Sexuelle Fantasien

Justin Lehmiller hat eine Befragung zu sexuellen Fantasien durchgeführt und hier sind 7 seiner Ergebnisse:

 1.) There’s one person who’s more likely to appear in your sex fantasies than anyone else: your current romantic partner. If you’re single, ex-partners are the people who are most likely to appear. Of course, I should mention that most of us have fantasies about other people, too. It’s not the case that most of us only fantasize about our partners—rather, it’s that our partners (or ex-partners) just tend to make the most frequent appearances in our fantasies.

Der Partner ist die wahrscheinlichste Quelle für sexuelles und damit auch häufig derjenige, mit dem man sexuelle Fantasien hat, wobei die vielleicht weniger exotisch oder träumerisch sind als die mit anderen Partnern, die wegen der Fremdheit und Unvertrautheit die Fantasien evtl anders bedienen. Wäre interessant, da etwas näher ins Detail zu gehen, auch bei einer Aufschlüsselung nach Männern und Frauen. Zählt es als Fantasie, wenn man sich zu einem Porno befriedigt?

2.) Having a threesome was the most popular sexual fantasy—but not everyone pictures the same thing when they think about a threesome. For example, some people want to be the center of attention, whereas others want everyone to be equal participants. Likewise, some people want to know who their threesome partners are, while others want them to be strangers. The preferred gender ratio varies a lot as well. In short, the kinds of threesome scenarios that one finds desirable are highly variable across individuals and even within a given gender group.

Das ist das Blöde bei Dreiern: Am Idealisten wäre es, wenn die anderen beiden sich vollkommen aufgeben und nur für die Lust von einem Selbst arbeiten und das auch noch geil finden. Aber in ihren eigenen Fantasien sind sie vielleicht selbst eher der Fokus der Aufmerksamkeit. Und dann hat man natürlich noch neben der Lustebene meist komplizierte Beziehungs- und Gefühlsebenen, die das ganze schnell kompliziert machen: Plötzlich heult eine, weil sie es dann wieder nicht erträgt, dass da gleichzeitig eine andere Frau ist. Wenn man überhaupt zwei Frauen findet, die sich darauf einlassen.

3.) While threesomes were the most popular fantasy, they were also the fantasy that was least likely to turn out well when people acted on it. This is probably due, in part, to the fact that different people prefer different threesome scenarios, which may make it challenging for everyone to get what they want. However, it’s probably also due to the fact that most people don’t have a script for how a threesome should go, which means that many people end up in a multi-partner situation with a lot of uncertainty about who should be doing what with whom and when.

Ja, alles hoch kompliziert. Da weichen Pornos mal wieder erheblich vom tatsächlichen Leben ab.

4.) Most of us fantasize about changing ourselves in some way in our sex fantasies, whether it’s our genital appearance, our body, our age, or our personality. Interestingly, men and women tend to change themselves in different ways. For instance, regardless of sexual orientation, men are more likely to change their genitals, whereas women are more likely to change their bodies. And at least among heterosexuals, women fantasize about being more dominant than they are in reality, whereas men fantasize about being more submissive than they actually are.

Das Frauen sich schöner denken und Männer sich einen größeren Penis herbeifantasieren klingt ganz klischeehaft und passt insoweit. Ich vermute mal, dass Frauen durchaus fantasieren, dass sie jemanden verführen, der dann so hin und weg von ihnen ist, dass sie ihre Rolle als Verführerin ganz einfach ausführen können. Wäre interessant, ob es eher eine Fantasie etwas älterer Frauen ist, die fantasieren, wie sie den jüngern Mann verführen. Bei Männern könnte ich mir vorstellen, dass sie in ihrer Fantasie gerne passiv sind, die Frau sie aber einfach will und sie gar nichts dagegen machen können, was vielleicht auch Schuldgefühle des Betrügens abmildert. Der Vorteil ist auch, dass in beiden Fällen nicht die schwierigere männliche Verführung (also die Verführung durch den Mann) fantasiert werden muss, die ja Witz und Dominanz erfordert.

5.) Men and women have a lot in common when it comes to their sex fantasies. There are certainly some differences in what men and women fantasize about. For instance, men are more likely to have multi-partner fantasies and to have them often; by contrast, women are more likely to have passion and romance fantasies and to have them often. Overall, however, most of the things that men are fantasizing about, women are fantasizing about as well—and vice versa. Ultimately, what this means is that women’s fantasies have much more adventure and variety in them and men’s fantasies have much more emotional content in them than most people give them credit for.

Auch hier alles sehr klischeehaft. Männer setzen „Sperm is cheap, eggs are expensive“ um und Frauen „Sex ist billig, Leidenschaft und Bindung des Mannes ist teuer“.

6.) The vast majority of people (more than three-quarters) said they want to act on their biggest sexual fantasy of all time; however, relatively few (less than one-third) have actually done it. This means that there’s a pretty big gap between fantasy and reality for most people. That said, it’s important to note that people don’t necessarily want to act on all of their fantasies. In other words, not all fantasies are desires—but people’s biggest fantasies certainly seem to be desires for most folks.

Klar, unsere Fantasie kann weiter gehen als etwas, was man real machen würde, schon weil es in der Realität weitere Konsequenzen hätte, die dann wieder weniger gut sind. Aber viele Sexfantasien wären halt auch theoretisch problemlos umzusetzen. Wer nur etwas von Anal-Sex träumt, der wird eher jemanden finden, der das auch machen will als eben beim Dreier oder eine BDSM-Veranstaltung, die einen wesentlich mehr aus der eigenen Komfort-Zone bringen.

