„Ein Schwanz aber ist eine potenzielle Waffe. Opfer sexueller Gewalt müssen ein Recht auf schwanzfreie Räume haben“

Der Artikel bei den Störenfridas über M->F Transsexuelle wurde in den Kommentaren schon häufiger angesprochen, er ist aber auch zu schön, um ihn nicht noch einmal kurz zu besprechen:

Dazu muss man wissen, dass die Störenfridas keine intersektionalen Feministinnen sind, sondern eher einen klassischen, an Beauvoir, Schwarzer und Dworkin orientieren Feminismus praktizieren: Dort führt man einen Kampf der Frauen gegen die Männer, wobei die Männer aufgrund ihrer Sozialisation böse sind und Sex eine Waffe zur Unterdrückung der Frau sein kann und eben über sexuelle Gewalt als solche eingesetzt wird. Die Unterschiede zwischen dieser Art von Feminismus hatte ich bereits hier einmal erklärt.

In diesem Feminismus gibt es erst einmal die „Unterdrückungskategorie“ „CIS-Personen sind privilegiert und unterdrücken daher Transpersonen“ nicht. Man geht schlicht davon aus, dass der Wechsel eine rein soziale Praxis ist, die stoppen würde, wenn Geschlechterrollen aufgelöst würden. 

Eine M-F Transsexuelle ist, da sie als Mann sozialisiert worden ist, bei durchaus konsequenter Anwendung dieser Theorien erst einmal eine Gefahr, gerade dann, wenn sie noch einen Penis hat. Denn dann hat sie ja über ihre Sozialisation nach dieser männerfeindlichen Theorie quasi „das vergewaltigen gelernt“ und die potentielle Tatwaffe ist auch noch vorhanden, wenn sie nicht operiert worden ist.

Dann kommt es zu Texten wie diese:

Kurz voranschicken möchte ich: ich habe mit umoperierten Transfrauen auf dem Klo überhaupt kein Problem. Ja, diese haben trotzdem eine männliche Sozialisation usw., aber darum geht es jetzt nicht. Womit ich ein Problem habe, sind Menschen mit Schwanz auf dem Frauenklo. Ist mir egal, unter welchen Frauenklamotten dieser Schwanz vor sich hergetragen wird und wieviel Schminke die Person, die ihn trägt, im Gesicht hat. Eine Toilette ist ein intimer, geschützter Rückzugsort. Hier kann man sich erleichtern, kotzen, sich umziehen, telefonieren oder heulen. Der Privatsphäre in einer Toilette kommt eine große Bedeutung zu. Sex auf Toiletten ist beliebt und akzeptiert. Auf gemeinsamen Toiletten kommt man sich unter Fremden sehr nahe, oft zu nahe. Das ist unangenehm, bislang für Frauen aber nicht gefährlich. Ein Schwanz aber ist eine potenzielle Waffe. Er kann benutzt werden, um Frauen gegen ihren Willen zu pentrieren, vielleicht in einer Situation, in der sie hilflos, ungeschützt oder schlichtweg unachtsam sind. Opfer sexueller Gewalt müssen ein Recht auf schwanzfreie Räume haben.

Wiedermal ein gutes Beispiel für den Männerhass im Feminismus (intersektionale Feministinnen würden es hingegen als „Transfeindlichkeit“ und nicht als Männerfeindlichkeit ansehen würde ich vermuten: Es ist okay, dass man meint, dass alle Männer eine Gefahr sind. Aber das man M->F Transsexuelle entgegen ihrer Selbstansicht nicht als Frauen bezeichnet, dann ist das eben transfeindlich)

  • Wir hatten uns alle darauf geeinigt, dass es sex gibt, das angeborene, das biologische Geschlecht, und gender, das soziale Geschlecht – die Rolle, die einem Menschen zugeschrieben wird. Wir haben uns darauf geeinigt, dass gender eine Konstruktion ist. Ich verstehe jeden Menschen, der sich mit seiner zugeschriebenen Genderrolle nicht identifizieren kann. Aber dieser Mann in Frauenkleidern ist keine Frau, sondern ein Mann, der sich wie eine Frau FÜHLT. Ich akzeptiere das, aber das macht ihn nicht zur Frau. Sorry, aber es gibt sowas wie Biologie, und das sind FAKTEN, die wir nicht einfach wegwischen können.

