Familismus

Im Rahmen der Agent*in-Seite kam auch der Begriff „Familismus“ auf.

Dazu aus der Wikipedia:

Familismus ist ein soziologischer Begriff, der die Familie als Leitform einer Sozialstruktur beschreibt.

Diese Sozialstruktur tritt vor allem in vormodernenGesellschaften auf. Im Familismus nehmen die Sippe (Verwandtschaft) oder im engeren Sinne die (Groß)-Familie die Funktion einer die Existenz des einzelnen sichernden, sowie den gesamtgesellschaftlichen Zusammenhalt stützenden Instanz ein. Im idealen Familismus bilden sich keine Konflikte zwischen der Familienstruktur und anderen externen sozialen Akteuren. Letztere sind schlicht nicht existent oder bedeutungslos.[1]

Bereits das mythologisch hochdifferenzierte Beispiel des griechischen Götterpantheons – einer ausgesprochen familistischen Gesellschaftsformation – lehrt im Übrigen, dass familistische Gesellschaften in keiner Weise konfliktärmer als z. B. ständisch, versäult oder egalitär strukturierte

Etwas anders klingt es bei der Böll-Stiftung:

Die Ideologie des Familismus (oder auch Familialismus), die die gesellschaftliche Organisationsnorm aus dem Konzept einer „Idealfamilie“ ableitet, prägt seit Jahrhunderten Politik und Sozialstruktur in Deutschland und in anderen westlichen Ländern wesentlich mit. Familismus hat einen Ausgangspunkt, der schon immer nur für einen Bruchteil der Bevölkerung praktische Relevanz hatte: die Familie. Sie gibt es heute ebenso wenig, wie es sie je gegeben hat. Und schon gar nicht war sie zu allen Zeiten die bürgerliche Kleinfamilie, wie wir sie heute kennen. Familismus ist eine Spielart des Antifeminismus, denn nach der familistischen Ideologie herrschen in der heterosexuellen Kleinfamilie, die immer aus Vater, Mutter und Kind(ern) besteht, komplementäre Rollenaufteilungen entlag der Geschlechterlinien. Die Ideologie der „Familie als Keimzelle der Gesellschaft“ ist immer auf den Nationalstaat bezogen. Sie führt unweigerlich zur Diskriminierung von Individuen und Gruppen, die diesem Bild nicht entsprechen. Angesichts der „neuen“ rechtspopulistischen AkteurInnen hat sie Hochkonjunktur

Und eine weitere Beschreibung:

Familismus bezeichnet die weitgehende Identität von Familie und Gesellschaft. Danach bildet das System aller Familien das Gemeinwesen. Familismus ist auch die Überbewertung des familiären Bereichs als Quelle für soziale Kontakte. In familistischen Gesellschaften – dazu gehört die Bundesrepublik Deutschland ─ gilt die Familie als Dreh- und Angelpunkt aller sozialen Organisationen.
Selbst in das in frauenpolitischer Hinsicht fortschrittliche Grundgesetz für die BRD wurde 1949 der Familismus eingeschrieben, indem die Auffassung von der Familie als wichtigster Baustein einer Gesellschaft aufgenommen wurde und somit eine konservative Familienideologie, die Frauen und Männern eindeutige Rollen zuwies und die bis heute wirkt, verfestigt wurde. Erst die neue Frauenbewegung entwickelte Gegenkonzepte, die heute allerdings zu verblassen scheinen. Staatliche Familienpolitik fördert nach wie vor die traditionelle mit Vater, Mutter und Kind(ern) «normalbesetzte» Kleinfamilie in der Kinder erzogen und pflegebedürftige Menschen versorgt werden sollen. Die soziale Realität hat sich längst von diesem ideologischen Gemälde entfernt.
In der Einführung geht es zunächst um eine historische Rekonstruktion exemplarischer Theorien und Praxen, die zu jenem ideologisierten Familienverständnis führen, das auf das «Gemeinwohl» abzielt, faktisch aber alle Menschen ausschließt, die nicht zu einer Familie gehören und Frauen zu rechtlosen Wesen macht. Am Ende steht die Frage, ob es sinnvoll ist, ein kritikwürdiges System weiter auszuweiten, indem sich häufende Zusammenlebensformen durch vom Staat verordnete Gesetze «normalisiert» werden und damit wiederum andere daran gemessen und ausgegrenzt werden, wenn sie sich nicht in die familiale «Ordnung» fügen.“

Die Familie als Einheit, in der beide Eltern gemeinsame Kinder erziehen, scheint mir etwas zu sein, gegen das man schwer etwas anführen kann. Allenfalls kann man anführen, dass man zulässige Formen zu unrecht auf diese Art beschränkt und damit andere Formen (Homosexuelle, die gemeinsam Kinder betreuen, Patchworkfamilien (also Partner, die jeweils Kinder aus anderen Verbindungen in die neue mitbringen) oder diverse Situationen nach Trennung) abwertet. Der Vorwurf scheint mir aber mit der fast üblichen Ausdehnung verwendet zu werden, nachdem jedes Abstellen auf die klassische Familie bereits ein Familismus  darstellt.

 

„Die erste Hälfte deines Lebens versauen dir deine Eltern und die zweite die Kinder“

In dem Beitrag „Ich schäme mich für mein Geschlecht“ geht es um eine Besprechung einer Studie zur Lage der Frauen.

Da ist einiges interessantes drin:

Barbara Schöneberger moderiert. Ihr Claim an diesem Morgen lautet: Die erste Hälfte deines Lebens versauen dir deine Eltern und die zweite die Kinder. Damit ist sie die Galionsfigur dieser latent unglücklichen Frauenwelt, die einem hier präsentiert wird. Sie teilt sich ein in zwei Kategorien: Frauen mit Kindern und Frauen, deren Kinder schon aus dem Haus sind.

Man erkennt, dass es keine (rein) feministische Veranstaltung ist, denn dann hätte es natürlich heißen müssen: Beide Hälften deines Lebens versaut dir, dass Männer Frauen unterdrücken“. So immerhin eine Einteilung in Eltern und Kinder.

Etwas dazwischen, etwa Frauen, die Kinder haben, die aber nicht bei ihnen im Haus wohnen, wie es zum Beispiel bei der stellvertretenden Bundesvorsitzenden der FDP, Katja Suding, der Fall ist, gibt es nicht. Die würden hier unter „Rabenmütter“ laufen. Wer das definiert? Ach, ja, auch Frauen, wie Barbara Schönberger erzählt, denn wenn sie arbeite, kämen mitunter Frauen auf sie zu, die sie fragten: Und wer passt jetzt auf deine Kinder auf? Dein Mann? Das macht der mit?!

Sehr viele lachen über eine Tatsache, die wirklich überhaupt nicht lustig ist: Die „Frau“ ist der „Frau“ größter Feind. Woran das liegen könnte? Vielleicht ja daran, dass sie alle unglücklich sind, denn knapp die Hälfte aller befragten berufstätigen Frauen gibt laut der Rheingold-Studie an, unglücklich zu sein, da zwischen Job und Familie nichts mehr von ihren Bedürfnissen übrig bleibe.

Das ist in der Tat ein Klassiker, der sich in intrasexueller Konkurrenz anbietet:

  • Die Frauen, die eher Kindererziehung betreiben werfen den Frauen, die sich eher auf den Beruf fokussieren, vor, dass sie die Kinder vernachlässigen
  • Die Frauen, die sich eher auf den Beruf fokussieren werfen den Frauen, die eher Kinder betreuen, vor, dass sie nichts aus ihrem Leben machen

Und damit wird die Konkurrenz angestachelt.

