Emmanuell Macron und seine Frau: Alterunterschiede und ihre Wahrnehmung bei den Geschlechtern

Wie wären wohl die Schlagzeilen, wenn er eine Frau und sie ein Mann gewesen wären?:

They first met when Mr Macron was 15 – and he later made a startling promise to his teacher.

‚At the age of 17, Emmanuel said to me, ‚Whatever you do, I will marry you!‘,‘ Miss Trogneux told Paris Match magazine last year.

The relationship started after Mr Macron acted in Miss Trogneux’s theatre pieces when he was aged just 18 at a private Jesuit school in Amiens, northern France.

Then Brigitte Auziere, a married mother of three, she was supervising the drama club. Mr Macron, a literature lover who wanted to be a novelist, was a member.

He later moved to Paris for his last year of high school. At that time, he recalled, ‚we called each other all the time, we spent hours on the phone, hours and hours on the phone‘.

For her part, Miss Trogneux recalled in a television documentary: ‚Little by little, he overcame all my resistances in an unbelievable way, with patience.‘

Macron mit Frau

Macron mit Frau

Man würde ihm wohl weitaus eher vorhalten, dass er sich an eine Minderjährige rangemacht hat, gerade wenn ein Alterunterschied von 25 Jahren besteht. Zudem würde man wahrscheinlich etwas über seine Kinder und seine erste Frau lesen.

Im Gegenzug hätte eine 39 jährige Gattin mit einem 64jährigen Mann es vielleicht leichter, weil man die Beziehung gerade bei einem Mann mit Status leichter nachvollziehen kann.

So haben zumindest einige Zweifel:

In a further colourful development, in February Mr Macron was unexpectedly forced to deny a gay extramarital affair. Political rivals had alleged he was backed by a ‚gay lobby‘.

Mr Macron laughed off rumours of a homosexual relationship with Radio France chief executive Mathieu Gallet, during a meeting with activists from his En Marche movement during the campaign.

Präsidentschaftswahl in Frankreich

In Frankreich wird gewählt. In den Umfragen sind die Kandidaten relativ dicht beieinander:

Auch die aufwendigste Umfrage mit mehr als 11 000 Befragten, konzipiert vom angesehenen Centre de Recherches politiques (Cevipof) in Paris und publiziert von Le Monde, bestätigt: Der Sozialliberale Emmanuel Macron (23 Prozent) und die Rechtspopulistin Marine Le Pen (22,5 Prozent) liegen zwar knapp vorn, doch der Republikaner François Fillon (19,5 Prozent) wie auch der linksradikale Jean-Luc Mélenchon (19 Prozent), der Anführer des „unbeugsamen Frankreichs“, haben noch beste Chancen, es in die Stichwahl am 7. Mai zu schaffen.

Wichtigster Grund für die Ungewissheit ist das Wahlrecht: Die Franzosen dürfen zweimal votieren. Im ersten Durchgang am 23. April haben sie die Wahl zwischen elf Kandidaten, nur der Erst- und Zweitplatzierte kommen in die Stichwahl zwei Wochen später.

(…)

Bei bisherigen Wahlen galt als Faustregel, dass die Vernunft der Franzosen – also die Bereitschaft, fürs „kleinere Übel“ zu stimmen – erst nach der ersten Runde einsetzt.

Was sagt ihr zu den Kandidaten und welcher wäre aus deutscher Sicht am günstigsten? Welche zwei kommen eurer Meinung nach weiter?

Anschläge in Nizza

Ich mach mal einen eigenen Artikel auf.

Aus dem Spiegel:

Das ist passiert:

  • Im südfranzösischen Nizza ist ein Mann in einem Lkw in eine Menschenmenge gerast, über zwei Kilometer hinweg überfuhr er Passanten. Laut Innenministerium starben mindestens 84 Menschen, zahlreiche weitere wurden demnach verletzt.
  • Präsident Hollande sprach einem„terroristischen Charakter“ der Tat. Er verlängerte den Ausnahmezustand in Frankreich um drei Monate.
  • Der mutmaßliche Attentäter wurde erschossen. Die Hintergründe sind noch unklar, die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft ermittelt.
  • Die Tat ereignete sich an der Promenade des Anglais: Dort hatten sich am Donnerstagabend zahlreiche Menschen versammelt, um den französischen Nationalfeiertag zu feiern.

Kommentare mit undifferenzierten Abwertungen aller Muslims werde ich (nach Möglichkeit) löschen, bleibt also sachlich.

Kinderbetreuung und Berufstätigkeit der Eltern in Frankreich

Ein Artikel in der Zeit beleuchtet die Regelungen und gesellschaftlichen Normen bezüglich Elternzeit und Kinderbetreuung.

