Leserbriefe: Will sie was von mir oder nicht?

Ein Leser stellte per Email eine Frage zu einer Flirtsituation:

Ich bin 18 Jahre alt und ich stehe seit ca. 2 Jahren auf ein Mädchen. Letztes Jahr habe ich dann endlich meinen Mut zusammengefasst und sie nach einem Date gefragt – wir waren essen und hatten eine echt schöne Zeit, allerdings ohne große körperliche Nähe (abgesehen von Umarmungen bei Begrüßung und Verabschiedung). Einige Tage darauf habe ich sie dann nach einem zweiten Treffen gefragt, woraufhin wir uns nochmal getroffen haben. Sie hat allerdings nie selber mal die Initiative gegriffen, mir zu schreiben.
Vor kurzem wirkte sie plötzlich wieder total attraktiv und ich habe sie ein weiteres Mal nach einem Date gefragt – wir hatten wieder eine schöne Zeit, allerdings wieder ohne große körperliche Annäherungen. Ein paar Wochen später haben wir uns dann zufällig im Club getroffen und sie ist dann auch ziemlich offensiv auf mich zugekommen und hat mich angetanzt. Mehr ist allerdings auch dort nicht passiert. Von dort an haben wir dann allerdings regelmäßig geschrieben – sie hat mich auch von sich aus angeschrieben. Nun waren wir letztens zusammen auf einer Feier und sie hat sich zu mir gesetzt und auch Körperkontakt gesucht. Am Ende des Abends hat sie mich dann noch draußen gebeten und mir gesagt, dass sie auf mich steht. Daraufhin habe ich sie geküsst, was von mir auch erwidert wurde. Sie hat sich dann in meinen Arm gelegt und wir haben uns noch ein weiteres Mal geküsst. Zum Abschied habe ich ihr dann noch einen Kuss auf die Stirn gegeben.
Am Morgen danach habe ich sie dann angeschrieben und gefragt, wie es bei ihr sei. Sie rief mich dann und erzählte mir, dass ich eine tolle Person sei, sie aber nicht genug Gefühle für eine Beziehung hätte. Am gleichen Abend habe ich dann zufällig ihre beste Freundin getroffen, die auch eine gute Freundin von mir ist, und sie um Rat gefragt. Sie erzählte mir dann, dass sie sich vorstellen könnte, dass sie gerade einfach mit der Situation überfordert ist und sie nochmal mit ihr reden würde. Gestern schrieb sie (ihre beste Freundin) dann, dass sie sich klar ist, dass sie nicht mehr als Freundschaft möchte.
Nun zu meiner Frage: Glaubst Du, dass ich bei ihr noch eine Chance habe, oder dass ich einen Haken hinter die Sache setzen sollte?
Ich schrieb:
Das ist wirklich eine schwierige Situation. Es ist auch schwer sie einzuschätzen.
Eine Möglichkeit ist, dass sie dich ganz interessant findet und du einfach dran bleiben musst. Vielleicht möchte sie schlicht etwas länger umflirtet werden oder sie ist relativ passiv und kommt von sich aus nicht in die Gänge. Ich würde auf jeden Fall, wenn du sie auch interessant findest, wieder etwas versuchen und einfach mehr mit ihr machen. wenn sie etwas zurückhaltend ist, dann kann es interessant sein, dass du mit ihr etwas machst, was in einer Gruppe startet und dann später mit ihr alleine endet.Teilweise reicht ist einfach genug Zeit mit ihr zu verbringen und sie mit den Duncan warm werden werden zu lassen, bis man schließlich eh jeden Tag was miteinander macht und der Freund ist. Sie sie küssen war auf jeden Fall richtig, du solltest versuchen das auszubauen.
Die weniger schöne Variante ist, dass sie merkt, dass du etwas von ihr willst und sie etwas mit dir spielt. Vielleicht findet sie es ab und zu ganz nett, wenn Siein deiner Nähe ist und du dich um sie bemühst, mehr ist es aber nicht, so dass sie letztendlich in anderen Situationen weniger Interesse hatte, dich aber warm hält. Dann kann es interessant sein, sie etwas eifersüchtig zu machen und zu gucken, ob sie dies dazu veranlasst, dich nicht als gegeben hinzunehmen.
Das alles ist natürlich schwer zu beurteilen, wenn man keine Interaktion zwischen euch gesehen hat.
Natürlich klingt „eine tolle Person, aber nichts für eine Beziehung“ auch stark nach der Friendzone  aber dazu passt nicht, dass sie ihre Gefühle gesteht und sie rumküssen.
Vielleicht war es auch zu wenig Bindung und sie war sich nicht sicher, ob der andere vielleicht nur Sex will. Dann wäre dranbleiben sicherlich der richtige Weg.
Grundsätzlich scheint eine Chemie vorhanden zu sein. Ich würde also versuchen das auszubauen, wenn er an ihre interessiert ist.

Die Zeichen, dass eine Frau Interesse an einem Mann hat, sind häufig sehr subtil und werden gerne übersehen

In einem Artikel berichten Frauen, was sie Männern, an denen sie interessiert sind, so für Zeichen geben:

1. “Like really close…”
Personally, I stand a lot closer. Like, really close.

Also I seek you out more often to talk. Did I come over to ask what you’re doing for the 20th time today? I’ve got a crush.

2. Smiles
I text you back every time on time.

Touch. I need to touch your arm.

Making eye contact from the across the room. A lot.

Smiling. Lots and lots of smiling. Like for no reason.

3. Banjo Kazooie
I found out he got that RARE game bundle on Xbox. I told to him that Banjo and Kazooie was one of my favorite childhood games (my N64 cartridge was also corrupted so I couldn’t play it anymore). So I kept asking to come over after work (and apologize a lot for wanting to hang out) and play it with him, I’d sit right beside him almost very cuddly.

He wasn’t really taking the hint, I think it was because we had been friends since grade 8 so he didn’t really think much of it, but he thought it was weird that I kept asking and then apologizing to hang out so much. One day I asked him if he wanted to go to the amusement park with me because I got free tickets, he said “sure” and thought nothing of it. Later that night I complain that I’m uncomfortable with my sitting position, to which he replies with “Then find something comfortable I guess.” I said “Okay” and landed my head on his shoulder.

That’s when everything clicked in his head.

4. Blushing
As a shy girl I just look at you from across the room real often, if you you back I’ll be blushing like hell, and I’d stutter a lot if you talk to me. I’m a fucking failure when it comes to dating/flirting.

(…)

Ich habe hier mal die ersten 4 zitiert, die anderen bitte ich auf der Seite selbst nachzulesen.

