Wenn die Freundin mit einem anderen flirtet / schreibt

Im Pickupforum wird ein interessanter Fall besprochen:

Ich bin mit meiner Freundin seit 2 Monaten zusammen. Eigentlich lief bis jetzt alles sehr gut, fast zu gut. Sie plant mit mir auch schon die Zukunft und meint das ich der erste Kerl bis mit dem sie sich vorstellen kann alt zu werden. Also alles eigentlich Prima. Seit letzter Woche war sie laufen mit Startnummer usw. zwei tage danach wurde sie von einen Kerl bei Fb angeschrieben. Der hat sie wohl beim laufen oder auf ein foto gesehen und wollte sie kennenlernen. Ich fand es von ihr richtig gut das sie mir das erzählt hat. Wir haben abgemacht das wir uns alles erzählen und nichts in uns reinfressen. So wieder zu dem typen. Sie hat ihn direkt als freund angenommen und schreibt mit ihm. Sie hat mich gefragt ob ich das schlimm finde. Ich sagte ihr das ich es schon seltsam finde da wohl klar ist was er will. Darauf hat sie ihm geschrieben das sie ein Freund hat. Er meinte nur das es okay sein man kann ja trotzdem befreundet sein.

So bis jetzt noch kein wirkliches Problem. Allerdings hat sie mir gesagt das sie nur selten mit einander schreiben blos ich hab letzten zufällig gesehen das er ganz oben bei ihr in der onlineliste ist. Nach fb heißt es das da nur die stehen mit den man viel Kontakt hat. Ein paar tage später fragte sie mich ob ich da wirklich kein Problem mit habe. Ich sagte ihr das ich es nicht schön finde wenn ich weis das du mit jemanden schreibst der offenbar dazwischen funken will. Dann sagte sie mir okay ich beende den Kontakt mit ihm und lösche ihn. Ich will das du glücklich bist.

Naja zwei tage später lag ich neben ihr im Bett und hab gesehen das sie immer noch mit ihm schreibt

Aus meiner Sicht in der Tat keine ungefährliche Situation. Denn wenn sie so viel mit ihm schreibt und das auch noch verheimlicht, dann scheint er einiges richtig zu machen.

Eine Ferndiagnose bei knappen Sachverhalt ist immer schwierig. Dazu müsste man mehr über die beiden wissen und auch wesentlich mehr über sie.

Es kommen aus meiner Sicht aber verschiedene Szenarien in Betracht:

  • für sie ist es etwas schnell gegangen und es ist zuviel Komfort und zuwenig Attraktion. Sie freut sich zwar, dass sie jemanden hat, mit dem sie sich vorstellen kann, alt zu werden, aber sie vermisst die sexuelle Spannung von jemanden, der um sie wirbt. Der Neue ist noch nicht in dieser  „wir werden alt zusammen“ Phase, was ihn wesentlich spannender macht.
  • Sie will tatsächlich nur recht harmlos schreiben. Das halte ich aber für unwahrscheinlich. Bei einem neuen Kontakt würde sie ansonsten eher die Sache komplett abbrechen. Irgendetwas muss sie schon an ihm ansprechen, und sei es, dass es sie freut einen Orbiter zu haben.
  • Sie ist tatsächlich nicht so glücklich in der Beziehung, gibt dies aber ihm gegenüber an. Der andere ist aus ihrer Sicht ein interessantes Angebot.

Wie sollte man also nun auf einen solchen Flirt reagieren?

Es wäre zunächst darauf abzustellen, was er eigentlich will. Er selbst scheint mit ihr zufrieden zu sein, sich gut mit ihr in einer Beziehung zu verstehen, Ziel wäre also, eine Gefahr durch einen Konkurrenten abzuwehren und die Beziehung zu sichern.

Bei der Reaktion wäre aus Pickupsicht zu bedenken, dass auf dem Weg der Eifersucht, des zu besorgt sein, des es zu ernst nehmen, immer die Gefahr lauert, dass man als zu Needy wahrgenommen wird. Gerade wenn sie erste Gefühle  für den anderen hat, dann kann diese Interpretation als Needyness schnell unterbewußt als „ich bin zu gut für ihn – er ist zu schlecht für micht“ verarbeitet werden.

