Japan, sexlose Grasesser und Testosteron

Ein interessantes Phänomen wird aus Japan berichtet:

Die Japaner werden immer einsamer. Klingt schnell dahingesagt, ist aber statistisch belegbar: 70 Prozent der ledigen Männer und 60 Prozent der unverheirateten Frauen zwischen 18 und 34 haben keine Beziehung. Fast die Hälfte von ihnen will auch gar keine. Zu diesem Schluss kam Japans Institut für Bevölkerungs- und Sozialstudien in einer Sexual-Untersuchung, die es seit 1987 alle fünf Jahre durchführt. 44Prozent der Männer und 42 Prozent der Frauen sagten, sie hätten noch nie Sex gehabt. Die Zahl nimmt zu, vor fünf Jahren waren es noch 36 Prozent der Männer.

Das sind schon sehr hohe Zahlen, mich würden die deutschen Vergleichszahlen interessieren, aber ich vermute, dass sie deutlich niedriger sind. 44% der Männer zwischen 18 und 34 haben noch keinen Sex gehabt? Das wäre wirklich erstaunlich hoch. Insbesondere wenn die Hälfte auch kein Interesse daran hat.

„Grasfresser“ nennen die Japaner junge Männer, die keinen Sex wollen. Sie seien freundlich und scheu, ohne Gefühl für ihre Männlichkeit. So beschreibt das zumindest der Philosoph Masahiro Morioka, der den Begriff mit seinem Buch „Liebes-Lektionen für herbivore Jungs“ bekannt machte. Grasfresser wollten keine großen Gefühle, niemanden verletzen und auf keinen Fall verletzt werden. Fragt man die jungen Männer, formulieren sie es einfacher: Beziehungen seien ihnen zu „umständlich“.

Eine Generation, die zu einem relativ großen Teil der Beziehung abgeschworen hat. Es ist aus meiner Sicht nicht verwunderlich, dass dies in einem Land wie Japan geschieht, denn bei diesen liegen auch im Schnitt andere biologische Gegebenheiten vor, die sich auf den Sexualtrieb auswirken.

Es scheint weniger das freie Testosteron zu sein als vielmehr die Fähigkeit, dieses entsprechend wahrzunehmen:

though plasma testosterone levels are an important factor in sex hormone-dependent features, they obviously cannot explain the ethnic differences in these features. These differences seem to be mediated instead by differential enzyme and androgen receptor activity [6].  Specifically,  5a-reductase, the enzyme that converts testosterone into DHT, activity seems to vary among ethnic groups.  DHT is an androgenic hormone whose affinity to the androgen receptor is multitudes times greater than testosterone. A study recorded the DHT:testosterone ratio, an indicator of 5a-reductase activity[7], among ethnic groups and found levels to be highest in African-Americans, intermediate in Caucasians, and lowest in Asian-Americans [5]. Tissue-specific coactivators of the androgen receptor also play a role in differences in tissue-specific androgenicity. Different levels of these coactivators are found in different tissues(heart, skeletal muscle, and liver), and help determine the responsiveness of these receptors by binding to the androgen-androgen receptor complex [8-12].
The genetic differences in the gene encoding the androgen receptor itself contributes greatly to its ability to respond to testosterone and other androgens [13-15].  One of the most distinctive and important genetic differences found is called the CAG repeat polymorphism. This refers to the glutamine-tag attached to the androgen receptor becomes the sequence CAG is translated into the amino acid glutamine. The number of CAG repeats an individual has in his or her androgen receptor gene determines how effective his or her androgen receptor is at binding testosterone; those with less repeats are more sensitive to testosterone and those with a greater amount of repeats are less sensitive [16-21].  It has been found that those with short CAG repeats have the same symptoms of men with high testosterone levels, increased skeletal muscle mass, lower good cholesterol (HDL), and have an earlier onset of prostate cancer [21]. Those born with too many repeats (>38) may be at risk for certain genetic disorders [22].

The inverse association between the number of CAG repeats in the AR gene and functionality of the AR protein. Longer CAG tracts result in lower transcription of target genes and, thus, lower androgenicity. Expansion of the encoded polyglutamine stretch to beyond probably 38 leads to the neuromuscular disorder X-linked spinal bulbar muscular atrophy (XSBMA), a condition in which defective spermatogenesis and undervirilization are observed. Conversely, low numbers of CAG repeats are associated with increased androgenicity of susceptible tissues.

The inverse association between the number of CAG repeats in the AR gene and functionality of the AR protein. Longer CAG tracts result in lower transcription of target genes and, thus, lower androgenicity. Expansion of the encoded polyglutamine stretch to beyond probably 38 leads to the neuromuscular disorder X-linked spinal bulbar muscular atrophy (XSBMA), a condition in which defective spermatogenesis and undervirilization are observed. Conversely, low numbers of CAG repeats are associated with increased androgenicity of susceptible tissues.

The mechanism behind the weaker transactivation of androgen receptors with longer CAG repeats was found in a study done in 1999. A coactivator of the androgen receptor, ARA24, was discovered which bound differentially with the polyglutamine region of the androgen receptor. ARA24 was found to bind more weakly to androgen receptors with longer repeats and thus allowed for weaker signalling for the transcription of androgen-related genes [11].
Small but significant differences in the average CAG repeat length were found between different ethnic groups. Men of African descent were found to have the lowest number of repeats at 18-20, caucasians at 21-22, and east asians at 22-23[21]. Not only does this information reinforce our observations about body composition and androgenicity among different ethnic groups, but it also offers us some clinical value. The differences in enzyme, coactivator and androgen receptor activity may explain why certain individuals respond to testosterone therapy more strongly than others. It seems, however, that there is no clear winner in the roulette of testosterone sensitivity; one group may see greater strength in the earlier years of life, while the other gains vitality in the later years.
Das passt auch gut dazu, dass man bei Japanern eine sehr geringe Digit Ratio festgestellt hat:
digit-ratio
(Weiteres zu den Androgenrezeptoren und den CAG-Repeats auch hier)
Japan hat also Grundlagen, die dieses System begünstigen. Bei einem niedrigen reagieren auf Testosteron hätten wir:
  • einen geringen Sexualtrieb
  • ein eher passives, nichtmännliches Auftreten

Aus dem Artikel:

Viel besser geht es allerdings auch verheirateten Paaren nicht. In der regelmäßig wiederholten Studie des Kondom-Herstellers Durex haben japanische Ehepaare von allen untersuchten Ländern immer am wenigsten Sex und den am wenigsten befriedigenden noch dazu. Viele Japaner finden, das sei richtig so. Nach der Heirat müsse Schluss sein mit Romantik.

 Gut, dass hört man aus westlichen Ehen ja durchaus auch mitunter. Aber es könnte durch das obige Problem verschärft werden. Zudem kommen kulturelle Erwartungen dazu:

Das fehlende Interesse der jungen Männer an Sex und Beziehungen hat freilich einen weiteren Grund, über den in Japan nur ungern gesprochen wird. Etwa die Hälfte der Männer finden keinen festen Job, sie arbeiten für wenig Geld und ohne Perspektive. Diese Männer haben bei den Japanerinnen kaum Chancen, zumal die Gesellschaft bis heute am Modell festhält, der Mann müsse der Ernährer der Familie sein und die Frau solle mit der ersten Schwangerschaft ihre Stelle aufgeben.

Eine weitere Untersuchung vor einem Jahr fand heraus, dass ein Drittel der jungen Frauen keinen Mann heiraten würde, der nicht mindestens fünf Millionen Yen pro Jahr verdiene, etwa 44 000 Euro. Davon kann ein Zeitarbeiter nicht einmal träumen.

