Buchbesprechung: Meike Stoverock: Female Choice (Gastbeitrag von Ronin)

Ronin hatte mir relativ kurzfristig nach der Ankündigung von Djadmoros, dass er eine Besprechung machen will, ebenfalls eine  Besprechung übersandt. Das Buch hat anscheinend einen Nerv getroffen, was angesichts der biologisch eher gewagten Thesen aber auch verständlich ist. Hier daher die dritte Rezension des Buches

„Female Choice“ von Meike Stoverock

Eine Rezension

Female Choice bezeichnet in der Biologie das Prinzip, dass ausschließlich das Weibchen die Wahl trifft, mit welchen Männchen es sich paaren will. Da das Weibchen mit dem Nachwuchs das höhere Risiko und den höheren Aufwand hat, verfolgt es die Strategie, nur die Männchen mit den besten Genen auszuwählen. Deshalb konkurrieren die meisten Weibchen um eine Minderheit der Männchen, wodurch wiederum ein großer Teil der Männchen fortpflanzungsmäßig leer ausgeht.
Die Männchen dagegen haben nur geringen Aufwand bei der Fortpflanzung und verfolgen eine Strategie der Masse. Deshalb ist ihr Sexualtrieb ungleich aggressiver; umso negativer wirkt es sich für sie aus, dass die meisten von ihnen sexuell nie zum Zug kommen.
Das alles belegt die Autorin anschaulich anhand verschiedener Beispiele aus der Tierwelt. Ihre These ist nun, dass auch der Mensch in seiner ursprünglichen Gesellschaft als nomadisierende Jäger und Sammler diesem Prinzip unterworfen war. Genetische Untersuchungen scheinen dies auch zu belegen.
Mit dem Aufkommen des Ackerbaus, so die Autorin, hätte dies sich jedoch geändert: Das Konzept Besitz kam auf, und statt guter Gene war an einem Mann nun sein Vermögen das Wahlkriterium für Frauen. Bei den Männern erzeugte das das Bestreben, ständig mehr Macht und Besitz anzuhäufen, um mehr Frauen zu bekommen. Dadurch seien Machtstrukturen mit Männern an der Spitze und im Endeffekt eine stark männlich geprägte Zivilisation entstanden.
Ein wichtiges Merkmal der Zivilisation war die Monogamie. Die Monogamie versorgt die Männer gleichmäßig mit Zugang zu Sex: Zwar hat jeder nur noch eine Frau, dafür geht aber niemand leer aus. Für die Frauen bedeutet dies aber ein starke Einschränkung ihrer Freiheit; sie werden quasi zu Eigentum. Die Autorin geht sogar so weit, zu sagen, dass die Monogamie der Grundstein für die Zivilisation war – von der Notwendigkeit zur ständigen Suche nach einer Sexpartnerin befreit, konnte sich der Mann dem Fortschritt widmen.
Durch die Monogamie wurde das natürliche Prinzip der Female Choice beim Menschen quasi über die Kultur abgeschafft.
Die Folge ist eine hochgradig männerdominierte, patriarchale Gesellschaft, die sich seit der neolithischen Revolution gebildet hat und bis heute fortbesteht. Dass Frauen aus allen wichtigen Entscheidungen, auch über ihren eigenen Lebensentwurf und über ihren eigenen Körper, ihre Fortpflanzung, herausgehalten wurden, begann sich erst im Laufe des 20. Jahrhunderts umzukehren. Aber selbst heute ist die Gesellschaft auf männlichen Prinzipien aufgebaut: Nur mit männlichen Eigenschaften wie Leistungsbereitschaft, Konkurrenzdenken, Macht- und Besitzstreben kommt man weiter.
Bis dahin ist alles ziemlich plausibel und gut erläutert. Ob es auch gut belegt ist, ist schwer zu sagen, denn Frau Stoverock zieht keinerlei Referenzen von ihrem Text zum
Literaturverzeichnis. Ob eine Aussage fundiert ist, nur Behauptung oder „gefühlte Wahrheit“, wüsste man nur, wenn man die komplette Sekundärliteratur ebenfalls durchwälzt. Wenn man jemanden von seinen Thesen überzeugen will, ist das keine gute Taktik.