Needyness wäre doppelt gefährlich, wenn sie die sexuelle Anspannung vermisst, die vom Flirten mit Game  kommt, sie die Beziehung also schon für zu fest und damit etwas langweilig hält. Denn Needyness ist Anti-Game, senkt also die sexuelle Anspannung noch weiter ab.

Nimmt man dies an, dann wäre der Aufbau von Attraction notwendig und Needyness müßte vermieden werden. Das Mittel dazu wäre „Outcome Indifference„.

Ein schönes Mittel dazu wäre aus meiner Sicht (und wie eigentlich fast immer) „Agree and amplify“.

Das kann so aussehen, dass man die Situation aufnimmt, in dem sie beide flirten und sie übertreibt. Also beispielsweise indem man sagt, dass er perfekt für sie ist, dass sie mal Kaffee trinken gehen sollten etc. Dass hat zum einen den Vorteil, dass sie genau wie beim Boyfriend-Destroyer diejenige sein muss, die Gründe gegen ihn vorbringt und das damit auch der Weg versperrt ist, ihn einfach in die Kategorie Freund zu verschieben, weil der Frame, dass die beiden ideal füreinander sind, ja schon aufgebaut worden ist. Man kann das Ganze auch ins Sexuelle ziehen und  ihr darstellen, dass er sie will, und dass sie bestimmt geilen Sex haben werden. Das wird sie vehement abstreiten und es macht jede sexuelle Anspielung, die er macht, gleich etwas billiger, weil man es auf Sex reduziert. Zudem kann man das gut übertreiben und es weckt die weiblichen Abwehrinstinkte.

Das darf natürlich nicht passiv-aggressiv klingen, sondern eben relativ unbekümmert. Bringt man das passend rüber, kommt irgendwann wahrscheinlich die Frage von ihr, ob es einem egal wäre, wenn man was mit ihm anfängt. Darauf kann man gut aufbauen und deutlich machen, dass man nicht needy ist und ein solches Verhalten nicht hinnimmt. Ich würde dann so etwas sagen wie: „Nein, ich würde natürlich sofort Schluss machen, was soll ich mit einer Freundin, die mich betrügen will?“ Und dabei würde ich aus dem spassigen Übertreiben der Situation eines Flirts mit ihr zurück in die Ernsthaftigkeit kommen. Von hier aus kann man Werte signalisieren und ihr deutlich machen, dass man ein solches Verhalten nicht hinnehmen würde und sie etwas zu verlieren hat. Und das man bereit ist, die Beziehung aufzugeben. Man kann dann ohne Probleme nachschieben, dass man die Beziehung schön findet, dass man sich wohl fühlt, dass man aber eine Nulltoleranzpolitik in dieser Richtung hat und einen solchen Vertrauensbruch nicht hinnimmt. Dreht man den Spieß um und fragt dann „Würdest du mit einem Mann zusammenbleiben, der dich betrügt?“ dann muss sie entweder angeben, dass sie das hinnehmen würde (was gleichzeitig ihr einen geringen Status zuweist und einem selbst einen hohen) oder eingestehen, dass dies die Folge wäre, was sie in ein moralisches Dilemma bringt, wenn sie weiter flirtet.

Eine gute Gelegenheit bietet sich auch, wenn man bittet, mitlesen zu dürfen („zeig mal her, ich muss ja mal sehen, was er so kann“) und dann seine Beiträge kommentiert. Gerade wenn man darin entweder viel „Betaness“ oder aber sogar eine Taktik erkennen kann, die man ihr darlegen kann, wenn er Game hat. („Ich mag, wie er dich hier herausfordert, du solltest ihn auch was in der Art schreiben, er ist ja ein richtiger Player“), was dem ganzen irgendwie die Magie nimmt und es auch passend Reframen kann, ihn also entweder unbeholfen oder zu geschickt aussehen lassen kann und zudem den Flirtsachverhalt bestätigt, so dass sie ihn nur erschwert fortsetzen kann.