Da werden auch noch mal die Unterschiede zum intersektionalen Feminismus deutlich. Dort wäre das „Sich Fühlen“ bereits vollkommen ausreichend. Und eine CIS-Person darf sich eh nicht anmaßen ihn als Gefahr zu sehen, allenfalls ist sie die Gefahr. Dass da noch ein Penis vorhanden ist. Hingegen bleibt im dem Feminismus der Störenfridas der Mann eben ein Mann, schlicht weil er einen Penis hat.

  • Auch der Schwanz, den dieser Mensch mit in dieses Frauenklo getragen hat, ist ein FAKT. Ich möchte nicht in der Haut eines Menschen stecken, der von sich sagt, er oder sie sei im falschen Körper geboren und empfinde diesen Körper als das nicht passende Geschlecht, wirklich nicht. Und diese Menschen haben einen Platz auf der Welt, und sie brauchen sichere Räume, und sie brauchen Rechte, so viel ist klar. ABER die politische Transbewegung zeigt Auswüchse, wenn sie als radikale Forderung stellt, auch Menschen mit Schwanz seien, so sie sich so definierten, Frauen.

Sie hat aus meiner Sicht Recht, wenn sie sagt, dass intersektionale transaktivistische Feministinnen so ziemlich das abgedrehteste ist, was man selbst innerhalb des intersektionalen Feminismus vorfindet. Denn dort ist wirklich jeder Hinweis, dass eine Frau weibliche Genitalien hat oder schwanger werden kann oder das ein Mann einen Penis hat und einen Bartwuchs hat, exkludierende Transfeindlichkeit.

  • Das geht so weit, dass Frauen sogar ihre Vergewaltigungen als Privileg angekreidet werden, denn immerhin zeige das ja, dass diese als Frauen wahrgenommen würden – ein Privileg, das Transfrauen nicht hätten. Sorry, aber Vergewaltigungen (und vielleicht auch Zwangsprostitution, häusliche Gewalt, Genitalverstümmelung, Zwangsheirat,…?) als PRIVILEG?

Es sagt viel über den Stand des Feminismus aus, dass man sich das durchaus vorstellen kann, dass es dort jemand sagen würde, dass dies eine Form des „CIS-Privilegs“ ist. Jessica Valenti hat sich ja auch schon beschwert, dass mit steigenden Alter das Catcalling abnimmt und ich erinnere mich auch daran, dass es ein „ich brauche Feminismus, weil ich mich wundere, warum ich nicht wie andere Frauen sexuell belästigt werde“ Schild gab. Aber eine Quelle wäre natürlich trotzdem interessant.

  • Die radikale Forderung danach, unoperierte Transfrauen als Frauen wahrzunehmen führt auch dazu, dass neuerdings lesbischen Frauen vorgeworfen wird sie diskriminierten Transfrauen, wenn sie auf Grund des Penisses nicht mit diesen schlafen wollen, denn Transfrauen seien Frauen, und ein „lady dick“ sei etwas völlig anderes als ein „männlicher Schwanz“. Das hat sehr viel von rape culture, und genauso empfinde ich es als rape culture, wenn meine Gefühle (sich unsicher, bedroht, ausgeliefert zu fühlen) plötzlich weniger wert sind als die Gefühle eines Menschen mit Schwanz, der sich als Frau fühlt (wie auch immer sich eine Frau zu fühlen hat). Da rede ich jetzt noch gar nicht davon, dass Transpersonen es geschafft haben dass Frauen in Frauenräumen nicht mehr über Menstruation, Schwangerschaft usw. reden können, weil das für Transpersonen triggernd ist. Da rede ich jetzt auch nicht davon, dass Transpersonen neuerdings in Beiträgen als „Frauen“ bezeichnet werden und biologische Frauen als „Menstruatorinnen“ und Mütter als „Elter mit Uterus“. (Kein Scherz.) – Und was ist jetzt eigentlich mit Personen die gender fluid sind? Dürfen die an Tagen an denen sie sich als Frau definieren jetzt auch aufs Frauenklo? Wie kontrolliert man das eigentlich, wer sich wie fühlt? Darf jetzt jedes Männerballett zu Fasching auch aufs Frauenklo?

Auch das sind die Irrungen des intersektionalen transaktivistischen Feminismus, der auf einen klassischen Männer-sind-der-Feind-und-alle-Vergewaltiger-keine Frau-ist-sicher-Feminismus trifft. Zwei irre Ansichten treffen aufeinander, beide sind falsch. Und beide sind erbitterte Gegner, die sich aber anscheinend auch nicht in die Position des anderen eindenken können, selbst wenn sie sie nicht teilen. Eine genaue Bestimmung der verschiedenen Ansichten, eine Aufschlüsselung der verschiedenen Theorien erfolgt bei Feministinnen selten.

  • Dass es Menschen gibt, die sich auf dem Männerklo unwohl fühlen kann ich sehr gut nachvollziehen.

Klar, da sind ja auch widerliche Männer und ihre Schwänze, die alles vergewaltigen, was nicht bei drei auf den Bäumen ist.

  • ABER. Sich dort unwohl zu fühlen kann nicht die Eintrittskarte fürs Frauenklo sein. Sorry, aber auch andere Männer, die nicht dem gängigen Männlichkeitsbild entsprechen (zu klein, zu schmächtig, Penis entspricht nicht den pornographisierten Vorgaben) fühlen sich dort unwohl. Dürfen die jetzt auch alle aufs Frauenklo? Sorry, guys, but that´s patriarchy, you stupid. Wenn euch das nicht passt, müsst ihr halt was gegen das Patriarchat unternehmen. Wenn ihr euch dort unwohl fühlt, weil Männer eben scheiße zu anderen sind (auch zu Männern, die nicht den gängigen Klischees entsprechen), und wenn ihr glaubt, dass euch das als Schwanzträger dazu berechtigt in den safe space anderer Gruppen eindringen zu dürfen und dort dafür zu sorgen, dass diese sich unwohl fühlen, wo macht ihr dann bitte etwas anderes als die Typen, die euch auf dem Männerklo schief ansehen weil ihr euch geschminkt habt?

Auch klassisch: Wenn Männer widerliche Vergewaltiger sind, dann müssen Männern, denen das nicht gefällt, eben diese Zustände ändern, statt bei den Frauen in ihrem (sehr begrenzten) Schutzraum einem Risiko durch ihre Anwesenheit auszusetzen. Denn Männer sind und bleiben nun einmal Schweine. Und in dieser feministischen Spielart gibt es nur den Kampf Männer gegen Frauen, warum sollte man da den Feind ins eigene Lager lassen?

  • „Was soll diese Person sonst machen?“ Ja, also, sorry, aber ist das mein Problem? Ich möchte das hier nur nochmal betonen: Ja, Transpersonen werden diskriminiert. Nein, das ist sowas von nicht okay. Aber warum wird von Frauen eigentlich dauernd erwartet, dass sie sich für alle und alles zuständig fühlen, und zwar auf Kosten der Frauen? Warum müssen Frauen sich um alle und alles kümmern, aber nie um sich selbst? Warum müssen wir ständig für andere einstehen, aber nie dürfen wir es einfach mal für uns?

Hier wird deutlich, dass sie die intersektionalen Theorien Theorien nicht verstanden hat. Denn die Antwort in dem System ist ja klar: Weil Transpersonen durch CIS-Personen unterdrückt werden und man hier als CIS-Person uneingeschränkt die Selbstdefinition als Frau anerkennen muss. Macht man das nicht, dann ist man ein widerlicher Unterdrücker. Die Ansicht, dass von ihr als Frau eine Gefahr ausgeht ist in dieser Theorie absurd, denn andere Frauen sind ja dort und denen wirft man auch nicht vor, dass sie eine Gefahr sind.

  • Warum sollten die GEFÜHLE eines Schwanzträgers schon wieder wichtiger sein als meine (auch gefühlte) Sicherheit? Ich bin in meinem Leben mehrmals Opfer sexueller Gewalt geworden. Ich kenne keine Frau, der das nicht passiert ist. Wir haben ein RECHT auf Räume, in denen wir uns NICHT mit der Präsenz von Schwänzen auseinandersetzen müssen, gerade wenn es so sensible Bereiche sind wie Umkleiden, Toiletten usw. Um zu der Frage zurückzukommen was diese Person sonst machen soll: auch wir Frauen mussten uns safes spaces erkämpfen. Wir müssen es immer noch, jeden Tag. Auch Transpersonen brauchen safe spaces. Ich bin die erste, die für Toiletten votiert in die Menschen, die (noch) nicht aufs Frauenklo gehören, sich aber im Männerklo unwohl fühlen, gehen können. Ja, ihr braucht eigene Räume. Aber die safe spaces anderer Gruppen zu torpedieren und diese damit unsafe zu machen ist nicht der richtige Weg.

Ich vermute mal, dass damit keineswegs das Ziel vieler Aktivisten erreicht wäre: Denn sie wollen ja gerade die Anerkennung, dass Transsexuelle Angehörige des jeweiligen Geschlechts sind. Da werden sich also viele gerade nicht einigen können. Natürlich ist andererseits die Anzahl der Transsexuellen so gering, dass es quasi ungenutzte Toiletten wären, wenn man sie überall einrichten müsste und sie nur von Transsexuellen zu benutzen wären.

Um das zu verdeutlichen: Wir Frauen sind eine unterdrückte Klasse. Männer sind die Unterdrücker. Es gibt keinen „umgekehrten Sexismus“; so wie es keinen „umgekehrten Rassismus“ gibt. Wenn schwarze Menschen sich abfällig über Weiße äußern, ist das noch lange kein Rassismus, denn Rassismus braucht die umfassende, gesamtgesellschaftliche Unterdrückung und Diskriminierung. „Transphobie“ als Ausdruck einer sexistischen Diskriminierung kann also per se nichts sein, was Frauen ausüben – sie sind ja selbst von sexistischer Diskriminierung betroffen und sie können nicht zugleich Unterdrückte und Unterdrückende des gleichen Systems sein.

Ein Satz der deutlich macht, dass sie intersektionalen Feminismus nicht verstanden hat.  Dort  sieht man eben  verschiedene Kategorien, in denen jeweils eine Benachteiligung erfolgen kann. Die gängisten sind:

  • Geschlecht: Mann ist privilegiert, Frau benachteiligt
  • Rasse: weiß ist privilegiert, PoC benachteiligt
  • Orientierung: Hetero ist privilegiert, Nichthetero benachteiligt
  • Und eben: Gender-Sex-Übereinstimmung: CIS ist privilegiert, Trans benachteiligt.

Intersektionalität sagt nun gerade, dass sich aus Zusammenspiel besondere Benachteiligungen ergeben können und das auch Privilegierungen und Benachteiligungen in einer Person zusammen fallen können. Und als Frau wäre man eben dann nach diesen Theorien benachteiligt, als CIS aber privilegiert. Daraus leiten sie her, dass Transpersonen als benachteiligte geschützt werden müssen. In dieser Sichtweise hätte eine CIS-Frau eben tatsächlich gesellschaftlich zugewiesene Privilegien gegenüber einer Transperson. Weswegen es auch „CIS Privileg Listen“ gibt.

Es ist auch deswegen interessant, weil der Artikel versatzstückhaft Elemente verschiedener feministischer Theorien vermischt. Aber eben so, dass sie zur eigenen Ansicht passen. Man übernimmt, was nützlich ist.

Männer und Frauen haben in unserer Gesellschaft nicht den gleichen Status, so dass Frauen keine strukturelle Unterdrückung an Männern begehen können – auch nicht, wenn diese sich als Frauen umdefinieren. Unterdrückung braucht immer ein System, das sie ermöglicht, sie entsteht nicht plötzlich je nach situativem Kontext. Genau das aber wird in der Transdebatte behauptet. Aus Frauen, die gerade noch mit ihrer eigenen Unterdrückung kämpfen, werden auf einmal Unterdrückerinnen, dabei sind sie doch selbst Opfer sexueller Gewalt, sexistischer Diskriminierung und Ausbeutung. Transfrauen werden nicht durch Frauen diskriminiert  sondern durch das patriarchale System.

Das Patriarchat ist ja eh an allem schuld. Hier ist es aber aus Sicht intersektionaler die Kyriarchat und nicht das Patriarchat.

Anstatt diesem den Kampf anzusagen, dringen sie in die Räume von Frauen vor und behaupten, wenn diese sie nicht sofort akzeptieren, trotz „ladydick“, wenn Lesben nicht mit ihnen ins Bett gehen und alle ab sofort über alles schweigen, was mit weiblicher Biologie zu tun hat, werden sie unterdrückt. Sie reden dann von einem Cis-Privileg. Wo, außer in dieser Debatte, ist es ein Privileg, einen Uterus zu haben? Demonstrieren nicht aktuell weltweit Frauen dafür, nicht wieder mit dem Kleiderbügel abtreiben zu müssen? Wo ist es ein Privilieg, eine Vagina zu haben? „Pussy“ ist ein Schimpfwort, Vaginas werden vergewaltigt. Die Rechte und Freiheiten von Transpersonen sind wichtig. Aber was zur Hölle macht sie wichtiger als die Rechte und Freiheiten von Frauen? Kommt hier nicht ein ganz anderes, und zwar echtes Privileg zum tragen – nämlich das männliche, das die Diskurshoheit an sich reißt?Und dass der Anspruch auf dieses männliche Privileg nicht endet, wenn die Umwandlung zur Frau beginnt, weil er Teil einer männliche Sozialisation ist, die jeder mit Penis geborene Mensch erlebt, ganz gleich, ob er sich als Frau fühlt oder nicht?

Als Frau und damit Angehörige einer unterdrückten Klasse definiere ich diese Klasse, nicht meine Unterdrücker – denn wenn wir das zulassen, dann brauchen wir zum Kampf gar nicht anzutreten.

Ein schönes Beispiel dafür, dass

  • alles ein Nagel ist, wenn das einzige Werkzeug, was man hat ein Hammer ist. Und sie haben eben nur „männliche Unterdrückung“.
  • die feministischen Theorien heir vollkommen verschiedene Denkansätze haben

Aus deren Sicht ist es nur ein fieser Trick der Männer ihnen die Diskurshoheit wegzunehmen. Aus der Sicht des Intersektionalen Feminismus ist es hingegen ein Verbrechen, Transsexuelle der falschen Gruppe zuzuordnen.

Ich habe mich gestern gefühlt wie der herzloseste und gemeinste Mensch der Welt, und ich bin auch so behandelt worden. Das, weil ich geäußert habe, dass ich mich in einer Toilette mit einem Menschen, der einen Schwanz trägt und auf Frauen steht, nicht sicher fühle – egal, als was dieser Mensch sich definiert. Und dass ich denke, dass gerade Transpersonen doch wissen müssten, wie wichtig Räume sind, in denen man sich sicher fühlt. Und dass gerade sie doch nicht die safe spaces anderer in egoistischer Manier benutzen und unsicher machen sollten, während sie andere dafür beschämen, dass diese anmerken, dass sie sexuelle Gewalt erlebt haben, durch Menschen mit Schwanz, und dass sie keinen Bock mehr auf unaufgefordert ausgepackte Schwänze haben und nicht mit ihnen in einem Raum sein wollen. Ich begreife es nicht. Rechte für Transpersonen werden nicht auf Kosten von Frauenrechten erstritten, und hier läuft etwas grundlegend verkehrt, wenn  ich runterschlucken muss, dass ich nicht erwähnen darf was FAKT ist (der Schwanz), das mich etwas triggert, dass ich mich unsicher fühle, dass ich RECHTE habe – auf Sicherheit, auf Unversehrtheit, auf die Abwesenheit (vor allem in sensiblen Räumen) von Körperteilen die gegen Frauen als Waffe benutzt werden. Und man komme mir jetzt nicht mit diesem# Notallmen-Scheiss, oder mit #Notallpeoplewithdicks-Mist. Es ist hier nicht meine Sichtweise das Problem (die Frage, ob ich Transfrauen als Frauen sehen kann oder nicht), sondern die Realität. Der Schwanz. Und der kann nicht einfach wegdekonstruiert werden. Damit, ihn umzudefinieren und ihm einen anderen Namen zu geben („lady dick“) ist das Problem für mich nicht gelöst. Im Patriarchat bleibt der Schwanz eine Waffe und wenn ich ihn nicht mehr als solches benennen darf, dann treibt mich das in eine neue Form von Sprach- und Wehrlosigkeit.

Noch einmal, weil es so schön ehrlich ist:

  • Schwänze sind Waffen
  • Der Schwanz kann nicht wegkonstruiert werden.
  • Im Patriarchat bleibt der Schwanz eine Waffe

Aber der Feminismus hat ansonsten nichts gegen Männer. Sie sind halt nur alle mit Schwänzen bewaffnete Vergewaltiger.

Noch kurz eine Anmerkung zum Thema „Transsexuelle auf Toielleten“

  • Ich halte eine Umstellung für unnötig. Die meisten Transsexuellen werden eh „Passing“ betreiben wollen und gerade nicht als Transsexuelle auf eine Toilette wollen. Ich denke es ist eher der radikale Kern Intersektioneller, der das Thema aus politischen Gründen so stark besetzt
  • Unisextoiletten finde ich auch nicht wirklich praktisch, in einem Büro noch relativ einfach, aber mit Betrunkenen in Diskos wird es garantiert irgendwelchen Ärger geben. Zudem wäre die Frage, wie man die Toiletten so umbaut, dass Männer weiterhin Pissoirs benutzen können, ohne dass einem beständig Frauen auf den Schwanz schauen, weil sie die Toilettenräume betreten. Auch dazu scheint mir kaum Raum vorhanden zu sein in typischen Toilettenräumen. Und ohne Pissoirs wird man schlicht längere Schlangen an beiden Toiletten haben, was niemanden etwas bringt.
  • Das Argument „Jeder hat eh ein Unisexklo zuhause“ ist Mist, weil bei diesem Klo eine Person den Raum betritt, die Tür abschließt und keine weitere Person in dem Raum vorhanden ist. Das ist etwas anderes als ein Massenbetrieb.
  • Ich habe aber auch kein Problem damit, wenn ein Transsexueller auf Männerklo kommt. Schon jetzt kommen ja je nach Schlange vor dem Mädchenklo genug Frauen aufs Männerklo. Ich vermute aber, dass umgekehrt das Geschrei groß wäre.

Frau möchte den Spies umdrehen, schickt Vagina-Fotos, Männer sind begeistert

Eine Frau war genervt davon, von Männern beständig Bilder ihrer Penisse geschickt zu bekommen und wollte diesen mal zeigen, wie sich das anfühlt (via). Sie suchte sich also ein ihr gefallenes Foto einer Vagina im Internet (ihre eigene wollte sie nicht verschicken), eine Dating-App, die es einem erlaubt direkt Fotos zu versenden, die aber wohl sonst wie Tinder funktioniert, wischte nach rechts um anzuzeigen, dass sie das Profil mochte und bekam in kurzer Zeit etwas 40 „Übereinstimmungen“, die sie direkt anschrieb und ihnen dann das Vagina-Bild sandte.

Was sie erwartet hatte:

I braced myself for, „Hey, why’d you send that?“ or „Whoa, where’d that come from?

und:

I’d initially hoped the guys would see how invasive it is to receive such intimate photos from a stranger. When I’m excited to get to know a guy, his penis isn’t the first part of him that I want to know

Die Männer hingegen waren eher begeistert, weil sie davon ausgingen, dass eine Frau, die so ein Foto sendet, wohl Sex haben will. Hier ein paar der Chatverläufe:

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

 

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Ihre Schilderung dazu:

For the three guys that responded quickly, I flirted aggressively and hit them with the v-pic after four to five messages. I braced myself for, „Hey, why’d you send that?“ or „Whoa, where’d that come from?“ Instead, I got three very lengthy… porn descriptions of what they’d like to do with that virtual vagina.

I didn’t know what else to do, so I wrote, „Send me a pic.“ And boy, did they. Three dick pix: two erect, one flaccid. Of course I took screenshots.

I decided to up the shocker ante and hit the next crop of guys with the v-pic after initial hellos. Four guys asked me what I did for a living, my guess was to determine if I was a pro or in porn.

One guy asked me if I was real. One guy was an art critic towards my faux vaje pic. One sent me a picture of his dog. One guy sent me a dick pic and a link to a YouTube video of him doing slo-mo karatay. Another responded with emojis. Three sent me shirtless photos (lame).
I got 10 dick pix, including one that included a, um, happy ending. (Note to men: please don’t EVER send that unprompted. KThanksBye.) An Australian wrote to me like an old elementary school pal.

Still frustrated I hadn’t totally freaked anyone out, I decided to send a v-pic as soon as we matched. No hellos. No commentary. Just wham, bam, that’s my little ma’am!

Of the 10 that I sent, only three guys failed to respond (no word on how active they are on the app). The other seven wrote what they’d like to do to me and asked when we could meet.

Susan Brownmiller und die Dämonisierung männlicher Sexualität

Nick spricht die Dämonisierung der männlichen Sexualität und wohl auch die Ursprünge der „Rape Culture“ durch Susan Brownmiller an:

Brownmiller’s book, Against Our Will (AOW) has enjoyed an amazing success. Promoted to the hilt by the establishment media, it became a Book of the Month Club selection and a best seller. Nevertheless, AOW is a shoddy piece of work: ludicrously inaccurate, patently reactionary, dishonest, and vulgarly written.
Brownmiller portrays rape as an omnipresent danger to women, whereas in fact it is a comparatively rare event; she argues that rape laws are too lenient, whereas in fact the penalties for rape are second only to those for murder in most states; she calls for reducing the evidentiary requirements for conviction, even though many innocent men have been executed after being falsely accused of rape. By special pleading, falsification, and atrocity-mongering, Brownmiller strives to create an atmosphere of hysteria and misinformation conducive to assaults upon civil liberties, as well as to diverting the women’s movement from its rational priorities (according to the New York Times, rape has now become the number one issue of the feminist movement, eclipsing such former concerns as legal abortion and equal pay for equal work).
A long essay-review of mine on AOW and the rape question appeared in the Gay Liberator (Detroit, Spring 1976); I have copies of the review here, so I’ll not go further into AOW now.
What is disturbing is the virtual absence of criticism. Two leading gay papers, Gay Community News and the Advocate, not only reviewed AOW favorably, but featured Susan Brownmiller’s photograph on their front covers — this in spite of the fact that AOW contains obvious antihomosexual bigotry.
Critical reviews of AOW, all written by women, did appear in Esquire, Nation, the Militant, People’s World, the Daily World, Women and Revolution, and the Libertarian Review, but these were a tiny minority compared to the accolades cranked out in the establishment press.

So wurde z.B. beharrlich das falsche Gerücht gestreut, dass in dem Argentinischen Film “The big Snuff” tatsächlich eine Frau ermordet worden sei. Das weitete sich dann zu einem USA-weiten “Skandal” aus.

http://paganpressbooks.com/jpl/DTF.HTM

Lesenswert, auch sein Essay zu Brownmillers “Against Our Will”:

http://paganpressbooks.com/jpl/RAPE.HTM

Wie unterschied sich die Bewertung im Vergleich zu den 50 ger Jahren?

Es gibt leider viel mehr Material aus den USA, weshalb es leichter fällt die Entwicklung dort zu beurteilen. Sehr aufschlußreich finde ich diese köstlichen “Social guidance Films”, sie spiegeln eben den damaligen Zeitgeist wieder.

Sex vor der Ehe war natürlich ein Skandal, innerhalb des Hafens der Ehe galt Sex hingegen offenbar durchaus als ein respektables, positives Bedürfnis. Petting unter Teenagern wurde aber offenbar als normal betrachtet.

(Homosexualität war natürlich gleich Pädophilie, kriminell und vor allem Krank)

Wodurch wurde es trotz weiterer Ausdehnung der Popkultur “Sex and drugs and ….) möglich, diese zunehmende Redämonisierung zu erreichen ??

Nach meiner Auffassung konnte man eben nicht mehr offen sexualkonservativ sein. Da bot sich der Dämon männliche sexuelle Gewalt, der das unschuldige Weib dauerbedrängt, eben geradezu an.

So lässt sich in meinen Augen erklären, warum ein paar durchgeknallte Radikalfeministinnen soviel Einfluß gewinnen konnten: Sie kanalisierten die Unsicherheiten, die die sexuelle Revolution mit sich gebracht hatte. So richtig zurück wollte man aber auch nicht, weshalb Radikalfeminismus und das Ideal der befreiten Sexualität eine imo bizarre Paralellexistenz, oft vertreten durch ein- und dieselbe Personen, begann.

(Radikalfeminismus ist eigentlich wohl auch keine Befreiung weiblicher Sexualität, es wird ja extrem auf die sexuelle Unschuld der Frau rekurriert)

Susan Brownmiller hat aus meiner Sicht tatsächlich die Grundlagen einer starken Männerfeindlichkeit im modernen Feminismus gelegt. Hier noch etwas zu ihrem Buch „Against our Will“ aus der Wikipedia:

Against Our Will: Men, Women and Rape is a 1975 book by Susan Brownmiller. The book, which is widely credited with changing public outlooks and attitudes about rape, promoted the concept that rape was not the victim’s fault. Brownmiller described rape as „a conscious process of intimidation by which all men keep all women in a state of fear.“[1] In short, Brownmiller asserts that „rape is a crime not of lust, but of violence and power.“[2]

Brownmiller sought to examine general belief systems that women who were raped deserved it, as discussed by Clinton Duffy and others. Believing that rape was a way for men to instill fear in women, she compared it to the gang lynchings of African Americans by white men.[1] This comparison was used to show how lynching was once considered acceptable by communities, and then attitudes changed, followed by changed laws; Brownmiller hoped the same would happen with rape.[2] The book is cited as having influenced changes in law regarding rape, such as state criminal codes that required a corroborating witness to a rape, and that permitted a defendant’s lawyer to introduce evidence in court regarding a victim’s prior sexual history. After her book was published, all fifty states in the U.S. eliminated marital rape exemptions.[1]

Against Our Will was included in the New York Public Library’s Books of the Century, which listed 100 books that greatly influenced different aspects of culture.[3]

Bizarrerweise dient ja nunmehr der beständige Kampf gegen die Rape Culture dazu, Angst in Frauen zu installieren. vgl dazu auch:

Hier noch ein paar Zitate:

“A world without rapists would be a world in which women moved freely without fear of men. That some men rape provides a sufficient threat to keep all women in a constant state of intimidation, forever conscious of the knowledge that the biological tool must be held in awe, for it may turn to weapon with sudden swiftness born of harmful intent… Rather than society’s aberrants or ‘spoilers of purity,’ men who commit rape have served in effect as front-line masculine shock troops, terrorist guerrillas in the longest sustained battle the world has ever known.”

