Macht und Wissen bei Foucault

In meinem Artikel zu den Theorien von Judith Butler hatte ich auch etwas zu Foucault und wie er von Butler verwertet worden ist geschrieben:

2. Foucault
Den Grundgedanken, dass Geschlecht ein Ausdruck der Machtverhältnisse innerhalb der Gesellschaft ist und die zur Erhaltung der Macht errichtenen Geschlechternormen die Geschlechter hervorrufen, hat sie von Foucault.
Dieser geht ebenfalls davon aus, dass unsere Gesellschaft über den Umgang mit Wissen und Macht hervorgerufen wird. Foucault geht davon aus, dass die Mächtigen innerhalb einer Gesellschaft diese so umgestalten, dass sie ihre Macht sichert. Dazu nutzen sie die Möglichkeit Wissensvorsprünge auszubauen und Diskurse zu lenken, indem sie das Wissen kontrollieren. Aus diesem Wissen heraus wird zudem das Gerüst der Gesellschaft aufgebaut. Indem bestimmte Regeln für die Gesellschaft aus der Vergangenheit heraus legitimiert werden, wird den Leuten ein richtiges Verhalten vorgegeben, dass dann von ihnen einzuhalten ist. Dabei stabilisieren sich die Regeln selbst, wenn es gelingt, einen Verstoß gegen die Regeln mit einem gesellschaftlichen Malus zu versehen, eine Befolgung der Regeln aber mit einem Bonus. Sobald das System hinreichend eingerichtet ist, versucht jeder innerhalb dieser Regeln möglichst gut darzustehen und einen Malus nach Möglichkeit zu vermeiden. Dadurch will letztendlich jeder innerhalb der Regeln leben, erkennt dabei aber nicht, dass diese eben reine Kultur sind, keine Basis haben, weil die Zuweisung, was richtig und was falsch ist, beliebig nach den Vorstellungen der Mächtigen gestaltet werden kann. Hier wird der Diskurs wichtig, der bestimmt, was überhaupt vertreten werden darf. Foucault sieht Wissenschaft insofern nicht als objektiv, sondern eben als Teil des Diskurses an: Die Gesellschaft bestimmt, was vertretbar ist und was nicht und was als Meinung präsentiert werden darf und was nicht.
2. Judith Butlers Übertragung
Butler überträgt diesen Gedanken, wie Foucault bereits vor ihr auf das Geschlechterverhältnis, wo nach ihrer Auffassung ebenfalls bestimmte Geschlechternormen errichtet worden sind, die die Errichtung der Geschlechter und deren Verhalten bewirken. Diese knüpfen an die unterschiedlichen Körper von Mann und Frau an, die aber insoweit lediglich das Unterscheidungsmerkmal bilden, dass dann über verschiedene kulturell geschaffene Regeln zur Errichtung der Geschlechterrollen führt. Körper materialisieren sich nie unabhängig von ihrer kulturellen Form, sind also immer an ihre kulturspezifische Wahrnehmung gebunden.
Diese kulturspezifischen Merkmale der Geschlechterrollen werden dann durch beständige Wiederholung gleichsam eingeübt. (…)
Genau wie bei Foucault ist dabei Wissen über diese Normen, dass über Machtfaktoren zu einer Wahrheit erklärt wird (die es aber nicht gibt, sondern nur Diskurse) ein wesentlicher Faktor. Wenn also an bestimmten Merkmalen die Eigenschaft Frau festgemacht wird und das Wissen diskursiv hergestellt wird, dass Frauen schlechter in räumlichen Denken sind und dies noch durch eine entsprechende Geschichtsschreibung historisch abgesichert wird, dann konstituiert dieses Wissen gleichzeitig, was Frauen tatsächlich können. Ein Verstoß gegen dieses Wissen, etwa dadurch, dass eine Frau in einem Bereich tätig sein will, der mit räumlichen Denken zu tun hat, wird dann als Verstoß gegen eine Geschlechternorm verstanden.
Dabei scheint mir Butler die Macht, die die Geschlechternormen konstruiert, als denzentrales, System von Normen zu verstehen, das übersubjektiv aufgebaut wird.
Neulich wurde von Alex noch etwas Interessantes zu Foucault geschrieben:

Bei Sanczny gabs einen Kommentar zu einer aufschlussreichen Stelle:

“Macht ist bei Foucault nicht repressiv sondern produktiv. … ist nichts, das besessen werden kann. .. durchdringt Subjekte, Strukturen und ihre Beziehungen. Macht und Wissen sind bei Foucault eng miteinander verbundene Konzepte. Foucault hat z.B. die Wissenschaft als objektiven Ort der Wissensproduktion widerlegt.

Das Zitat von Foucault (“Überwachen und Strafen”) dazu:

“Man muß wohl auch einer Denktradition entsagen, die von der Vorstellung geleitet ist, daß es Wissen nur dort geben kann, wo die Machtverhältnisse suspendiert sind, daß das Wissen sich nur außerhalb der Befehle, Anforderungen, Interessen der Macht entfalten kann. […] Eher ist wohl anzunehmen, daß die Macht Wissen hervorbringt (und nicht bloß fördert, anwendet, ausnutzt); daß Macht und Wissen einander unmittelbar einschließen; daß es keine Machtbeziehung gibt, ohne daß sich ein entsprechendes Wissensfeld konstituiert, und kein Wissen, das nicht gleichzeitig Machtbeziehungen voraussetzt und konstituiert. Diese Macht/Wissen-Beziehungen sind darum nicht von einem Erkenntnissubjekt aus zu analysieren, das gegenüber dem Machtsystem frei oder unfrei ist. Vielmehr ist in Betracht zu ziehen, daß das erkennende Subjekt, das zu erkennende Objekt und die Erkenntnisweisen jeweils Effekte jener fundamentalen Macht/Wissen-Komplexe und ihrer historischen Transformationen bilden.”

Mit anderen Worten: Erkenntnis oder Wissen ist nicht möglich. Alle Erkenntnis ist quasi gleichzeitig und notgedrungen Machtpolitik.

Das ist natürlich als Freifahrtschein zu verstehen, wenn man denn will, die eigenen Behauptungen sonstiger Art als “Wahrheit” auszugeben.

Ist ja wirklich peinlich, wenn dieses wilde Rumspekulieren von Foucault die Begründung für Genderleute sein soll, alles sei “sozial konstruiert” …

Nein, es ist so: sie *wollen*, dass alles sozial konstruiert ist, denn sie wollen die Macht.

Das ist die Philosophie des reinen Faschismus, der unbedingte “Wille zur Macht”.

 Ich halte ja diese gesamte „Es geht nur um Macht“ Philosophie für viel zu simpel, eben „unterkomplex“. Menschen wollen nicht nur Macht, sie wollen Sicherheit, Anerkennung, Teil einer Gruppe sein, sie wollen Sex, gutes Essen, eine gewisse Position in der Gruppe. Macht für ihre Gruppe interessiert die meisten Menschen nur, wenn sie tatsächlich selbst davon profitieren und es bringt Männern eben nichts, wenn Männer Vorstandsvorsitzende sind. Es bringt viel eher ihren Frauen und Kindern etwas.
Das Macht zu einem gewissen Teil auch Wissen beeinflusst ist sicherlich richtig: Die katholische Kirche hat beispielsweise mit ihrer Macht sicherlich Wissen behindert, weil sie es im Widerspruch zur Religion sah. Und auch zB in China wurde einiges blockiert, einfach weil Kaiser meinten, dass es sich nicht gehört und nicht in die Gesellschaft gehört. Aber das bedeutet eben nicht, dass Wissen beliebig ist und nur durch Macht strukturiert ist.
Wissen schafft eben auch Möglichkeiten, die Vorteile bieten und Fortschritt erzeugen, der wirtschaftlich zu verwerten ist und gerade in der heutigen Zeit mit einer hohen Wissenschaftsfreiheit kann man die Lage nicht mit etwa dem düsteren Mittelalter oder anderen Zeiten vergleichen.
Viele Erkenntnisse der Geschlechterforschung sind schlicht der Medizin entsprungen, etwa zur Behandlung bestimmter Konstellationen wie CAH, cloacal exstrophy oder zum Umgang mit Transsexuellen und entsprechenden Operationen oder etwas zur Wirkung bestimmter Medikamente.
Die „Macht“ ist hier darauf ausgerichtet, funktionierende Produkte zu ermitteln und nicht Frauen zu unterdrücken.
Wer gleich dazu übergeht, dass Wissen immer nur Macht ist und es kein unabhängiges Wissen gibt, der erklärt damit jede Theorie zu einer beliebigen Theorie, auch seine eigene.