Als ich angefangen hatte, mich mehr mit Pickup und Flirten zu beschäftigen, habe ich mich auch mit vielen weiblichen Freunden über das Flirten unterhalten und wir haben auch deren Liebesleben besprochen und die Jungs auf die sie gerade stehen oder von denen sie was wollen. Ich fand die weibliche Perspektive interessant und sie eben auch meine männliche und um Pickup ergänzte.

Einer der häufigsten Punkte in den Gesprächen war, dass ihr Schwarm ihre diversen Zeichen nicht hinreichend wahrgenommen hat, bis es dann endlich mal klappte, weil sie etwas deutlicher wurden.

Viele Frauen lieben subtile Zeichen, einfach weil sie sich damit recht wenig aus der Deckung wagen müssen, aber auch, weil er eben auf sie zukommen soll und noch ein Element des Flirtens dabei sein soll. Sich einfach auf dem Silbertablett zu präsentieren macht weder Spaß noch sichert es ab, dass er tatsächliches Interesse hat und nicht einfach nur das Angebot mitnimmt, weil es da ist.

Die subtilen Zeichen einer Frau zu verstehen und als flirten zu interpretieren und dann auch noch zu wissen, was man damit anfängt, ist glaube ich etwas, was einen sehr voran bringt, was das flirten angeht. Als ich diverse Situationen vor Pickup Revue passieren lies, nachdem ich die Zeichen besser verstanden hatte, habe ich diverse Situationen ausgemacht, bei denen ich wahrscheinlich einige Frauen unbewusst vollkommen frustriert hatte, weil ich nicht gedacht hatte, das sie damit etwas deutlich machen wollen.

Mitunter hatte ich vielleicht das Gefühl gehabt, dass da was sein konnte, aber einfach weil ich mir nicht sicher war habe ich einfach gehofft, dass sie es noch etwas deutlicher macht, habe relativ unbeholfen meinerseits sehr subtile Zeichen gesetzt und häufig genug ist es dann schlicht im Sande verlaufen.

Mit Pickup nahm ich solche Zeichen wesentlich deutlicher war, eben als IOIs Indikatoren von Interesse und hatte gleichzeitig den Vorteil, dass ich weitaus eher wusste, was der nächste Schritt ist. Allein schon, dass man meist eine etwas frechere Grundhaltung hatte und gleichzeitig viel sicherer war, dass da etwas war und dann auch noch die bessere Einschätzung der Situation zur Absicherung waren für mich viel wert.

Das ist natürlich auch eine Frage des individuellen „Stickingpoints“, also des Punktes, an dem ein Flirt häufiger scheitert. Aber ich glaube, dass es vielen so geht, dass sie sich wenig mit den klassischen Zeichen von Interesse beschäftigt haben und gerade dadurch auch weitaus weniger Möglichkeiten sehen als sich ihnen vielleicht bieten.

Das ist auch einer der Punkte, warum ich viele feministische Vorstellungen vom Flirten für wenig praxistauglich halte. Meist sind schon die Frauen überaus passiv (zumindest aus Sicht des Mannes). Wenn nun auch noch die Männer passiv werden, dann verbessert das die Situation für niemanden. Die meisten Frauen wünschen sich denke ich weitaus eher Männer, die mutiger, nicht schüchterner, vorgehen.

Flirten

Diese Woche soll es durchgängig jeden Tag um ein anderes Thema rund um „Mann &  Frau zusammen“ gehen, einfach freie Assoziationen und Gedanken, anhand jeweils eines bestimmen Schlagwortes. Für neue Ideen und für das Entdecken von Aspekten, die bei spezielleren Texten untergehen

Es beginnt mit:

Flirten

Flirtet ihr gerne? Was ist eure Taktik? Was würdet ihr gerne mal ausprobieren? Flirten für die Beziehung oder für den Sex? Wie viel sollte man in einer Beziehung noch miteinander flirten? Und was stört oder gefällt euch am flirten? Was wäre euer perfekter Flirt? usw

 

„Deutsche Männer sind vorsichtig, schüchtern und asexuell“

Ein Beitrag in der Taz stellt die Sicht von Frauen aus anderen Ländern über deutsche Männer da:

Zuerst berichtet eine Polin:

Deutsche Männer haben den polnischen Männern eines voraus: Sie sind keine Muttersöhnchen. Als ich zum Studium nach Deutschland kam, zog ich mit zwei polnischen Jungs zusammen. Einmal kam ich von der Universität nach Hause, schloss die Wohnungstür auf und dachte, ich sei auf der falschen Etage gelandet. Da schrubbte eine wildfremde Frau den Fußboden. Aber ich war nicht falsch, es war einfach die Mutter des einen. Der hatte am Telefon geklagt, dass er mit dem Putzdienst dran sei. Da kam prompt seine Mutter angefahren. Und die beiden Jungs saßen im anderen Zimmer am Computer.

So etwas würde ein deutscher Mann wahrscheinlich nie tun. Zumindest kenne ich keinen, der so drauf ist. Viele deutsche Männer sind total vorsichtig, wenn es um Geschlechterrollen geht. Da zeigen Frauenbewegung und Feminismus ihre Wirkung. Die meisten deutschen Männer haben begriffen, dass sie bei Frauen und auch sonst nur weiterkommen, wenn sie partnerschaftlich sind.

Das ist etwas, was man durchaus häufiger von Frauen aus südlicheren Ländern hört: Deutsche Männer sind üblicherweise relativ emanzipiert, was auch verschiedenste Haushaltstätigkeiten angeht. Sie haben weit weniger Probleme damit zu putzen und zu kochen, während Männer aus patriarchischeren Kulturen das häufig als etwas ansehen, was unter ihrer Würde ist, weswegen man auch lieber nicht zu weit von der Mutter wegzieht, damit man beispielsweise mittags zu ihr zum Essen gehen kann. Das passt nicht ganz zur Schrecklichkeit des westlichen Patriarchats, wie es der (deutsche und amerikanische) Feminismus gerne an die Wand malt.

Das hat aber leider auch zur Folge, dass sie häufig nicht mehr merken, wenn eine Frau mal ihre Hilfe braucht.

Einmal versuchte ich im Zug, meinen schweren Rucksack ins Gepäckregal zu hieven. Gleich drei deutsche Männer standen neben mir und sahen zu, wie ich mich abmühte. Angepackt hat keiner. Ein polnischer Mann hätte mir den Rucksack aus den Händen gerissen und gefragt, was er noch für mich tun könne. Das klingt jetzt sicher sehr klischeehaft und es sind auch nicht alle Männer gleich – weder die polnischen noch die deutschen.

Ein polnischer Mann würde sich übrigens schon als Gentleman empfinden, wenn er das Handtäschchen seiner Frau trägt. Und das ist erst mal peinlich!

