„Frau in Gefahr“

Only me stellt in einem Kommentar etwas zu einer üblichen Taktik bezüglich des sehr wirksamen Ansatzes an den Schutz der Frau zu appellieren

Auch bei diesem Thema ist die Auseinandersetzung die übliche:

Feministin: Frauen sind in Gefahr!

Mann: Das musst du schon differenzierter sehen. Erklär erklär erklär erklär erklär erklär erklär erklär erklär erklär erklär erklär erklär erklär erklär erklär erklär erklär erklär erklär erklär erklär erklär erklär erklär erklär erklär erklär erklär erklär erklär erklär erklär erklär erklär erklär erklär ierklär erklär erklär erklär erklär erklär

Feministin: Leute, der findet es völlig i.O. dass Frauen in Gefahr sind!!

„Frau in Gefahr“ klinkt sich direkt in ein evolutionär tief verankertes Programm ein. Das braucht weder Erklärung noch Wahrheit, um wirkungsvoll zu sein.
Das einzig evolutionär verankerte Programm, das von differenzierten Betrachtungen aktiviert wird, ist das „Lass mich doch in Ruhe“ Programm.

Dass Anti-Feminismus (im weiteren Sinne) zunehmend Gewicht bekommt, liegt m.E. daran, dass Feministinnen sich nicht vor dem „Böse Stiefmutter“ Programm in Acht genommen haben.

Destruktiv, neidisch, eifersüchtig, giftig – diesen zunehmend vorhandenen Eindruck von Feministinnen gilt es zu stärken.

In diesem Kontext: „Dann mach doch die Bluse zu“ ist wundervoll auf den Punkt.

„Werd endlich erwachsen“ ist auch ein gutes Mantra beim Lesen von feministischen Texten.

Der Schutz von Frauen als wichtiges Prinzip war hier schon häufiger Thema:

Ich denke auch, dass diese Idee des Schutzes für Frauen evolutionäre Grundlagen hat. Ich vermute, dass sie durch sexuelle Selektion entstanden sind, dass also Frauen Männer entweder uninteressanter finden, wenn sie Frauen nicht schützen oder interessanter, wenn sie sie schützen ohne dabei jeweils zu needy zu wirken oder das Schutzbedürftigkeit auf Männer ansprechend wirkt, weil sich herausstellte, dass es eine gute Annährungsmöglichkeit ist, weil eine Frau die Schutz braucht eben nicht sehr wählerisch sein kann. Dann würde gerade bei Männern im Hinterkopf ein kleines Signal anspringen „Schütze sie, es wird sich schon auszahlen“ und bei Frauen vielleicht als Reaktion darauf „Wenn er dich schützt, dann pass auf, dass er dich damit nicht nur rumbekommen will, prüfe, ob er es im übrigen Wert ist“.

Deswegen klappt auch der obige Doppelschlag:

  • Erst ein Hinweis auf eine Gefahr für Frauen als Aufforderung Frauen zu schützen
  • Dann eine Schmähung: Der hier will Frauen nicht schützen, seid ihr auch so erbärmlich wie er?

Beides haut in gewisser Weise in diese Kerbe und nutzt die Opferpositon gezielt aus. Es ist denke ich eine im Feminismus sehr gern verwendete Figur. Wir brauchen Schutz, sei kein Frauenfeind, den alle Frauen ablehnen werden und greife ein!

 

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„Warum Rechtsparteien oft Frauen nach vorne stellen“

Ein interessanter Bericht in der Welt (via) dazu, warum viele rechtere Parteien wie die AfD oder in Frankreich die Front National Frauen in Führungspositionen haben:

Der Papa findet, sein Töchterchen solle lieber einen „sehr aggressiven Ton“ à la Trump anschlagen, statt immer so zu strahlen. Dann seien ihre Chancen besser.

Pardon, Monsieur, umgekehrt wird ein Schuh draus: Nur weil die blonde Frontfrau ihre radikalen Botschaften mit Schleifchen verpackt und bei der Übergabe ein Liedchen singt, ist sie so weit gekommen.

Ich kann mir auch gut vorstellen, dass dies ein wesentlicher Teil des Erfolges ist: Eine Frau ist eben harmloser, netter, unverdächtiger und darf auch nicht so hart angegriffen werden, wie ein Mann. Deswegen darf sie weitaus eher auch problematischere Sachen sagen. Zudem versperrt sie kraft Geschlecht Vorwürfe, dass sie Frauen unterdrücken und zurück in die 50er wolle, weil sie eben nicht mit starken Frauen umgehen könne etc.

