„Gender Sponging“

Science Files will einen neuen Begriff einführen:

Gender Sponging beschreibt den erfolgreichen Versuch von Mittelschichtsfrauen, sich unabhängig von Leistung Zugang zu Ressourcen zu verschaffen, und zwar auf Kosten aller anderen gesellschaftlichen Gruppen. Gender Sponging ist gesellschaftlich schädliches Verhalten, da es knappe Ressourcen, die in einer für die Gesellschaft produktiven Weise hätten eingesetzt werden können, einer konsumptiven und somit unproduktiven Verwendungsweise zuführt.

Die direkte Übersetzung wäre wohl „Gender Schmarotzerei„, also das Ausnutzen eines bestimmten Geschlechts, um sich Privilegien, die einem nicht zustehen, einzuverleiben. In gewisser Weise also das, was man im Feminismus den Männern generell vorwirft übertragen auf Einzelpersonen.

Der dabei ausgenutzte Mythos soll der sein, dass Frauen benachteiligt sind und insofern durch Ausgleichsmaßnahmen gefördert werden müssen. Auf diesem Mythos aufbauend kann man dann sich selbst über die Ausgleichsmaßnahmen Vorteile verschaffen.

Ich finde es ein interessantes Reframing über ein neues Wort ein Möglichkeit zu schaffen, solche Ansinnen aus dem allgemein eher verwendeten Frame herauszulösen. Damit man dies nutzen kann, müsste es sich natürlich erst verbreiten. Es kann schnell zu einem ungerechten Vorwurf werden, denn tatsächlich gute Frauen können auch nicht verhindern, dass sie, weil die Unternehmen eben Frauenquoten, besonders begehrt sind.

Ist es aus eurer Sicht ein interessanter Begriff?

„Frauen werden diskriminiert“ als einzig zulässiger Erklärungsansatz

Eigentlich hatte ich vor einen Artikel zu „Frauen werden im Beruf ausgebremst“ zu schreiben, aber Tom hat bereits das Nötige gesagt.

Was mir aber dabei ganz allgemein noch einmal aufgefallen ist, ist der starre Frame, den all diese Artikel haben:

Die Idee, dass Unterschiede zwischen den Geschlechtern nur auf Diskriminierung oder einer Behinderung von Frauen beruhen können

Dieser Frame ist so stark, dass er gar nicht mehr hinterfragt wird, die Kausalität wird quasi automatisch in diese Richtung angenommen. Dabei kann sie eben auch genau andersherum verlaufen:

Nicht die Umstände sind schuld an der Position der Frauen, sondern die Frauen produzieren die Umstände selbst.

Tom führt das sehr berechtigt aus, dass diese Position durchaus nahe liegt:

Wieso ist “ständig verfügbarer Siegertyp auf der Überholspur” eine männliche Rollenvorstellung? Wir reden hier über einen Vorstandsjob. Nicht über den Schichtleiter bei Daimler. Fragt mal einen Gründer, wie verfügbar er sein muss. Und natürlich gehört auch Ehrgeiz dazu.

oder:

Man könnte sich nun hinstellen und sagen, ok, da hatten die befragten Frauen eine falsche Vorstellung, was es heisst, Topmanager zu sein. Das ist doch nicht meine Welt, mir ist mein Privatleben wichtiger als meine Karriere. Absolut ok, nachvollziebar und verständlich.
Aber nein. Die Arbeitswelt muss sich ändern.

Diese einseitige Berichterstattung, die nur eine Betrachtungsweise zulässt und eine Betrachtung der anderen nicht vornimmt, beruht auf einer erfolgreichen Tabuisierung.

Dieses Tabu zu hinterfragen scheint mir eine der vordringlichsten Aufgaben zu sein, der man sich stellen muss, wenn man Rationalität in die Geschlechterdebatte bringen will.

„Natürlich hassen nicht alle Männer die Frauen“

Ich habe über Facebook etwas mit Feministinnen diskutiert und bekam zur Erklärung dafür, dass Feministinnen keine Männer hassen diesen Text von Laurie Penny verlinkt, in dem es darum geht, dass Männer nicht per se die Frauen hassen.

Er hat einige interessante Passagen:

These days, before we talk about misogyny, women are increasingly being asked to modify our language so we don’t hurt men’s feelings. Don’t say, “Men oppress women” – that’s sexism, as bad as any sexism women ever have to handle, possibly worse. Instead, say, “Some men oppress women.” Whatever you do, don’t generalise. That’s something men do. Not all men – just somemen.
This type of semantic squabbling is a very effective way of getting women to shut up. After all, most of us grew up learning that being a good girl was all about putting other people’s feelings ahead of our own. We aren’t supposed to say what we think if there’s a chance it might upset somebody else or, worse, make them angry. So we stifle our speech with apologies, caveats and soothing sounds. We reassure our friends and loved ones that “you’re not one of those men who hate women”.
Ein Mitglied einer Bewegung, die nicht geringe Teile ihrer Theorie darauf abstellt, dass Sprache das wichtigste ist, möchte da lieber ungestört Verallgemeinerungen in den Raum stellen dürfen. Verteidigt wird es damit, dass man damit Frauen ja damit quasi den Mund verbietet. Leider auch nur ohne die geringste Einschränkung oder Wertung. Denn mitunter kann es eben vernünftig sein, dass man fordert bestimmte sprachliche Regelungen anzupassen, beispielsweise eben dann, wenn sie einen vollkommen falschen Eindruck geben oder ein Geschlecht pauschal abwerten.
What we don’t say is: of course not all men hate women. But culture hates women, so men who grow up in a sexist culture have a tendency to do and say sexist things, often without meaning to. We aren’t judging you for who you are but that doesn’t mean we’re not asking you to change your behaviour. What you feel about women in your heart is of less immediate importance than how you treat them on a daily basis.
You can be the gentlest, sweetest man in the world yet still benefit from sexism. That’s how oppression works. Thousands of otherwise decent people are persuaded to go along with an unfair system because it’s less hassle that way. The appropriate response when somebody demands a change in that unfair system is to listen, rather than turning away or yelling, as a child might, that it’s not your fault. And it isn’t your fault. I’m sure you’re lovely. That doesn’t mean you don’t have a responsibility to do something about it.
„Cultur hates women“ also „Die Kultur hasst Frauen“. Die Kultur ist aber leider nichts, was man direkt zuordnen kann, sie besteht zum überwiegenden Teil aus Frauen. Aber natürlich spricht sie hier nicht beide Geschlechter an, sondern mit „you“ sind hier die Männer gemeint. Und die profitieren eben alle von Sexismus. Und als Beleg wird einfach auf das System verwiesen. Die Leute unterdrücken danach nicht, weil sie es richtig finden, sondern weil es weniger Anstrengend ist. Klar: Wenn es so wäre, dann müsste man bei Kritik tatsächlich zuhören und überlegen, was man ändern kann.
Nur ist es eben nicht so. Und das kann man natürlich auch sagen. Und dann sollte wiederum der andere zuhören und seine Argumente bringen. „Patriarchat! Ist halt so!“ ist allerdings kein Argument.
Tatsächlich könnte man weitaus eher vertreten, dass unsere Kultur Frauen liebt. Den Frauenschutz ist weit verbreitet, die Regelungen im Familienrecht sind eher auf die Situation der Frau ausgerichtet, Frauenförderung ist ein großes Thema und Frauen werden eher auf ein Podest gestellt als abgewertet.
It should not, therefore, be as difficult as it is to explain to the average male that while you, individual man, going about your daily business, eating crisps and playing BioShock 2, may not hate and hurt women, men as a group –men as a structure – certainly do. I do not believe the majority of men are too stupid to understand this distinction, and if they are we need to step up our efforts to stop them running almost every global government.
Somehow, it is still hard to talk to men about sexism without meeting a wall of defensiveness that shades into outright hostility, even violence. Anger is an entirely appropriate response to learning that you’re implicated in a system that oppresses women – but the solution isn’t to direct that anger back at women. The solution isn’t to shut down debate by accusing us of “reverse sexism”, as if that will somehow balance out the problem and stop you feeling so uncomfortable.
Merkwürdig, ein Wall der Defensivität, dabei gesteht sie doch zu, dass die einzelnen Männer nicht so schlimm sind, wenn sie normale Alltagstätigkeiten machen. Sondern nur das Männer als Struktur (was damit wohl unter Hinzuziehung des obigen Satzes klar macht, dass Kultur und die darin enthaltenen Errungenschaften Männer gemacht sind) Frauen verletzten. Du dummer Mann musst ja nicht Teil der männlichen Struktur sein (die wir niemals konkret ausschließen, denn im Gegensatz zu ihrer Auffassung enthalten ja auch genug Videospiele Frauenfeindlichkeit oder beziehen Frauen nicht genug ein). Auch schön ist ihr Hinweis doch bitte nicht die Debatte abzubrechen und den anderen (reverse-) Sexismus vorzuwerfen. Das ist nämlich genau das, was sie macht: Die Debatte mit den Männern abbrechen und ihnen Sexismus vorwerfen. Machen diese das Gleiche, dann regt sie sich anscheinend auf.
Sexism should be uncomfortable. It is painful and enraging to be on the receiving end of misogynist attacks and it is also painful to watch them happen and to know that you’re implicated, even though you never chose to be. You’re supposed to react when you’re told that a group you are a member of is actively screwing over other human beings, in the same way that you’re supposed to react when a doctor hammers your knee to test your nerves. If it doesn’t move, something is horribly wrong.
Das hatten wir ja schon mal. Es ist ungefähr die gleiche Sicht aus der heraus man sagen würde „Eine Gefängnisstrafe soll ja eine Bestrafung sein, wie soll er es sonst lernen“. Und auch schön ist der Sippenhaft Gedanken. Du bist ein Mann! Damit Teil einer Gruppe, die aktiv andere Menschen fertig macht! Das findest du also okay du Mistkerl? Das mindeste ist ja wohl, dass du die Erbschuld als Mann akzeptierst und alles wieder gut  machst! Schäm dich, wenn du dich da noch beschwerst!
Saying that “all men are implicated in a culture of sexism” – all men, not just some men –may sound like an accusation. In reality, it’s a challenge. You, individual man, with your individual dreams and desires, did not ask to be born into a world where being a boy gave you social and sexual advantages over girls. You don’t want to live in a world where little girls get raped and then are told they provoked it in a court of law; where women’s work is poorly paid or unpaid; where we are called sluts and whores for demanding simple sexual equality. You did not choose any of this. What you do get to choose, right now, is what happens next.
„Alle Männer sind in eine Kultur des Sexismus eingebunden“ ist doch nun wirklich keine Beschuldigung! Es ist eine Herausforderung! Und die liebt ihr Männer doch.  Wie sie wohl auf solche Herausforderungen gegenüber Frauen reagieren würde? „Alle Frauen können kein Mathe“ –> Eine Herausforderung um zu zeigen, dass man selbst Mathe kann. „Alle Frauen beuten Männer aus“ –> Eine Herausforderung um zu zeigen, dass man sie nicht ausbeutet. Doch wirklich ganz harmlos. Wer will schon in einer Welt leben, in der Frauen schlecht in Mathe und Männer ausgebeutet werden? Aber mal sehen, was sie fordert, was man gegen den Sexismus macht:
You can choose, as a man, to help create a fairer world for women – and for men, too. You can choose to challenge misogyny and sexual violence wherever you see them. You can choose to take risks and spend energy supporting women, promoting women, treating the women in your life as true equals. You can choose to stand up and say no and, every day, more men and boys are making that choice. The question is – will you be one of them?
Du kannst wählen, Risiken einzusehen und Energie aufwenden um Frauen zu unterstützen, für sie zu werben, die Frauen in deinem Leben als echte Gleichwertige behandeln. Als ob Männer nicht täglich Risiken für Frauen eingehen, sie täglich mit ihrem Einkommen unterstützen, ihre Töchter, Mütter, Freundinnen, Frauen nicht täglich unterstützen. Der Feminismus hier wie immer unkonkret. Muss man ihr sagen, dass sie den Gender Pay Gap nie reduzieren wird, wenn sie Gender Studies statt Maschinenbau studiert? Muss man die in Trennung lebende Frau darauf hinweisen, dass sie das Trennungsjahr nicht abwarten sollte ohne voll in die Arbeit einzusteigen, wie es ihr das Gesetz erlaubt? Muss man Frauen sagen, dass sie sich für einen Mann mit gleich hohem oder niedrigeren Gehalt entscheiden sollen und die Babypause nicht zu lang werden darf? Oder das sie mehr Überstunden machen soll, wie die Männer auch? Dazu wird man schwer im Feminismus was finden. Denn tatsächliche Gleichheit ist anstrengend.
Besser ist es, wenn der Mann einfach irgendwie schuld ist.
Einen Sündenbock zu haben ist nicht anstrengend, sondern erleichtert das Ausleben seiner Überlegenheitsphantasien ganz enorm.