7.) For the most part, people who acted on their favorite sex fantasies reported that things turned out well. The numbers varied a bit depending on what it is that they did—and, as mentioned above, group sex was the least likely to turn out well. Overall, though, most people said that acting on their fantasies was at least as good or better than expected and that it improved their relationship. However, some people were more likely to have positive experiences than others, and that included people who were already in good relationships to start with, people with a higher sex drive and thrill-seeking tendencies, and people who are good at adapting to stress and uncertainty (meaning people who are low in the personality trait of neuroticism.

Vieles kann man ja auch problemlos ausprobieren, ein paar Fesselspiele hier, ein wenig Sex an besonderen Orten da. Und gerade die Abwechselung kann es für viele interessant und positiv machen.

 

Die perversen Männer mal wieder, die Frauen zu Objekten reduzieren

Katrin Rönicke, die ich eigentlich immer für eine ganz vernünftige gehalten habe, zieht in einem Artikel in der Taz über männliche Sexualität her:

Pornosüchtig, objektophil, aufdringlich – männliche Sexualität weist eine obskure Originalität auf. Warum wir empathisch darüber sprechen sollten.

Empathisch. So so. Empathie bezeichnet „die Fähigkeit und Bereitschaft, Empfindungen, Gedanken, Emotionen, Motive und Persönlichkeitsmerkmale einer anderen Person zu erkennen und zu verstehen. Zur Empathie wird gemeinhin auch die Fähigkeit zu angemessenen Reaktionen auf Gefühle anderer Menschen, wie zum Beispiel Mitleid, Trauer, Schmerz und Hilfsbereitschaft aus Mitgefühl gezählt.“ Mal sehen, wie sehr sie das umsetzt.

Was geht in den Köpfen von Männern vor, wenn sie an Frauen denken?
Ich habe nicht die leiseste Ahnung, was in Männern vorgeht, die süchtig nach Internetpornos sind, was Männer antreibt, die sich für Telefon- oder Cybersex verschulden, die Geld an andere Männer zahlen, damit die ihnen beibringen, wie man eine flachlegt.

Was soll darin schon vorgehen? Sexualität über Pornos zu befriedigen ist halt recht einfach und Sex kann natürlich eine Sucht werden. Und besser darin zu werden, dass einen Frauen attraktiv finden hat nicht nur etwas mit „eine flachlegen“ zu tun, es ist eben in integraler Bestandteil unseres Lebens beim anderen Geschlecht gut anzukommen. Es ist ja auch nicht so, dass Frauen dafür wenig ausgeben oder sich darüber nicht informieren: Frauenzeitschriften haben genug Artikel dazu, wie man „Mister Right“ findet oder wie man den Kollegen im Büro erobert oder wie man seine Beziehung aufpeppt. Und mit Mode, Fitnessstudio und Friseur geben Frauen auch gerne Geld für etwas aus, was sie beim anderen Geschlecht interessanter macht.

Wie wenig Empathie muss man eigentlich haben, wenn man nicht verstehen kann, warum Leute gerne besser beim anderen Geschlecht ankommen wollen, und sei es nur für Sex? Ich hätte gedacht, dass das jedem unmittelbar einleuchtet.

Was steckt hinter einer verqueren Sicht auf Sex, in der Frauen bloß Mittel zum Zweck sind, wie in neunzig Prozent aller Onlinepornos, in denen Frauen keine Seele zu haben scheinen?

Da wäre die interessante Frage aus meiner Sicht eher, ab wann sie Frauen eine Seele zuspricht? Warum dürfen Frauen nicht einfach als jemand dargestellt werden, der einfach gerade nur Sex hat? Und warum sollten sie dadurch ihre „Seele“ verlieren? „Mittel zum Zweck“ ist da auch ein sehr merkwürdiger Vorwurf. Wer eine Komödie schaut, der macht das um zu lachen und nicht um die Seele der Schauspieler kennen zu lernen. Und Pornos schaut man eben, damit man eine sexuelle Stimulation statt einer humoristischen Stimulation erfährt.

Da ist auch jemand wie Erika Lust, selbst Porno­regisseurin, ratlos: „Die Sexindustrie akzeptiert Sex mit Hunden und Pferden, Pornos mit Omas, Fäkalsex. Es gibt kaum etwas, was es nicht gibt. Doch Frauen wird nur sehr selten Raum gegeben.“

In der Tat gibt es fast nichts, was es nicht gibt. Aber das extrem Perverse ist eben selten. Der Durchschnittsporno hat damit nichts zu tun. Und welchen Raum soll man Frauen da auch geben? Es ist eben eine bestimme Zielgruppe und man erwartet auch in „Sex and the City 2“ nicht, dass dort „Männern Raum gegeben wird“, indem etwa ein paar Aktionszenen eingebaut werden oder Sexszenen mit nackten jungen Frauen eingebaut werden. Das zu verstehen erfordert aus meiner Sicht auch sehr wenig Empathie.

Bedürfnisse und Fantasien von Frauen sind schwierig und machen die Sache kompliziert. Es ist auch kein Zufall, dass Pornos, wie Erika Lust sie dreht, in denen Frauen ein eigenes Begehren, ein Gefühlsleben, Spaß und auch optische Diversität zugestanden bekommen, Femporn genannt werden – feministischer Porno.

Und es ist auch kein Zufall, dass „Femporn“ niemanden interessiert, auch Frauen nicht.

Dazu aus einem anderen Artikel:

Der ganzen Diskussion um feministische Pornos liegt ein Missverständnis zugrunde. Wir alle wissen, dass Männer stärker über visuelle Reize funktionieren und Frauen eher auf erotische Geschichten reagieren. Das bestätigen psychologische wie neurologische Studien. Aber heisst das, dass nur ein Pornofilm mit einer Handlung ein guter Porno ist? Natürlich wird Pornografie vornehmlich für Männer gemacht, und manches ist für Frauen schwer erträglich. Aber es sei hier etwas verraten: Auch Männer können nicht mit jedem Angebot etwas anfangen. Und es gibt nicht wenige Frauen, die auch herkömmliche Porno­grafie ziemlich scharf finden.