Im Feminismus würde man die Annahme, dass eine Frau dort Hilfe braucht vielleicht als „benevolenter Sexismus“ oder „wohlwollender Sexismus“ ansehen. Natürlich könnte man anführen, dass es eben nicht sexistisch wäre, jemanden zu helfen, der sich anscheinend abmüht. Aber wenn Männer in der Hinsicht negative Erfahrungen gemacht haben, dann ist es eben die Mühe nicht wert. Und wahrscheinlich ist jeder Mann schon mal irgendwie dumm angemacht worden, weil er einer Frau die Tür aufgehalten hat und hat einfach weit weniger Lust, derjenige zu sein, der da handelt, gerade wenn andere vorhanden sind, die es auch machen können. Es ist eben unter dieser veränderten Einstellung nicht mehr Sache des Einzelnen, hier tätig zu werden.

Eine Griechin schreibt dann:

Der deutsche Mann ist ruhig, rational, vernünftig und verlässlich. Er hilft im Haushalt und kümmert sich um die Kinder.

Dass ihr das gerade als Griechin so vorkommt ist aus meiner Sicht verständlich, in Griechenland sind die Geschlechterrollen eben noch wesentlich konservativer.

Der deutsche Mann trägt Hemden und die Haare zurückgekämmt. Aber er inszeniert sich weniger äußerlich, sondern eher durch sein Wesen: Er trägt seine Vernunft zur Schau und will mit seinem Wissen jemanden für sich gewinnen. Er möchte gern tolerant und fortschrittlich sein, aber das gelingt ihm nicht so richtig. Er erträgt es nämlich nicht, wenn seine Frau mehr verdient als er selbst und wenn sie auf der Karriereleiter über ihm steht. Aber das sagt der deutsche Mann nicht laut, er würde ja sonst als Chauvi gelten.

Also doch noch Defizite, wenn auch immerhin guter Wille: Er möchte fortschrittlich sein, bei bestimmten Punkten hapert es noch. Meiner Meinung nach ist es

Ich habe seit vier Jahren einen deutschen Freund. Mit griechischen Männern kann ich nichts anfangen. Die sind aufbrausend und laut und wollen immer recht haben. In Diskussionen mit ihnen schreit man sich eigentlich nur an.

Ein griechischer Mann würde nie einen Kinderwagen schieben. In Deutschland sieht man jeden Tag überall Väter mit ihren Töchtern und Söhnen. Deutsche Männer sind in den Augen von Griechen Weicheier.

In der Hinsicht ist die ausländische Perspektive aus meiner Sicht immer wieder erfrischend. Schade, dass man dennoch Männern in vielen Bereichen nicht die gleichen Rechte geben will.

Aber wann ist ein Mann eigentlich richtig männlich? Ein Grieche würde sagen: Wenn ich mir nichts sagen lasse, vor allem nichts von einer Frau. Dabei leben viele griechische Männer, bis sie heiraten, im Hotel Mama. Für mich ist ein Mann dann männlich, wenn er Visionen hat und sein Leben in die eigenen Hände nimmt. Mir scheint, der deutsche Mann unterdrückt starke Gefühle, zum Beispiel Wut. Aber nicht, weil er sie selbst unangenehm findet, sondern weil andere das stört. Viele deutsche Männer sind ständig damit beschäftigt zu überlegen, was andere Menschen über sie denken. Vielleicht täte dem deutschen Mann ein bisschen mehr Übermut ganz gut.

Auch insoweit kann ich mir vorstellen, dass man die Unterschiede aus einer anderen Kultur kommend, anders wahrnimmt. Viele Griechen gerade in Griechenland selbst haben eben durchaus eine andere Einstellung zu „Männlichkeit“ und sind eher noch Machos. Auch wenn es natürlich auch dort schüchterne Menschen gibt. Aber dort sind eben viele Handlungen innerhalb der klassischen Geschlechterrollen selbstverständlicher und ein Nachdenken darüber, was andere über einen Denken, würde eher erforderlich sein, wenn man sich nicht nach ihnen verhält (und dann als „Weichei“ gelten würde). Teilweise sind es also vielleicht einfach andere Bereiche in denen ein jeweiliges Nachdenken erforderlich ist.

Eine andere Einsicht in deutsche Männer kommt in einem Artikel bei Bento aus Großbritanien:

Wenn es Tinder nicht gäbe, hätte ich keine Ahnung, wie sich Menschen in Deutschland kennenlernen. Ernsthaft: Sie lernen sich entweder schon in der Schule kennen und bleiben dann für immer zusammen – oder aber Freunde helfen beim Verkuppeln. Was es in Deutschland nicht gibt, sind Männer, die einfach mal flirten.

Ich komme aus London, lebe aber schon seit sieben Jahren in Berlin. In Großbritannien sind Kerle sehr offensiv. Deutsche hingegen würden es sich nie erlauben, dich in einer Bar oder einem Club anzusprechen, oder – Gott bewahre – gar auf der Straße. Es gibt nur diese eine kleine Sache, die deutsche Männer machen. Sie ist so dezent, dass ich sie viele Jahre gar nicht bemerkt habe.

Achtung: Deutsche Männer schauen dich an.

Das ist schon alles. Sie schauen. Aus den Blicken muss frau dann erraten, ob sich ein Flirt entwickeln kann.

Auch hier wieder ein interessanter Einblick: Von Anne Wizorek, Deutschland junger Vorzeigefeministin, wird die Lage in Deutschland so beschrieben:

Viele Frauen wehren sich schon allein dadurch, dass sie jeden Tag trotzdem noch auf die Straße gehen anstatt sich zuhause zu verbuddeln. Für ganz viele Frauen ist es extrem schlimm einfach schon auf die Straße zu gehen.

Man darf sich gar nicht vorstellen als welche Hölle sie dann Großbritanien erleben würde.

 

 

Die „Dating Apokalypse“: Begünstigen Apps wie Tinder eher die Männern?

Arne hatte bereits ein Stück aus einem interessanten Artikel in der Vanity Fair zitiert:

Elizabeth Armstrong, a professor of sociology at the University of Michigan who specializes in sexuality and gender. „Young women complain that young men still have the power to decide when something is going to be serious and when something is not — they can go, ‘She’s girlfriend material, she’s hookup material.’ … There is still a pervasive double standard. We need to puzzle out why women have made more strides in the public arena than in the private arena.“

Aus meiner Sicht leicht mit Spieltheorie zu erklären: Männer haben aufgrund ihres stärkeren Sexualtriebs, der zudem eher auf Casual Sex ausgerichtet ist, weniger Probleme mit Sex einfach so. Insofern ist ihre Bereitschaft für Sex einfach zu bekommen, die Bereitschaft für Bindung aber schwieriger. Sex ist heutzutage etwas, was relativ weit am Anfang einer Beziehung liegt, es kann von einer modernen Frau nicht mehr sehr weit aufgeschoben werden. Wenn man ein paar Mal miteinander rumgemacht hat wird es komisch, wenn man nicht bald miteinander schläft. Damit ist das Zeitfenster für die Frau recht kurz geworden und sie ist im Endeffekt vorleistungspflichtig. Da aber evtl mit dem Sex bereits alles erfüllt ist, was der Mann von ihr wollte, fällt es ihnen schwer bei Männern, für die sie sich interessieren, die Regeln zu setzen. Dies um so mehr, da in einer anonymen Gesellschaft, in der vorehelicher Sex normal ist, auch keine soziale Bestrafung oder Verpflichtung daraus entsteht, erst recht nicht bei Sex über eine App, bei der die Wahrscheinlichkeit, dass man gemeinsame Bekannte hat, noch weiter sinkt.