Das ist ja mal eine sehr deutliche Darstellung weiblicher Anforderungen an einen Partner: Er muss reich genug sein, sie zu versorgen und ihnen den Ausstieg aus dem Beruf zu erlauben. Kann er das nicht, dann ist ein Großteil der Frauen nicht an ihm interessiert. Es ist ein schöner Gegensatz zu der beständigen feministischen Darstellung der Frau, die keinerlei Forderungen stellen kann und nur Spielball der Männer ist, unterdrückt und benachteiligt, weil sie nicht genau so viel verdient. Hier wird es als deutliches Ausschlußkriterium dargelegt, als ein Privileg, welches er der Frau bieten muss, wenn er eine Chance haben will. Was viele Männer anscheinend sowohl nicht können als auch anscheinend nicht wollen. Aus China hört man von ähnlichen Erwartungen.

Am wenigsten Interesse an Beziehungen zeigen Frauen in ihren späten Zwanzigern. Damit verhöhnen sie die Regierung von Premier Shinzō Abe geradezu, die voriges Jahr ankündigte, sie werde die Geburtenrate der Japanerinnen bis 2025 von derzeit 1,4 auf 1,8 Kinder erhöhen, um die demografische Krise zu bewältigen. Zurzeit sind 27 Prozent der Bevölkerung über 65, ihr Anteil steigt jedes Jahr. Wie die Regierung die Geburtenrate erhöhen will, hat sie bisher nicht gesagt. Kinder außerhalb der Ehe sind in Japan noch immer selten. Die Regierung müsste also Anreize zum Heiraten schaffen.

Also ein Land mit sehr starken kulturellen Regeln, welches darauf stößt, dass viele dieser Regelungen nicht mehr attraktiv erscheinen. Ein solches System kann schwer aufzulösen sein, wenn alles in ein System von Ehre und sozialen Wert eingebunden ist. Es kann dann eher einen hohen Wert signalisieren gar keinen Partner zu haben als einen, bei dem man noch arbeiten muss als Frau. Und es kann einen niedrigen Wert bedeuten außerhalb der Ehe Kinder zu bekommen, so dass diese Option nicht attraktiv erscheint. Beides zusammen kann eine Zwickmühle sein, die dazu führt, dass recht wenig Kinder geboren werden.

Für junge Frauen, die ihr romantisches Ideal wenigstens schon einmal nachstellen möchten, bietet eine Agentur in Kyoto beispielsweise „Solo-Hochzeiten“ an. Junge Frauen können sich selber heiraten, mit Hochzeitskleid, Spitzen, Blumen, Tüll und Hochzeitskuchen: Dabei geht es eigentlich nur um die Erinnerungsfotos. Ohnehin erfüllen japanische Hochzeitsagenturen fast jeden Wunsch – Paaren ohne Verwandte oder Freunde besorgen sie Gäste oder sogar fiktive Angehörige fürs Hochzeitsfest, unter Schauspiel-Statisten ein beliebter Job. Westliche Männer in Tokio werden von Theateragenturen auch als Priesterdarsteller an Hochzeitsveranstalter vermittelt.

„Solo-Hochzeiten“ als weibliche Trieberfüllung sind interessant. Passen aber zu den gängigen Geschlechterklischees.

Die schnelle Triebbefriedigung dagegen holen sich junge Männer vom Sexgewerbe oder immer häufiger auch online. Außerdem gewinnen Softporno-Filme auch bei den jungen Japanerinnen an Beliebtheit.

Das ist eben weitaus weniger kompliziert als die Forderungen eines Partners bzw. es kann als unproblematischer angesehen werden als ein unstandesgemäßer Partner.

vgl. auch:

Verführung, „Erotik braucht eine kleine Hürde“ und „Nein heißt Nein“

In der Zeit befindet sich ein Interview mit dem Paartherapeuten und Sexualforscher Ulrich Clement, der etwas zu „Verführung“ ausführt. Einige Abschnitte fand ich sehr interessant:

ZEITmagazin ONLINE: Was genau ist Verführung?

Ulrich Clement: Verführung ist, jemanden zu etwas zu bewegen, von dem er noch nicht weiß, dass er es will.

 Eigentlich eine schöne Definition. Es macht deutlich, dass man einen Wunsch weckt und eine Veränderung erreichen will

ZEITmagazin ONLINE: Aber verführt werden will derjenige schon?

Clement: Latent, ja. Ein guter Verführer spürt die Bereitschaft, auch wenn sie nicht ausgesprochen ist. Es gibt bei dem französischen Meisterverführer Cyrano de Bergerac eine schöne Szene: Christian, der ohne die wortgewandte Unterstützung de Bergeracs hilflos ist, sagt zu seiner angehimmelten Roxane: „Je vous aime.“ Und sie antwortet: „Brodez! Brodez!„, was soviel heißt wie: „Schmücken Sie es aus!“ Er stammelt aber nur weiter, dass er sie liebt. Schließlich sagt sie entnervt: „Sie bieten saure Milch mir, und ich wollte Sahne! Wie lieben Sie mich denn?“ Gefragt ist beim Verführen nicht die sexuelle direkte Sprache, sondern die erotische Sprache des Andeutens. Man bleibt bewusst vage.

„Das gibt erst einmal bei mir bereits einen Extrapunkt, weil ich Cyrano de Bergerac als Stück liebe. Aber weiter im Text)

Das scheint mir etwas zu sein, was die radikalen Feministinnen nicht verstehen, die meisten Frauen aber sehr gut: Yes means Yes ist keine Verführung, enthusiastischer Consent ist auch keine Verführung. Um so klarer man alles gestalten muss, um so weniger Platz bleibt für die erotische Sprache des Andeutens und der Vagheit.

ZEITmagazin ONLINE: Verführung ist also ein verbaler Balztanz?

Clement: Ja, man möchte herausfinden: Wie gut achtet der andere auf mich? Ist er aufmerksam? Meint er wirklich mich?

Auch hier würde ich zustimmen: Es geht in diesen Fällen häufig nicht um eindeutige Aussagen, sondern häufig darauf, wie er auf etwas reagiert, warum er etwas macht: Das Gefühl gewollt zu werden ist größer, wenn der andere etwas kämpfen muss, wenn er sich bemüht, eine Andeutung, die verstanden wird, ist ein besseres Zeichen als eine eindeutige Absprache, mit zu klaren Worten macht man es dem anderen zu einfach und offenbart vielleicht zu viel, ohne das der andere es passend zurückgeben muss.

ZEITmagazin ONLINE: Würde man zu schnell nachgeben, hätte die Sache also gar keinen Reiz mehr?

Clement: Genau, Erotik braucht eine kleine Hürde. Sonst ist sie wie Tennis ohne Netz: witzlos. Der amerikanische Sexualtherapeut Jack Morin hat dafür die erotische Gleichung aufgestellt: Erregung = Anziehung + Hindernis. Anziehung allein reicht nicht. Man muss etwas haben, das es zu überwinden gilt.

Was für eine Formel!

Erregung= Anziehung + Hindernis

Das wäre wohl etwas, was in feministischen Kreisen eher zu einem #Aufschrei führen würde. Ein Hindernis? Das ist nach deren Vorstellung allenfalls in der Rape Culture erregend. Allenfalls wenn man deutlich vereinbart hat, dass man ein Hindernis errichtet, dass der andere dann nach genau definierten Regeln „überwinden“ kann, wäre das wohl dort eine konforme Vorstellung.

Leider begreifen das auch viele Männer nicht, die nicht erkennen, wann ein Hindernis ein solches Spiel ist und einfach gar nichts machen, weil ein Hindernis da ist (oder es eben nicht als Spiel, als Tanz, sehen, dieses zu überwinden). Ein Hindernis oder ein Shittest sind eben mitunter nicht mehr als ein Anzeichen von Interesse, vergleichbar der Kröte, die auch nur solche Männer vom Nest zu schupsen versucht, bei denen sie meint, dass sie drauf bleiben und nicht solche, bei denen sie davon ausgeht, dass sie herunterfallen.

ZEITmagazin ONLINE: Welche Ingredienzien braucht eine kunstvolle Verführung noch?

Clement: Mal abgesehen davon, dass es immer darauf ankommt, wer wen verführen will, muss die Situation auf jeden Fall in der Schwebe sein. Noch ist nichts eindeutig. Eine Verführungssituation endet genau in dem Moment, in dem die Lage nicht mehr offen, sondern klar ist.

ZEITmagazin ONLINE: Um zu spüren, was der andere will, ohne es zu sagen, braucht es also besondere Aufmerksamkeit. Das ist es, was schon Casanova beherrschte.

Clement: Richtig, der Verführer lässt die Frau spüren, dass er sie – und zwar genau sie – will. Damit macht er ihr das Kompliment, unwiderstehlich zu sein, und wertet sie auf.

Der „yes means Yes“ Feminismus mag also keine Verführung, da Klarheit diese zerstört. Und das ist auch der Grund, warum sexuelle Spannung in vielen Beziehungen nachlässt: Wer schon 100 mal miteinander geschlafen hat, der kann keine Hindernisse und keine Unklarheit mehr bilden.

ZEITmagazin ONLINE: Sie könnte einwenden: Den Trick macht er doch mit jeder.

Clement: Aber psychologisch funktioniert die erotische Aufwertung andersherum. Gerade wegen seines Images als Verführer und Kenner, sagt sich die anvisierte Frau: Wenn dieser erfahrene Mann ausgerechnet mich haben will, obwohl er genug andere haben könnte, muss ich besonders begehrenswert sein.

Das könnte aus dem Pickup sein. Und es kann richtig eingesetzt auch durchaus stimmen, eben wenn man passend auftritt und ihr vermitteln kann, dass man sich tatsächlich für sie interessiert und nicht nur für die Kerbe im Bett.

Etwas später heißt es:

ZEITmagazin ONLINE: Welche Unterschiede gibt es zwischen der Verführung durch einen Mann und durch eine Frau?

Clement: Dazu gibt es ein interessantes Experiment: Unter dem Vorwand irgendeiner Untersuchung wurden Frauen und Männer einbestellt, die man dann paarweise in einem Raum warten ließ, weil – so wurde vorgeschoben – der Versuchsaufbau noch nicht ganz fertig wäre. Dabei hielt eine Kamera ihr Verhalten fest. Bei denen, die sich sympathisch fanden und die zu flirten begannen, konnte man hinterher sehen: Zunächst hat die Frau bestimmte Signale gesendet. Sie zog etwa ihre Augenbrauen hoch oder fasste sich in die Haare. Der Mann ging dann bei Interesse darauf ein. Befragte man die beiden hinterher, wie es denn gelaufen sei, behaupteten die Männer meistens von sich, sie hätten angefangen. Halten wir also fest: Die Frau hat ihnen das Signal zum anfangen gegeben. Eigentlich hat sie angefangen, unter Umständen noch nicht mal in dem Bewusstsein, etwas Konkretes zu unternehmen. Die Entscheidung, daraus aktiv etwas zu machen, lag dann beim Mann.

Das senden passender Signale ist denke ich etwas, was für viele Frauen sehr hilfreich sein könnte. Ich hatte es unter „Ansprechbarkeit erhöhen“ als eines der wichtigsten Flirttipps für Frauen angeführt. Die Männer, die solche oft subtilen Signale auffangen und richtig interpretieren können, werden es auch deutlich einfacher haben. Gleichzeitig werden Männer, die passend aussehen und sich attraktiv verhalten, auch eher Signale bekommen.

ZEITmagazin ONLINE: Charmant. Aber worum geht es den beiden mit diesem Verhalten eigentlich genau?

Clement: Es gibt in der Sexualforschung die Theorie der sexual economics, eine ökonomische Theorie des sexuellen Verhaltens, die besagt, dass jedes Umeinanderwerben dem Verhalten auf einem Marktplatz gleicht: Die einen haben etwas anzubieten, die anderen wollen etwas haben. Frauen haben etwas, was Männer wollen, nämlich Sex. Nach dieser Theorie ist lediglich weiblicher Sex wertvoll, männlicher Sex hingegen ist nichts wert, weil den jede überall umsonst haben kann. Deswegen prüfen Frauen, wie teuer sie sich verkaufen können. Sie sind Marketingexpertinnen in eigener Sache. Wenn Frauen flirten, bedeutet das übrigens aus diesem Grund auch nicht unbedingt, dass sie bereit sind für Sex, wie manche Männer irrtümlich annehmen.

Es kann heißen, dass sie den Marktwert testen, es kann bedeuten, dass sie Interesse haben, aber noch verführt werden wollen. Es bedeutet jedenfalls nicht per se, dass die Sache klar ist.

ZEITmagazin ONLINE: Sie wundern sich dann, dass sie abblitzen?

Clement: Ja, aber das ist einem Mann weniger unangenehm als einer Frau. Männer lassen es eher mal darauf ankommen und wagen einen ersten aktiven Schritt. Das gehört für sie natürlich zum Wettbewerbsverhalten dazu – ein bisschen wie beim Fußball, da muss man auch mal aus einer nicht ganz klaren Situation heraus aufs Tor schießen. Diese größere Toleranz gegenüber dem eigenen Scheitern erklärt übrigens auch das schon mehrfach beobachtete Phänomen, dass Männer bei Befragungen aktiver aus ihrem Sexualleben berichten als Frauen. Sie overreporten, heißt es im Fachjargon, während Frauen tendenziell underreporten. Frauen lassen peinliche Begegnungen eher weg, vielleicht verdrängen sie sie sogar, während Männer sich sagen: „Egal, es war zwar doof, aber immerhin: ein Versuch.“

Da haben die Männer aus ihrer Warte auch durchaus recht. Wer nichts wagt, der nichts gewinnt. Männer, die sich in die reine Männercliquee ohne Frauenkontakt zurückziehen und keine Frauen ansprechen, werden eben auch keine Freundin haben.

Training gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz und seine Wirkung

Eine interessante Studie behandelt, was ein Training gegen sexuelle Belästigung bringt:

This study evaluated a sexual harassment program for staff and faculty employees at a metropolitan university. One hundred men and 97 women who participated in the program and 141 men and 178 women who did not participate responded to a self-report questionnaire through campus mail. Analysis of variance was used to test for effects of program participation and employee gender on five outcome variables. Results indicated that participants showed more knowledge about sexual harassment than did nonparticipants and had a stronger attitude that sexual behavior at work is inappropriate. Men had more favorable attitudes toward sexual behavior at work than did women. Moreover, program participation and employee gender interacted, indicating an adverse reaction to the program among male participants. Male participants were less likely than other groups to perceive coercive sexual harassment, less willing to report sexual harassment, and more likely to blame the victim. Implications of the findings are discussed.

Demnach hat das Training genau das Gegenteil von dem erreicht, was es eigentlich erreichen sollte: Die männlichen Teilnehmer lehnten sich gegen das Programm auf und waren weniger bereit sexuelle Belästigung zu erkennen, weniger bereit solche zu berichten und eher bereit das Opfer als die Schuldige anzusehen.
Aus einem Bericht über die Studie im Telegraph:

Lauren Edelman, professor of law and sociology at the University of California Berkeley, told the Guardian: “Sexual harassment training may, in fact, make it less likely that males will recognise situations that are harassing. Sexual harassment training may provoke backlash in males.”

Das kann ich mir bei einem klassischen feministisch angehauchten Anti-Belästigungstraining auch durchaus vorstellen. Denn dort dürften diverse Anschuldigungen gegen Männer an sich vorgenommen werden, es dürften kleinere Vorfälle bereits als „Mikroaggressionen“ oder ähnliches gewertet werden und es dürfte allgemein ein Klima geschaffen werden, in denen Männer das Gefühl haben, dass sie nichts richtig machen können und für Kleinigkeiten bestraft werden können. Es wird einem deutlich gemacht, dass die Gruppe der Täter einen selbst umfasst und das führt natürlich zu einer Solidarisierung, wie wohl die meisten Anschuldigungen gegen Mitglieder einer Gruppe. Wer Maßnahmen als ungerecht empfindet, der ist eben weitaus weniger bereit auch deren ggfs noch berechtigte Teile umzusetzen, schon gar nicht, wenn er das Gefühl hat, dass sie gegen ihn als Mitglied einer Gruppe gerichtet sind.

Ein Artikel im Guardian führt dazu an:

The men’s surprising responses may have been an “effort at self-preservation intended to defend and protect against a perceived attack on them”, the authors wrote.

In other words, the training appears to make some men feel threatened and afraid that they will be subject to false accusations, said Shereen Bingham, co-author of the study and professor at the University of Nebraska at Omaha school of communication. As a result, they may respond in a defensive manner.

“We were surprised … it certainly appears to be irrational,” said Bingham. “The only explanation can be psychological or emotional.”

Es ist ja schon interessant, dass sie wahrnehmen, dass Männer sich bedroht fühlen, aber anscheinend nicht hinterfragen, ob da etwas dran sein könnte.

The findings highlight a broader challenge – that men in leadership roles sometimes struggle to relate to the experiences of those who have faced harassment, she said: “People in powerful positions don’t have a good grasp of what it’s like to be in a non-dominant group.”

Other studies have shown that when workplaces actively inform men of sexual harassment policies, it can also have unintended negative effects. A study published in the Social Psychology Quarterly found that after men learned about harassment rules, it triggered implicit gender biases, effectively making it more likely for them to stereotype women.

“The purpose of sexual harassment policy is to make men and women more equal in the workplace,” said Justine Tinkler, assistant professor of sociology at the University of Georgia and co-author of the study. “If the policies are sort of activating gender stereotypes rather than challenging them, they may not be promoting that broader goal.”

Tinkler has also studied how sexual harassment trainings can provoke backlash and how people who say they support harassment laws are resistant to the enforcement of those policies. Trainings can also reinforce men’s feelings that women are “emotional and duplicitous in the way that they both want sexual attention, but don’t want sexual harassment”, she explained.

Das dürfte dann auch daran liegen, dass gerade in Amerika die Regelungen gegen sexuelle Belästigung paradoxe Züge haben. Wenn man eigentlich am Arbeitsplatz nicht flirten darf, es aber natürlich dennoch gemacht wird, gleichzeitig aber auch sofort als sexuelle Belästigung bestraft werden kann, dann ist die Einstellung der Männer dazu ja durchaus verständlich. Wenn dort Beispiele verwendet werden, bei denen eine Frau niemals Täter sein kann, egal, wie sexuell sie sich verhält, jede Reaktion darauf aber als sexuelle Belästigung angesehen werden kann, dann ist es auch verständlich, dass dies als sehr einseitig empfunden wird.

Edelman, the UC Berkeley professor, said she suspects the backlash could stem from the “cartoonish, somewhat unrealistic” harassment examples that trainings often include – lessons that can make participants skeptical and resentful.

Das würde dann in der Tat ein Problem sein.

Edelman’s own research has focused on what’s known as “symbolic compliance”, which refers to the way organizations’ anti-harassment and diversity policies and procedures are primarily focused on demonstrating compliance in a legal context – and likely do little to actually reduce discrimination or harassment.

Zu diesem Problem, gerade im Zusammenhang mit den „punitive damages“ hatte ich bereits hingewiesen. Es ist in der Hinsicht ein Problem, dass die Firmen sich nach Möglichkeit weitgehend entlasten müssen, also durchaus Interesse daran haben, dass sie dort in den Belehrungen die Anforderungen übertreiben, damit sie dann sagen können, dass sie bereits vor Kleinigkeiten gewarnt haben und eine Zero-Tolerance Politik errichtet haben. Ob das  Konzept auch für die Mitarbeiter tatsächlich das Beste ist, ist dann egal, wenn damit jedenfalls eine Haftung zuverlässig ausgeschlossen ist.

In California, employers with 50 or more employees are required by law to provide at least two hours of harassment prevention training, and in the University of California, all faculty and supervisors must complete a training every two years.

Auch ein schönes Beschäftigungsfeld für „Gender Studies Spezialisten“. Wäre interessant, was da so an Geld fließt. Aus Deutschland kenne ich es nicht.

The questionable research makes clear that universities should not only study the effectiveness of training, but should also prioritize other mechanisms to promote prevention, professors said.

“The university should focus more on having a much clearer zero-tolerance policy with very clear sanctions that are very consistently carried out,” said Edelman.

Tinkler said the best way to combat workplace sexual harassment is to reduce gender inequality and promote women in leadership positions.

“It really requires changing workplaces that have gender inequality structured into the way that they are organized,” she said.

Dass Vorgesetze versuchen bei Frauen zu landen wird man nie abstellen können. Nicht, weil es gut ist, sondern weil eine höhere Position eben einen gewissen Status mit sich bringt, den die Leute verwerten wollen. Natürlich können hier Strafen abschrecken, aber solange es zB Studentinnen gibt, die es aufregend finden, mit ihrem Professor zu schlafen, bleibt es interessant. Es könnte interessanter sein, wenn man ihnen beibringt, wie man es macht, ohne Frauen zu belästigen. Aber das wird wohl keine Firma, schon gar keine amerikanische, anbieten.

Ashley Madison Datenklau

Ashley Madison ist ein „Fremdgehportal“, also ein Portal, bei dem Seitensprünge organisiert werden konnten.

Hacker haben die Benutzerdaten abgegriffen und versucht haben das Portal zu erpressen. Diese zahlten wohl nicht und die Daten wurde veröffentlicht.

1. Analyse der Daten

Damit ergab sich natürlich auch eine interessante Möglichkeit die Daten zu analysieren. Die Ergebnisse bestätigen eindrucksvoll die Unterschiede zwischen Männer und Frauen was das Interesse an „Casual Sex“ angeht:

What I discovered was that the world of Ashley Madison was a far more dystopian place than anyone had realized. This isn’t a debauched wonderland of men cheating on their wives. It isn’t even a sadscape of 31 million men competing to attract those 5.5 million women in the database. Instead, it’s like a science fictional future where every woman on Earth is dead, and some Dilbert-like engineer has replaced them with badly-designed robots.

Those millions of Ashley Madison men were paying to hook up with women who appeared to have created profiles and then simply disappeared. Were they cobbled together by bots and bored admins, or just user debris? Whatever the answer, the more I examined those 5.5 million female profiles, the more obvious it became that none of them had ever talked to men on the site, or even used the site at all after creating a profile. Actually, scratch that. As I’ll explain below, there’s a good chance that about 12,000 of the profiles out of millions belonged to actual, real women who were active users of Ashley Madison.

