Orgasmusgleichberechtigung

Im Spiegel bzw Bento werden Vorwürfe erhoben:

Ein Orgasmus ist super, da muss man nicht groß etwas erklären. Weniger super ist, dass die meisten Frauen keinen beim Sex haben.

Immer wieder liest man, dass Frauen beim Sex etwa 20 Minuten brauchen, um überhaupt zu kommen – wohingegen sie wesentlich weniger Zeit benötigen, wenn sie es sich selbst machen. Nämlich nur vier Minuten (The Establishment).Männer hingegen brauchen beim Sex nur zwei bis 10 Minuten, um zu kommen. Das Ganze wird mit dem unterschiedlichen Körperbau begründet, oder auch gerne mit dem Satz „das ist eben so“.

Das das eben nicht einfach so ist, zeigt die Journalistin Suzannah Weiss mit Hilfe zahlreicher Studien und Belege. (The Establishment)

„Wir müssen reden“

Die wöchentliche Kolumne von Kathrin Weßling. Denn: Wir müssen reden. Über einfach alles. Am meisten aber über die Themen, die gerade aktuell brennen. Das kann ein Shitstorm sein oder eine Liebeserklärung, ein Aufschrei oder ein Kopfschütteln – gesprochen wird über alles, was beschäftigt oder bewegt, nervt oder einfach gerade im Raum steht.

Das „Problem“ sind nämlich nicht die Anatomie und dieser schwierige, schwierige Körper der Frau, der selbst im Jahr 2018 noch ein solches Mysterium ist, dass Männer kaum in der Lage sind, die weiblichen Genitalien auch nur korrekt aufzuzeichnen.

Also kurz gesagt: Wir Männer haben es mal wieder versaut und rauben quasi nach dem Lohn den Frauen auch noch den Orgasmus. Ich vermute mal die meisten Frauen werden ihre Genitalien auch nicht wirklich besser zeichnen können als die Männer, aber leider wird ja allgemein wenig an diesen Thesen gründlich dargelegt.

Die Wahrheit, sie ist so simpel wie unerhört:

Das Vorspiel richtet sich in den meisten Fällen nicht nach den Bedürfnissen der Frau, sondern nach denen des Mannes.

Dabei wäre es genau das Vorspiel, das sie zum Orgasmus bringen würde. Vielleicht sogar in vier Minuten.

Das ist etwas, das Männer nicht gerne hören. Es bedeutet, dass sie etwas daran ändern könnten. Ebenso, wie die Frauen selbst. Denn ändern lässt sich an „falschem“ Vorspiel nur etwas durch Kommunikation.

Auch eine interessante Unterstellung. Wir hören es üblicherweise sehr gerne, wenn eine Frau kommt. Aber tatsächlich ist aus meiner Sicht die Orgasmusfähigkeit bei Frauen ganz unterschiedlich. Die eine Frau ist problemlos zum Orgasmus zu bekommen, die andere Frau muss dazu in einer perfekten Stimmung sein, sonst klappt es nicht (und alles dazwischen). Einfach mal das Vorspiel erhöhen, als ob das schlicht die Lösung ist.

Aber wie soll die funktionieren, wenn in den Köpfen der meisten Menschen steckt, dass das Ganze eben anatomisch begründet ist – und damit irgendwie okay, weil man am eigenen Körper ja schlecht etwas ändern kann?

Es ist wenig verwunderlich, wenn es anatomisch begründet wäre, denn die Menschen haben ja nun einmal auch unterschiedliche Geschlechtsorgane.

Den besten Sex hatte ich immer dann, wenn ich darüber sprach: Was mag ich, was brauche ich und, so unangenehm es ist: Was mag ich nicht. Das konnte ich, weil ich meinen Körper mittlerweile ziemlich gut kenne und mir Statistiken egal sind.

Statistiken sollten einem nicht egal sein, man sollte sich nur bewußt machen, dass sie wenig über einen selbst aussagen müssen. Denn sie geben ja nicht vor, wie Leute sind, sondern wie der Schnitt ist und bei den klassischen Normalverteilungen sagt es wenig über das Individuum aus.

Ganz gefährlich ist es in er Hinsicht auch von sich auf andere zu schließen. Vielleicht hat sie schlicht das Glück recht einfach zu kommen.