Trotz der obigen Aussage, dass man keine Needyness ausdrücken sollte, finde ich zumindest dann, wenn der Flirt nicht wirklich ernst ist, eine gespielte Eifersucht gar nicht so schlecht in einer Beziehung. Auch hier ist das Mittel der Wahl wieder „Agree und Amplify“: Man nimmt also den Flirt ernst und übertreibt dann die Eifersucht ins Überzogene/Comichafte. Dabei muss man natürlich den entsprechenen übertriebenen Tonfall treffen und mit übertriebener Empörung und Entrüstung so etwas sagen wie „So so, du kleine Schlampe willst mich also mit diesem (irgendeine Eigenschaft von ihm negativ darstellen, mit irgendeiner weiteren Abwertung verbinden und als Namen verwenden, sagen wir mal „Großnäsigen Trottel“) betrügen ja?“ Dabei die Augen böse zusammenkneifen! „Ich sollte dich aus dem Haus jagen! Nackt!!! Zum Gespött der Leute!!!! Oder umbringen!! Bringt man erst ihn und dann dich um oder andersrum, was würdest du sagen, Schlampe!!!!“ (natürlich erfordert das die Fähigkeit, deutlich zu machen, dass es ein reiner Spass ist, nichts was man wirklich machen würde). Wenn sie auf das entsprechende Rollenspiel einsteigt, dann kann man in alle Richtungen gehen, je nach Freundin (von „Ich bin  noch zu gut zu dir, ich schlage dich einfach zu wenig! Ich sollte dich häufiger übers Knie legen“ (worauf in der spasshaften Version viele Frauen sogar zustimmen, dass man das viel zu selten macht, es bedient eben klassische dominante Frames auf die viele Frauen anspringen) bis zu „Wie willst du das wieder gut machen, dass du so etwas machst? *leichterDruckaufihrenKopfmitsüffisantenGrinsen*). Es passt aber dann wohl eher auf relativ klassische Frauen, die auf einen solchen spielerischen Dominanz-Frames anspringen (was aus meiner Sicht sehr viele sind). Im Folgenden kann man diese Persona immer wieder aufleben lassen, wenn sie in der Nähe eines Handys ist („Aha, flirtest du schon wieder mit dem großnasigen Trottel!!!! Womit habe ich so ein treuloses Weib verdient?!?!?“) . Man sollte darauf bestehen, dass sie ihn auch nur noch „großnäsigen Trottel“ nennt. Durch die Übertreibung kann man die Sache beliebig framen, als etwas, was man nur als Vorwand nutzt um Sex zu haben, als spassiges Spiel zwischen einem selbst und der Freundin, dass einem über die Persona erlaubt, die Regeln etwas zu ändern und ein Rollenspiel zu starten etc. Er wird dann zur Figur in diesem Spiel und damit selbst unreal.

Wie sollte man nach eurer Meinung damit umgehen? Was sollte er machen, um sie zurückzuerobern?

Ovulierende Frauen in Partnerschaften zeigen am meisten Haut

Hier ein interessantes Video zu einer Studie über Frauen in Discos:

 

Das wäre ja die unter evolutionären Betrachtungen häufig angesprochene Doppelstrategie: Einen Partner langfristig binden, der ein guter Versorger ist und ggfs. Genmaterial von einem anderen Mann besorgen, hier als „Double Dating“ bezeichnet. Das allerdings eine Partnerschaft die gezeigte Haut noch erhöhen soll verwundert mich trotzdem. Interessant wäre natürlich auch, ob nur geflirtet wurde oder tatsächlich ein wenig „Double Dating“ stattfand.

Wäre interessant da mal die Studie von Karl Grammer und Elisabeth Oberzaucher zu lesen.

(via. Roissy)

Sollte man ein Fremdgehen beichten?

Eine Freundin wurde von ihrem Freund gebeichtet, dass er sie betrogen hat. Am Anfang habe er die Beziehung nicht ernst genommen und dann sei es dazu gekommen. Aber jetzt, wo er erkannt hat, was für ein wunderbarer Mensch sie ist, weiß er die Beziehung (in der es nicht gerade gut läuft) zu schätzen. Sie sei die erste um die er wirklich kämpfen musste und es habe ihm gequält, sein Gewissen belastet, ihm den Schlaf geraubt, dass er dieses bittere Geheimnis vor ihre  habe. Er wolle ganz neu anfangen und deswegen einen reinen Tisch machen.