Eine eklatante Benachteiligung der Frau sieht die Autorin auch heute noch, etwa in der Form, dass der Staat in die körperliche Autonomie von Frauen eingreift, indem er Abtreibungen reglementiert; oder dass alleinerziehende Mütter nicht so gefördert werden, dass ihr Armutsrisiko verschwindet; oder dass Väter sich zu leicht der Unterhaltspflicht entziehen können.
Männer sieht Frau Stoverock übrigens sowohl als Täter als auch als Opfer dieses Systems: Im kapitalistischen Hamsterrad stehen sie immer unter Erfolgsdruck, befinden sich im ständigen Konkurrenzkampf, müssen immer Stärke zeigen und dürfen nie über ihre Gefühle reden. Da die Männer dieses System aber selbst geschaffen haben und es aufrecht erhalten, hält sich ihr Mitleid mit ihnen in Grenzen.
Nach meiner Ansicht ist diese Aussage aber ungerechtfertigt – als ob heutige Männer etwas für ein System könnten, das vor 10000 Jahren entstanden ist, und als ob sie sich dem einfach entziehen oder es ändern könnten. Das könnten nur die, die an der Spitze sind, und die haben keinen Anreiz dazu. Außerdem wird dieses System ja genauso von Frauen getragen: Sie wollen ja Männer, die selbstbewusst, ehrgeizig und erfolgreich sind. Und mal ehrlich: Welcher Mann, der das hier liest, hat eine Frau, die etwas von seinen Gefühlen hören will? Sie will ja, dass der Mann ihr ein Fels in der Brandung ist und nicht ein Klotz am Bein.
Genauso absurd wäre es, es den Frauen anzukreiden, dass sie sich damals vor 10000 Jahren den Männern mit dem vielen Land und Vieh an den Hals geworfen haben, anstatt bei den besten Jägern zu bleiben. Damit hat das Patriarchat ja laut der eigenen These der Autorin erst angefangen.
Tatsache ist, dass das damals eine lang andauernde, evolutionäre Entwicklung war, die sich ganz automatisch aufgrund natürlicher Verhaltensweisen so ergeben hat. Die Männer haben sich nicht irgendwann hingesetzt und überlegt, wie sie am Besten die Frauen versklaven können, und am nächsten Tag die Monogamie eingeführt.
Der an herkömmliche feministische Texte gewöhnte Leser liest dann auch etwas von Gender Pay Gap und verdreht die Augen: Es ist schließlich ein offenes Geheimnis, dass die unterschiedlichen Durchschnittslöhne von Männern und Frauen nicht auf direkter Diskriminierung beruhen, sondern auf unterschiedlichen Präferenzen wie Berufsfeld, Work-Life-Balance, Ausfallzeiten für Kinder usw. – aber genau darin sieht die Autorin eben doch eine Diskriminierung; keine direkte, sondern eine, die dadurch verursacht wird, dass das ganze Wirtschaftssystem im Grunde auf männliche Werte aufgebaut ist.

Dagegen kann man argumentativ erst mal wenig sagen; zwei, die unterschiedliche Wertesysteme haben, können schlecht darüber argumentieren, was gerecht ist.
Die weiteren Thesen der Autorin sind aber an dieser Stelle wenig durchdacht. Sie schreibt z.B., wenn die Ursache, dass Frauen seltener befördert werden, darin liegt, dass sie nicht nach Beförderungen verlangen, dann müsse man in Zukunft eben die Beförderungen vornehmen, ohne dass jemand danach verlangt. Nur dann wäre es gerecht. Dass aber eine Beförderung oft auch mit mehr Verantwortung einhergeht und von dem oder der Beförderten auch gewollt sein muss, daran scheint sie nicht zu denken.
Argumenten wie, dass die Arbeitswelt so umgestaltet werden sollte, dass ein Kind kein
Karrierehindernis für eine Frau mehr ist, kann ich eher folgen. Jedenfalls findet sie die Gesellschaft, so wie sie war und ist, nicht gerecht. Deshalb schlägt sie vor, langfristig einen größeren Umbau des ganzen Wirtschaftssystems, der ganzen Gesellschaftsordnung vorzunehmen, hin zu einem System, das nicht mehr allein auf
männlichen Vorstellungen beruht. Den Schlüssel dazu sieht sie in der Rückkehr zum natürlichen Prinzip der Female Choice.

Das bedeutet: Die Monogamie als idealisierte Beziehungsform wird abgeschafft, die Frau darf schlafen, mit wem sie will, und wenn sie ein Kind will, sucht sie sich einen Mann für ein paar Jahre, bis das Kind aus dem Gröbsten heraus ist, und ist dann wieder frei, sich einen anderen zu suchen. Das funktioniert nur, wenn die klassische Rolle des Vaters als Ernährer in den Hintergrund tritt und stattdessen die Gemeinschaft die Versorgung und Erziehung der Kinder übernimmt. Außerdem soll es normal werden, dass Frauen ihre kleineren Kinder überall hin mitnehmen, auch zur Arbeit. Dabei nimmt sich die Autorin traditionell lebende nomadische Ethnien zum Vorbild.


Außerdem muss jede Reglementierung der weiblichen Sexualität abgeschafft werden – sie muss allein darüber bestimmen können, ob, wann, und mit wem sie ein Kind bekommt und ob sie es austrägt oder nicht.
Der Haken an der Sache: Wie oben erwähnt, konkurrieren Frauen um eine kleine Minderheit von genetisch herausragenden Männern – Studien über Dating-Apps zufolge sind das etwa 20% während der Rest der Männer nur wenig oder keine Chancen auf eine Partnerin hätte.
Die Autorin nennt mehrere Anzeichen dafür, dass eine Entwicklung in diese Richtung bereits eingesetzt hat. In Norwegen bleiben bereits bis zu 20% der Männer kinderlos, bei gleichbleibender Geburtenzahl. Die Anzahl der Incels würde unter Female Choice, so wie sie sich das vorstellt, durch die Decke gehen und damit wahrscheinlich auch die Zahl der Gewalttaten und der Zulauf zu radikalen Parteien. Große Mengen sexuell frustrierter und chancenloser Männer sind ein Pulverfass.
Wenn feministische Autorinnen über Incels schreiben, dann weisen sie zumeist alarmistisch auf das Problem hin, machen aber fast nie Vorschläge, was man denn dagegen tun soll, außer die Foren zu schließen, in denen sie sich organisieren. Wütend zu sein, weil man keine Partnerin findet, kann man schließlich nicht verbieten. Meike Stoverock ist die erste, die zwar kein Verständnis für deren Hass auf Frauen zeigt, aber für ihre Frustration, und sich wundert, dass man Menschen, die aufgrund von z.B. Arbeitslosigkeit von Wohlstand ausgeschlossen sind, hohe Empathie entgegenbringt, aber solche, die dasselbe Problem bei Partnerschaft und Sexualität haben, komplett verachtet. Aber auch das führt sie auf die patriarchalische Gesellschaft zurück.
Sie fordert eine Reihe von Gegenmaßnahmen – alss Erstes eine Wende in der
Sexualerziehung. Sexualität und Nacktheit sollten nicht mehr als etwas Schmutziges, etwas Beschämendes, etwas Besonderes oder gar etwas Heiliges (Religion sollte sowieso komplett ins Private verbannt werden) dargestellt werden, sondern als ein ganz natürliches Bedürfnis. Mädchen sollte beigebracht werden, dass, was immer sie mit ihrem Körper tun wollen, in Ordnung ist, solange es einvernehmlich ist.
Jungs dagegen müsste man von Anfang an beibringen, dass es ganz natürlich ist, wenn einige, vielleicht sogar die Mehrheit, nie Sex, eine Partnerin oder Kinder haben werden. Heute dagegen werden Jungen als Verlierer bezeichnet, wenn sie keinen Sex hätten, und sie werden in dem Glauben gelassen, dass jeder Junge Sex bekommen kann, wenn er sich nur richtig anstellt (was auch jetzt schon nicht stimmen würde, sagt Frau Stoverock). Female Choice hieße aber, dass allein das Mädchen entscheidet, mit wem sie schläft, und dass weder sie noch er daran schuld sei, wenn es nicht dazu kommt. Jungs müsse beigebracht werden, dass sie sich nicht schlecht fühlen müssen und sie als Mensch nicht weniger wert sind oder weniger Respekt verdienen, nur weil sie keine Frau bekommen. Zitat: „Die Verknüpfung von Mannsein und Sex muss gelockert werden“.