Mal komme ich, mal nicht. Mal schnell, mal gar nicht.Zum Glück hatte ich meist Partner, mit denen das Reden gut ging. Das war aber nicht immer so.

Wie jede Frau hörte ich unzählige Male in meinem Leben, wie schwierig das bei „uns Frauen“ sei, wie kompliziert. Bei Männern sei das ja so einfach. Das Schlimmste: Das sagen auch viele Frauen.

Könnte daran liegen, dass es bei vielen Frauen auch stimmt.

Aber: Auch Männer werden durch diese 20-Minuten-Angabe unter Druck gesetzt. Brauchen sie nämlich selbst einmal länger als ein paar Minuten, stimmt vielleicht etwas nicht. Dass mit ihnen absolut alles okay ist und auch Männer oft durch Stress, Druck oder andere äußere und innere Faktoren nicht kommen können – das sagen diese Zahlen und Statistiken nicht.

Deswegen sind Statistiken noch lange nicht egal. Es ist nur Blödsinnig, sich unter Druck setzen zu lassen. Es dürfte auch für jeden Mann eine ganz normale Erfahrung sein, dass er mal schneller und mal langsamer kommt. Und es dürfte für sexuell erfahrene Frauen auch klar sein, dass auch der männliche Orgasmus nicht wie ein Timer funktioniert.

Den besten Sex hatte ich immer dann, wenn ich darüber sprach: Was mag ich, was brauche ich
Kathrin

Was bleibt, ist Verunsicherung und zu wenig Kommunikation. Sexismus, der nicht mal bei der intimsten Sache der Welt Halt macht: die Frau, das komplizierte und kaputte Geschlecht, das irgendwie nicht so richtig funktioniert, wie es funktionieren sollte.

Dabei ist Sexualität und Begierde so individuell wie wunderschön. Und vor allem: Lust ist ein verdammtes Geschenk. Es ist ein Geschenk, dass wir es miteinander teilen dürfen. Und teilen sollten.

Gott, was für ein inhaltsleeres Gelaber. Enthält dieser Artikel eigentlich irgendetwas mit Substanz? Er scheint sich in Allgemeinplätzen zu erschöpfen, dass es Abweichungen beim Individuum gibt. Und Das Männer keine Genitalien zeichnen können und deswegen irgendwie Schuld sind.

Lust ist ein verdammtes Geschenk
Kathrin
Der weibliche Orgasmus, er wird zu Unrecht mystifiziert und verkompliziert. Wir verstehen uns falsch, wenn wir glauben, dass Frauen einfach nur nicht so schnell kommen können. Sie können. Aber dafür muss man ihnen zuhören und zusehen. Man muss sie fragen und man muss sie machen lassen. Es muss doch der Wunsch jedes Menschen sein, dass der Sex mit der anderen Person für beide gleich schön ist

Einfach fragen ihr dummen Männer. Dann kommt sie sofort. Gott, was für eine Arroganz. Genug Frauen haben keine Ahnung von ihrem Körper, genug Frauen kommen auf komplizierte und langsame Weise und häufiger auch mal nicht. Viele Frauen kommen recht unkompliziert.

Am Ende geht es also um Gleichberechtigung. Und so, wie Frauen nicht schwächer, langsamer oder dümmer sind als Männer, so sind sie auch nicht weniger kinky oder erregt. Wir alle sollten nichts auf die 20-Minuten-Ansage geben. Denn wir haben keinen Sex mit Statistiken, sondern mit Menschen. Jeder sollte den anderen genug achten und respektieren, um ihm den gleichen Spaß zu wünschen, wie sich selbst

Nein, Frauen sind nicht schwächer. Wie könnte man auch darauf kommen? Also jetzt außer dem Punkt, dass Testosteron ein Dopingmittel ist, den Muskelaufbau fördert und Männer etwa 10 mal mehr davon im Körper haben. Und das Männer in den allermeisten Sportarten in denen es auf Kraft ankommt deutlich besser abschneiden. Und das sie schlicht auch mehr Muskelmasse haben. (Schlappe 61% mehr)

Und die Unterschiede im sexuellen Bereich sind natürlich auch enorm

Ein unglaublich schlecht geschriebener Artikel, der sinnlose Gleichmacherei mit Männerbashing verbindet, und dann ein paar Allgemeinplätze hinterherhaut, dass man Statistiken ignorieren soll.

Dazu auch:

 

 

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Eine Frau zum Orgasmus bringen

Dies ist ein Gastartikel von Aurelie

Der weibliche Orgasmus ist kein „Mythos“, den es zu entschlüsseln gilt, und er ist auch nicht kompliziert. Komplex, ja – aber welcher körperliche Vorgang ist nicht komplex?

Wenn ich im Folgenden über Frauen schreibe, so heißt das nicht, dass sich darin jede Frau wiederfinden muss. Es geht vielmehr um eine grobe Richtung, deren individuelle Ausgestaltung jeder Frau oder jedem Paar selbst obliegt. Da ich alles andere als allwissend bin, ergeben sich sicherlich in den Kommentaren noch weitere Anregungen. Man lernt schließlich nie aus.

Der wichtigste Faktor, wenn es ums Kommen geht, ist Zeit. Frauen haben in der Regel eine andere Erregungskurve als Männer. Wie ein Elektroherd, der etwas braucht, bis er so richtig warm ist, dafür aber lange (nach)glüht. Das männliche Äquivalent ist der Gasherd: an – aus bzw. Flamme da – Flamme weg. Ein Orgasmus braucht also – neben der richtigen Technik – Zeit. Die gute Nachricht: Während der Aufwärmphase gibt es viel Richtiges und wenig Falsches. Spricht: Es geht vor allem darum, den Körper und insbesondere die Vulva bereit zu machen, sie aufzuwärmen. Dazu braucht es kein Kerzenlicht-Eros-Ramazotti-Getue, sondern angenehme und stimulierende Berührungen. Eine praktische Stellung, die das gegenseitig entspannt ermöglicht, ist sich gegenüber zu sitzen mit angewinkelten Knien. Wer sich nur der Frau widmen möchte, der kann sie bitten, sich auf den Rücken zu legen, während man sich neben sie legt oder zwischen ihre Beine setzt.

Beim Aufwärmen geht es wie gesagt nicht darum, so schnell wie möglich alle möglichen „magische“ Knöpfe zu drücken, um endlich am Ziel anzukommen. Langsame, wertschätzende Berührungen ebnen dagegen den Weg. Der ganze Körper kann miteinbezogen werden.

Wenn sich der Schwerpunkt der Berührung langsam Richtung Vulva nähert, kann ein hochwertiges Öl (bspw. reines Mandelöl), das Ganze intensivieren. Viele gehen automatisch davon aus, dass die eigene Feuchtigkeit ausreicht. Für eine ausgiebige Massage der gesamten Vulva trifft das in der Regel nicht zu. Manche Frauen scheuen sich, zusätzliche Lubrikation einzufordern, weil sie denken, das würde dem Mann sexuelle Unlust signalisieren. Davon sollte man sich freimachen.

Von dem Gedanken, dass die Vagina jederzeit sexuell aufnahmebereit ist, sollte man sich ebenfalls freimachen. Auch wenn das zugegebenermaßen ein schöner Gedanke ist 🙂 Viele Frauen haben verlernt, auf sich zu hören und zu spüren, wann sie wirklich bereit zur Penetration sind. Je länger man(n) also abwartet, bis man mit den Fingern oder dem Penis eindringt, umso angenehmer wird das in der Regel für die Frau sein. Die Vagina wird mit steigender Erregung weiter, größer und besser durchblutet.

Kleiner Exkurs beendet. Wir sind also bei der Vulva bzw. deren Massage. Dabei es gibt einige Massagetechniken, die ich im Folgenden aufzähle. Wichtig ist, dass du diese Massagegriffe ohne Hektik und möglichst langsam ausführst. Wie gesagt: Je länger du bei jedem Griff verweilst, umso größer ist die Chance eines Orgasmus. Am besten können die Massagegriffe ausgeführt werden, wenn die Frau auf dem Rücken liegt und ihre Beine gespreizt und leicht angewinkelt sind.

Nimm deine ganze Hand und lege sie mit den Handflächen nach unten über die gesamte Vulva. Übe dabei leichten Druck aus, sodass sie deine Hand gut spüren kann. (Dieser Griff eignet sich auch gut, um zwischen den anderen Griffen durch eine kleine Pause die Erregung zu steigern.)

Nimm die großen und danach die kleinen Schamlippen jeweils einzeln zwischen deine Finger und massiere sie (sanft).

Drücke die kleinen Schamlippen mit deinen beiden Daumen zusammen und verschiebe sie gegenseitig (auch versetzt).

Mit den äußeren Handkanten die inneren und äußeren Schamlippen umfassen und wie beim Feuermachen sanft gegeneinander reiben.

Mit zwei Fingern fährst du die inneren und äußeren Schamlippen nacheinander oder gleichzeitig in langen Strichen von oben nach unten entlang und umgekehrt. Ein Finger kann dabei gleichzeitig (bewegungslos) auf der Klitoris liegen.

Die Klitoris zwischen Daumen und Zeigefinger mit leichten Drehbewegungen massieren, ohne die Vorhaut vorher zurückzuziehen. Die andere Hand ruht auf der Vulva.

Mit der einen Hand die Vorhaut der Klitoris zurückziehen und wieder loslassen, mit der anderen Hand die Vulva halten.

Die Klitoris mit einer Fingerspitze direkt massieren. Probiere sehr, sehr sanfte, jedoch kontinuierliche Bewegungen.

An dieser Stelle unbedingt auf genügend Lubrikation und die Reaktion deiner Partnerin achten oder fragen, ob die direkte Berührung der Klitoris so angenehm ist. Falls nicht, beginnst du von vorne oder bittest sie, dir zu zeigen, welche Berührungsintensität für sie angenehm ist. Manchmal reicht eine kleine Modifikation. Wenn ihr eine Intensität gefunden habt, die für sie angenehm ist, bleib dabei. Je nachdem, wie erregt deine Partnerin ist, ist dies bereits der Punkt, an dem sie nach einer gewissen Zeit einen Orgasmus erreicht. Falls nicht, kannst du wieder die anderen Massagegriffe anwenden und später auf die direkte Massage der Klitoris zurückkommen.

Nach der Massage der Klitoris könnt ihr zur Penetration übergehen. Falls du mit den Fingern vorfühlen möchtest, um ihre Bereitschaft (und ihre Lust) weiter zu steigern, erkunde den Scheideneingang (nur den Eingang) langsam mit einem Finger. Das ist der empfindlichste Bereich der Scheide. Umfahre Klitoris und Scheideneingang in einer Achter-Bewegung. Auf die G-Punkt-Massage gehe ich an dieser Stelle nicht mehr ein. Mit den beschriebenen Griffen erreicht man denke ich bereits angenehme Ergebnisse. Selbst wenn sich kein Orgasmus ergibt, so ist die Penetration nach einer solchen Massage etwas völlig anderes.

Wer sich nach dem Beitrag nach dem männlichen Massage-Äquivalent fragt – keine Sorge, das gibt es. Und es lohnt sich für jede Frau (jeden Mann), das ebenfalls zu erlernen.

Warum täuschen Frauen eine Orgasmus vor?

Eine Studie zum Vortäuschen eines Orgasmus durch Frauen:

The current study tested the hypothesis that women pretend orgasm as part of a broader strategy of mate retention. We obtained self-report data from 453 heterosexual women (M age, 21.8 years) in a long-term relationship (M length, 32.8 months) drawn from universities and surrounding communities in the southeastern United States. The results indicated that (1) women who perceived higher risk of partner infidelity were more likely to report pretending orgasm, (2) women who reported greater likelihood of pretending orgasm also reported performing more mate retention behaviors, and (3) women’s perceptions of partner infidelity risk mediated the relationship between pretending orgasm and the performance of cost-inflicting mate retention behaviors, such as Intersexual Negative Inducements (“Flirted with someone in front of my partner”) and Intrasexual Negative Inducements (“Yelled at a woman who looked at my partner”). Thus, pretending orgasm may be part of a broader strategy of mate retention performed by women who perceive higher risk of partner infidelity.

Quelle: Do Women Pretend Orgasm to Retain a Mate? (Volltext, PDF)

Auch interessant: Die dortigen Zahlen dazu:

Women are more likely to report pretending orgasm during intercourse than are men (e.g., Thornhill et al., 1995). According to previous research, about 50% to 60% of women self-report pretending orgasm (Darling & Davidson, 1986; Hite, 1976; Muehlenhard & Shippee, 2009; Schaefer, 1973; Wiederman, 1997; see Muehlenhard & Shippee, 2009, for review). We are aware of only one study investigating men’s self-reports of pretending orgasm (Muehlenhard & Shippee, 4 2009). In a sample of 180 male college students, 18% reported pretending orgasm (compared to 48% of women in a parallel sample).

Das sagt natürlich nichts über die Häufigkeit des Vortäuschens aus.

Zu den positiveren Gründen:

Although we found a positive relationship between pretending orgasm and Positive Inducements and Public Possession Signals, we were unable to detect a relationship between perceptions of partner infidelity risk and these two categories of mate retention. Women may pretend orgasm to display commitment and interest to their partners; these behaviors are similar to benefit-provisioning acts included in the Positive Inducements and Public Possession Signals categories (e.g., “Gave in to my partner’s sexual requests”). In other words, higher perceived risk of partner infidelity risk is not the only predictor of pretending orgasm. Women sometimes engage in such behaviors to emphasize love and care. Because men are attentive and interested in a female partner’s orgasm, women may pretend orgasm to keep their partner happy. Darling and Davidson (1986) asked participants open-ended questions regarding pretending orgasm; the primary response by 51% of women who pretended orgasm was “feel guilty, but it is important to satisfy my partner”

Der Umstand, dass der Partner kommt, ist eben häufig für beide wichtig. Der Mann möchte, dass die Frau kommt und es macht ihn glücklich, wenn das der Fall ist (was biologisch sowohl für Befruchtung und aufgrund der ausgeschütteten Hormone auch für die Partnerbindung (und damit auch wiederum für die Fortpflanzung, da das wiederum mehr Sex und geringere Fremdgehwahrscheinlichkeit bedeutet) interessant ist). Die Frau möchte auch, dass der Mann kommt, einmal weil es ebenfalls Partnerbindungsaspekte hat, aber mitunter eben auch, weil sie weiß, dass er versuchen wird seinen Orgasmus zu verzögern bis sie kommt, aber auch weiß, dass sie nicht kommen kann und es im Sinne der Partnerschaft besser ist, einen Orgasmus vorzuspielen, damit er dann kommen kann.

Beim Mann dürfte es ähnlich sein. Er weiß, dass die Frau ihn zum Orgasmus bringen will, aber er nicht kommen kann (Alkohol, schon zuviel Sex, zuviel Stress, was auch immer). Sie wird sich schlecht fühlen, wenn sie ihn nicht zum Orgasmus bringen kann, er hat aber einfach keine Lust mehr, es weiter zu versuchen. Der Mann hat allerdings das Problem des Ergusses, der mit dem Orgasmus verbunden wird und schwerer vorzutäuschen ist.

 

Warum Frauen seltener zum Orgasmus kommen als Männer

rätselt die Mädchenmannschaft und zitiert einen Psychologen:

…aber warum Frauen dann trotzdem nach wie vor schwieriger oder weniger gut kommen als Männer, erkennt Fogel in der Disharmonie des eigenen Körpergefühls. Mehr Körpersensibilität gegenüber den eigenen, auch emotionalen, Bedürfnissen sowie denen des Partners erlaubt uneingeschränkte Intimität und erleichtert den Weg zum Orgasmus.

Das hat natürlich wenig mit der Unterdrückung der weiblichen Sexualität durch die Gesellschaft, das Patriarchat oder sonst was zu tun, weswegen man bei der Mädchenmannschaft skeptisch ist:

Das ist mir viel zu lasch als Erklärung in einer Welt, in der besonders Frauen nach wie vor suggeriert wird, Sex ohne Liebe funktioniere für sie nun mal nicht.

Da ich auch so etwas vertrete hier vielleicht noch einmal etwas zum weiblichen Orgasmus:

Der Orgasmus hat mehrere Funktionen. Zum einen ist er ein Anreiz beim Sex, der auf den ausgeschütteten Glückshormonen beruht, zum anderen werden hierbei auch Bindungshormone ausgeschüttet.