Sie hatte schon vorher überlegt Schluss zu machen, aber war sich nie ganz sicher. Jetzt reden sie erst einmal nicht mehr miteinander, sie braucht Zeit um sich die Sache zu überlegen.

Als sie es mir erzählte war mein erster Gedanke „wie kann man so blöd sein, so etwas zu verraten, wenn man nicht muss?“

Ich denke, dass es eine Beziehung zerstört, weil es das Vertrauen der Frau untergräbt, Status raubt, Needyness demonstriert und gerade aus Sicht vieler Frau alle Gefühle, von denen sie glaubte, dass er sie für sie hatte, in Frage stellt.

Letztendlich dient es lediglich dazu, dass er sich dann weniger Gewissensbisse machen muss, weil er es ja gebeichtet hat. Es verlagert die Verantwortung daher in gewisser Weise auf sie, die ihm nun verzeihen muss oder eben Schluss machen muss.

Gegenargumente sind, dass es ehrlicher ist, beide sich nun bewusst entscheiden können, wie sie damit umgehen, beide bewusst daran arbeiten können, wie sie das Problem lösen. Aber letztendlich arbeiten sie an einem Problem, dass ohne die Offenbarung nicht bestehen würde. Es hätte für eine glückliche weitere Beziehung ebenso gereicht, wenn er einfach sein Verhalten geändert hätte.

Was sagt ihr: Beichten oder nicht beichten?

Der Blick

Eine Freundin schickt eine Email. Ob ich ihr auf dem Rückweg von der Arbeit etwas vorbeibringen könne, sie sei krank, sie würde auch Kaffee und Kuchen bereitstellen, den Käsekuchen nach dem Geheimrezept ihrer Mutter? Es liegt auf dem Weg und wir haben uns eh eine Weile nicht gesehen. Ich lasse mir versichern, dass der Kuchen frisch ist, dann steht dem Treffen nichts mehr im Weg.

Als sie die Tür öffnet sieht man schon, dass es ihr nicht richtig gut geht. Sie hat ein schwarzes, weiches  Baumwohloberteil und ein paar kurze Shorts an, die Sachen in denen sie sonst immer schläft. Ihr Haar ist nicht geglättet, wie sonst, sondern in einer Naturkrause, die ihr gut steht, die sie selbst aber hasst. Vielleicht weil die Haare zusehr ihre Herkunft betonen und sie eher in der Menge aufgehen möchte, vielleicht weil glatte Haare modischer sind. Würde man die Stunden auflisten, die sie in ihrem Leben mit einem Glätteeisen in der Hand verbracht hat, man wäre erstaunt, wie sie überhaupt noch andere Sachen geregelt bekommt. Ihre Lebenslage ist an ihren Haaren ablesen, kommt sie vom Weg ab, brechen auch die Haare in alle Richtungen auf. Der etwas verschmierte Mascara wäre als weiterer Hinweis gar nicht nötig gewesen.

„Ein neues Glätteeisen stand aber nicht auf der Liste?“ sage ich und reiche ihr die Tüte. Es ist ein Running Gag sie etwas mit ihrem Haar aufzuziehen. „Ich dachte du magst es kraus?“ sagt sie und geleitet mich in die Küche. Die Shorts sind etwas weit, verbergen ihren Hintern, aber ich habe seine runde Form noch gut in Erinnerung. Der dunkle Stoff geht in ihre braunen Beine über.

In der Küche ist der Tisch schon gedeckt. Ich setze mich, sie gibt mir etwas Kuchen. „Keine Sahne?“ „Doch, noch im Kühlschrank.“ Sie holt sie heraus. Wunderbar. Ein leichtes Vanillearoma. Während ich das erste Stück esse schaue ich an, ziehe eine Augenbraue hoch. Sie fängt an zu erzählen. Warum die Männer so sind. Es lief eigentlich alles gut, aber er sei so unzuverlässig! Sie war ein paar Tage krank und er habe sich kein bisschen gekümmert, sei Party machen gegangen und die Nächte auch weg gewesen. Keine Ahnung was er gemacht hat und wo er gewesen sei. Und dann sei er für eine Stunde vorbeigekommen und habe sich entschuldigt, er habe so viel zu tun, er sei eben so, er rede gern mit Leuten und habe die Zeit vergessen. Irgendwie sei das doch auch nicht das richtige oder?

