Glücklich sein

Diese Woche soll es durchgängig jeden Tag um ein anderes Thema rund um „Mann &  Frau zusammen“ gehen, einfach freie Assoziationen und Gedanken, anhand jeweils eines bestimmen Schlagwortes. Für neue Ideen und für das Entdecken von Aspekten, die bei spezielleren Texten untergehen

Zum Abschluss etwas sehr allgemeines:

Glücklich sein

Was macht euch glücklich? Wie spielen Beziehungen, Flirten, Sex, Ehe, Kinder und das Verhältnis zum anderen Geschlecht da mit hinein? Kann man ohne Partner glücklich sein? Kann eine Partnerschaft dauerhaft glücklich machen, wenn sie gut läuft? Was ist euer Tipp für ein glückliches Leben? Welche Aspekte zerstören die Aussicht auf ein glückliches Leben am ehesten? Was macht ihr selbst, damit euer Leben glücklich ist? Was sollte man dafür machen? Sind Männer oder Frauen eher glücklich? Was macht einen unglücklich, wenn man es nicht gemacht hat? usw

 

Der Sinn des Lebens

In den Kommentaren hatte ich angesprochen, dass es keine Sinn des Lebens gibt:

Nach der Evolutionsbiologie dient alles der Fortpfanzung, sie ist „ultimate cause“. Das fällt uns nur nicht auf, weil wir den „proximate cause“ eher wichtig finden und der Pfad hin zur Förderung der Fortpfanzung nicht gut sichtbar ist.
Das Leben hat keinen Sinn. Wir sind nur Vehikel unser Gene, die über Fortpflanzung unsterblich werden können.

Das findet sich so in ähnlicher Form auch bei Dawkins in das egoistische Gen:

Intelligent life on a planet comes of age when it first works out the reason for its own existence. If superior creatures from space ever visit earth, the first question they will ask, in order to assess the level of our civilization, is: ‚Have they discovered evolution yet?‘ Living organisms had existed on earth, without ever knowing why, for over three thousand million years before the truth finally dawned on one of them. His name was Charles Darwin. (…) The replicators that survived were the ones that built survival machines for themselves to live in. (…) Now they swarm in huge colonies, safe inside gigantic lumbering robots, sealed off from the outside world, communicating with it by tortuous indirect routes, manipulating it by remote control. They are in you and in me; they created us, body and mind; and their preservation is the ultimate rationale for our existence. They have come a long way, those replicators. Now they go by the name of genes, and we are their survival machines.

(zugegebenermaßen ein gestrecktes Zitat  mit Zwischenräumen von 44 Seiten, aber nichts desto trotz das was er meint)

Oder bei David Geary Male, Female (S. 69):

 Have you ever pondered the reason for your existence and the reason for the many difficulties in life? When considered trough the lens of evolution, the reason ypu exist is simply to „maximize the likelihood of genetic survival through redproduction (R.D. Alexander, 1987, p. 65), and the trials of life result from pursuit of this difficult path;

Gleich darauf wurde daraus eine Lebensphilosophie gebastelt, deren Konstruktion ungefähr so ging:

 Dass du dein Leben als sinnlos empfindest und dich nur als Vehikel deiner Gene siehst, die nach Unsterblichkeit streben, erklärt zumindest deinen Enthusiasmus für Geschlechterfragen und Pickup. Du bist bestrebt, das bestmögliche Vehikel für deine Gene zu werden.

Oder noch mal kurz zusammenfasst:

Ich: Das Leben hat keine Sinn. Es sind nur Gene, die Vehikel bauen, um sich fortzupflanzen

Konstruktion: Aha! Dann ist der Sinn deines Lebens also die Fortfplanzung deiner Gene.

Dabei steht beides in keinem Zusammenhang. Denn ich habe ja nicht davon, dass meine Gene sich fortpflanzen, wie sich aus der Ansicht ergibt, dass das Leben keinen Sinn hat.

Ich würde es darauf zurückführen, dass wir ein Gehirn haben, dass aufgrund seiner Bauweise immer versucht, einen Sinn in allem zu erkennen, ein Ziel, eine Absicht. Denn das erleichtert die Einschätzung alles menschlichen Handelns und erhöht damit die Chance der Gene, weitergegeben zu werden.

Eher ließe sich dem Ganzen der Sinn entnehmen, dann das beste aus der Zeit als Vehikel zu machen, die man hat. Was dann evtl darin bestehen könnte möglichst häufig die Aktivierung des Lustzentrums des Gehirns zu ermöglichen und möchst selten dessen Deaktivierung. Das wiederum kann, muss aber nicht mit Fortpflanzung verbunden sein. Vielleicht macht mich Selbstlosigkeit glücklich, vielleicht Sex ohne Fortpflanzung, vielleicht die Illusion nicht nur ein Genvehikel zu sein sondern eine unsterbliche Seele zu besitzen oder das Wissen, dass mit meinen Genen doch ein kleiner Teil meiner Selbst wietre Genvehikel baut.

Aber all dies ist kein tatsächlicher Sinn. Denn Evolution hat eben keinen Sinn, kein Ziel, kein Ende.

Das kann man traurig finden. Ich finde es logisch.

Ich wünsche allen einen guten Rutsch ins Jahr 2012!

Möge jeder von euch ein Jahr haben, in dem sein Glückszentrum möglichst häufig angesprochen wird, ob seine Gene ein Stück näher an die Unsterblichkeit rücken oder nicht!