Offenbar ist der Job hier nicht als persönliches Bedürfnis definiert, was mir für die „Frauen“ ein bisschen leidtut. Was den Frauen fehlt, ist Freizeit. So sei in der bundesweiten quantitativen Umfrage und den zusätzlich geführten 40 qualitativen Interviews herausgekommen, dass sich nur vier Prozent der Frauen durch Nichtstun entspannen könnten, wobei sich 69 Prozent zu Hause generell nicht entspannen könnten, da „zu Hause“ immer auch Arbeit bedeute. Barbara Schöneberger illustriert das wie folgt: Wenn unter der Couch noch Lego liege, könne sie am gegenüberliegenden Tisch nicht puzzeln.

„Sich Arbeit selbst machen“ ist auch ein Stichwort, welches in der Debatte oft zu kurz kommt. Eben weil Frauen in diesem Bereich wohl auch eher konkurrieren oder andere Vorstellungen haben als Männer.

Man könnte ihr nun sagen: Gut, bist du selbst schuld. Denn wer Kind und Karriere hat und zusätzlich noch Freizeit haben möchte – egal ob Mann oder Frau –, wird vermutlich keinen perfekten Haushalt haben. Praktische Lösung eins: Übergebe Hausarbeit an eine Putzfrau. Laut den Interviews würden viele Frauen das aber nicht wollen, weil die Putzfrau dann ja sähe, dass man den Haushalt nicht im Griff habe. Ah ja.

Das finde ich einen interessanten Ansatz, der auch durchaus bewusst macht, dass Frauen selbst einiges ändern können und es nicht nur an außerhalb ihres Verantwortungsbereich liegenden Verhalten anderer, die sie diskriminieren, liegt. Wäre interessant, ob es der tatsächliche Grund ist oder auch schlicht das „Zuhause sein wollen“ dabei eine große Rolle spielt, das man damit dann nicht verteidigen könnte.

Dazu kann man natürlich nicht viel mehr sagen, als: „Gute ‚Frau‘, Sie sind in einem Unsinnsrad gefangen, aus dem es leider wirklich keinen Ausweg gibt. Die fehlende Freizeit scheint Ihnen im Übrigen nicht genug zu fehlen. Ihnen reicht es, sich einfach nur zu beklagen.“ Die Antwort, die im Übrigen meine Antwort wäre: „Meine schmutzigen Teller beweisen mir jeden Tag, wie gut es in meinen Job läuft“, fällt nicht.

Ach, es wäre ein erfrischender Ansatz. Statt dessen immer nur politischer Aktionismus mit dem man der „Diskriminierung im Beruf“ Herr werden möchte.

Ihren Mann empfindet das unglückselige Wesen „Frau“ dabei auch noch als einen weiteren Störfaktor: Jede dritte Frau fühlt sich alleinerziehend trotz Partner.

Wie wohl der Satz eines Mannes: „Ich fühle mich alleinverdienend trotz Partner“ anhören würden?

Das verstehe ich ebenfalls nicht. So wie ich mir logischerweise kein Auto gemeinsam mit jemanden kaufen würde, wenn nur der andere es benutzen darf, würde ich selbstverständlich niemals einen Haushalt mit jemanden führen, wenn nur ich ihn pflegen muss, oder ein Kind mit jemanden bekommen, wenn er es nicht zu gleichen Teilen umsorgt und erzieht wie ich.

Wer wissentlich mit jemandem ein Kind bekommt, der sich darum nicht oder nur wenig kümmern will, ist, sofern ihm das nicht gefällt – entschuldigen Sie bitte meine Härte –, selbst schuld. Kein Staat und keine Politik kann einer Frau bei der Gleichberechtigung helfen, die sie selbst nicht für sich einfordert. Sie mögen keinen Chauvinismus? Dann heiraten Sie als Erstes doch schon mal bitte keinen Chauvinisten!

Da werden viele Frauen wahrscheinlich antworten, dass sie sich das zu einfach vorstellt. Denn die Klage vieler Frauen, dass man den Mann gerade mal so mit viel Nörgelei dazu bekommt, den Müll runter zubringen, hört man ja durchaus häufiger. Allerdings mag das eben auch daran liegen, dass Frauen viele Arbeiten als Notwendig ansehen, die die Männer in dem Moment noch nicht als notwendig ansehen, eben zB die Legosteine unter dem Sofa und auch nichts dagegen hätten, wenn man eine Putzfrau engagiert.