Ich werde mich hüten, mich da einzumischen. Ihn loben könnte kontraproduktiv sein. Ihn runtermachen auch. Sie soll sich selbst entscheiden. Ich zucke die Achseln. „Er verpasst jedenfalls einen guten Käsekuchen“. Sie schmunzelt etwas.  „Macht mich total fertig. Bin heute gar nicht aus dem Bett gekommen“ teilt sie mir dann mit. „Ach tatsächlich?“ Ich schaue einmal an ihr hoch und runter. „Ja, irgendwie ist es nicht mehr wie am Anfang. Ich glaube, heute komme ich aus dem Bett nicht mehr raus.“ Sie schaut nach unten.  Dann geht der Blick langsam hoch, direkt zu mir, in meine Augen. „Machst du heute noch was?“ Und mit diesem Satz sind ihre Augen bei den meinen angekommen und bleiben dort. Sie ist süss, so leicht verheult und verletzlich. Die Augen sind noch etwas größer als sonst und große Augen kann ich schwer widerstehen. Leicht von unten scheinen sie herauf, rufen um Liebe, ein Auflebenlassen des Damals, etwas Bestätigung und versprechen Sex deutlicher als es ihr Mund könnte. Ich kenne diesen Blick bei ihr.

Es wäre einfach sie rüberzuwinken, sie in den Arm zu nehmen und ihr zu sagen, dass alles gut wird, ihr einen Kuss auf die Stirn zu drücken und ihr dann ebenfalls in die Augen zu schauen, wie um ihr Trost zuzusprechen. Dann den Kopf etwas schief legen und einen Millimeter vor rücken und schauen, ob sie es imitiert, die Lippen leicht öffnet. Oder einer der Klassiker: „Würdest du mich gern küssen?“ oder „Du riechst so verdammt gut, es ist echt schwer dich jetzt nicht zu küssen“ Von dort an wäre es so einfach.

Aber Fremdgehen im Freundeskreis ist nicht die beste Option. Gerade Frauen erzählen häufig, zumindest ihren besten Freundinnen. Selbst wenn man selbst schweigt wie ein Grab. Ich habe es selten anders erlebt. Sie ist zu aufgewühlt. Außerdem kenne ich ihn etwas, über sie, wie man Freunde von Freundinnen kennt. Ich habe bei ihm ein paar mal Bier getrunken, bevor wir mit einer Gruppe losgezogen sind. Männerkodex und so.

„Hab gleich noch ein Treffen.“

„Oh….werde wohl noch etwas fernsehen“

„Wird schon wieder. Wenn du noch was brauchst…?“

Wir verabschieden uns. Ich gehe im letzten Sonnenschein nach Hause.

Unterschiede zwischen Mann und Frau, Gehirne, Kultur, Sex und Treue: weitere Nachfragen

Weitere Fragen zu den Unterschieden zwischen Mann und Frau:

a)Ich habe nicht verstanden, warum für Dich „Unterschiede im menschlichen Genom und die Unterschiede zwischen den Geschlechtern etwas ganz anderes sind

Die Abweichungen im Genom sind teilweise ohne große Bedeutung, auch wenn sie Unterschiede darstellen. Ob jemand blaue, grüne oder braune Augen hat oder die Blutgruppe A, B, AB oder 0 ist zwar eine Abweichung, die sich aber nur gering auswirkt. Das entspricht in meinem Beispiel der verschiedenen Fenstergröße, die unabhängig vom Baumaterial, dem Geschlecht auftreten kann. Die Unterschiede zwischen Mann und Frau hingegen sind nicht zufällig zwischen Mann und Frau verteilt, sondern treten gehäuft nach Geschlecht auf. Die diversen Unterschiede zwischen den Menschen führen daher nicht dazu, dass die Unterschiede zwischen Mann und Frau zurücktreten.

b) Welche Relevanz hat für unsere heutige Gesellschaft die Feststellung, dass Männer im Schnitt größer sind als Frauen?