Wenn feministische Pornografinnen betonen, Frauen brauchten vor allem schöne Kleider und eine tolle Geschichte, um in die Gänge zu kommen, dann tönt das so, als müsse man ihnen die expliziten Szenen fast heimlich andrehen. Als ob sie das nötig hätten. Viele Frauen können mit den verquasten feministischen Pornofilmen einfach nichts anfangen und stehen eher auf Herkömmliches. Denn Frauen und Männer mögen unterschiedlich begehren, aber eines haben sie gemeinsam: Der Lust sind die Erfordernisse des politisch Korrekten egal. Frauen, die schon die Kompatibilität von Feminismus und Stöckelschuhen fragwürdig finden, stossen in Tiefen des weiblichen Begehrens auf noch viel grössere Widersprüche. Kann man im normalen Leben Stärke und Unabhängigkeit propagieren und sich im Bett dennoch gern dominieren, vielleicht sogar schlagen lassen? Wie kann eine Frau die Darstellung einer Vergewaltigung erregend finden, wenn die reale Vorstellung zu den tiefsten Ängsten gehört? Darüber sprechen Frauen ungern, weil sie glauben, es könne etwas nicht stimmen mit ihnen. Sie fürchten, missverstanden zu werden – und das wohl zu Recht.

Frau Binswanger hat anscheinend weit weniger Probleme damit Männer zu verstehen und versteht aus meiner Sicht auch die meisten Frauen wesentlich besser.

Und auch die Pornhubauswertung spricht eher für die Sicht von Frau Binswanger:

Porno Männer Frauen Kategorien

Porno Männer Frauen Kategorien

Da suchen Frauen nach Analsex, großen Schwänzen, Fisting und Bondage und Dreiern.

Männer dagegen stehen in großer Zahl darauf, Frauen entlang von Stereotypen nach „Fickbarkeit“ einzusortieren. Schublade auf: Asiatin rein. Schublade auf: Teenporn rein. Wer sich mal durch die Selbstverständlichkeiten der 08/15-Pornoindustrie gewühlt hat, ist hinterher desillusioniert und als Frau auch ein bisschen angewidert vom Gedanken, dass richtig viele Männer so etwas geil finden.

Was nun daran schlimm sein soll, wenn man sich das aussucht, was einen anspricht, würde mich ja schon interessieren. Wer eben gerade den Gedanken anregend findet, einer jungen Asiatin beim Sex zuzuschauen, der ist sicherlich auch nicht schlimmer als eine Frau, welche sehen will, wie es sich zwei Schwule mit großen Schwänzen besorgen. Geschmackliche Vorlieben dürften dabei Frauen genauso haben und die von ihnen am meisten gesuchten männlichen Pornodarsteller sind auch nicht etwa fatpositiv, sondern eher „Normschön“.

Orte zum Abspritzen
Dem setzt ein Bordell, das jetzt in Barcelona eröffnet wird, noch etwas drauf: Es ist das erste, in dem nicht Menschen, sondern Silikonpuppen zum Sex bereitstehen. Wieder sind es nur Männer, die mit einer verhaltensoriginellen Sexualität von sich reden machen.

Zumindest sind sie die Zielgruppe, die angebotenen Frauen entsprechen dem schon bekannten Prinzip des Mainstream-Porn: Asiatin, Schwarze, Teen, vollbusige Blondine. Im Gegensatz zu einer menschlichen Prostituierten bieten sie nicht viel mehr als einen Ort zum Abspritzen. Sie sind eine stille Hülle, die schnell vergisst. Aber es gibt offenbar ausreichend viele Männer, denen es nicht wichtig ist, dass jemand einen sexuellen Akt in schöner Erinnerung behält.

Sexpuppen sind „stille Hüllen, die schnell vergessen“ und es ist schlimm, dass Männer, die mit einer Puppe Sex haben es nicht wichtig finden, dass die PUPPE diesen sexuellen Akt nicht in schöner Erinnerung behält? Bizarr.

Es mag auch bizarr sein, Sex mit einer Silikonpuppe zu haben, aber auch hier handelt es sich um einen ziemlichen Einzelfall und der Markt für männliches Sexspielzeug dürfte nach wie vor kleiner sein als der Markt für weibliches Sexspielzeug. Ich vermute mal mehr Frauen haben einen Vibrator als Männer eine Sexpuppe. Und da reduzieren die Frauen den Mann gar nur auf sein Geschlechtsorgan! Welches auch den Akt nicht in schöner Erinnerung behalten wird und danach in dunkle Schubladen verbannt wird. Schweinerei.

„Männer sind Schweine“, sangen die Ärzte in den Neunzigern; ein Song, der mich deswegen so tief verstörte, weil ich die darin beschriebenen Verhaltensweisen ja direkt vor meinen Augen hatte: Jungs in meinem Alter, die mit vollejakulierten Socken rumprahlten, Männer im Fernsehen, die fremdgingen, betrogen, und Männer in den ersten Pornos, die man so sah, die sich benahmen, als seien sie testosterongesteuerte Affen – wobei ich mich bei diesem Vergleich sogleich fragte, ob ich den Affen unrecht tat.