Einige Auszüge:

Vor allem aber war da der regard des autres, der strenge Blick der anderen. Er war auch der Grund, weshalb die Architektin aus Lyon seit der Geburt ihres Sohnes immer berufstätig war, teilweise sogar Vollzeit. Damit entspricht sie ganz dem Bild der modernen, emanzipierten Französin, das in Deutschland nicht selten bewundert wird. In Frankreich aber lässt sich der Beginn einer Gegenbewegung erkennen. Immer mehr Frauen sträuben sich gegen den gesellschaftlichen Konsens, nach dem das Ansehen einer Frau steigt, wenn sie kurz nach der Geburt ihres Kindes wieder beruflich einsteigt, es aber rapide sinkt, wenn eine Mutter entscheidet, mit ihrem Kind zu Hause zu bleiben – und sei es nur für ein oder zwei Jahre. Viele berufstätige Mütter fordern nun, dass neben der Arbeit mehr Zeit für die Familie und die Nähe zu ihren Kindern bleiben muss.

Meiner Meinung nach bleibt kaum ein anderer Weg als die gesellschaftliche Ächtung des Aussetzens, wenn man eine umfassende Berufstätigkeit der Frauen erreichen will. Ein Mittelweg – beides ist toll – führt dazu, dass Leute Kompromisse machen und Frauen als Arbeitnehmer schwerer einzuschätzen und allgemein unsicherer sind.  Dass das dann vielen Frauen allerdings zu hart ist, ist die zwangsläufige Kehrseite davon. Man kann kein Omelett machen ohne Eier zu zerschlagen. Hier muss man sich entscheiden was man will.

Hier hat der seit 24 Jahren in Frankreich lebende Deutsche Adrian Serban seine Kinderarztpraxis. Er ist außerdem Psychotherapeut für Erwachsene und bekommt viel mit vom Alltag französischer Familien. „Viele Frauen schlingern am Rand der Erschöpfung entlang“, sagt Serban. Gerne würde er ihnen eine Mutter-Kind-Kur ans Herz legen. In Frankreich gibt es jedoch keine Mutter-Kind-Kliniken. Und die Diagnose des „Mütterlichen Erschöpfungssyndroms“ kennt man hier auch nicht. Mehrmals im Jahr besucht der Arzt sein Heimatland, in Lyon liest er deutsche Medien. „Wie man in Deutschland auf den Spuren der französischen Familienpolitik wandelt, bereitet mir Unbehagen, und ich staune darüber, dass immer nur die positiven Seiten dieser Politik in den Medien auftauchen.“ Seit Jahren wird das angeblich frauengerechte Ideal aus Kinderbetreuung und Berufstätigkeit, das in Frankreich herrscht, als Vorbild präsentiert. Schließlich liegt die Geburtenrate dort bei 2,1 Kindern pro Frau und in Deutschland nur bei knapp 1,4.

Ein weiterer Vorteil, wenn man sich auf den radikalen Weg festlegt: Wenn Kinder bekommen eh nur auf eine Art möglich ist, nämlich mit schneller Vollarbeit, dann ist die Entscheidung für Kinder kein Karrierehindernis mehr in dem Sinne. Es wäre interessant eine Aufschlüsselung zu sehen, wie die Kinderraten bei den Karrierefrauen ist, ob diese auf diesem Weg also tatsächlich eher Kinder bekommen.

Auf diese Weise entsteht eine Gesellschaft, in der Erwachsene ungestört ihrer Arbeit und sogar ihren Hobbys nachgehen können, aber keine wirkliche Beziehung zu ihren Kindern aufbauen. Denn eine Beziehung braucht Zeit und auch Raum. Und genau das fehlt in Frankreich.“

Das wären dann die Schattenseiten. Eine Bindung entsteht eben durch Kontakt, durch Zusammensein, durch Ausschüttung von Oxytocin aufgrund gemeinsamer Erlebnisse. Das kann natürlich zurückgehen, wenn man weniger Zeit miteinander verbringt. Andererseits gibt es ja auch in Frankreich lange Urlaubszeiten und nicht alle werden einen Job haben, bei dem man erst spätabends von der Arbeit kommt.

Zu den geschichtlichen Zusammenhängen:

In der Grande Nation gibt es eine lange Ammentradition. Vom 17. Jahrhundert an bis weit ins 20. Jahrhundert hinein war es bei den wohlhabenden Familien üblich, die Neugeborenen kurz nach der Geburt aufs Land zu einer Amme zu geben. Der Hauptgrund: Die Mutter sollte rasch wieder schwanger werden, das empfängnisverzögernde Stillen störte da. Die Eltern besuchten ihre Kinder kaum und holten sie erst nach zwei, drei Jahren wieder zu sich. „Die frühe Fremdbetreuung ist über mehrere Generationen so selbstverständlich geworden, dass sie auch heute niemand infrage stellt“, sagt Serban. „Selbst Kinderpsychologen und Kinderpsychiater haben sich bis vor Kurzem kaum Gedanken über die psychischen Folgen gemacht.“ Und auf die Frage, weshalb französische Mütter oft drei oder vier Kinder bekommen, sagt der Kinderarzt: „Sie bekommen so viele Kinder, gerade weil sie sich nicht um sie kümmern müssen!“

