42% der Männer und 25% der Frauen in Großbritannien meinen, dass der Feminismus dazu führt, dass Männer dämonisiert werden

Die britische Gruppe „Hope not Fear“ hat in einer Umfrage auch etwas zum Feminismus abgefragt. Herausgekommen ist das Folgende:

 

Ablehnung Feminismus Männer Frauen

Das heißt, dass mehr Männer der Aussage zustimmen als sie ablehnen. Und zwar ganz deutlich.

Ich finde es ja immer schade, dass es bei Umfragen dieser Art immer nur einen Feminismus gibt, DEN Feminismus. Was derjenige sich dann darunter vorstellt, ob etwa schlichte Gleichberechtigung oder eher eine Gleichstellung oder gar intersektionale Theorien, das wird damit nicht abgefragt. Ich bin mir sicher, dass die Ablehnung des modernen intersektionalen Feminismus bei beiden Geschlechtern noch viel deutlicher werden würde, wenn man nach verschiedenen feministischen Richtungen differenzieren würde. Auch ein deutlicheres Bild wäre es aus meiner Sicht, wenn man nicht eine Ja/Nein Abfrage machen würde, sondern einen Grad der Zustimmung abfragen würde, etwa auf einer Skala von +5 bis -5.

Aus dem Text:

Fragility in one’s status is also linked to attitudes and sense of place in the world relating to questions of gender. Staggeringly, a third of people believe that feminism is to blame for making some men feel marginalised and demonised in society (33%), while slightly more disagree. We polled this question to better understand potential support for men’s rights and antifeminism activism, which has increasingly become a slip road to the far right, appealing to young men feeling emasculated in an age of changing social norms. UKIP’s Carl Benjamin, who made jokes about raping a female MP, recently made a similar statement: “This is what feminism has wrought – a generation of men who do not know what to do, who are being demonised for what they are.”

Auch faszinierend: Es kann nicht einfach daran liegen, dass der Feminismus tatsächlich aggressiver und ausgrenzender geworden ist, es ist alles nur ein Weg hin zu den Rechten und die Männer fühlen sich ihrer Männlichkeit beraubt. Das man mit seiner Männlichkeit an sich ganz zufrieden sein kann aber den Feminismus in der heutigen Form ablehnen kann, dass kommt da gedanklich gar nicht vor und kann wohl nicht sein.

Among men, 42% agreed with the statement and 28% disagreed. A quarter of women agreed, while 47% disagreed. Despite the fact that younger age groups hold more socially liberal views over all, 18-24-year-olds were more likely to hold this anti-feminist view (33%) than people of working age (29% among 25-49-year-olds

Hier würde mich eine Aufschlüsselung nach Geschlecht innerhalb der Altergruppen interessieren. Ich könnte mir vorstellen, dass jüngere einfach eher im Internet den gegenwärtigen radikaleren Feminismus kennengelernt haben und ihn daher auch mehr ablehnen.

But those most likely to hold anti-feminist views came from those most likely to hold hostile attitudes overall, who felt detached from the political system and that things were not working for them.

Forty-five percent (45%) of the AntiEstablishment Pessimist tribe agreed with this statement, with just 20% disagreeing; 41% of the Anxious Ambivalent tribe agreed with it. A huge 54% of the Hostile Brexiter tribe said the same, indicative of their resentment towards ‘the liberal elite’.

Dazu ist es natürlich ganz interessant sich die Gruppen an sich mal anzuschauen:

Interessant insoweit, dass die extremeren wie zu erwarten relativ klein sind. Gruppen wie  „Aktive Multikulturisten“, die gerne so dargestellt werden als würden sie den Großteil der Gesellschaften bilden, stellen auch nur 12,3%.
Interessant wäre es die Ablehnung des Feminismus in den anderen Gruppen auch noch zu sehen.
Etwas in diese Richtung geht noch eine weitere in der Auswertung enthalte Grafik:

Hier wird einmal abgefragt, ob man heute noch stolz auf seine nationale Zugehörigkeit sein kann ohne als Rassist bezeichnet zu werden, wobei die ganz linken überraschenderweise sagen, dass man das kann und mit steigender Entfernung dazu das immer anders gesehen wird.

Die zweite Tabelle zeigt auch große Unterschiede über die Lager: Abgefragt wurde die Zustimmung zu einer von zwei extremen Aussagen:

  • Die Besorgnis über die politische Korrektheit wurde von den rechten Medien geschürt, um die Situation derjenigen zu untergraben, die an Toleranz und Anti-Rassismus glauben
  • Politische Korrektheit wird von der liberalen Elite genutzt, um das, was wir sagen können, zu begrenzen.

In beides spielt ein gewisser Grad an Verschwörungstheorie hinein. Deswegen finde ich die Wahl zwischen solch extremen Positionen meist ungeschickt, weil sie keine Nuancen zulässt. Aber auch hier hat man einen recht deutlichen abgestuften Verlauf.

The positions of the tribes when asked if ‘feminism has gone too far’ are split in much the same way, with those who hold the most conservative values and feel resentful towards a ‘liberal elite’ reasserting themselves against the liberal tribes. Those who are frustrated about issues of race, immigration and multiculturalism are also angry about changing social norms, and fear being unseated by those fighting for equality.

The divisions we find in our core identities, in how we see ourselves and interpret the world around us, show significant division. Nonetheless, identity and attitudes are fluid and multi-layered. The overlay we see between issues of identity and political trust, security, and instability,
indicates some of the factors which drive divisive identity politics, but also suggest some of the ways in which progressives can shift the debate.

Es könnte auch Probleme aufzeigen, die Leute sehen und damit Diskussionen, die man führen muss. Eine so deutliche Ablehnung des Feminismus sollte diesem jedenfalls erheblich zu denken geben.

 

Feministin fragt, wo eigentlich das Problem dabei ist, wenn man Männer hasst

Ein Artikel, der die letzte Zeit für einige Resonanz im Netz gesorgt hat:

Suzanna Danuta Walters, a professor of sociology and director of the Women’s, Gender, and Sexuality Studies Program at Northeastern University, is the editor of the gender studies journal Signs.

Also eine Professorin an einer Universität, die hier in der Überschrift die Frage stellt „Warum dürfen wir Männer nicht hassen“. Sie hat sich sicherlich tiefgreifende Gedanken dazu gemacht.

It’s not that Eric Schneiderman (the now-former New York attorney general accused of abuse by multiple women) pushed me over the edge. My edge has been crossed for a long time, before President Trump, before Harvey Weinstein, before “mansplaining” and “incels.” Before live-streaming sexual assaults and red pill men’s groups and rape camps as a tool of war and the deadening banality of male prerogative.

Seen in this indisputably true context, it seems logical to hate men.

Dann müsste es für sie auch logisch erscheinen, dass man etwa Schwarze hasst, weil sie in den USA die Verbrechensstatistik anführen. Oder Frauen hasst, weil sie die meisten Kinder umbringen. Kurz: Wann immer eine Gruppe in einem Bereich, den man schlecht findet, mehr vertreten ist, auch wenn insgesamt die meisten der Gruppe nichts mit dem Bereich zu tun haben, müsste man die ganze Gruppe hassen und nicht nur diejenigen, die sich nach der eigenen Auffassung schlecht verhalten.

I can’t lie, I’ve always had a soft spot for the radical feminist smackdown, for naming the problem in no uncertain terms. I’ve rankled at the “but we don’t hate men” protestations of generations of would-be feminists and found the “men are not the problem, this system is” obfuscation too precious by half.

Das ist immer ein guter Ansatz: Einfach die ideologische Position als „die Wahrheit“ darstellen, die sich sonst nur keiner auszusprechen traut bzw die einfach gesagt werden muss. Einfach ehrlich und gerade heraus! Dann die weniger extremen Positionen als höflichere oder Konflikt vermeidende Version der eigenen Variante und diese als unausweichlichen Schluss darstellen.

But, of course, the criticisms of this blanket condemnation of men — from transnational feminists who decry such glib universalism to U.S. women of color who demand an intersectional perspective — are mostly on the mark. These critics rightly insist on an analysis of male power as institutional, not narrowly personal or individual or biologically based in male bodies. Growing movements to challenge a masculinity built on domination and violence and to engage boys and men in feminism are both gratifying and necessary. Please continue.

Wenn sie mal eine wirkliche Analyse der „Macht der Männer“ durchführen würden und dabei tatsächlich auch die schlechten Seiten und den Preis, den man zB für Karriere bezahlt betrachten würden, dann wäre das vielleicht interessant. So ist „Analyse“ etwas hoch gegriffen. Es ist ein nicht belegtes Gedankengerüst, in dem man eine Menge Hass verarbeitet hat.

But this recognition of the complexity of male domination (how different it can be in different parts of the world, how racism shapes it) should not — must not — mean we forget some universal facts.

Fakten sind immer gut. Mal sehen, was sie hat.

Pretty much everywhere in the world, this is true:

Women experience sexual violence,

Tatsächlich leben wir in den sichersten Zeiten jemals und unsere Welt, zumindest in den Industrieländern der westlichen Welt, ist so sicher wie lange nicht. Die allermeisten Frauen erfahren eben keine Gewalt, oder jedenfalls auch nicht mehr als Männer.

and the threat of that violence permeates our choices big and small.

Auch das dürfte falsch sein. Sicherlich haben Frauen in bestimmten Situationen Angst und sind auch vorsichtig. Aber sie haben heute trotz all dieser Vorsicht eine äußert geringe Chance, dass sie in eine sehr gefährliche Situation geraten. Oder jedenfalls stehen ihnen genügend Möglichkeiten wie Taxis oder öffentliche Verkehrsmittel zur Verfügung um ungestört ihr Leben zu leben und sicher von A nach B zu kommen, wenn sie Abends ausgehen können.

In addition, male violence is not restricted to intimate-partner attacks or sexual assault but plagues us in the form of terrorism and mass gun violence.

Auch das ist alles sehr selten. Und natürlich sind auch Frauen am Terrorismus beteiligt, unterstützen diesen direkt und wollen etwa, dass ihre Söhne Märtyrer werden etc. Die Konservativen in den USA sind nicht nur  Männer, auch viele Frauen sind für den freien Zugang zu Waffen. Und genug Frauen suchen sich eben auch brutale und dominante Partner aus. Und natürlich profitieren auch viele Frauen von Gewalt, etwa als Freundin oder Frau des Gangmitglieds oder des Gangsterbosses.

Und natürlich erneut: Auch in Bezug auf Partnerschaften leben wir in den sichersten Zeiten jemals und Männer sind ebenso häufig wie Frauen Opfer häuslicher Gewalt. In vielen westlichen Ländern gibt es überaus wenig tatsächliche Gewalt, sowohl normale als auch sexualisierte Gewalt.

Women are underrepresented in higher-wage jobs, local and federal government, business, educational leadership, etc.; wage inequality continues to permeate every economy and almost every industry;

Das sind leider auch nur Scheinfakten, denn Frauen sind eben auch unterrepräsentiert bei Überstunden, bei Ausbildung zu Jobs, die hohe Löhne geben, bei der Bereitschaft nebenher noch Freizeit für öffentliche Ämter zu opfern, bei dem Interesse an solchen Jobs etc. Frauen setzen weitaus eher auf eine bessere Life-Work-Balance als auf Karriere, Status und Geld. Sie setzen aber durchaus gerne auf einen Partner, der diese Faktoren für sie in ihrem Leben ergänzt.

Und der Gender Pay Gap ist nun wirklich hinreichend widerlegt.

women continue to provide far higher rates of unpaid labor in the home (e.g., child care, elder care, care for disabled individuals, housework and food provision);

Sie ist in den meisten Fällen nicht unbezahlt, gerade innerhalb der Ehe bezahlt sie der Mann aus seinem Einkommen und es gilt beispielsweise im deutschen Recht der Halbteilungsgrundsatz, wonach ihr Verlust auch sein Verlust ist, denn er muss dann eben mehr von seinen Versorgungsanwartschaften bei der Rente, dem in der Ehe aufgebauten Vermögen und dem Gehalt über den Unterhalt abgegeben.

Aber natürlich steht es auch vielen Frauen frei, sich wieder weitaus früher in das Berufsleben einzubringen, was dann häufig nicht gemacht wird.

women have less access to education, particularly at the higher levels; women have lower rates of property ownership.

Aber nicht in der Gesellschaft, in der du die Männer hasst. Nicht in den USA oder in der sonstigen westlichen Welt. Im Gegenteil, hier studieren Frauen eher und schneiden auch oft in der Schule besser ab.

The list goes on. It varies by country, but these global realities — of women’s economic, political, social and sexual vulnerabilities — are, well, real. Indeed, the nations in which these inequities have been radically minimized (e.g., Iceland) are those in which deliberate effort has been made to both own up to gender disparities and to address them directly and concretely.

Und auch in Iceland dürften die meisten Arbeiten noch eine starke Geschlechterunterteilung ausweisen. Und natürlich kann man auch schauen, inwiefern es nicht an der Zeit ist Männern mehr Rechte zu geben: In Island haben beide Geschlechter Anspruch auf 3 Monate Elternzeit.  Und Iceland dürfte in der Hinsicht auch zu Gute kommen, dass es relativ klein ist und dort wenig Leute wohnen.

Zu Island auch noch:

The labour force participation rate of women in Iceland has never been higher than in 2016, or almost 80%. The rate was 87% for men. The unadjusted gender pay gap was 14% for full-time employees in 2015. The share of women aged 25–64 years with tertiary education has now reached 48% compared with 33% of men.  On the other hand 45% of men and 30% of women in that age-group had upper and post-secondary education. Women are now 48% of elected members of Althing and 44% of local government members but their share in many other positions of influence is lower. The proportion of women as managers of enterprises varies by size, e.g. it was 22% in enterprises with 1-49 employees but 9% where the number was 250 or more in 2015.

Im Vergleich: Der „Die Beteiligung der Frauen am Arbeitsmarkt“ liegt in Deutschland bei etwa 55%.  

Und auch die Halbtagstätigkeiten bei Frauen sind deutlich niedriger als in Deutschland. 

Und Männer sind dort schlechter ausgebildet als Frauen, vermutlich, weil man eben gute Arbeit auf den Fischfangflotten und in der Aluminiumindustrie findet.

Deswegen vermutlich auch diese Quoten bei den Todesfällen:

In Denmark, Sweden and Finland 92 percent of fatalities are men, while figures for Norway and Iceland are 96 and 100 percent respectively.

Aber so etwas taucht natürlich in dem Weltbild von Feministinnen nicht auf.

So, in this moment, here in the land of legislatively legitimated toxic masculinity, is it really so illogical to hate men? For all the power of #MeToo and #TimesUp and the women’s marches, only a relatively few men have been called to task, and I’ve yet to see a mass wave of prosecutions or even serious recognition of wrongdoing.

Nur wenige Männer haben ja auch etwas gemacht und sehr viele Frauen haben es ebenso gedeckt, weil sie gute Geschäfte mit diesen Männern gemacht haben.

Sie verlangt aber nach „einer großen Welle von Anklagen und Erkenntnissen, dass man etwas falsch gemacht hat“. Sie will eben Köpfe zu ihrem Feindbild rollen sehen.

On the contrary, cries of “witch hunt” and the plotted resurrection of celebrity offenders came quick on the heels of the outcry over endemic sexual harassment and violence. But we’re not supposed to hate them because . . . #NotAllMen.

Diese verdammten Männer, die doch tatsächlich so etwas wie einen fairen Prozess wollen und keine Verurteilungen auf Zuruf bzw die Beendigung von Karrieren durch bloße Gerüchte darüber, dass er eine andere Person am Knie berührt hat. Natürlich haben sich auch viele Frauen so geäußert, aber das sind ja Kleinigkeiten, wenn man endlich Männer lynchen will. Es wäre eine so schöne Bestätigung ihres Weltbildes und natürlich wartet dahinter die schöne feministische Welt, in der man totalitär jeden, der einen nicht passt sofort verurteilt.

I love Michelle Obama as much as the next woman, but when they have gone low for all of human history, maybe it’s time for us to go all Thelma and Louise and Foxy Brown on their collective butts.

Thelma und Louise scheint eine Lieblingsfantasie vieler radikaler Feministinnen zu sein. Einfach so Leute über den Haufen schießen, Männer bestrafen, weil sie eben Männer sind. Was wäre das herrlich!  Mit dieser Gewalt würde man endlich diese gewalttätigen Männer los!

The world has little place for feminist anger. Women are supposed to support, not condemn, offer succor not dismissal. We’re supposed to feel more empathy for your fear of being called a harasser than we are for the women harassed. We are told he’s with us and #NotHim. But, truly, if he were with us, wouldn’t this all have ended a long time ago? If he really were with us, wouldn’t he reckon that one good way to change structural violence and inequity would be to refuse the power that comes with it?

Bitte mach uns die Welt so, dass alles gleich ist. Aber ohne die unangenehmen Seiten, bis gleiche Macht im Halbtagsjob. Ich selbst ein Amt übernehmen? Nein, lieber den Unijob, in dem ich mich unkündbar ganz meinem Hass hingeben kann und mich um entgegenstehende Fakten und Ergebnisse nicht wirklich kümmern muss.

So men, if you really are #WithUs and would like us to not hate you for all the millennia of woe you have produced and benefited from, start with this: Lean out so we can actually just stand up without being beaten down. Pledge to vote for feminist women only. Don’t run for office. Don’t be in charge of anything. Step away from the power. We got this. And please know that your crocodile tears won’t be wiped away by us anymore. We have every right to hate you. You have done us wrong. #BecausePatriarchy. It is long past time to play hard for Team Feminism. And win.

Nicht etwa der Aufruf an Frauen, dass sie genauso hart arbeiten wie viele Männer, die dann Karriere machen oder für mehr Frauen, die überhaupt für Ämter zur Verfügung stehen. Nein, Männer sollen einfach so umfangreich verzichten, dass nur noch Frauen übrigbleiben.

Der Weg zur Macht ist eben zu beschwerlich. Da wünscht sie sich lieber eine Sänfte nach oben.

„Feindbild Frau“ – wie man Hass auf Männer rechtfertigt

Ein Text bei den „Störenfridas“ stellt dar, wie sich angeblich ein „Feindbild Frau“ etabliert hat. Es ist ein Text voller Hass, den ich immer wieder erstaunlich finde:

Die Unterschiede der Geschlechter wurden mir selten so deutlich wie in der Pubertät und der Loyalität untereinander, die sich damals verstärkt entwickelte. Wie oft hörte ich von Jungs und später auch (jungen und nicht mehr so jungen) Männern das gute alte „Bros before hoes“, was nichts anderes ist als die Übereinkunft, dass Frauen sich zum Ficken und Putzen gut eignen und auch sonst ganz reizend sein können, aber eine echte Verbundenheit nur zwischen Männern bestehen kann.

Ein gewagter Schluss. Es bedeutet einfach nur, dass gute Freunde etwas sind, was man sein ganzes Leben hat und was man nicht leichtfertig für Sex oder eine vielleicht kurzlebige Beziehung opfern soll – und dürfte auch eher spasshaft verwendet werden.

Denn nur Männer sind Menschen. Frauen sind eine Art Wurmfortsatz, Untermenschen, nicht vollkommen, schließlich stammen sie vom Mann ab.

Da hasst jemand wirklich. Und überträgt vielleicht ihre Selbstzweifel auf andere.