Neben anderen Belegen ist insbesondere dieser hier aussagekräftig:

Then, three data fields changed everything. The first field, called mail_last_time, contained a timestamp indicating the last time a member checked the messages in their Ashley Madison inbox. If a person never checked their inbox, the field was blank. But even if they’d checked their messages only once, the field contained a date and time. About two-thirds of the men, or 20.2 million of them, had checked the messages in their accounts at least once. But only 1,492 women had ever checked their messages. It was a serious anomaly.

Und etwas später heißt es:

Overall, the picture is grim indeed. Out of 5.5 million female accounts, roughly zero percent had ever shown any kind of activity at all, after the day they were created.

The men’s accounts tell a story of lively engagement with the site, with over 20 million men hopefully looking at their inboxes, and over 10 million of them initiating chats. The women’s accounts show so little activity that they might as well not be there.

Sure, some of these inactive accounts were probably created by real, live women (or men pretending to be women) who were curious to see what the site was about. Some probably wanted to find their cheating husbands. Others were no doubt curious journalists like me. But they were still overwhelmingly inactive. They were not created by women wanting to hook up with married men. They were static profiles full of dead data, whose sole purpose was to make men think that millions of women were active on Ashley Madison.

Es haben sich hier also ein paar Millionen Männer um ein paar Tausend Frauen bemüht, Frauen waren im wesentlichen nicht interessiert, diese Möglichkeit zu nutzen, obwohl sie im Gegensatz zu den Männern nichts dafür zahlen mussten. Eigentlich ein guter Grund die Seite wegen Betrugs zu verklagen, denn es wurde anscheinend im großen Stil vorgetäuscht, dass Frauen auf dem Portal vorhanden sind. Allerdings ist eine Klage gegen eine Seite, auf der man Ehebruch begehen wollte, wahrscheinlich für die meisten der Männer uninteressant.

Natürlich kann es sein, dass Frauen eher andere Möglichkeiten nutzen, aber der Unterschied wird anhand des Zahlenverhältnis deutlich und bestätigt andere Experimente. Der ausgeprägtere Sextrieb der Männer macht sich bemerkbar.

Es macht auch deutlich, wie einfach es ist für eine Frau an Sex zu kommen: 20 Millionen Männer warteten nur darauf, dass sich dort mal eine tatsächliche Frau findet. Bei einer vergleichbaren Quote im umgekehrten Fall würde der entsprechende Mann wahrscheinlich sehr sehr beschäftigt sein.

Ein anderer Artikel drückt es wie folgt aus:

Plenty of married men lament that they are no longer able to go after anything with nice legs. But women are much more prone to saying, “I’m so glad I’m not on the dating scene anymore.”

It’s not that women don’t commit adultery as often because they are happier in their marriages than men are. In fact, women are more likely to be the ones initiating divorce nowadays. But women know that casual (or anonymous) sex is not going to make them any happier. Research shows that women who have multiple partners are more likely to be depressed. And cheating on their husbands with a guy they met online is certainly not going to fill the hole of whatever was missing from their marriages.

The men on Ashley Madison may have been living in a fantasyland, but if they read the media’s messages on women and sex, they might have had good reason to do so. Since the “expert” view is now that gender is a social construct, men might wonder why women don’t act more like them. They are told it’s because of society’s backward patriarchal views that women don’t want to be seen as slutty.

So voilá! We have a website that will allow women to cheat without all those judgmental eyes on them. And behind those closed doors . . . women aren’t interested.

Sorry, guys. The Internet can do a lot of things, but it’s not going to change human nature.

Durchaus passend. Es ist eben nicht die soziale Konstruktion der Geschlechter, die Frauen zurückhält, sie haben schlicht weniger Interesse an anonymen Sex mit unbekannten Männern, die sie nur über ein paar Fotos und ein Internetprofil kennen.

2. Moralisches 

Was soll man moralisch sowohl zu einer Fremdgehseite und einem Hack einer Fremdgehseite sagen?

Natürlich ist es sowohl verwerflich, seine Partner zu hintergehen (sofern man nicht als Single oder jemand in einer offenen Beziehung auf der Seite war) als auch solche Daten aus Profitgier ins Netz zu stellen. Man kann hier natürlich vertreten, dass Leute, die ihre Partner betrügen es eben verdient haben und so auch die Partner die Wahrheit erfahren. Aber andererseits geht es eben auch niemanden etwas an, wie Leute ihre Ehe leben und ob Partner vielleicht bewußt weggeschaut haben, weil sie wussten, dass der andere mehr Sex braucht als sie (das wird der geringere Teil sein, aber dennoch) oder aber Ehekrisen auszulösen, die ansonsten vielleicht nicht entstanden wären.

Kommentator David meinte noch das Folgende:

Was haltet ihr eigentlich von dem Ashley Madison – Leak?

Natürlich hochkriminell, aber ein gewisses Maß an Schadenfreude gegenüber Plattform und Nutzern kann ich nicht ganz verhehlen.

40 Millionen Nutzer sind schon ne Hausnummer, das betrifft also eine erhebliche Menge an Paaren, bei denen gerade die Scherben fliegen dürften.
Ich könnte mir zwar vorstellen, dass die Seite mehr männliche Nutzer hat (Frauen müssen zum Fremdgehen ja eher passiv bloß auf eine Gelegenheit warten, oder sich ein wenig offenherziger geben) – aber dafür werden es auch wesentlich mehr Männer sein, die findig genug sind um sich den Leak zu ziehen. Es müssen also vermutlich vor allem untreue Frauen um ihr Geheimnis bangen.

Vielleicht aber auch die Chance für den einen oder anderen gefriendzoneten Nerd, seiner heimlichen Liebe die Wahrheit über ihren Stecher zuzuspielen?

Ich kann mir ohne Probleme vorstellen, da einige Ehen daran gescheitert sind. Bei der entsprechenden Anzahl von Nutzern werden sicherlich auch einige Leute gefunden worden sein und ihre Partner werden sicherlich nicht erfreut gewesen sein. Wobei es heutzutage ja auch einfach ist, eine Emailadresse zu haben, die nicht ohne weiteres zu dem realen Namen zurückzuverfolgen ist. Angeblich sollen ja aber viele auch ihre Arbeitsemail verwendet haben, wohl weil sie eben davon ausgingen, dass ihre Partner diese eben nicht am heimischen PC abrufen können und die Chance eines Auffliegens so geringer ist. Was ein erstaunliches Vertrauen in den Arbeitgeber offen legt.

Ich persönlich würde es erbärmlich finden, solche Informationen aus einem Hack weiterzuleiten, jedenfalls wenn man meint, dass die Beziehung ansonsten in Ordnung ist und man nichts weiter über seine Aktivitäten dort weiß. Ich jedenfalls würde nicht nach mir bekannten Personen in der Datenbank suchen.

„Status macht attraktiv“ vs „Anerkennung durch Sex“

Bei den Störenfriedas ist ein interessanter Artikel erschienen:

Ich habe jahrelange eigene, internationale Berufserfahrung, in einem Bereich in dem Frauen sehr selten verantwortliche Positionen einnehmen und dessen Attitude man leicht mit dem altbekannten “Sex, Drugs & Rock n Roll” zusammenfassen könnte. (…)

In diesem Bereich sind Männer qua Status interessant für Frauen, egal ob sie attraktiv sind oder sich pflegen. Ich habe erlebt, dass Frauen diese Männer als uninteressant bewerteten und erst nachdem sie des Status gewahr wurden ihre Meinung änderten. Viele werden jetzt bestimmt denken: “Ich habs doch schon immer gesagt, Frauen sind alle käuflich”. Ich will an der Stelle betonen, dass Geld hier tatsächlich überhaupt keine Rolle spielt: Nicht mit jedem Status ist Reichtum verbunden.