Eine plausible Erklärung für eine andere Tradition. Ob sie zutrifft wäre eine andere Frage.

interessant auch die andere Bezuschussung:

Familien mit drei und mehr Kindern zahlen in Frankreich fast keine Steuern mehr. Zu den Betreuungskosten in Krippen, Kindergärten oder bei der Tagesmutter schießt der Staat kräftig zu. Dagegen wird ein Kindergeld erst ab dem zweiten Kind gezahlt. Und Anreize für Männer, einige „Papa-Monate“ in ihre Karriere einzuschieben, gibt es keine. Überhaupt übernehmen die französischen Väter nur in den wenigsten Fällen wirklich Verantwortung für die Betreuung ihrer Kinder. Sie verlassen sich darauf, dass ihnen diese Aufgabe von den Institutionen abgenommen wird, den Rest überlassen sie meist ihren Frauen.

Also ein anderer Weg: Statt auch Väter zum Aussetzen zu bewegen soll einfach keiner von beiden wirklich aussetzen und es wird eher auf eine Fremdbetreuung gesetzt. Der Satz, dass man ansonsten die Betreuung den Frauen überläßt klingt auch schön patriarchal, dennoch sind eben in dieser Gesellschaft trotz anscheinend insoweit bestehender Rollenzuweisung mehr Frauen schneller wieder berufstätig.

Die französische Frau als Heldin, die Beziehung, Kinder und Beruf problemlos unter einen Hut bekommt. Die Frau als „Superwoman“. Dieser Mythos entstand im Windschatten der Frauenbewegung in den 1980er Jahren. Fast alle der heute 20- bis 40-jährigen Französinnen sind früher selbst in einer Fremdbetreuung untergebracht gewesen und folgen jetzt demselben Prinzip. Über 60 Prozent der Mütter, die Kinder unter sechs Jahren haben, arbeiten Vollzeit. In Deutschland sind es nur gute zwölf Prozent. „Ich und alle meine Freundinnen sind Töchter solcher Supermütter“, sagt Maryline Jury. „Um die Fassade zu wahren, haben wir es so gemacht wie sie. Denn sonst sähe es so aus, als wären wir weniger befreit!“

Ein Vollzeitjob für beide Eltern bedeutet jedoch zwangsläufig, dass die Kinder oft neun Stunden oder mehr weggegeben werden müssen. Vor allem in den französischen Städten ist es üblich, dass abends eine assistante maternelle die Kinder von der Betreuung abholt, weil papa et maman noch keine Zeit haben.

Wäre interessant, ob sich deutsche Männer und Frauen ein solches Modell vorstellen können. Schneller Wiedereinstieg in die Vollbeschäftigung sichert jedenfalls die eigene Rente, erleichtert Karrieren und verhindert dann auch Unterhaltszahlungen.

Und noch einmal zu langfristigen möglichen Folgen:

Doch der Mediziner sieht immer wieder Symptome, die auf ein bestimmtes Problem hindeuten: „Die Menschen, die ich wegen Ängsten und Depressionen behandle, erzählen mir, wie wenig echte Nähe sie in ihrer Kindheit von ihren Eltern bekommen haben. Parallel dazu beobachte ich in der Kinderarztpraxis, wie wenig Bezug manche Eltern zu ihren Kindern haben.“ Da werde der Zusammenhang zwischen früher Bindungs- und späterer Verhaltensstörung besonders deutlich.

Während die Bindungsforschung in Deutschland bereits seit den achtziger Jahren eine Rolle spielt, sickern die Zusammenhänge zwischen Bindung und seelischer Gesundheit in Frankreich erst langsam in das Bewusstsein der Experten. „In Frankreich werden keine Längsschnitt-Bindungsstudien gemacht, die untersuchen, wie sich die früh einsetzende Fremdbetreuung auf die Entwicklung von Kindern auswirkt“, sagt Serban. Die Fondation pour l’Enfance, das Pendant des Deutschen Kinderschutzbunds, bestätigt diesen Mangel. Nach wie vor wird jungen Eltern in Frankreich vermittelt, dass eine frühe Trennung aus Kindern später selbstständige Erwachsene mache und dass der zeitige Eintritt in die sogenannte collectivité, also in Krippe und Kindergarten, wichtig sei für ihre Entwicklung zu sozialen Wesen.

Angstzustände und Bindungs- und Verhaltensstörungen. Wäre interessant, ob das nur ein Eindruck ist oder ob sie dort wirklich so viel häufiger auftreten. Eine ähnliche Debatte hatte man in Deutschland ja auch nach der Wende. Wenn jemand da was zum Forschungsstand sagen kann, wäre ich interessiert.