Frauen bei der Fußball-WM 2014

Zur Einstellung auf das heutige Spiel beginnt der Tag, an dessem Ende hoffentlich der 4. Weltmeistertitel für Deutschland steht, gleich mal mit feministischer Kritik an der WM-Berichterstattung bzw. der Frauenquote beim Fußball allgemein:

Wo während der Männerfußball-WM die Frauen sind, ist schnell erklärt: Nicht auf dem Spielfeld. Und auch nicht an dessen Rand, denn es gibt bei der Weltmeisterschaft ganz einfach keine Schieds- und Linienrichterinnen oder Trainerinnen. Noch nicht einmal in einem klassischen Frauenfach sind sie anzutreffen: Keine einzige Mannschaft beschäftigt eine Frau, die als medizinische Expertin auf der Ersatzbank sitzen darf. Besonders zu irritieren scheint dies allerdings niemanden. Wenn überhaupt mal ein Frauenmangel bei der WM beklagt wird, geht es um Fernsehjobs.

Das sie nicht auf dem Platz stehen ist wenig verwunderlich: Es gäbe, selbst wenn man Frauen mitspielen lassen würde (dürfte man eine Spielerin aufstellen? Ich bin gar nicht ganz sicher) keine einzige Spielerin, die auf dem Niveau mithalten könnte.

Bei den Schieds- und Linienrichterinnen fällt mir auch nur eine Frau ein, Bibiana Steinhaus, die in der zweiten Liga tätig ist:

Bibiana Steinhaus

Bibiana Steinhaus

Ich vermute  mal, dass es auch daran liegt, dass Schiedsrichter ein relativ undankbarer Job ist, körperlich anstrengend, draussen bei Wind und Wetter, und dazu noch relativ konfliktträchtig. Das sind Eigenschaften, die man in typischen Frauenberufen nicht findet. Zudem muss man Mitglied in einem Fußballverein sein und bereit sind, jährlich zumindest 20 Spiele zu übernehmen und die Bezahlung ist auch noch in den unteren Bereichen relativ schlecht: Bei einem Schülerspiel 5 €, 300 € in der Regionalliga. Das ist mit aller Vorbereitung etc eher eine Aufwandsentschädigung, die es zu einer Sache für jemanden macht, der es aus Liebe zum Sport macht. Insofern überrascht es mich nicht, dass dort wenig Frauen vertreten sind.

Zu den Ärzten: Es gibt zwar viele Medizinierinnen, aber bei den Ärzten in, die für eine Fußballmannschaft zuständig sind, handelt es sich eben um Sportmediziner im Spitzenbereich und nicht um jemanden, den man eben so mal mitnimmt. Das Interesse von Frauen für andere medizinische Bereiche (insbesondere Gynäkologie und Kinder) wird es zudem weiter ausdünnen, ebenso wie Babypausen etc.  Und auch das weniger Trainierinnen vorhanden sind erstaunt angesichts der allgemeinen Quote von Frauen im aktiven Fußball nicht.

Normalerweise werden bei Großereignissen des Sports Ex-Profis als Experten vor die Kameras geholt. Die ehemalige Weltklasseschwimmerin Kristin Otto darf beispielsweise bei Olympia das Männer- wie das Frauenschwimmen begleiten. Aber neben Mehmet Scholl und Oliver Kahn auch mal eine Spielerin der – überaus erfolgreichen – Frauen-Fußballnationalmannschaft zu buchen: Auf diese Idee kam bislang weder die ARD noch das ZDF.

Wäre aus meiner Sicht eine recht sinnlose Frauenquotenerfüllung. Denn natürlich können Mehmet Scholl und Oliver Kahn als ehemalige Fußballprofis weitaus mehr Einblick in die Spielerseite bringen und kennen zudem viele der Akteure persönlich. Mehmet Scholl ist Europameister im Jahr 1996 geworden, er trainierte die zweite Mannschaft des FC Bayern München, er hat lange Profifußball gespielt. Oliver Kahn hat an diversen Weltmeisterschaften teilgenommen und ist dort immerhin recht weit gekommen, er kennt die Wettbewerbe aus erster Hand, er hat zudem ebenfalls langjährig in der Bundesliga und auch der Championsleague gespielt.

Dagegen kann man natürlich anführen, dass man ja auch einen weiblichen Weltmeister nehmen könnte. Aber hier sind die Tourniere vom Aufwand schlicht nicht vergleichbar, sie werden auf einem wesentlich niedrigeren Niveau gespielt, es fehlt die persönliche Kenntnis der anderen Spieler und vieles mehr an Expertenwissen. Sie wären keine gleichwertigen Experten, was schön zeigt, zu welchem Ergebnis in solchen Bereichen eine Quote führt.

Fachlich qualifizierter als die Theaterwissenschaftlerin Katrin Müller-Hohenstein, die bis zu ihrer Verpflichtung fürs aktuelle sportstudio in Lokalrundfunksendern Vor- und Nachmittagsssendungen moderierte, dürften die Ex-Kickerinnen allemal sein. Und vielleicht hätten sie im Gegensatz zu Müller-Hohenstein darauf verzichtet, bei der WM 2010 im Gespräch mit Oliver Kahn anlässlich eines Tors von Miroslav Klose von einem „inneren Reichsparteitag“ zu sprechen.

Ist das Argument da nicht eigentlich „die vorhandene Quotenfrau ist schon so schlecht, da können wir auch weitere Quotenfrauen einsetzen“? Wobei ich als nicht so Fußballinteressierter über die tatsächliche Qualifikation von Katrin Müller-Hohenstein nichts sagen kann. Es erscheint mir aber ein sehr schwaches Argument und in dieser Richtung eher ein Kontraargument gegen die Verpflichtung weiterer Frauen.