Natürlich stimmt das aber auch nicht ganz: Es ist eher eine „eingeschränkte Apex-Fallacy“. Ja, einige Männer haben es sehr einfach über solche Apps an Sex zu kommen, sei es weil sie gut aussehen oder Game haben. Aber die Auswahl, wer überhaupt eine Gelegenheit bekommt, etwas zu schreiben und in eine nähere Bekanntschaft zu treten, liegt weitaus eher bei den Frauen. Viele Männer nutzen auf diesen Apps eher den „Trick“ einfach immer oder sehr überwiegend auf „ja“  zu klicken und dann zu schauen, bei welcher Frau etwas hängen bleibt, welche also ihrerseits „Ja“ klickt. Das kommt daher, das Frauen in der Regel wählerischer sind bzw der Mann sich denkt, dass man bei geringen Interesse ja erstens noch Nein sagen kann oder zweitens eben vielleicht zumindest Sex hat. Genug Männer werden hier schlicht keine Bedingungen stellen können und vielleicht froh sein, wenn überhaupt einmal ein „Ja“ hängen bleibt.

Das bewirkt wiederum, dass eine Frau sich bei einem Ja weitaus unsicherer sein muss, ob der Mann wirklich interessiert an ihr ist und verstärkt den obigen Punkt noch: Sie weiß, was sie will, ist es aber eine Beziehung, dann kann sie wesentlich unsicherer sein, was er eigentlich vor hat und ob er ehrlich spielt. Das obige Dilemma schlägt zu, weil gerade die besser aussehenden, die sie ausgesucht hat, es im Zweifel nicht ehrlich meinen werden, wenn sie einen höheren Partnermarktwert haben als sie selbst.

Sprich: Um so besser der Kandidat, um so höher die Chance, dass er nicht an einer Beziehung mit ihr interessiert ist. Das kann hart für das Ego sein.

Der Artikel enthält einige andere interessante Ausführungen dazu:

And is this “good for women”? Since the emergence of flappers and “moderns” in the 1920s, the debate about what is lost and gained for women in casual sex has been raging, and is raging still—particularly among women. Some, like Atlantic writer Hanna Rosin, see hookup culture as a boon: “The hookup culture is … bound up with everything that’s fabulous about being a young woman in 2012—the freedom, the confidence.” But others lament the way the extreme casualness of sex in the age of Tinder leaves many women feeling de-valued. “It’s rare for a woman of our generation to meet a man who treats her like a priority instead of an option,” wrote Erica Gordon on the Gen Y Web site Elite Daily, in 2014.

Das dürfte auch davon abhängen, wie „hoch“ man rangeht bei der Partnerwahl. Und inwiefern man sich auch seinen eigenen Marktwert bewusst macht. Aber in der Tat verlockt die Anonymität dazu, eben nur auf Sex aus zu sein.

Immerhin lassen sie dann einen Experten zu Wort kommen:

It is the very abundance of options provided by online dating which may be making men less inclined to treat any particular woman as a “priority,” according to David Buss, a professor of psychology at the University of Texas at Austin who specializes in the evolution of human sexuality. “Apps like Tinder and OkCupid give people the impression that there are thousands or millions of potential mates out there,” Buss says. “One dimension of this is the impact it has on men’s psychology. When there is a surplus of women, or a perceived surplus of women, the whole mating system tends to shift towards short-term dating. Marriages become unstable. Divorces increase. Men don’t have to commit, so they pursue a short-term mating strategy. Men are making that shift, and women are forced to go along with it in order to mate at all.”

Warum sich binden, wenn man eine große Auswahl hat? Gerade für Leute, die nachgefragt sind oder gut über Nachrichten flirten können, sicherlich verlockend.

Now hold on there a minute. “Short-term mating strategies” seem to work for plenty of women too; some don’t want to be in committed relationships, either, particularly those in their 20s who are focusing on their education and launching careers. Alex the Wall Streeter is overly optimistic when he assumes that every woman he sleeps with would “turn the tables” and date him seriously if she could.

In der Tat gibt es auch genug Frauen, die kein Problem mit „Sex einfach so“ haben. Aber ihre Zahl ist eben geringer als die der Männer, deutlich geringer, und die meisten Frauen wollen zumindest eine gewisse Verbundenheit, Vertrauen etc. Die Faszination für pure Abwechselung und die neue Eroberung dürfte bei Männern doch noch größer ausgeprägt sein. Was denen, die die Auswahl haben, meist den entsprechenden Vorteil bringt: Es interessiert sie weniger, ob es etwas schief läuft bzw schief laufen ist vollkommen anders definiert. Wenn sie erklärt, dass sie ihn nach dem ersten Sex nicht mehr sehen will und er ansonsten genug Auswahl und das passende Selbstvertrauen hat, dann gilt der alte Grundsatz „Doesn´t matter, had Sex“ und evtl ist es ihm ganz recht, dass die Abwicklung so verläuft.

Insofern müssen die Frauen, die bei einer solchen Dating App auf Suche nach einem festen Partner sind, eher aufpassen, denn im Vergleich zum sonstigen Flirten senden sie mit dem „Ja“ schon deutliche Zeichen von Interesse, so dass sie sich wesentlich mehr aus der Deckung gewagt haben.

Auch dieser Abschnitt ist aus meiner Sicht interessant:

They say they think their own anxiety about intimacy comes from having “grown up on social media,” so “we don’t know how to talk to each other face-to-face.” “You form your first impression based off Facebook rather than forming a connection with someone, so you’re, like, forming your connection with their profile,” says Stephanie, smiling grimly at the absurdity of it.

When it comes to hooking up, they say, it’s not as simple as just having sex. “It’s such a game, and you have to always be doing everything right, and if not, you risk losing whoever you’re hooking up with,” says Fallon, the soft-spoken one. By “doing everything right” she means “not texting back too soon; never double texting; liking the right amount of his stuff,” on social media.

“And it reaches a point,” says Jane, “where, if you receive a text message” from a guy, “you forward the message to, like, seven different people: ‘What do I say back? Oh my God, he just texted me!’ It becomes a surprise. ‘He texted me!’ Which is really sad.”

“It is sad,” Amanda says. “That one A.M. text becomes ‘Oh my God, he texted me!’ No, he texted you at one A.M.—it’s meaningless.”

They laugh ruefully.

Gut, dass nur das herzlose Pickup plant und analysiert. Und nicht etwa bei Frauen die Textnachrichten von ihm in eine Whattsapp-Gruppe kopiert werden, damit man sie mit den Freundinnen besprechen kann (was ganz lustig sein kann, ich war schon mehrfach coach bzw. bei entsprechenden Runden dabei, aber das ist eine andere Sache)

“If he texts you before midnight he actually likes you as a person. If it’s after midnight, it’s just for your body,” says Amanda. It’s not, she says, that women don’t want to have sex. “Who doesn’t want to have sex? But it feels bad when they’re like, ‘See ya.’ ”

“It seems like the girls don’t have any control over the situation, and it should not be like that at all,” Fallon says.

“It’s a contest to see who cares less, and guys win a lot at caring less,” Amanda says.

“Sex should stem from emotional intimacy, and it’s the opposite with us right now, and I think it really is kind of destroying females’ self-images,” says Fallon.

“It’s body first, personality second,” says Stephanie.

Honestly, I feel like the body doesn’t even matter to them as long as you’re willing,” says Reese. “It’s that bad.”

“But if you say any of this out loud, it’s like you’re weak, you’re not independent, you somehow missed the whole memo about third-wave feminism,” says Amanda.

Tja, die Nachteile, wenn Frauen und Männer gleich sind und man nicht zugeben darf, dass man in dem Spiel verliert, weil man anders denkt als ein Mann und – im Schnitt – andere Ziele hat. Lustig auch, dass der „Frauen wollen ja auch Sex einfach so“-Trope auch in dem Text mehrfach ganz deutlich angesprochen wird, um ihn dann hier wieder etwas zu relativieren. Ich finde dazu immer noch diesen Spruch sehr passend:

„A woman proud of getting laid is like an alcoholic proud of getting drunk. Where you win is in securing the commitment of a man“

Wenn in der App die nächste Frau, die Sex will, eben nicht sehr weit entfernt ist, dann beseitigt das für die passenden Männer die Logistikprobleme, die sie sonst hindern, ihre Vorstellungen eines guten Sexlebens auszuleben. Allerdings dürfte dies, wie gesagt, eben nur bei den wenigsten Männern der Fall sein. Es zieht sich aber dennoch als Problem durch. Die männliche 10 hat eben vielleicht nichts dagegen mit der 7 zu schlafen, ist aber sonst nicht weiter an ihr interessiert. Die männliche 7 ist vielleicht bereit mit der weiblichen 4 zu schlafen, aber ansonsten eben nicht weiter interessiert. Die weibliche 4, die denkt, dass der schnuckelige Kerl ja auch auf „Ja“ geklickt hat, kann sich insofern eben nicht sicher sein, was er eigentlich von ihr will oder ob sie nur in der „Fuckzone“ ist. Was auch zu Frustation führen kann.

„BRAVO: So fällst du Jungen auf“ (Flirttipps für Mädchen)

Die Bravo hatte hier ein paar Flirttipps für Mädchen gesammelt, die einen (feministischen) Shitstorm entfachten und danach wohl schnell gelöscht worden sind. (die Bravo war im Blog zuletzt hier Thema wegen eines feministischen Shitstorms um eine „Lovestory“)

Glücklicherweise hatte ich sie bereits kopiert:

1. Betone Deine Lippen mit Gloss. Das lässt sie voller erscheinen, wirkt sexy und zieht die Blicke der Jungs auf Dich.
2 Damit gehst Du Deinem Schwarm nicht mehr aus dem Kopf: Trage jeden Tag dasselbe Parfüm. Riecht er es irgendwo an anderen Girls oder Frauen, denkt er sofort an Dich.
3 Es gibt nur eine Frisur, die alle Jungs lieben: keine! Haare offen ist der absolute Top-Favorit von Typen.
4 Rasiere regelmäßig Deine Beine und Achseln. Girls, die sich gut pflegen, wirken sexy auf Jungs. Sie mögen es, wenn ein Mädchen sich Mühe mit ihrem Aussehen gibt.
5 Viele Jungs stehen auf frische Girlwangen. Benutze immer Rouge – das wirkt gesund und sexy auf Typen!
6 Alle Girls in Deiner Klasse schminken oder frisieren sich ähnlich? Wunderbar – dann style Dich ganz anders. Einzigartigkeit fällt Jungs positiv auf!
7 Trage keinen farbigen Lack auf deinen Nägeln. Viele Jungs finden das tussig. Besser: durchsichtiger Lack.
8 Schmink Dich jeden Tag anders. Wer immer gleich aussieht, wird irgendwann unsichtbar für Jungs.
9 Wie du weißt, erregst Du die Aufmerksamkeit eines Jungen auch über Deinen Duft. Sprühst Du Dein Parfüm ins Haar, hält es länger.
10 Betone Deine Augen mit Wimperntusche. Das verleiht Deinem Blick mehr Strahlkraft und wirkt sexy auf Jungs.
11 Kaum zu glauben, aber Jungs lassen sich von kleinen Accessoires beeindrucken. Mach Dir z.B. eine Klammer ins Haar – das lenkt den Blick auf Dich.
12 Hab immer Zahnpflegekaugummis dabei. Die sorgen für frischen Atem und Du kannst sie deinem Schwarm anbieten – so kommt ihr auch noch leichter ins Gespräch!
13 Mach Dich nicht verrückt wegen eines Pickelchens oder Deiner Zahnspange. Beides haben auch Jungs. Je entspannter Du Deinem Aussehen gegenüber bist, umso schöner wirkst Du!
14 Benutze eine Glanzspülung. Damit sieht Dein Haar gepflegter aus. Und Jungs achten besonders auf schöne Haare!
15 Jungs fallen lächelnde Girls eher auf als finster dreinblickende. Freundlichkeit wirkt anziehend!
16 Wer aufrecht geht und steht, wirkt nicht nur größer, sondern auch reifer. Und Jungs werden von reiferen Girls magisch angezogen.
17 Guck Deinen Schwarm an – auch wenn er Dich gerade nicht sieht. Er spürt sicher Deinen Blick auch auf größere Entfernung und wird sich gleich nach Dir umdrehen.
18 Ahme seine Gesten nach: Lehnt er sich nach rechts, lehnst Du Dich ebenso in die Richtung, stützt er den Kopf auf die Hände, machst Du das auch. Dadurch nimmt er Dich unterbewusst als total sympathisch wahr.
19 Sprichst Du mit Deinem Schwarm, versuch ihn leicht zu berühren. So schaffst du mehr Nähe und er fühlt sich mehr zu Dir hingezogen.
20 Der Klassiker: Stolpere in Deinen Schwarm hinein. Entschuldige Dich überschwänglich bei ihm. Er wird Dich total niedlich finden, weil Du ein kleiner Tollpatsch bist.
21 Guck ihn an. Guckt er zurück, wende Deine Augen ab. Er wird sofort wieder versuchen, Deinen Blick zu erhaschen, weil Du so sexy, unerreichbar und geheimnisvol wirkst.
22 Dein Traumtyp kommt an Dir und Deiner Freundin vorbei? Tut so, als hättet ihr den Spaß eures Lebens und lacht laut. Jungs lieben witzige Girls.
23 Geh langsam und aufrecht an deinem Schwarm vorbei. Ruhige Bewegungen lassen Dich älter und selbstbewusster wirken!
24 Wenn Du mit einem Jungen sprichst, spiele dabei mit einer Strähne Deines Haares. Das wirkt mädchenhaft und ziemlich süß!
25 Flirte mit den Augen! Lass Deinen Blick einmal von oben nach unten über ihn wandern. Schenk ihm dann ein kleines Lächeln und geh einfach weiter. Er wird wahnsinnig werden vor Neugier, was Du jetzt über ihn denkst. Von nun an sucht er Deine Nähe – wetten?
26 Egal, mit wem Du sprichst – hör nicht auf, während des Redens zu lächeln. Das lässt Dich charmanter wirken – und das nicht nur bei Deinem Gegenüber. Beobachtet Dich Dein Schwarm dabei, wirkst Du auch auf ihn süßer und sexier.
27 Stell Dich ruhig mal alleine in die Nähe Deines Schwarms. So erregst Du eher die Aufmerksamkeit der Jungs, als wenn Du in einer Gruppe mit anderen süßen Girls stehst.
28 Und: Girls, die allein unterwegs sind, wirken reifer, interessanter, geheimnisvoller und zugänglicher. Je mehr andere Girls um dich herum sind, umso niedriger Deine Chance, angesprochen zu werden.
29 Tu für eine Weile so, als wäre Dein Schwarm Luft. Mach das aber so, dass er es merkt. Deine Ablehnung wirkt wie ein Magnet auf ihn.
30 Wenn Du Dich mit einem schnuckeligen Typen unterhältst, schau ihm bewusst nur in ein Auge. Damit wirkst Du ruhiger und konzentrierter. Das ist die absolute Charme-Hypnose!
31 Halte Deine Hände ruhig, wenn Du mit einem hübschen Typen sprichst. So wirkst Du gefasst und sicher und nicht so kindisch wie andere Girls.
32 Acht darauf, öfter mal Deine Haare aus dem Gesicht zu streichen. Und zwar so, dass Du Deinen Hals freilegst. Auf Jungs wirkt das betörend sexy.
33 Sprich ein wenig tiefer, wenn Dein Schwarm in der Nähe ist. Das wirkt sexy und reifer.
34 Hände aus dem Gesicht! Wer an den Lippen knibbelt oder Nägel kaut, wirkt abtörnend.
35 Stehst Du auf dem Schulhof oder an der Bushaltestelle, dann überkreuz mal Deine Beine. Diese Pose lieben Star-Girls, weil sie schlank macht und sexy wirkt!
36 Du willst einem Jungen in der Schule auffallen? Dann stell Dich an den Rand des Schulhofs. Wer in der Mitte steht, wird leider ganz gern übersehen!
37 Wirf öfter mal Dein Haar lässig zurück. Das wirkt überlegen und zeigt, dass ein Junge sich ins Zeug legen muss, um Dich zu erobern. So weckst Du seinen Jagdinstinkt!
38 Guck Jungs eher immer leicht von unten an . Das wirkt am süßesten auf Typen!
39 Nur laute Girls fallen auf? Stimmt nicht. Wer sich ruhig verhält, wirkt geheimnisvoller und damit interessanter auf Jungs.
40 Wenn Du schon die Hände in Taschen stecken willst, dann in Deine Potaschen, nicht die vorderen. Diese Pose wirkt offener, Du stehst gerader und kommst präsenter und cooler rüber.
41 Guck beim Gespräch mit einem Jungen nie woanders hin als in seine Augen bzw. sein Gesicht. Er nimmt Dich dann intensiver wahr!
42 Mach nicht jeden Trend mit! Je individueller Du Dich kleidest, umso eher stichst Du aus der Masse heraus und einem Jungen ins Auge.
43 Binde Dir einen orangen- oder pfirsichfarbenen Schal um. Der bringt Deinen Teint zum Leuchten und lässt Dich attraktiver wirken.
44 Zieh die Ärmel Deines Pullis etwas über Deine Hände. Das wirkt unverschämt sexy und zugleich sooo süß auf Jungs!
45 Ebenfalls total süß und weiblich macht Dich eine Jacke mit Kunstpelzkapuze. Zieh sie Dir über und wecke so die romantische Ader in allen Jungs!
46 Du willst eine sexy Ausstrahlung? Dann wähle ein Top, dessen Ausschnitt eine Schulter rausblitzen lassen kann.
