Beziehungen, Gefühle zeigen, verschiedene Stile und allgemein etwas zum Wohlfühlen

Eine Freundin, die etwas weiter weg wohnt, aber der Familie nach aus meiner Stadt kommt, ruft mich an und erkundigt sich nach meinem Wohlbefinden. Ich berichte ein paar Kleinigkeiten, aber es hat sich nicht so viel getan.

„Ah“ sagt sie, „das ist gut. Ich dachte schon du hättest dich von Südländerin getrennt“. Ich frage erstaunt nach, warum sie das meint. „Naja, sagt sie, ich habe mit meiner Mutter telefoniert und die hatte sich mit Herrn Müller getroffen, der auch mal bei dir Kunde war. Und weil er weiß, dass wir uns kennen, hat er meiner Mutter erst einmal erzählt, dass er dich mit einer neuen Freundin gesehen hat, ihr wärt ganz hinreißend  gewesen, so wie es eben nur jung Verliebte sind. Ich habe ihr gleich gesagt, dass das doch schön ist. Aber ich dachte, ich melde mich sicherheitshalber mal und schaue, wie es dir geht“

Das finde ich eigentlich ein sehr schönes Kompliment. Wir sind ja nun schon einige Jahre zusammen . Ich gebe zu, ich mag es etwas kitschig und verspielt. Von einigen  Whatsapp-Verläufe kann man ohne Probleme durchs reine Lesen zuckerkrank werden (andere Passagen verhalten sich natürlich auch schlicht darüber, dass man noch Käse oder Milch mitbringen soll). Wir halten Händchen, wir geben uns ein Küsschen, wir sind meist recht liebevoll miteinander. Natürlich streiten wir uns in unser Beziehung auch mal oder haben gewisse Krisen, das bleibt ja nicht aus. An einer Beziehung muss man immer arbeiten.

Ich kombiniere gerne eine etwas kitschige Romantik mit bösen Spruchen oder einer leichten Übertreibung, eine gewisse Form von Push und Pull vielleicht, aber eher spielerisch und Südländerin hat sich das teilweise auch angeeignet. Wir werfen uns gerne spielerisch Sachen vor (dann aber meist wenn wir unter uns sind) und verkünden etwas überdramatisch, dass wir deswegen Schluß machen etc. Zu anderen Zeiten erklären wir, dass der andere das Wichtigste im Leben ist. Ich glaube es schafft Raum für Emotionen und Gefühle und auch etwas Spaß. Ich sage nicht, dass man es so machen sollte, es ist eben etwas, was für uns beide passt. Wir mögen es so.

Andere Paare leben ihre Beziehungen weniger emotional oder machen es vielleicht nur nicht so öffentlich. Mit einigen Paaren kann man weggehen und man würde sie eher für Freunde halten als für ein Paar. Sie berühren sich nie, sie wirken relativ neutral zueinander. Was ja nicht bedeutet, dass ihre Beziehung schlechter ist. Sie werden einen Weg gefunden haben, der gut zu ihnen passt. Und es kann sein, dass sie es schlicht nicht mögen, sich in einer gewissen Weise in der Öffentlichkeit zu verhalten und sich unter sich anders verhalten.

Man verliert sich eh gerne in einer Beziehung, gerade mit recht langen Arbeitszeiten. Dann macht man nicht mehr so viel, wenn man nach Hause kommt, man verbringt schlicht Zeit mit dem Partner und es kommt schnell dazu, dass man soziale Kontakte etwas vernachlässigt. Was nicht schlimm ist, wenn man sich mit seinem Partner wohl fühlt.

Wenn Südländerin mal etwas länger weg ist, beispielsweise wenn sie ihre Familie in Südland besucht, dann genieße ich durchaus die Zeit. Ich hole ein paar Serien auf, zu denen ich sonst  nicht komme und ich plane ein paar längere Blogartikel zu schreiben, die ich schon immer mal schreiben wollte, was aber auch nicht immer klappt. Aber ich erwische mich auch bei Gedanken daran, dass die Wohnung zu leer ist. Und ich bin dann auch froh, wenn sie wieder da ist.