Dieser Satz erschreckt mich, weil ich Katrin wirklich für relativ normal und nicht für eine Männerhasserin gehalten habe. Aber es hier so darzustellen als wären alle Männer wilde Tiere, dass ist schon recht harter Tobak. Und da geht sie noch ganz empathisch vor. Gut, dass sie sich diese Beschränkung auferlegt hat. Wann prahlen Männer (sie ist ja auch nicht mehr die Jüngste) den mit „vollejakulierten Socken“ herum? Und seit wann gehen im Fernsehen nur Männer fremd und betrügen? Und was hätte es überhaupt für eine Relevanz, dass Männer im Fernsehen fremd gehen?

Die Männer in den ersten Pornos, die man so sah, benahmen sich, als seien sie testosterongesteuerte Affen
Ich habe im Laufe meines Lebens Männer kennengelernt, die mit ihren über 30 Jahren 14-Jährigen Avancen machten und versuchten, sie ins Bett zu kriegen. Ich lernte, was Hebephilie ist: eine Sexualpräferenz für pubertierende Jungen und Mädchen. Ich las das Blog eines jungen Mannes, der zu seiner Pädophilie stand. Sehr berührend, unter schicksal-und-herausforderung.de kann man es immer noch lesen.

Und so geht es auch weiter: Auch der Anteil der Männer, die als 30jährige Männer 14-jährigen Mädchen Avancen machen dürfte gering sein. Und natürlich gibt es auch Frauen, die 14jährigen Jungs Avancen machen. (zB diese, diese, diese, diese oder diese)  Nur ist es da eben eher so, dass sie auf Bereitschaft zum Sex stoßen, wenn sie passabel aussehen.

Ich traf pornosüchtige Männer und solche, die als eines ihrer Lebensziele hatten, wenigstens ein Mal in einem Porno mitgespielt zu haben – und das auch taten. Ich traf Männer, die Frauen wechselten wie andere ihre Unterwäsche, und solche, die Frauen ihre Wünsche aufdrängten, ohne nach deren Wünschen zu fragen: Rasier dich zwischen den Beinen, hab Sex mit mir, von hinten bitte, ach, komm schon, du bist doch keine frigide Kuh. Ich kenne Männer, die bei Prostituierten waren – ich kenne keine einzige Frau.

Ja, Männer haben ein anderes Verhältnis zu Casual Sex. Was sehr viel mit Testosteron und dessen Wirkung auf den Sexualtrieb zu tun hat:

Was, liebe Katrin geht es dich an, wenn Männer das Spass macht? Und natürlich müssen sich Frauen auch nicht mit Männern einlassen, die nicht auf ihre Wünsche eingehen. Genauso wenig wie Männer sich auf Frauen einlassen müssen, die nicht auf ihre Wünsche eingehen.

Ich habe mich damit abgefunden, dass männliche Sexualität Auswüchse annimmt, wie ich sie von Frauen nicht kenne. Ich habe gelernt, damit zu leben, und vor allem: Ich habe keine Angst mehr davor. Übergriffige Typen kriegen Ansagen. Die anderen ein offenes Ohr. Meistens hoffe ich, dass sie nicht der Pickup-Artist-Bewegung anheimfallen, eine Truppe von Typen, die anderen Typen erklärt, wie man Frauen „klarmacht“, also ins Bett kriegt.

Ja, schlimm, diese Pickupbewegung. Nicht das es noch Männer gibt, die wissen, wie man anziehend auf eine Frau wirkt. Wie sie mit einem schlafen will, und das nicht nur zum „Klarmachen“, sondern für was auch immer, eine Nacht, eine Beziehung, ein Leben. Dabei ist es eigentlich sogar einfacher einen Pickuper loszuwerden.

Wie fürchterlich so etwas sein kann habe ich hier auch mal an meinem eigenen Fall geschildert:

Und wie soll sie als Hetero auch Auswüchse weiblicher Sexualität selbst kennenlernen? Von Shittests bis zur Vorliebe für „Bad Boys“, von Sado Masochismus bis zum Hinhalten als Machtspiel und zum Orbitersammeln? Frauen, die sich an alte reiche Männer binden, damit sie von deren Geld leben können, Frauen, die ihre Sexualität freiwillig verkaufen, Frauen, die nach dem einem Schläger gleich wieder den nächsten haben, weil das auch irgendwie ihr Typ ist und sie einen dominanten Mann wollen etc Es gibt zu so ziemlich alles im Bereich der Sexualität ein Gegenstück, welches man genau so anprangern könnte.

Ziemlich frauenverachtende Scheiße, die da läuft, aber auch hier: Ziemlich viele Männer bieten sich als Zielgruppe bereitwillig an. Sie leiden darunter, dass sie Probleme dabei haben, Mädchen anzusprechen, und sie wollen bitte dringend Sex. Die Silikonpuppen im Bordell sind, so gesehen, nur eine weitere logische Evolutionsstufe der verkorksten männlichen Sexualität.

Wieder eine sehr empathische Wertung. Und wenig Ahnung von Pickup. Im übrigen gilt der alte Satz: Wenn die männliche Sexualität verkorkst ist, dann ist weibliches Selektionsverhalten bzw deren Reaktion auf Männer evolutionär der wesentliche Grund. Eine friedliche Bonobo-Welt scheitert insofern eher an den Frauen.

Ich höre schon alle aufschreien: Ich bin ein Mann und ich bin gar nicht so! Sex ist für mich viel mehr als nur rein, raus, Ejakulation! Da gratuliere ich aber. Nur: Schauen Sie mal in Onlineforen, in denen Männer sich über ihre Silikonpuppen austauschen. Die „Dolls“, wie die Puppen unter den Eingeweihten genannt werden, sind für viele längst Ersatzmenschen geworden. Einer, der sich „Halvar“ nennt, bezeichnet in einem dieser Foren seine Puppe als „Teil meines Lebens, ich freue mich abends nach Hause zu kommen und nicht allein zu sein. Ich genieße die Zweisamkeit vor dem Fernseher auf der Couch oder die Nächte in denen man sich an die Doll ankuschelt. Sie sind einfach ein Teil von mir.“

Auch hier wieder: Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Warum muss sich ein Mann überhaupt für seine Sexualität entschuldigen aber auch: Was gehen ihn die Leute an, die sich über Silikonpuppen austauschen? Er kann für sie nichts und hat mit ihnen nichts zu tun. Genauso wenig wie Frauen sich ein „Zofenforum“ vorhalten müssten, in denen Frauen sich darüber austauschen, wie geil es ist, wenn einen der Meister benutzt.

