Feministische Theoriewoche II: „Feminismus hasst Männer nicht“ vs. „Männlichkeit ist für alles Unglück dieser Welt verantwortlich“

Dieser Beitrag ist Teil der feministischen Theoriewoche Teil 2: Widersprüche im Feminsmus.

Das heutige Thema ist

„“Feminismus hasst Männer nicht“ vs. „Männlichkeit ist für alles Unglück dieser Welt verantwortlich““ 

Das Problem ist hinreichend bekannt: Dem Feminismus gelingt kaum eine Abgrenzung dazu, dass er sich einerseits dagegen wehrt, dass er Männer hassen soll, aber andererseits Männer als Unterdrücker der Frauen ansieht, die sich den Kuchen nehmen und den Frauen die Krummen lassen. Männliches Verhalten oder das Einnehmen hoher Positionen wird als Feindseligkeit gegen Frauen und Festhalten und Beitragen zu derer Unterdrückung angesehen und es gibt wohl kaum einen Mann, der von entsprechenden Verhalten ganz freigesprochen werden kann, allenfalls geht es um Abstufungen von fehlerhaften Verhalten.

Die Unterteilung in „Gute Männer“ ist eher eine Unterteilung in „weniger schlechte Männer“ bzw. „ich schau nicht so hin, weil er mein Freund/mein Vater/mein Bruder ist“.

Lässt sich der Widerspruch hier tatsächlich auflösen?

Feministische Theoriewoche II: „Frauen werden in Geschlechterrollen gezwungen, die für sie schädlich sind vs. Wenn Frauen mehr beteiligt werden, dann wird ihr Anderssein eine Menge Vorteile bringen“

Dieser Beitrag ist Teil der feministischen Theoriewoche Teil 2: Widersprüche im Feminsmus.

Das heutige Thema ist

„“Frauen werden in Geschlechterrollen gezwungen, die für sie schädlich sind vs. Wenn Frauen mehr beteiligt werden, dann wird ihr Anderssein eine Menge Vorteile bringen“ 

 

Frauen sind gleichzeitig Opfer ihre Geschlechterrollen und Gleichzeitig sind diese ihre Stärke.

  • Mit Frauen gibt es keine Kriege, weil sie friedlicher sind (Sie wurden zu Geschlechterrollen erzogen, in denen sie Konflikte meiden und sich nicht durchsetzen)
  • Frauen sind komunikativer und persönlicher, sie setzen sich mehr für Mitmenschen ein (Frauen werden dazu erzogen die Carearbeit zu leisten und sich für alles verantwortlich zu fühlen)
  • Frauen gebären Leben und sind wie eine Mutter zu allen (Über die Mutterrolle werden Frauen unterdrückt)
  • Frauen sind frei von Statusstreben und Machoallüren (Frauen wird anerzogen genügsam zu sein und sie lernen nicht egoistisch oder durchsetzungsstark zu sein)

Ich denke anhand der Beispiele wird deutlich, was ich meine. Theoretisch versucht der Feminismus das wieder abzufangen, in dem er lediglich darauf abstellt, dass es dabei nur um Gruppenperspektiven geht und so Interessen von Frauen eher respektiert werden. Wenn diese dann aufgezählt werden, dann sind wir meist wieder darin, dass etwa diese „mehr Rücksicht auf die Kinderbetreuung nehmen“ während andererorts diese gleich wieder Mittel der Unterdrückung ist.

Lässt sich dieser Konflikt auflösen?

Feministische Theoriewoche II: „Rollenbilder führen zu schwachen Frauen“ vs. „Frauen sind genauso stark wie Männer, sie werden nur unterdrückt“

Dieser Beitrag ist Teil der feministischen Theoriewoche Teil 2: Widersprüche im Feminsmus.

Das heutige Thema ist

„“Die Erziehung der Frauen bewirkt, dass diese schwach sind vs. Frauen werden durch das Patriarchat gehindert, sind sonst aber genau so fähig und es ist reiner Sexismus, sie nicht nach oben zu lassen“ 

Der Feminismus leidet darunter, dass er Theorie eher als Versatzstück sieht und sie beliebig austauscht, solange es eine Unterdrückungsgeschichte rechtfertigt.