Das klingt nach einem Absatz, dem ich vollkommen zustimmen kann. Gerade wenn es um den Musikbereich geht, ist Status auch abseits des Geldes sehr interessant, es geht inbesondere darum, dass man denjenigen kennt und das er bewundert wird.

Ich muss zur Ehrenrettung der Männer sagen, dass nicht alle ihre Möglichkeiten schamlos ausnutzen. Sehr viele sind nicht interessiert die auch häufig vorkommende Abwesenheit von zu Hause für beispielsweise Seitensprünge oder den “schnellen und unkomplizierten Sex” zu nutzen. Aber bei denjenigen die es tun ist eines mir immer wieder aufgefallen: Die zu 90% vorhandene Respektlosigkeit den Frauen gegenüber mit denen sie in die Kiste gehüpft sind. Wie heißt es immer so schön “Der Gentleman schweigt und genießt”? Forget it! Diese Gentlemänner muss man suchen wie die Nadel im Heuhaufen. Gegenüber den Frauen geben sie sich respektvoll und supernett. Es kommt nicht selten vor, dass auf einer sehr liebevollen Ebene Kontakte weitergepflegt werden bis zu einem Wiedersehen, an dem Mann die Bettgeschichte wiederholen kann. “Warm halten” heißt das wohl. Hinter dem Rücken der Frauen wird jedoch abfällig über sie geredet und sie wird niemals die Chance haben wieder auf eine Augenhöhe mit diesem Mann zu kommen, von ihm respektiert oder als gleichwertiger Mensch anerkannt zu werden. Sie bekommt einen Stempel “kann gut blasen” oder “für alles offen” und darauf wird sie reduziert. Interesse an der Persönlichkeit besteht nicht.

Warum sollte auch Interesse an der Persönlichkeit bestehen, wenn man mit ihr nur Sex haben möchte? Da ist sie wieder, diese Form des „weiblichen Entitlements„: Ich schlafe mit ihm, also muss er ein Interesse über Sex hinaus an mir haben. Immerhin haben die Frauen ja insoweit auch das sexuelle Interesse an den Männern und diese nehmen nur mit.

Bei der Gruppe derjenigen, die ihren Status nicht ausnutzen, kann man nochmal unterscheiden zwischen jenen, die sich nur über die “dummen Küken” offen lustig machen und jenen die sowohl von ihren Kollegen als auch den Frauen mit denen sie verkehren belustigt sind. Letztere sind meines Erfahrung diejenigen die keinen Unterschied in der Bewertung der jeweils Beteiligten machen und die am ehesten Frauen generell mehr Respekt entgegen bringen. Sie schreiben eine Frau auch nicht grundsätzlich ab, sondern können unter Umständen ein Interesse auf einer anderen Ebene entwickeln.

Das sind dann anscheinend die besseren Menschen.

Was ich sagen will: Aus meiner Erfahrung meinen viele der Frauen, von denen ich einige auch auf einer sehr freundschaftlichen Ebene näher kennen gelernt habe und ihnen schon seit vielen Jahren immer wieder begegne, aus ihrer offenen Sexualität Anerkennung zu ziehen. Das tun sie jedoch nicht. Sie werden von den Männern ausschließlich (!) auf ihre Verfügbarkeit als Sexpartnerin reduziert.

Schlimm, wenn man in der Fuckzone landet. Aber die Folge davon, wenn man meint, dass man bei einem Überangebot an Anbietern bei dem „Käufer“ den Preis diktieren kann. Das ist sicherlich in der Hinsicht ungewohnt für Frauen. Aber eben eine Frage, mit welchen Männern sie sich einlassen.

Die Schlußfolgerung der Autorinnen:

Für mich steht aufgrund meiner langjährigen Erfahrungen jedenfalls fest: Der Versuch als Frau durch Sex Anerkennung von einem Mann zu erlangen ist zum Scheitern verurteilt. Mir ist wichtig zu betonen, dass es mir nicht darum geht irgendwen zu verurteilen, sondern nur aufzuzeigen welche gesellschaftlichen Mechanismen ich wahrnehme. Mein Umgang damit muss auch keinesfalls für jede der Richtige sein. Er ist nur einer von vielen Versuchen im Patriarchat möglichst schadlos zu überleben…

 

Anerkennung erhält man sicherlich nicht durch Sex. Warum auch? Man kann es sicherlich in einem günstigeren Markt oder bei geschickteren Einsatz durchaus für Vorteile verwerten, aber eben nicht, wenn man nur eine von vielen und eine Nummer ist. Daraus Rückschlüsse auf die allgemeine Möglichkeit, Sex in Vorteile zu verwandeln zu ziehen, ist aber sicherlich nicht ohne weiteres möglich. Männer sind durchaus bereit einiges für Sex aber vielleicht noch mehr für die Liebe, Zuneigung und die Anerkennung einer für sie sexuelle attraktiven Frau zu machen, müssen dabei aber eben diese Frau auch als etwas besonderes ansehen. Viele Frauen können Sex durchaus für Machtspiele einsetzen. Aber eben nicht so plump, dass sie einfach mit jemanden Sex haben, der eh genug andere Frauen hat.

Vereinbarungen zur sexuellen Treue in homosexuellen Partnerschaften

Eine interessante Studie behandelt Vereinbarungen zur sexuellen Treue in schwulen Partnerschaften:

Many gay male couples make agreements about whether or not to permit sex with outside partners, yet little is known about the development and maintenance of these agreements, their impact on relationships, and whether they are an effective HIV prevention strategy. Using semi-structured, qualitative interviews, 39 gay male couples were asked about their sexual agreements and about other relationship dynamics that might affect their agreements. Analysis revealed a wide range of agreement types, all of which are presented along a continuum rather than as discrete categories. For couples with open agreements, most placed rules or conditions limiting when, where, how often, and with whom outside sex was permitted. Although motivations for having agreements varied, HIV prevention did not rank as a primary factor for any couple. Most couples had congruous agreements; however, a small number reported discrepancies which may increase HIV transmission risk. How couples handled breaks in their agreements also varied, depending on what condition was broken, whether it was disclosed, and the partner’s reaction. Additional results include differences in agreement type and motivations for having an agreement based on couple serostatus. Overall, agreements benefited couples by providing boundaries for the relationship, supporting a non-heteronormative identity, and fulfilling the sexual needs of the couple. Future prevention efforts involving gay couples must address the range of agreement types and the meanings couples ascribe to them, in addition to tempering safety messages with the relationship issues that are important to and faced by gay couples.

Quelle: Sexual Agreements among Gay Male Couples

In der Zusammenfassung selbst steht noch nicht so viel interessantes, aber in dem Artikel selbst findet sich dies:

Closed Agreements Twelve couples (31%) described their agreement as closed or monogamous. For many of these couples, theirs was an agreement to be monogamous in the “classic sense.” That is, no sex with outside partners was allowed. It was not uncommon for these couples to associate feelings of love and commitment to their monogamous agreement when they described it. One participant stated, “We made a decision to only be with each other. And it’s because we love each other and care about each other deeply” (32/API/HIV−). It is important to understand, however, that closed agreements did not necessarily foreclose outside sexual encounters. On the contrary, a few couples who reported closed or monogamous agreements allowed some form of sex with outside partners.

