liebe oder Beziehung oder Sex. Als ob Freundschaft nicht auch Zärtlichkeiten beinhalten könnte, nicht auch eine Form der Liebe oder der Beziehung ist.
Mir wäre es auch lieber, wenn sie das Problem praktischer lösen würden, nämlich über Pickup. Aber dagegen ist Lantzschi ja auch. Ich sehe auch den Gegensatz nicht, den sie aufbaut. Jemand will mehr als Freundschaft, nämlich Freundschaft und Liebe, Beziehung bzw. Sex. Er bekommt nur die Freundschaft. Natürlich kann er dann enttäuscht sein. Das wertet Freundschaft nicht ab und wird ihm in anderen Konstellationen ganz recht sein, aber es ist eben nicht das was er wollte.
Ihr Fazit:
Erst langsam lerne ich, dass eine romantische (Zweier-)Beziehung nicht an Sex geknüpft sein muss, dass Freund_innenschaften mehr sein können als nur “sich zu mögen” oder “gut zu verstehen” und dass Zuneigung in erster Linie eine Form von Wertschätzung der Person ist und nicht ihres Aussehens/ihrer Ausstrahlung. Die Grenzen sind fließend und jeder Mensch bestimmt sie anders. Natürlich ist das komplizierter als das sexistische wie funktionalistische Pick-Up. Natürlich ist das komplizierter als “Friendzoning”. Natürlich gibt es in dem Sinne keine “Nice Guy vs. Arschloch”-Bipolarität. Deal with it!

 Eine romatische Zweierbeziehung mag für homosexuelle Frauen, bei denen es den Begriff des Lesbian Bed Death gibt („A lack of sexual desire and activity in women is reflected in the phrase “lesbian bed death,” (e.g., Iasenza, 2000) which has been coined to describe the low levels of sexual activity among lesbians in long-term relationships“) zutreffen und mit dem geringeren Testosteronspiegel zusammenhängen. Aber Männer und Frauen sind verschieden. Gerade für die meisten jüngeren Männer ist eine Beziehung ohne Sex nicht vorstellbar. Es ist ein wesentlich wichtigerer Bestandteil für Männer, ebenso wie das Aussehen und die Ausstrahlung des Partners. Lantzschi schafft es hier nicht aus ihrer Egozentriertheit  (Homozentrierung? Lesbizentrierung?) auszubrechen und überträgt Konzepte auf Männer, die zum allergrößten Teil nichts für diese sind.

Die meisten Männer werden ihren Vorschlag, doch einfach eine Freundschaft zu akzeptieren, wenn man eine Beziehung und Sex wollte, denke ich eher als funktional und sexistisch ansehen als echte Vorschläge aus der Friendzone herauszukommen.

Etwas mehr Verständnis zeigt meiner Meinung nach Julia Schramm in ihrem Beitrag „Freunde und Gefälligkeit“. Sie führt an, dass die Männer den Arsch hoch bekommen und sich nicht ausnutzen lassen sollten, dass es aber auch Frauen gibt, die ausnutzen. Sie kritisiert Männer, die nur nett sind, solange sie noch keinen Sex hatten. Sie führt einen Teil der Probleme auch darauf zurück, dass Frauen es aufgrund ihrer Erziehung eher vermeiden, Konflikte auszutragen. Interessantes dabei. Wenn auch mit der falschen Schlußfolgerung, dass durch intrasexuelle Konkurrenz unter Frauen deutlich wird, dass Frauen in der Gesellschaft nur ein Produkt des Mannes sind. Denn Männer kämpfen ebenso intrasexuell um Frauen und wären dann in der Gesellschaft auch nur ein Produkt der Frau. Was ja auch auf einer Ebene der sexuellen Selektion richtig ist, aber eben nicht zu einem Vorwurf an nur ein Geschlecht taugt