Dabei konkurrieren zwei Unterdrückungsgeschichten miteinander:

In der ersten werden bereits Mädchen so erzogen, dass sie später keine Chance haben. Hier wird alles verarbeitet, was Geschlechterunterschiede so hergeben: Mädchen spielen nicht mit dem richtigen Spielzeug, also können sie ihr räumliches Denken nicht trainieren, Jungen aber schon, deswegen sind sie später Physiker und Frauen nicht. Mädchen wird nichts zugetraut, Jungen aber schon, deswegen sind diese mutiger und experimentierfreudiger und entwickeln auch mehr Selbstvertrauen. Mädchen hören alle möglichen Vorurteile und sobald man sie daran erinnert, dass sie Mädchen oder später Frauen sind, fallen sie in sich zusammen und können gar nichts mehr, weil man ihnen beigebracht hat, dass Mädchen nichts können. Ihnen wurde beigebracht, dass Mädchen schlechter sind als Jungs, deshalb können sie als Frauen mit Männern nicht konkurrieren.

In der zweiten Unterdrückungsgeschichte haben wir hochkompetente Frauen, die in allen Bereichen genau so gut wären. Sie wären gute Führungspersönlichkeiten, sie wären in allen Punkten genau so gut wie Männer, aber das Netzwerk der Männer hält sie zurück und bösartige männliche Chefs (weiße heterosexuelle Männer allesamt) bremsen diese hochgradig fähigen Frauen aus, zum Nachteil der eigenen Firma und der Gesellschaft. Jeder Hinweis darauf, dass Frauen schlechter wären verbietet sich in dieser Geschichte. Natürlich würden Frauen gleich gut abschneiden, wenn sie nur die Gelegenheit hätten sich zu beweisen.

Das sich diese Geschichten ausschließen fällt dabei gar nicht auf. Wären die Frauen durch die Erziehung (die üblicherweise Frauen ausüben, aber das wäre ein weiterer Widerspruch) quasi „verkrüppelt“, dann bräuchte es keinen Sexismus, damit Männer die bessere Entscheidung wären. Die Männer wären dann tatsächlich besser. Die Generation derer, die nur mit Puppen, aber nicht mit Bauklötzen spielen durften, hätte bereits deswegen ein schlechteres räumliches Denken. Es wäre kein Sexismus zum Zeitpunkt des Studiums, dass sie keine Physiker werden, es wäre bereits weit vorher geschehen. Es wäre zu erwarten, dass Frauen in bestimmten Bereichen schlechter abschneiden, würden sie es nicht, dann wäre die Theorie, dass die frühe Erziehung ihnen den Weg verbaut widerlegt. Die Erziehung hätte dann keinen Einfluss. Wenn aber Frauen schlechter abschneiden, dann wäre es wiederum auch kein Sexismus, wenn man sie nicht einstellt. Es wäre vielmehr eine nachvollziehbare Entscheidung, dass man keine Person in diesen Positionen haben will, die sich als schlechter ansehen, wenn sie mit „Guten Tag Frau X“ begrüßt werden.

Das die Geschlechterrollen aber keinen Einfluss haben ist wiederum auch nicht denkbar im Feminimus. Man braucht also starke Frauen, die es aber den Geschlechterrollen nach nicht geben darf, denn diese erfordern ein Opfer.

Ist der Widerspruch auflösbar?

Feministische Theoriewoche II: „Das Patriarchat schadet auch den Männern vs. Männer sind nicht unterdrückt“

Dieser Beitrag ist Teil der feministischen Theoriewoche Teil 2: Widersprüche im Feminsmus.

Das heutige Thema ist

„Das Patriarchat schadet auch den Männern vs. Männer sind nicht unterdrückt“ 

Das Patriarchat oder die hegemoniale Männlichkeit ist eine Geheimorganisation mittels der Frauen in einer freien Demokratie mit geheimen Wahlrecht trotz Mehrheit unterdrückt werden. Sie wird irgendwie dadurch aufrechterhalten, dass sie für einige Männer günstiger ist (die hegemonialen Männer) aber jedenfalls auch allen Männern Privilegien zuweist. Wenn auf Nachteile für Männer hingewiesen wird, dann soll das aber wiederum keine Diskriminierung sein, sondern es erfolgt schlicht ein Hinweis darauf, dass das Patriarchat ja auch Männern schadet und diese daher schleunigst Feminsten bzw. Allies werden sollten, um das Patriarchat zu stürzen, dass allen Männern Privilegien gibt.

Es darf jedenfalls in diesem System nichts geben, was schlicht ein Nachteil für Männer ist und was Frauen zugute kommt und deswegen kann bewusst als gesellschaftliche Struktur von ihnen gefördert wird, wo sie also ihre Macht ausüben. Denn Frauen sind obwohl sie eine Mehrheit in einer Demokratie haben vollkommen ohne jegliche Macht und Politiker oder Betriebe könnten gar nicht auf die Idee kommen um die Gunst dieser machtlosen Kreaturen zu buhlen. Denn das ist in einem Patriarchat unmöglich, da haben bestimmte Männer alle Macht und Männer müssen ihre Privilegien hinterfragen, aber trotzdem Feminist werden.