Es ist natürlich schön jemanden zu haben, mit dem man sein Leben teilt. Ich habe immer lange in WGs gewohnt und auch mit guten Freunden. Aber das ist immer noch etwas anderes als eine Beziehung. Es ist schön, abends jemanden zu haben, an den man sich kuschelt. Und neben jemanden aufzuwachen und dessen warmen Körper zu spüren. Es ist schön, jemanden zu haben, der sich für einen einsetzt und mit dem man etwas Gemeinsames gestalten will. Ich hatte schon in einem anderen Artikel etwas dazu geschrieben, dass ich mich in der Beziehung wohl fühle. Und ab und zu muss man das, gerade weil wir hier auch viel über Trennungen und deren Folgen reden, mal betonen.

Wie lebt ihr eure Beziehungen? Eher die äußere Distanz oder eher das kitschigere? Wie haltet ihr sie lebendig und was findet ihr schön?

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„Frauen investieren mehr in eine Beziehung und geben ihr Leben eher zugunsten dieser auf“

Aus dem Gastartikel neulich fand ich eine Passage in Bezug auf Frauen besonders interessant:

Das sind meine bisherigen Erfahrungen in dieser Hinsicht. Sie lassen sich intensiver auf den Partner, auf die Beziehung ein. Sie investieren mehr – nicht nur, was den Abwasch und das Putzen betrifft. Sie denken intensiver und länger darüber nach, wie sie die persönlichen Bedürfnisse und Wünsche des Anderen erfüllen können.
Sie neigen eher dazu, ihr Leben zugunsten der Beziehung aufzugeben.

Ich glaube, dass das tatsächlich viele Frauen so sehen. Oder zumindest mehr Frauen als Männer. Männer können auch teilweise ganz gut einfach neben der Freundin herleben oder sich eher in ihre Arbeit vertiefen. Solange man sich gut versteht, wenn man zusammen ist und kein Stress entsteht sind viele Männer schon ganz glücklich. Frauen sagen im Zweifelsfall eher Sätze wie „ohne ihn gehe ich nirgendwo hin“ oder „Ich konnte nicht schlafen, weil er nicht da wahr“. Frauen brauchen vielleicht auch eher so etwas wie Liebesbestätigungen in Form von Blumen oder sagen so etwas wie „Du sagst mir gar nicht mehr, dass du mich liebst“ oder andere Liebesbeteuerungen. Sie finden dann Männer unromantisch und wollen in der Hinsicht ein mehr an Beziehung und Nähe, wollen, dass der andere auch diese Nähe erfährt und spiegeln da viele ihrer eigenen Wünsche.

Nicht, dass Männer ihrer Freundin/Frau etc nicht sehr verbunden sein können und nicht auch Liebe und Nähe brauchten, aber sie sind im Schnitt in der Hinsicht „sachlicher“.

Ich befürchte auch, dass die Frauen bei dem Denken, wie sie die persönlichen Bedürfnisse und Wünsche des anderen erfüllen, mitunter auch weit entfernt von den tatsächlichen Bedürfnissen und Wünschen sind. „Alles für ihn zu tun“ kann dann bedeuten, dass man einfach schöne Sachen für einen Selbst mit ihm zusammen machen möchte (während der Mann vielleicht eher bei dieser Phrase an einen gekonnten Blowjob denkt, das Öffnen des Hosenstalls nach diesem Satz wird aber eher als unromantisch angesehen) . Sich aufzugeben und wegen ihm eigene Pläne umzuwerfen muss auch nicht das sein, was er gerade will. Schon gar nicht dürfte das seinen „Bedürfnissen und Wünschen“ entsprechen, wenn sie dann, wie ihm Text als Beispiel genannt, schwanger wird, weil sie, da er nicht aus der Stadt will und sie dort keinen Job findet, schwanger wird.

 

Die große Liebe finden

Die „große Liebe“ ist ein Konzept, nachdem es für „jeden Topf den richtigen Deckel gibt“, den einen Menschen, der wie für einen gemacht ist, und mit dem es wunderbar ist und alles klappt. Sie dürfte eine Idealisierung sein, die auf einem Hormonhoch aufbaut.

Es sei jedem gegönnt und ich wünsche es jedem, dass er den Partner findet, der perfekt zu ihm passt und bei dem beide das Gefühl haben, dass alles ganz einfach und unkompliziert ist. Aber in der Praxis dürfte es meist so sein, dass beide Individuen sind, die eben nicht perfekt sind und ihre Stimmungen und Fehler haben und bei denen man auch bereit sein muss an der Beziehung zu arbeiten und mit denen man gemeinsam Kompromisse eingehen muss.