— Susan Brownmiller, Against Our Will: Men, Women, and Rape (1975)

Und hier noch etwas von ihrer Homepage:

Against Our Will: Men, Women and Rape

Zoologists for the most part have been reticent on the subject of rape. It has not been, for them, an important scientific question. But we do know that ‚ human beings are different. Copulation in our species can occur 365 days of the year; it is not controlled bythe female estrous cycle. We females of the human species do not „go pink.“ The call of estrus and the telltale signs, both visual and olfactory, are absent from our mating procedures, lost perhaps in the evolutionary shuffle. In their place, as a mark of our civilization,we have evolved a complex system of psychological signs and urges,and a complex structure of pleasure. Our call to sex occurs in the head, and the act is not necessarily linked, as it is with animals, to other Nature’s pattern of procreation. Without a biologically determined mating season, a human male can evince sexual interest in a human female at any time he pleases, and his psychologic urge is not dependent in the slightest on her biologic readiness or receptivity. What it all boils down to is that the human male can rape.

Man’s structural capacity to rape and woman’s corresponding structural vulnerability are as basic to the physiology of both our sexes as the primal act of sex itself. Had it not been for this accident of biology, an accommodation requiring the locking together of two separate parts, penis into vagina, there would be neither copulation nor rape as we know it. Anatomically one might want to improve on the design of nature, but such speculation appears to my mind as unrealistic. The human sex act accomplishes its historic purpose of generation of the species and it also affords some intimacy and pleasure. I have no basic quarrel with the procedure. But, nevertheless, we cannot work around the fact that in terms of human anatomy the possibility of forcible intercourse incontrovertibly exists. This single factor may have been sufficient to have caused the creation of a male ideology of rape. When men discovered that they could rape, they proceeded to do it. Later, much later, under certain circumstances they even came to consider rape a crime.

In the violent landscape inhabited by primitive woman and man, some woman somewhere had a prescient vision of her right to her own physical integrity, and in my mind’s eye I can picture her fighting like hell to preserve it. After a thunderbolt of recognition that this particular incarnation of hairy, two legged hominid was not the Homo sapiens with whom she would like to freely join parts, it might have been she, and not some man, who picked up the first stone and hurled it. How surprised he must have been, and what an unexpected battle must have taken place. Fleet of foot and spirited, she would have kicked, bitten, pushed and run, but she could not retaliate in kind.

The dim perception that had entered prehistoric woman’s consciousness must have had an equal but opposite reaction in the mind of her male assailant. For if the first rape was an unexpected battle founded on the first woman’s refusal, the second rape was indubitably planned. Indeed, one of the earliest forms of male bonding must have been the gang rape of one woman by a band of marauding men. This accomplished, rape became not only a male prerogative, but man’s basic weapon of force against woman, the principal agent of his will and her fear. His forcible entry into her body, despite her physical protestations and struggle, became the vehicle of his victorious conquest over her being, the ultimate test of his superior strength, the triumph of his manhood.

Man’s discovery that his genitalia could serve as a weapon to prehistoric times, along with the use of fire and the first crude stone axe. From prehistoric times to the present, I believe, rape has played a critical function. It is nothing more or less than a conscious process of intimidation by which all men keep all women in a state of fear.

Es ist wie oben schon gesagt fast lustig, wenn eine Theorie ist, dass Frauen in Angst vor einer Vergewaltigung gehalten werden um sie zu unterdrücken und die Vertreter dieser Theorie diejenigen sind, die die Angst vor einer Vergewaltigung am meisten betonen, insofern eigentlich diese Theorie stärken und selbst den Männern bei ihrer Unterdrückung zuarbeiten.

Das die meisten Männer überhaupt keine Vorteile davon haben, Frauen zu verängstigen, sondern vielmehr ein System geschaffen haben, indem sich Frauen so sicher wie wohl noch nie in der Geschichte bewegen können und Vergewaltiger sozial geächtet und mit hohen Strafen bedroht sind, dass wird dabei anscheinend ausgeblendet.

Davon ausgehend, dass die Vergewaltigung überall lauert wird eine beständig drohende Übergriffigkeit und damit eine gefährliche männliche Sexualität aufgebaut. Dies erlaubt auch eine Dämonisierung der Sexualität, die dann in Schranken gehalten werden muss.