Müller-Hohensteins Performance ergänzt wunderbar das, was in der Live-Berichterstattung der Begegnungen auch sonst geboten wird. Ein Fußballspiel live zu kommentieren, ist im Grunde nicht schwierig: Wer in der Lage ist, sich Trikotnummern und die dazugehörigen Namen und Gesichter sowie ein paar Geschichten über die jeweiligen Spieler zu merken, ist für den Job schon ganz gut qualifiziert. Denn mittlerweile ist es gang und gäbe, das Evidente noch einmal breit zu erklären, also etwa was die Nummer 11 unten auf dem Platz gerade macht und dass das leider, leider nicht zum Tor führte: Ooouuuu, da hätte sich der Stürmer aber mehr anstrengen müssen! Aber halt, da hat der Schiedsrichter gepfiffen, das müssen wir uns in der Zeitlupe noch einmal ansehen. Warum Fußballreporter glauben, dass Zuschauer das, was sie gerade mit eigenen Augen sehen, noch einmal erzählt bekommen wollen, ist unklar. Fußball ist ja nun wirklich keine besonders komplizierte Sportart.

Okay, ein Rant. Da kann man ruhig etwas polemisch sein. Tatsächlich aber sollte ein guter Kommentator schon etwas mehr wissen. Klar könnte man hier eine Frau nehmen, aber es wird eben auch weniger Frauen in diesem Bereich geben. Die Frau, die mir hier aus dem Radiobereich einfallen würde wäre Sabine Töpperwien. Ob man sie mal zb statt Béla Réthy ranlassen sollte wäre angesichts seiner häufig schlechten Bewertungen vielleicht durchaus mal eine interessante Frage. Wobei sie eben im Radiobereich tätig ist, also insoweit einen anderen Kommentatorstil hat.

Das alles könnten Frauen auch – wenn man sie denn ließe. Oder wenn sie wollen würden. Die Art und Weise, wie die bereits aktiven Reporterinnen in den Medien präsentiert werden, kann man nämlich durchaus abschreckend nennen. Da gibt es Online-Bildstrecken, in denen unter Überschriften wie „Schön und kompetent“ Bilder der fast durchgehend blonden oder wenigstens blondierten Fußballfachfrauen präsentiert werden. Oder Interviews, in denen ganz selbstverständlich Privates abgeklopft wird, Dinge, die ein männlicher Kommentator nie gefragt wird, etwa auf welchen Frauentyp genau er steht oder ob er „in festen Händen“ ist, und wenn, ob die Ehe oder Beziehung darunter leidet, dass die Wochenenden am Rasen verbracht werden. All diese Dinge scheinen zum Job des Fußballkommentierens dazuzugehören – wenn eine Frau diesen Job erledigt.

Die Sportfachfrauen sind natürlich auch danach ausgesucht, dass sie – teilweise zusätzlich zum Fußballwissen – sehr, sehr gut aussehen. Wenn sie kein Fußballwissen haben, dann können sie eben allgemeine Statements einholen, Fans befragen, wie sie es bisher finden oder sonstiges an normaler Reportertätigkeit machen.

Und da ist es aus Sicht der Sender eben eine einfaches Mittel, zusätzliche Zuschauer anzuziehen. Für mich die Entdeckung dieser WM aus dem Bereich:

Vanessa Huppenkothen

Vanessa Huppenkothen

Vanessa Huppenkothen ist eine mexikanische Sportreporterin, Tochter eines deutschen Fußballspielers, und bekennender Fan von Schalke 04. Nett anzuschauen und Ahnung vom Fußball.

Letztendlich ist es hier ähnlich wie bei den Superhelden: Weibliche körperliche Schönheit ist in dieser Hinsicht ein wesentlich höherer Wert, weil in der Partnerwahl wesentlich bedeutsamer, weswegen dessen Darstellung auch viel eher zu Listen anregt. Weiblicher Wettbewerb hingegen spielt dort eine geringere Rolle, im Gegensatz zu Männern, weswegen die Fußballweltmeisterschaft der Männer eben auch in dieser Hinsicht mehr Aufmerksamkeit erzeugt.

Deswegen sind auch Bilder von Spielerfrauen interessanter: Die Spieler haben einen hohen Status, weswegen man dort auch schöne Frauen erwartet. Das sie schöne Frauen haben sagt gleichzeitig auch etwas über sie selbst aus und passt in eine Bewertung des Ereignisses als intrasexuelle Konkurrenz.

Aber nicht nur im Fernsehen, auch in den Printredaktionen sind nur sehr wenige Sportredakteurinnen oder -autorinnen zu finden. Wie in vielen anderen Branchen greifen auch hier einige klassische Mechanismen. Da ist das notorisch Männerbündlerische, das sich etwa in Insiderwitzen niederschlägt; da ist die demonstrative Verbundenheit zwischen Journalisten und Vereinsführung, die jeden Neuling zunächst ausschließt. Im traditionellen Fußballjournalimus geht es nicht nur um Tore und Verletzungen, sondern auch um Privilegien. Ein gutes Verhältnis zum Präsidium bedeutet, Informationen möglicherweise früher als die Konkurrenz zu erhalten, was kritische Berichte oder gar Enthüllungsgeschichten tendenziell erschwert, wenn nicht verhindert.

In einem Ereignis über intrasexuelle Konkurrenz unter Männern festzustellen, dass es hauptsächlich Männer interessiert ist da auch wenig überraschend. Es geht im Fußball auch nicht um kritische Berichte oder Enthüllungsgeschichten, es geht darum, dass man sich einer bestimmten Gruppe zuordnet, üblicherweise wohl das eigene Land und dieses stellvertretend für einen selbst gegen eine andere Gruppe spielt. Dabei darf man dann, weil es die eigene Gruppe ist, natürlich mit dieser hadern und meinen, dass sie alles besser machen könnte und man selbst der bessere Nationaltrainer wäre, aber dabei geht es ja auch darum, dass man will, dass sein Team gewinnt.

Ich wüßte aber nicht, dass das in Frauenbereichen anders ist. Auch in der Glamourwelt der weiblichen B- und C- Stars wird eine „Szene-Insiderin“ sich nicht mit den Stars anlegen, die sie interviewn will und von denen sie Neuigkeiten haben will. Es handelt sich aus meiner Sicht dabei nicht um Erscheinungen eines Männerbundes sondern um die typischen Folgen einer Situation, bei der beide aufeinander angewiesen sind und sich daher kooperativ verhalten.