Theorien innerhalb der Gender Studies

Auf der Seite der Uni Freiburg habe ich eine Auflistung der im Feminismus und den Gender Studies nach der dortigen Ansicht vorherrschenden „Herangehensweisen“ gefunden

Momentan dominieren innerhalb der feministischen Theoriediskussion und der Gender-Forschung konstruktivistische, diskurstheoretische, postrukturalistische, dekonstruktivistische, kulturalistische wie auch postmoderne Herangehensweisen. Diese Bezeichnungen werden teilweise beinahe wie Synonyme verwendet, sie stehen in einem engen Zusammenhang, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte und verweisen auf unterschiedliche grundierende Theoriestränge:

Ich hätte sie wohl auch nicht so fein unterschieden, aber man lernt ja immer gerne dazu

  • Der ‚Konstruktivismus‘ lässt sich zunächst in eine ‚sozialkonstruktivistische und eine ‚kognitionstheoretische‘ Richtung ausdifferenzieren. Beide gehen davon aus, dass es keine menschenunabhängige Welt gibt, oder sie uns zumindest nicht als solche zugänglich ist. Arbeitet der Sozialkonstruktivismus heraus, dass vermeintlich Naturgegebenes immer schon kulturell geformt ist, hebt die kognitionstheoretische Richtung auf die erkenntnistheoretische Ebene ab. Gegenbegriffe zum Sozialkonstruktivismus sind ‚Essentialismus‘, ‚Ontologismus‘ und ‚Biologismus‘, während sich der kognitionstheoretische Konstruktivismus gegen den philosophischen Realismus und den Positivismus wendet. Beim kognitionstheoretischen Konstruktivismus kann noch einmal zwischen einer diskurstheoretischen und einer biologischen Ausrichtung unterschieden werden. Während im diskurstheoretischen Konstruktivismus die Diskurse, d.h. das, was überhaupt gesagt werden kann, die Perzeption (also das, was als ‚Wirklichkeit‘ wahrgenommen wird) prägen, ist es beim biologischen (kognitionstheoretischen) Konstruktivismus zunächst die Struktur des menschlichen Wahrnehmungsapparates, die über Wahrnehmbarkeit und Wahrnehmungsform entscheidet. Der biologische Konstruktivismus spielt in der feministischen und gender-theoretischen Debatte allerdings nur selten eine Rolle, die beiden anderen Ausrichtungen haben dafür aber einen um so höheren Stellenwert. Dabei wird zwischen den beiden Ebenen, auf die sie jeweils fokussieren, oft nicht wirklich unterschieden.

Finde ich schon an sich eine gewagte Theorie: Keine menschenunabhängige Welt. Das ist keine ganz kleine Hürde für eine Theorie. Wie man sie wissenschaftlich untermauern sollte ist mir nicht verständlich. Gut, mit der Zugänglichkeit wird es etwas mehr eingeschränkt, aber wie vergleichende Untersuchungen zeigen haben verschiedene Völker teilweise recht gleiche Vorstellungen von ihrer Umwelt entwickelt und es gibt relativ viele „universelle Gemeinsamkeiten

  • Der Begriff ‚Kulturalismus‘ entspricht inhaltlich in etwa dem Sozialkonstruktivismus. Den Gegenbegriff zu ‚kulturalistisch‘ stellt die Bezeichnung ‚naturalistisch‘ dar. Es geht hier also darum, dass z.B. das Geschlecht erst durch die Kultur als solches konstruiert wird und nicht naturgegeben ist.