Dazu im Text dann auch gleich:

Im Weiteren wird deutlich, dass der Mann eventuell gar nicht unbedingt das alleinige Problem ist. Denn die „Frau“ will den Haushalt offenbar irgendwie auch alleine machen und sich dann aber auch – klar – darüber beschweren. Barbara Schöneberger und Studie beschreiben ein Frauenbild, dass das Gefühl hat, die Kinder und der Ehemann „pinkeln ihr in den eigenen Vorgarten“, wenn sie etwas unordentlich machen. Denn die „Frau“ wolle in puncto Familienorganisation alle Fäden selbst in der Hand halten.

Der Haushalt ist eben ihr Revier und viele Frauen neigen auch dazu, es dann auf ihre Weise gemacht haben zu wollen, nicht auf seine.

Die Hautärztin Patricia Ogilvie erklärt, dass ihr Mann Schwierigkeiten bekommen habe, als sie in der „Bunten“ mal gesagt habe, dass sie ihren Haushalt unisex führten. Ihr Mann sei von Kollegen aufgezogen worden: „Trinken wir dann noch ein Bier, nachdem du gebügelt hast?“ „2017“ sagt der Kalender meines Handys, was mich nicht beruhigt, sondern seltsam verstört.

Das ist sicherlich auch ein Generationenproblem, aber auch eine Frage, wie man sich die Beziehung einrichtet: Wenn beide Vollzeit arbeiten, mit gleicher Stundenzahl, dann wird man auch mehr teilen, wenn einer der beiden Halbtags arbeitet, damit eben mehr Zeit für die Familie bleibt, dann wird der mehr machen.

Natürlich gibt es dazu auch eine Replik:

Meine Kollegin Julia Friese hat vor ein paar Tagen einen Artikel mit der Überschrift „Ich schäme mich für mein Geschlecht“ geschrieben. Der Text war wie eine Zeitreise. Wahrscheinlich hätte ich vor 15 Jahren genauso einen Schwachsinn geschrieben. Trotzdem (oder genau deshalb) habe ich viel gelacht.

Meine Kollegin schämt sich, eine Frau zu sein. Der Grund dafür liegt allerdings nicht bei ihr selbst, weil sie, wenn ich es richtig verstehe, so etwas wie eine perfekte Frau ist. Sie ist voll glücklich und im Reinen mit sich, ihrem Lebensabschnittsgefährten, ihrer ein-bis-drei-Zimmer-Wohnung, den beiden Kaffeetassen, die morgens ungefähr anfallen und mit den Texten, die sie gelegentlich für uns schreibt. Meine Kollegin ist eine glückliche Frau. Schön für sie.

Und das ist sicherlich auch nicht falsch: Als Paar ohne Kinder lässt sich vieles sehr viel einfacher einrichten als später mit Kindern.

Charles Darwins Gedanken zum Thema Heirat (seiner eigenen)

Bevor er heiratete überlegte Darwin kurz, was die Vor- und Nachteile der Ehe sind:

THE FOLLOWING notes in Charles Darwin’s hand were hurriedly scrawled in pencil on scraps of paper; one is on a letter addressed to him whilst he was living at 36 Great Marlborough Street. The writing of the notes must therefore have been in one of the years 1837 or ’38. He was married to Emma Wedgwood on January 29th, 1839. How these youthful questionings escaped destruction cannot now be known. Perhaps they fell into the hands of Emma herself?

Work finished Work finished
If not marry TRAVEL? Europe— Yes? America????
If I travel it must be exclusively geological — United States — Mexico.Depend upon health and vigour and how far I become zoological. If I don’t travel—Work at transmission of Species—microscope—simplest forms of life—Geology—Oldest formations?? Some experiments—physiological observations on lower animals.

(B).    Live in London—for where else possible—in small house near Regents Park—keep horses—take Summer tours collect specimens some line of Zoolog: speculations of Geograph: range and geological general works—systematize and study affinities.