Das Erstaunliche ist, dass diese Männer eine Form von Nähe gefunden haben. Menschenersatznähe. Und sie alle sagen sehr deutlich: Weder haben sie Bock auf die Mitleidstour noch auf Psychoanalyse durch Tantra-Yogis, Klemmschwestern und andere Spielverderber. Viele Puppen-Fans scheinen eher objektophil veranlagt zu sein, also auf Dinge zu stehen statt auf Menschen. Andere haben „jemanden“ gefunden, der mit ihrer Sozialphobie bestens kompatibel ist. Alles harmlos, klar.

Was wäre denn daran nicht harmlos? Sie belästigen keine Frauen, wenn sie ihre Silikonpuppen mögen. Genauso wenig wie Frauen jemanden etwas tun, wenn sie als Menschenersatznähe auf Katzen oder Pferde zurück greifen.

Jahrhunderte im Patriarchat
Aber auffällig ist es eben schon, so wie es auffällig ist, dass mehr männliche Babys Koliken bekommen und häufiger schreien als weibliche. Die männliche Sexualität scheint labiler, anfälliger zu sein und ich glaube, es wird Zeit, darüber zu sprechen. Nicht psychologisierend, nicht verurteilend oder stigmatisierend, sondern so, wie moderne Menschen das tun: offen, empathisch und wissenschaftlich begleitet.

„Nicht psychologisierend, nicht verurteilend oder stigmatisierend, sondern so, wie moderne Menschen das tun: offen, empathisch und wissenschaftlich begleitet“. Ich musste den Satz gerade noch einmal zitieren. Ist das ihre Selbstwahrnehmung? Das sie nicht verurteilt und stigmatisiert, wenn sie im gleichen Test Männer mit Tieren vergleicht? Fühlt sie sich wirklich modern, wenn sie Leuten vorhält, dass sie Sex mit wechselnden Partnern haben? Oder findet sie es „wissenschaftlich“ extreme Einzelfälle repräsentativ für die Gesamtheit der Männer und deren verkorkste Sexualität darzustellen? Von der Empathie möchte ich gar nicht erst wieder anfangen.

Durch die Jahrhunderte im Patriarchat haben wir gelernt, alles „Männliche“ hinzunehmen und nicht zu hinterfragen, die Folgen sind für Männer und für Frauen gleichermaßen kacke: toxische Maskulinität, sexuelle Ausbeutung von Frauen und Gewalt.

„Kacke“. In einem Zeitungsartikel. Wohl eine Anlehnung an die alte „sexistische Kackscheiße“, diesem Kleinkinderjargon des Feminismus? Und toxische Maskulinität und sexuelle Ausbeutung wird auch gleich noch mit rein gemixt.

Feministinnen bringen all das auf den Tisch und natürlich wehren sich viele dagegen und wittern Männerfeindlichkeit.

Weil sie da ist. Also die Männerfeindlichkeit. Nicht das, was Feministinnen meinen an „kackscheiße“ auf den Tisch zu bringen.

Doch genauso, wie es wichtig ist zu fragen: Warum geht ein Großteil der weltweiten Gewalt von Männern aus

Wegen Testosteron.

ist es an der Zeit sich zu trauen, den verhaltensoriginellen „männlichen“ Sexualitäten auf den Grund zu gehen. Und der erste Schritt ist laut zu sagen: Sorry, Jungs, aber das ist mir echt suspekt, was ihr da macht.

Dann schau halt nicht hin. Eigentlich eine sehr einfache Lösung. Das allermeiste betrifft dich schlicht nicht und wenn ein Mann jeden Tag zu Pornos Selbstbefriedigung betreiben will oder eine Silikonpuppe als Freundin hat, was hat es dich dann zu scheren?

Der Weg zum Sex: Klassischer Ansatz oder Zustimmungskonzept?

Holly von Pervocracy stellt drei Geschichten vor: Die klassiche Anbahnung, die überkorrekte Anbahnung nach dem Zustimmungskonzept und die „sexy Version“ davon:

Version 1:

Active partner (generally male) and receptive partner (generally female) are alone together. They’re chatting, drinking, or watching a movie. Active partner detects (or wishful-thinks) the whiff of romance/lust in the air. Active partner gradually increases his physical closeness to receptive partner and makes some sexual innuendos. Eventually A goes ahead and kisses R. If she doesn’t object, A leads R to a bed or sofa and lies her down. A kisses R more and gropes her. If she doesn’t object, A then puts on a condom and R is expected to spread her legs and stuff. Intercourse happens.