Bei uns Mädchen war es so, dass Jungs natürlich auf Platz eins standen, sie waren das Thema unserer Pausengespräche, stundenlanger Telefonkonferenzen und Ursache erbitterter Streits. Letztere insbesondere dann, wenn sich ein bis dato gebildetes Pärchen auflöste und der Junge im schlimmsten Fall eine weitläufige Bekannte oder gar Freundin datete. Es hieß so gut wie nie, dass der Junge ein blödes Arschloch sei, wenn er fremdging, oh nein, es hieß vielmehr, das andere Mädchen sei eine billige Nutte, Schlampe, Fotze… Dass der Mann einen ebensolchen Anteil daran trug wurde geflissentlich ignoriert. Bei den Jungs, denen das auch wiederfuhr, trug – wie könnte es anders sein – ebenfalls ausschließlich das Mädchen die Schuld, die den besten Kumpel vom Weg abbrachte, aber der männlichen Solidarität tat dies durchaus keinen Abbruch, siehe oben. Bei uns Mädchen führten derartige Konstellationen zu jahrelangen, unauflösbaren Zerwürfnissen. Wir sahen es nicht als das, was es war, zwischenmenschliche Beziehungen, sondern die Freundin wurde zur Konkurrenz um die Gunst von Männern. Das Feindbild Frau. Damals fing es an.

Die Jungs sind an allem Schuld! Nicht, dass man selbst nicht vernünftig mit Konkurrenz umgehen kann oder sich selbst mit seinen Freunden ebenfalls einen stilvolleren Ehrenkodex auferlegt.

Ich hatte selbst mehrmals diese Konstellation in meiner Jugend erlebt und danach große Schwierigkeiten, Frauen zu vertrauen und sie zu mögen. Für mich waren Frauen nur eines – eine unkontrollierbare Gefahr im Kampf um männliche Gunst.

Sie hat grundsätzlich intrasexuelle Konkurrenz erkannt, aber nicht, wer eigentlich dafür verantwortlich ist und das es ihre Sache ist, wie sie darauf reagiert.

Die Verantwortung den fremdgehenden Männern zuzuweisen, darauf kam ich nicht. Denn hinter jedem verführten Mann steht eine Eva, die die Verantwortung trägt. Diesem Konflikt entging ich, indem ich nur noch männliche Freunde hatte (dass diese keine echten Freunde waren, geschenkt, dass ich mir in ihrer Nähe puren Frauenhass angeeignet hatte, ebenfalls), ich ertrug Frauen nicht mehr. Meine Unsicherheit und mein Selbsthass waren gigantisch und Frauen, egal welche, waren nichts anderes als eine Bedrohung. Ich hatte Furcht, meine Freundinnen meinem Partner vorzustellen, weil ich dachte, er würde mich sofort verlassen. Ich wusste nicht einmal, was Solidarität bedeutet. Ich habe Frauen verachtet, weil sie in meinen Augen, den Blick geprägt durch männliche Umgebung, sich als entweder billige Nutten darstellten (große Gefahr) oder als frigide Schlampen (langweilig, aber keine Gefahr, gut zum darüber Lustigmachen). Ich sah in allen Frauen Konkurrenz, und zwar ausschließlich um die Interessen der Männer.

Okay, sie ist männerzentriert. Und das war dann anscheinend ihr Weg zum Feminismus: Von einem Extrem in das andere: Aus der intrasexuellen Konkurrenz ausscheiden, indem man Männer zum Feind erklärt. Ich könnte mir vorstellen, dass das eine männerhassende Form des Feminismus für einige Frauen interessant macht: Wer der Feind ist, der kann eher ausgeblendet werden und damit ist die Konkurrenz vorbei (in der man eh schlechte Karten hatte oder die man nicht auf ein vernünftiges Maß reduzieren konnte.

An Dinge wie Beruf oder ähnliches habe ich keinen einzigen Gedanken verschwendet.