Steven Sailers erste Regel zum Verständnis feministischer Vernebelungstaktiken

Steven Sailer stellt eine kurze Regel dar, die dazu dienen soll, feministische Texte besser zu verstehen:

Sailer’s First Rule for Decoding Feminist Obfuscation is

– When feminists can blame men, they blame “men.”

– When feminists would have to blame women, they blame “society” or “our culture.”

Das ist kurz und knackig formuliert und passt häufig genug. Auch wenn statt Männern häufig „Männlichkeit“ oder die Folge männlichen Handelns oder „männlich errichte Strukturen“ benannt werden. Vielleicht wäre es passender zu sagen, dass im Endeffekt immer Männer schuld sind, bei Männern zwar auch durch die Gesellschaft und ihre Rollenbilder bedingt, da wird aber eine Art Erbschuld gesehen, die der Mann akzeptieren und von der er sich frei arbeiten muss, was aber niemals gelingen kann, während Frauen diese Verantwortung für die Gesellschaft und ihre Strukturen nicht haben.

Weibliche Veranwortung kommt aber in feministischen Theorien nicht vor. Sie ist allenfalls die Anpassung an die Lage, wie sie nun einmal für eine Frau innerhalb einer patriarchischen Gesellschaft leider notwendig ist.

Aus meiner Sicht eine sehr nützliche Regel, die deutlich macht, was dem Feminismus am meisten fehlt:

Die Vorstellung, dass eine Frau ohne Gehirnwäsche bestimmte Tätigkeiten macht, weil sie diese will und dafür auch verantwortlich ist und das daraus auch ein Anteil der Verantwortung von Frauen für gesellschaftliche Regeln folgt.

„Das Patriarchat hat mein Smartphone zu groß für meine Hände gemacht“

In einem bemerkenswerten Beitrag beschwert sich Zeynep Tufekci (Assistant Professor in Harvard) ,dass sie mit ihrem Smartphone, einem Nexus 4, keine klaren Photos machen kann, weil es einfach zu groß für ihre Frauenhände ist:

I cursed the gendered nature of tech design that has written out women from the group of legitimate users of phones as portable devices to be used on-the-go.

I cursed that what was taken for granted by the male designers and male users of modern phones was simply not available to me.

I cursed that I could not effectively document how large numbers of ordinary people had come to visit a park were being massively tear-gassed because I simply could not take a one-handed picture.

I especially cursed that I could not lift the camera above my head, hold it steadily *and* take a picture—something I had seen countless men with larger hands do all the time.

I’m 5 foot 2 inches on a good day and my hands are simply not big enough for effective one-handed use of the kind of phones that I want to use for my work.

Und sie ergänzt später:

There is no rule that says the screen size must get bigger with each upgrade in memory or capabilities, and yet it does. For most men, it’s just one small, added benefit. For many women, though it’s a reminder that the tech industry doesn’t always remember or count your existence.

Just so we are clear: I don’t want a pink phone, I don’t want “women’s applications” and I don’t want ruffles or hello kitty on my phone.

I merely want a design that acknowledges that women exist, and women often have smaller hands than men.

Warum sie sich dann kein kleineres Handy kauft als das Nexus, mit einr Größe von 5.27 x 2.7 x 0.35 Zoll und einem Bildschirm von 4,7 Zoll ist mir ein Rätsel.

Ein anderer Beitrag (von dem ich auch den Titel geklaut habe) geht ebenfalls darauf ein:

When she complains that she can’t operate the beast with one hand, it’s tempting to ask, “Well, instead of blaming the patriarchy, why didn’t you buy something a bit smaller?”*

The iPhone 5, for instance, is roughly 10 percent shorter and 20 percent skinnier. And you’re not sacrificing much, performance-wise: I assure you, you can grab some pretty great shots with the dainty iPhone camera. Or maybe she could’ve gotten one of those nifty new phones with the buttons on the back to ease one-handed use?

Aber auch auf dem Android-Bereich sind genug Handys mit 4.0 oder 4.3 Zoll verfügbar.

Dort heißt es weiter:

It is not annoying that she would want a phone that better fits her hands. It is annoying that she would blame society for her poor choice in mobile. (…) When one views life through the prism of gender—when one can’t help but see some sort of conspiracy, accidental or otherwise, in something as simple as the mobile phone market—it becomes easier to demand that debate be shut down.

Eigentlich ein schönes Beispiel dafür, wie innerhalb dieser Denkweise Verantwortung abgegeben wird  und damit weibliche Unterverantwortlichkeit gefördert wird. Auch interessant, wie in dem Beispiel weibliche Produktdesigner ausgeblendet werden und anscheinend davon ausgegangen wird, dass keinerlei Frauen an der Entwicklung beteiligt waren, aber einfach dennoch mit größeren Smartphones zurechtkommen.

Ich kenne einige Frauen, die ein Smartphone mit einem 4.7 Zoll Bildschirm haben und damit sehr zufrieden sind. Ich kenne andere, allerdings auch Männer, denen der Bildschirm zu groß ist und die sich daher ein kleineres Smartphone gekauft haben.

Hier wird einfach konstruiert, dass Frauen gezwungen werden, größere Smartphones zu kaufen, weil Patriarchat. Eine eigene Entscheidung und ein Überblick über den Markt wird ihnen anscheinend nicht zugetraut.

Schön auch einer der Kommentare:

This article is outrageous! What other reason could there be for phones to be big other than the Patriarchy seeking to only benefit men with the sum of human knowledge at HIS fingertips?

People, I mean people in their natural state without the Patriarchy, prefer to watch video on smaller screens, just as pre-Patriarchy people preferred living at one with Mother Gaia before the Patriarchy brought agriculture.

If science and engineering weren’t such male-dominated fields, they’d have certainly come up with a way to make a small phone have a large screen by now.

 

Zur Schnittmenge konservativer und feministischer Weltanschauungen

Zwei Kommentare stellten bereits eine Verbindung zwischen einer konservativen Haltung und einer feministischen Haltung dar:

Adrian kommentiere wie folgt:

Und gerade konservative Antifeministen/Maskulisten sind die größten Anwender der Gender-Theorie.

– sie behaupten, eine richtige Frau sei nur, wer die Mutterolle schätzt und zu Hause bleibt
– sie behaupten, ein echter Mann wird man nur, wenn man sich in der Welt bewährt
– sie behauten, man könne Kinder verschwulen

Das finde ich immer wieder witzig:)

Und Nick kommentierte in einem anderen Beitrag:

Darüber reden wir doch hier schon seit Jahr und Tag.

->Unmündigkeitsfeminismus; ->weibliche Unschuld; ->Männlichkeit als Sexdämon etc.

Das ganze konservative Geschlechterbild stellt darauf ab, dass Frauen vielfältiger Kompensationen und eines besonderen Schutzes bedürfen, also als Geschlecht eine Klasse bilden, die außerhalb der nur für Männer geltenden “allgemeinen Regeln” steht.

Aus meiner Sicht kann eine konservative Einstellung in der Tat für Männer sehr schädlich sein:

Sie geht oft mit sehr starren Geschlechterrollen und einem essentialistischen Weltbild einher, welches ein „richtiges“ Verhalten von Männern und auch Frauen fordert und wenig Abweichungen zulässt. Gleichzeitig wird auch aus diesem Lager häufig ignoriert, dass man Menschen, die diesen Idealen nicht entsprechen, nicht beliebig formen kann. Hier vertritt die Evolutionsbiologie aus meiner Sicht ein wesentlich differenzierteres Bild.

Es werden über die klassischen Rollenbilder dann auch Pflichten übernommen, wie eben der Schutz der Frauen vor anderen Männern, deren Sexualität oder allgemeiner Konkurrenz. Insofern hat das Bild der unschuldigen Frau, die von dem weißen Ritter in strahlender Rüstung geschützt werden muss einiges mit dem Bild der unmündigen Frau im Feminismus gemeinsam, deren Situation verbessert werden muss.