Dieses Modell, wenn auch bei weitem nicht perfekt, hat in der Praxis viel für sich, weil es nicht viel Absprache benötigt und beide üblicherweise in der Lage sind, dass, was sie wollen, indirekt zu sagen und so Gesicht zu wahren. Meiner Meinung nach ist der Übergang vor dem ersten Kuss etwas grob dargestellt. Der „Überfallkuss“ kommt ja eigentlich recht selten vor. Meist wird man eher erst anderweitigen Körperkontakt herstellen, vielleicht einfach näher aneinanderrücken bis man sich berührt, man stellt soviel Körperlichkeit her, dass man davon ausgehen kann, dass der andere zumindest ein gewisses Interesse hat und dann deutet man den Kuss an und schaut wie sie reagiert. Natürlich muss der andere nicht passiv sein, wenn er dann gleich zu wilderen Aktionen übergeht, dann wird das beiderseits recht sein. Es wird glaube ich unterschätzt, wie gut Menschen auch indirekte Kommunikation und Körpersprache an einander beurteilen können. Und es wird auch unterschätzt, dass der andere mitunter passiver sein will und sich nicht unbedingt festlegen will, wie weit er geht ohne damit zu erklären, dass er damit auch den Versuch ablehnt und nicht auch den Prozess selbst als Abstimmung ansieht ohne das eine Handlung, die dauerhaft geduldet wird, damit gleich eine beeinträchtigende Grenzverletzung sein muss

Es folgt Version zwei:

Active partner and receptive partner are alone together. They’re chatting, drinking, or watching a movie. Active partner detects (or wishful-thinks) the whiff of romance/lust in the air. A breaks into the conversation and asks R, „may I kiss you?“ If she says yes, they kiss, although he is careful not to place his hands anywhere not specifically pre-approved. A breaks off the kiss, ceases all physical contact, stares politely into the middle distance, and asks R, „may I touch your left breast? may I touch your right breast also?“ If she says yes, he touches her breasts. After some silent, tentative, arms-length touching he breaks off again and composes himself before asking, „would you like to have sex?“ If R responds positively, he clarifies: „with me?“

Das ist in der Tat eine Horroversion vollkommen übertriebenen Absicherung. In der Übertreibung wird auch recht gut deutlich, warum eine solche Absicherung letztendlich jede Spontanität vertreibt und auch, dass man eigentlich nur auf diesem Weg das Konzept voll umsetzen kann.

Dann die von Holly bevorzugte Version:

Partners A and B are alone together. A detects (or wishful-thinks) the whiff of romance/lust in the air. A says to B, „You are so goddamn cute, you know that? I’d really like to make out with you.“ B answers by leaning in and passionately kissing him.

B puts a finger on A’s top button and asks „may I?“ with a wicked grin and a raised eyebrow. He nods and she opens his shirt, touching and kissing down his chest. „Shall we take this to the bedroom?“ she asks, looking up at him, her lips brushing his skin just above the line of his jeans. A responds by taking her hand and leading her there. B sits on the bed and starts undoing her clothes. She pulls A into the bed with her.

„Do you want to have sex?“ A asks.

„Oh hell yes,“ B says, and starts kissing A again. She brings her hand down to the level of his zipper but hesitates, making eye contact before going further.

„Hang on,“ A says, „just so you know, I really don’t like having my balls touched.“

„Okay,“ B says, „but can I play with your cock?“

„Please,“ A replies, and she slips her hand into his pants, his answer turning to a groan as she wraps her hand around his cock and begins to stroke.

Das Problem ist eben, dass man bei jemanden, der so enthusiastisch zustimmt eh alles einfacher ist. Aber mit jemanden, meist eine Frau, die das nicht macht wird es schon deutlich schwieriger. Es scheint mir das richtige zu sein, für Leute, die gerne beim Sex reden und die das anmacht. Aber das ist eben nicht bei allen der Fall und die meisten Frauen würden denke ich die dauernde Rumfragerei eher nervig finden und einem mitteilen, dass man doch wohl merkt, was sie mag, dass sie einem schon sagen, wenn sie etwas nicht mögen etc. Es wird meist eher nicht der Fall sein, dass sie  auf die Aussage, dass man gerne mit ihr rummachen will, einen küsst. Zudem ist das Risiko eben auch deutlich höher, dass man abgelehnt wird oder sie eine solche Aussage zu deutlich findet. Die andere Version hat eben den Vorteil, dass man über kleinere Zeichen vorfühlen kann. Und den Vorteil, dass man nicht pausenlos überlegen muss, wie man Zustimmung gerade wieder sexy ausdrückt bzw. anfragt. Und den großen Wert dabei, dass man vorher bereits sagen soll, was man mag sehe ich auch nicht. Auch hier würde ich zustimmen, dass die meisten Menschen recht gut erkennen, was man mag und was nicht und es weit weniger technisch wirkt, wenn man es so deutlich anspricht.

Was sagt ihr zu den Schilderungen?

Roissy zur Motivation von Feministinnen

Roissy oder nunmehr Heartist äußert sich – gewohnt deutlich – zur Motivation feministischer Frauen:

Why do feminists run like rats from a spotlight beam whenever they are confronted with the reality of female sexual nature and women’s preference to surrender to dominant men? What is it about that fact that sends them into paroxysms of nonsensical deconstructivism babble?

Steve Sailer has pithily remarked that the goal of feminist writers is to rearrange the world so that, come the revolution, ugly feminists will be desired by men. I have a corollary to that theory.

Feminists loathe the objectification of women because they know they don’t measure up as objects of desire.

The natural female desire to submit to a powerful man is especially galling to feminists, because it strikes at the heart of their conceit: that women can, and more importantly, *want* to scale the heights of achievement just like men do, and the only thing stopping them is misogyny and the patriarchy. If feminists were forced to acknowledge that most women have no such inclination, that in fact they prefer to support with their love and affection a worthy alpha male, they would have to face the unpleasant truth that they are a minority of masculinized freaks out of touch with the majority of their own sex. Outcasts are always fighting to make the rest of the world seem deluded and tyrannical.

Ich stelle es hier mal zur Diskussion.