Radikales kommt gesellschaftsfähiger daher, wenn es nicht von Männern geäußert wird, so zeigt die Erfahrung. Und daher schicken immer mehr Rechte, die bisher vor allem bei männlichen Wählern punkten, Frauen an die Front, aus Marketinggründen. Jüngstes Beispiel: die AfD mit Alice Weidel.

Wäre die 38-jährige Unternehmensberaterin ein Mann, wäre sie nie im Leben Spitzenkandidat der AfD geworden. Nach dem Rückzug von Frauke Petry wollte Alexander Gauland unbedingt eine Frau an seiner Seite, die herzeigbar ist. Beatrix von Storch, der schon mal die Maus ausrutscht, fiel aus.

Die promovierte Volkswirtin Weidel dagegen passt perfekt: Sie wirkt stark und selbstbewusst, ohne Gauland die Stellung streitig zu machen, sie tritt als verpartnerte lesbische Mutter modern, machtbewusst und beruflich erfolgreich auf, schimpft aber dennoch, wie es sich gehört, über „Genderwahn“ und Feminismus. Ihre AfD-kompatiblen Werte: Familie, Volk, Vaterland. Ihre Feinde: die Fremden und die Fremdbestimmung durch die EU.

All das wird aber mit derart angenehmer Stimme und kluger Rhetorik geäußert, dass sich nicht nur Jean-Marie Le Pen nach einer klaren An- und Aussage sehnt. Das Schleifchen sollte nicht verdecken, was wirklich in der Verpackung steckt.

Es dürfte der gleiche Grund sein, den auch der Feminismus indirekt nutzt: Männerhass, Hass auf bestimmte Gruppen, all das ist salonfähiger, wenn man es als Frau sagt.

Männerrechte

Männerrechte sind erstaunlicherweise ein heikles Thema. Dies wohl, weil sie als Opposition zu Frauenrechten gesehen werden und insofern als Versuch, seine Machtposition als Gruppe Mann auszubauen. Dabei könnte man sich hier den Spruch aus dem Feminismus zu eigen machen, dass es in den Männerrechten auch nur um die Vorstellung geht, dass Männer Menschen sind und insofern Beeinträchtigungen aufgrund ihres Geschlechts auch ihnen gegenüber abzulehnen sind.

Dabei werden Männerrechte insbesondere in den Bereichen diskutiert, in denen

  • Männern besondere Pflichten auferlegt werden
  • Männern bestimmte Rechte nicht oder nur eingeschränkt gewährt werden
  • Männer abgewertet werden.

Dies scheinen mir die drei Hauptbereiche zu sein, in denen eine Diskussion um Männerrechte stattfindet und sinnvoll ist.

a) Männerrechte und auferlegte Pflichten

Bei der Auferlegung von bestimmten Pflichten können Männerrechte beeinträchtigt sein, weil ein mehr an Pflichten eben eine zusätzliche Belastung von Männern ist. Typische Pflichten sind dabei:

  • Schutzpflichten gegenüber Frauen, Kindern oder der Gemeinschaft an sich
  • Versorgerpflichten gegenüber Frauen, Kindern oder der Gemeinschaft an sich

Die Schutzpflichten können dabei gesetzlich geregelt sein und insofern „echte Pflichten“ darstellen, wie etwa ein Wehrdienst oder eine Feuerwehrpflicht oder sie können aus bestimmten Geschlechterrollen kommen, etwa indem von „echten Männern“ erwartet wird, dass sie bestimmte Schutzaufgaben übernehmen, sei es indem sie einer frierenden Frau eher den eigenen Mantel geben, auch wenn sie dann selbst frieren oder sich bei Gefahr schützend vor sie stellen oder eben in dem sie Frauen sonst von den Unbillen des Lebens abschirmen. Regeln wie „Frauen und Kinder zuerst“ sind eine Ausprägung solcher Pflichten, ebenso wie Anforderungen Leuten beizustehen. Das kann sich auch daran zeigen, dass Frauen, die Schutzpflichten übernehmen, als besonders heldenhaft angesehen werden, während es bei Männern als normaler und damit weniger besonders angesehen wird.