Ich finde es wenig erstaunlich, dass in sexuellen Beziehungen von Männern ein „Fremdgehen“ weit weniger als Problem angesehen wird, weil dort eben beide üblicherweise einen starken Sexualtrieb und eine gewisse Vorliebe für casual sex mitbringen. Männer sind wohl häufiger in der Lage Sex und Gefühle zu trennen und ich könnte mir vorstellen, dass das auch noch eher der Fall ist, wenn Sex mit Fremden vergleichsweise einfach zu bekommen ist. Auf heterosexuelle Verhältnisse übertragen wäre eine Zahl von nur 31%, die davon ausgehen, dass man monogam (bei einem teilweise ausgeweiteten Verständnis von Monogamie) leben sollte kaum zu erwarten. Die wenigsten Frauen sind bereit ihren Mann mit anderen Frauen schlafen zu lassen, allerdings eben auch die wenigsten Männer, ihre Frauen mit anderen Männern schlafen zu lassen. Gleichzeitig zeigt eine hohe Zahl an Prostituierten, dass Männer sich durchaus zugestehen auf diese Weise die „Monogamie aufzulockern“. Hier wäre wohl zu berücksichtigen, dass Frauen ein gänzlich anderes Verhältnis zu Männern haben und gleichzeitig ihren Sex „teurer verkaufen“ können, also eher eine Beziehung davon abhängig machen können.

Open Agreements Twenty-five couples (64%) described agreements that, to varying degrees, allowed sex with outside partners. Most of those couples described agreements that were neither completely closed nor completely open, testifying to the overlap and fluidity of the different types of agreements reported by participants. What distinguished them, however, were the conditions couples placed on whether or not sex with outside partners was allowed and how those conditions limited sexual behavior. Two conditions emerged most frequently: opening up the relationship for threesomes and separating physical from emotional intimacy with outside sex partners.

Several couples described agreements that allowed threesomes. For most of these couples, sex with a third person was something they only did together and many of them made a point of qualifying it.

64% die bis zu einem gewissen Grad Fremdgehen erlauben, solange es eben nur um Sex geht bzw der andere dabei ist, da bin ich mir sicher, dass die Zahl in heterosexuellen Beziehungen eher im einstelligen Prozentbereich ist. Hier ist denke ich aufgrund der unterschiedlichen Natur von Mann und Frau eine geringere Verlustangst vorhanden. Warum soll er nicht Spass mit anderen haben, wenn die auch nur Spass suchen und keiner von beiden deswegen auf eine Beziehung aus ist? Wäre interessant, ob Frauen denken, dass ihr Mann auch schon mal bei einer Prostituierten gewesen ist und damit – abgesehen von Krankheiten – weit aus weniger Probleme haben, solange sie es nicht wissen müssen.

Hier noch etwas zur Motivation und zum Einhalten der Vereinbarungen:

Most couples were motivated to have agreements because it benefited their relationship. For example, trusting one’s partner to be monogamous or to be safe with outside sex partners deepened the emotional bonds couples shared. Agreements also provided boundaries, which supported couples in their knowledge of where they stood with each other. Those boundaries dealt not only with the couple relative to outside partners, they also extended into agreements about safety, supporting the idea that relationship dynamics are an important component of agreements (Davidovich, de Wit, & Stroebe, 2006). Finally, agreements helped couples prioritize different aspects of their relationship.

Broken agreements were relatively common and affected just over half (56%) of the couples who participated. This number comes in significantly above similar studies (Davidovich, de Wit, & Stroebe, 2000;Prestage et al., 2006) and may be due to the fact that both partners were interviewed and, as such, broken agreements were more likely to be reported. Disclosing broken agreements supported relationships by airing secrets and minimizing distance between partners. The process of renegotiating broken agreements gave participants the opportunity to revisit their needs and desires with their partners and gave couples an additional opportunity at making a clearer, more explicit agreement. However, consistent with other studies, there were several instances reported where partners were not informed of a broken agreement (Kippax et al., 2003; Prestage et al., 2006; Prestage et al., 2008). Those who did not disclose broken agreements reported emotional distance from their partner and, to a lesser extent, concern over their own and their partner’s health.

Sofern Vereinbarungen getroffen worden sind, kam es also auch recht häufig zu Brüchen dieser Vereinbarungen. Was auch wenig überrascht, wenn man wesentlich mehr Angebote hat als der typische heterosexuelle Mann aufgrund der beiderseitigen höheren Motivation zu Sex einfach so.

Es wäre interessant jetzt noch eine Studie zu haben, wie dies bei lesbischen Beziehungen so ist.

Ich kann da gegenwärtig nur auf die hier bereits zitierte Studie verweisen:

They found that gay men had higher frequencies of sex than lesbians at all stages of relationships. Within the first 2 years of a relationship, for example, two thirds of the gay men but only one third of the lesbians were in the maximum category of having sex three or more times per week (the highest frequency category). After 10 years together, 11% of the gay men but only 1% of the lesbians were still in that category of highly frequent sex. At the other extreme, after 10 years nearly half the lesbians,  but only a third of the gay men, were having sex less than once a month. Even that difference may be a substantial underestimate of the discrepancy in sexual activity: Blumstein and Schwartz reported that the gay men who had largely ceased having sex after 10 years together were often having sex with other partners, whereas the lesbians who had ceased having sex together had generally not compensated for this deficit by finding other sexual outlets. A lack of sexual desire and activity in women is reflected in the phrase “lesbian bed death,” (e.g., Iasenza, 2000) which has been coined to describe the low levels of sexual activity among lesbians in long-term relationships. Similar conclusions emerged from an earlier study by Bell and Weinberg (1978), which did not limit its sample to people in committed relationships and is thus a useful complement to the Blumstein and Schwartz (1983) study. White homosexual men were more likely than lesbians (47% vs. 32%) to report having sex more than once per week. A similar difference was found among gay Blacks (65% vs. 56%) (…)

The subculture of gay men did briefly establish bathhouses and other institutions that allowed men to have sex with half a dozen or more partners in a single evening. Even though lesbians are better able than gay men to engage in such promiscuity (because of the lack of refractory period), lesbian communities do not seem to have created any market for such institutionalized orgiastic behavior. (…)

Blumstein and Schwartz (1983) found that, among people in committed relationships, gay men were far more likely than lesbians to have sex with someone other than their regular partner (82% vs. 28%). Among those who did experience sex with someone other than the partner, lesbians tended to have only 1 outside partner (53%), unlike gay men (7%). The proportion of gay men who reported having had over 20 outside partners during the relationship was substantial (43%), but among lesbians it was negligible (1%). Even in the moderately promiscuous category of having had between 6 and 20 partners, gay men outnumbered lesbians (30% vs. 4%). Again we look to Bell and Weinberg (1978) for converging evidence with a sample that was not restricted to people in committed relationships. In a sample of several hundred respondents, far more gay White men (43%) than White lesbians (0%) reported having had over 500 sex partners. Meanwhile, 58% of White lesbians, but only 3% of gay White men, said their lifetime homosexual experience had included 9 or fewer partners. (…)

Das würde zu den biologischen Grundlagen passen.

 

„Mach uns nicht zum Sexobjekt“ vs. „Wer gegen uns ist, der bekommt keinen Sex“

Ich las neulich einen Tweet, den ich interessant fand:

 

„One minute the feminist message is „don’t treat us as sex objects“ and the next it’s „go against us and you get no pussy“

Der erste Teil, die Aufforderung Frauen nicht wie Sexobjekte zu behandeln, ist insoweit klar und eine häufige feministische Forderung. Der zweite Teil, also „Wenn du etwas gegen uns machst, dann bekommst du keinen Sex“ ist weniger tatsächlich ausgesprochener Teil feministischer Drohungen, wohl aber schwingt es als Forderung von Frauen mit, denn das ist letztendlich das große Druckmittel: „Wir ächten dich als Frauenfeind und dann will keine Frau mehr was von dir und du bekommst keinen Sex“

So richtig festmachen kann ich diesen Teil gerade nicht, er klingt aber denke ich häufig mit an, sei es in der Art, wie man Gegner beleidigt oder wie man Kritik in Ablehnung von Frauen allgemein ummünzt.

Es wäre interessant, ob sich dieser Gedanke tatsächlich im Feminismus finden läßt bzw. inwieweit Frauen ihn sonst verwenden.

Der angedrohte „Sexboycott“ und sei es in Form der Ablehnung des jeweiligen Mannes ist sicherlich ein klassisches Druckmittel im Geschlechterkampf

Auch einen anderen Tweet als Antwort darauf fand ich interessant:

„. don’t forget the whole „don’t judge my appearance but u have 2 find me attractive or u r sexist but if u do u r a rapist“ logic“

Das Bewerten einer Frau oder die Wahrnehmung einer Frau als schön und sexy ist falsch, jede Frau muss aber wiederum sexy gefunden werden, weil man sonst ein Fatshamer oder was auch sonst noch immer ist, was einen dann wieder aufgrund der Objektifizierung zu einem Förderer der Rape Culture machen kann.

Ein teilweise passendes Bild dazu könnte dies hier sein:

Dritte Welle Feminismus und Frauen zum Objekt machen

Dritte Welle Feminismus und Frauen zum Objekt machen

 

 

„Wie macht man einen Mann sexuell abhängig“

Die Frage „wie macht man einen Mann sexuell abhängig“ taucht immer wieder alle paar Tage in meinen Suchbegriffen auf, anscheinend werden die Suchenden dabei von Google dabei zu diesem Artikel geleitet, der allerdings eher sexuelle Macht von Frauen allgemein behandelt und auch auf Brüderle eingeht. Ich nehme das mal als Zeichen von Google, dass ich mich dieser Frage widmen soll.

Ich würde mal vermuten, dass es hilft zum einen einen höheren Wert auf dem Sexuellen Markt (SMV) als derjenige zu haben und zudem die klassischen „Push-Pull“ bzw. „Hot-Cold“-Taktiken anzuwenden, also ihm die eigene Gunst zu gewähren und zu entziehen und ihn damit zu dem richtigen Verhalten zu „erziehen“. Ich würde mal vermuten, dass man einen Mann braucht, der ansonsten nicht die passenden Optionen hat. Ich würde auch vermuten, dass es hilft, wenn er das Gefühl hat, dass ihm nichts besseres passieren kann als die Gunst der jeweiligen Frau zu haben, von ihr bewundert zu werden, Aufmerksamkeit und Bestätigung zu bekommen und nichts schlimmeres, als sie wieder zu verlieren.

Andererseits hat dies nicht per se etwas mit sexueller Abhängigkeit zu tun, es kann wahrscheinlich auch ganz ohne Sex erfolgen.

Die hier erwähnte Yalda scheint zumindest das Männer abhängig machen rausgehabt zu haben:

Florent Goncalves arbeitete sich vom Wächter bis zum Chef der Frauenhaftanstalt in Versailles hoch. Dort traf er auf Yalda. Bald fiel seinen Mitarbeitern auf, dass er sich veränderte. “Er muss wirklich verliebt gewesen sein, da er nicht bemerkte, was für Dummheiten er beging”, sagte eine Wächterin jetzt dem Radiosender Europe 1.Goncalves habe sich ständig mit Yalda getroffen, stundenlang, an allen möglichen Orten. “Wir wussten nie, wo er gerade mit dieser Gefangenen war.” Auch sei bald klar geworden, dass er die junge Frau im Haftalltag begünstigte. Den Aussagen von Zeugen zufolge bekam sie von dem Direktor illegal Geld, Telefonkarten und Päckchen. Auch soll er ihr einen guten Arbeitsplatz verschafft haben.

Schließlich traute sich in der Haftanstalt offenbar niemand mehr, Yalda in die Schranken zu weisen. Es heißt, sie habe sich die ganze Zeit herausgeputzt und gearbeitet, wie sie wollte. “Die Direktorin” wurde sie wegen ihrer Macht genannt. Außer dem Direktor soll auch noch ein Wärter ihrem Charme erlegen sein. Die Mitgefangenen informierten schließlich die Justizverwaltung. Diese schaltete die Staatsanwaltschaft ein.

Generell gilt auch hier wohl die These:

Machtspiele in der Beziehung gewinnt derjenige, der am Erhalt der Beziehung weniger interessiert ist.

Das würde wohl bedeuten, dass einem das Ende der Beziehung etwas mehr egal sein muss als ihm.

Mir fällt dabei Professor Unrat ein:

Ich bin von Kopf bis Fuß
Auf Liebe eingestellt,
Denn das ist meine Welt.
Und sonst gar nichts.
Das ist, was soll ich machen,
Meine Natur,
Ich kann halt lieben nur
Und sonst gar nichts.

Männer umschwirr’n mich,
Wie Motten um das Licht.
Und wenn sie verbrennen,
Ja dafür kann ich nichts.
Ich bin von Kopf bis Fuß
Auf Liebe eingestellt,
Ich kann halt lieben nur
Und sonst gar nichts.

Auf einer rein sexuellen Ebene? Keine Ahnung, großartiger Sex ist ja eine etwas einfache Antwort und macht nicht per se hörig. Zumal es meistens erfordern dürfte, dass man selbst auch Spass am Sex hat und einem damit die Beziehung nicht per se egal ist. Allenfalls könnte es den passenden Marktwert so erhöhen, dass derjenige bereit ist, alles zu machen, um die Beziehung zu halten, weil er weiß, dass er eine solche Frau nie wieder bekommt.

Letztendlich ist es eine Frage nach „weiblichen Game“.

Es würde mich interessieren, wie (vermutlich ja) Frauen, die dies bei Google suchen, meinen. Wollen sie tatsächliche Abhängigkeit? Wollen sie, dass er nicht mehr mit anderen Frauen schlafen will, sondern nur noch mit ihnen (dann dürfte „Viel Sex“ kein schlechter Weg sein). Wollen sie über Sex den Mann so abhängig machen, dass er eine Beziehung mit ihnen will? (das dürfte nicht unbedingt der beste Weg sein, wenn er es sonst nicht will). Wollen sie einfach nur gut im Bett sein (dann ist es glaube ich der beste Weg, wenn man ihm deutlich macht, dass man Sex mit ihm genießt und bereit ist ein paar Sachen auszuprobieren und seine Hemmungen etwas abzulegen).

Wenn Leserinnen (oder Leser) Tipps haben, dann wäre ich interessiert an den funktionierenden Mitteln (aus Interesse an den Mechanismen weiblichen Games).

Übersicht: Evolution, Evolutionäre Psychologie und Partnerwahl

1. Grundlegendes

2. Evolutionär relevanter Zeitraum

3. Sexuelle Selektion

4. Signalling

5. Kinder/Jugend/Spielen

6. Hormone

7. Verschiedene Konzepte

8. Geist vs Körper

9. Partnerwahl

10. Status

11. Schönheit

12. Sex:

13. Liebe

14. Vaterschaft

15. Geschlechterunterschiede

16. Sozialverhalten

17. Kritik

18. Spieltheorie

19. Videos