Da ich als erste Frau hierzulande Ende der 90er Jahre die Leitung des Sportressorts bei einer überregionalen Zeitung übernommen habe, werde ich das oft gefragt. Und meine Antwort lautet, im Kern: „Es ist lustig, wenn man Spaß an abstrusen Situationen hat.“

Die Zahl der Männerarme, die sich unverlangt um meine Schultern legten, während ihre Inhaber etwas wie „Ich erklär dir mal, was Abseits ist“ sagten, ist jedenfalls Legion. Auf einem Westberliner Sechstligaplatz wurde ich einmal mit den Worten „Wie, die schicken uns heute eine Frau?“ empfangen. Die Enttäuschung war unüberhörbar: Da war er also, der große Tag, an dem der Verein ein Spiel absolvieren würde, das morgen in der Zeitung stehen würde – und dann das: eine Frau! Meine Antwort auf die offensichtliche Bestürzung tröstete den fassungslosen Präsidenten kaum. Ich sagte: „Ja, ich bin die Strafe.“

Das wiederum ist unnötig, dürfte aber auch daran liegen, dass die meisten weiblichen Reporter eben nicht unbedingt sehr viel Ahnung von Fußball haben. Man wird ein solches Denken wohl nur los, wenn es mehr weibliche Reporter aus dem Bereich gibt, die dann auch Ahnung haben. Das erreicht man aber nicht über Quoten.

 

Große Koalition: Frauenquote wohl zwischen SPD und CDU vereinbart

Aus den Koalitionsverhandlungen berichtet der Spiegel, dass man sich auf eine Frauenquote geeinigt habe:

Der Streit über das Thema währt schon Jahre, die letzte Koalition konnte sich lediglich auf eine zahnlose Regelung einigen – aber nun ist sie beschlossene Sache: Die gesetzliche Frauenquote in Aufsichtsräten kommt. Darauf haben sich Union und SPD in ihren Koalitionsverhandlungen verständigt. Nach dem Willen der Unterhändler in der Arbeitsgruppe Familie sollen in Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen, die ab dem Jahr 2016 neu besetzt werden, mindestens 30 Prozent Frauen vertreten sein. Außerdem müssen große Unternehmen ab 2015 eigene verbindliche Ziele für die Erhöhung des Frauenanteils in Aufsichtsrat, Vorstand und den obersten Management-Ebenen definieren und veröffentlichen.

Also mindestens 30 Prozent bis 2016 in Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen, immerhin also noch etwa 2 Jahre Zeit. Zudem Selbstverpflichtungen auch für andere Bereiche, welche Folgen diese haben sollen, wenn sie nicht eingehalten werden, bleibt unbekannt. Es scheint eher darum zu gehen, dass das Unternehmen mit der Selbstverpflichtung ein „Costly Signal“ setzt und droht als Unmodern zu gelten oder Frauen zu benachteiligen.

In dem gleichen Artikel heißt es zu den bisherigen Verhältnissen:

n den Führungspositionen der großen Unternehmen in Deutschland sind Frauen bislang eine Minderheit. Zwölf Jahre nach der Selbstverpflichtung der Wirtschaft, mehr Frauen in Aufsichtsräte und Vorstände zu berufen, lag ihr Anteil im September 2013 bei 11,7 Prozent.

In einem weiteren Artikel im Spiegel werden für die 30 Siptzenunternehmen folgende Zahlen genannt:

Insbesondere die stark beäugten Dax-Konzerne müssen sich mächtig ins Zeug legen, um die Vorgabe in so kurzer Zeit zu erfüllen. Bislang hat die Kapitalseite der 30 Spitzenunternehmen nur 45 Plätze in den Aufsichtsräten mit Frauen besetzt. Dafür sind 205 Plätze männlich besetzt.

Also wären dort 250 Ausichtsratplätze, davon wären 30% dann 75 Frauen, also 30 mehr. Also ca. eine Frau mehr pro Unternehmen.

Da das Thema ja schon häufiger hier war noch ein kurzer Überblick, zunächst über Artikel zu angeblichen Hindernissen von Frauen in Führungspositionen aufzusteigen:

Und zum Gender Pay Gap:

Und zur Frauenquote:

In dem Spiegelartikel klingt auch an, dass die Quote wohl nicht übererfüllt werden wird und man sie lange brauchen wird:

Die vermeintliche Erfolgsstory ist aber rasch zu Ende erzählt. Denn das eigentliche Ziel wird die Frauenquote in Aufsichtsräten nicht erreichen: nämlich die sogenannte gläserne Decke zu durchbrechen. Top-Frauen werden trotzdem selten die Vorstände, die Macherposten erreichen.

Ein kurzer Blick nach Norwegen reicht aus, um das zu belegen. Dort ist zwar schon seit rund fünf Jahren ein 40-Prozent-Anteil von Frauen in den Aufsichtsratsgremien vorgeschrieben – und wird sogar eingehalten – doch wird er keinesfalls entscheidend übertroffen. Die Unternehmen erfüllen ihre Pflicht, aber das war es dann auch.

In den Vorständen, den Machtzentralen der Unternehmen, tut sich fast gar nichts. Und wie schon in Norwegen, dürften auch in Deutschland „Goldene Röcke“ bald zum geflügelten Begriff werden. Damit sind Frauen gemeint, die diverse Aufsichtsratsposten innehaben, weil es ad hoc einfach nicht genügend Kräfte für die neuen Frauensitze gibt. Vielfalt sieht anders aus!

Es spricht aus meiner Sicht durchaus dafür, dass nicht genug qualifizierte Frauen vorhanden sind, wenn man sowohl nicht übererfüllt als auch „Goldröcke“ geschaffen werden. Man darf gespannt sein, was sich im Jahre 2016 in Deutschland tut.

Verstärkung des Impostor Syndroms bei starken weiblichen Vorbildern

Das Impostor Syndrome ist die innere Überzeugung, dass man eigentlich nicht gut genug ist für die Rolle, die man Leben soll und man insofern den Leuten nur etwas vorgaukelt, allerdings nicht hinreichend qualifiziert für den Beruf / die Position / die Tätigkeit ist.

Aus der Wikipedia dazu:

The impostor syndrome, sometimes called impostor phenomenon or fraud syndrome, is a psychological phenomenon in which people are unable to internalize their accomplishments. Despite external evidence of their competence, those with the syndrome remain convinced that they are frauds and do not deserve the success they have achieved. Proof of success is dismissed as luck, timing, or as a result of deceiving others into thinking they are more intelligent and competent than they believe themselves to be.