Es kann gefährlich sein, auf die eine „große Liebe“ zu warten, der, der besser ist als alle anderen und an dem man auch kein Fehl findet. Denn diese Einstellung, dass sich jemand so auf einen ausrichten muss, ist ja bereits selbst ein „Fehl“ der einen hindern wird, selbst ein perfekter Partner zu sein: Kaum ein Mensch wird es schaffen, dass er solchen Erwartungen genügt.

Gleichzeitig klingt „gut genug, dass das Zusammenleben mit ihm/ihr schön ist und man es schafft es gut miteinander auszuhalten“ wahnsinnig unromantisch. Auch eine „normale Liebe“ im Gegensatz zur großen Liebe klingt nicht sehr gut. Man möchte in der Liebe eigentlich keine Kompromisse eingehen müssen, aber gleichzeitig sind Beziehungen etwas, in dem Kompromisse und ein sich auf den anderen Einlassen ungemein wichtig sind. Gleichzeitig ist es wichtig, sich auch nicht selbst aufzugeben oder unterkriegen zu lassen. Was einen gleich zu der zweiten Gefahr bringt: Der Idealisierung einer Person. Das kann so aussehen, dass man eine Person, mit der man noch gar nichts hatte und die man vielleicht kaum kennt, zu seiner großen Liebe erklärt, was sie unerreichbarer macht und eine Person, die einen beispielsweise verlassen hat, zu seiner großen und für anderen unerreichbaren Liebe erklärt, an der sich andere messen müssen und wegen derer man alle anderen aufgibt. Beides würde man im Pickup wohl ebenso unromatisch der „oneitis“ zuordnen, in der es nicht darum geht, dass man sich nicht verlieben soll, sondern darum, dass man nicht eine Frau auf ein Podest heben soll, die man nicht bekommt oder die sich nicht für einen interessiert.

Natürlich passen bestimmte Menschen von Charakter, Interessen und sonstigen Umständen besser zusammen als andere. Und wenn man das Gefühl hat, dass dies für beide so ist und beide einander wertschätzen, warum es nicht „die große Liebe“ nennen?

Was sagt ihr zur „großen Liebe“?

Liebe

Diese Woche soll es durchgängig jeden Tag um ein anderes Thema rund um „Mann &  Frau zusammen“ gehen, einfach freie Assoziationen und Gedanken, anhand jeweils eines bestimmen Schlagwortes. Für neue Ideen und für das Entdecken von Aspekten, die bei spezielleren Texten untergehen.

Weiter geht es mit:

 

Liebe

Wie entsteht für euch Liebe oder was ist Liebe überhaupt? Verliebt sein und Liebe, wo ist der Unterschied? Was ist Liebe überhaupt und ab wann ist es Liebe? Gibt es überhaupt noch Liebe in der heutigen Zeit? Und sollte man sich noch verlieben? Was muss man machen, damit die Liebe bleibt? Lohnt sich das warten auf die eine große Liebe? usw

Beziehungen

Wir reden viel über Vaterrechte und Familienrechte allgemein. Aber vielleicht ist es einfach mal an der Zeit allgemein über Beziehungen zu reden.

Lebt ihr gerade in welchen?

Wenn ja: Warum? Was geben sie euch, was ist der Mehrwert daraus? Seid ihr verheiratet oder wollt ihr heiraten? Wie erlebt ihr euren Partner im Verhältnis zu dem, was ihr sonst über das andere Geschlecht denkt? Seid ihr verliebt? Was muss man machen, damit eine Beziehung hält?

Wenn nein: Warum nicht? Liegt es daran, dass ihr gerade keine interessante Person gefunden habt oder seid ihr eher MGTOW/FGTOW? Was würdet ihr von einer Beziehung erwarten und unter welchen Bedingungen würdet ihr euch darauf einlassen? Was erwartet ihr von einem potentiellen Partner? Was bietet ihr einem potentiellen Partner? Wie wollt ihr vorgehen um einen Partner für euch zu gewinnen?

#Valentinstag

Ich setze ihn ja aus, aber hier ein paar Tweets zum Anlass: