Haare als „fundamentaler“ Bestandteil von Schönheit

Emily Ratajkowski hatte einen neuen Werbedeal mit einem Shampoo-Hersteller abgeschlossen und ein Bild von sich mit Betonung auf dem Haar und dem Spruch:

“Hair is a fundamental part of beauty, femininity, and identity. So excited to announce that I am the new face of @kerastase_official!”

Dies war das Bild, der Spruch wurde inzwischen geändert:

Die Reaktionen waren wohl für sie unerwartet harsch:

“Hair is not a ‘fundamental’ part of beauty. There are people with cancer and other illnesses who are unfortunately undergoing treatment that causes them to lose their hair. Saying that hair is a ‘fundamental’ part of beauty is extremely shallow and it gives off the false idea that hair is a necessity,” commented one Instagrammer.

“Where’s the apology????” asked another.

Ratajkowksi quickly went into damage-control mode, updating her Instagram caption to something more palatable to the masses.

Ich finde das Argument, dass Frauen, die eine Chemo machen, und ihr Haar verlieren, dennoch schön sein MÜSSEN und deswegen Haar kein fundamentaler Bestandteil von Schönheit sein kann, denkbar schlecht.

Es ist aus meiner Sicht ein merkwürdiges Verständnis von Schönheit, denn ein Grundsatz, nachdem Leute, die eine Krankheit haben bzw unter den Folgen einer Behandlung leiden, gleichzeitig schön sein müssen, hat nichts mit dem Konzept von Schönheit zu tun.

Das Haare gerade bei Frauen wesentlich Attraktivitätsmerkmale sind liegt eher daran, dass sie einen relativ weiten Blick zurück in die Vergangenheit erlauben:

Beim Haupthaar, dass beim Menschen eine beachtliche Länge im Vergleich zu anderen Tieren erreichen kann, ist zunächst erst einmal anzumerken, dass es sich durchaus als „Costly Signal“ anbietet. Am Haar kann man über den Wuchs, den Glanz, die Pflege vieles über den Ernährungsstand und den Gesundheitszustand des Trägers innerhalb der letzten Monate oder Jahre erkennen. Schönes, gesundes, glänzendes langes Haar wird daher in den meisten Kulturen gerade bei Frauen als Attraktivitätsmerkmal geschätzt.

Natürlich kann man dennoch auch ohne Haare schön sein (siehe auch), aber das ist eher die Ausnahme von der Regel, sucht man nach schönen Frauen, dann werden der allergrößte Teil der Frauen lange Haare haben. Hier die ersten drei Bilder, die mir bei einer Suche nach „beautiful women“ von Google angezeigt werden:

Gal Gadot

Hier sieht man gut, dass die Haare in den Fotos durchaus betont sind und einen wichtigen Part bilden.

Und auch die meisten Krebs-Patientinnen werden es genauso sehen, weswegen für viele der Verlust des Haares auch nicht unbedeutend ist und sie sich schöner fühlen und sie sich nicht selten Perücken zulegen, damit sie sich besser fühlen.

Insofern ist der Angriff auf Emila Ratajkowski unnötig hart, auch weil es von ihr eigentlich eher ein harmloser Spruch ist: Sie ist nicht wegen ihres Haars so bekannt geworden, sie ist bekannt geworden, weil sie einen schlanken, sportlichen Körper mit großen Brüsten hat, und diese in einem Musikvideo zeigte:

Man könnte hier gut sogar anführen, dass sie sich mit dem Hinweis darauf, dass Haare etwas schönes sind, die einem wesentlichen Bestandteil von Schönheit ausmachen, eher zurückhält. Denn schöne Haare sind in der heutigen Zeit ja noch relativ einfach für eine Frau zu erreichen, im Gegensatz zu den sonstigen Merkmalen von Schönheit, die Emily Ratajkowski  für sich anführen könnte.

Aber natürlich darf man in dem Bereich nichts als „festen Bestandteil von Schönheit“ bezeichnen, denn Schönheit darf nichts objektives sein. Es wäre interessant, ob Emily Ratajkowski einen Instinkt, dass abzusprechen, noch eher in einigen Frauen hervorruft, weil sie eben über Nacktheit und große Brüste eine recht offene Sexualität anspricht, die sie vielleicht noch eher als Konkurrenz erscheinen lässt und einen Abwehrreflex anspricht.

 

 

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„Warum hat mein Freund den Hintern von Emily Ratajkowski geliked?“

Ein Frau entdeckt, dass ihr Freund ein freizügigeres Foto einer Prominenten geliked hat:

My Instagram group chat with my two best friends was popping off this week. “Lmao at Chris liking this,” my friend Colin said to me. I opened the DM to find a photo @emrata, or model Emily Ratajkowski, had posted of herself on a boat with her butt looking good. See above for the post. Apparently Colin was going through @emrata’s feed, and because Instagram lists which of your friends has liked a photo, he saw my boyfriend Chris’ handle.

My immediate reaction wasn’t so much anger as it was confusion and dismay. Why did he like this photo? Is he so un-evolved that he can’t resist the allure of a butt pic? Obviously he liked the photo because he liked what he saw; I understand that, but I still don’t get it. It’s not like I’m afraid he’s going to leave me for @emrata, yet something about the action of his liking turns me off. At the core of my disdain, I think, is the fact that he likes models’ Instagram posts at all. Why like any celebrity’s photo? It’s not like @emrata saw his like and received a boost of serotonin from it. She wasn’t waiting around for him to see the photo, and probably isn’t even the one running her own Instagram. The same goes for all the Kardashians, Beyoncé, Selena Gomez, and Drake. Liking one of their pics is just sending a like into the void solely to boost their numbers.

I never like celebrities’ posts, other than Ina Garten. I save likes for people I know IRL and who I figure would derive joy out of the fact that I liked their photo. Celebrities don’t need me to acknowledge them, so I don’t. I might bookmark a photo, screenshot it, or send it to my friends to talk about, but I’ll never like

Es handelt sich um dieses Foto:

Emily Ratajkowski

Emily Ratajkowski

Emily Ratajkowski ist insbesondere durch ihren Auftritt in dem Video zu „Blurred Lines“ bekannt geworden

Und das wären die Autorin:

Ashley Carman

Ashley Carman

Ein Foto von Chris konnte ich leider nicht finden.

Die Antwort ist eigentlich recht einfach. Er fand das Foto gut und hat deswegen auf „Like“ geklickt.

So sagt er es zumindest selbst:

Chris, my boyfriend, who responded by text: “I didn’t really think about it; I just liked it.”

Ashley befragt einige Freunde, was sie dazu meinen. Einige der Antworten sind ganz interessant:

There’s a bit of a double standard when it comes to a woman double tapping a butt on Instagram, but when I was scrolling down my feed one morning after a lovely night with my boyfriend, my eyes stopped on that butt picture from @emrata. I’ll admit, I stared — probably for an unhealthy amount of time — but what was I really staring at? My boyfriend’s handle in the “xyz & 800,000 people liked this.” So sneaky, Instagram algorithm. Others might not agree, but I have a problem with this! I find it so Neanderthal-esque that men can’t help but have their fingers slip and double tap a big, almost naked butt. The entire concept of my boyfriend, or boyfriends in general, following random “fitness” girls and models they’ll never meet irks me. When they throw them a like is when it reaches another level of dumb for me. Not because I feel threatened, but because it’s such a simple thing to not do when you have a beautiful girl right in front of you!

Das macht einmal die sexuelle Konkurrenz deutlich und es wirft auch den Gedanken auf, dass

  • sie nicht gut genug ist und er eigentlich etwas anderes will
  • das er das auch nach außen kommuniziert, über den Like
  • das er von anderen Frauen schwärmt und nicht daran denkt, dass sie das verletzt und abwertet.

man kann es also direkt auf dem Schulz von Thunschen Kommunikationsquadrat analysieren:

  • Die Sach-Ebene beinhaltet die reinen Sachaussagen, Daten und Fakten, die in einer Nachricht enthalten sind.
    „Er mochte das Foto von Emily Ratajkowskis Hintern“
  • In der Selbstoffenbarung vermittelt der Sprecher bewusst oder unbewusst – etwas über sein Selbstverständnis, seine Motive, Werte, Emotionen etc.
    „Er mag andere junge Frauen mit schlanken Körper, großen Busen und straffen Hintern und möchte ihnen das mitteilen“
  • Auf der Beziehungs-Ebene wird ausgedrückt bzw. aufgenommen, wie der Sender zum Empfänger steht und was er von ihm hält.
    Es ist ihm egal oder er wollte sogar, dass ich das wahrnehmen konnte, vielleicht sendet er mir eine Botschaft, dass ich ihm nicht genug bin, vielleicht macht er deutlich, dass es ihn nicht interessiert, ob mich das verletzt etc
  • Der Appell beinhaltet einen Wunsch oder eine Handlungsaufforderung.
    „Sei wie Emily Ratajkowski und habe einen Hintern wie sie, dann werde ich dich auch wieder mögen

Das Desaster ist vorprogrammiert.