47 Klimpernde Armreife senden akustische „Werd auf mich aufmerksam“-Signale an Jungsohren.
48 Dezente, funkelnde Ohrringe unterstreichen das natürliche Glitzern Deiner Augen. Unwiderstehlich!
49 Jungs stehen auf Girls, die reifer rüberkommen. Hierfür sind Perlen der absolute Geheimtipp. Sie machen Dich in Form von Ketten oder Ohrringen schlagartig viel älter.
50 Du willst bei Jungs Sympathien wecken? Das geht am besten mit Karo-Klamotten. Die wirken frech, freundlich und machen aus Dir ein Girl zum Pferdestehlen!
51 Zieh nie zwei Tage hintereinander dieselben Klamotten an. Jungs fallen nur neue Eindrücke auf!
52 Du hast einen großen Bruder? Super. Schnapp dir seinen Hoodie und zieh ihn in die Schule an. Die Jungs werden denken, er ist von Deinem Freund. Und das macht dich total begehrenswert für sie!
53 Egal ob Du auf Stiefel, Sneakers, Röcke oder Blusen stehst: Achte darauf, dass Deine Sachen immer gepflegt und sauber aussehen. Nur dann wirkst du erwachsen und cool.
54 Dein Ausschnitt kann noch so tief sein – wenn Du Dich in Deinem Outfit nicht wohlfühlst, war alles umsonst. Also greif lieber zu Klamotten, an denen Du nicht die ganze Zeit rumzupfen musst und in denen Du Dich magst. So kommst Du selbstsicher rüber!
55 Trage lange Ohrringe! Sie ziehen die Aufmerksamkeit auf die weichen Kurven Deines Halses – das finden Jungs zum Anbeißen!
56 Style Dich bloß nicht zu sexy. Tiefe Ausschnitte und superkurze Röcke kommen in Jungsaugen eher schlampenhaft rüber.
57 Imitiere seinen Style! Dein Schwarm trägt am liebsten Grün? Zieh Dir auch grüne Sachen an. Die stechen ihm viel mehr ins Auge als andersfarbige Teile.
58 Wenn Handschuhe, dann entscheide Dich für fingerlose Modelle. Die wirken in Jungsaugen besonders weiblich!
59 Es müssen keine 10-cm-High-Heels sein. Aber ein leichter Absatz verleiht Dir einen wogenden Gang, der die Blicke der Jungs einfach magisch anzieht, weil er so selbstbewusst und sexy wirkt.
60 Trag öfter mal eine coole Trainingsjacke! Jungs lieben es, wenn Girls entspannt und gemütlich statt eingebildet rüberkommen.
61 Witzige Accessoires, z.B. eine Tasche in Ghettoblaster-Optik, sind ein super Hingucker – auch für Jungs. Außerdem liefern sie den Typen einen Grund, Dich anzusprechen.
62 Trag nicht immer Schwarz. Das ist eine Tarnfarbe für Jungsaugen!
63 Zeig, dass Du ein Girl bist! Je weiblicher Du Dich kleidest (Rock, Kleid), umso attraktiver wirkst du auf Jungs!
64 Rote Klamotten garantieren Dir eine lebendigere und leidenschaftlichere Wirkung. Heiß!
65 Schaff durch Dein Styling Nähe zu Deinem Traumjungen. Er steht auf eine bestimmte Band? Leg dir ein Shirt der Band oder ein Schlüsselband mit ihrem Bandlogo zu – das lässt Dich cooler auf Jungs wirken!
66 Es ist toll, wenn Du eine ABF hast – aber ihr müsst nicht im Partnerlook rumlaufen. Das wirkt nur kindlich und peinlich auf Jungs.
67 Anhängerringe klimpern so wunderbar sexy, dass die ganzen Jungs sich nach Dir umdrehen werden.
68 Willst Du freundlicher und witziger bei Jungs rüberkommen? Dann wähle gelbe Accessoires.
69 Dekoriere Deinen Rucksack, Handy etc. NICHT mit 1.000 Kuscheltieren oder Anhängern. Wenn Du’s übertreibst, wirkst Du schnell kindlich und albern.
70 Verzichte bei Klamotten und Accessoires auf die Farbe Rosa! Alle Jungs hassen sie! Weil Du damit sooo kindisch wirkst. Und kleine Girls werden nie angesprochen!
71 Löcher und Risse in Deiner Jeans verwandeln Dich in Jungsaugen nicht nur in ein besonders untussiges Exemplar von einem Girl. Da sie Deine Haut durchblitzen lassen, wirkst Du damit extrem sexy!
72 Jungs stehen auf die Farbe Weiß, vor allem an Hosen. Sie wirkt so schön unschuldig, macht gleichzeitig älter und strahlt so sehr, dass Dich jeder Typ sofort sehen MUSS!
Flirten: Und jetzt haben wir noch Flirt-Tipps für Dich, die Dich superanziehend wirken lassen
87Mach Dich rar! Beantworte nicht jede SMS, die ein Junge Dir schickt. Es macht Dich total spannend, wenn er um Deine Gunst kämpfen muss!
88 Steck einem süßen Typen einfach mal handgeschriebene Zettel zu, auf denen steht: „Ich wollte nur mal ‚Hi‘ sagen …“ Tausend Mal süßer als eine SMS – und Kreativität kommt immer super an!
89 Schicke ihm per Mail ein Filmplakat und schreibe dazu: „18 Uhr Kino, kommst Du mit? Ich würde sogar mein Popcorn teilen.“ Bei einem so lockeren, charmanten Angebot kann er gar nicht „Nein“ sagen!
90 Wirf einen Schneeball zu einer Gruppe Jungs und grinse frech rüber. Das zeigt, dass Du mit voller Absicht flirtest. Typen lieben es, wenn ein Girl auch mal die Initiative ergreift!
91 Setz Dich für Deinen Schwarm ein, wenn er von anderen fertiggemacht wird. Das erfordert zwar etwas Mut, aber er wird froh über Deine Unterstützung sein und es toll finden, dass Du so stark bist!
92 Du willst einen süßen Jungen kennen lernen? Tu so, als würdest Du ihn kennen. Wenn Du Deinen Fehler „überrascht“ feststellst, sag: „Ich dachte, Du wärst jemand anderes – aber du bist tatsächlich noch süßer!“ Mutige Girls kommen immer gut an!
93 Ein hübscher Junge ist in ein peinliches Gespräch mit einer Verehrerin verwickelt und total genervt? Geh selbstbewusst dazwischen. Hak Dich einfach bei ihm unter und frag ihn, ob er was essen gehen mag. Er wird Dir für die Erlösung danken!
94 Lustige, selbstironische Sprüche zeigen, dass Du Dich selbst nicht so ernst nimmst und unkompliziert bist!
95 Mach spontane Dates mit Wow-Effekt! Schick eine SMS an einen Jungen mit: „Ich hol mir einen McFlurry. Lass alles liegen und leiste mir an meinem Tisch Gesellschaft.“ Das wirkt total cool und selbstsicher – dabei aber immer noch sehr charmant!
96 Ein paar süße Jungs aus Deiner Clique überlegen, was sie abends machen sollen. Schlage Kino vor und frag sie, welchen Film sie sich anschauen möchten. Leg Wert auf die Meinung von jedem! Sie freuen sich garantiert, dass Du so aufmerksam bist. Denn ein einfühlsames Girl wünschen sich einfach alle Typen!
97 Ihr steht in einer Gruppe zusammen? Dann lehn Dich beim nächsten Scherz lachend an ihn. Das wirkt nicht, als würdest Du ihn anmachen. Aber trotzdem wird er Deine Nähe genießen.
98 Geh mit Sätzen wie „Du wirst sicher oft angesprochen“ oder „Du erinnerst mich an …“ (Name eines heißen Stars) auf ihn zu. Diese versteckten Komplimente lassen Dich nicht zu aufdringlich wirken, bezaubern ihn aber schlagartig.
99 Stell ihm eine auf dich bezogene Frage, z.B. „Findest Du, mir steht dieser Mantel?“ Durch diese Frage bewirkst Du, dass der Typ sich total geschmeichelt fühlt. Außerdem erscheinst Du sehr mutig und selbstbewusst, weil Du Dich seiner Kritik stellst.
100 Sei Du selbst! Bei jedem Kontakt mit Jungs ist das die wichtigste Ausstrahlungsregel. Wenn Du Dich nicht verstellst, bist Du total umwerfend.