Natürlich ist Frau Stoverock klar, dass das nicht reichen wird, um sämtliche sexuelle Frustration abzufangen. Man müsse den übrig gebliebenen Männern Ausweichmöglichkeiten bieten – und das ist der Punkt, an dem das Ganze ein wenig ins Science Fiction abgleitet.
Noch eher bodenständige Vorschläge gehen in die Richtung, dass sich diese Männer mit Pornographie und Prostitution behelfen sollen. Diese seien zu enttabuisieren und zu normalisieren, wobei ausbeuterische Missstände darin natürlich bekämpft werden sollen.
Außerdem solle Homosexualität enttabuisiert werden und die strikte Trennung in schwul/nicht schwul aufgehoben werden – so würden sich für Incels auch viele Möglichkeiten ergeben. Und für wen das nichts ist, für den gebe es ja schließlich inzwischen realistische Sexpuppen, und bald wohl auch Sexroboter.
Und wenn das alles nichts hilft, soll es Sexualassistenz auch für Menschen ohne Behinderung geben, staatlich finanziert und bei Bedürftigkeit zu beantragen.
Als Letztes erläutert Frau Stoverock noch ihre Pläne, wie man das Wirtschaftssystem umbauen müsste. Und wir bleiben beim Science Fiction:

Das Geldsystem solle reformiert oder abgeschafft werden; jede Arbeit solle gleich viel wert sein und gleich bezahlt werden; eine Obergrenze für Besitz soll verhindern, dass einzelne zu mächtig werden und die Motivation nach immer mehr Reichtum bremsen; und Unternehmen (Privatwirtschaft gibt es anscheinend noch) sollen verpflichtet werden, Wohnraum für ihre Mitarbeiter bereitzustellen.
Letztere Forderung finde ich besonders kurios; ob das wohl bedeuten soll, dass man auch gleich obdachlos wird, wenn einem die Arbeitsstelle gekündigt wird?
Man merkt, dass sie sich hier außerhalb ihres Fachgebiets bewegt. Alles in Allem finde ich das Buch gut geschrieben und viele der Thesen auch durchaus plausibel.
Positiv finde ich, dass sie keine Scheu hat, menschliches Verhalten mit biologischen Vorgängen zu erklären – heute wird man da schnell in die Ecke der bösen „Biologisten“ gestellt, die Benachteiligungen angeblich mit Pseudowissenschaft rechtfertigen wollen (was größtenteils Propaganda ist). Sie leugnet ja auch nicht den Effekt der Kultur, denn darauf basiert ja gerade die These: Dass das eigentlich natürliche Fortpflanzungsverhalten der Frau durch Kultur zugunsten der Männer ausgehebelt worden sei. Sie positioniert sich klar gegen eine rein sozialkonstruktivistische Sichtweise auf Geschlecht, wie sie von John Money und Judith Butler trotz ihrer wissenschaftlichen Unhaltbarkeit vertreten wurde und wird.
Was mir an dem Buch allerdings fehlt, ist eine Auseinandersetzung mit anderen möglichen Faktoren, die die Zivilisation ermöglicht haben und die sie so geformt haben, wie sie ist. Einen erheblichen Anteil wird z.B. auch die Erfindung der Arbeitsteilung gehabt haben, aber die Autorin schreibt fast so, als ob die Unterdrückung der weiblichen Sexualität der einzige Faktor war. Abgesehen davon gibt es für ebendiese auch noch eine andere möglich Erklärung, nämlich die Dezimierung der Männer durch Kriege, harte Arbeit und schlechte Gesundheitsversorgung.
Dadurch wurden Männer knapp und die Freiheit der Frauen beschränkt. Eine Frau musste sich dem Willen der Männer fügen, sonst bekam sie keinen Partner, weil es einfach zu wenige gab.
Das würde auch meiner Ansicht nach plausibler erklären, warum sich Frauen absurden
Schönheitsidealen unterwerfen mussten, um attraktiv zu sein, als die Theorie, dass dies einfach irgendwann vom Patriarchat verfügt worden ist und seither den Frauen eingeredet wird, bis sie es selbst glauben.
