„Warum ich gerne ein Sexist bin“

In dem Blog „Unterambitioniert“ berichtet dieLilly über ihren Kontakt mit Feministinnen:

Sie bringt mehrere Beispiele, wo sie die Ansichten dieser (klassischer Genderfeminismus) einfach übertrieben findet. Eines ist zB die Reaktion auf einen Mann, der ihr die Tür aufgehalten hat:

„Wie kannst du es zulassen, dass ein MANN dir die Tür aufhält?“

Bitte was? Habe ich richtig gehört? Ich frage nach.

„Ja! Und dann bedankst du dich auch noch so artig. Als ob du die Tür nicht selber hättest aufmachen können. SO zementierst du die Unterwürfigkeit des weiblichen, schwachen Geschlechts:“

Ich hätte es bei einem einfachen „aha!“ belassen sollen. Aber ich musste ja nachhaken. Sagte, dass ich mich auch bedankt hätte, wenn mir eine weibliche Mitstudierende die Tür aufgehalten hätte, dass ich da nicht nach Geschlechtern unterscheide, sondern es eine Frage der Höflichkeit ist.

Sie sagt, dass sie das nicht glaube, und dass mein Denken und Handeln bestimmt ist von der patriarchalischen Gesellschaft in der ich aufgewachsen bin. Ich solle doch in Zukunft darauf achten, mir von einem Mann nicht mehr die Tür aufhalten zu lassen.

Die Frage, ob Frauen mir die Tür aufhalten dürfen, bejahte sie.

Ich würde behaupten, der Gendermensch hat mich grade zum diskriminierenden Handeln aufgefordert.

Ihr Fazit:

Hört endlich auf, in allem und jeden einen Feind zu sehen. Hört endlich auf, mit eurem oft viel zu lächerlichen Auftreten euer im Kern solides Anliegen zu zerstören. Denn dieses lehnen wohl die Wenigsten ab. Aber reflektiert vielleicht das ein oder andere Mal euer Vorgehen. Ich sage nicht, dass sexistischem Verhalten nicht entgegengewirkt werden sollte. Aber wenn ihr die ganze Zeit mit einem imaginären „Sexismus“-Stempel herumläuft und diesen jeden aufdrückt, der euch zufällig über den Weg läuft, könnte das etwas…kontraproduktiv sein.

Sympathie ist keine Frage des Geschlechts. Und jegliche Sympathie verspielt ihr, wenn ihr mir oder anderen sexistisches Verhalten unterstellt, wo keines ist.

Ein lesenswerter Artikel. Es macht deutlich, dass man für Feminismus im Sinne einer Gleichberechtigung sein kann, aber das übertriebene des Genderfeminismus ablehnen kann und es macht auch deutlich, wie diese Art von Feminismus auf andere Leute wirkt.

Nämlich vollkommen übertrieben.

Ich bin eine Frau vs. ich bin eine Feministin

Im ihrem Blog „Butterflies flow in the wind“ macht sich die Autorin Gedanken über modernen Feminismus und dien Widerspruch zu typischen Frauensachen bzw. dem Alltag (links von mir):

„Ich mag rosa, lila, rot. Ich trag gern Make-Up und mache mich gern hübsch. Ich kokettiere, ich koche, ich kümmer mich um jene die ich mag. Ich lass mir beim weggehen auch gerne einen ausgeben. Wenn was repariert werden muss, oder schwere Dinge getragen werden müssen, frag ich gern einen Mann aus der Bekanntschaft. Genderspeech find ich gewöhnungsbedürftig. Ich träume von Haus und Familie mit Hund. Ich sehe Klichees, die da sind und in den Köpfen der Menschen stecken und nutze sie aus, um meine Meinung denen klar zu machen, die in Klichees denken.
So viele Dinge, die angeblich im Feminismus nichts zu suchen haben.
Bin ich deswegen gleich weniger Feministin?

Ihr Fazit ist, dass man den Begriff Feminismus von alten Vorurteile un Klischees befreien sollte und sich die Frauen unter diesem Banner sammeln sollten.

Für mich eher interessant ist der Unterschied zwischen „Feminimus“ und „Frausein“. Natürlich muss man hier wieder zwischen den einzelnen Denkrichtungen innerhalb des Feminismus unterschieden. Aber wenn wir den vorherrschenden  Gleichheitsfeminismus sehen, dann wird deutlich, dass sich die Widersprüche größtenteils einfach daraus ergeben, dass Männer und Frauen in einigen Bereichen nicht gleich sind und wir unserer Biologie nicht restlos entfliehen können. Ohne diese Einsicht wird man Feminismus nicht von Vorurteilen und Klischees beseitigen können, mit ihr wird man allerdings andere Einsichten hinnehmen müssen, die dem Feminismus nicht genehm sind.

Viele Frauen stimmen natürlich einem Wunsch nach Gleichberechtigung zu. Sie wollen aber auch Frau sein. Der Mittelweg führt zu der wahrgenommen Abweichung.