Die Versorgerpflichten können ebenfalls gesetzlich geregelt sein, zB indem über gesetzliche Regelungen zum Unterhalt und zu sonstigen Folgen einer Ehe eine Versorgung meist der Frau erzwingen. Sie können auch aus reinen Geschlechterrollen kommen, indem vom Mann erwartet wird, dass er eine Familie ernähren kann und daran auch seine Attraktivität bemessen wird.

Gründe dafür, dass solche Rollen auferlegt werden können vielfältig sein: Es können konservative Vorstellungen sein, man kann diese als Ausgestaltung biologischer Vorgänge sehen, man kann die Erwartungshaltungen der Frauen hier als ursächlich sehen, es können feministische Forderungen mit hineinspielen, es kann eine Mischung aus allem sein, die diese Pflichten hier auferlegen und die Frage, inwieweit dies berechtigt ist, damit zu einer Frage um Männerrechte macht.

b) Männerrechte und Einschränkung von Rechten

Auch in der Einschränkung von Rechten bzw. deren Nichtgewährung kann ein männerrechtliches Problem liegen. Diese Rechte können Männern durch Gesetz vorenthalten werden, beispielsweise indem sie das Sorgerecht nicht automatisch erhalten oder wiederum aus den Geschlechterrollen kommen, etwa indem an Männer andere Anforderungen gestellt werden, was das Eingehen von Risiken oder den Umgang mit Kritik oder Schmerzen angeht (ein Mann, der nach Kritik seines Chefs heult wird weit mehr Abzug erleiden als eine Frau, ebenso wird ein bei schmerzen jammernder Mann weniger Verständnis erhalten).

Die Gründe, aus denen diese Einschränkungen von Männerrechten erfolgen, können ebenso wie bei den Pflichten aus den gleichen Gründen auftreten: Konservative Vorstellungen, was ein Mann aushalten muss oder was sein Platz ist, Vorstellungen davon, dass bestimmte Rechte Frauen zustehen, Vorstellungen davon, dass Männer in bestimmten Bereichen mehr leisten müssen etc.

c) Männerrechte als Abwehr von Abwertungen

Ein dritter Bereich ist aus meiner Sicht die Abwehr von Abwertungen. Männer sind keine schlechteren Menschen, sie sind vielleicht anderes als Frauen, aber das rechtfertigt es nicht, ihre Art und Weise als moralisch verwerflich darzustellen. Natürlich ergibt sich daraus auch nicht, dass diese moralisch richtig ist. 

Häufige Bereiche, in denen Männerrechte durch Abwertungen beeinträchtigt sind, sind:

  • Die Sexualität: Der Mann als Schwein, die Abwertung von männlichen Interessen an schönen Frauen, Busen, schnellen Sex, als primitiv und verachtenswert. Die Dämonisierung männlicher Sexualität
  • Die Einordnung von Männern als Unterdrücker von Frauen

In diesem Bereich ist eine Überschneidung von Männerrechten mit einem Antifeminismus vorhanden, nämlich insoweit als im (radikalen) Feminismus diese Abwertungen gegenüber Männern erfolgt, indem Männern hier wie oben dargestellt abgewertet werden. Ein Einsatz für Männerrechte erfordert insofern, diesen einseitigen Abwertungen eigene Positionen gegenüber zu stellen und deutlich zu machen, dass Unterschiede nicht per se eine Unterdrückung als Grund haben müssen. Es ist aus meiner Sicht auch eine männerrechtliche Position darzustellen, dass männliche Sexualität ihre eigenen Rechte hat und hier die weiblichen Vorstellungen keinen Deutungsvorgang in moralischer Hinsicht haben.

Die Minimierung von Männerleiden bzw. die Umwandlung in Frauenleiden

Ein interessanter Artikel greift das Phänomen auf, dass häufig versucht wird, Probleme von Männern deswegen als etwas darzustellen, was man als Gesellschaft lösen muss, weil sie auch Frau betreffen:

Perhaps the biggest issue men face is the constant reframing of their suffering by society.  Reframing takes the pain men suffer and redirects it to women.  This is a consequent of misandry and is perpetuated by men and women subconsciously and by feminism – by way of design

Well how exactly is that done?  Here are some examples:

  • A boy being abused is bad, because he will grow up to be an abuser.  This is especially the case if a female is the predator.
  • False rape accusations are bad because it discredits women who are legitimately raped
  • Men who die in war is bad because it creates widows
  • Prostate cancer is bad because his wife will have to go through the experience….and if the man dies she will be a widow

Das dritte Beispiel ist das bekannte Zitat von Hillary Clinton, und es ist in der Tat erstaunlich, dass es zu solchen Umformungen kommt. Denn es zeigt, dass männliches Leiden gerne ausgeblendet wird oder für sich nicht als ausreichend angesehen wird, um eine Änderung damit zu rechtfertigen.