Die Tatsache, dass wir dank einer langen Friedenszeit, Bürojobs und Krankenversicherung wieder einen deutlichen zahlenmäßigen Überschuss an Männern haben (jedenfalls was die Altersgruppe 18 – 45 betrifft), könnte auch eine Erklärung sein, warum das Prinzip Female Choice heute wieder an Boden gewinnt.
Dass es das nämlich tut, davon bin ich überzeugt. Ich glaube sogar, dass das Prinzip schon viel weiter Einzug gehalten hat, als Frau Stoverock sich denkt.
Die Idee, Jungen beizubringen, dass übrigzubleiben etwas Natürliches ist und man nicht wertlos ist, wenn man keine Frau rumkriegt, halte ich grundsätzlich für gut, aber ob es etwas nützt?
Ich selbst hatte auch ziemlich spät meine erste Beziehung, aber ich hegte nie Hass auf Frauen.
Ich dachte nur die ganze Zeit, mit mir stimmt etwas nicht, da alle um mich herum Beziehungen hatten. Erst als es dann das Internet gab und ich erfuhr, dass das noch viele andere betrifft, wurde mir klar, dass es wohl einfach eine gewisse natürliche Menge an Männern geben muss, die übrig bleibt. Beruhigend fand ich das aber nicht. Wenn es etwas an mir gewesen wäre, was man hätte beheben können, wäre ich hoffnungsvoller gewesen.
Natürlich hätte ich es in der Schule besser gefunden, wenn man mir nicht gesagt hätte, ich sei eine Niete, weil ich keine Freundin hatte, sondern wenn man mich verständnisvoll beiseite genommen und mir gesagt hätte, dass es ganz natürlich ist, dass manche allein bleiben und ich deswegen nicht weniger wert bin. Aber hätte es langfristig an meiner Frustration etwas geändert? Ich glaube kaum.
Deshalb glaube ich auch nicht, dass die Vorschläge der Autorin das Problem der wütenden überzähligen Männer in den Griff kriegen würden. Sexpuppen?! Frau Stoverock glaubt anscheinend, dass es Männern ausschließlich um Sex geht. Man braucht ihnen nur etwas zum Ficken zu geben, und schon sind sie harmlos. Sehr simpel gedacht. Eine Gesellschaft so wie sie es sich vorstellt, mit 80% oder mehr Single-Männern ohne Chance auf eine Partnerin – das wird auf jeden Fall zu Konflikten und zu Gewalt führen. Im besten Fall verfallen diese Männer dann in Lethargie und lassen sich vom Staat aushalten.
Ich halte es aber für plausibel, dass sich unsere Gesellschaft trotzdem in diese Richtung entwickeln wird. Es gibt ja nicht nur schon Symptome wie Incels und Pick-Up, sondern auch Frauen, die das Modell „alleinerziehende Mutter“, früher ein Garant für das gesellschaftliche Aus, nicht nur nicht problematisch finden, sondern sogar anstreben.
Aber anders als Frau Stoverock glaube ich nicht, dass die Politik da nachhelfen muss. Das ist eine Entwicklung, die sich aufgrund von Verhaltensmustern und Reaktionen auf externe Faktoren ganz automatisch vollzieht. In ein paar Generationen wird sich keiner mehr vorstellen können, einen Partner nicht über elektronische Plattformen zu finden, und die sind der Inbegriff von Female Choice. Wie man dann die 80% Incels davon abhält, die Gesellschaft zu zerstören, weiß ich nicht. Jede Lösung, die mir einfällt und die nicht zum Scheitern verurteilt ist, hört sich nach Endlösung an.
Ob aber Female Choice letztendlich zu einer gerechteren Gesellschaft führt, wage ich zu bezweifeln. Denn wer wird Frauen daran hindern, dann doch wieder vermögende, erfolgreiche Männer auszuwählen, die nach Macht streben? Das Prinzip Female Choice hat sich vor 10000 Jahren auf genau diese Weise schon einmal selbst abgeschafft, was spricht dagegen, dass genau dasselbe wieder passiert?