Das erklärt auch, warum gerade konservative Parteien wie die CDU viele für Männer nachteilige Zustände aufrechterhalten und Aktionen wie etwa eine Frauenquote dort anklang findet.

„Nur Frauen können Frauen helfen“ (The Masters tools…)

Im Gender-Feminismus kommt wohl über den Gedanken, dass nur die Betroffenen wissen können, wie man ihnen hilft und „“the Master’s tools will never dismantle the Master’s house“ der Gedanke hinein, dass nur Frauen Frauen unterstützen und das man an dem Umstand, wie viele Frauen an einer bestimmten Stelle tätig sind ablesen kann, inwieweit Fraueninteressen dort umgesetzt werden bzw. sogar im Umkehrschluss, dass man daran ablesen kann, inwiefern Fraueninteressen vernachlässigt werden. Man kann dann quasi nach diesem Grundsatz das Verbesserungspotential, welches in einem Bereich noch zu erreichen ist, anhand der Frage bewerten, wie viele Frauen dort bereits tätig sind.

Ein hübsches Beispiel wird hier zitiert:

Die Zukunft der Medizin ist weiblich. Heute sind mehr als 60 Prozent der Studierenden im Fach Medizin Frauen. Auf den Führungspositionen der Medizin stagniert die Quote von Ärztinnen seit Jahren unter 10%, an der Spitze stehen über 90% Männer. Erst wenn auch Ärztinnen an entscheidenden Stellen tätig sind und Therapiekonzepte und Strukturen gestalten, werden wir den Gegebenheiten und Anforderungen unseres Gesundheitswesens gerecht – denn auch mehr als die Hälfte unserer Patienten sind weiblich!

Die zutreffende Wertung der Autorin:

Ja, genau, wenn ich demnächst ärztliche Hilfe benötige, werde ich sicherstellen, dass mein weiblicher kranker Körper nur von weiblichen gesunden Händen wieder in Ordnung gebracht wird. Es ist ein medizinisches Wunder, dass ich die Behandlung durch männliche Ärzte bis jetzt überlebt habe – wahrscheinlich war das aber einfach nur pures Glück. Wie werde ich nur meine weiblichen Kopfschmerzen los, wenn ich einen solchen Schmarrn lese?

Der Gedanke setzt sich auch in vielen anderen Bereichen fort, trifft dort aber auch nicht zu. So können starke weibliche Vorbilder auch durchaus abschrecken, Frauen wählen auch selbst nicht unbedingt die Partei, die die meisten Frauen nach oben bringt und auch weibliche Wissenschaftler scheinen einer gewissen Bias gegenüber Frauen zu unterliegen.

Er unterschätzt auch, dass es eben darauf ankommt, was derjenige der handelt, eigentlich erreichen will. Ein Politiker beispielsweise will gewählt werden und es gibt eben sogar etwas mehr weibliche als männliche Wähler, so dass gerade ein männlicher Politiker die Interessen der Frauen nicht ignorieren kann (während einer Frau eher unterstellt wird, dass sie sie eh vertritt). Es muss dann eben gerade nicht die beste Taktik sein, auf eine Frau zu setzen, sondern eher auf einen Mann, der sich gerade als Beschützer oder Förderer darstellen will.

Der Fehler ergibt sich insoweit zum Teil auch aus den drei Grundannahmen des Genderfeminismus:

Gender feminism is an empirical doctrine committed to three claims about human nature.

  • The first is that the differences between men and women have nothing to do with biology but are socially constructed in their entirety.
  • The second is that humans possess a single social motive — power — and that social life can be understood only in terms of how it is exercised.
  • The third is that human interactions arise not from the motives of people dealing with each other as individuals but from the motives of groups dealing with other groups — in this case, the male gender dominating the female gende

Wer den Politiker nur als Bestandteil der Gruppe Mann sieht, der lediglich deren Gruppeninteressen im Kampf um die Macht vertritt, und nicht als Einzelperson, die Macht für sich will oder zumindest selbst vorankommen möchte und dazu die weiblichen Wähler braucht, oder wer nicht erkennt, dass der Mediziner genauso bestimmte Frauenprobleme angehen möchte, weil er ein guter Arzt sein will und nicht der Gruppe Mann zur Macht verhelfen will, der wird eben diese Unterschiede nicht verstehen und für den hat kein Mann ein Interesse daran, in irgendeiner Form Frauen zu nützen oder sich sogar besonders für sie zu engagieren.

Natürlich ist der Gedanke, dass Mitgliedern einer Gruppe bestimmte Sachen, die gerade sie betreffen, eher auffallen, als Mitgliedern einer anderen Gruppe, aber das bedeutet ja nicht, dass diese Erkenntnisse dann nicht kommuniziert werden können und daher den Fachleuten auf dem Gebiet bekannt sind bzw. dass er sie sich zB wie ein Arzt durch beständigen Umgang mit Patientinnen zulegen kann. Ebenso können Umfragen oder Testgruppen oder eben entsprechende Forschung dieses Wissen bereitstellen.