Lässt sich der Widerspruch auflösen?

Feministische Theoriewoche II: „Internalisierter Sexismus vs. Frauen wollen etwas anderes als der Feminismus“

Dieser Beitrag ist Teil der feministischen Theoriewoche Teil 2: Widersprüche im Feminsmus.

Das heutige Thema ist

„Internalisierter Sexismus vs. Frauen wollen etwas anderes als der Feminismus“ 

Dabei geht es darum, dass der Feminismus es sich sehr einfach macht, indem er Übereinstimmung mit dem Feminismus als Erkenntnis dessen, was Frauen eigentlich wollen und als Befreiung bezeichnet, aber alles, was nicht im Übereinstimmung mit dem Feminismus von Frauen gewollt wird als internalisierter Sexismus abtut, den die Frauen verinnerlicht haben sollen.

Das an sich ist noch kein Widerspruch, es wäre sogar eine mögliche Erklärung. Das Problem ist, dass der Feminismus kein wirkliches Unterscheidungsmerkmal bereitstellt, welches eine Kontrolle der Entscheidung ermöglicht. Die Zuweisung erfolgt alleine danach, ob das Verhalten zu dem passt, was der Feminismus für richtig hält bzw was er nicht als frei ansieht.

Die Frau wird in allen Punkten, die unter internalisierter Sexismus fallen als jemand dargestellt, der dumm den Vorgaben der Gesellschaft folgt und einen Hass auf sich selbst entwickelt hat, der ein abweichen von diesen Regeln unmöglich macht, selbst wenn diese bedeuten, dass jede dritte Frau vergewaltigt wird.

Ist das Ergebnis feministisch genehmigt, dann wandelt sich die gleiche Frau plötzlich in jemanden, der die gesellschaftlichen Regeln klar erkennt und sich aus der Unterdrückung befreit hat.

Lässt sich der Widerspruch zwischen den dummen Frauen und den befreiten Frauen auflösen?

Feministische Theoriewoche II: „Alle Positionen sind subjektiv und konstruiert vs. Der Feminismus ist objektiv richtig“

Dieser Beitrag ist Teil der feministischen Theoriewoche Teil 2: Widersprüche im Feminsmus.

Das heutige Thema ist

„Alle Positionen sind subjektiv und konstruiert, sie sind Ausdruck der Gruppenzugehörigkeit vs. Der Feminismus ist objektiv richtig“ 

Dabei geht es darum, dass der Feminismus alle Positionen als subjektiv ansieht und als sozial konstruiert, gleichzeitig aber diesen Maßstab nicht an seine eigenen Theorien anlegt. Ein Gegenargument wird sein, dass Männer die Macht haben, also nur sie die Gesellschaft konstruieren können, dass unterschlägt aber zum einen, dass die feministische Theorie dennoch ein Mittel zur Erlangung von Macht sein kann und mit dem Zusprechen einer absoluten Position des Opfers auch Macht gibt.

Lässt sich der Widerspruch auflösen?

 

Hinweis „Feministische Theoriewoche 2. Teil: Widersprüche“

Ich möchte noch einmal eine Theoriewoche zu verschiedenen feministischen Ansätzen machen. Diesmal geht es um Positionen und ihre Gegenpositionen

Hier die Liste:

  • 18.07:2016: Jede Position ist nur Ausdruck der Gruppenzugehörigkeit des Jeweiligen, alles ist subjektiv vs. Feminismus ist richtig
  • 19.07:2016:  internalisierter Sexismus vs. Frauen wollen etwas anderes als der Feminismus
  • 20.07:2016: Das Patriarchat schadet auch den Männern vs. Männer sind nicht unterdrückt
  • 21.07:2016: Das Private ist politisch vs. Choice Feminismus
  • 22.07:2016: Die Erziehung der Frauen bewirkt, dass diese schwach sind vs. Frauen werden durch das Patriarchat gehindert, sind sonst aber genau so fähig und es ist reiner Sexismus, sie nicht nach oben zu lassen
  • 23.07:2016: Frauen werden in Geschlechterrollen gezwungen, die für sie schädlich sind vs. Wenn Frauen mehr beteiligt werden, dann wird ihr Anderssein eine Menge Vorteile bringen
  • 24.07:2016: Feminismus hasst Männer nicht vs. Männlichkeit ist für alles Unglück dieser Welt verantwortlich

Ich würde mich freuen, wenn ihr euch schon einmal Gedanken zu diesen Punkten macht oder sogar Texte vorbereitet (entweder für eure eigene Seite oder für die Kommentare). Ich finde dabei Herausarbeitungen der Widersprüche oder Auflösungen interessant, natürlich sind FeministInnen, die dazu etwas schreiben wollen, gerne willkommen.