Das die Unterschiede sich auswirken. Ich habe das relativ unumstrittene Kriterium der Größe gewählt, weil es unstreitig ist, dass Männer im Schnitt größer sind als Frauen. Wenn wir über räumliches Denken geredet hätten, dann wären schon die Grundlagen strittig gewesen.

Männer sind größer als Frauen, trotz der genetischen Unterschiede zwischen den Menschen. Natürlich wird in einer großen Gruppe von Menschen die größte Frau größer sein als der kleinste Mann. Aber wenn man eine Basketballmannschaft zusammenstellt sind die Chancen recht hoch, dass die Männer einen Größenvorteil hätten.

Um auf ein anderes Beispiel zurückzukommen: Nehmen wir an, dass mathematisches Denken eine Eigenschaft ist, die eher bei Männern auftritt. Demnach wären zwar ein paar Frauen besser als ein Teil der Männer, aufgrund der Verteilung wäre aber letztendlich im hohen Begabungsbereich wesentlich mehr Männer anzutreffen. Genau das stellt man gegenwärtig fest. Auf ein weibliches Mathegenie kommen wesentlich mehr männliche Mathegenies. Das sagt zwar nichts über ein einzelnes Mädchen aus. Aber über die Verteilung an der Spitze. Bedenkt man nun, dass Menschen ihre spätere Tätigkeit nach ihrer Begabung wählen, also die 10% der Menschen, die besonders gut in Mathe ein Fach wählen, dass damit zu tun hat, dann werden die Auswirkungen deutlich (im Studienbereich wird das nicht gleich deutlich, da viele Mathestudenten weiblich sind. Man muss sich allerdings die anderen mathematischen Fächer vergegenwärtigen, die überwiegend von Männern studiert werden, wie Physik oder Bauingenieur).

c) Mir ist klar, dass es Experimente aus der Hirnforschung gibt, die Unterschiede zeigen. Aber: genauso gibt es Untersuchungen, die keine Unterschiede zeigen (z.B. von Julie Frost oder Iris Sommer zu Sprachleistungen oder von Melissa Hines zur Kognition). Und nun? Müssten die Ergebnisse solcher Studien nicht in unsere Überlegungen zur Geschlechterdifferenz mit einbezogen werden? Sagt es nicht eine ganze Menge über die Seriosität von Forschung aus, wenn wir uns auf Ergebnisse konzentrieren, die unserer Weltsicht entgegenkommen bzw. die „Streit“ produzieren?

In der Tat sind solche Studien vorhanden. Welche richtig sind wird die Zukunft zeigen. Mir ist auch bewußt, dass die Studien mit der Auswahl der Versuchspersonen stehen und fallen. Nimmt man für den Test zB männliche Studenten, die Sprachen studieren und weibliche Studenten die Mathematik studieren, dann dürften die Unterschiede wesentlich geringer ausfallen. So wie ich die Studien gelesen habe erscheinen mir Studien, die Unterschiede bestätigen wesentlich überzeugender. Sie scheinen mir auch von den neutraleren Personen durchgeführt worden zu sein. Aber natürlich kann man über einige der Unterschiede und insbesondere ihre Begründungen streiten.

d) Bei g) wollte ich eigentlich nur wissen, in welchem Verhältnis der Mensch Deiner Meinung nach durch Natur und Kultur determiniert ist. Da gehen die Meinungen ja auseinander z.B. 50:50 oder 70:30 oder 30:70 etc.

Die Angabe von Prozentzahlen bringt meiner Meinung nach hier nichts. Wie soll man so etwas bewerten? Viele unserer Verhaltensweisen haben einen biologischen Hintergrund, aber die Ausgestaltung ist kulturbedingt. Welchen Prozentsatz soll man dafür vergeben? Es bringt meiner Meinung nach dennoch etwas sich den biologischen Hintergrund anzuschauen.