If marry—means limited—
Feel duty to work for money. London life, nothing but Society, no country, no tours, no large Zoolog: collect., no books. — Cambridge Professorship, either Geolog: or Zoolog:—comply with all above requisites—I couldn’t systematize zoologically so well.
But better than hibernating in country—and where? Better even than near London country house—I could not indolently take country house and do nothing— Could I live in London like a prisoner? If I were moderately rich I would live in London, with pretty big house and do as (B)—but could I act thus with children and poor—? No— Then where live in country near London; better; but great obstacles to science and poverty.
Then Cambridge, better, but fish out of water, not being Professor and poverty. Then Cambridge Professorship,—and make best of it—do duty as such and work at spare times—My destiny will be Camb. Prof. or poor man; outskirts of London—some small square etc.—and work as well as I can.
I have so much more pleasure in direct observation, that I could not go on as Lyell does, correcting and adding up new information to old train, and I do not see what line can be followed by man tied down to London.—In country—experiment and observations on lower animals,—more space—

The second paper is headed:—This is the Question

MARRY Not MARRY
Children—(if it please God)— constant companion, (friend in old age) who will feel interested in one, object to be beloved and played with—better than a dog anyhow—Home, and someone to take care of house—Charms of music and female chit-chat. These things good for one’s health. Forced to visit and receive relations but terrible loss of time.

My God, it is intolerable to think of spending one’s whole life, like a neuter bee, working, working and nothing after all.—
No, no won’t do.—
Imagine living all one’s day solitarily in smoky dirty London House.—Only picture to yourself a nice soft wife on a sofa with good fire, and books and music perhaps—compare this vision with the dingy reality of Grt Marlboro‘ St. Marry—Marry

No children, (no second life) no one to care for one in old age.—

What is the use of working without sympathy from near and dear friends—who are near and dear friends to the old except relatives.
Freedom to go where one liked
—Choice of Society and little of it. Conversation of clever men at clubs.—
Not forced to visit relatives, and to bend in every trifle—to have the expense and anxiety of children—perhaps quarrelling.
Loss of time—cannot read in the evenings—fatness and idleness —anxiety and responsibility—
less money for books etc—if
many children forced to gain one’s bread.—(But then it is very bad for one’s health to work too much)
Perhaps my wife won’t like London; then the sentence is banishment and degradation with indolent idle fool—

It being proved necessary to marry—When? Soon or Late. The Governor says soon for otherwise bad if one has children—one’s character is more flexible—one’s feelings more lively, and if one does not marry soon, one misses so much good pure happiness.—On the reverse side of the page comes the summing up

But then if I married tomorrow: there would be an infinity of trouble and expense in getting and furnishing a house,—fighting about no Society—morning calls—awkwardness—loss of time every day—(without one’s wife was an angel and made one keep industrious)—Then how should I manage all my business if I were obliged to go every day walking with my wife.—Eheu!! I never should know French,—or see the Continent,—or go to America, or go up in a Balloon, or take solitary trip in Wales—poor slave, you will be worse than a negro—And then horrid poverty (without one’s wife was better than an angel and had money)—Never mind my boy—Cheer up—One cannot live this solitary life, with groggy old age, friendless and cold and childless staring one in one’s face, already beginning to wrinkle. Never mind, trust to chance—keep a sharp look out.—There is many a happy slave—

Konservative Geschlechterrollen: Der Schutz der Familie

In der konservativen Wertvorstellung ist die Familie die wichtigste Instanz und ihre Einheitlichkeit und ihr Fortbestand schützenswert. Allerdings kann dieser Schutz dann eben auch ins Gegenteil umschlagen: Der Schutz der Familie kann eben auch zu Lasten derer Mitglieder gehen:

Wer die Familie schützt, der kann zB Vaterschaftstests erschweren, weil das Aufdecken eines Seitensprunges eben die Familie gefährdet. Gerade im Zusammenspiel damit, dass die Frau schutzbedürftig ist und die Kinder erziehen muss kann Schutz der Familie sich eben auch gerade gegen den Mann richten. Es kann bedeuten, dass der Mann entsprechend mehr verliert, wenn er sich „aus der Verantwortung stehlen will“. Es kann bedeuten eben gerade die Unterhaltspflichten möglichst hoch anzusetzen und den nachehelichen Unterhalt möglichst lang.

