Geschlechtervertretung: Dialog oder Konfrontation

Bei Romans Redman geht es in dem Artikel „Warum Antifeministen punkten“ mal wieder darum, warum gerade die radikalere Männerbewegung wahrgenommen wird. (vgl. auch „Der Ton in der radikalen Männerbewegung„)

Nach der dortigen Auffassung liegt das daran, dass von feministischer Seite wenig Bereitschaft zu einem Dialog besteht und daher Konfrontation mehr Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Ich sprach von einem „gemäßigten Männerfreund“; darunter verstehe ich jemanden, der nicht nur mit Frauen sondern sogar mit Feministen den Dialog sucht. Lange suchte. Ihre Gesprächsbereitschaft wurde ihnen aber schlecht vergolten: Jahrzehntelang war die feministische Lobby nicht auch nur für das kleinste Zugeständnis bereit. Feminismus ist Frauenlobbyismus, der keine Rücksicht auf Männerinteressen nimmt, dem es nicht um eine faire Gleichberechtigung geht sondern diese als eine Einbahnstraße Nur-Für-Frauen versteht. Mit einem solchem Gegenüber lässt sich im Dialog nichts erreichen außer vielleicht einem Erkenntnisgewinn. Die Männer der „Interessengemeinschaft Antifeminismus“ setzen diese Erkenntnis um; sie suchen nicht mehr das Gespräch, sie suchen die Konfrontation.

Das geht etwas in die Richtung von „Jeder bekommt die Gegenbewegung, die er sich selbst erschafft“. Wer nicht zu einem Dialog bereit ist, der muss zwangsläufig Konfrontation bekommen.

Mir scheint dies in Amerika, in dem die Männerbewegung früher begann, bereits teilweise der Fall zu sein. Obama scheint jetzt sogar Männerrechtler wie Warren Farrell einzubeziehen. Vielleicht fehlt auf deutscher Seite aber auch einfach eine entsprechend bekannte Figur, die gleichzeitig einen moderaten Ton vertritt und durch Veröffentlichung hinreichend bekannt ist, um in der Öffentlichkeit als Fachmann aufzutreten.

Es bleibt spannend, wo die Entwicklung hin geht. Ich setze immer noch darauf, dass die Gegenargumente immer bekannter werden und weitere Forschung immer weitere Unterschiede zwischen den Geschlechtern nachweisen wird bis man letztendlich die Thesen des Genderfeminismus nicht mehr aufrecht erhalten kann.

Was danach kommen wird, finde ich eine sehr spannende Frage.

Der Ton in der radikalen Männerbewegung

Arne Hoffmann schreibt in einem Beitrag:

Auch in den Foren der Männerrechtsbewegung habe ich miterlebt, wie sich im Laufe der Jahre die Vernünftigen und differenziert Denkenden immer weiter aus der Debatte zurückgezogen haben, weil sie keine Lust mehr hatten, immer wieder mit den Pöblern in den Ring zu steigen. (Getreu dem Motto: „Gehe niemals ins Schlammcatchen mit einem Schwein – dem Schwein macht es Spaß und du wirst schmutzig dabei.“) Die Folge davon ist, dass die Radikalen sich inzwischen der Phantasie hingeben, die breite Mehrheit der Männerrechtsbewegung zu stellen, während sie den ebenso radikalen Feministinnen täglich auf Knieen das Geschenk überreichen, „die Männerrechtler“ seien wirklich so indiskutabel, wie sie in der feministischen Propaganda immer wieder gezeichnet werden.

Ich hatte so etwas auch mal geschrieben:

Wenn man nur Stunk macht, dann wird der Effekt nicht eintreten, ebenso wenig, wenn man nur reflexhaft auf zB Benachteiligungen des Mannes hinweist und die Gegenseite beschimpft. Im Gegenteil, dann wird die eine Seite besonnen erscheinen und die andere Seite wie ein paar Spinner. Man hat also indem man seiner Streitlust genügte der Sache geschadet. Deswegen würde ich Diskussionen möglichst sachlich führen und zu emotionale Begriffe vermeiden. Es geht für mich um die Argumente, die wahrgenommen werden, nicht die Stimmung und den Hass. Unter Mitleser verstehe ich auch die Öffentlichkeit an sich in Medien. Wer nicht sachlich argumentiert, der wird immer als Chaot wahrgenommen werden, was seine eigene Meinung abwertet.

Ich plädiere nach wie vor für einen sachlichen Diskussionsstil. Es gibt viele gute Argumente gegen feministische Theorien und es gibt viele Probleme von Männern, die man sachlich ansprechen kann. Langfristig muss der Diskussionsstil gemäßigt sein, wenn man die Mitte der Gesellschaft erreichen will. Sicherlich bietet Kampfrhetorik zunächst Aufmerksamkeit, aber ich stimme mit Arne Hoffmann überein, dass es gleichzeitig Munition für die Gegenseite bedeutet, die dann die Positionen um so leichter abwerten kann.