Wenn zB Männer junge Frauen schöner finden, dann liegt das sicherlich daran, dass das schön finden von älteren Frauen biologisch nachteilig ist, da es mit weniger Nachkommen verbunden ist. Mit einer 40jährigen Frau kann man nur noch weniger Kinder bekommen als mit einer 21jährigen. Ob man nun aber 18 oder 21 als volljährig ansieht oder Sex mit einer 16jährigen für zulässig hält (so Deutschland) oder nicht (so USA) ist sicherlich auch Kultur (auch wenn die Auswahl wieder in der Biologie der 16-21 Jährigen ihre Grundlage hat.

e) Wenn ich also davon ausgehe, dass alle Unterschiede zwischen den Menschen biologisch bedingt sind (also 100:0), dann kann ich mir natürlich Förderprogramme (z.B. für Türken oder Frauen) an den Hut stecken.

Sicher können Förderprogramme sinnvoll sein. Unsere Biologie lässt ja Lernerfolge und Anpassungen zu. Dennoch kann ein Startvorteil dazu führen, dass man eine schwache Seite nicht ausbaut sondern lieber seinen Stärken nachgeht.

Bei h) wollte ich eigentlich nur wissen, ob eine zu konstatierende hegemoniale Männlichkeit (übrigens ein Fachbegriff aus der Soziologie) unserer Gesellschaft „okay“ ist, wenn sie sich nur biologisch erklären lässt. Zur Erinnerung: Du schriebst, es sei kein Wunder, dass Männer zu Prostituierten gehen, schließlich würde sie ihr Testosteron dazu drängen. Da ist sicherlich was dran, nur frage ich mich, ob sich damit auch die Schattenseiten der Sex-Arbeit wie Ausbeutung und Zwangsprostitution erklären lassen und ob wir damit als Gesellschaft leben müssen. Hebt also eine biologische Erklärung, wenn sie denn allumfassend wäre, ein kulturelles Problem auf?

Nein, das würde ich nicht sagen. Es gibt ja genug Staaten, in denen Prostitution nicht erlaubt ist. Allerdings gibt es sie meist auch dort, weil eben Bedarf da ist. Dann sind die Bedingungen für die Prostituierten oft schlechter als in Staaten, in denen die Prostitution erlaubt ist.

Wie man eine Lösung ausgestaltet ist sicherlich eine Frage der jeweiligen Kultur. Meiner Meinung nach ist es aber sinnvoll, wenn man sich bewusst macht, dass Männer ein anderes Verhältnis zu Sex haben als Frauen (im Durchschnitt) und das in eine Bewertung der Prostitution mit einstellen. Natürlich kann man auch darauf anstellen, dass es eine Sünde ist, die durch Satan auf unsere Welt gekommen ist oder ein Unterdrückungsmechanismus des Patriarchats um Frauen zu Waren zu degradieren. Aber das wird meiner Meinung nach der Prostitution nicht gerecht. Hier hilft die biologische Sicht die Verhältnisse ins rechte Licht zu drücken.

i): Auslöser meiner Frage war Deine Behauptung, freie Liebe in den 60ern sei schlecht für Frauen gewesen. Du behauptest weiter: „Ich denke nur, dass es für den Schnitt der Frauen nichts ist“. Selbst wenn das der Fall sein sollte (wissenschaftliche Untersuchungen zu dem Thema gibt es nämlich kaum), denkst Du dass es für den Schnitt der Männer anders ist? Sind also alle Männer Tiger Woods, oder wissen wir einfach nur so wenig über Frauen, die ihre Männer permanent betrügen, weil betrügende Männer interessanter sind? Oder weil Frauen der Hang zur Untreue aberzogen worden ist?

Ich denke, dass Männer gerne mit einer Hauptfrau und einigen (heimlichen) Geliebten leben würden, wenn sie die Gelegenheit dazu hätten. Den biologischen Entwicklungsgang legt Matt Ridley in seinem Buch „The Red Queen – Sex and the Evolution of Human Nature“ dar. Bei einem Seitensprung wollen Männer eher Abwechselung, Frauen hingegen gehen meist mit mehr Gefühlen an die Sache heran (vgl. zB hier).

Natürlich sind Frauen untreu – dazu hatte ich ja schon was geschrieben. Wären Frauen treu, dann bräuchten wir einen Großteil der menschlichen Mechanismen wie Killerspermien und verdeckte Ovolution nicht. Sie sind es nur aus anderen Gründen.