Und daran waren natürlich nur die Männer schuld, wie ich jetzt dank des Feminismus weiß!!!1elf

Frauen waren für mich schwach, lasch, und Feministinnen hysterische ungevögelte Irre, die lieber dahin gehen sollten, wo es echte Probleme gibt, denn in Deutschland hatten wir ja mehr als genug erreicht. Auch hat mir mein männlicher Umgang mit größtem Erfolg beigebracht, wie schlecht es sei, eine Frau zu sein, wir wissen es alle, sie sind zickig, hysterisch, dumm, quatschen den ganzen Tag, umso stolzer war ich, mir mit meiner burschikosen Art und der den Kerlen angepassten Sprache einen vermeintlichen Platz unter ihnen zu sichern, als „cooles Mädchen“, das so ganz anders war als die ollen Waschweiber. Dass ich nie zu ihnen gehören würde, merkte ich im Laufe der Jahre. Zwar lästerten wir gemeinsam über schlaffe Hintern, hängende Brüste und kurzhaarige Mannsweiber, aber ich spürte stets eine andere Atmosphäre, wenn ich als Fremde in die ausschließlich männlichen Zirkel eindrang. Ich war nie ein echter Teil dieser Kreise. Warum sie mich duldeten? Ich schätze, weil ich ein attraktives Mädchen war und sie die Hoffnung hatten, mich mal knallen zu können.

Wie geht der alte Spruch: „Wenn Männer bei dir nur an Sex interessiert sind, dann wahrscheinlich, weil du nicht mehr zu bieten hast“

Denn von echter Nähe, wie es in einer Freundschaft sein sollte, war nie die Rede. Ich akzeptierte diesen traurigen Umstand als mein Schicksal und versuchte, Männern zu gefallen, schminkte mich, trug enge Kleidung, lange Haare, hohe Schuhe, gab mich sexuell betont locker, alles, um die Billigung derer zu erhalten, die das weibliche Dasein so prägend bestimmten.

Ich kann mir auch da vorstellen, dass Frauen, die Sex gegen Gesellschaft und Einbeziehung in die Gruppe tauschten schneller frustriert sind und einen Hass entwickeln. Im folgenden ist dann Feminismus ihre „rote Pille“, die alles ins rechte Licht rückt und sie echte Solidarität erfahren lässt.

So kann sie ihre eigene Verantwortung abgeben und den Männern die Schuld zuweisen. Und das auch gleich auf alle Männer ausdehnen

Feministische Organisation NOW verleiht Emma Sulkowicz allen Ernstes einen Preis

NOW ist die größte feministische Organisation der USA. Sie verleiht jährlich einen „Women of Courage“-Award, also einen Preis für Frauen, die einen besonderen Mut gezeigt haben.

Dieses Jahr, 2016, hat diesen Preis Emma Sulkowicz bekommen.

E m m a S u l k o w i c z

Emma Fucking Sulkowicz.

Es sagt wohl alles über den modernen Feminismus auf, dass jemand, dessen Fall noch nicht einmal von den Kangaroo courts an amerikanischen Universitäten für „überwiegend wahrscheinlich“ gehalten wurde nun als Paradebeispiel für eine mutige Frau dargestellt wird.

Dazu passt gut ein Tweet, der deutlich macht, welches Geistes Kind Emma Sulkowicz ist:

Ihre Aussage dort ist also unter anderen:

„Wenn wir Beweisanforderungen in einem Vergewaltigungsfall benutzen, dann fallen wir in die Gewohnheiten von Vergewaltigungsleugnern“

Und wahrscheinlich hat sie dort noch Beifall dafür bekommen. Mich würde glatt interessieren, wie die Ressonanz bezüglich dieser Aussagen von Emma Sulkowicz bei dem #TeamGinaLisa wäre.

Natürlich hat aber der Feminismus nichts gegen Männer und möchte einfach Gleichberechtigung. Die ist aber eben leider erst erreicht, wenn man Männer auf den Zuruf einer Frau, dass sie vergewaltigt worden ist, bestrafen kann. Alles andere ist eben Rape Culture.