Interessant an diesen Aussagen finde ich noch, dass damit diese Theorien fast schon in einen Differenzfeminismus übergehen. Denn die Frau wird hier als so grundlegend anders dargestellt, dass Männer sie nicht verstehen können. Man kann das abfangen, indem man eben sagt, dass die Männer eben die Macht der Männer stärken wollen und insofern bösartig sind oder indem man die Sozialisation dafür verantwortlich macht, dass Frauen ganz anders sind.

„Das Recht zu wählen, was man tut“ vs. „das Recht, die falsche Wahl zu treffen“

Viele Konflikte im Feminismus lassen sich denke ich auf den Unterschied zwischen den beiden Aussagen herunterbrechen:

  • Frauen haben das Recht, zu machen, was sie wollen
  • Frauen haben das Recht, auch die „falsche“ Wahl zu treffen

Ein einfaches Beispiel wäre die Wahl zwischen der Schwerpunktsetzung bei Karriere oder Familie, wobei gleichzeitig nicht hingenommen wird, wenn sich mehr Frauen für einen Schwerpunkt bei Familie entscheiden.

Der Unterschied wird meist wie folgt behandelt:

  • Eine Frau sollte sich entscheiden können, wie sie will, wenn sich aber ergibt, dass sich die Gruppe von Frauen anders entscheidet als es „Richtig“ ist, dann kann es keine freie Entscheidung gewesen sein
  • Schuld daran, dass keine freie Entscheidung getroffen werden kann ist „das Patriarchat“, die „hegemoniale Männlichkeit“ oder „die Geschlechterrollen“, jedenfalls aber kein freier Wille der Frau

Hier entsteht dann die „Unmündigkeit der Frau“, also der Vorwurf, dass der Feminismus den Frauen selbst abspricht, die aus ihrer Sicht beste Entscheidung zu treffen.

Eine andere Variante wäre:

  • Die sich für das Falsche entscheidende Frau trifft eine bewusste, mündige Entscheidung, aber nur innerhalb der bereits für sie nachteiligen Gesellschaft. Würde die Gesellschaft nicht so patriarchisch sein, dann müsste sie die falsche Entscheidung nicht treffen.

Der Nachweis, dass die Gesellschaft negativ für Frauen ist und demnach patriarchisch sein muss wird dann häufig wieder darüber geführt, dass sie sich eben falsch entscheiden. Ein ähnliche Form dieses Arguments wurde zB bei Tom174 besprochen: Die Autorin eines Artikels stellt darauf ab, dass die Männer eben nicht bereit sind innerhalb des Berufs zugunsten der Familie zurückzustecken, deswegen bleibt es eben an der Frau hängen, die deswegen die Kinder betreuen müssen. Hier geben die Väter direkt die Handlung vor, warum sich die Männer durchsetzen und nicht die Frauen und wie diese Willensentscheidung gebildet werden, wird nicht weiter hinterfragt.

In diesem Szenario kann man dann also einen Teil der Unmündigkeit wieder rausnehmen, leider wird eben meist auf den Nachweise dafür, dass Frauen

  1. die Gesellschaft anders gestalten würden, wenn sie könnten
  2. die gegenwärtige Gesellschaft ihre Entscheidung begründet

verzichtet.

„Warum mögen Frauen Frauen lieber als Männer Männer?“

Eine Interessante Studie beschäftigt sich mit dem „in-Group-Bias“, also der Vorliebe für die eigene Gruppe im Bereich der Geschlechter:

Four experiments confirmed that women’s automatic in-group bias is remarkably stronger than men’s and investigated explanations for this sex difference, derived from potential sources of implicit attitudes (L. A. Rudman, 2004). In Experiment 1, only women (not men) showed cognitive balance among in-group bias, identity, and self-esteem (A. G. Greenwald et al., 2002), revealing that men lack a mechanism that bolsters automatic own group preference. Experiments 2 and 3 found pro-female bias to the extent that participants automatically favored their mothers over their fathers or associated male gender with violence, suggesting that maternal bonding and male intimidation influence gender attitudes. Experiment 4 showed that for sexually experienced men, the more positive their attitude was toward sex, the more they implicitly favored women. In concert, the findings help to explain sex differences in automatic in-group bias and underscore the uniqueness of gender for intergroup relations theorists.

Quelle: Gender differences in automatic in-group bias: why do women like women more than men like men?

Aus einer Besprechung der Studie:

Women are nearly five times more likely to show an automatic preference for their own gender than men are to show such favoritism for their own gender

Fünfmal wahrscheinlicher, dass Frauen Präferenzen für ihr eigenes Geschlecht zeigen, dass ist schon ein sehr großer Unterschied:

Moreover, men and women tended to show high implicit self-esteem and high gender identity; however, men showed low pro-male gender attitudes, according to the study. „A clear pattern shown in all four studies is that men do not like themselves automatically as much as women like themselves,“ Rudman says. „This contradicts a lot of theoretical thinking about implicit attitudes regarding status differences.“ More specifically, men are historically and cross-culturally viewed as the dominant sex, so it might logically follow that they’d have a greater in-group bias, Rudman says. To explore why their study found the opposite pattern, Rudman and Goodwin evaluated several possible reasons. They found:

  • Women’s high self-esteem and female identity, on average, bolstered their automatic liking for women, whereas men’s liking for men did not rely on high self-esteem or masculine identity. In other words, women can be characterized as thinking „if I am good and I am female, females are good,“ whereas men can be characterized as thinking „even if I am good and I am male, men are not necessarily good.“
  • Men and women who implicitly favored their mothers over their fathers–such as by associating more positive words with their mothers than their fathers–also showed a pro-female bias, which suggests the influence of maternal bonding on gender preferences. In addition, people who reported being raised primarily by their mothers also showed pro-female bias on the IAT. Researchers, using self-reports, found no evidence that maternal attitudes influenced gender attitudes. In concert, these results are consistent with the theory that developmental events can influence implicit attitudes more than explicit attitudes, Rudman says.
  • Men and women who automatically perceived men as more threatening or intimidating than women also had pro-female preferences, suggesting that negative male stereotypes can promote greater liking for women.
  • Implicitly, men who reported liking sex also preferred women, but only if they were high on sexual experience. Men low on sexual experience showed implicit sexism to the extent they liked sex.
  • „These results suggest that for men, pro-female bias is moderated by sexual gratification,“ Rudman says. „By contrast, women who implicitly liked sex also preferred men, whether or not they were high on sexual experience.“

Frauen würden demnach zum einen eher von sich selbst auf andere Frauen schließen (und vielleicht auch andersrum, also: Wenn ich eine Frau bin, dann müssen Frauen gut sein, weil ich mich gut fühlen möchte“). Männer differenzieren anscheinend eher zwischen sich und der Gruppe Männer.

Zudem scheint die starke Position der Mutter hier ebenfalls durchzuschlagen und positive Assoziationen zu wecken. Männer werden hingehen mitunter eher als angsteinflössend wahrgenommen. Und erfolgreiche Männer mögen auch Frauen, weniger erfolgreiche nicht so unbedingt, wenn sie Sex wollen.

Interessanterweise passt dabei einiges auch auf den Feminismus: In diesem wird der Gynozentrismus und das Ingrouping stark gefördert und der Schluß auf „Frau=gut“ noch stärker genutzt und auf „weiblichkeit=gut“ erweitert. Es wird zudem vieles dafür gemacht, Männer als angsteinflössend und bedrohlich darzustellen („Rape Culture“) und auch der hohe Anteil feindlicher Lesben innerhalb des Feminismus würde gut zum letzten Punkt passen.

Ein interessanter Name dafür scheint auch der „Women are wonderful-Effekt“ zu sein:

The “women are wonderful” effect is the phenomenon found in psychological research which suggests that people associate more positive attributes with the general social category of women compared to men. Related to ambivalent sexism, this effect reflects an emotional bias toward the female gender as a general case. The phrase was coined by Eagly & Mladinic (1994) after finding that both male and female participants tend to assign exceptionally positive traits to the female gender (males are also viewed positively, though not quite as positively), with female participants showing a far more pronounced bias. The authors supposed that the positive general evaluation of women might derive from the association between women and nurturing characteristics.

Eine andere interessante Bezeichnung wäre Gynosympathy:

Gynosympathy is the well-documented, yet poorly examined, tendency in human being to sympathize with females more than males, leading to the preferential protection and appeasement of women. As a scientific reality, gynosympathy is so well demonstrated that it is virtually irrefutable.1 As a social concept, however, it is virtually unknown.

The reasons for this discrepancy are many, not least of which is that gynosympathy is such a deeply rooted phenomenon that human beings have a very difficult time recognizing it.

It likely has both evolutionary and cultural aspects. For example, Bateman’s Principle would lead us to suspect that men would exhibit gynosympathy more often in the context of sexual relations (or their implied or imagined potential)

Dass dies sehr gut evolutionär entstanden sein könnte und eben darauf zurückzuführen ist, dass Frauen als Gruppe eher zusammenhalten mussten und Männer aufgrund der Kosten des Sex sich eher um Frauen bemühen mussten, kann ich mir gut vorstellen.

In dem Artikel finden sich noch andere interessante Gedanken:

Of course, researchers often focus on conclusions other than gynosympathy; the authors of the PWQ study, for example, lamented that women were not allowed to be angry. Ironically, by sympathizing preferentially with women (why not lament that men were not allowed to be sad?) the researchers were exhibiting the very bias they thought they were addressing.

A human gynosympathetic bias is clear. It absolutely saturates gender politics, leading to exaggerations of the plight of women like the “rule of thumb” myth, the “wage gap” myth, and the widespread belief that before the 20th century no woman could own property. It leads political activists to glamorize the history of voting rights and ignore conscription, to demonize men for fighting (and dying) in war while glossing over the well-documented role of women in urging, and even shaming, men to trek off to battle while they remained home in peace and safety.

Gynosympathy distorts legislation, leading to brazenly discriminatory laws that explicitly name women as a class of victims who need special protection, even against problems (like violence) where men suffer comparable or even higher rates of victimhood. It skews medical research, leading to preferential funding for women’s health issues out of proportion to their incidence and fatality rates compared to similar men’s health issues. And, in US courts, the influence of gynosympathy drives a sexist bias in prosecution, sentencing, and execution that dwarfs the racial biases in the justice system.

It is time to recognize this cognitive bias for the systemic and dangerously discriminatory influence that it is; to seek out its discriminatory influence in ourselves, our culture, and our institutions; and to push for a more rational, scientific, ethical, equitable, humane, and universally sympathetic approach to gender issues.

Wenn man darauf abstellt, dass Frauenbevorzugung oder eine besseres Denken über Frauen ein kognitives Vorurteil ist, dann kann man sich dementsprechend auch damit befassen, sich durch dieses die Sicht nicht verstellen zu lassen. Dann aber muss man auch Überprüfungen daraufhin vornehmen, ob sich dieses Vorurteil in gesellschaftlichen Regelungen niedergeschlagen hat und ob dies gerecht ist.

Weibliche Unterverantwortlichkeit (Female Hypoagency) und männliche Hyperverantwortlichkeit (Male Hyperagency)

Ein interessantes Konzept, dass aber gut zu den Privilegientheorien und der Aufforderung an die Privilegierten für die Taten ihrer Gruppe einzustehen, stellt „Female Hyoagency“ (von mir mit Weiblicher Unterverantwortlichkeit übersetzt, andere Vorschläge werden gerne entgegen genommen) und „Male Hyperagency“ (von mir mal mit Hyperveranwortlichkeit übersetzt, auch hier bin ich für bessere Vorschläge offen.
Zu den Konzepten:

Female hypoagency is what we call the cultural tendency to deny that women have agency. We are talking about imputed rather than real lack of agency. This means that when a woman does something, her agency in that act is denied, so that if that act is something bad, she will be immune from blame.

A necessary corollary of female hypoagency is male hyperagency. Under male hyperagency men are held responsible for all the things women are not.

I hope the sexism is obvious enough not to need further explanation and that the misogyny and misandry of this system is obvious too. One common form this takes is projecting women’s inaction, failures or the negative consequences of their actions onto men, as a culturral norm.

Demnach ginge es darum, dass Frauen eben innerhalb dieser Gedankenrichtung für nichts verantwortlich sind, nicht dafür, dass sie weniger verdienen, nicht dafür, dass sie eher wegen Kindern aussetzen, nicht dafür, ob sie Männer wählen, die gerne im Haushalt helfen, Frauen sind insoweit aller Verantwortung enthoben.

(Gender-) Feminismus ist, wie man an verschiedensten Stellen sieht, ein klarer Anwendungsfall einer solchen Weiblichen Unterverantwortlichkeit, denn es geht ja darum, dass Männer das Patriarchat / die hegemoniale Männlichkeit errichtet haben, Männer ihre Privilegien hinterfragen müssen und damit Männer letztendlich für alles verantwortlich sind. Im Feminismus hat man hierfür den Euphemsmus „Victim Blaming“ geschaffen, der dies verdecken soll, aber eigentlich genau das sagt: Das Opfer ist eben nicht schuld, sondern der Täter, und das Opfer ist die Frau und der Täter der Mann. Womit wir bei „male hyperagency“ wären, der Allverantwortung des Mannes für die Schlechtigkeit dieser Welt. Auch zu erkennen an Konzepten wie: „wenn das Patriarchat weg ist, dann wird es keine Vergewaltigungen, keine sexuellen Belästigungen und keinen Gender pay gap mehr geben, alle werden alles machen, und gebratene Tofustücke aus biologischen Anbau fliegen einem in den Mund (allerdings nur auf Wunsch, denn es gibt ja keine Rape Culture mehr)“.

Auf der oben verlinkten Seite finden sich auch noch einige Beispiele:

WAR – This is the claim that “men start wars” and that war is a male problem that men foist off onto innocent civilian bystanders. This relies on a completely uninformed and naïve understanding of war as some kind of sport that all those rough boys go off and do and the stray rounds fall on peace-loving innocent bystanders – in other words a complete denial of the benefits that women and others on the winning side derive from war, and a denial of women’s role in sending men to war.

POLITICS – This is the claim that men have all the power because they hold the majority of political office, despite the fact that women outnumber men as voters, so are responsible for all these male politicians being voted in. This ignores the troublesome fact that women make up the majority of voters. The engrained belief in hypoagency is what makes this denialism possible.

BENEVOLENT SEXISM – Every time women enjoy any kind of advantage due to gender – “privilege” – that has to be spun as being due to male action, or else it has to be spun as some kind of disadvantage. Labeling an advantage “benevolent sexism” accomplishes that.

This is not to deny that benevolent sexism is a fair way to describe what’s going on. For one thing, it damned sure is sexism – sexist against men, and we don’t experience it as particularly benevolent, not in the least. But on the other hand the Golden Cage is also harmful to women. Well, that’s just one more reason to identify and destroy all forms of female privilege.

Ein Videobeitrag dazu:

Wie sie dort darstellt, macht diese passive Sicht Frauen quasi zu Objekten, die durch äußere Umstände geleitet werden und nicht für die verantwortlich sind, weil nur etwas mit ihnen passiert, nicht sie etwas passieren lassen.

Im Genderfeminismus sind die Frauen passiv, haben den Sexismus schon so verinnerlicht, dass sie die patriarchische Welt schlicht akzeptieren.

Schon deswegen sollten sich Frauen mehr gegen diese Sicht auflehnen, die reine Passivität des Genderfeminismus spricht ihnen letztendlich ihre Emanzipation und ihre eigene Handlungsverantwortlichkeit ab.