Über den Schlenker hin zu einem Leiden der Frau wird dann aus der Angelegenheit etwas, was man vertreten darf, was schutzwürdig ist und bei dem es anscheinend gar nicht so auffällt, wenn man das männliche Leiden minimiert und die Auswirkungen auf die Frauen hervorhebt.

Das in dem Artikel dann beschriebene Beispiel ist eines, indem ein autistischer Junge von zwei Mädchen gequält wird, getreten und mit Messer an der Kehle zu Sex mit einem Tier gezwungen wird etc.

Ein Bericht, geschrieben von der Feministin Hanna Rosin, geht es dann darum, dass der Junge sie danach immer noch als Freund ansieht. Dann wird die Mutter des Jungen interviewt, die sich Sorgen macht, dass man ihr vorwerfen wird, dass sie auf den behinderten Jungen nicht genug aufgepasst hat. Darauf, wie furchbar es für den Jungen gewesen sein muss, wird nicht eingegangen. Dabei ist er als behinderter Junge ja sogar noch in einer durchaus schutzwürdigeren Kategorie.

Als weiteren Fall könnte man vielleicht die 200 entführten Mädchen ansehen, die zwangsverheiratet werden sollen (was schlimm ist und verhindert werden sollte), was eine große „Bring back the girls“-Kampagne auslöste, während das frühere Massaker der gleichen Gruppe an 59 Jungs kaum ein Medienecho erzeugte. 

Es passt insoweit gut zu der von Warren Farrell aufgestellten Theorie des „entsorgbaren Mannes“ bzw. dem Umstand, dass Frauenleiden eher Aufmerksamkeit und Schutz hervorruft als das von Männern

Eggs are expensive, sperm is cheap

Auch hier zeigt sich die weite Wirkung dieses Prinzips.

Zur Schnittmenge konservativer und feministischer Weltanschauungen

Zwei Kommentare stellten bereits eine Verbindung zwischen einer konservativen Haltung und einer feministischen Haltung dar:

Adrian kommentiere wie folgt:

Und gerade konservative Antifeministen/Maskulisten sind die größten Anwender der Gender-Theorie.

– sie behaupten, eine richtige Frau sei nur, wer die Mutterolle schätzt und zu Hause bleibt
– sie behaupten, ein echter Mann wird man nur, wenn man sich in der Welt bewährt
– sie behauten, man könne Kinder verschwulen

Das finde ich immer wieder witzig:)

Und Nick kommentierte in einem anderen Beitrag:

Darüber reden wir doch hier schon seit Jahr und Tag.

->Unmündigkeitsfeminismus; ->weibliche Unschuld; ->Männlichkeit als Sexdämon etc.

Das ganze konservative Geschlechterbild stellt darauf ab, dass Frauen vielfältiger Kompensationen und eines besonderen Schutzes bedürfen, also als Geschlecht eine Klasse bilden, die außerhalb der nur für Männer geltenden “allgemeinen Regeln” steht.

Aus meiner Sicht kann eine konservative Einstellung in der Tat für Männer sehr schädlich sein:

Sie geht oft mit sehr starren Geschlechterrollen und einem essentialistischen Weltbild einher, welches ein „richtiges“ Verhalten von Männern und auch Frauen fordert und wenig Abweichungen zulässt. Gleichzeitig wird auch aus diesem Lager häufig ignoriert, dass man Menschen, die diesen Idealen nicht entsprechen, nicht beliebig formen kann. Hier vertritt die Evolutionsbiologie aus meiner Sicht ein wesentlich differenzierteres Bild.

Es werden über die klassischen Rollenbilder dann auch Pflichten übernommen, wie eben der Schutz der Frauen vor anderen Männern, deren Sexualität oder allgemeiner Konkurrenz. Insofern hat das Bild der unschuldigen Frau, die von dem weißen Ritter in strahlender Rüstung geschützt werden muss einiges mit dem Bild der unmündigen Frau im Feminismus gemeinsam, deren Situation verbessert werden muss.

Das erklärt auch, warum gerade konservative Parteien wie die CDU viele für Männer nachteilige Zustände aufrechterhalten und Aktionen wie etwa eine Frauenquote dort anklang findet.