Mit dem Orgasmus geht beim Mann zudem meist der Samenerguss einher (das das zwei verschiedene Sachen sind ist wieder eine andere Sache, die vielleicht auch die Statistik etwas verfälscht). Der Vorteil ist offensichtlich: Mögliche Befruchtung der Frau.

Bei der Frau ist dies etwas komplizierter: Während es dem Mann aufgrund der damit verbundenen geringen Kosten recht egal sein kann, in welche Frau er seinen Samen spritzt, solange er keine Versorgungsleistungen erbringt, hat die Frau immer Zusatzkosten, wenn sie schwanger ist.

Sie muss daher besser abwägen, mit wem sie das Risiko eingeht schwanger zu werden. Es bestehen zwei wesentliche Strategien

  • Ein möglichst gutes Genmaterial erwischen, so dass die Kinder möglichst hochwertig sind, evt. mit der Möglichkeit verbungen, die Betreuung durch einen anderen Mann vornehmen zu lassen, der nicht Vater der Kinder ist (Kurzzeitstrategie)
  • Einen Mann zu finden, der bereit ist in seine Kinder und deren Aufzucht zu investieren (Langzeitstrategie)

(nur der Vollständigkeit halber: Beide Strategien können natürlich kombiniert werden: Der Langzeitpartner soll nach Möglichkeit dem Kurzzeitpartner in der „Qualität“ so nahe wie möglich kommen).

Gut wäre es nun einen Steuerungsmechanismus zu haben, der die Befruchtungswahrscheinlichkeit anhand dieser Kriterien erhöht oder absenkt. Hier kommt die Mechanik des weiblichen Orgasmus zum Tragen:

Der Muttermund erzeugt beim Orgasmus einen gewissen Sog, der dem Sperma den Weg zum zu befruchtenden Ei erleichtert. Die kurz vor, während und danach ausgeschütteten Sekrete erhöhen die Gleitfähigkeit, erhöhen den pH-Wert der Scheide, was die Lebensfähigkeit des Spermas erhöht etc.

Eine Frau, die einen Orgasmus hat, wird daher an ihren fruchtbaren Tagen mit höherer Wahrscheinlichkeit schwanger. Wenn die Frau nun gerade bei einem Mann, der sie besonders erregt (Alphamann, Kurzzeitstrategie) oder der besonders in sie investiert (Langzeitstrategie) zu einem Orgasmus kommt, dann werden die sinnvollen Strategien hierdurch gefördert.

Für die Frau lohnt es sich dabei aus evolutionärer Sicht nicht, wenn sie schnell kommt. Ich vermute sogar, dass sie im Laufe der Evolution eher langsamer gekommen ist und es schwieriger wurde sie zum Orgasmus zu bringen. Denn dann, wenn der Mann entweder besonders heiß ist oder dann, wenn er sich besonders anstrengend, werden die evolutionären Interessen der Frau eher umgesetzt (die der einzelnen Frau, die gerne kommen würde, allerdings nicht). Zumal der Mann, der es dennoch schafft eine Frau trotz dieser Schwierigkeiten zum Orgasmus zu bringen, dann auch sicherer sein kann, dass sie ihn will, auch hier können also Handicap-Theorie und Signalingtheorie herangezogen werden. Hier dürfte der Grund dafür liegen, dass der weibliche Orgasmus eher vorgetäuscht wird und die weibliche Lust in Pornos überhöht dargestellt wird.

Dabei spielt natürlich auch das hinein, was der Psychologe oben feststellt:

Um so eher die Frau mit sich selbst zufrieden ist um so eher wird sie auch glauben, dass der Mann mit ihr zufrieden ist, was der Langzeitstrategie entgegen kommt. Ist sie unsicher und gestresst, dann wird sich der Effekt nicht unbedingt einstellen.

Mein Tipp zu einem guten Orgasmus für die Frau ist übrigens die Verzögerung:

Die Frau immer wieder kurz vor dem Orgasmus bringen, dann wieder etwas nachlassen, dann wieder kurz vor den Orgasmus bringen bis sie schließlich irgendwann kommt. Macht den Orgasmus für die meisten Frauen sehr intensiv.

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