Meiner Meinung nach handelt es sich nur sehr eingeschränkt um tatsächliche Flirttipps. Da würde ich drei kurze Tipps von Roissy wesentlich passender finden:

  • Werde so attraktiv wie möglich
  • Sorge dafür, dass du ansprechbar bist
  • Filtere die Jungs aus, die nur Sex wollen (wenn du das nicht auch nur willst) und wähle die, die eine Partnerschaft wollen

Die Flirttipps bewegen sich zwar teilweise in diesem Bereich, sollen aus meiner Sicht eher etwas ganz anderes behandeln: Sie sollen den Mädchen ein Gefühl von Handlungsmöglichkeiten geben, ohne das sie sich damit zu weit aus der Deckung wagen müssen. Sie sollen also bei ihrem Schwärmen von einem heißen Jungen Gloss kaufen oder ein neues Parfüm und sich so gut für die Situation gewappnet fühlen. Es sind Listen, die man durchgehen kann und bei denen man allerlei Vorschläge erhält, mit denen man ein wenig was an sich verändert und die man dann ausprobieren kann. Die Idee ist eher, dass das Mädchen danach vor dem Spiegel steht und schaut, wie ihre Haare offen aussehen und die Änderungen mit ihrer Freundin bespricht. Es ist die Änderung einer Kleinigkeit (Trage weiße/rote/nicht schwarze Kleidung und er wird dich lieben!) im Modebereich, es regt wunderbar die Vorstellung an, man könnte auf diese Weise an sich arbeiten und alles besser machen. Wenn die Flirttipps im Freundeskreis besprochen werden oder die Bravo mit zum nächsten Shoppen genommen wird, dann hat die Liste ihr Ziel erreicht: Die Bravo war relevant für ihre Leserschaft und sie haben eine Beziehung zu den dortigen Tipps aufgebaut, die sie zu treueren Lesern macht. Andere sind auch eher darauf ausgerichtet, dass sich zB einzelgängerische Frauen denken können, dass sie nicht einfach so alleine sind, sondern dass sie eben in der Gruppe nur untergehen würden. Sie fühlen sich gleich besser und wieder ist Bravo dafür verantwortlich etc.

Im zweiten Teil sind es teilweise schon relativ mutige Aktionen, zB sich gegen ihn lehnen etc. Es sind Phantasien, in denen man aktiv wird, die aber meist Fantasien bleiben werden. Das „Junge, der Super genervt ist von der Unterhaltung mit einem anderen Mädchen und von ihr gerettet wird“ Szenario weckt beispielsweise eine Fantasie, wie der anscheinend populäre Mann (preapproved by other women) dann plötzlich auf sie steht, weil sie selbstbewußt dazwischen geht. Das sind traumhafte Szenarien, die man gedanklich nett durchspielen kann, dann aber doch nicht umsetzt, weil man sich nicht traut. (sie setzen auch voraus, dass der Junge eh interessiert ist, sonst klappen viele nicht). Deswegen werden sie auch als Szenarien dargestellt und nicht als Prinzipien (also nicht „werde leichter ansprechbar in dem du Interesse signalisierst“ sondern „lehne dich an ihn“)

Die Tipps sind eine Anreihung von klassischen Klischees, die aber teilweise einen wahren Kern haben, aber hier eben nicht dargestellt werden, damit man Flirten lernt, sondern damit man mit der Vorstellung spielen kann, sich zu verbessern und den heißen Jungen zu erobern. Dazu müssen sie klischeehaft sein, aber nicht zu hart. „Schminke dich jeden Tag anders“ ist als Tipp für viele Mädchen ein Traum, nicht weil es wirklich für Jungs anziehend ist, sondern weil es ihrem Wunsch, sich abzuheben und die Tipps aus dem Schmink-Youtube-Video umzusetzen, und dabei noch begehrter zu werden, umsetzbar werden lässt.

Von der Qualität her sind sie daher meiner Meinung nach auch eher schlecht. Jungs sind die Schminkvarianten einer Frau denke ich größtenteils egal, eher wollen sie dezente Schminke, und ich wüsste auch bei den wenigsten Frauen, wie ihr Parfüm riecht. Und fingerlose Handschuhe warne glaube ich auch kein großes Kriterium männlicher Partnerwahl.

Nebenher: Es zeigt natürlich auch gut, wie im „konventionellen Flirten“ und auch von Frauenseite manipuliert wird und man teilweise die gleichen Mechanismen genutzt werden („mach dich rar!“)

Gerne kann natürlich auch was zu den jeweiligen Tipps gesagt werden. Würden sie wirken?

Habt ihr euch schon mal gewünscht, dass eine Frau schlechter flirten kann?

In der Kritik an Pickup kommt häufig der Vorwurf der Manipulation. Dabei geht es eher darum, dass man bestimmte Gefühle, wie sexuelle Anziehung und das nötige Vertrauen für den Sex erzeugen kann. „Das sei ja gerade die Manipulation“ heißt es dann häufig.

Aus meiner Erfahrung nehmen die Frauen, mit denen ich es zu tun habe, anders wahr. Sie finden es eben anziehend und ansprechend. Und das kann ich verstehen. Denn viele konventionelle Flirts sind einfach schlecht und abtörnend. Ein Mann, der die Frau aufs Podest stellt und versucht ihre Liebe zu kaufen. Der keine sexuelle Spannung aufbauen und halten kann, der unspektakulär und vorhersagbar ist, das langweilt eben viele Frauen, ebenso, wenn er zu lieb ist. Wenn man neben einigen Männern sitzt und sieht, wie sie ihre Chancen vergeben, möchte ich mitunter Gratis-Pickup-Lektüre verteilen. Und man sieht des Frauen an, dass sie ebenfalls enttäuscht sind, dass er nicht versteht, was sie meinen oder so plump reagiert.

Und das ist aus meiner Sicht auch sehr verständlich, denn ich mag auch Frauen lieber, die Flirten können. Die den Ball, den man ihnen zuspielt, auffangen und zurückwerfen. Die in verrückte Ideen auf die richtige Weise einsteigen und bereit sind auch mal etwas albernes zu machen oder eine Rolle beim Flirt zu spielen. Ich mag Frauen, die etwas entgegensetzen und mich herausfordern. Die also „weibliches Game“ haben. Ich finde einen kleinen spielerischen Shittest lustiger als ein langweiliges „und? Was machst du beruflich?“ gefolgt von weiteren Abfragen von Standardinformationen, um den anderen „kennenzulernen“, gefolgt von einem Gespräch über die jeweiligen Jobs und ihre Vor- und Nachteile, das man so schon tausendmal geführt hat.

Kurzum: Ich mag Frauen, die flirten können.

Und ich behaupte mal, den meisten Männern geht es genauso.