Wie bereits ein einem anderen Artikel angesprochen sind Frauen von diesem Syndrom häufiger befallen als Männer.

Erklärungen dazu gibt es einige. Hier eine eher sozialwissenschaftliche Begründung:

“Men are conditioned from a very early age to be successful, so success is expected,” says Mercier. “Their fear is a fear of failure. However, women are conditioned to be feminine. Career success might be wished for, but not expected. Their fear is more commonly the fear of success because they know they’ll have to give something up if they’re successful, such as family, partner, children, friends, and life balance.” A conundrum of the imposter syndrome is this: some people are inflicted by it because they actually are an imposter. Everyone’s known a bumbling and incompetent leader out of his or her depth to an excruciating and embarrassing extent. But the real imposter syndrome reflects people who deserve their position, can excel at it, and yet suffer from secret convictions of low worth.

According to Mercier, “nature and nurture create the latent possibility to experience feeling like an imposter.” In some people there are personality factors, such as emotional sensitivity, performance anxiety, and a lack of conscientiousness, while in others it could be the impact of having a perfectionist as a parent. Whatever the cause, the imposter syndrome is often triggered by an external event that creates uncertainty and vulnerability. “That might include a highly competitive male dominated environment; unexpected promotions; challenges and conflict in the workplace; changing goalposts, and so on,” she says. The consequence of the imposter syndrome is that women don’t achieve their potential. In the corporate world, they refrain from making big decisions that could advance their career. In entrepreneurship, they shy away from taking the risks that could grow their business.

Das kann man natürlich auch in einen biologischen Kontext einordnen, eben weil Testosteron die Risikobereitschaft erhöht und Männer aufgrund intrasexueller Konkurrenz und intersexueller Selektion eine anderes Verhältnis zu Statusaufbau als Frauen (im Schnitt). Männer, die durch Konkurrenzkampf und Statusaufbau angespornt werden gibt es wahrscheinlich mehr als Frauen.

Interessanterweise kommt eine Studie zu dem Ergebnis, dass Frauen bei sehr starken Mentoren nicht angespornt werden, sondern sich dann selbst eher kritischer bewerten und davon ausgehen, dass sie selbst nur Blender sind.

Collett then sought relationships in the data between downshifting, concerns over family-friendliness, and impostorism. Concerns over family-friendliness, she found, had no statistically significant relationship with the decision to downshift—but feelings of impostorism did. „We see that impostors are overrepresented in both the groups that seriously considered changing and those that actually did so,“ Collett said at the meeting. Impostorism was, in fact, the only statistically significant gender effect that accounted for downshifting. „This suggests that impostorism at least partially mediates the relationship between gender and career ambitions in academia.“

Turning to the qualitative responses that Collett collected in interviews, she found that many of those who were categorized as downshifters reported worrying about being incompetent in the lab. „My main concern is feeling competent in my chosen career,“ said one Ph.D. student in a scientific field. Another told Collett, „I worry that I’m maybe just lazy and I don’t like working hard, and I shouldn’t be here because I’m not willing to be in the office 60 or 70 hours a week.“ These comments indicate feelings of impostorism, Collett says.

An unanticipated quirk emerged in her interviews: A significant number of women reported that they felt they could never be as good as their female mentors. One said that she suspected her mentor was secretly Superwoman; how could she ever live up to that example?

That inspired Collett to consider whether impressive female mentors might actually dissuade women who already experience impostor syndrome from pursuing the tenure track. Valerie Young, an education researcher and expert on impostor syndrome, tells Science Careers that this finding fits with what she’s seen in her research and interviews. „If you’re constantly comparing yourself to this star mentor, by definition you’re never going to measure up,“ she says. Collett plans to explore this idea further in future studies.

Both the quantitative and qualitative data, Collett says, suggest that impostorism plays a larger role than previously suspected in female scientists‘ decisions to shift toward less competitive, less time- and energy-intensive careers.

Es erscheint mir nicht so ungewöhnlich, dass eine Gruppe, die einen geringeren Anreiz für eine sehr aufwändige Tätigkeit hat (über eine andere Vorstellung von Work-Life-Balance, über andere Auswirkungen von Statusaufbau und auch über einen engeren Zeitplan) auch eher vor den damit verbundenen Anforderungen zurückschreckt und gerade wenn jemand diese Anforderungen deutlich demonstriert auch eher denkt, dass sie eine Blenderin ist, wenn sie diese nicht umsetzt und ebenso erfüllt. Sie hätte dann das Gefühl, dass sie theoretisch die Anforderungen sicherlich erbringen könnte, es aber eben nicht macht, sich nicht dazu zwingen will und insoweit ihre Position weniger verdient als andere.

Interessanterweise müsste dies durch eine Frauenquote eher noch erhöht werden. Denn wenn man seinen Posten erhält, weil man das richtige Geschlecht hat und die restlichen Positionen in einem durch die weniger vorhandenen Plätze von dem anderen Geschlecht um so härter umkämpft werden, dann stellt sich im direkten Vergleich noch eher das Gefühl ein, dass man den Posten nicht verdient hat und es sich in diesen nicht seinen Vorstellungen gemäß einrichten kann – man fühlt sich im Vergleich mit der Konkurrenz als ein Blender.

OECD Studie zur Geschlechtergleichstellung

Eine aktuelle Studie nimmt zu der Frage Stellung, warum Deutschland eine so geringe Geburtenrate hat:

Die Süddeutsche dazu:

Kinderkriegen in Deutschland ist unattraktiv geworden wie nie zuvor. Das ist das Ergebnis einer Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (PDF). Als Gründe für die beständig sinkenden Geburtenzahlen werden vor allem die schwierige Vereinbarkeit von Beruf und Elternschaft sowie die fehlende gesellschaftliche Anerkennung für berufstätige Mütter hierzulande genannt. Das kulturelle Leitbild von einer „guten Mutter“, die zuhause bei den Kindern zu bleiben habe, sei vor allem in den alten Bundesländern noch so stark verbreitet, dass berufstätige Frauen sich im Zweifel eher gegen als für ein Kind entschieden. Deutschland gehört damit im europaweiten Vergleich zu den Schlusslichtern bei den Geburtenzahlen – dies lasse sich nicht mehr einzig auf ökonomische Gründe zurückführen, so die Sozialforscher.

Also:

  • fehlende gesellschaftliche Anerkennung für berufstätige Mütter
  • Leitbild der guten Mutter, die zuhause bleibt

Das Leitbild der guten Mutter, die zuhause bleibt. Meiner Meinung nach traut man sich in Deutschland auch nicht dieses abzubauen. Wer wird den ganzen weiblichen Wählern sagen, dass sie einen Fehler machen, wenn sie sich um die die Kinder kümmern. Niemand will den Hausfrauen sagen, dass sie lieber an ihre Rente denken sollen und man Kinder in die Fremdbetreuung geben sollte. Niemand will ihnen sagen, dass sie früher in den Beruf zurückkehren sollen.

Natürlich könnte man eine entsprechende Kampagne machen, in der man gegen das Leitbild der guten Mutter vorgeht. Aber würde es positiv angenommen werden?

Momentan hat eine Frau das Gefühl, dass Kinder bekommen und Beruf gleichzeitig nicht möglich ist.

Und zur Gleichstellung:

Mehr junge Frauen als Männer machen Abitur und Hochschulabschlüsse. Doch kaum sind sie in die Arbeitswelt eingestiegen, stoßen sie an die sogenannten gläsernen Decken.

Ach ja, die gäserne Decke. Mal sehen welche Faktoren benannt werden:

Sie verdienen weniger, haben schlechtere Aufstiegschancen – und sobald sie ein Kind bekommen haben und in Teilzeit arbeiten, sind oft alle Karrierechancenn vorbei. Wie groß der Unterschied zwischen Frauen und Männer auf dem Arbeitsmarkt ist, zeigt eine aktuelle Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). So liegt Deutschland, was das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen angeht, unter allen 34 OECD-Ländern auf dem drittschlechtesten Platz. 22 Prozent weniger Gehalt bekommen Frauen bei den mittleren Einkommen. Das geht aus der am Montag veröffentlichten Studie „Gleichstellung der Geschlechter“ hervor. Im OECD-Durchschnitt beträgt das Lohngefälle nur 16 Prozent. Dabei sind gerade junge Frauen laut den Ergebnissen der Studie besser ausgebildet als Männer. 27 Prozent der Frauen zwischen 25 und 34 Jahren haben in Deutschland einen Abschluss von einer Universität, einer Fachschule oder einen Meisterbrief. Bei den Männer dieser Altersgruppe liegt der Anteil nur bei 25 Prozent. Mehr als die Hälfte des Einkommensunterschieds sei auf Teilzeitarbeit zurückzuführen, sagte die Leiterin der OECD-Abteilung für Sozialpolitik, Monika Queisser. In Deutschland arbeiten 62 Prozent der Frauen zwischen 25 und 54 Jahren in Teilzeit, im Nachbarland Frankreich sind es nur 26 Prozent. Einen Ausweg aus der hohen Teilzeitquote sieht Queisser in „guter und bezahlbarer Kinderbetreuung“.

Natürlich muss diese dann eben auch angenommen werden. Wenn in der gleichen Studie angeführt wird, dass das Bild der guten Mutter ebenfalls bremst, dann ist es eben auch ein Mentalitätsproblem.

Noch schlechter als bei den Gehaltsunterschieden schneidet Deutschland aber beim geschlechterbedingten Rentengefälle ab: Dort belegt es unter allen OECD-Ländern den letzten Platz mit dem größten Unterschied zwischen den Geschlechtern. Frauen in Deutschland bekommen im Schnitt nur die Hälfte der durchschnittlichen Rente von Männern. Zwei Drittel der deutschen Rentner seien aber Frauen. Die Rentenlücke sei auch ein wesentlicher Grund dafür, dass zehn Prozent der Frauen in Altersarmut leben, teilte die in Paris ansässige Organisation mit.

Das wäre doch mal eine gute Werbemaßnahme. Denkt an eure Renten, geht so schnell wie möglich wieder arbeiten. Es würde mich aber interessieren, wie sich das Bild verändert, wenn man den Versorgungsausgleich und die Witwenrente mit einrechnen würde.

Was Frauen in Spitzenpositionen angeht, liegt Deutschland sogar auf dem letzten Platz – noch hinter Japan. Weniger als sechs Prozent der Vorstände und Aufsichtsratsmitglieder in börsennotierten Unternehmen sind Frauen. Spitzenreiter bei den weiblichen Führungskräften ist Norwegen, wo 2003 eine Frauenquote eingeführt wurde.

Erstaunlich finde ich, dass man das nie als Anforderung formuliert, sondern immer nur als Diskriminierung. Schließlich hängt es auch eng damit zusammen, dass die Frauen davon ausgehen, dass sie lieber keine Kinder bekommen als sie in eine Fremdbetreuung zu geben.

Piraten, die Frauenquote und Frauen in der Politik

Vielleicht ist es noch ein Nachklang meines eigenen offenen Briefs an die Piraten, aber wenn aus dieser Ecke Kritik am Genderfeminismus und dessen unsubstantiierten Diskriminierungsvorwurf kommt, dann freut mich das immer besonders.

Hier schreibt Alyama etwas in diese Richtung:

In letzter Zeit häufen sich allerdings die Leute, die äussern, dass Frauen bei den Piraten systematisch benachteiligt und diskriminiert würden. Ich entgegne dann, dass das schon auf manche Frauen zutreffen könnte, dass ich mich aber ganz und gar nicht benachteiligt und diskriminiert fühle. Die Standard-Antwort in dem Fall ist dann, dass ich das halt eben nur nicht merke

Ich merke das nicht? Seriously? Ich habe ALLES was ich je angepackt habe innerhalb der Piraten, auch erreicht. Siehe oben. Wollt ihr mir wirklich einreden, ich hätte als Mann einen besseren Listenplatz bekommen? Wollt ihr wirklich behaupten dass z.B. Anke Domscheidt-Berg, wäre sie ein Mann, auf Listenplatz 1, statt Listenplatz 2, gewählt worden wäre?

Mich würde als Frau auch dieses frauenfeindliche „Du bist halt zu doof, deine eigene Diskriminierung zu sehen“ stören. Gerade wenn man in einem bestimmten Bereich einen guten Einblick in die Vorgänge hat und daher die Strukturen eigentlich besser einschätzen kann. Und gerade in der Politik ist es eben nicht die Diskriminierung innerhalb der Partei, im Gegenteil die meisten Frauen suchen händeringend nach Frauen, die entsprechende Posten übernehmen wollen.

as ist nicht so, weil die bösen Männer in der Partei uns Frauen den Erfolg nicht gönnen. Da steckt kein System dahinter. Wir haben wenige Frauen auf aussichtsreichen Listenplätzen, weil wenige Frauen kandidiert haben. Es haben wenige Frauen kandidiert, weil wir wesentlich weniger Frauen als Männer in der Partei haben. Nehmen wir BaWü als Beispiel: Auf der Landesliste 1-10 befinden sich zwei Frauen. Auf den weiteren Listenplätzen sind nochmal zwei Frauen vertreten, sind also insgesamt 4 von 30. Zehn Frauen haben im Wiki ihre Kandidatur für die Landesliste bekannt gegeben, auf der Aufstellungsversammlung selbst waren (soweit ich das gerade noch nachvollziehen kann) davon nur sechs anwesend um ihre Kandidatur aufrecht zu erhalten. Darunter einige, die man vorher nie gesehen hatte und deren Vorstellungen mitunter auch sehr fraglich waren. Hätte man die nun wählen müssen, damit man ein reines Gewissen hat und sagen kann, es seien total viele Frauen auf die Liste gekommen? Ne, find ich nicht. Ich möchte nach Kompetenz wählen und das habe ich getan. Und ja, die meisten Leute die ich für kompetent erachtet habe (und das auch immer noch tue) waren nunmal Männer. Nicht weil sie Männer sind, sondern weil sie viel für die Piraten getan haben, weil sie mit Leidenschaft bei der Sache sind und weil ich ihnen vertraue.

Ich denke, dass das ein wichtiger Punkt ist: Die Männer, die gewählt werden sind meist kompetent und man wählt sie gerne. Die weiblichen Kandidaten, die tatsächlich aktiv sind sind häufig auch kompetent und man wählt sie gerne. Es sind aber weniger. Und dann kommen noch welche hinzu, die einfach nur kandidieren, weil sie meinen, dass mehr Frauen vorhanden sein sollten, aber eigentlich gar nicht kandidieren wollen. Die wählt man nicht gerne.

Was verständlich ist. Gerade die Piraten leben eben von persönlichen Beziehungen und einem durch Einsatz im Internet oder in passenden Diskussionsrunden erarbeiteten Status. Den scheinen sich aber weitaus weniger Frauen erarbeiten zu wollen. Das dann als Diskriminierung anzusehen und auf eine Frauenquote abzustellen, bringt dann wenig.

Alyama fasst die Gründe für wenig Frauen noch einmal zusammen:

Und warum gibts bei den Piraten so wenige Frauen? Vielleicht weil die Piraten mal als “Internetpartei” angefangen haben und noch nicht bei allen Frauen angekommen ist, dass es auch andere Themen gibt. Die Mitglieder sind einfach nach wie vor sehr IT-lastig und das sind traditionell (noch) eher seltener Frauen. Vielleicht liegts aber auch daran, dass Frauen sich oft nicht für Politik interessieren, u.a. weil sie anders erzogen werden, als Männer. Und selbst die Frauen, die sich für Politik interessieren, haben eine extrem hohe Hemmschwelle, selber Politik zu machen.

Es liegt nicht nur an der Erziehung, sondern auch an biologischen Grundlagen. Aber selbst wenn es an der Erziehung liegen würde, dann würde das die Kandidatinnen eben dennoch schlechter machen, eben wegen dieser Erziehung.

Ich bin gespannt, wie die Piraten langfristig mit dem Genderfeminismus umgehen.

Medizinertest in Wien und unterschiedliche Bewertung nach Geschlecht

An der Universität Wien hat man ein Problem: Männer schneiden im Schnitt in dem Medizinertest besser ab als Frauen und müßten daher eigentlich mehr Studienplätze erhalten. Die Lösung der Univerität Wien: Frauen erhalten auch mit einer geringeren Punktzahl einen Studienplatz.

Jahrelang hatten sich mehr Frauen als Männer um einen Studienplatz an der Medizinischen Universität Wien beworben. Doch stets hatten die Männer beim Aufnahmetest besser abgeschnitten. Das ist unfair, fand die Hochschule, und reformierte ihr Testverfahren. Zum ersten Mal wurden Bewerberinnen dieses Jahr besser bewertet als ihre männlichen Konkurrenten.

Da ist es natürlich interessant zu sehen, was nun eigentlich abgeprüft wird:

Die Universität fragt in ihrem fünfstündigen Eignungstest unter anderem das medizinisch-naturwissenschaftliche Grundverständnis, das räumliche Vorstellungsvermögen und den Umgang mit Zahlen ab.

Das räumliche Denken und die Naturwissenschaften. Welch Überraschung, dass Männer in diesem Bereichen besser abschneiden!

Was genau hat man nun gemacht:

Diesmal berechnete sie den Mittelwert der Testergebnisse getrennt nach Geschlechtern. Das hatte zur Folge, dass Frauen mit weniger Punkten weiterkommen konnten als Männer. „Die genderspezifische Auswertung war unsere Lösung, um dem bestehenden Gender-Gap entgegenzuwirken“, sagt Universitätssprecher Klaus Dietl im „Kurier“. Das habe sich die Meduni Wien auch rechtlich absichern lassen.

Ein von der Studentenvertretung beauftragter Jurist kam im April hingegen zu einem anderen Schluss: Die „umgekehrte und indirekte Diskriminierung“ sei rechtswidrig, zitierte „Die Presse“ aus dem Gutachten. Der Verfassungsjurist Heinz Mayer sieht gute Chancen für eine studentische Sammelklage. „Im Studium und später als Ärzte müssen beide die gleiche Leistung bringen, daher muss auch die Leistung des Eignungstests gleich bewertet werden.“, sagte er im „Kurier“.

Die Hochschule ist anderer Meinung: „Es ist in der angewandten Psychometrie durchaus üblich, unterschiedliche Mittelwerte für unterschiedliche Gruppen, also auch geschlechterspezifische, anzuwenden“, teilte sie mit. Die drei österreichischen Medizin-Unis in Wien, Innsbruck und Graz arbeiten derzeit gemeinsam an einem neuen Testverfahren, das nächstes Jahr erstmals an allen drei Hochschulen angewandt werden soll.

Meiner Meinung nach ist die Vorgehensweise der Universität falsch. In Deutschland zumindest würde eine Studienplatzvergabe bei mehr Studenten als Studienplätzen gerechte Auswahlkriterien erfordern, die gerichtlich überprüfbar sind. Geschlecht sollte hierbei keine Rolle spielen dürfen. Wenn die Universität eine Vergabe der Plätze mit Hilfe eines Tests, abfragt, der Fähigkeiten überprüft, die aus deren Sicht eine besondere Qualifikation für das Studium deutlich machen, dann muss sie sich auch an diesem Kritierium festhalten lassen und dann eben nach den dort ermittelten Ergebnissen vorgehen.

Allerdings läßt sich natürlich durchaus hinterfrage, ob räumliches und naturwissenschaftliches Denken tatsächlich die Kriterien sind, die einen besonders befähigt für das Studium bzw. den nachfolgenden Arztberuf machen. Wenn die Universität hier irgendwo hätte einharken wollen, dann hätte sie zusätzliche Kriterien anführen sollen, die eben mehr auf den sozialen Aspekt des Arztberufes abstellen.

Wie wäre es mit einem Wortassoziationstest (Weil man ja mit den Patienten reden muss und sie verstehen muss)? Oder anderen Tests, die eher sprachliche Fähigkeiten abdecken? Das kann man alles in den Test einbringen, ohne dass man die Geschlechterproblematik großartig ansprechen muss

So wird man wohl rechtfertigen müssen, warum die Frauen schlechter abschneiden. Will man nicht auf die Biologie abstellen, dann bleibt nur ein „Frauen gehen aufgrund ihrer Sozialisierung davon aus, in diesen Bereichen schlechter zu sein, dieser gesellschaftliche Nachteil wird aufgehoben“. Mal sehen, ob man etwas von dem sicherlich stattfindenden Prozess erfahren wird. Könnte eine gute Gelegenheit sein, diese Streitfragen einmal kritisch durchzugehen.

Starke Frauen in Führungspositionen vs. zur Schwäche sozialisierte Frauen, die die Frauenquote brauchen

Ich habe mit @dieKadda, also Katrin Roenicke, eine Diskussion über Twitter geführt.

Sie hat argumentiert, dass die Piraten eine Quote bräuchten, weil die Vergangenheit gezeigt hat, dass es auch bei ihnen die Frauen nicht nach oben kommen, weil das Klima zu wettbewerbsorientiert ist.

Ich hatte auf die Grünen verwiesen, die zeigen, dass die Quote da ebenfalls nicht zu Veränderungen geführt hat, sondern immer noch nach Frauen gesucht werden muss und bei Wegfall der Quote wieder sinken würde.

Daraufhin verwies Kathrin darauf, dass die grünen Frauen eben auch noch entsprechend sozialisiert wären, sich weiblich zu verhalten und es eben ein langer Prozess wäre, man Vorbilder präsentieren müsse und das einige jahrzehnte lang.

An dieser Stelle habe ich dann nachgefragt, ob das gleiche dann nicht auch bedeuten würde, dass es wenig Frauen geben würde, die so sozialisiert sind, dass sie einen Vorstandsjob oder einen hohen Posten in der Wirtschaft ausüben können und wollen und man dann da dem Wettbewerb noch weniger entfliehen könne, weil es eben in diesem Bereich immer einen Wettbewerb zumindest mit anderen Firmenchefs gibt.

Aus meiner Sicht kann man schwer beides argumentieren:

Die Sozialisierung der Frauen in ihrer Frauenrolle macht jahrzehntelange Frauenquotenprogramme erforderlich, damit Frauen aus dieser Sozialisierung ausbrechen können.

und

Weibliche Führungskräfte stehen im gleichen Umfang wie männliche Führungskräfte zur Verfügung. Es beruht auf Diskriminierung, dass sie nicht nach oben kommen.

Denn die erste Auffassung schildert ja gerade eine Sozialisierung, die bei Frauen insgesamt wirkt und sie von wettbewerbsorientierten Jobs abhält, sie andere Jobs suchen läßt und damit genau diesen Mangel an Kandidatinnen erklären würde, auf den die Wirtschaft sich beruft. Eine weibliche Sozialisierung würde stets ein Ausbrechen aus dieser für die Übernahme solcher Jobs erfordern, was ein Risiko für den Arbeitgeber ist.

Die zweite Auffassung hingegen legt gerade dar, dass diese Sozialisierung von den starken Führungsfrauenkandidatinnen bereits abgeschüttelt wurde und diese quasi auf Abruf stehen.

Es ist letztendlich der Gegensatz zwischen einer Argumentation, die auf Schutzwürdigkeit der Frau aufbaut und diese daher als schwach und gefangen in einer starken, weiblichen Sozialisation gefangen ansieht und einer Argumentation, die auf Stärke der Frau abstellt, aus der gleiche Leistung angeboten wird, die bei einer entsprechenden Sozialisation nach der obigen Argumentation aber gerade nicht gegeben ist.

Die biologischen Theorien bieten hier darüber, dass es Normalverteilungen gibt, bei der bestimmte Frauen eben eher auf der wettbewerbsorientierten Seite Seite sind, eine eigentlich günstigere Variante, auf die sich Führungsfrauen berufen können. Es erlaubt auch schnellere Rollenwechsel als eine tiefe Sozialisierung zu „weichen weiblichen Eigenschaften“.

Wer darauf abstellt, dass Frauen auf eine bestimmte Art und Weise den fixen Gesellschaftsrollen unterliegen, die sie auf „das weibliche“ festlegen, der läuft erhebliche Gefahr, dass genau diese Sozialisierung dann auch ernst genommen wird und negativ angerechnet wird. Es verringert dann eben den Kandiatenpool an zur Verfühung stehenden Frauen für Jobs, die nicht der „weiblichen Sozialisierung“ entsprechen, deutlich.