Hier wird also sozusagen der Konstruktor etwas näher bezeichnet. Auch hier wieder ein beängstigende Nähe zum Standard Sozial Science Model, welches eigentlich vollkommen veraltet ist.

  • Dekonstruktion‘ bezeichnet das vor allem von Derrida entwickeltes Verfahren der Entverselbständlichung und Entnaturalisierung. Durch das Verfahren der Dekonstruktion wird deutlich gemacht, dass es sich bei vermeintlich Natürlichem im Grunde um kulturelle Konstruktionen handelt. Zentral ist die Kritik am Denken in binären Oppositionen, wie es sich nicht nur in der Gegenüberstellung Mann/Frau, sondern auch in Kultur/Natur, Geist/Materie oder auch Tag/Nacht ausdrückt.

Demnach wäre Dekonstruktion die Darstellung, dass alles konstruiert ist, indem man eine soziale Erklärung für den gleichen Vorgang findet. Wenn ich es richtig verstanden habe, dann hat Derrida dieses Verfahren allerdings zur Textanalyse entwickelt. Er hat es aber später wohl auf alle Bedeutungsträger ausgeweitet. Allerdings kann man eben Texte deutlich besser zerlegen als Lebewesen. Da man aber in diesen Theorien davon ausgeht, dass die Identitäten und Normen nicht von der Biologie beeinflusst sind, kann man sie als dekonstruierbar ansehen und ihre einzelnen Bestandteile ermitteln.

Zur Dekonstruktion aus der Wikipedia:

Die Dekonstruktion geht grundsätzlich davon aus, dass die Thematisierung bestimmter Gegenstände (sei es in wissenschaftlicher Theoriebildung, sei es in anderen Wissenssystemen, Darstellungsformen oder Gattungen) andere zugleich ausgrenzt. Anstatt nur auf explizit mitgeteilte Information konzentrieren sich dekonstruktive Analysen daher auch und besonders auf diejenigen Faktoren, welche ausgegrenzt wurden. Systematisch grundlegend dafür ist eine sinnkritische Einklammerung der Sinn- und Verweisungsbeziehungen etwa der Elemente eines Textes. Dies ermöglicht dann Fragen zu stellen wie: welche Ausgrenzungs- und Etablierungsmechanismen, welche Strategien des Glaubwürdigmachens, welche hierarchischen Strukturen eines Signifikantengefüges erlauben, das entsprechende materielle Gefüge als sinnhaften Bedeutungsträger zu verstehen und auf eine bestimmte Bedeutung oder „Aussageabsicht“ zu reduzieren? An welche Konstitutionsbedingungen sind die entsprechenden Sinn- und Geltungsansprüche gebunden? Dies kann insbesondere auch Konflikthaftigkeit, Aggressivität, verdeckte Gehalte und Intentionen sichtbar machen.

Diese Ausgrenzung durchzieht ja auch den Feminismus. Aus der Theorie, dass man Gegensatzpaare bilden muss und deren Stellung zueinander ermitteln muss, erklärt sich einiges in der feministischen Theorie. Dort ist das Gegensatzpaar eben Mann und Frau bzw. „männlich“ und „weiblich“ bzw. weitere Geschlechter oder in einem Intersektionalismus die weiteren Kategorien, wie Rasse, Klasse etc.  Wenn eines der beiden in der Gesellschaft mehr betont wird, dann muss das andere Ausgegrenzt bzw. das andere etabliert werde. Hier kommt wohl auch die beständige Angst her, dass etwas zu viel Raum einnimmt. Wenn etwas mehr Raum einnehmen kann, dann eben weil die Geschichte, die man wahrnimmt, auf eine bestimmte Weise gestrickt wird. Auch wer körperlich mehr Raum einnimmt würde danach in der Dekonstruktion als jemand auffallen, der sich selbst einen höheren Geltungsanspruch einräumt und daher eine Ausklammerung der anderen vornehmen möchte.

  • Begriff ‚diskurstheoretisch‘ stellt ebenfalls die Verbindung zu einem bestimmten Denker her: Zu Michel Foucault und seinem Diskursbegriff. „Als Diskurse gelten … ‚Redeweisen‘, sprachliche ‚out-fits‘ von sozialen Klassen und Berufsständen, Generationen, Epochen, literarischen Gattungen, wissenschaftlichen Disziplinen und spezifischen sozialen oder kulturellen Milieus. Zudem wird betont, dass es nicht nur sprachliche Formen – mündliche oder schriftliche – der Bedeutungszuschreibung gibt, sondern auch noch andere, ähnlich funktionierende Zeichensysteme kulturelles Symbolisation. So können architektonische Grundformen ebenso interessieren wie Bestattungsriten oder Kleidermoden. Wenn von diskursiven Praxis oder von diskursiven Formationen die rede ist, ist damit der Komplex einer bestimmten ‚Redeweise‘ und ihrer institutionellen Bedingungen, die Art und Weise der Medialisierung und der Zusammenhang von Kenntnissen und Wissen innerhalb eines bestimmten historischen Zeitraums gemeint.“ Diskurse regeln, was zu einem bestimmten Zeitpunkt sagbar ist. Durch die Zurückverfolgung von Diskursen wird die historische Kontingenz von Begriffen, Kategorien und Theorien aufgedeckt.

Der kulturelle Bereich wird sicherlich zu einem gewissen Teil von Diskursen ausgeformt, soweit es der biologische Unterbau des Menschen zulässt. Und hier können natürlich bestimmte Riten und in der Kultur vorgegeben Betrachtungsweisen wesentlich werden. Ein gutes Beispiel ist zB, dass sich die Religion häufig nach der in der Gesellschaft vorgegebenen Religion richtet, sofern diese auch die Eltern haben. Allerdings sind eben schon genug Politker daran gescheitert einen bestimmten Diskurs, der für sie dienlich ist, vorzugeben. Ein Diskurs ist nicht so einfach steuerbar, wie man es sich im Feminismus vorstellt.

  • Der Begriff ‚postmodern‘ bezeichnet eine bestimmte historischen Epoche, der u.a. auch die poststrukturalistische Theorierichtung zuzuordnen ist. Zentrale Gedanken sind u.a. eine Abwendung vom Fortschrittsdenken der so genannten Moderne, ein Plädoyer für Heterogenität (z.B. von Lebens-, Denk- und Handlungsformen) und der Versuch die Kluft zwischen ‚Kunst‘ und ‚Massenkultur‘ zu überwinden. Seyla Benhabib charakterisierte das postmoderne Denken durch die drei Thesen vom „Tod des Menschen“, dem „Tod der Geschichte“ und dem „Tod der Metaphysik“.38 Die Postmoderne drückt sich nicht nur in der Theorie, sondern z.B. auch in der Architektur, der Literatur und der bildenden Kunst aus und insbesondere auch im Lebensgefühl.

Das Fortschrittsdenken ist soweit wahrscheinlich auch nur patriarchisch.

Aus der Wikipedia dazu:

Elemente postmodernen Denkens und Urteilens sind:

  • Absage an das seit der Aufklärung betonte Primat der Vernunft (ratio) und an die Zweckrationalität (die bereits in der Moderne erschüttert wurden)
  • Verlust des autonomen Subjekts als rational agierende Einheit
  • Neue Hinwendung zu Aspekten der menschlichen Affektivität und Emotionalität
  • Ablehnung oder kritische Betrachtung eines universalen Wahrheitsanspruchs im Bereich philosophischer und religiöser Auffassungen und Systeme (sog. Metaerzählungen oder Mythen wie Moral – wodurch Postmoderne zum Amoralismus wird – , Geschichte, Gott, Ideologie, Utopie oder Religion, aber auch, insofern sie einen Wahrheits- oder Universalitätsanspruch trägt, Wissenschaft)
  • Verlust traditioneller Bindungen, von Solidarität und eines allgemeinen Gemeinschaftsgefühls
  • Sektoralisierung des gesellschaftlichen Lebens in eine Vielzahl von Gruppen und Individuen mit einander widersprechenden Denk- und Verhaltensweisen
  • Toleranz, Freiheit und radikale Pluralität in Gesellschaft, Kunst und Kultur
  • Dekonstruktion, Sampling, Mixing von Codes als (neue) Kulturtechniken
  • Zunehmende Zeichenhaftigkeit der Welt (siehe auch Semiotisches Dreieck und Baudrillard)
  • Versuche der Abkehr von ethno- und androzentrischen Konzepten

Man tauscht also Rationalität gegen Emotionalität, lehnt wissenschaftliches Vorgehen ab, führt eine Beliebigkeit ein und versucht alle festen Formen aufzugeben. Eine einheitliche Gemeinschaft wird abgelehnt, dagegen eine starke Verschiedenheit in Verbindung mit Toleranz gefordert.

Foucault, Butler und Feminismus als Verlagerung eigener Probleme nach außen

In dem Forum von Roosh findet sich ein interessanter Text zu Foucault, David Reimer, Judith Butler und Gründen dafür, dass diese Theorien interessant für viele so interessant sind.

Erst einmal zu den gernellen Theorien:

Let’s talk about Foucault and how his theories cloud feminist’s & social constructionist’s minds.

First, let me talk about post-structuralist thought in general. I am not an expert on this strand of philosophy; the philosophy is about analyzing modern society through a critical theory lens. A common theme is the deconstruction of binaries like gender. This is where feminist post-structuralists come in. Judith Butler is a perfect example of this sort of feminist. They do not believe that there are any differences between men & women and their approach is primarily used in psychoanalysis & literary criticism. Of course, the main problem is the extensive use of Freud and Foucault.

Foucault was a French philosopher who was popular through the mid-1900’s until his death in the 1980’s. He is famous for many things, but his work on power & gender is most relevant here.

Let’s first consider his genealogical approach to analyzing history & society. He believes that the truth is randomly discovered and rarely self-evident or fixed. His approach to historical & social analysis is by looking to relations based on power, knowledge and the body. He does not consider a particular individual’s intentions or aims when considering their actions, but a contextual analysis of power in a given situation based on historical subjectivity. In sum, pure social relevatism.

Foucault is a favorite writer for feminists for this approach that eschews reality in favor of theoretical analysis of power balances – most importantly over Foucault’s focus on the oppression of the body. Foucault was a clear social constructionist and believed that biological explanations of male & female differences was rooted in inequality & misogyny. Note how when you are debating a feminist and you bring up biological differences, the response is rarely disputing that fact but focusing on that you are bringing up biological differences in order to oppress women. That is a Foucauldian approach – focus on perceived power imbalances and ignore claims of fixed truth.

Ich hatte Foucault schon einmal im Zusammenhang mit Judith Butler kurz angesprochen. Der Vorteil, dass man alles erstens subjektiv und zweitens als reinen Machtkampf sehen kann, ist sicherlich etwas, was diese Theorien sehr interessant gemacht hat. Man konnte sozusagen hinter die Geschlechter sehen und dort die vermeintlichen Marionettenspieler in Form der Mächtigen und der Gruppenkämpfe sehen

Zu David Reimers:

As it relates back to David Reimer & Judith Butler, the analysis is this: Reimer did not commit suicide because he was denied his biological birthright – he committed suicide on the basis of oppressive power imbalances that denied him an autonomous relationships with his body. The issue wasn’t his removal of his penis & testicles – although that was a violation of his autonomy – but the real violation was his forced performance of femininity at the hands of authority figures. Due to restrictive norms placed onto the bodies of men & women – based on male privilege & heterosexuality – Reimer committed suicide out of his inability to properly identify with his ambiguous sexuality.

The power imbalances that authority figures manipulated in order to force David into either binary role, a man or a woman, are a reflection of fictions of sex as biological & an approach to sex relating purely to reproductive abilities. Further, the approach here is that Money & the authorities were reinforcing homophobic approaches to gender that force men to pretend they are masculine in order to never have to deal with the existential terror of admitting attraction to their father. For women, it is the same. Feminine women are that way because they are repressing lesbian impulses towards their mother.

The Freudian analysis here is that masculine men & feminine [women] are psychologically immature and need to drop the performance in order to become a self-identified human. Reimer was a person who killed himself because he could not reconcile his identity outside of gendered norms he was so thoroughly soaked in. Unable to create persona outside of masculinity & femininity, he faced that Freudian existential terror and killed himself in order to not deal with it.

Ich habe schon einmal zitiert, was Judith Butler zu David Reimer geschrieben hat. Die soziale Konstruktion und die Zerrissenheit wird dort von Butler dargestellt.

Die Schlußfolgerungen zum Feminismus sind dann wie folgt:

There are many posts of women who are completely unmoored from feminine sensibility. Many of the women assume, as feminists, it is the insufficiency of social scripts handed to women & people that prevent them from becoming „people.“ Let’s step through this.

Let’s analyze this female. She is completely a stereotypical disaffected Millennial, with the typical obsession with power, feminism and inequality. Her self-hatred bleeds through strongly & is spelled out directly sometimes. She uses feigned indifference in order to wish away her inability to develop a healthy individual identity.

She talks a big game about not being a man or woman and hating the concept of gender. This is where the Freudian analysis is applicable. Someone like her probably absolutely loathes masculine men & feminine women – especially when they are joined in a romantic relationships. She probably assuages herself that such bourgeois „expressions“ of gender are outdated and based on misogyny & homophobia.

Der Gedanke wäre also, dass ein Teil derjenigen Frauen, die keine klare weibliche Identität entwickeln können,  statt dessen diese weibliche Identität als  Ausdruck von Misogyny und Homophobie ansehen, damit sie sich selbst nicht damit beschäftigen müssen, warum sie diese Identität nicht entwickeln können. Weil man weiß, dass diese Rollen nichts für einen selbst sind werden sie und alle ihre Ausdrucksformen als schlecht geächtet. Es würde auch erklären, warum das breitbeinige Sitzen, Kinder, Küssen oder überhaupt Geschlechterperformance schon entsprechende Trigger sein können. Es passt auch zu der Theorie, dass Feminismus für einige eine Form der Krankheitsbewältigung ist und für Depressive interessant sein kann.

 

I will never understand some people’s temporal issues. It does not matter one bit if an idea is „outdated“ – what is most relevant is whether said idea is right or wrong.

The misogyny bit is based out of narcissism. As I have asserted before, accusations of misogyny are generally rooted in a female searching for male worship. Here, this female would regard such a stereotypical gender expression as misogynistic because it reflects on gendered norms – i.e. such expressions are not real but performances. The fact such a person would take so easily to the idea of life being a performance suggests narcissism, but also the narcissism is exposed by framing gender oppression through the lens of female oppression. If gender norms are oppressive to both sexes, then why view it through the female lens – because it is all about privileging men & oppressing women? The logical inconsistency is obvious here, but recall the Foucauldian sleight of hand – they will refocus the discussion on power disparities while ignoring real world logical inconsistencies. In a vain attempt to garner the attention of the masculine man (whom she finds sexually attractive) she will use anger, confrontation & general irascibility as an attempt to refocus said man’s attention on her.