„Warum Feministinnen besseren Sex haben“

Feminismus und die Qualität des Sex hatten wir hier ja schon ein paar Mal:

 Samhita Mukhopadhyay, Feministin, die bei einem der größten feministischen Blogs, Feministing Exekutive Editor ist, hat ein Buch zum Thema geschrieben , in dem sie eher das „Dating-System“ für Mißstände verantwortlich macht: Outdated: Why Dating is Ruining Your Love .
Zu dem Buch hat sie ein Interview gegeben, das unter dem Titel „Why feminists have better sex“ veröffentlicht wurde.
Das Interview enthält einige sehr interessante Passagen:
Über das Buch:
Her dating guide for feminists attempts to debunk myths peddled by the mainstream dating industry: that men are simple and women are complex; that women aren’t hardwired to have sex like men, and that women who make more money than their romantic prospects may be out of luck.
Männer sind sicherlich nicht simple und Frauen komplex. Die Geschlechter haben nur verschiedene Gewichtungen und Sex ist einfacher als Beziehungen. Der Satz, dass Frauen nicht so verdrahtet sind, dass sie Sex wie Männer haben können, könnte glatt von mir sein. Klingt etwas biologistisch für eine Gleichheitsfeministin. Und das ein Gehaltsunterschied zuungunsten des Mannes Probleme geben kann (nicht muss) hatten wir hier ja auch schon das ein oder andere Mal: Es ist eben eine Statussache. (Vgl: „Frauen als Besserverdiener der Familie“ und „Erfolgreiche Frauen, Beziehungen und Status„)
Die weitere Zusammenfassung des Buches:
The author ultimately hazards that feminists are actually better primed for relationships than other women: They have better sex because they like their bodies; they know what they want, ask for it and walk away when their partners aren’t accountable; and they don’t define their self-worth through couplehood, which can make for softer breakups.
Hier scheinen mir eher feministische idealisierte Selbstbilder eine Rolle zu spielen. Ich würde eher vermuten, dass Feministinnen häufig erhebliche Unsicherheiten bezüglich ihres Körpers haben. Denn sich schön zu machen und gleichzeitig die gängigen Schönheitsideale zu bekämpfen und sich von ihnen frei zu machen, ist nicht immer gut in Einklang zu bringen. Wer gängige Schönheitsideale ablehnt muss keineswegs im Reinen mit seinem Körper sein. Er mag es wollen, aber er wird auch immer wieder auf den Boden der Tatsachen geholt werden, wenn er merkt, dass andere an den Schönheitsidealen festhalten. Und daraus, dass man Feministin ist folgt meiner Meinung nach auch noch nicht, dass man weiß, was man will und danach fragt. Im Gegenteil: Viele feministische Theorien scheinen mir eher zu verschleiern, was viele Frauen wollen, insbesondere wenn man davon ausgeht, dass Männlichkeit und eine gewisse positive Dominanz sexy sind. Und Forderungen stellen und gehen, wenn sie nicht erfüllt werden, muß auch nicht per se beziehungsfördernd zu sein.
Aber zum Interview:
The idea that feminism hurts your love life is a really regressive idea. Basically the advice is: Don’t brag about your career, don’t make a man feel emasculated, make sure he asks you out because you don’t want to upset the gender dynamics. They say feminists hate men, but I think that’s a very negative caricature of men, suggesting that men are so fragile and sensitive that if you ask them out you will ruin society as we know it. I think a lot of women get confused.
Hier finde ich erst einmal die logische Brücke zwischen einigen Satzteilen interessant. „Sie sagen, dass Feministinnen Männer hassen, aber Männer sind nicht so zerbrechlich, dass man sie nicht als Frau ansprechen kann“. Das Problem des Männerhasses im Feminismus (vgl. zB „„Wenn Männer einen bestimmten Teil des Feminismus mögen, dann funktioniert er nicht richtig“) ist ja nicht, dass Feministinnen Männer ansprechen. Sondern, dass sie sie in einigen Denkrichtungen des Feminismus für das Übel der Welt verantwortlich machen und meinen, dass sie in der gegenwärtigen Form der Feind sind (Natürlich gilt das auch für den Maskulismus: Wer Frauen hasst ist sicherlich auch nicht der beste Kandidat für guten Sex).
Und weiter:
If men are not the primary breadwinners, then what does it mean to be a man? Where are they getting their self-esteem? But I don’t see it as a crisis of masculinity. I think the crisis is in our inability to let go of this traditional idea of masculinity.There are men who get intimidated by really successful women, but I don’t think the solution is hiding your success. I think it’s dating guys who aren’t insecure.
Dazu hatte ich ja oben schon Artikel verlinkt. „Männer sind einfach nur unsicher, wenn eine Frau eine selbstbwußte Karrierefrau ist“, ist meiner Meinung nach eine zu einfache Betrachtung. Denn viele Frauen geben ja auch gerade Anlass zu einer solchen Betrachtung. Sie wollen einen Mann, der zumindest genau so viel verdient wie sie bzw. einen Job mit ähnlichem Status hat. Sie wollen ambitionierte Männer mit Karriereoption. Es ist nicht nur die Unsicherheit der Männer, die die Beziehung erschwert. Die Unsicherheit kann durchaus eine Grundlage haben. Es ist schwerer einen attraktiven Status aufzubauen, wenn der gesellschaftliche Status des anderen über Geld und guten Job sehr hoch ist. Es ist vielleicht ähnlich wie einer dicken Frau mit einem sportlichen, charmanten Mann zu sagen, dass sie sich wegen ihres Körpers nicht so unsicher sein soll, Schönheit sei für Männer gar nicht so wichtig.
Und über Sex:
This internalized idea of this Desperate Girl is a sexist caricature. Women end up frustrated because they feel they have to have sex with the guy because that’s the only way they can get his attention, and then pretend they’re ok with just having sex. But really they’re not, they want to be in a relationship. We’re in this experimental phase. I think it is important for women who want to express themselves sexually but don’t want a relationship – that does happen, especially among college-age women. They really, genuinely, just want to have sex and don’t feel like they have to be in a serious relationship or get married.
Ich halte die Karikatur in Bezug auf Sex und Beziehung nicht für so falsch. Männer haben meist weniger Probleme mit Sex einfach so, während Frauen eher eine Beziehung und dann dort Sex wollen. Natürlich wollen Frauen auch einfach mal so Sex und das College ist keine schlechte Zeit dafür. Aber die Bereitschaft für Sex außerhalb einer Beziehung ist bei Frauen doch deutlich geringer. Schon Testosteron bedingt. Viele Frauen machen sich eher vor, dass sie Sex einfach so genau wie ein Mann haben können. Aber in einem Wettstreit, wer unverbindlicherenSex haben will, würde ich immer auf das Männerteam setzen.  Dennoch wollen Frauen natürlich Sex, eben nur unter anderen Bedingungen, die meist etwas romantischer sind.
Am Ende relativiert sie dann die Aussage, dass Feministinnen den besseren Sex haben, wieder etwas:

Can you see how your suggestion that feminists ultimately have better sex lives and relationships could turn people off?

It’s not necessarily that being feminist makes your relationship better; it’s being confident, knowing what you want and recognizing that your identity does not rely on the success of your romantic relationships. You don’t have to embrace feminism to recognize that.

Ich würde sogar sagen, dass die Elemente, die sie anführt, teilweise ohne starken feministisch-theoretischen Hintergrund eher auftreten. Aus meiner Sicht ist die feministische Theorie zu lebensfremd und berücksichtigt zu wenig die menschliche Biologie.
Ich zitiere noch einmal die Ergebnisse einer diesbezüglichen Studie:

1. Eine feministische Frau zu sein ist negativ korreliert mit allen Messwerten für die Zufriedenheit in der Beziehung

2. Für Männer ist eine feministiche Partnerin korreliert mit Unzufriedenheit in der Beziehung

3. Die Länge einer Beziehung war um so kürzer um so mehr Gleichheit in der Beziehung bestand

4. Feminismus war für Frauen ein negatives Prognosemerkmal für die Qualität der Beziehung, die Gleichheit, die Stabilität und die sexuelle Befriedigung

5. Feministische Männer waren weniger zufrieden mit ihrem Sex, es sei denn sie hatten eine feministische Partnerin, dann waren sie zufriedener

„Hat die Gleichberechtigung unser Sexleben zerstört?

Ein Bericht in der Daily Mail über das Buch „A million wicked thoughts“ und den darin enthaltenden Gedanken, dass Frauen Machos bzw. Männlichkeit sexy finden (via).  Ich hatte zwar schon einmal einen Artikel zu „A Billion Wicked Thoughts„, aber das Thema finde ich interessant, daher noch eine Besprechung in einem weiteren Artikel:

‘At work, I’m always the one in control and I admit that I like it that way. It’s exciting and it’s sexy being an Alpha woman,’ she says.

But when it comes to her partner Max, who is also a lawyer, albeit with a less high-profile job, she often finds herself feeling confused about who calls the shots — especially when it comes to sex. ‘When I get home, I no longer want to be the power broker, the one who’s always in charge and in control. I need to be wooed and seduced, and to feel that Max has power over me,’ she says.

(…)

Using the internet, neuroscientists Ogi Ogas and Sai Gaddam analysed half a billion sexual fantasies, preferences and practices, then correlated their findings with animal behaviour studies and the latest findings in neuroscience, to come to the very non-PC conclusion that when it comes to sex, women are wired to find sexual submission arousing.

And that gender equality, far from liberating women sexually, actually inhibits desire.

‘If you feel compelled to approach sex with the same gender attitudes as the working world, it’s going to be difficult to be aroused,’ says Ogas.

Feminism, to put it as bluntly as these two do, is bad for sex, and is the prime reason why increasing numbers of women are seeking help for problems associated with low libido.

 Es werden in dem Artikel aber natürlich auch Gegenstimmen aufgeführt:

As for female sexual fantasies, the counsellor and psychologist Linda Young offers a word of caution.

‘The kind of guy that stars in a woman’s sexual fantasy is not necessarily the same one who shares her values or shares parenting,’ she says.

‘And, yes, women — including feminists — are often aroused by “bad boys”. But to say feminism is causing loss of desire is misleading.

‚Feminism is about social, economic and political equity, and is independent of what turns someone on in a bedroom or a fantasy.’

There is plenty of evidence to counter the claims made by Ogas and Gaddam. One major study, involving 27,500 people conducted in 29 countries by the University of Chicago, showed that men and women aged 40-plus reported less satisfaction with the quality of their sex lives in countries where men have a dominant status over women, such as the Middle East.

Das widerspricht meiner Meinung nach allerdings der obigen Grundthese nicht. Männlich sein ist sexy, aber das muss nicht ausschließen, dass man den anderen als gleichberechtigt ansieht. Es geht ja gerade darum, dass er der Mann ist, bei dem sie sich gerne sexuell unterordnet, nicht der Mann, der es tatsächlich erzwingt.  Es geht um positive soziale Dominanz, also das Ausstrahlen von Selbstbewußtsein, Anführereigenschaften etc, nicht negative Dominanz, die erzwungen wird.

Das Schlußwort ist dann auch etwas verallgemeinernd:

Women are still coming to terms with the incredible pace of change in their lives over the past half-century. To admit to sometimes having fantasies of submission is nothing to be ashamed of. Even if you’re a feminist. It’s all part of desire’s rich tapestry. And there’s nothing remotely wicked about that.