Gegenmittel sind dann:

  1. Die Forderung, die Unternehmenskultur so zu ändern, dass sie zu einer weiblichen Sozialisierung passt (gerade an der Spitze eine schwer umsetzbare Forderung, da dort eben Wettbewerb mit der Konkurrenz herrscht)
  2. Die Sozialisierung zu ändern (was aber gleichzeitig den heutigen Frauen nicht mehr hilft und dann eben auch anerkennen muss, dass der heutige Kandidatenpool geringer ist).

An diesem Beispiel wird auch deutlich, dass Sozialisierungs-Theorien gegen biologischen Modellen mit fließenden Geschlechtergrenzen und lediglich Häufungen bei bestimmten Mittelwerten wesentlich essentialistischer und determinierter sein können.

Danach unterliegen dann eben ALLE Frauen einer bestimmten Sozialisierung, weil die gesellschaftlichen Normen, die weiblichen Identitäten, die Geschlechterrollen jeder einzelnen Frau kraft Phänoptyp zugewiesen werden und Druck auf sie in diese Richtung ausgeübt wird.

  • Wer von einer starken Sozialisation ausgeht, die Frauen und Männer betrifft, der muss auch gleichzeitig davon ausgehen, dass es eine geringere Individualität bezüglich dieses Sozialisationsaspektes gibt.
  • Wer von einer schwachen Sozialisation ausgeht, dem fehlt das Argument, warum Frauen sich nicht so leicht von dieser frei machen können.

Frauenquote bei DSDS

Im Focus ist ein Bericht mit einer ausgeschiedenen Kandidatin bei DSDS

Als Mädchen habe sie sowieso keine Chance gehabt: „Klar, weil die kleinen Mädels zu Hause immer nur für die Jungs anrufen.“ Vorwürfe, die nicht von der Hand zu weisen sind. Unter den letzten sieben Kandidaten ist in diesem Jahr nur noch die 16 Jahre alte Fabienne Rothe. In acht Staffeln von „Deutschland sucht den Superstar“ gewann überhaupt nur eine einzige Frau die Casting-Show: Elli Erl im Jahr 2004.(…)

Doch noch sieht Vanessa DSDS nicht verloren. Sie fordert tiefgreifende Veränderungen beim Show-Konzept und glaubt: „So kann Dieter Bohlen DSDS retten.“ Zum Einen solle die Jury mehr mitbestimmen dürfen: „Das sind doch schließlich die Musikexperten.“ Zum Anderen brauche die Casting-Show dringend eine Frauenquote, zumindest bis zum Halbfinale: „Da sollen zwei Männer gegen zwei Frauen antreten. Dann ist es fair.“…

Interessanterweise eine Frauenquote aufgrund der Benachteiligung durch andere Frauen. Natürlich nur dahergeredet von einem enttäuschten Mädchen. Aber trotzdem interessant.

Ich vermute, dass die Mädchen mehr anrufen, weil der Status durch die Show und die Hingabe durch das Unterstützen besser in das weibliche Attraktivitätsschema fallen. Da hätten Frauen dann in der Tat schlechtere Chancen

„Wir warten nicht“: Frauen und Karriere

In dem Spiegelartikel „Wir warten nicht auf die Quote“ fand ich die folgende Stelle ganz interessant:

Das belegt er mit dem Paradebeispiel Norwegen, wo 40 Prozent der Aufsichtsräte mittlerweile weiblich sind: „Selbst hier liegt der Frauenanteil im operativen Management, das heißt in den Geschäftsführungen, nur bei zwei Prozent.“

51 Prozent der befragten Frauen hatten schon einmal das Gefühl, dass ihnen ein Karriereschritt verweigert wurde, weil sie Frauen sind. Wobei Walter im Vorfeld vermutet hat, dass dieser Anteil noch etwas höher ausfällt.

Die andere Zahl sollte den Unternehmen verdeutlichen, warum sie die Bedürfnisse der Frauen im Management besser nicht ignorieren: 18 Prozent von ihnen planen, im Lauf der kommenden zwölf Monate ihren Arbeitgeber zu wechseln. Die wichtigsten Wechselgründe: schlechte Bezahlung – und fehlende Möglichkeiten, in Teilzeit zu führen.

Interessant dabei, dass es nicht einmal Norwegen schafft, den Anteil im operativen Bereich zu steigern. Das muss Diskriminierung sein!!!

Und dann finde ich interessant: Die Frauen fühlen sich um eine Karriere gebracht. Und wollen gleichzeitig mehr in Teilzeit arbeiten.

Das passt meiner Meinung nach nicht zusammen. Welcher Mann schafft schon Karriere und Teilzeit? Ich denke die Quote ist überaus gering.

Frauenquote in den Parteien am Beispiel der Grünen

Über Dingosaar fand ich diesen Text bei Felix Werner Ludwig in dem Beitrag „Wie ein Pirat den Feminismus kennen lernte

Auf der Mitgliederversammlung wurden die Delegierten für die nächste Bundesdeligiertenkonferenz gewählt. Es standen sechs Plätze zur Verfügung, drei für Männer und drei für Frauen. Die zehn männlichen Bewerber kämpften um jeden Platz, kannten jede Beschlussvorlage und verteidigten verbissen ihre politischen Positionen. Bei den Frauen lag dies anders, es waren nämlich nur drei Frauen anwesend. Die Erste bewarb sich, weil sie schließlich auch zu den letzten vier BDKs gefahren sei, die Zweite wollte sich „so eine BDK auch mal anschauen“ und die Dritte konnte erst zu einer Teilname überredet werden, nachdem man ihr die Übername der Reisekosten versprochen hatte. Da soll sich jetzt jeder selber eine Meinung drüber bilden. Der Arbeitskreis für Gender-Politik hat jedenfalls bis heute nicht getagt (ca. sechs Monate), „weil der Arbeitskreis leider nur zwei aktive Mitglieder hat“ (bei 400 Mitgliedern im Kreisverband).

Das scheint mir ein Problem zu sein, dass nicht über Quote gelöst werden kann. Die Quote bringt in solchen Fällen nichts sondern verstärkt allenfalls bestehende Vorurteile