Den Narzissmus könnte man darin sehen, dass eben das „frauenfeindliche patriarchische Modell“ der attraktiven weiblichen Frau nicht akzeptiert wird und daher als überholt angesehen und durch etwas ersetzt wird, in dem man selbst attraktiver ist. Deswegen sind Fatshaming, und die Pro-Fettbewegung ebenso feminstische Anliegen wie „Normschönheit“ oder „Thin-Shaming“  oder die Bekämpfung aller Normen, die irgendwie Vorgaben für Frauen bezüglich des Partnerwertes machen. Alles und nichts soll schön sein und damit auch jede Frau und insbesondere man selbst.

 

As for the homophobia, recall the Freudian analysis of the masculine man /feminine women using such fictions in order to never have to confront their homosexual desire for their same-sex parent. Recall my very first thread here about a homosexual man asserting homosexual approaches to masculinity are superior to heterosexual approaches. Once again, we have an argument for social constructions of masculinity & the concept of performance. His argument can be boiled down to the fact masculine men are just performers either using masculinity to advance their misogyny or using it to hide from their homosexual impulses.

The whole „intellectual“ arc of Butler, Foucault & Freud is steeped in narcissism and selfishness. People who subscribe to these theories are people who are unable to come to terms with their identity as a person. Instead of working on their issues like a healthy person would, they port it across society.

Take Judith Butler. She assumed every single female has the similar issues with femininity she has. You see this so often in feminism when it relates to the natural feminist – white, heterosexual, middle-class+ – they stress intersectionality so hard. They need hard & fast rules so they don’t get in narcissistic battles over whose experiences are representative of everybody’s.

That is the selfishness of gender deconstruction. The need to deconstruct other’s identities is based out of the fear of dealing with their existential issues. They believe so strongly that masculine men are that way because they are terrified of dealing with homosexual impulses is telling. They know, deep down, they are terrified of dealing with their psychological issues. They assume others have the same issues related to their sexuality & gender expression.

Also der Versuch lieber den anderen zu dekonstruieren statt sich mit der eigenen Identität auseinanderzusetzen. Und ein System, dass verhindert, dass man bei der eigenen Person tatsächlich einmal anfängt die eigene Identität zu durchdenken statt externe Positionen bei anderen aufgrund deren Akzeptanz der Rollen für die Probleme verantwortlich zu machen.

A bunch of people who haven’t realized that everybody else does not have the same issues they have. So blindingly obsessed with power that they forget the real reason we are all here – to do right by each other.

David Reimer was just a pawn in the game for social power by social constructionists. When his genitals were remove without his consent, they were more worried about gendered power structures. When he candidly talked about his denial of his male birthright they only speculated they did not have enough information to understand why he felt that way. Even when he tasted the cold, unforgiving steel of a shotgun, it still was about restrictive gender norms.

Yes, Butler, Foucault & all your „intellectual“ sympathizers, what matters most isn’t analyzing the world not through arbitrary & tainted lens of truth but considering the world through your self-absorbed understanding of power relations.

Masculinity & femininity? It’s misogyny, homophobia or whatever the hateful oppression of the day is – never consider your own psychology. What matters most is that society at large kowtow to your delusions so you can sleep better at night.

That’s all it is – demanding a good night’s sleep at the expense of a man’s life, at the expense of intellectualism

Den Gedanken, dass IDPOL auch davon getrieben wird, dass man sich selbst von Verantwortung freispricht und sie in die Gesellschaft verschiebt, um sich nicht mit sich selbst auseinandersetzen zu müssen, finde ich interessant. Es erklärt zumindest, warum im Feminismus schnell eine Opferolympiade darum beginnt, wer noch mehr durch die Gesellschaft beeinträchtigt ist und auch darum,  noch mehr externe Gründe zu finden, die einen negativen Zustandes des Einzelnen erklären. Um so stärker die hegemoniale Männlichkeit/das Patriarchat/der Rassismus im Bereich der Intersektionalität ist, um so weniger ist man für seinen Zustand verantwortlich.

Insofern wären diese Theorien insbesondere zur Verantwortungsverschiebung interessant und dies gerade für Leute, die dies besonders wollen und sich möglichst wenig mit sich selbst (außerhalb der Betrachtung, wie externe Einflüsse einen betreffen) zu beschäftigen.