Es kann eben auch bedeuten, dass man die Ehe als „Costly Signal“ erhält, indem man sich einen Ausstieg sehr gut überlegen muss: Steig aus der Familie aus und du musst zahlen wie vorher, nur das du deine Kinder nicht mehr bei dir hast.

So kann man auch verhindern, dass sich der Mann nach einer neuen, jüngeren Frau umschaut und die Monogamie aufkündigt.

Hier trägt eben auch der Gedanke, dass die Frau die unschuldige und schützenswerte ist, zusammen mit den Kindern, bei. Es ist dagegen der männliche Sexualtrieb, den man auf die richtige Bahn leiten muss, um die Familie zu schützen.

Parasitismus und Symbiose

Weil die beiden Begriffe aus meiner Sicht in der Geschlechterdebatte zu häufig verwechselt werden, (1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9)  hier mal kurz ein paar Definitionen:

Parasitismus:

Parasitismus (altgriechisch παρά para „neben“, σίτειν sitein „mästen, sich ernähren“; auch Schmarotzertum) im engeren Sinne bezeichnet den Ressourcenerwerb mittels eines in der Regel erheblich größeren[1] Organismus einer anderen Art, meist dient die Körperflüssigkeit dieses Organismus‘ als Nahrung. Der auch als Wirt bezeichnete Organismus wird dabei vom Parasiten geschädigt, bleibt aber in der Regel am Leben. In seltenen Fällen kann der Parasitenbefall auch zum Tod des Wirtes führen, dann aber erst zu einem späteren Zeitpunkt.

Im weiteren Sinne kann Parasitismus als eine Steigerung der Fitness des Parasiten verstanden werden, die bisweilen verbunden ist mit einer Verminderung der Fitness des Wirtes.

Symbiose:

Symbiose (von griechisch σύν sýn ‚zusammen‘ sowie βίος bíos ‚Leben‘)[1] bezeichnet in Europa die Vergesellschaftung von Individuen unterschiedlicher Arten, die für beide Partner vorteilhaft ist.

vgl. auch diesen Artikel zu den Vorteilen der Arbeitsteilung

Ein paar Gedanken zu Familie und Weihnachten

Hier ein paar Gedanken zur Weihnachtszeit:

  • ist man erst einmal von zuhause ausgezogen und lebt getrennt von den Eltern, dann vermisst man schnell die Eigenständigkeit, an die man sich gewöhnt hat: Für viele Eltern scheint es schwierig zu sein, sich daran zu gewöhnen, dass die Kinder inzwischen älter sind und nicht mehr die kleinen Kinder von früher sind. Mit der höheren Selbständigkeit stören einen bestimmte Verhaltensweisen mehr und es kommt hinzu, dass auch die Eltern älter werden und damit mitunter weniger angepasst werden
  • Gerade Mütter haben die Angewohnheit einem über Personen zu erzählen, die man irgendwann mal entfernt kannte, weil sie sich gelegentlich mit deren Müttern unterhalten: „Doch, den kennst du, der war mit dir im Kindergarten“.
  • Wie schaffen es Eltern eigentlich ihren Computer in einen derartigen Zustand zu bringen ohne Ahnung von Computern zu bringen?
  • Der Wunsch, dass bei einem Familienfest alles perfekt ist und traute Familieneinheit demonstriert wird kann zusätzlichen Druck aufbauen, der dann zu einer besonderen Gereiztheit führen kann, die alle besonders dünnhäutig werden lässt.
  • Familienrituale können eine sehr vertraute Atmosphäre schaffen und eine gute Atmosphäre schaffen.